Was passiert mit der ISS und der Erschließung des Weltraums?

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Ensign
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Hallo Leute, ich habe gerade diesen Artikel hier beim Stern gelesen.
http://www.stern.de/wissenschaft/ko...Raumstation-Was-Au%DFenposten-All/631417.html

Ich wusste gar nicht, dass der Bau schon vor 10 Jahren begonnen hat. Mir kommt die Station immer noch so neu vor. Sie soll 2010 fertig sein, und man glaubt, sie bis 2016 nutzen zu können. Doch bei der Mir hat man ja auch nicht geglaubt, dass sie eine halbe Ewigkeit im Orbit hängen würde. Wie geht es weiter, wenn die ganzen Space Shuttles 2010 ausgemustert werden?

Mir geht das ganze Projekt ziemlich langsam, muss ich sagen. Natürlich kostet der Spaß eine ganze Menge (laut ESA insgesamt 100 Milliarden Euro), aber liegt die Zukunft der Menschheit nicht im All? Bislang war es doch immer so, dass wir alle Ressourcen verbraucht haben und weitergezogen sind. Für mich ist es jedenfalls selbstverständlich, dass wir (wie in fast allen Science-Fiction Filmen) irgendwann den Mars besiedeln werden und in einer Geo-Ausgabe (1993) gab es eine Bildserie, in der der Abbau von Erzen auf dem Mond für 2090 vorhergesagt wurde. Nun ja, Vorhersagen halt...

Also, was denkt ihr, wie geht es langfristig weiter? Man hat schon einigermaßen konkrete Pläne, eine bemannte Mission zum Mars zu schicken, aber das ganze läuft bislang immer nur von staatlicher Seite aus.
 
Nach 2010 müssen die Amis bei den Russen Fahrten zur ISS kaufen, weswegen auch eine Verlängerung bis 2014 im Gespräch ist. Ab 2014 soll der neue Raumgleiter der USA fertig sein.

Die Zukunft der Menschheit liegt meines Erachtens nicht im All (lebensfeindlicher Raum), genausowenig wie im Wasser (lebensfeindlicher Raum). Der Mensch ist für die Erde gemacht (evolutioniert). Für alle anderen Umgegenden müsste er sich ebenfalls evolutionieren. Wenn ich mir da die meisten SF-Figuren plastisch so ansehe, finde ich keinen Drang mich dahin zu entwickeln ;).
 
Bevor wir uns überhaupt auf den Mars niederlassen können, muß man auf den "Roten Planeten" erstmal Terraforming betreiben um den lebensfeindlichen Planeten für den Menschen bewohnbar zu machen. Allein dies würde sich wohl über Jahrhunderte (geschätzt) hinausziehen. Wir schaffen es ja noch nichtmal dahin zu reisen, da selbst die Reise dorthhin für den Menschen immo durch die gefährliche Weltraumstrahlung viel zu gefährlich ist (sehr hohes Krebsrisiko). man müßte die Reisezeit drastisch verkürzen, um der Strahlung nicht so lange ausgesetzt zu sein. Dazu fehlt uns aber noch die entsprechende Technik.
 
Ich habe mal ein buch von einem NASA forscher gelesen der sich über dieses thema ausgelassen hat und der hatte wie ich finde eine sehr plausible Idee: Die Menschen wohnen in Habitaten im Weltraum,da das dauerhafte besiedeln von Planeten zu aufwändig ist.Man errichtet Mienen um rohstoffe zu gewinnen und baut Fabriken in denen überlebenswichtige Dinge gefertigt werden z.B ersatzteile fürs raumschiff.Im Raumschiff gibt es Felder die mit z.B Getreide bepflanzt werden.Man bekommt sauerstoff und das Wasser was man reinsteckt verdunstet bei getreide am ende größtenteils wieder und das kann man sammeln.Auch soll über rotation der station in Planetenähe die schwerelosigkeit besiegt werden.Für mich klingt das sehr viel einfacher als den Boden zu besiedeln.
 
ESA insgesamt 100 Milliarden Euro
Nun bei der ESA kostet schon das Kochen eines Eis ca. eine Million.

Nein, mal im Ernst: Es gibt eine ganze Reihe neuer Projekte.
Die Nasa geht ja weg vom Shuttle und bewegt sich mehr in Richtung Sojus Kapsel mit ihrem neuen Projekt. (wenn ich das richtig verstanden habe)

Die Russen haben ihr Klippr Projekt, welches wirklich ungemein interessant klningt.

Nun, die Europäer hinken mal wieder hinterher.

Immer interessanter werden in dem Zusammenhang kleinere Länder und Private Hersteller von Weltraumtechnik.

Aber wirkliche Forschungsarbeit betreiben diese nicht.


So manch jemand würde auch behaupten, dass seit Ewigkeiten kaum wirkliche Forschungsarbeit für die Raumfahrt betrieben wird.

Die Antriebtechnik ist so "primitiv" wie schon vor 30 Jahren,und auch die ISS ist im Vergleich zur MIR keine inovative Entwicklung.
 
Ich will hier niemandem einer Illusion berauben, aber der Mars wird nie einem "Terraforming" unterzogen werden können - nicht mit einer für Menschen akzeptablen Atmosphäre. Dafür ist dessen Masse und Gravitationsfeld zu gering. Stichworte Teilchengeschwindigkeit in Gasen und Fluchtgeschwindigkeit...

Die ISS wird wohl irgendwann versenkt. ;) Zwischenzeitlich stehen 2 Raumtransporter für die Güterversorgung zur Verfügung, Personal wird halt mit Sojus abgewickelt. Ob die ESA noch eine eigene Kapsel entwickelt ist noch fraglich, es war ja auch mal eine Kooperation mit Russland im Gespräch.

Daneben wird wohl noch dieses Jahr die 3. bemannte Mission von China geflogen.
 
erschliessung des weltraums :D

seit die amerikaner angeblich vor 40 jahren auf dem mond waren hat sich da nichts mehr getan. die suchen am cern lieber nach der 4. dimension. und die "spektakulären" mars missionen werden immernoch von robotern durchgefürht, die steine sammeln und analysieren was nicht zuletzt an unserer fortschrittlichen antriebstechnik liegt.

von der erschliessung des weltraums kann also nicht im entferntesten die rede sein und der hört bekanntlich nicht hinterm mars auf... an der iss bauen sie seint 10 jahren rum, die werden sie sicher nicht in 30 jahren in der erdatmosphäre verglühen lassen wenn man milliarden reingesteckt hat ;)
 
@hummerfisch
Die Mission zum Mars ist weniger ein Strahlungsproblem als ein psychologisches. Es ist einfach schlecht vorstellbar 3-5 Menschen auf engstem Raum für 18 Monate einzusperren.
 
Noch ein Kommentar zu den Marssonden.

Ich war wirklich fasziniert zu sehen, dass eine Technik als etwas ganz Neues verkauft wurde. Damit meine ich die bekannten Fahrzeuge, die den Mars unsicher gemacht haben.
:)

Wenn man sich mal die Bilder der Lunachod Missionen anschaut, dann wird man schnell erkennen, dass die damals eingesetzten Fahrzeuge, dieselbe Form hatte.

Eine Frage: Warum wurde überhaupt die ISS gebaut?
Ist ist nicht notwendig ein so großes Monster im All zu haben.
Eine Station, die nur halb so groß wäre, hätte denselben Effekt gehabt.

Die Gelder hätte man in die Forschung für neue Antriebe stecken können.

Z.B. Sonnen Reflektionsantrieb.

2 große Satelliten mit Sonnenspiegeln und eine Sonde (Raumschiff) mit Sonnensegel.
Eigentlich recht primitiv, aber ermöglicht theoretisch 1/2 Lichtgeschwindigkeit.

Damit würde das Sonnensystem zum Vorhof der Erde werden.
 
versteh nich was immer alle mit dem mars haben..
der mars is doch noch toter als die erde. man topft doch auch keine pflanze aus verbrauchter erde in tote erde um.
was man vom mars lernen könnte is etwa, was mit unserm planeten in geraumer zeit passieren könnte, wenns so weiter geht. aber das wars meiner meinung nach auch.
zur besiedelung ist der meinung nach nich geeignet. höchstens als rettungsanker, wenn alle stricke reißen.
 
@KLOk
Aber was ist die Alternative?
Einen der Jupiter Monde?

Es ist nun einmal so, das man irgendwo anfangen muss.

Der Mond könnt ein absehbarer Zeit sehr interessant werden.

Große Vorkommen an Helium 1, welches für mögliche Fusionsreaktoren unabdingbar ist, kann man hier finden.
Auch andere Ressourcen, die uns in absehbarer Zeit ausgehen werden, kann man da finden.

Steltl sich nur die Frage, wie man diese effektiv und in ausreichender Menge auf die Erde schaffen kann.
 
altenativen seh ich ausserhalb unseres sonnensystems, bzw in einem der benachbarten, wo sie schon "erdähnliche" gefunden haben. wenn man von einer wirklichen alternative spricht, brauchen wir halt planeten mit einer atmosphäre.
das man sich der vorkommen auf anderen planeten oder deren trabanten bedienen könnte, sag ich ja nichts gegen. aber bis das alles passiert, gehen noch zig jahrzehnte ins land.
 
Soweit ich weiß, ist das nächste System Alpha Centauri und obwohl es da zwei Sonnen gibt, gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, erdähnliche Planeten zu finden. Eine Reise mit 1% der Lichtgeschwindigkeit dauert ca. 400 Jahre.
Ich finde das vergleichbar mit unserer Entwicklung vor 1000 Jahren. Da brauchte man auch zu Fuss, mit Pferd oder Wagen Monate, um nach Asien zu kommen (heute ein paar Stunden) und da hätte sich das niemand je träumen lassen, dass das überhaupt möglich wäre. Doch bevor man damals an Strahltriebwerken oder Unterschallflugzeugen gebastelt hat, wurde erstmal der Seeweg dahin ausgekundschaftet ;)

Und mit der ISS läuft es ja auch so. Schritt für Schritt sammelt man Erfahrungen und solange die NASA genügend Knete vom Steuerzahler kriegt, bleibt man da auch auf Kurs. Schade, dass ich nicht in 300 Jahren geboren bin, vielleicht gibt es dann schon die erste Kolonie auf dem Mars, die irgendeinen Rohstoff zur Erde liefert und im Gegenzug von der Erde versorgt wird (Babylon 5 lässt grüßen).
 
wenn die menschheit so weiter macht werden wir uns alpha centauri in 1000 jahren noch durch teleskop anschauen. in diesen tagen liegt der fokus auf den "letzten" ressourcen des planeten um die wir uns die köpfe einschlagen werden.

es wäre besser wenn die borg vorbei schauen würden und uns von dem leid erlösen. ich würde nur zu gerne wissen,
ob sie wirklich "resistance is and always has been - futile!" sagen, falls sie englisch können... :D
 
Schritt für Schritt sammelt man Erfahrungen

Das ist ja gerade das Problem. Erstens ist nicht die NASA diejenige Organisation, die das Meiste Wissen in die ISS eingebracht, sondern die Russen.

Das andre Problem mit der ISS ist, dass das Ding nichts wirklich Neues in die Entwicklung der Raumfahrt einbringt.

Im Vergleich zur MIR ist die ISS also NICHTS NEUES!

Der Bau einer Station auf dem Mond: Das wäre was gewesen, aber die ISS? Wozu?

Btw. die ISS ist für die NASA zum Klotz am Bein geworden. Und ich habe so den Eindruck, dass die Europäer (und Russland zähle ich dazu) als letzte treibenden Kräfte verblieben sind.
 
Die ISS ist wesendlich groesser als die MIR und bietet mehr Platz fuer Forschungsprojekte...das ist ja schonmal was neues^^
Konzeptionell ist es natuerlich kein Fortschritt, aber ich denke das ist ein Problem der Umsetzbarkeit anderer Projekte das man sich mit einer neuen Raumstation im Erdorbit begnuegen muss. Die alte MIR hatte ihren Lebenszyklus dann auch wohl hinter sich, so dass es natuerlich (aus wissenschaftlicher Sicht) auch nicht sinnlos ist ein Nachfolgeprojekt zu stemmen.

Die ganzen Projekte von einer bemannten Mission zum Mars, eine staendig bemannte Mondbasis usw. sind gedanklich natuerlich schnell motiviert aber in erster Linie wohl deswegen nicht weiter umgesetzt das man nicht wusste/weiss wer das alles bezahlen soll (abgesehen vom stand des technischen Fortschritts. Aber die Forschung steht und faellt ja in erster Linie auch mit den finanziellen Moeglichkeiten. Wenn man es wirklich alles ohne ruecksicht auf Verluste wollen wuerde dann waere man antriebstechnisch bestimmt schon einen guten Schritt weiter).

Schon der Weg zur jetzigen ISS war finanziell mehr als steinig und es wurde immer und ueberall nach guenstigeren Moeglichkeiten geguckt.
Einzelne Projekte wie die ISS sind finanziell fuer sich noch tragbar, neue bemannte Mondmissionen waeren es vllt auch...aber eine staendig bemannte Mondbasis da hoert es glaube ich schon auf. Allein schon die Kosten des Flugbetriebs...
Mehrere Projekte gleichzeitig? Schoen waers...

Damals gab es eine gesellschaftliche/politische Motivation (Wettlauf zum Mond)...sowas gibt es heute nicht mehr. Wobei selbst die popularitaet der Apolle Missionen nach der Mondlandung kaum noch da war.
Abgesehen davon aber auch forschungstechnisch keine richtige Notwendigkeit: Unbemannte Raumfahrtprojekte sind billiger und liefern Forschnugsresultate die bemannte Missionen wohl nicht so steigern koennten das sich der finanzielle Auffwand lohnt (und sich keine Menschen in Gefahr begeben). Mehr als Bilder, Umweltanalysen und dergleichen wuerden bemannte Missionen (abgesehen vom Gefuehl es zu koennen mal abgesehen) wohl auch nicht liefern.
 
Götterwind schrieb:
@hummerfisch
Die Mission zum Mars ist weniger ein Strahlungsproblem als ein psychologisches. Es ist einfach schlecht vorstellbar 3-5 Menschen auf engstem Raum für 18 Monate einzusperren.

Also ich weiß nicht ob das ein großes Problem wäre - es gibt viele Kosmonauten die eine sehr lange Zeit im Weltraum verbracht haben zb.:

Waleri Wladimirowitsch Poljakow
Von seinem Flug mit Sojus TM-18 zur Raumstation Mir kehrte er nach 437 Tagen, 17 Stunden, 58 Minuten und vier Sekunden mit Sojus TM-20 zurück. Damit hält er den Weltrekord für den am längsten dauernden Raumflug.

Die Langzeitbesatzungen auf der MIR verbrachten manchmal mehr als 350Tage auf ihr.
 
Ja ich denke auch, dass die Flugzeit nur bedingt ein ernsthafer grund dafür ist, dass es bis jetzt noch keine bemannte Marsmission gab.

Geld, und Angst vor einem möglichen Verlust an Personen, sind hier wohl die wahren reaktiven Aspekte.

Denn technisch ist es mit heutigen Mitteln bestimmt machbar.
 
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