Welche Verstärkerleistung für Standboxen?

zoz

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Hallo zusammen,

ich habe zur Zeit ein altes Paar Regallautsprecher von Magnat. Die hab ich bisher mit einem alten 100W/Kanal Yamaha Verstärker aus den 90ern betrieben, die ist mir leider letze Woche kaputt gegangen. Es muss also ein neuer her.

Ich habe bisher den Onkyo A-9010 im Blick. Der ist preislich an meiner Schmerzgrenze und hat als nettes Extra zwei Digitaleingänge. Er hat allerdings "nur" 44W pro Kanal bei 8 Ohm bzw. 70W pro Kanal bei 4 Ohm.

Ich plane in Zukunft irgendwann die beiden Regallautsprecher gegen größere Standlautsprecher einzutauschen. Etwa z.b. die Teufel Ultima 40 MK2. Reichen hier die 44W vom Onkyo noch aus?

Würde gerne Erfahrungen hören von Leuten die auch einen Verstärker mit 40-50W haben und Standboxen. Reicht das für gehobene Lautstärken?
 
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Deine Frage läßt sich nicht wirklich beantworten solange du nicht sagst was die Boxen vertragen.

Prinzipiell gilt im PA-Bereich (obwohl ich davon ausgehe, daß man das durchaus auf den HiFi-Bereich übertragen kann), daß die Endstufe niemals kleiner dimensioniert sein sollte als die RMS-Belastbarkeit der Lautsprecher. Der RMS-Wert wird manchmal auch Sinus-Belastbarkeit genannt. An sich kann man sagen, daß die Endstufe zwischen 10 bis maximal 30 Prozent kräftiger sein sollte als der Lautsprecher. Soll heißen, wenn die Lautsprecher eine RMS-Belastbarkeit von 100 Watt aufweisen sollte die Endstufe zwischen 110 und 130 Watt leisten können.
 
Es reicht. Bei den Teufel MK2 wird es sowieso reichen, mit 87dB Empfindlichkeit bei 4Ω. Zimmerlautstärke bewegt sich je nach Lautsprecher zwischen 2 und 10W. Bei 40W ist man schon längst im unangenehmen Bereich.

@ThanRo: Ich weiß nicht woher du das hast, aber es macht nur anders herum Sinn: Die Endstufe muss kleiner dimensioniert sein als die Maximalbelastbarkeit der Lautsprecher, denn sonst kann man diese mit der Endstufe ins Jenseits befördern. Soweit die Endstufe weniger Leistung hat können die Lautsprecher keinen Schaden nehmen. Und wenn die Lautstärke ausreicht gibt es keinen Grund, der gegen eine kleinere Endstufe spricht.
 
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@ghecko: Falsch, bei einem zu kleinem Verstärker kann Clipping auftreten und die Hochtöner zerstören. Das passiert allerdings erst bei sehr hohen Pegeln - da wie du bereits geschrieben hast - bis auf Dynamikspitzen alles im kleinem Wattbereich stattfindet. Deshalb sollte der Verstärker nicht massiv unterdimensioniert sein.

@zoz: Wenn du gerne Laut hörst und dabei noch die volle Dynamik haben möchtest (sollten die LS das hergeben), könnte der Onkyo knapp werden. Der Yamaha R-N301 hat mehr Leistung und Ausstattung, ist dafür aber auch gut 50€ teurer.
Bei mir macht der R-N602 (ähnliche Leistungswerte) auch an den nuLine 284 einen guten Job, normalerweise hängen die an einer Emotiva-Endstufe. Kann dort auch kräftig zupacken und die nuLines sind eher anspruchsvoll was den Verstärker angeht (mittelmäßiger Wirkungsgrad, sehr tiefer Bass).
 
3 Antworten, 3 Meinungen :D

Also mir geht es wirklich nicht darum die ganze Nachbarschaft zu beschallen. Ich wohne zur Miete, da ist die Lautstärke schon aus Respekt zu den Nachbarn sowieso limitiert. Eine gehobene Lautstärke, etwa auf Niveau einer kleinen Hausparty ist das maximum.

Keine Ahnung ob das Vergleichbar ist, aber ich spiele auch E-Gitarre und würde meinen kleinen 15W Übungsverstärker in der Wohnung nichtmal auf 70% drehen.
 
Die benötigte Leistung bezieht sich immer auf den Wirkungsgrad und die gewünschte Lautstärke.

Allerdings besitzt (mal abgesehen von Popmusik) Musik Dynamik von über 10 dB, d.h. es ist für die Dynamikspitze die 10-Fache (oder mehr) Leistung nötig als für die durchschnittliche Lautstärke. Ist die nicht verfügbar, fehlt auch die Dynamik und es klingt "gepresst" bzw. es fehlt was.

Der Onkyo reicht sicher auch für viele Stand-LS, es gibt aber Modelle wo er eher eng werden kann. Wenn du dich nicht jetzt schon auf die neuen LS festlegen möchtest, würde ich eher ein etwas potenteres Modell kaufen.
 
@ghecko:

Das Problem ist folgendes: Wenn die Endstufe zu klein dimensioniert ist und dann (weil man ja auf der sicheren Seite ist...) bis auf Anschlag ausgefahren wird kann sie (wie iamunknown bereits sagte) ins sogenannte Clipping kommen. Mit etwas Pech killt man sich damit den Hochtöner, der Rest (vor allem der Tieftöner) hält auch so eine Tortur aus.

Ist die Endstufe ETWAS höher dimensioniert als für die Lautsprecher gebraucht wird, wird man zumindest nicht ins Clipping laufen. Auf der anderen Seite sollte die Endstufe aber auch nicht ZU hoch dimensioniert sein, weil das auf Dauer die Lautsprecher auch kaputt machen kann. Daher auch die 10 - 30 Prozent Regel. Da Lautsprecher im Allgemeinen etwas mehr verkraften als vom Hersteller zugelassen ist man damit immer noch relativ sicher.

Trotzdem sollte man etwas Verstand auch bei der Lautstärke walten lassen. Wenn man z.B. anfängt Verzerrungen zu hören die an der Stelle definitiv nicht hingehören ist das ein sicheres Zeichen dafür, daß eine Komponente in der Kette gerade ihre Leistungsgrenze überschreitet. Unter Umständen ist das dann der Lautsprecher der am voll aufgedrehten Verstärker gerade mehr Leistung bekommt als ihm guttut. Spätestens dann sollte man den Verstärker vielleicht doch etwas zurückdrehen. Nicht nur die Nachbarn, sondern auch die eigenen Ohren werden so eine Maßnahme zu schätzen wissen.
 
@ThanRo: Die Regel ist nicht allgemeingültig, für pegelfeste (Stand)-LS reicht alleine der Selbsterhaltungstrieb des Gehörs um die Hochtöner vor dem Clippen zu bewahren. Und das auch bei absolut irren Pegeln - andernfalls wären meine nuLines mit ca. 100 Watt "zu wenig" Sinusleistung der XPA 200 schon lange mit defekten Hochtönern unterwegs...
 
@iamunknown: Also lieber was suchen das ein bisschen mehr Leistungsreserve hat? 60-70 Watt pro Kanal bei 8 Ohm vielleicht?

Bezüglich dem Yamaha R-N301: ich hatte eigentlich einen "reinen" Verstärker im Blick. Diese ganzen Multimedia-Receiver mit Spotify, Ethernet, AirPlay etc. sind ja ganz nett, aber letztendlich müssen dafür ja an anderer Stelle Abstriche gemacht werden. Bekommt man bei einem Verstärker nicht "mehr Sound" fürs Geld als einem Receiver der gleichen Preiskategorie?
 
Mach die über die Watt nicht so viele Gedanken, wenn du einen Verstärker findest welcher 60-70 Watt leistet ist dies absolut ausreichend. Ansonsten würde ich sagen fast niemand einen Verstärker mit >100W benötigt.
Wenn ich nach der Regel "Verstärkerleistung>Lautsprecherbelastbarkeit" gehe, bräuchte ich 180W pro Kanal🙄 (Klipsch RF 82). Das Problem ist dabei das ich wohl einen PA-Verstärker bräuchte und die haben Lüfter.
Zu erwähnen wäre trotzdem, dass mein kleiner 40W Verstärker maximal zu 70% aufgedreht wird. Sonst hört man es zu gut auf der Straße und meine Ohren werden es mir auch danken.
 
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zoz schrieb:
Also mir geht es wirklich nicht darum die ganze Nachbarschaft zu beschallen. Ich wohne zur Miete, da ist die Lautstärke schon aus Respekt zu den Nachbarn sowieso limitiert. Eine gehobene Lautstärke, etwa auf Niveau einer kleinen Hausparty ist das maximum.

Keine Ahnung ob das Vergleichbar ist, aber ich spiele auch E-Gitarre und würde meinen kleinen 15W Übungsverstärker in der Wohnung nichtmal auf 70% drehen.

So in etwa sieht es bei mir auch aus.
Zur Miete/recht grosses Altbau Wohnzimmer,keine Beschallung der Nachbarschaft,ab und zu mal eine kleine Hausparty Lautstärke.
Hier steht ein Denon PMA-720AE und 2x SB12ACL Boxen.
Der Amp ist viel zu dicke für die Lautstärken die ich fahre.
Ein kleinerer würde es auch locker machen.
Und an meinem Übungsverstärker/E-Bass (20 Watt) gehe ich auch nicht über 50%.
 
zoz schrieb:
@iamunknown: Also lieber was suchen das ein bisschen mehr Leistungsreserve hat? 60-70 Watt pro Kanal bei 8 Ohm vielleicht?

Bezüglich dem Yamaha R-N301: ich hatte eigentlich einen "reinen" Verstärker im Blick. Diese ganzen Multimedia-Receiver mit Spotify, Ethernet, AirPlay etc. sind ja ganz nett, aber letztendlich müssen dafür ja an anderer Stelle Abstriche gemacht werden. Bekommt man bei einem Verstärker nicht "mehr Sound" fürs Geld als einem Receiver der gleichen Preiskategorie?
Wie gesagt - kommt auch auf die Zukunft an, was du anschaffen möchtest. Der Onkyo ist bestimmt kein schlechtes Gerät, eben für manche Szenarien evtl. etwas schwach.

Die reinen Kosten für die Bauteile sind verschwindend gering, das Gehäuse und Netzteil dürften die teuersten Komponenten darstellen. Ein Verstärker-IC (die Dinger am Kühlkörper) kostet im Einzelkauf ~1€, die beworbenen guten DACs ebenso.
Evtl. bekommst du mehr Sound, vielleicht ist nur das Gehäuse hochwertiger oder aber die Gewinnspanne ist größer.

SilasHammig schrieb:
Ansonsten würde ich sagen fast niemand einen Verstärker mit >100W benötigt.
Wenn ich nach der Regel "Verstärkerleistung>Lautsprecherbelastbarkeit" gehe, bräuchte ich 180W pro Kanal🙄 (Klipsch RF 82). Das Problem ist dabei das ich wohl einen PA-Verstärker bräuchte und die haben Lüfter.
Die gibt es - viele davon betreiben Lautsprecher mit geringem Wirkungsgrad und viel Tiefgang. Da wird Leistung gefragt - und auch das gibt es aus dem nicht PA-Bereich ohne Lüfter.

CSO schrieb:
Und an meinem Übungsverstärker/E-Bass (20 Watt) gehe ich auch nicht über 50%.
Welchen Wirkungsgrad hat der Lautsprecher der da dran hängt? 3dB weniger Wirkungsgrad benötigt für die identische Lautstärke die doppelte elektrische Leistung.
 
@SilasHammig:

Ja, okay. Da ich in der Veranstaltungstechnik arbeite (als Bandroadie und Tontechniker) bin ich da etwas andere Kategorien gewöhnt. Sowohl was die Lautstärke angeht als auch in Bezug auf die Leistung.

Wobei ich persönlich ohnehin gute aktive Nahfeldmonitore bevorzugen würde. Da stellt sich dann gar nicht erst die Frage nach einer guten Lautsprecher/Verstärker-Kombination.
 
Ersteinmal ist Clipping für den Tieftöner keine Tortur, wie den auch? Der Tieftöner wird entlastet.
Und natürlich clippt auch eine "zu groß" dimensionierte Endstufe ... halt ein bisschen später, nur ist dann der Hochtöner auch wesentlich schneller weg vom Fenster.


Ob 60 W oder 44 W ist übrigens vollkommen egal, der Lautstärkeunterschied ist bestenfalls 1,4 dB und somit vernachlässigbar .
 
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Ja, Tortur ist sicherlich zu drastisch formuliert. Mir ist auch klar, daß ein großer Tieftöner nicht allzuviel von der überlasteten Endstufe mitbekommen wird.

Aber im PA-Bereich sind die etwas besseren Verstärker ohnehin entweder mit einer Anzeige versehen die anzeigt, daß die Endstufe clipt oder sogar mit entsprechenden Schutzschaltungen die auf der einen Seite Clipping verhindern sollen und auf der anderen Seite den Lautsprecher mit einem Limiter (den man halt separat zuschalten muß) vor zuviel Leistung schützen sollen. Ich weiß jetzt nur nicht ob HiFi-Verstärker ähnliche Schutzschaltungen aufzuweisen haben.
 
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