@ keshkau
Hm.
Ich denke, ich lag mit meiner Vermutung nicht falsch, dass wir teilweise aneinander vorbei reden.
Allerdings gebe ich zu, dass ich es gut finde, dass bereits geringfügig Alkoholisierte zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie eine Mitschuld an einem Unfall haben, etwas weil sie in ihrer Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt waren.
Wer mit 2,5 Promille hinter dem Steuer erwischt wird, der sieht seinen Führerschein vielleicht nie wieder. Das ist keine sinnfreie Regelung, sondern vernünftig. Und ich sehe da gerade keinen Staat, der Trunkenheit am Steuer hinzunehmen bereit ist.
Klar. Ich finde es auch gut, dass Alkohol am Steuer so gut wie garnicht geduldet wird.
Die Aussage von walter08
Fakt ist, wir leben in einem Land. in dem ein Alkoholrausch vor Gericht strafmildernd bewertet wird
bezog sich aber ganz sicher auf einen ganz anderen Sachverhalt.
So wie ich ihn verstehe, meinte er damit, dass ein Messerstecher mit Strafmilderung rechnen kann, wenn er nachweisen kann, zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss gestanden zu haben.
Dein Beitrag #72 erweckt den Eindruck, als seien unbefriedigte Sehnsüchte der Schlüssel zur Erklärung von Suchtverhalten. Ich habe angemerkt, dass mir das zu billig ist, woraufhin ich meine Meinung auch begründet habe.
Also in #72 habe ich nichts über ungestillte Sehnsüchte geschrieben. Du musst einen anderen Post von mir gemeint haben.
Desweiteren habe ich nicht den Anspruch, dir haargenau zu erklären, wie Sucht entsteht.
Will sagen, wenn du meine Aussage da für "billig" befindest, dann kannst du das natürlich gerne tun. Aber da ich nie den Anspruch erhoben habe, dir den Schlüssel zur Enstehung von Sucht zu geben, kann ich mit deiner Wertung sehr gut leben.
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Inhaltlich gesehen denke ich da natürlich wie du. Also ich denke auch, dass man die Enstehung von Süchten nicht ganz einfach in einem Satz erklären kann. Aber dennoch liegen Sucht und Sehnsucht sehr eng beieinander. Und es gäbe keine Sucht, wenn diese von mir bereits erwähnten kindlichen Sehnsüchte alle ausreichend gestillt worden wären.
Diese meine Aussage ist alles andere als falsch.
Übrigens meint der Begriff "Suchtverhalten" zumindest im Kontext von Entwöhnungsbehandlungen etwas anderes und ganz spezielles.
Mit Suchtverhalten sind da alle die Verhaltensweisen gemeint, die sich eben erst durch eine Abhängigkeit entwickelt haben.
Dazu gehören z.B. Verhaltensweisen wie Lügen, Betrügen, Vernachlässigung von Körperpflege und Wohnraumpflege und alles sowas.
@ Dug Danger
Ich denke, auch wir zwei haben uns noch nicht ganz ausgesprochen, sodass es mitunter zu kleineren Missverständnissen gekommen ist.
Na a, es geht eben darum, dass du sehr pro Süchtige argumentierst.
Was soll daran nicht in ordnung sein?
Oder warum stellst du den Satz als Begründung für etwas (was eigentlich?) gleich an den Anfang deines Postes?
Straffreiheit für Süchtige
Wo habe ich Straffreiheit für Süchtige gefordert?
Mir geht es nicht um eine grundsätzliche Straffreiheit für Süchtige.
Wenn ich sowas tatsächlich fordern würde, würde es mich wundern, wenn ich hier überhaupt noch ernst genommen werden würde.
Ich würde mir allerdings sehr stark wünschen, dass es für Heroinsüchtige die Möglichkeit gibt, die benötigte Substanz auf legalem Wege erhalten zu können.
Bitte sieh mir nach, wenn ich das nicht wieder alles genau erklären möchte. Das habe ich bereits mehrfach auf zurückliegenden Seiten getan.
Wenn du dich über ein mögliches Modell informieren möchtest, dann schau mal auf
www.heroinstudie.de!
Trotzdem kam da in deinen Posts bisher eine eher "laissez faire" Haltung rüber ggü. Strafverfolgung, Opfern und Legalisierung von harten Drogen.
Wie oben auch erwähnt, beziehe ich mich in dem Thread hier in der Regel einzig auf die Beschaffungskriminalität, welche schlicht und einfach allergrößtenteils wegfallen würde, wenn Gesellschaft und/oder Staat den Drogenmarkt selber in die Hand nehmen würden.
Und natürlich kritisiere ich den Zustand, in welchem Drogenabhängige Tag für Tag verfolgt werden, weil sie Geld für ihren Stoff besorgen müssen.
Das heißt nicht, dass ich jegliche Taten von Drogenabhängigen gleich bagatellisieren möchte. Nein. Im Grunde ist es egal, ob jemand von einem Süchtigen oder einem Nicht-Süchtigen bestohlen oder verletzt worden ist.
Aber ich empfinde den Zustand absolut unhaltbar, dass ein Süchtiger bestimmter Substanzen dazu gezwungen ist, Straftaten zu begehen.