Wie machtlos sind Sucht"kranke"?

Ein bisschen Lektüre dieses Threads reichte um eine Frage aufzuwerfen:

Welchen Sinn hat es als absoluter Laie über höchst komplexe medizinische Zusammenhänge zu diskutieren?

Der Threadersteller hat eh schon eine vorgefertigte Meinung die aufgrund seines definitiv nicht vorhandenen Fachwissens schlichtweg keine Überzeugungskraft hat.

Worüber also wird diskutiert? Es wäre ungefähr so als würden sich Leute ohne jegliches Fachwissen darüber unterhalten wie man die Kernfusion durchführen müsste.
 
"was ist daran bitte richtig, wenn ein konsument unter verfolgungswahn leidet, oder zu selbigem gebracht wird. damit kann man einem so n psychischen knacks versetzen, von dem er sich vielleicht nie wieder erholt."

die erfahrung zeigt: es ist anders.

den verfolgungswahn produziert das von stimulierenden drogen überreizte gehirn von alleine, wenn es (ggfls. nach längeren zeiten des konsums/der chem. übererregung) auf entzug kommt. normaler vorgang.


(und ist insofern von gehirnen, die verfolgungswahn aus sich selbst heraus, also endogen, produzieren, deutlich zu unterscheiden)


und bei den genannten hilft oft lange genug wegsperren, weil sich der verfolgungswahn nach 3, 6, 9 monaten zwangsentzug (logischerweise) wieder normalsiert, also abklingt (weil der stoffwechsel zur normalität zurückfindet, logo). (und gibt suchtkranke, die werden rückfällig und rückfällig und rückfällig und kennen das alles schon, auch das abklingen des verfolgungswahns nach monatelangem weggesperrt sein - und können es doch (noch) nicht lassen)


und die konfrontation mit dem verfolgungswahn unter den bedingungen des weggesperrt-seins oft wichtiges therapeutisches ziel und mittel

- ziel als beabsichtigt hergestellter zustand durch betreuer/therapeuten, ("ungefragt und böse";))
- als oft erfolgreiches mittel der selbstkonfrontation,
- um den betroffenen (hilfreicherweise) hindurchzuführen,
- einen neuen, anderen zustand zu erreichen, (giftfrei)
- der - aus feigheit des konsumenten - sonst so nie erreicht würde (oder erst jahre später),
- denn natürlich versucht der konsument konsum, beschaffung und anwendung am besten stets so zu gestalten, dass
- die genannten negativen wirkungen "seiner geliebten droge" am besten nie auftreten,
- oder wenn, dann nur "wg. der schxxss gesellschaft" auftreten,
- wie er sich - verblendeter weise - einreden möchte.

und dann ist es hilfreich, zu zeigen: die gesellschaft macht nix, es ist dein entzug. eben weil die moleküle fehlen, die da sonst immer so nett angedockt haben, usw., usf., siehe oben.


und ist kein spaß: die masse der konsumenten erlebt kein "high" mehr, muss nehmen um sich auch nur halbwegs ohne ekel und angst fühlen zu können, kennt nur noch "minus" oder "nulllininie": durch die gewöhung verschiebt sich alles um genau die eine oktave, auf die es den konsumenten ursprünglich ankommt, nach unten.


und: handelt sich am ende vor allem eines, um "welt als wille und vorstellung" (schopenhauer) (und da berühren sich internet und droge, wie leicht einsichtig ist. und unterhalten wechselwirkungen miteinander;)) (und wir handeln ja von der machtlosigkeit des willens, siehe threadtitel)

und das kein spezialwissen, wie ich meine: kennt/weiß doch jeder heutzutage, mit der zeit.

also ...


p.


http://de.wikipedia.org/wiki/Endogen

http://de.wikipedia.org/wiki/Depression

http://de.wikipedia.org/wiki/Endogene_Psychose

http://www.schopenhauer-web.org/textos/MVR.pdf
.
 
Zuletzt bearbeitet:
sicher hast du damit nicht ganz unrecht, aber ich finde, man kann das nicht so pauschalisieren, da jede psyche anders ist und eine person auch durchaus so labil im kopf sein kann, das sie sich nie wieder davon erholt und dann für den rest des lebens ne helfende hand braucht.
 
Schade das ich die Diskussion erst jetzt gefunden habe, dazu hätte ich sehr viel schreiben können.
Aber mal meinen Standpunkt in Kurzform:
Drogensucht ist wie jede Sucht eine Krankheit, das hat die WHO (Weltgesundheitsorganisation) schon vor langer Zeit klargemacht und kein ernstzunehmender Mediziner oder Wissenschaftler bestreitet das.

Die Suchtkrankheit mit Strafen zu sanktionieren ist sinnlos und dumm. krebs kann auch nicht geheilt werden, dadurch das ich dem Krebskranken Knast androhe. Ein Süchtiger leidet bei einem Entzug wahre Höllenqualen und kann doch nicht davon lassen und ausgerechnet Knaststrafen sollen da abschrecken ? Lächerlich !
Meine Forderung wäre Konsum und verkauf strafrechtlich zu trennen, dh. es wird nur der Verkauf bestraft und nicht der Konsum bzw. Konsument.

Überigens gibt es den weitaus größten volkswirtschaftlichen Schaden durch sogenannte legale Drogen, wie Alkohol und Tabletten. Die Schätzungen liegen bei jährlich 200 000 bis 300 000 Toten, wenn man "Kollateralschäden" im Straßenverkehr mitrechnet, durch diese legalen Drogen. Illegale Drogen sind dagegen wirklich, vom reinen volkswirtschaftlichen Schaden ausgehend, Peanuts.

Was die Freiwilligkeit der Einnahme betrifft, ein Raucher sollte dann auch nicht mehr behandelt werden wenn er Lungenkrebs bekommt ? Ein Übergewichtiger wird nicht mehr wegen seinen Herzkreislaufproblemen behandelt, weil er ja selbst Schuld ist ? Vorsicht, wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein .

Zur Justiz in Deutschland
Drogenabhängige wurden und werden in diesem Land immer schon verfolgt und nicht nur die Drogenabhängigkeit als solche, macht dem Süchtigen das Leben zur Hölle, sondern der deutsche Staat ist hier besonders bemüht seinen Beitrag zu leisten.
Wenn die Staatsmacht mit gezogener Knarre hinter dir herrennt und brüllt "Hände hoch oder ich schiesse" weil du bööööser Verbrecher dir ein Fuffipäcken gekauft hast, weißt du was ich meine.

Während Alkoholiker oft genug mit Milde bei Straftaten unter Alkoholeinfluß rechnen können, ist es bei Drogenabhängigkeit in den meisten Fällen das Gegenteil.
Der Fall Jonas vor kurzem, spricht Bände (bitte selbst googln).
Trotzdem sollten Drogen, Alkohol ect. nicht strafmindernd sein. Wenn ich etwas nehme weiß ich vorher das soetwas unerwünschte Auswirkungen haben kann. Drogen, Alkohol und Tabletten = Hände weg vom Steuer.
 
"Ein Süchtiger leidet bei einem Entzug wahre Höllenqualen und kann doch nicht davon lassen"

genau - und darum muss/darf man ihm am ende helfen. in dem er von außen energie zugeführt bekommt. eben die kraft, die er in sich selbst, auf grund seiner abhängigkeit, nicht (oder: noch nicht) finden kann. (wenn diese gleichsetzung von energie und kraft erlaubt ist;))

daher funktioniert das: "du kannst es nicht lassen? dann nehme ich dir deine droge mit gewalt weg. in dem ich dich einsperre. jeden, der zu dir/mit dir umgang hat vorher leibesvisitiere, damit du durch den umgang nicht zu drogen kommst, usw., usf." und so kommt entzug auch zu denen. und nach 9-36 monaten kann man mit ihnen oft schon wieders anders (oder überhaupt) reden ..


und der vergleich alk/andere drogen wird von den konsumenten "anderer drogen" gerne genommen, als bespiel für "angebliche ungerechtigkeit". was aber, wenn wir alles andere auch noch frei geben würden?

und ist ein unterschied zwischen alkohol und koks, heroin, morphium, etc: 90% der deutschen können alk als genussmittel trinken. sind nicht abhängig, werden es nicht werden.

die genannten drogen aber machen alle und jeden zu 100% süchtig.


eben genau das der unterschied. und auch wenn das die canabis- und sonstigen konsumenten gerne anders sehen wollen (und nur die!): es ist aber, wie ich schreibe. und die gesellschaft hält sich zu recht an die fakten.


und: wie man beim rauchen sieht, helfen die staatlichen reglementierungen: nie, oder schon lange nicht mehr hatten wir eine junge generation heranwachsen, die (auch zu recht) im alter von 20 oder 30 noch nie eine zigarette geraucht hat (hurra!).


wenn es irgendetwas gilt, dann doch wohl nur eines: mit dem alkohol muss analog wie mit dem tabak verfahren werden.


schadete gar nichts, wenn wir demnächst auch noch eine generation von 20 oder 30-jährigen hätten, die ungefähr noch nie alkohol getrunken hätten; schon gar keinen vollrausch sich gewaltsam bis absichtlich zugefügt ... . (das klingt ungewohnt? man überlege aber mal - warum eigentlich nicht?)


sucht und suchtmittel sind kleinbürgerlich.


p.
.
 
Zuletzt bearbeitet:
Überlegungen darüber, ob oder weshalb der Handelnde nicht oder unter dem Strafmaß bestraft werden soll, resultieren aus rechtsphilosophischen Ansichten von Gerechtigkeit.
Auch ich halte es nicht für richtig, dass Justizia der Schleier von den Augen genommen wird und ihre Entscheidungen von den fernen Bildern abhängig werden, die sie um der Erfüllungspflicht willen ignorieren muss.

Ich habe auch kein Verständnis dafür, dass Junkies auf den Frankfurter Straßen ihrer widerlichen Sucht nachgehen und diese öffentlich zur Schau stellen, dabei aber praktisch nichts zu befürchten haben. Und dass man ihnen sogar Einrichtungen gibt, damit sie es dort in Ruhe tun können statt immer nur draußen, ist doch geradezu absurd. Da kann ein Staat, der auf die Gesundheit seiner Bürger wert legt, besser investieren.
 
Neoc schrieb:
Die Suchtkrankheit mit Strafen zu sanktionieren ist sinnlos und dumm. krebs kann auch nicht geheilt werden, dadurch das ich dem Krebskranken Knast androhe.
Es wird auch nicht die Sucht bestraft, sondern das Beschaffen von illegalen Substanzen bzw. die Straftaten, die zur Geldbeschaffung vollzogen werden...
Wenn sich ein Krebspatient illegal Morphium besorgt, dann macht er sich auch strafbar...
Und lasst doch bitte diese lächerlichen Krebs oder sonstigen Krankheitsvergleiche (btw. es kommt auf den Krebs an, ob der heilbar ist, soweit unterdrückt werden kann, dass der Patient noch eine normale Lebenserwartung hat oder ob man machtlos ist!)
Ein Krebspatient kann (höchstens er hat sich starken Risikofaktoren ausgesetzt) nichts für seine Krankheit. Ein Drogenabhängiger kann sehr wohl über den Beginn seiner Sucht entscheiden!
Wenn jemand auf Grund eines nicht selbst verschuldeten Unfalls im Rollstuhl sitzt oder ein Extremsportler, bei dem eine waaghalsige Aktion schief gegangen ist, wem gebührt das größere Mitleid?
Wenn ich einen Abhängigen (jeglicher Form), während seiner Abhängigkeit betrachte, dann kommt das natürlich einer Krankheit gleich (meist eine Abweichung von der Norm von Membranrezeptoren und endogenen Neurotransmittern (und natürlich die daraus resultierenden Effekte)). Jedoch ist der Einfluss auf die Entstehung im Vergleich zu einer normalen Krankheit eine ganz andere!


@ perfekt!57

Würde es vielleicht gehen, deine Text zumindest ansatzweise gut leserliche zu Formatieren und zu Schreiben? Es würde mir (und ich denke auch anderen) dann bedeutend leichter fallen, sie zu lesen. Ich persönlich finde sie extrem anstrengend!
Danke schon mal im voraus;).
 
Zuletzt bearbeitet:
Seppuku schrieb:
Ein Drogenabhängiger kann sehr wohl über den Beginn seiner Sucht entscheiden!

Sucht ist Sucht, man ist in ihr gefangen. Und wird sie nie wieder los. Man kann sie nur kontrollieren und einsperren.
Was ist mit den Menschen, die sich selbst so hassen gelernt haben, dass sie bulimisch oder magersüchtig werden? Auch selbst Schuld?
Macht es letztendlich einen Unterschied, ob man nun "selbst Schuld" ist oder nicht?
Ich glaube nicht.
 
Wintermute schrieb:
überflüssiges Zitat entfernt *klick*

Sehe ich auch so, die Schuldfrage ist doch erst mal Sekundär zu betrachten, wichtiger sollte es doch erst mal sein zu schauen, wie man die Person wieder von der Sucht befreien kann. Parallel könnte man sich auch überlegen was den letztlich der Auslöser war, doch dies wird in einer Therapie sicherlich zur Sprache kommen. Auslöser für eine Sucht gibt es viele. Doch von Anfang an zu sagen, die sind doch eh alle selber Schuld, ist schon mal großer Mist und zeugt eigentlich nur davon, dass man in keinster Weise was mit dem Thema zu tun hatte.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Fullquote entfernt.)
Für mich ist, zumindest in dieser Diskussion die "Schuldfrage" eher ein Versuch der Ablenkung.
Wer meint, in der Position zu sein, anderen irgendeine "Schuld" für ihre Sucht zuschreiben zu können, derjenige/diejenige versucht damit von Verhältnissen und Umständen abzulenken, die immer und zuallererst "Schuld" dafür tragen, denn unsere Verhältnisse und unsere Beziehungen zur Welt sind es erst, durch die wir alle das sind, was wir sind und durch die wir das denken, was wir denken.
Das naive Denken versucht ständig sich selbst als irgendwas Losgelöstes von der materiellen Welt zu betrachten und sich dieser falschen Vorstellung hingebend schließt es dann auch entsprechend simpel, dass doch jeder Suchtkranke natürlich auch ganz allein verantwortlich ist für sein Elend.
Wer das Gesagte nun aber so versteht, dass ich Fixer, Kokser, Kettenraucher etc. entschuldigen möchte, der versteht dann tatsächlich noch weniger als ich für möglich gehalten hätte. Bitte tut mir nicht diesen Gefallen ;)
 
daher funktioniert das: "du kannst es nicht lassen? dann nehme ich dir deine droge mit gewalt weg. in dem ich dich einsperre. jeden, der zu dir/mit dir umgang hat vorher leibesvisitiere, damit du durch den umgang nicht zu drogen kommst, usw., usf." und so kommt entzug auch zu denen. und nach 9-36 monaten kann man mit ihnen oft schon wieders anders (oder überhaupt) reden ..

Erstens funktioniert das nicht und das wurde ja schon bis zum erbrechen probiert und zweitens: Wer zum Teufel gibt irgendwem das Recht darüber zu entscheiden wie jemand leben soll ? Es gehe Leute 18 Monate in Therapie, oder werden 5 Jahre oder länger weggeschlossen und trotzdem liegt die Rückfallquote bei über 90 Prozent. Dein Vorschlag erinnert mich an ein Poster wo jemand sich eine Knarre an den kopf hält, darunter steht: "In zwei Sekunden Drogenfrei "!
Im übrigen, was du vorschlägst wäre schon Richtung Faschismus und das deutsche BTMG, wurde nicht nur von den Holländern, als zutiefst inhuman bezeichnet.

Man kann vielleicht sogar ganz normal leben, mit Drogen. Man kann vielleicht sogar alt werden, mit Drogen. Es ist nicht die Droge an sich, es sind die Lebensumstände und letztlich jeder selbst der entscheiden kann, wie weit er geht. Wer Hilfe will, soll sie bekommen, wer keine Hilfe will, last die Leute doch endlich in Ruhe.

Bei keinem Thema ist von Politikern so viel gelogen und manipuliert worden, wie beim Thema Drogen.
"Der erste Schuß macht süchtig"
"Haschisch ist eine Einstiegsdroge"
"Süchtige haben einen schlechten Charakter"
"Süchtige sind dumm und ungebildet"
"Wenn man von schweren Drogen abhängig ist, kann man nicht arbeiten"
"Ein Abhängiger von harten Drogen wird die Dreißig kaum erreichen"
"Kiffen macht blöd"
usw. usw.

Das sind alles so pauschale Aussagen, die so nie gestimmt haben, aber bis heute nachgelabbert werden. (zumindest in Doofland)
 
@ Neoc

top-Beitrag!!

Komisch, dass der mir eben erst bewusst aufgefallen ist.
Womöglich hatte ich mit solch einem Post hier nicht mehr gerechnet.

Ich kann dir in allen genannten Punkten nur zustimmen.
Die Drogenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland verstößt sehr schwer gegen unser Grundgesetz und (logischerweise damit) auch gegen die Menschenrechte.

Es sollte sich jeder Bundesbürger einfach mal die Frage stellen, warum ein Heroinkonsument diskriminiert und kriminalisiert wird. Im Gegensatz dazu aber werden alle anderen Einnahmen von Medikamenten (~Drogen ;)) sogar von Krankenkassen unterstützt. Und das alles, obwohl die Drogensucht mittlerweile eine anerkannte Krankheit ist. Da spielen Gesellschaft und Gesetzgebung absolut schizophrene Rollen, die mit dem Verstand nicht mehr nachvollziehbar sind. Es sei denn, man wechselt von der humanen und/oder gesundheitlichen Betrachtungsweise auf eine andere (faschistoide B.).
Ich hab da so einige Erklärungen für mich gefunden. Alle diese Antworten werfen ein sehr schlechtes Bild auf einen Großteil der etablierten Gesellschaftsmitglieder, besonders natürlich auf den politischen Sektor, den juristischen Sektor und den wirtschaftlichen Bereich.
Der Großteil des "gemeinen Volkes" lebt da dumm und lässt sich sozusagen von Blinden oder von Verführern führen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Drogenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland verstößt sehr schwer gegen unser Grundgesetz und (logischerweise damit) auch gegen die Menschenrechte.
Ganz schön pauschal, so eine Aussage. Man kann die Sache nämlich durchaus von der anderen Seite betrachten, ohne ein Menschenfeind zu sein.

Nehmen wir dazu das Beispiel Heroin („ein halbsynthetisches, stark analgetisches Opioid mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential“). Heroin ist keine „normale“ Ware, die man mit einem Kaugummi vergleichen kann.

Diese Ware wird nicht in erster Linie angeboten, um eine Nachfrage zu befriedigen, sondern um ein Abhängigkeitsverhältnis zu begründen. Danach ist der Kunde eben nicht mehr der freie Konsument, der sich nach der zehnten Spritze in Ruhe überlegen kann, ob er noch eine elfte kaufen möchte oder nicht.

Das ist auch einer der Gründe, warum z. B. in den USA so vehement gegen die Tabakindustrie vorgegangen wird. Man wirft ihnen vor, die Abhängigkeit vom Nikotin durch die Zusammensetzung der Waren zu forcieren.

Wenn aber der Kunde zum „Opfer“ wird, kann man nicht länger argumentieren, dass „letztlich jeder selbst entscheiden kann“. Das ist dann nur noch eine völlige Verdrehung der Tatsachen.

Vielmehr wäre zu fragen, ob man sich durch den Verkauf von Heroin nicht der „Körperverletzung“ schuldig macht, gerade dann, wenn man Minderjährige beliefert, denen nicht zugemutet werden sollte, die Folgen ihres Konsums in seiner gesamten Tragweite abzuschätzen.

Dann gehen wir einen Schritt weiter. Wie sollen Abhängige ihren regelmäßigen Konsum finanzieren? Diese Frage stellt sich wiederum ganz besonders für Minderjährige, die oft kaum Einkommen haben. Ihnen bleibt gar nichts anderes übrig, als in die Kriminalität abzurutschen, sei es in Form von Dealen, illegaler Prostitution, Kapitalverbrechen, …

Womit wir zum nächsten Schritt kommen. Durch dieses „asoziale Verhalten“ stellen die Abhängigen eine Bedrohung für ihre Mitmenschen dar, zum Beispiel deshalb, weil sie Autos aufbrechen, in Wohnungen eindringen oder Rentnern am Ersten des Monats die Handtaschen rauben, um an Geld zu kommen.

Die Gesellschaft (und damit der einzelne Bürger) muss sich das aber nicht gefallen lassen. Denn man hat das Recht auf Schutz seines Eigentums und auf körperliche Unversehrtheit. Das Scheinargument, jeder könne doch Drogen nehmen, wenn er möchte, zieht nicht mehr, wenn der Konsum nicht mehr sozialverträglich handelt (handeln kann).

Die Kriminalisierung des Heroins soll eine abschreckende Wirkung entfalten und die Anbieter und die Konsumenten von der Droge fernhalten. Wer als Neukonsument zur Droge greift, macht sich strafbar und daran ist erst einmal wenig auszusetzen.

Wer trotz gesetzlichem Verbot zum regelmäßigen Heroin-Konsumenten geworden und abhängig geworden ist, ist am Ende wahrscheinlich nicht mehr dafür zur Verantwortung zu ziehen, wenn er unter dem Druck der Sucht straffällig geworden ist (gemeint ist hier die Beschaffungskriminalität). Aber die Allgemeinheit hat trotzdem ein Recht darauf, geschützt zu werden.

Das Gleiche gilt annähernd zur manche Geisteskranke, wenn sie eine Gefahr für ihre Mitmenschen darstellen. Man sperrt sie weg, weil sie eine Gefahr für andere und auch für sich selbst sind.

Man kann so theoretisch auch gegenüber einem schwer Heroinsüchtigen argumentieren: Wenn man ihn laufen lässt, spritzt er sich womöglich tot und begeht Straftaten. Daher ist es besser, wenn man ihn wegschließt.

Das Argument mit der freien Entscheidung beim Drogenkonsum ist ohnehin ein Witz, weil die Konsumenten gar nicht wissen, was sie da kaufen, womit die Drogen gestreckt worden sind und welchen Reinheitsgrad sie besitzen. Jeder Schuss ist ein im Grunde russisches Roulett.


Vorwürfe wie „Verstoß gegen das Grundgesetz und gegen die Menschenrechte“ mögen zwar hier im Forum eine große Beachtung finden, erfordern jedoch einen Haufen sehr guter Argumente, um wirklich ernst genommen zu werden. Dazu wäre es zumindest vonnöten, auch einmal die Gegenseite kritisch zu würdigen.


Solange Heroin verboten ist, kommen noch andere Aspekte hinzu. Der gesamte Handel läuft über dunkle Kanäle. Es wird weder Mehrwertsteuer bei der Einfuhr bezahlt noch werden die Gewinne versteuert. Es handelt sich also um eine reine Schattenwirtschaft.

Wollte man dies abstellen, z. B. aus Gründen der Steuergerechtigkeit, dann müsste man den Handel von Heroin erlauben, damit es auch in den Büchern auftaucht. Das wiederum würde dazu führen, dass man die nunmehr nicht mehr illegale Droge herstellen und verkaufen dürfte (wenn auch z. B. nur in Apotheken). Es wäre dann auch schwierig zu begründen, warum Werbung für Heroin verboten sein sollte oder seine Beimischung in Schokoriegel.

Das wiederum bedeutet, dass sich auch jeder Lehrer oder Polizist die Spritze setzen könnte. Man wäre ja nicht einmal „betrunken im Dienst“, wenn man so will. Ich frage mich, ob das der richtige oder bessere Weg wäre.
 
Zuletzt bearbeitet:
Trotzdem kannst du Heroin nicht als allgemeines Beispiel hernehmen, um eine Argumentationskette aufzubauen. Dafür ist das Zeug einfach zu extrem.
Man muss einfach die Tatsache sehen, dass der Großteil aller Menschen Drogen regelmäßig konsumiert. Darauf aufbauend brauchen wir ein Gesetz, dass den verantwortungsvollen Umgang damit unterstreicht und den Missbrauch dieser Drogen effektiv bekämpft.
Sicherlich kauft niemand Drogen wie Heroin, weil er danach eine Nachfrage hat, wie man sie sonst kennt. Aber es ist falsch, dass solche Drogen automatisch in die Kriminalität führen. Voraussetzung dafür ist nämlich ein entsprechend hoher Preis (bei Heroin sicherlich richtig, auch wenn ich natürlich keinen Schimmer hab, wie hoch der ist).
Die Herstellungspreise von Ethanol und Tabak beispielsweise sind sehr niedrig. Es wäre ohne weiteres möglich, diese geringen Herstellungskosten direkt an den Endkunden weiterzugeben, wie man es etwa bei Lebensmitteln kennt.
Und ich ziehe hier bewusst keine Trennlinie zwischen Heroin, Alkohol und Tabak. Alle drei sind Produkte, die keinen sinnvollen Zweck erfüllen, sondern nur vorübergehend ein "Unwohlsein" kurieren, das aber gar nicht vorhanden wäre, wenn man sie nie ausprobiert hätte.
Daher schiebt da unser Staat einen Haufen Steuern dazwischen, um den Konsum einzudämmen. Finde ich auch richtig so, nebenbei bemerkt.

Ich weiß natürlich, dass Heroin nicht das gleiche ist wie Tabak, Alkohol oder die Sucht nach Sex, Fernsehen oder Erdbeertorte. Grundsätzlich stimme ich daher auch mit dir überein, dass wir jene Menschen schützen müssen, die den "harten" Drogen verfallen und damit jedes Maß an Objektivität und rationalem Denken verlieren. Ich finde es allerdings wichtig, sorgfältige Grenzen zu weniger schlimmen Drogen zu ziehen, um den Gedanken der Individualität und Selbstbestimmung unserer Gesellschaft nicht zu verlieren. Auf Zustände wie in Dubai, wo man wegen 0,03g Hasch in der Hosentasche ins Gefängnis kommt, möchte ich gerne verzichten.
 
meine anmerkungen sind in "fett" und "unterstrichen"

perfekt!57 schrieb:
"Ein Süchtiger leidet bei einem Entzug wahre Höllenqualen und kann doch nicht davon lassen"

genau - und darum muss/darf (darf? wer erlaubt es dir?) man (wer ist hier "man"?) ihm am ende helfen. in dem er von außen energie zugeführt bekommt. eben die kraft, die er in sich selbst (kraft die in einem selbst ist? also sowas wie ein zweites ich im ich? was soll das bitte mystisches sein?), auf grund seiner abhängigkeit, nicht (oder: noch nicht) finden kann. (wenn diese gleichsetzung von energie und kraft erlaubt ist;))

daher funktioniert das: "du kannst es nicht lassen? dann nehme ich dir deine droge mit gewalt weg. in dem ich dich einsperre. jeden, der zu dir/mit dir umgang hat vorher leibesvisitiere, damit du durch den umgang nicht zu drogen kommst, usw., usf." und so kommt entzug auch zu denen. und nach 9-36 monaten kann man mit ihnen oft schon wieders anders (oder überhaupt) reden (dir ist schon klar, dass du hier einen prototypen des drogenabhängigen postulierst den es so de facto nicht gibt oder?) ..


und der vergleich alk/andere drogen wird von den konsumenten "anderer drogen" gerne genommen, als bespiel für "angebliche ungerechtigkeit". was aber, wenn wir alles andere auch noch frei geben würden? (deine eingeworfene frage ist aber kein argument für oder wider dem einwand derer die die "anderen drogen" konsumieren.)

und ist ein unterschied zwischen alkohol und koks, heroin, morphium, etc: 90% der deutschen können alk als genussmittel trinken. sind nicht abhängig, werden es nicht werden. (der prophet hat gesprochen. sie sollen es nicht werden, sie mögen es nicht werden. amen)


eben genau das der unterschied. und auch wenn das die canabis- und sonstigen konsumenten gerne anders sehen wollen (und nur die!): es ist aber, wie ich schreibe. und die gesellschaft hält sich zu recht an die fakten. (du hast eigentlich nur gesagt: du hast unrecht, ich hab recht, wow)

schadete (vergangenheitsform?) gar nichts, wenn wir demnächst (also doch in zukunft?) auch noch eine generation von 20 oder 30-jährigen hätten, die ungefähr noch nie alkohol getrunken hätten; schon gar keinen vollrausch sich gewaltsam bis absichtlich zugefügt ... . (das klingt ungewohnt? man überlege aber mal - warum eigentlich nicht?)


sucht und suchtmittel sind kleinbürgerlich. (das künstliche erheben über angeblich kleinbürgerliche verhältnisse ist zumidnest großkotzig)


p.
.

a.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es wirklich schön und löblich, dass sich soviele an dem Thema beteiligen, obwohl sie bisher nicht wirklich viel Plan von der Sache hatten.
Das gestaltet sich für mich, der sich schon fast zwei Jahrzehnte mit dem Thema auseinandersetzt aber leider sehr mühsam.
Ich würde gerne alles richtig stellen, was ihr hier so an "Falschaussagen" loslasst. Aber dann würde ich das CB-Forum hier zu meinem Hauptberuf machen müssen.

Ein kleines Beispiel möchte ich aber dennoch kurz erwähnen und erläutern.
Heroin, Alkohol und Tabak. Alle drei sind Produkte, die keinen sinnvollen Zweck erfüllen, sondern nur vorübergehend ein "Unwohlsein" kurieren, das aber gar nicht vorhanden wäre, wenn man sie nie ausprobiert hätte.
Allein diese Aussage stimmt so überhaupt nicht. Denn das Heroin z.B. hat sehr viele Wirkungen, wodurch es besonders auch in dem Bereich der seelischen Probleme wie ein linderndes oder hemmendes Medikament wirkt.
Ich würde mir grundsätzlich wünschen (klar, dass ich das jetzt von euch hier nicht verlangen kann, möchte ich auch nicht), dass die Menschen, die sich anmaßen in solchen (eigentlich egal welchen) Themengebieten gesellschaftlich wirkende Entscheidungen treffen zu können, sich auch wikrlich und wahrheitsgemäße Sachkenntnisse aneignen.
Denn genau hier liegt ja der große Haken. Die Leute (Politiker), die zu sagen und entscheiden haben, die quasi die Verantwortung für die Politik tragen, die kennen sich oft viel viel viel zu wenig aus. Oft hängen sie auch absoluten Fehlinformationen nach.
Das macht mich sehr wütend und lässt mich manchmal regelrecht verzweifeln, wenn ich mich wieder mit dem Thema und den verbreiteten Kenntnissen darüber konfrontiere.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Wintermute

Macht es also für dich auch keinen Unterschied, ob jemand durch Rauchen Lungenkrebst bekommt oder durch andere, nicht beeinflussbare Faktoren? Klar, das Resultat ist das gleiche, jedoch ist die Ursache der Krankheit eine ganz andere!
Der Vergleich mit Magersucht/Bulimie hinkt "etwas", da die Ursache dieser Erkankungen psychischer Natur sind. Hier liegen von Anfang an endogene (oder sagen wir besser: durch keine exogene Substanz verursachte) Faktoren der Erkrankungen zu Grunde! Faktoren, die es bei der Drogenscuht eben nicht sind! Natürlich treiben auch hier endogene Faktoren/Missstände (z.B. Depression,...) denjenigen in die Sucht bzw. erhöhen die Wahrscheinlichkeit und Verstärken das Verlangen Drogen zu nehmen (machen aber nicht süchtig!). Jedoch die Drogensucht selbst entsteht durch Zuführung einer Substanz, die Gleichgewichte von bestimmten Neurotransmittern und Rezeptoren beeinflusst.
Ich hoffe der Unterschied in der Ursache der verschiedenen Suchtarten ist deutlich geworden!


keshkau schrieb:
Wenn aber der Kunde zum „Opfer“ wird, kann man nicht länger argumentieren, dass „letztlich jeder selbst der entscheiden kann“.
Das Opfer-Argument zieht aber bei Drogen genauso wenig wie beim Rauchen, da jedem Menschen, der heute in einem (westlichen) Land zu Drogen oder Zigaretten greift, sich über die Folgen bewusst ist!

Wenn jemand z.B. unter Depressionen leidet, dann stehen ihm auch verschiedene Möglichkeiten offen, wie er damit umgeht. Manche versinken in ihrer Depression, kapseln sich von der Welt ab, verschlimmern somit ihren Zustand weiter und ihr Leben endet manchmal auch im Suizid.
Andere sind in der gleichen Situation begehen aber keinen Selbstmord (auch wenn der Gedanke sie fast täglich verfolgt). Sie haben irgendwo her noch einen Rest Kraft oder erkennen einfach die Missstände und die Erkrankung und versuchen dagegen anzukämpfen. Sie begeben sich in Therapie, nehmen Antidepressiva und versuchen bestimmte Faktoren in ihrem Leben zu ändern.
Ich vergleiche hier nicht Depression und Drogensucht (was auch nicht zu vergleichen ist). Der Vergleich bezieht sich nur auf den finalen Schritt (der aber auch nicht von der Qualität her Verglichen werden sollte und darf, sondern nur als jeweils ein "schädigender" Ausweg aus den jeweiligen widrigen (äußeren) Umständen gesehen wird!). Die Frage die sich jemand, der an Depressionen leidet bzw. an Umständen leidet, die einem als Ausweg Drogen "nahelegen" stellen muss, ist die: Begehe ich Selbstmord/nehme ich Drogen (über die Folgen ist/sollte sich jeder bewusst sein) oder versuche ich aus meinem Dilemma bzw. aus der scheinbaren Ausweglosigkeit auf einem anderen Weg herauszukommen?
Es kostet verdammt viel Kraft, Zeit, Nerven und Willensstärke, es ist aber möglich!


@ andiac

Du stellst Drogen und Medikamente auf eine Stufe, nur weil sie teilweise pharmakologisch ähnliche Wirkmechanismen aufweisen?
Manchmal kann man nur noch mit dem Kopf schütteln, wenn Leute anscheinend ohne Hintergrundwissen solche Vergleiche anstellen...
Zum Rest hat keshkau ja schon etwas geschrieben!
 
Trotzdem kannst du Heroin nicht als allgemeines Beispiel hernehmen, um eine Argumentationskette aufzubauen. Dafür ist das Zeug einfach zu extrem.
Eine mögliche Antwort darauf wäre, dass es eben doch einen Unterschied macht, ob man von Nikotin, von Alkohol oder von Heroin spricht. Genau deshalb gibt es die Unterscheidung in der rechtlichen Bewertung (Betäubungsmittelgesetz).

Man muss einfach die Tatsache sehen, dass der Großteil aller Menschen Drogen regelmäßig konsumiert. Darauf aufbauend brauchen wir ein Gesetz, dass den verantwortungsvollen Umgang damit unterstreicht und den Missbrauch dieser Drogen effektiv bekämpft.
Ich habe zunächst einmal kein Problem damit, wenn jemand ab und zu raucht oder Alkohol zu sich nimmt, wobei sich sehr wohl die Frage stellt, was mengenmäßig „im Rahmen“ liegt und welche Regelmäßigkeit oder Häufigkeit noch akzeptabel wäre und welche nicht.

Bei einer freien Verfügbarkeit, z. B. von Alkohol, verlagere ich die Entscheidung über die Konsummenge automatisch auf den Konsumenten. Und das ist grundsätzlich auch so in Ordnung. Bei Alkohol und Zigaretten geht man davon aus, dass die Schäden (die man sich selbst oder seiner sozialen Umgebung zufügt) nicht allzu groß sind. Solange kein Missbrauch stattfindet, stimmt das ja auch mehr oder weniger – jedenfalls im Vergleich zu manch anderen Drogen wie Heroin.

Den Missbrauch zu bekämpfen ist ein notwendiges Ziel, aber zugleich ein Kampf, den man nie gewinnen wird. Kein Land der Welt war bisher in der Lage, den Import und die Verbreitung von verbotenen Drogen wirksam zu stoppen. Es gibt immer nur Einzelerfolge, aber keine Durchbrüche. Dieser Kampf ist trotzdem wichtig und richtig.

Wie ich schon einmal vorgeschlagen habe, wäre die einzige Möglichkeit, dass der Staat die Drogen selbst herstellt und kostenlos für den Sofortverzehr abgibt. Volle Dröhnung für alle und das Problem der Beschaffungskriminalität wäre vom Tisch, weil es keine Dealer mehr gäbe, die hier etwas verdienen könnten.

Aber wer möchte schon in so einer Gesellschaft leben, in der ich nicht weiß, ob der Typ, der neben mir steht, nicht schon selbst neben sich steht?
 
andiac: Nun, jemand hat mal gesagt, dass alle Stoffe erst ab einer gewissen Dosis wie ein Gift wirken. Und darauf kommt es auch bei Alkohol, Tabak etc. an.
Bitte vergiss nicht, dass man sich die Reputation in einem Forum erarbeiten muss. Wir wissen ja nicht, ob du dich wirklich beruflich damit beschäftigt hast oder auch nicht. Entweder man nimmt an den Diskussion teil oder man lässt es eben bleiben. Ich habe eben keine gute Meinung von den drei aufgezählten Drogen, weil ihre positiven Effekte meiner Meinung nach leichter wiegen wie ihre schädlichen Nebeneffekte.
Aber wer möchte schon in so einer Gesellschaft leben, in der ich nicht weiß, ob der Typ, der neben mir steht, nicht schon selbst neben sich steht?
:D
Nein, bislang hat der Staat das nicht geschafft. Aber es wird in Zukunft Möglichkeiten dafür geben, die wir heute für inakzeptabel halten, Stichwort RFID.
Ansonsten müssen wir einfach damit leben, dass diejenigen die so dumm oder willensschwach sind einer harten Droge zu verfallen, keine umfassende Hilfe von uns kriegen können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe eben keine gute Meinung von den drei aufgezählten Drogen, weil ihre positiven Effekte meiner Meinung nach leichter wiegen wie ihre schädlichen Nebeneffekte.

Das ist ja auch vollkommen okay. ;)
Der Meinung will ich dich ganz sicher nicht berauben.
Ich denke zudem genauso wie du auch, dass Drogen eben Licht- und Schattenseiten haben.
Je besser es einem Menschen im "Normalzustand" geht, desto weniger angebracht sind Medikamente oder evtl. die "Drogen" genannten Substanzen.
Am besten wäre es natürlich, wir würden alle komplett ohne alles auskommen. Das ist aber ziemlich sicher utopisch. Dafür müssten wir erstmal Phänomene wie sexuellen und emotionalen Kindesmissbrauch besiegt haben. Und selbst dann wäre ich mir noch nicht ganz sicher, ob Psychopharmaka u.ä. dann wirklich auf ewig der Vergangenheit angehören könnten.

Klar, ich muss mir überlegen, ob ich mich überhaupt weiter an der Diskussion hier beteiligen möchte. Das weiß ich selber. Denn es würde mich oftmals zuviel Zeit und Kraft kosten, die Kenntnislücken meiner Gesprächspartner ausreichend zu füllen, um mich auf einer für mich zufriedenstellenden Ebene unterhalten zu können.
Das ist nicht abgehoben gemeint. ;) Mir ist auch klar, dass solche Zustände normal sind, wenn man sich mit Randthemen beschäftigt.

Was ich aber auf alle Fälle denke und vermitteln möchte, ist folgendes:
Wir müssten mittlerweile erkannt haben, dass der Weg von Repression only gescheitert ist, und dass wir Drogenkonsum nicht verbieten können.
Für mich (nicht nur für mich) liegt der Weg der Zukunft darin, einen verantwortungsvollen Umgang auch mit harten Drogen zu finden.
Kriminalisierung ist nunmal gleich Diskriminierung. Alleine das müsste uns zum Umdenken bewegen können, denke ich.
Hinzu kommt ja auch: Wir WISSEN mittlerweile, dass Schwer-Abhängige von harten Drogen immer auch mit schweren Lebensschicksalen zu kämpfen haben. Damit sind insbesondere schwere emotionale Konflikte inkl. Traumata in den Herkunftsfamilien gemeint.
Deswegen finde ich es noch bemerkenswerter, dass wir uns bei dem Thema "Ausländer" einig sind, keine Diskriminierung zu wollen.
Bei dem Thema "Drogensucht" aber sind wir da noch meilenweit von entfernt. Im Gegenteil, wir sorgen da sogar von staatlicher Seite für die Diskriminierung.
Nuja. Man kann das natürlich auch positiv betrachten und sagen, das wir beim Thema Ausländer schon einiges erreicht haben, beim Thema Drogen z.B. aber noch ne Menge zu tun haben.
Nur finde ich eben halt komisch, dass wir das zugrundeliegende Problem des Chauvinismus nicht als das eigentliche Problem erkennen wollen, geschweige denn gelöst haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben