-
Es gelten die Sonderregeln des Forums Politik und Gesellschaft.
Du verwendest einen veralteten Browser. Es ist möglich, dass diese oder andere Websites nicht korrekt angezeigt werden.
Du solltest ein Upgrade durchführen oder einen alternativen Browser verwenden.
Du solltest ein Upgrade durchführen oder einen alternativen Browser verwenden.
Wie machtlos sind Sucht"kranke"?
- Ersteller BessenOlli
- Erstellt am
A
andiac
Gast
Hilfe schön und gut, aber auf Strafe gänzlich verzichten? Das halte ich für pädagogisch falsch. Dadurch lernt der Betroffene ja sogar noch, dass er unter solchen Umständen von der Sucht profitiert!
Ich bin auch kein Vertreter der aktuellen Drogenpolitik.
Ich hab mich dazu ja jetzt schon öfter geäußert.
Meiner Meinung nach muss Heroin genauso behandelt werden, wie alle anderen Medikamente auch.
D.h. Heroin sollte auf Rezept verschreibungsfähig sein.
Damit wäre die Beschaffungskriminalität weitgehend abgeschafft.
Zuletzt bearbeitet:
- Registriert
- Dez. 2001
- Beiträge
- 2.314
Sorry, 1668mib, hatte da beim zitieren was verschlampt. Hab es editiert. 
@ Dug
Sehe ich genauso.
@ andiac
Und unter welchen Bedingungen soll Heroin auf Kosten der Allgemeinheit verschrieben werden können?
Es kann ja wohl kaum in deinem Interesse sein, dass ein 18jähriger zum Arzt geht und da Heroin verschrieben bekommt, weil er sich das mal reinziehen will.

@ Dug
Sehe ich genauso.
@ andiac
Und unter welchen Bedingungen soll Heroin auf Kosten der Allgemeinheit verschrieben werden können?
Es kann ja wohl kaum in deinem Interesse sein, dass ein 18jähriger zum Arzt geht und da Heroin verschrieben bekommt, weil er sich das mal reinziehen will.
Relict
Admiral
- Registriert
- Juni 2005
- Beiträge
- 7.864
Wobei Computer- und Spielsucht aus meiner Sicht keine körperlich abhängig machende Sucht ist, sondern überwiegend ein rein psychisches Problem.
Die Folgen bei Drogenkonsum sind hingegen körperliche und seelische Desorientierung und Kontrollverlust. Also beides.
Die einstigen Vorbehalte und Ängste unterliegen dem inneren Druck und Zwang zur Befriedigung der vom Gehirn gesteuerten Abhängigkeit, welche auch immer höhere Dosen fördern kann. Das passiert eben auch auf chemischer Ebene.
Was folglich dann bei Nichtbefriedigung mit sehr starken gesundheitlichen Entzugserscheinungen enden kann.
Das ist ja eben der Trugschluß bei harten Drogenkonsum und es wird stark unterschätzt. Die meisten dachten, von paar mal nehmen passiert mir doch nichts. Sie kommen davon genauso kontrolliert jederzeit wieder weg wie sei dazu kamen. Doch hier ist der Wille irgendwann eben schwächer als das Fleisch, da körperlich abhängig.
Wer mal starker Raucher war oder ist, kann es vielleicht annähernd nachvollziehen oder wer mal in extreme Existenzsituationen kam. Für "Nichtkenner" ist dies natürlich immer schwerer nachvollziehbar und immer nur Theorie. Ich will keinesfalls dazu auffordern, aber man muß es dann auch entsprechend akzeptieren, dass es kein Spaß und Spiel ist.
Wenn Defizite und Hintergründe nicht für ein Strafmaß relevant wären, dann können wir auch gleich wieder Auge um Auge einführen. Dann können wir auch jedem geistig Behinderten die volle und gleiche Härte der Strafbarkeit spüren lassen und brauchen überhaupt keine Toleranzen und Spielräume in die Gesetzgebung einzubauen, bräuchten nicht zu differenzieren. Denn das Ergebnis der Tat bliebe ja so oder so in den meisten Fällen als Fakt unwiderruflich stehen. Raub ist Raub, Mord ist Mord.
Soll das wirklich Zielsetzung sein und uns zivilisatorisch weiter bringen?
Justizia mag blind sein, aber nicht taubstumm.
Die Folgen bei Drogenkonsum sind hingegen körperliche und seelische Desorientierung und Kontrollverlust. Also beides.
Die einstigen Vorbehalte und Ängste unterliegen dem inneren Druck und Zwang zur Befriedigung der vom Gehirn gesteuerten Abhängigkeit, welche auch immer höhere Dosen fördern kann. Das passiert eben auch auf chemischer Ebene.
Was folglich dann bei Nichtbefriedigung mit sehr starken gesundheitlichen Entzugserscheinungen enden kann.
Das ist ja eben der Trugschluß bei harten Drogenkonsum und es wird stark unterschätzt. Die meisten dachten, von paar mal nehmen passiert mir doch nichts. Sie kommen davon genauso kontrolliert jederzeit wieder weg wie sei dazu kamen. Doch hier ist der Wille irgendwann eben schwächer als das Fleisch, da körperlich abhängig.
Wer mal starker Raucher war oder ist, kann es vielleicht annähernd nachvollziehen oder wer mal in extreme Existenzsituationen kam. Für "Nichtkenner" ist dies natürlich immer schwerer nachvollziehbar und immer nur Theorie. Ich will keinesfalls dazu auffordern, aber man muß es dann auch entsprechend akzeptieren, dass es kein Spaß und Spiel ist.
Wenn Defizite und Hintergründe nicht für ein Strafmaß relevant wären, dann können wir auch gleich wieder Auge um Auge einführen. Dann können wir auch jedem geistig Behinderten die volle und gleiche Härte der Strafbarkeit spüren lassen und brauchen überhaupt keine Toleranzen und Spielräume in die Gesetzgebung einzubauen, bräuchten nicht zu differenzieren. Denn das Ergebnis der Tat bliebe ja so oder so in den meisten Fällen als Fakt unwiderruflich stehen. Raub ist Raub, Mord ist Mord.
Soll das wirklich Zielsetzung sein und uns zivilisatorisch weiter bringen?
Justizia mag blind sein, aber nicht taubstumm.
A
andiac
Gast
Und unter welchen Bedingungen soll Heroin auf Kosten der Allgemeinheit verschrieben werden können?
Es kann ja wohl kaum in deinem Interesse sein, dass ein 18jähriger zum Arzt geht und da Heroin verschrieben bekommt, weil er sich das mal reinziehen will.

Nein. Die Drogenabhängigkeit muss natürlich von Ärzten und/oder Psychologen diagnostiziert sein.
Es gibt ja schon sowas in der Art. Nur steckt das halt noch voll in den Anfängen.
Wenn´s dich interessiert, schau dir mal die Seite an: http://www.heroinstudie.de/
Heroin ist sehr kostengünstig herstellbar, da es ja fast ein Naturprodukt ist.
Zuletzt bearbeitet:
- Registriert
- Dez. 2001
- Beiträge
- 2.314
@ Relict
Wie wird denn "geistig behindert" definiert? Einer von den Typen, die den Rentner fast tot geprügelt hatten, soll doch einen IQ von nur 67 haben. Gilt er dann nicht schon als "geistig behindert"?
Ich finde schon, dass jemand der eine bestimmte Tat ausführen kann, auch entsprechend bestraft werden sollte. Ein geistig Behinderter der ohne jeden Bezug zur Realität nur so vor sich hin dümpelt, der wird wohl kaum etwas wirklich schlimmes tun. Wenn doch, stehen die Opfer für mich klar im Vordergrund.
Wie wird denn "geistig behindert" definiert? Einer von den Typen, die den Rentner fast tot geprügelt hatten, soll doch einen IQ von nur 67 haben. Gilt er dann nicht schon als "geistig behindert"?
Ich finde schon, dass jemand der eine bestimmte Tat ausführen kann, auch entsprechend bestraft werden sollte. Ein geistig Behinderter der ohne jeden Bezug zur Realität nur so vor sich hin dümpelt, der wird wohl kaum etwas wirklich schlimmes tun. Wenn doch, stehen die Opfer für mich klar im Vordergrund.
@ andiac
Du denkst, dass wenn man Heroin auf Rezept bekommt, dann sind alle Probleme im Bezug auf "Drogen und Kriminalität gelöst"?
1. Ist dies momentan nicht absehbar, 2. Wird es deshalb trotzdem noch Kriminalität geben
Es ist wohl kaum möglich, jedem Einzelnen Heroinsüchtigen zu erreichen und ihm exakt die richtige Dosis zu verabreichen.
Fakt ist: Momentan (und auf absehbare Zeit) werden im Drogen Millieu uberproportional viele Straftaten verübt. (Kinder auf dem Strassenstrich, Beschaffungskriminalität, Gewalttaten und Überfälle im Rausch usw...)
Du willst all das unter den heutigen Umständen ja wohl nicht unter Straffreiheit stellen?
Du denkst, dass wenn man Heroin auf Rezept bekommt, dann sind alle Probleme im Bezug auf "Drogen und Kriminalität gelöst"?
1. Ist dies momentan nicht absehbar, 2. Wird es deshalb trotzdem noch Kriminalität geben
Es ist wohl kaum möglich, jedem Einzelnen Heroinsüchtigen zu erreichen und ihm exakt die richtige Dosis zu verabreichen.
Fakt ist: Momentan (und auf absehbare Zeit) werden im Drogen Millieu uberproportional viele Straftaten verübt. (Kinder auf dem Strassenstrich, Beschaffungskriminalität, Gewalttaten und Überfälle im Rausch usw...)
Du willst all das unter den heutigen Umständen ja wohl nicht unter Straffreiheit stellen?
A
andiac
Gast
@ DugDanger
Nein. Ich bin mir da nicht ganz sicher, wie genau das dann aussähe.
Aber du hättest mit Sicherheit einen Rückgang von über 70 oder 80%.
Erstmal sind Ärzte ja auch flexibel, was die Dosis angeht.
Und zudem geht auch kaum einer sofort wieder ne Bank überfallen, nur weil er einmal ne zu geringe Dosis erhalten hat.
Das ist ne gute Frage für mich.
Also ich sag mal so. Ich würde da differenzieren. Denn es gibt ja sehr unterschiedliche Möglichkeiten, um illegal an Geld zu kommen.
Naja.
Aber dennoch. Manchmal denke ich, die Gesellschaft hat es eigentlich nicht anders verdient, als dass sie mal richtig belangt wird für das Leid, wo sie bei z.B. Drogensüchtigen doch eine sehr große Mitverantwortung trägt.
Denn die Gesellschaft drängt die Menschen komplett in die Ecke und sorgt durch die Gesetzgebung und tagtägliche Diskrimierung dafür, dass die Leute kriminell werden müssen und manchmal auf Lebzeiten auch bleiben, nie mehr Fuß fassen können im Leben.
So gesehen bin ich tatsächlich manchmal dafür, dass das alles ohne Gefängnisstrafen geduldet und ausgehalten werden muss.
Du denkst, dass wenn man Heroin auf Rezept bekommt, dann sind alle Probleme im Bezug auf "Drogen und Kriminalität gelöst"?
Nein. Ich bin mir da nicht ganz sicher, wie genau das dann aussähe.
Aber du hättest mit Sicherheit einen Rückgang von über 70 oder 80%.
Erstmal sind Ärzte ja auch flexibel, was die Dosis angeht.
Und zudem geht auch kaum einer sofort wieder ne Bank überfallen, nur weil er einmal ne zu geringe Dosis erhalten hat.
Du willst all das unter den heutigen Umständen ja wohl nicht unter Straffreiheit stellen?
Das ist ne gute Frage für mich.
Also ich sag mal so. Ich würde da differenzieren. Denn es gibt ja sehr unterschiedliche Möglichkeiten, um illegal an Geld zu kommen.
Naja.
Aber dennoch. Manchmal denke ich, die Gesellschaft hat es eigentlich nicht anders verdient, als dass sie mal richtig belangt wird für das Leid, wo sie bei z.B. Drogensüchtigen doch eine sehr große Mitverantwortung trägt.
Denn die Gesellschaft drängt die Menschen komplett in die Ecke und sorgt durch die Gesetzgebung und tagtägliche Diskrimierung dafür, dass die Leute kriminell werden müssen und manchmal auf Lebzeiten auch bleiben, nie mehr Fuß fassen können im Leben.
So gesehen bin ich tatsächlich manchmal dafür, dass das alles ohne Gefängnisstrafen geduldet und ausgehalten werden muss.
Zuletzt bearbeitet:
@ andiac
Also für mich hast du dich als Diskussionspartner disqualifiziert.
Du weisst nicht genau wie das mit dem Rückgang der Kriminalität im Drogenbereich aussieht, gehst aber einfach mal von 70 bis 80 % aus. Sauber.
Das es sich um organisierte Kriminalität und Organisationen handelt die über Jahrzehnte gewachsen sind ist dir schon klar.
Was muss die Gesellschaft aushalten??
Es gibt auch Menschen die nehmen Drogen des Genusses wegen. Ich möchte mich jetzt nicht wie du auf ne % Zahl festlegen, weil ich sie nicht kenne.
Diese Leute müssen gar nicht in der Gosse leben, die kommen aus der Oberschicht, am Wochenende hauen sie sich mit ihren Kumpels Koks oder Heroin rein und verüben dann eine schwere Straftat, und jetzt? --> Straffreiheit
Wie siehts bei Mord aus? --> Straffreiheit
Entweder du drückst dich sehr unglücklich aus, oder du denkst deine Ideen überhaupt nicht konsequent zu ende.
Also für mich hast du dich als Diskussionspartner disqualifiziert.
Du weisst nicht genau wie das mit dem Rückgang der Kriminalität im Drogenbereich aussieht, gehst aber einfach mal von 70 bis 80 % aus. Sauber.
Das es sich um organisierte Kriminalität und Organisationen handelt die über Jahrzehnte gewachsen sind ist dir schon klar.
Was muss die Gesellschaft aushalten??
Es gibt auch Menschen die nehmen Drogen des Genusses wegen. Ich möchte mich jetzt nicht wie du auf ne % Zahl festlegen, weil ich sie nicht kenne.
Diese Leute müssen gar nicht in der Gosse leben, die kommen aus der Oberschicht, am Wochenende hauen sie sich mit ihren Kumpels Koks oder Heroin rein und verüben dann eine schwere Straftat, und jetzt? --> Straffreiheit
Wie siehts bei Mord aus? --> Straffreiheit
Entweder du drückst dich sehr unglücklich aus, oder du denkst deine Ideen überhaupt nicht konsequent zu ende.
B
Bohemund
Gast
hoppla...
das ein drogensüchtiger eine bank überfallen hätte hab ich noch nie gehört. dazu sind sie mental gar nicht in der lage weil das planung und geduld voraussetzt. wenns um den nächsten "schuss" geht sind diese eigenschaften nicht gefragt...
aus der distanz betrachtet, sind diese personen in erster linie selbst verantwortlich, danach erst kann man den einzelfall betrachten. und zu behaupten die gesellschaft bzw der staat sei dafür verantwortlich ist absurd, aber da bitte ich dich das genau zu erläuten, danke...
das ein drogensüchtiger eine bank überfallen hätte hab ich noch nie gehört. dazu sind sie mental gar nicht in der lage weil das planung und geduld voraussetzt. wenns um den nächsten "schuss" geht sind diese eigenschaften nicht gefragt...

aus der distanz betrachtet, sind diese personen in erster linie selbst verantwortlich, danach erst kann man den einzelfall betrachten. und zu behaupten die gesellschaft bzw der staat sei dafür verantwortlich ist absurd, aber da bitte ich dich das genau zu erläuten, danke...
th3o
Admiral
- Registriert
- Aug. 2004
- Beiträge
- 8.953
@besenolli
Es ist immer leicht einen Standpunkt einzunehmen und als Rechtfertigung Sachen vorzubringen wie "das interessiert mich nicht" oder "die Gesellschaft hat Vorrang vor dem Einzelnen" etc.pp.
Schwieriger als diese Sichtweise ist es, wie schon vorher gesagt, einen Fall in seiner Gänze zu verstehen. Und das ist notwendig. Als ob es die einzelnen Menschen losgelöst von "der Gesellschaft" gäbe! Wer das glaubt, ist schlicht kurzsichtig.
Wenn ein Verstand dann auch diese zweite Stufe hinter sich gebracht hat, ist die schwierigste Aufgabe die, angemessen zu urteilen.
Das Schwadronieren darüber was "pädagogisch" sinnvolll wäre oder nicht ist irgendwie unbefriedigend, denn das, was sinnvoll ist, das gilt für denjenigen, der Nutzen aus dieser oder jener Entscheidung ziehen würde. Den eigenen Nutzen aber zum allgemeinen Nutzen aufwerten und dann so tun als ob der eigene Gedanke und das eigene Interesse ja doch im Interesse der Allgemeinheit sei...das halte ich für gut heuchlerisch.
Statt also über DEN allgemein Suchtkranken zu reden, den es de facto eh nicht gibt, sollte man doch lieber, sofern man diskutieren möchte, einzelne Fälle sich herausgreifen und anhand des speziellen Falles dann argumentieren.
Auf dieser Diskussionsebene, wie hier, ist die eine Meinung gerade mal so gut wie die andere...oder anders: Wenn man denn schon sein Weltbild hier durchdrücken möchte, dann sollte man das doch bitte in meinem Weltanschauungsthread machen und nicht so tun als wenn man wirklich Interesse an DEN Suchtkranken hätte oder an seinen Problemen bzw. an deren Lösung.
Es ist immer leicht einen Standpunkt einzunehmen und als Rechtfertigung Sachen vorzubringen wie "das interessiert mich nicht" oder "die Gesellschaft hat Vorrang vor dem Einzelnen" etc.pp.
Schwieriger als diese Sichtweise ist es, wie schon vorher gesagt, einen Fall in seiner Gänze zu verstehen. Und das ist notwendig. Als ob es die einzelnen Menschen losgelöst von "der Gesellschaft" gäbe! Wer das glaubt, ist schlicht kurzsichtig.
Wenn ein Verstand dann auch diese zweite Stufe hinter sich gebracht hat, ist die schwierigste Aufgabe die, angemessen zu urteilen.
Das Schwadronieren darüber was "pädagogisch" sinnvolll wäre oder nicht ist irgendwie unbefriedigend, denn das, was sinnvoll ist, das gilt für denjenigen, der Nutzen aus dieser oder jener Entscheidung ziehen würde. Den eigenen Nutzen aber zum allgemeinen Nutzen aufwerten und dann so tun als ob der eigene Gedanke und das eigene Interesse ja doch im Interesse der Allgemeinheit sei...das halte ich für gut heuchlerisch.
Statt also über DEN allgemein Suchtkranken zu reden, den es de facto eh nicht gibt, sollte man doch lieber, sofern man diskutieren möchte, einzelne Fälle sich herausgreifen und anhand des speziellen Falles dann argumentieren.
Auf dieser Diskussionsebene, wie hier, ist die eine Meinung gerade mal so gut wie die andere...oder anders: Wenn man denn schon sein Weltbild hier durchdrücken möchte, dann sollte man das doch bitte in meinem Weltanschauungsthread machen und nicht so tun als wenn man wirklich Interesse an DEN Suchtkranken hätte oder an seinen Problemen bzw. an deren Lösung.
Zuletzt bearbeitet:
Skoll
Ensign
- Registriert
- Juni 2004
- Beiträge
- 173
Ich habe ein Ernährungsproblem, ich kann kaum kontrollieren, wieviel ich esse. Inzwischen hab ich das als Sucht anerkannt und nach 9 Jahren Kampf damit aufgegeben. Ich fühle mich da machtlos, weil man alle möglichen und unmöglichen Versuche macht, dieses Problem in den Griff zu bekommen und irgendwann einsehen muss, dass in kritischen Situationen das rationale Denken einfach abgeschaltet wird und man wieder in sich reinstopft. Es ist hart, wenn andere dann sagen, dass man disziplinlos ist, aber man kommt darüber hinweg. Disziplin kann nur dort existieren, wo man noch vernünftig denken kann. Wenn dieser Teil des Kopfes aber plötzlich weg ist, dann gibts auch keine Disziplin mehr.
Ich weiß nicht, inwiefern das für harte Drogen, Glücksspiel oder andere Suchtformen gültig ist, aber ich denke, dass zwischen jeder großen Sucht und der Genetik eine Abhängigkeit gibt, die mal größer, mal kleiner ausfällt.
Ich weiß nicht, inwiefern das für harte Drogen, Glücksspiel oder andere Suchtformen gültig ist, aber ich denke, dass zwischen jeder großen Sucht und der Genetik eine Abhängigkeit gibt, die mal größer, mal kleiner ausfällt.
Relict
Admiral
- Registriert
- Juni 2005
- Beiträge
- 7.864
@BessenOlli
Es ist ja nun nicht so, dass bei solchen Taten die Leute mit lapidaren Strafen oder Freisprechung davon kommen.
Und egal mit welchem IQ, Gewalt gibt es in allen IQ-Bereichen. Weil es garnichts damit zu tun hat. Nur weil jemand einen IQ von 67 hat, ist dieser noch lange nicht krimineller und neigt auch nicht automatisch mehr dazu. Vielleicht mehr zu den Fäusten, aber nicht zwangsläufig mehr zu brutalerer Gewalt. Beim Thema Drogen ist dann sowieso oft sowas wie IQ irrelevant.
Und es wird ja durchaus neben einer möglichen Drogenbeeinflussung, auch jede anderweitge mögliche Tatbewertung von der Justiz durchgeführt, eben Hintergründe, Einflüsse, Motive, Affekt, Zurechnungsfähigkeit uvm. und nach Faktenlage entschieden
Drogenkonsum alleine rechtfertigt auch bei uns keine Strafmilderung. Es kann, muß aber nicht, eben je nach Einzelfall-Situation und Faktenlage.
Jeder Fall wird bei unserer Gerichtsbarkeit als Einzelfall im Endeffekt individuell bewertet. Daher gibt es auch bei uns zb. keine Sammelklagen.
Geistige Behinderung ist nicht automatisch Klappsmühle, sondern hat viel mit Zurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt zu tun. Eine Bekannte Krankenschwester hat in der Psychiatrie gearbeitet und sie würde die pauschale Harmlosigkeit von wirklich geistig Behinderten nicht unterschreiben, eher im Gegenteil, das unkontrollierbare, unvorhersehbare ist ja gerade der Punkt.
aber jeder kann mal nen Koller bekommen oder durchdrehen, sich oder sogar andere (mit-) gefährden.
Aber auch Du möchtest doch vor Gerichten bestimmt nicht mit anderen, ähnlichen Fällen auf die gleiche Stufe gestellt und pauschal abgeurteilt werden, sondern individuell, worin alle Gegebenheiten, Einflüsse und Hintergründe Berücksichtigung finden. Andernfalls könnte man sich auch gleich eine Verteidigung, ja sogar die Verhandlung sparen.
Man muß sich halt immer vor Augen führen. Die Gewalt ging aus der Gesellschaft selbst hervor und ist kein Alien.
Man kann zwar alle Ansätze von Kriminalität auf Dauer weg sperren, das bekämpft jedoch noch lange nicht die Ursachen, sondern immer nur die Symptome und verzerrt den Blick auf die wirklichen Ursachen.
Aus den Augen, aus dem Sinn? Das ist wie schon gesagt gar nicht das Ziel.
Es bringt auch nichts aus niederen Instinkten anderen die Zukunft komplett zu verbauen. Wenn ein Risiko für die Bevölkerung besteht, gibt es ja auch noch bei Extremfällen die Sicherheitsverwahrung. Aber nicht als Regel.
Wie wird denn "geistig behindert" definiert? Einer von den Typen, die den Rentner fast tot geprügelt hatten, soll doch einen IQ von nur 67 haben. Gilt er dann nicht schon als "geistig behindert"?
Es ist ja nun nicht so, dass bei solchen Taten die Leute mit lapidaren Strafen oder Freisprechung davon kommen.
Und egal mit welchem IQ, Gewalt gibt es in allen IQ-Bereichen. Weil es garnichts damit zu tun hat. Nur weil jemand einen IQ von 67 hat, ist dieser noch lange nicht krimineller und neigt auch nicht automatisch mehr dazu. Vielleicht mehr zu den Fäusten, aber nicht zwangsläufig mehr zu brutalerer Gewalt. Beim Thema Drogen ist dann sowieso oft sowas wie IQ irrelevant.
Und es wird ja durchaus neben einer möglichen Drogenbeeinflussung, auch jede anderweitge mögliche Tatbewertung von der Justiz durchgeführt, eben Hintergründe, Einflüsse, Motive, Affekt, Zurechnungsfähigkeit uvm. und nach Faktenlage entschieden
Drogenkonsum alleine rechtfertigt auch bei uns keine Strafmilderung. Es kann, muß aber nicht, eben je nach Einzelfall-Situation und Faktenlage.
Jeder Fall wird bei unserer Gerichtsbarkeit als Einzelfall im Endeffekt individuell bewertet. Daher gibt es auch bei uns zb. keine Sammelklagen.
Geistige Behinderung ist nicht automatisch Klappsmühle, sondern hat viel mit Zurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt zu tun. Eine Bekannte Krankenschwester hat in der Psychiatrie gearbeitet und sie würde die pauschale Harmlosigkeit von wirklich geistig Behinderten nicht unterschreiben, eher im Gegenteil, das unkontrollierbare, unvorhersehbare ist ja gerade der Punkt.
aber jeder kann mal nen Koller bekommen oder durchdrehen, sich oder sogar andere (mit-) gefährden.
Aber auch Du möchtest doch vor Gerichten bestimmt nicht mit anderen, ähnlichen Fällen auf die gleiche Stufe gestellt und pauschal abgeurteilt werden, sondern individuell, worin alle Gegebenheiten, Einflüsse und Hintergründe Berücksichtigung finden. Andernfalls könnte man sich auch gleich eine Verteidigung, ja sogar die Verhandlung sparen.
Man muß sich halt immer vor Augen führen. Die Gewalt ging aus der Gesellschaft selbst hervor und ist kein Alien.
Man kann zwar alle Ansätze von Kriminalität auf Dauer weg sperren, das bekämpft jedoch noch lange nicht die Ursachen, sondern immer nur die Symptome und verzerrt den Blick auf die wirklichen Ursachen.
Aus den Augen, aus dem Sinn? Das ist wie schon gesagt gar nicht das Ziel.
Es bringt auch nichts aus niederen Instinkten anderen die Zukunft komplett zu verbauen. Wenn ein Risiko für die Bevölkerung besteht, gibt es ja auch noch bei Extremfällen die Sicherheitsverwahrung. Aber nicht als Regel.
A
andiac
Gast
@ DugDanger
Du bist mir vielleicht ein Witzbold.
Woher soll ich denn haargenau einschätzen können, wie sich die Kriminalitätsrate im Bereich Drogen ändern würde. Ich kann nicht hellsehen. Kannst du das?
Hammerhart. Mir fällt es schwer, dich überhaupt noch ernst zu nehmen.
Desweiteren meinte ich mit den Delikten, die sich dann rückläufig andern würden, vornehmlich die Beschaffungskriminalität. Denn niemand muss mehr einen Ladendiebstahl begehen, um an seine Droge zu kommen, wenn er sie auch auf Rezept vom Arzt bekommen kann.
Also ich hoffe, du hast mich jetzt besser verstanden. Wenn nicht, kann ich dir auch nicht helfen.
@ Bohemund
ja, das mit dem Banküberfall habe ich unglücklich ausgedrückt. Das gibt es zwar auch, aber kommt wohl wirklich nur sehr sehr sehr selten vor. Die meisten Delikte im Bereich Drogen sind Ladendiebstähle, Autoaufbrücheund Betrügereien. Mit großem Abstand folgen dann Sachen wie Einbruch, Raub und Raubüberfälle.
Du bist mir vielleicht ein Witzbold.
Woher soll ich denn haargenau einschätzen können, wie sich die Kriminalitätsrate im Bereich Drogen ändern würde. Ich kann nicht hellsehen. Kannst du das?
Hammerhart. Mir fällt es schwer, dich überhaupt noch ernst zu nehmen.
Desweiteren meinte ich mit den Delikten, die sich dann rückläufig andern würden, vornehmlich die Beschaffungskriminalität. Denn niemand muss mehr einen Ladendiebstahl begehen, um an seine Droge zu kommen, wenn er sie auch auf Rezept vom Arzt bekommen kann.
Also ich hoffe, du hast mich jetzt besser verstanden. Wenn nicht, kann ich dir auch nicht helfen.
@ Bohemund
ja, das mit dem Banküberfall habe ich unglücklich ausgedrückt. Das gibt es zwar auch, aber kommt wohl wirklich nur sehr sehr sehr selten vor. Die meisten Delikte im Bereich Drogen sind Ladendiebstähle, Autoaufbrücheund Betrügereien. Mit großem Abstand folgen dann Sachen wie Einbruch, Raub und Raubüberfälle.
Zuletzt bearbeitet:
- Registriert
- Dez. 2001
- Beiträge
- 2.314
@ andiac
Und wie würdest du das begrenzen wollen? Wie viel Heroin soll sich jemand auf Kosten der Allgemeinheit verschreiben lassen dürfen?
Und wie würdest du das begrenzen wollen? Wie viel Heroin soll sich jemand auf Kosten der Allgemeinheit verschreiben lassen dürfen?
- Registriert
- Aug. 2005
- Beiträge
- 7.002
Entscheidend ist ja nicht die Frage, wie viel "Macht" hat ein Drogensüchtiger, um eigenständig aus den Drogen herauszukommen, sondern "Wie viel Macht hat er davor, um nicht in den Drogensumpf zu gelangen"!
Und das alles nur auf die Gesellschaft zu schieben, zeugt einfach von null Eigenverantwortung!
@ Relict
Es kommt aber darauf an, in wie weit sich "Defizite und Hintergründe" auf das Strafmaß auswirken dürfen! Ich habe manchmal das Gefühl, dass es bei einer Straftat mehr um den Täter als um das Opfer geht!
In Deutschland ist es ja schon fast so: "Ich bin als Kind nur mit der Flasche gefüttert worden!"; "2 Jahre weniger Gefängnis".
Und wie soll man bitte eine schwere Kindheit und die Verarbeitung beurteilen?
Jemand, der das augenscheinlich (laut einem Psychologen) gut verarbeitet hat (weil er selbst hart an sich gearbeitet hat), wird härter bestraft, als jemand der sich einfach gehen hat lassen...!
Solche Leute sollten von mir aus das "gemilderte" Strafmaß im Gefängnis verbringen, die restliche Zeit, die ein "normaler" Bürger noch zusätzlich verbüßen müsste, müssen sie in einer Psychatrie verbringen (um eben ihr erlebtes besser verarbeiten zu können).
Das passiert aber nur bei den wenigsten Fällen!
Edit:
Das mit der legalen Verschreibung von wirklich harten Drogen wie Heroin, stellen sich manche etwas einfach vor! Wie soll der Arzt denn die genaue Dosis bestimmen können? Alleine aus der Anamnese? Wie soll er ihn denn gut einstellen können? Schon die Behandlung von Suchtkranken in einer speziell dafür vorgesehenen Klinik ist mehr als problematisch (wenn die Leute nicht wirklich)an einer Therapie interessiert sind).
Und was ist mit denen, die süchtig nach Alkohol, Nikotin oder Tabletten sind? Sollen die auch ihre Droge kostenlos in der Apotheke bekommen? Von den ganzen psychisch Abhängigen ganz zu schweigen...
Und das alles nur auf die Gesellschaft zu schieben, zeugt einfach von null Eigenverantwortung!
@ Relict
Es kommt aber darauf an, in wie weit sich "Defizite und Hintergründe" auf das Strafmaß auswirken dürfen! Ich habe manchmal das Gefühl, dass es bei einer Straftat mehr um den Täter als um das Opfer geht!
In Deutschland ist es ja schon fast so: "Ich bin als Kind nur mit der Flasche gefüttert worden!"; "2 Jahre weniger Gefängnis".
Und wie soll man bitte eine schwere Kindheit und die Verarbeitung beurteilen?
Jemand, der das augenscheinlich (laut einem Psychologen) gut verarbeitet hat (weil er selbst hart an sich gearbeitet hat), wird härter bestraft, als jemand der sich einfach gehen hat lassen...!
Solche Leute sollten von mir aus das "gemilderte" Strafmaß im Gefängnis verbringen, die restliche Zeit, die ein "normaler" Bürger noch zusätzlich verbüßen müsste, müssen sie in einer Psychatrie verbringen (um eben ihr erlebtes besser verarbeiten zu können).
Das passiert aber nur bei den wenigsten Fällen!
Edit:
Das mit der legalen Verschreibung von wirklich harten Drogen wie Heroin, stellen sich manche etwas einfach vor! Wie soll der Arzt denn die genaue Dosis bestimmen können? Alleine aus der Anamnese? Wie soll er ihn denn gut einstellen können? Schon die Behandlung von Suchtkranken in einer speziell dafür vorgesehenen Klinik ist mehr als problematisch (wenn die Leute nicht wirklich)an einer Therapie interessiert sind).
Und was ist mit denen, die süchtig nach Alkohol, Nikotin oder Tabletten sind? Sollen die auch ihre Droge kostenlos in der Apotheke bekommen? Von den ganzen psychisch Abhängigen ganz zu schweigen...
Zuletzt bearbeitet:
A
andiac
Gast
@ Seppuku
Wovon redest du da eigentlich?
Bei Drogenabhängigen ist das doch schon eine lange nachgewiesene Tatsache, dass die Betroffenen immer schwere Kindheitserlebnisse mit sich herumgeschleppt haben oder schleppen.
Zum letzten Teil deines Posts und @ BessenOlli:
So schwer wie ihr euch das vorstellst, ist das nicht.
Lest mal hier: http://www.heroinstudie.de/
Damit beschäftigen sich dann eben in Zusammenarbeit mit ihren Patienten/Klienten die Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter.
Das geht genauso von statten wie auch bei anderen Medikamenten. Meist wird mit einer recht geringen Dosis angefangen. Und dann wird die Dosis ggf. leicht gesteigert, bis das geeignete Maß erreicht ist.
Wovon redest du da eigentlich?
Bei Drogenabhängigen ist das doch schon eine lange nachgewiesene Tatsache, dass die Betroffenen immer schwere Kindheitserlebnisse mit sich herumgeschleppt haben oder schleppen.
Zum letzten Teil deines Posts und @ BessenOlli:
So schwer wie ihr euch das vorstellst, ist das nicht.
Lest mal hier: http://www.heroinstudie.de/
Damit beschäftigen sich dann eben in Zusammenarbeit mit ihren Patienten/Klienten die Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter.
Das geht genauso von statten wie auch bei anderen Medikamenten. Meist wird mit einer recht geringen Dosis angefangen. Und dann wird die Dosis ggf. leicht gesteigert, bis das geeignete Maß erreicht ist.
Zuletzt bearbeitet:
e-ding
Commander
- Registriert
- Sep. 2006
- Beiträge
- 2.781
andiac schrieb:@ Seppuku
Wovon redest du da eigentlich?
Bei Drogenabhängigen ist das doch schon eine lange nachgewiesene Tatsache, dass die Betroffenen immer schwere Kindheitserlebnisse mit sich herumgeschleppt haben oder schleppen.
Wo hast Du denn das Märcher her? Wie schwer war denn die Kindheit von Christoph Daum oder Michel Friedmann?
Hat jeder der raucht, eine schwere Kindheit gehabt?
Da besteht kein kausaler Zusammenhang.
MFG
- Registriert
- Aug. 2005
- Beiträge
- 7.002
@ andiac
Selbst wenn jeder Drogenabhängige eine schwere Kindheit hat, so ist das noch lange keine Rechtfertigung, Drogen zu nehmen.
Es gibt genügend Leute mit schwerer Kindheit (das ist ein ziemlich dehnbarer Begriff), die nicht drogensüchtig sind! Wie man mit dem Erlebtem umgeht, liegt zu 100% in der Macht der Betroffenen!
Und wie e-ding schon gesagt hat: Was ist mit den Leuten, die keine schwere Kindheit gehabt haben und trotzdem Drogen nehmen?
Und was soll mir jetzt bitte der Link sagen? Dass eine kontrollierte Gabe von Heroin gepaart mit psychologischer Betreuung einen positiven Effekt auf Heroinabhängige hat?
Du wirst mir hoffentlich nachsehen, dass ich mir nicht die Zeit nehme, die verschiedenen Ergebnisse der Studie einzeln durchzulesen!
Und soll dann in Zukunft jeder Suchtkranke, seine Droge umsonst kommen? Das wird wohl etwas schwer finanzierbar sein... (obwohl in meinen Augen, dann jeder das Recht hätte, seine Droge kostenlos (oder auf Kosten der Krankenkassen und somit auf Kosten der Allgemeinheit) zu bekommen)
Selbst wenn jeder Drogenabhängige eine schwere Kindheit hat, so ist das noch lange keine Rechtfertigung, Drogen zu nehmen.
Es gibt genügend Leute mit schwerer Kindheit (das ist ein ziemlich dehnbarer Begriff), die nicht drogensüchtig sind! Wie man mit dem Erlebtem umgeht, liegt zu 100% in der Macht der Betroffenen!
Und wie e-ding schon gesagt hat: Was ist mit den Leuten, die keine schwere Kindheit gehabt haben und trotzdem Drogen nehmen?
Und was soll mir jetzt bitte der Link sagen? Dass eine kontrollierte Gabe von Heroin gepaart mit psychologischer Betreuung einen positiven Effekt auf Heroinabhängige hat?
Du wirst mir hoffentlich nachsehen, dass ich mir nicht die Zeit nehme, die verschiedenen Ergebnisse der Studie einzeln durchzulesen!
Und soll dann in Zukunft jeder Suchtkranke, seine Droge umsonst kommen? Das wird wohl etwas schwer finanzierbar sein... (obwohl in meinen Augen, dann jeder das Recht hätte, seine Droge kostenlos (oder auf Kosten der Krankenkassen und somit auf Kosten der Allgemeinheit) zu bekommen)
keshkau
Commodore
- Registriert
- März 2007
- Beiträge
- 4.399
Ich kann mich bisher zwar nicht so richtig mit diesem Gedanken anfreunden, aber aus volkswirtschaftlicher Sicht gibt es bzw. gab es durchaus schon Überlegungen, der weltweiten Drogenmafia mithilfe einer Legalisierungspolitik den Boden zu entziehen.Seppuku schrieb:Und soll dann in Zukunft jeder Suchtkranke, seine Droge umsonst bekommen?
Das sähe in etwa so aus, dass die beschlagnahmten und somit vorhandenen Drogen frei erhältlich wären (bei Ärzten, in Apotheken, wo auch immer). Die Abhängigen hätten keine Last mehr damit, sich Geld beschaffen zu müssen. Der gesamte Bereich der Beschaffungskriminalität fiele weg. Vor allem aber erzielten die Hersteller von Drogen und die Dealer keine Umsätze und Gewinne mehr, weil es keinen Markt mehr gäbe.
Jetzt kann man sich zwar Gedanken darüber machen, ob ein frei zugängliches Angebot nicht möglicherweise die Hemmschwelle zum Konsum senkt. Aber man könnte für Erstkonsumenten vielleicht eine Beratung bieten.
Dieser Ansatz hat zumindest etwas und ich halte es für falsch, ihn ungeprüft beiseite zu legen. Jede Strategie hat ihre Vor- und Nachteile. Die müsste man gegeneinander abwägen.
Ähnliche Themen
- Antworten
- 13
- Aufrufe
- 10.904