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Im Test vor 15 Jahren: 249 Euro waren zu viel für die Radeon HD 2600 XT X2

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: 249 Euro waren zu viel für die Radeon HD 2600 XT X2

Im Test vor 15 Jahren stand mit der ATi Radeon HD 2600 XT X2 (Test) eine Dual-GPU-Karte, die für einen Preis von 249 Euro ohne Konkurrenz war – allerdings nicht im guten Sinne. Gegenüber einer gleich teuren Single-GPU-Karte von Nvidia zog die Radeon den Kürzeren, bot dafür aber alle Nachteile einer Dual-GPU-Grafikkarte.

Zwei Radeon HD 2600 XT

Bei der Radeon HD 2600 XT X2 handelte es sich um nichts anderes als zwei Radeon HD 2600 XT auf einem PCB. AMD pflanzte dafür zwei RV630-GPUs auf das PCB und ergänzte einen PLX-Chip, um es zu ermöglichen, die GPUs individuell mit den vollen 16 Lanes anzusprechen. Der einzige Unterschied im Vergleich zu zwei Radeon HD 2600 XT war der mit 800 gegenüber 700 MHz leicht erhöhte Speichertakt des 512 MByte großen GDDR3-Speichers. Der Preis war mit 249 Euro leicht über den Anschaffungskosten zweier HD 2600 XT, die jeweils mit etwa 120 Euro in der 512-MByte-Version zu Buche schlugen.

GeForce 8600 GTS Radeon HD 2600 XT (GDDR4) Sapphire HD 2600 XT X2 Radeon HD 2900 XT
Chip G84 RV630 2 × RV630 R600
Transistoren ca. 289 Mio. ca. 390 Mio. 2 × ca. 390 Mio. ca. 700 Mio.
Fertigung 80 nm 65 nm 80 nm
Chiptakt 675 MHz 800 MHz 742 MHz
Shadertakt 1.450 MHz 800 MHz 742 MHz
Pixel-Pipelines
Shader-Einheiten
(MADD)
32 (1D) 24 (5D) 2 × 24 (5D) 64 (5D)
FLOPS
(MADD/ADD/MUL)
139 GFLOPS* 192 GFLOPS 2 × 192 GFLOPS 475 GFLOPS
ROPs 8 4 2 × 4 16
Pixelfüllrate 5.400 MPix/s 3.200 MPix/s 2 × 3.200 MPix/s 11.872 MPix/s
TMUs 16 8 2 × 8 16
TAUs 16 2 × 16 32
Texelfüllrate 10.800 MTex/s 6.400 MTex/s 2 × 6.400 MTex/s 11.872 MTex/s
Vertex-Shader
Unified-Shader
in Hardware
Pixel-Shader SM 4
Vertex-Shader SM 4
Geometryshader
Speichermenge 256 MByte GDDR3 256/512 MByte GDDR3
(256 MByte GDDR4)
2 × 512 MByte GDDR3 512 MByte GDDR3
Speichertakt 1.000 MHz 700 MHz
(1.100 MHz)
800 MHz 828 MHz
Speicherinterface 128 Bit 512 Bit
Speicherbandbreite 32.000 MByte/s 22.400 MByte/s
(35.200 MByte/s)
2 × 25.600 MByte/s 105.984 MByte/s

Das PCB der Grafikkarte wies eine Länge von 28,5 cm auf und war somit sogar länger als das einer GeForce 8800 GTX oder GeForce 8800 Ultra. Im Vergleich dazu mutete das 13 cm lange PCB der Radeon HD 2600 XT winzig an. Die Höhe betrug mit 14,5 cm ebenfalls 2 cm mehr als üblich. Diese ausladenden Abmessungen konnten bei vielen Gehäusen zu Platzproblemen führen.

Die beiden GPUs wurden jeweils von einem 65-mm-Lüfter mit Frischluft versorgt. Die Kühler selbst – die trotz des irreführenden Kupfertons aus Aluminium gefertigt waren – wirkten, sobald die riesige Plastikabdeckung entfernt wurde, vergleichsweise zierlich. Eine Lüftersteuerung verbaute der Hersteller nicht.

Langsamer als eine GeForce 8800 GTS

In den Benchmarks zeigte sich, wo der Hund bei der Radeon HD 2600 XT X2 begraben lag. Während eine günstigere GeForce 8600 GTS zwar merkbar langsamer als die Dual-GPU-Radeon war, konnte sie einer gleich teuren GeForce 8800 GTS 320 nicht das Wasser reichen. Der Leistungsunterschied von der Radeon HD 2600 XT X2 zur GeForce 8800 GTS 320 betrug je nach Auflösung zwischen 29 und 43 Prozent.

Performancerating
Performancerating – 1280x1024
    • Nvidia GeForce 8800 Ultra
      215,3
    • Nvidia GeForce 8800 GTX
      197,4
    • ATi Radeon HD 2900 XT
      175,4
    • Nvidia GeForce 8800 GTS
      147,3
    • Nvidia GeForce 8800 GTS 320
      132,0
    • Nvidia GeForce 7950 GX2
      120,3
    • ATi Radeon X1950 XTX
      114,5
    • ATi Radeon 2600 XT X2 (3)
      100,0
    • Nvidia GeForce 7900 GTX
      90,6
    • ATi Radeon X1950 Pro
      78,9
    • Nvidia GeForce 7950 GT
      78,2
    • Nvidia GeForce 8600 GTS
      71,4
    • ATi Radeon HD 2600 XT (4)
      63,7
    • ATi Radeon HD 2600 XT (3)
      61,0
    • Nvidia GeForce 8600 GT
      56,3
    • Nvidia GeForce 7900 GS
      56,0
    • ATi Radeon X1650 XT
      50,0
    • Nvidia GeForce 7600 GT
      42,8
    • ATi Radeon HD 2400 XT
      30,6
    • Nvidia GeForce 8500 GT
      26,0
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Neben der schlechten Leistung konnte die Radeon HD 2600 XT X2 mit allen weiteren Nachteilen eines CrossFire-Systems aufwarten. Das umfasst neben einer mit (in diesem Fall der fehlenden Lüftersteuerung geschuldeten) konstanten 53,5 dB(A) störenden Lautstärke auch eine hohe Energieaufnahme – trotz moderner 65-nm-Fertigung. Die Temperaturen der GPUs waren sowohl im Leerlauf als auch unter Last gering, was die fehlende Lüftersteuerung umso ärgerlicher machte.

Diagramme
Lautstärke
  • Idle:
    • ATi Radeon HD 2600 XT (4)
      47,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTX
      47,5
    • ATi Radeon X1950 XTX
      48,0
    • Nvidia GeForce 7950 GT
      48,0
    • Nvidia GeForce 8800 GTS
      48,0
    • ATi Radeon HD 2400 XT
      48,5
    • ATi Radeon HD 2900 XT
      48,5
      Kurzzeitig: 56 dB
    • Nvidia GeForce 7900 GTX
      48,5
    • Nvidia GeForce 7950 GX2
      48,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTS 320
      48,5
    • Nvidia GeForce 8800 Ultra
      50,0
    • Nvidia GeForce 7900 GS
      50,5
    • Nvidia GeForce 8500 GT
      50,5
    • Nvidia GeForce 8600 GTS
      50,5
    • ATi Radeon X1950 Pro
      51,5
    • ATi Radeon 2600 XT X2 (3)
      53,5
    • Nvidia GeForce 8600 GT
      55,0
    • Nvidia GeForce 7600 GT
      62,0
  • Last:
    • Nvidia GeForce 7900 GTX
      49,0
    • ATi Radeon HD 2400 XT
      49,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTS
      49,5
    • ATi Radeon HD 2600 XT (4)
      50,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTS 320
      50,5
    • Nvidia GeForce 8800 Ultra
      50,5
    • Nvidia GeForce 8500 GT
      51,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTX
      51,5
    • Nvidia GeForce 8600 GTS
      52,0
    • ATi Radeon X1950 Pro
      54,5
    • ATi Radeon 2600 XT X2 (3)
      54,5
    • Nvidia GeForce 8600 GT
      55,0
    • ATi Radeon HD 2900 XT
      56,0
    • Nvidia GeForce 7950 GX2
      57,5
    • Nvidia GeForce 7900 GS
      58,5
    • ATi Radeon X1950 XTX
      59,0
    • Nvidia GeForce 7950 GT
      59,0
    • Nvidia GeForce 7600 GT
      62,0
Einheit: dB(A)

Fazit

Insgesamt konnte die Radeon HD 2600 XT X2 – vor allem in Anbetracht des Preises von 249 Euro – nicht empfohlen werden. Für 240 Euro konnten Anwender bereits eine GeForce 8800 GTS 320 erhalten, die bedeutend schneller und leiser arbeitete. Das Fazit von vor 15 Jahren hieß: Finger weg, zumindest solange der Preis nicht stark gefallen war. Für den beworbenen Preis war die Radeon HD 2600 XT X2 konkurrenzlos schlecht.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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