Sammelthread Aktien kaufen, verkaufen und Fragen

Mustis schrieb:
Dito.



Ich glaube die Anleger werden sich dann teilweise an Herrn Braun und co. wenden. Aber ob da mehr raus springt, sei mal dahin gestellt.
Ich frage mich nur, wie lange sie das noch getrieben hätten. Ich meine irgendwann fällt das Kartenhaus ja zusammen, wenn auf einmal doch Kredit Zahlungen ausbleiben.
 
PCGamer007 schrieb:
Ich glaube die Anleger werden sich dann teilweise an Herrn Braun und co. wenden. Aber ob da mehr raus springt, sei mal dahin gestellt.
Bei Braun dürfte kaum was zu holen sein, die meisten seiner Aktien waren auf Pump gekauft und daher musste er ja auch nach dem Kurssturz so viele verkaufen und die restlichen werden immer weniger wert. Jan Marsalek ist abgetaucht und es sieht ja immer mehr danach aus, als wäre er in Russland und eine, sagen wir mal vielseitige Person mit illustren Freunden. Der scheint wohl der Drahtzieher gewesen zu sein und könnte durchaus so einige Millionen auf die Seite geschafft haben, aber an ihn und erst recht das Geld wird man dann kaum rankommen, wenn er wirklich bei seinen guten Freunden in Russland ist.
PCGamer007 schrieb:
Ich frage mich nur, wie lange sie das noch getrieben hätten.
Und ich frage mich vor allem wer wie viel davon wusste. Also ganz konkret ob der Marsalek, der ja für das operative Tagesgeschäft und auch die (Schein-)geschäfte mit den Partnern zuständig war, alles mit oder ohne Wissen / Beteiligung von Braun durchgezogen hat. Brauns Verteidiger werden dies natürlich versuchen so hinzustellen, da nur Marsalek offenbar einen Plan für den Fall der Fälle hatte, Braun aber nicht einmal seine Aktien vorher verkauft und sich dann auch rechtzeitig abgesetzt hat, könnte durchaus dafür sprechen.
PCGamer007 schrieb:
Ich meine irgendwann fällt das Kartenhaus ja zusammen
Eben und wenn man so eine Sache aufzieht, dann doch um davon zu profitieren und dazu muss man sich dann aber rechtzeitig absetzen.
 
Bevor hier noch mehr glauben, bei Herrn Braun etwas einklagen zu können, folgende Hinweise.

Ihr müsst als Kläger den Betrug gerichtsfest beweisen!
Dazu braucht es Akteneinsicht/Insiderwissen.
Das Zivilgericht wird, wie üblich, den Ausgang des Strafverfahrens abwarten, bevor es überhaupt verhandelt.
Das Strafgericht wird bei Verurteilung die greifbaren Vermögenswerte zum Wohle der Allgemeinheit einziehen. Danach gibt es nichts also mehr zu holen, selbst wenn Ihr den Prozess gewinnen solltet.
Da strafbare Handlung, kein Restschuldenerlass für Braun & Konsorten, also Titel für 30 Jahre.
Schaut Euch das Lebensalter der Betroffenen an und danach Eure Aussichten auf Geldeintreibung Eurer Prozessauslagen. Da springt höchstens ein sehr teurer Titel zum Einrahmen heraus.

Bestimmt hat so ein Betrüger es in den letzten Jahren nicht versäumt, einen gewissen Teil des Geldes, getrennt von seinem Vermögen, versteckt gut zu bunkern. Da kommen im Normalfall dann weder die Staatsanwaltschaft (kein Interesse) noch die Zivilgläubiger (keine Beweisführung) heran.

Manche Anlageverluste gilt es ökonomisch einfach zu akzeptieren und nicht noch zu vergrößern!
 
Ich meinte damit das es trotzdem einige versuchen werden es auf anderem Wege einzuklagen. Mit mehr oder weniger erfolg. Versuchen wird es geben, auch wenn es wenig erfolg hat.
Das verfehlen von EY finde ich aber ebenso schockierend.

Ich wollte mir Wirecard vor 12 Monaten auch mal ins Depot legen, längerfristig, aber hatte doch ein schlechtes Gefühl dabei. Zum glück hab ich es dann gelassen. Aber so ist es mit Aktien.
Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen. Nur der Umstand ist das "Problem".
 
Das trifft für mich auch zu, habe einen ganz kleinen Verlust erlitten, aber man hätte sich gar nicht ausmalen dürfen wenn sich das Karussell weiter gedreht hätte, gut das es jetzt so gekommen ist.

Ich hab aber nen Strich drunter gemacht mit dem Verkauf der Aktie, wenigstens habe ich nicht solange gewartet bis sie sich bei 2-3€ eingependelt hat.

Man sollte sich vielleicht mit dem Verlust abfinden, mir war das schon zuviel dieses hin und her, wenn ich mir jetzt vorstelle ich hätte zig tausend Euro verloren und mache mir noch die Hoffnung das am Ende was rauskommt bei einer Klageorgie, ne da ist man ja irgendwann ein nervliches Wrack.
 
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Vor allem sollte man Verluste mit entsprechender Demut hinnehmen und seine Lehre für die Zukunft daraus ziehen.
 
Das ist im Leben auf viele Dinge einfach übertragbar, man muss es eben aushalten, was passiert das passiert.
 
Wo du schreibst, das Geld gehört nur jemandem anders...
Was denkt ihr eigentlich zur geplanten Finanztransaktionssteuer? Nach dem, was ich da zuletzt gelesen habe, scheint es ja in der Form nur oder fast nur den Kleinanleger zu treffen und das ursprüngliche Ziel, Hochfrequenzhandel und Spekulation zu erschweren, völlig zu verfehlen.

Aber hey, der Bürger muss sich für die Altersvorsorge auch Aktien, ETF, etc in Erwägung ziehen, da kann man ja wieder fein die Hand aufhalten.
 
Die der Scholz am liebsten europaweit einführen wollte. Oder ist das wieder vom Tisch? Ich habe es kürzlich mal zufällig gelesen. Irgendwas von ab 0,2% pro Transaktion, also beispielsweise Aktienkauf, wenn das Unternehmen eine Kapitalisierung von über 1 Mrd hat?
 
Thane schrieb:
Was denkt ihr eigentlich zur geplanten Finanztransaktionssteuer?
Ich glaube es betrifft ETF's nicht, sondern "nur" Einzelaktien... Korrigiert mich falls ich falsch liege...
 
Also die nationale und keine auf europäischer Ebene die im Zuge der Verhandlung am Wochenende als mögliches Instrument in Erwägung gezogen werden kann.

Prinzipiell zeigt sie halt, wen wenig Ahnung Olaf vom Kapitalmarkt und seinen Gegebenheiten hat.
Man sollte Kapitalerträge einfach wie jedes andere Einkommen auch besteuern + höhere Freibeträge für Kleinanleger. Fertig.
 
parats schrieb:
Vor allem sollte man Verluste mit entsprechender Demut hinnehmen und seine Lehre für die Zukunft daraus ziehen.
Welche wäre das in diesem Fall? Das man nichtmal in DE vor großangelegtem Betrug sicher ist? Und warum sollte ich da Demut zeigen? Sorry, den Spruch finde ich angesichts dessen was hier gelaufen ist, daneben. Und jetzt bitte nicht wieder, ja man hätte es wissen können. Nein, man hat eine Ahnung haben können, wissen konnte man es nicht. Jene die rechtzeitig verkauft haben oder gar nicht erst eingestiegen sind hatten vor allem eines: Glück.
 
Mustis schrieb:
Welche wäre das in diesem Fall? Das man nichtmal in DE vor großangelegtem Betrug sicher ist? Und warum sollte ich da Demut zeigen? Sorry, den Spruch finde ich angesichts dessen was hier gelaufen ist, daneben. Und jetzt bitte nicht wieder, ja man hätte es wissen können. Nein, man hat eine Ahnung haben können, wissen konnte man es nicht. Jene die rechtzeitig verkauft haben oder gar nicht erst eingestiegen sind hatten vor allem eines: Glück.

Man kann so einiges aus diesem Fall ziehen.
1. Man sollte dieses typisch deutsche denken mal ablegen, dass für ein persönliches negatives Ereignis stets besondere Umstände der Auslöser waren die auch noch völlig unvorbereitet eintrafen, hingegen ein positives Ereignis bei anderen stets Glück bzw. Zufall ist.
2. Wenn eine Firma in Kernregionen der Welt eine Rendite weit über dem Marktdurchschnitt erzielt und damit alle Mitbewerber abhängt und dazu so langsam Rauch am Himmel aufsteigt, sollte man einmal genauer hinsehen und sein Verhältnis zum Risiko für dieses Investment neu einschätzen.
3. Gier - such dir mal raus, wann die großen Institutionellen Anleger aus den USA ihr Geld aus Wirecard abgezogen haben. Blackrock oder Vanguard sind durch die Auflage der ETFs auf den DAX oder TecDAX dazu verpflichtet. Die restlichen großen Institutionellen sind aus Deutschland, getrieben von gierigen Fondsmanagern die der Meinung sind, dass Wirecard der nächste große Tech-Pionier (nach SAP) aus DE wird und nicht verstanden haben, dass das Geschäftsmodell von Wirecard die schwächste Position in einem Zahlungskreislauf darstellt.
4. Die Rolle der Bafin mit einem short sell ban war einer der größten Warnschüsse, da hier in Marktmechanismen zur Risikobewertung massiv eingegriffen wurde.

Bleib dabei, dass alle die früh verkauft haben nur Glück hatten während alle investierten völlig unvorbereitet in einen Bilanzskandal verwickelt worden sind. Das zeigt nur, dass Du eben nichts daraus lernen wirst und beim nächsten Investment dieser Art wieder ähnliches dieser Art hier schreibst (vom 18.06.2020 als die Veröffentlichung der Bilanz wieder verschoben wurde):

Mustis schrieb:
Hab Wirecard grad für 45€ gekauft. Darüber steigen tut es selbst dann, wenn die 1,9 Milliarden nicht wieder auftauchen.
In diesem Moment hat die Gier auf schnelle Kursgewinne dein rationales denken vollkommen vernebelt.
Sei also ehrlich zu dir selbst und gestehe dir ein, dass Du alleine für deinen Verlust hier verantwortlich bist.
Alles andere wäre unehrlich.

Jeder verliert mal eine Summe X an der Börse, so ist es eben. Risiko bringt Rendite und nicht jeder ist für jede Art Risiko gemacht. Ich habe Ende 2018 auch knapp 1,8k in einem Chapter 11 Verfahren mit Synergy verloren. Das Medikament wurde von BHC aufgekauft und vertickt sich nun prächtig, tja thats life.
 
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Mal ne andere Frage:
Welche Aktien App verwendet ihr denn auf dem Handy oder PC um die Kurse immer im Blick zu haben. Ich habe seither immer die Aktien App von iOS verwendet, aber irgendwie ist die nicht so prall.
Empfehlungen?
 
OnVista fürs Handy und auch am PC abrufbar, mit Musterdepot inkl.
 
ntloader schrieb:
Welche Aktien App verwendet ihr
Keine, das macht einen nur Irre ständig den Kurs zu sehen.
Ich schau mir einmal im Monat meine Finanzen an, pflege die Sparpläne in Portfolio Performace und schau was sonst so anliegt. Den Rest des Monats sind mir die Kurse egal.
 
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parats schrieb:
1. Man sollte dieses typisch deutsche denken mal ablegen, dass für ein persönliches negatives Ereignis stets besondere Umstände der Auslöser waren die auch noch völlig unvorbereitet eintrafen, hingegen ein positives Ereignis bei anderen stets Glück bzw. Zufall ist.
Bitte was? Was hat das konkret mit Wirecard zu tun? Das ist ein besondere Umstand.
parats schrieb:
2. Wenn eine Firma in Kernregionen der Welt eine Rendite weit über dem Marktdurchschnitt erzielt und damit alle Mitbewerber abhängt und dazu so langsam Rauch am Himmel aufsteigt, sollte man einmal genauer hinsehen und sein Verhältnis zum Risiko für dieses Investment neu einschätzen.
Es wurde genauer hingesehen und trotzde nichts gefunden. Daher sage ich auch, dass es eine glückliche Entscheidung ist, wenn man basierend darauf die Aktie nicht kaufte. Das hat absolut nichts mit wissen zu tun. Sondern mit Misstrauen. Schau dir doch mal an wie die Bewertungen von großen Finanzzeitung und Aktionärszeitungen zum Thema Wirecard nur Wochen vor dem Ereignis waren....

Und erneut kannst du nicht unabhängig sondern nur persönlich argumentieren. Ich habe kurzfristig gekauft, die Mehrheit steckte wesentlich länger in Wirecard. Deine Aussage ist aber pauschal gewesen, nicht individuell ergoa auf alle Wirecard Aktienbesitzer gerichtet. Und davon kenne ich persönlich inzwischen 20, die meisten davon hatten Wirecard erheblich länger im Portfolio und viele davon haben jahrelange Erfahrungen mit Aktien und dem Finanzsektor. Aber die sollen sich sicher jetzt auch alle in Demut regen...
parats schrieb:
dass Du alleine für deinen Verlust hier verantwortlich bist.
Alles andere wäre unehrlich.
Ich habe meinen Teil dazu beigetragen. Aber ich allein? Ganz sicher nicht. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir hier jetzt in solchen Szenarien die Betrüger frei von Schuld sprechen. Natürlich war es eine Wette. Aber eine Wette die darauf vertraute, dass hier kein Betrug vorliegt eben weil zum einen diverse Institutionen genau das verhindern sollen und zum anderen weil auch zig Finanzjournalisten, Prüfer und selbst die Justiz keinen Hinweis gegeben haben, dass hier derartiges unweigerlich vorhanden ist. Und die wenigen die es taten: Es gibt auch Leute, die sagen es gibt Reptiloiden etc. pp. Wenn irgendwann rauskommen sollte, dass es davon doch was gibt, hätte man das auch wissen müssen, nur weil wenige es gesagt haben? Wenn man auf jede kritische Anmerkung und Hinweis hört, kauft man gar nix. Also wiegt man ab, basierend auf Vermutungen. Wissen tut man dabei nur hinterher was. Liegt man richtig, glück, liegt man falsch, Pech. Oder wie würdest du das bezeichnen, wenn das bei Wirecard nur doch ein Mißverständnis gewesen wäre und die Aktie danach wieder enorm an Wert gewonnen hätte? Wäre das dann auch wissen gewesen bei den "GEwinnern"?
Davon ab:
Mustis schrieb:
Und warum sollte ich da Demut zeigen?
Das ich meinte hier trotz "ich" generell, so wie du ja auch generell gesprochen hast und nicht individuell. Das hätte ich besser anders formuliert.
 
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Wirecard war ein angebrannter Spekulatius, das war mir zum Einstieg im Mai schon klar, gut mit fast Totalverlust hätte auch ich nicht gerechnet, trotzdem wollte ich eigentlich nie Geld reinschiessen, letztlich war es etwas Gier, Goodwill in eine erfolgreiche deutsche Story, so kann man sich auch täuschen.

Wenn ich auf Arbeit mal wieder zu forsch bin gibts von meinen Kollegen immer mal wieder nen Wirecard Spruch gedrückt, mittlerweile amüsiert es mich einfach nur noch.

Wenn am Ende Gefängnis für die Betroffenen rauskommt bin ich zufrieden. Hoffe der/ die Staatsanwältin ist bissig, so einen Fall hat man sicher gerne aufm Tisch.
 
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