Bundesregierung will SoldatInnen im Inland einsetzen

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hal9000 schrieb:
aber noch mal, wem nützt es? das ist die entscheidende frage an der ganzen sache. meiner, unserer, eurer sicherheit? oder steckt doch eine ganz andere idee dahinter?

Für mich ist dies nur ein weitere Legitimisierungs-Versuch der Bundeswehr in ihrer jetzigen Größe.

Ansonsten wäre es dem Volk schwerlich klarzumachen, warum Deutschland so ein Heer brauch und warum man nicht schon längst auf eine Berufsarmee umgestiegen ist.

Warum ist man das nicht? Weil dann eben die ganzen Sozialdienstleistenden bzw. Zivildienstleistenden wegfallen würden und damit wäre unser Gesundheitssyxstem im Ar***.

Also sucht man nach Gründen, warum man ein Massenherr braucht. Übriegens: Rußland hat gerade sein Herr auf 1.000.000 Mann reduziert. Und da brauchen wir, das kleine Deutschland, umgeben von Verbündeten 200.000 Mann?
 
Prozentual gesehen hat Russland somit 0,7% seiner Bevölkerung unter Waffen. Deutschland hingegen nur 0,35%. Wo ist denn nun deine Argumentation hin? Über die Fläche geht das leider nicht. Bestenfalls über die Bevölkerungsdichte pro Fläche und da ist Deutschland schon hinten an, was die Bewaffnung angeht.
 
freekguy schrieb:
Prozentual gesehen hat Russland somit 0,7% seiner Bevölkerung unter Waffen. Deutschland hingegen nur 0,35%. Wo ist denn nun deine Argumentation hin? Über die Fläche geht das leider nicht.

Ich bitte dich, das geht NUR über die Fläche. Rußland ist 52-mal so groß wie Deutschland und eine riiiieeeeesige Grenze zu China. (Was den Russen auch Bauchschmerzen verursacht.)
Dagegen ist Deuscthland doch schön klein und kompakt und rechts links oben und unten von Verbündetetn umgeben.
 
hal9000 schrieb:
militarismus: ja, deutschland hat ein problem damit. sowohl nach außen als auch nach innen. wir müssen im 21. jahrhundert die fehler der vergangenheit nicht wiederholen.

Wo ist der deutsche Militarismus? Mittel und Personal der Polizei werden (leider) ständig eingespart und bei der BW sieht es nicht anders aus. Die deutschen Waffengesetze sind mit die härtesten weltweit und offener Nationalismus und Patriotismus sind im internationalen Vergleich vernachlässigbar.

Daher ist m.E. drohender Militarismus nun wirklich kein Argument gegen das Gesetz.


MFG
 
Hinweis zum Titel: Korrekt müsste es SoldatInnEn heißen. Ansonsten werden die Herren der Schöpfung diskriminiert...
 
Korrekt müsste es SoldatInnEn heißen.
Korrekt muss es im Singular „Soldat und Soldatin“ heißen. Allerdings kann man auch „Soldat/-in“ schreiben, wenn man den Bindestrich nicht vergisst. Wenn die von Dir vorgeschlagene Schreibweise für den Plural den „Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung“ – überarbeitete Fassung des amtlichen Regelwerks 2004 vom Februar 2006 – entspräche, dann wüsste ich das.
 
Nein, SoldatInnen ist gemäß der gendersensiblen Sprache korrekt.

@e-ding: Wo der deutsche Militarismus ist? Die Frage ist hoffentlich nicht ernst gemeint oder ist dir entgangen das mitllerweile fast überall auf der Welt deutsche Soldaten stationiert sind und deutsche Außenpolitik mittlerweile zu einem Großteil aus Bereitstellen und Entsenden von Truppen besteht? Das ist Militarismus in Reinform:
Der Militarismus bezeichnet
1. meist eine Ideologie, welche die Meinung vertritt, dass nur durch militärische Stärke Sicherheit oder gar Frieden gewährleistet wird; in ihrer schwächsten Form dient diese Ideologie dazu, prophylaktische Aufrüstung zu rechtfertigen;
Quelle: Wiki
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn Du öfter amtliche Formulare liest, wo die Gender-Beauftragten direkt ihre Finger im Spiel haben und peinlich genau auf die Einhaltung achten, wirst Du feststellen, dass dort alle Bezeichnungen ausgeschrieben werden: Prüferinnen und Prüfer, Stufentinnen und Studenten, Richterinnen und Richter usw. Bei längeren Aufzählungen kommt das besonders gut an.

Das macht manche Dokumente gleich um einige Seiten länger. Aber in den einschlägigen Fachbereichen der Hochschulen und in der Gender-Szene kommt das "I" natürlich immer groß heraus: SoldatInnen, TäterInnen. An die Grenzen stößt man aber, wenn die Wortendungen nicht gleich sind, etwa wenn aus Koch im Plural Köche wird. Dann weiß man nicht recht, wohin mit dem "e": Köch(e)Innen oder so?
 
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smacked2 schrieb:
Nein, SoldatInnen ist gemäß der gendersensiblen Sprache korrekt.
Ach, gendersensibel heißt nur femininsensibel? Dann schreib es auch so ;).
 
@smacked2

Danke fürs Zitat. Vielleicht hast Du da das kleine Wörtchen "nur" überlesen.
Ich kann nicht erkennen, dass Deutschland NUR durch militärische Stärke Friedenssicherung betreibt, geschweige denn eine Ideologie dahinter steht.

Eine steigende Zahl von Auslandseinsätzen, die ich auch für sehr streitbar halte, ist noch kein Indiz von Militarismus.
Erst recht auf das Inland bezogen ist der Ansatz nicht nachvollziehbar.

@Sprache
Ist ein interessantes Thema, gehört hier aber nicht in den Thread.
(Wirklich emanzipierte Frauen gehen mit dem Thema sowieso gelassener um.;))

MFG
 
also, Rekrutierung- (sversuche) an Arbeitsämtern unter denen, die eh schon beschissen dran sind und wo diese Aktionen von den Arbeitsämtern aktiv unterstützt und die potentielen Kriegstoten verpflichtet werden, dran teilzunehmen, das ist Militarismus.
 
danke hal9000 ähnliche Beispiele wollte ich auch gerade anführen

@e-ding: Das ist in meinen Augen Haarspalterei.
Wir wollen aber hier in diesem Thread bitte nicht über Begriffklichkeiten streiten sondern vielmehr über Chancen und Risiken von Bundeswehreinsätzen im Inland.

Und zu der Sprache: Wirklich feministisch engagierte Frauen treten meist für eine gendersensible Sprache ein da die heutige Umgangssprache direkt von Jahrhunderten des Patriarchates herrührt und als solche als Teil des Patriarchates zu bekämpfen ist. Mensch könnte ja mal einen extra-Thread zu dem Thema aufmachen, allerdings bringt das wenig wenn dann dort nur Männer diskutieren, wie das ja hier meist der Fall ist ;)
 
Ich denke, wenn man der Meinung ist, dass Deutschland eine Bundeswehr braucht – und das sehe ich so –, dann steht diese Bundeswehr erst einmal nicht zur Disposition. Darüber hinaus haben wir in Deutschland eine klare Trennung zwischen zivilen Aufgaben, die von der Polizei abgedeckt werden, und militärischen Aufgaben der Bundeswehr. Die unterschiedlichen Anforderungen spiegeln sich in de Ausrüstung, in der Ausbildung und in der Zielsetzung wider.

Vor diesem Hintergrund, ganz ohne Militarismus oder andere Gedankenspielereien im Hinterkopf, ist die Frage durchaus berechtigt, was für Möglichkeiten es gäbe, wenn ein „besonders schwerer Unglücksfall“ (was immer das sein mag) abgewehrt oder eingedämmt werden müsste, für den nicht genügend Polizeikräfte zur Verfügung stehen.

Bisher ist es zum Beispiel bei Naturkatastrophen üblich und möglich, Bundeswehr-Personal unterstützend zur Verfügung zu stellen. Beim militärischen Gerät, wozu auch ein Lkw der Bundeswehr gehören kann, wird es schon schwierig.

Ein „besonders schwerer Unglücksfall“ könnte ebenso gut durch Terroranschläge drohen. Das wäre zunächst einmal eine Aufgabe für die Polizei. Aber je nach Situation, z. B. bei Massenveranstaltungen wie im Rahmen der Fußball-WM 2006, könnte der konkrete Personalbedarf vor Ort dramatisch ansteigen, etwa dann, wenn es konkrete Anzeichen für einen großen Anschlag gibt, meinetwegen mit Giftgas, aber keine Informationen über den Ort vorliegen.

Wenn die Einsatzkräfte in diesem Fall Waffen tragen sollen, müsste die Bundeswehr passen. Denn ein solcher bewaffneter Einsatz wäre im Inland derzeit nicht möglich. Jeder Bundesjustiz- oder Bundesinnenminister, der heute versucht, einen solchen Einsatz anzuordnen, steht mit einem Bein im Gefängnis, ganz gleich, wie logisch und sinnvoll diese Maßnahme unter Bedingungen erscheinen mag.

Mit ein wenig Fantasie kann man sich durchaus vorstellen, dass ein solcher Inlandseinsatz angemessener und auch preiswerter wäre als der umfassende Ausbau der Polizei für den fraglichen Fall der Fälle.

Allerdings bin ich nicht damit einverstanden, dass „die Bundesregierung“ quasi nach eigenem Ermessen darüber entscheiden können soll. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Gesetz – sofern es überhaupt die erforderliche Mehrheit bekommt – ganz schnell vor dem Bundesverfassungsgericht landet, wo es entweder zerrissen oder entsprechend eingeengt wird, sodass anschließend jeder weiß, was unter der „Gefahr eines besonders schweren Unglücksfalls“ zu verstehen ist.

Denkbar wäre auch, dass die Entscheidung der Bundesregierung innerhalb kurzer Zeit vom Parlament abgesegnet werden muss, dass der Einsatz der Soldaten zeitlich befristet werden muss oder dergleichen. Es wäre auch zu klären, wer darüber zu entscheiden hat, ob die Polizeikräfte ausreichen oder nicht. Diese Entscheidung könnte man auf die Länder auslagern oder die Bundesländer könnten die Bundeswehr anfordern, nachdem ihre Anfragen nach Polizeikräften aus den anderen Bundesländern nicht ausreichend erfüllt werden konnten.


Abschließend noch ein Wort zur Gender-Frage:
Frauen, die wirklich emanzipiert sind, beantworten die Frage nach der Gleichberechtigung so: "Ich habe mich Männern schon immer überlegen gefühlt und ich sehe keinen Grund, jetzt noch Gleichberechtigung zu akzeptieren."
 
Zuletzt bearbeitet:
Sorry smacked2, aber wer mit Begrifflichkeiten wie Militarisierung um sich wirft oder als Indiz dafür Angebote des Arbeitsamtes, die Bundeswehr als Arbeitgeber (da gibts übrigens nicht nur Soldaten) zu sehen (hal9000), anführt, der muss sich auch solche Hinweise gefallen lassen. Mir kommen die Bilder und Begriffe die Ihr nutzt schon sehr überzeichnet vor.

Ich bin mit Sicherheit nicht uneingeschränkt pro -BW aber ich leider auch nicht unter einer Uniformphobie und werfe alles in einen Topf.

@Sprache
Mit der Entstehung der Umgangssprache hast Du Recht, nur lässt sich darüber streiten, ob ein sensiblerer Sprachumgang wirklich zu mehr Emanzipation führt.
Als wertungsfreies Beispiel: Die weitaus emanzipierteren Frauen (verallgemeinert) in der ehemaligen DDR konnten z.B. auf speziell weibliche Wortausprägungen verzichten. Da gabs nach der Wende rege Auseinandersetzungen zwischen "Ostfeministinnen" und denen aus dem Westen. So eindeutig ist der Konsenz hier auch unter Feministinnen nicht.

MFG
 
ja aber halt. zwischen wehrpflicht, freiwillig länger dienen und dem nachdrücklichen zwang des arbeitsamtes zur teilnahme an militärischen exkursionen mit der möglichkeit des vorzweitigen ablebens auf einer solchen , ist mehr als nur ein kleiner unterschied. das ist einfach kanonenfutter.
 
@hal9000

Ich bezweifle stark, dass das Arbeitsamt jemanden zwingt, sich bei der BW zu verpflichten. Das ist quatsch!

MFG
 
hal9000 schrieb:
jdem nachdrücklichen zwang des arbeitsamtes zur teilnahme an militärischen exkursionen mit der möglichkeit des vorzweitigen ablebens auf einer solchen , ist mehr als nur ein kleiner unterschied.

Davon habe ich auch noch nichts gehört und wäre über eine Quelle sehr dankbar.

Kann ich mir auch überhaupt nicht vorstellen.
 
nein das nicht. aber die teilnahme dort war pflicht und mit sanktionen bedroht. wie weit sind wir dann noch von einer pflichtmitgliedschaft in der bunten wehr entfernt?

zum militarismus noch mal. wofür gibt es denn bei den landratsämter diese verbindungsbüros der bundeswehr? warum sollen die dort sitzenden bundeswehrangehörige auf alle möglichen rettungsdienste wie rotes kreuz, feuerwehr, thw und was es noch so gibt, zurückgreifen dürfen? haben wir da nicht eine schleichende militarisierung der gesellschaft? und wofür das alles?
 
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