@Hunky Deine Argumentation ist also im Wesentlichen, dass der Aufnahmegrund auf die Intensivstation in der überwiegenden Mehrheit der Fälle unabhängig von einem positiven Corona-Test ist? (Der, darüber bin ich mir im Klaren, immer dafür sorgt, dass ein Fall als Covid-Fall eingestuft wird.)
Das hätte zur Folge, dass zwar die Zahl der Intensivpatienten mit pos. Test steigt, aber eben nicht über die Zahl der Patienten aus den Vorjahren hinaus.
Theoretisch ist das möglich, es gibt aber einige Ungereimtheiten, die mich an der Theorie zweifeln lassen:
1. Wenn Testergebnis und ITS-Aufnahme unabhängig voneinander sind, warum zeigt sich die veränderte Zuwachsrate in der Gesamtbevölkerung ca. 10 Tage bevor diese auch auf Intensivstationen zu sehen ist? Müsste das nicht gleichzeitig passieren? Warum geschieht es ausgerechnet mit der Verzögerung, die schon im April/Mai als Zeitspanne zwischen Testergebnis und ITS-Aufnahme bekannt war?
2. Wenn wir im Wesentlichen die gleichen Patienten wie sonst auch immer auf der Intensivstation liegen haben wie jedes Jahr im November und diese eher zufällig auch einen positiven Corona-Test erzeugen, dann ist das auch in der Schweiz und Belgien nicht anders. Sprich, deren Kapazitäten dürften auch nur im gleichen Maße erreicht/überschritten werden wie sonst auch. Vor dem Hintergrund: erinnerst du dich daran, dass z.B. Teile der Schweiz wegen Überlastung der Intensivstationen mal in der Grippesaison den Notstand ausgerufen haben? (Ich nicht, kann mich aber natürlich täuschen.)
3. Warum widerspricht der Verband der Intensivmediziner der Darstellung?
4. Das geht eher an deine Wahl der Helios-Kliniken: Die haben so ca. 5 % der Intensivplätze (inkl. Reserven) in Deutschland. Kannst du dir vorstellen, dass es in so einem Subset der Gesamtheit anders aussieht als in der Gesamtheit, z.B. wegen organisatorischer Unterschiede? Landet der Durchschnittspatient überhaupt mit der gleichen Wahrscheinlichkeit in einer Helios-Klinik, wie in einem anderen Krankenhaus? (Auch hier: kann schon sein.)