Der Milchpreis

Man sollte auch mal beachten das deutsche Bauern die Umwelt deutlich besser behandeln als es ukrainische oder chinesische leisten können (nicht immer nur wollen). Viele Auflagen machen jegliche Produktion nunmal teurer.

Und ich sehe es auch als großes Risiko an wenn wir von Nahrungsmittelimporten abhängig wären. Damit bin ich auch für die Erhaltung von Binnensubventionen. Denn man sieht es doch an Russland oder China, wenn wir rumjammern was sie doch für schlimme Menschenrechte haben, wird einfach bei der nächstbesten Gelegenheit mit den Muskeln gespielt (indem man z.B. den Gashahn für Europa zudreht) um zu zeigen wer am längeren Hebel sitzt.
Sowas mag bei "Luxusgegenständen" noch hinnehmbar sein, bei Grundnahrungsmitteln aber meiner Meinung nach nicht. Jedes Land sollte bei Wasser und Nahrung unabhängig sein, zumindest innerhalb seines engsten Bündnisrahmens. Wer Schäuble toll findet kann ja auch noch mit Terroranschlägen (Felder vergiften etc.) kommen, selbes Problem wie mit Solaranlagen in der Wüste.
Zudem stimm ich MrWeedster zu, dass allein die Transportkosten den Import zu teuer machen werden, jedoch dann die Bauern fehlen werden um die Eigenversorung wieder zu reaktivieren.

Daher sollte man sich auch überlegen ob man nun für alles extrem billig ist, oder ob man zu dem Kreuz steht das man alle 4 Jahre macht, welches entsprechende Qualitätskontrollen und -verbesserungsmaßnahmen nach sich zieht, die nun einmal auch Geld kosten.
 
Angenommen Deutschland beendet seine Landwirtschaftssubvention und importiert zunehmend Nahrungsmittel, z.B. aus Frankreich. Wenn der Weltmarktpreis niedriger ist als unser Preis, dann wär das natürlich gut. Wenn nicht, verkaufen unsere Landwirte ihre Waren im Ausland und profitieren ebenfalls davon.
Ich weiß nicht, ob man Öl und Gas so gut mit Nahrung vergleichen kann. Schließlich ist die russische Gasindustrie viel abhängiger von der Regierung als die französische Lebensmittelindustrie von Sarkozy. Wie soll ein Land da Druck ausüben?
 
Deutschland ist Arbeitskräftemäßig kein Agrarland.
Aber schon einmal etwas von Traktoren gehört?

Die Bewirtschaftete Fläche ist wohl so groß wie nie zuvor und vorallem der Ertrag pro Hektar ist förmlich explodiert in den letzten 50 Jahren.

Es kann einfach nicht etwas unter Produktionspreis verkauft werden.
Weltmarktpreis 22 Cent, D/A Preis 30 Cent, Spitze war 40 Cent.
Wenn die Milch(-Produkte) alle im Ausland zugekauft werden, dann sterben bei uns ganze Industriezweige.
Wie in der PKW Produktion, wo von ALLEN Herstellern kräftig in Fernost zugekauft wird und bei uns 100.000ende qualifizierte Arbeitsplätze verloren gehen und nicht wiederkommen.

Also bitte!
Zahlen wir unseren Bauern einen gerechten Preis.
Eine "Fair Trade"(aus Österreich!) Milch wie beim Hofer/Aldi...was soll das eigentlich?
Sind uns unsere Bauern so wenig wert, daß wir sie wie eine 3. Welt Kaffeplantage behandeln müssen?

Kann es sein, daß gewisse Grundnahrungsmittel durch hohe Subventionen lange Zeit künstlich billig gehalten wurden?
Jetzt wo die Subventionen langsam bröckeln, was gut ist, dann müssen wir und die NM-Industrie eben den echten Preis zahlen, den wir jetzt über unsere Steuern querfinanzieren.

Die Politik müsste aber auch die nicht bezahlten Subventionen an die Leute zurückgeben, sprich Steuern senken.
Wäre der Transport nicht so hoch subventioniert, dann wären die Waren aus dem Ausland auch weit teuerer, denke ich mir.

Es kann einfach nicht sein, daß wir uns selbst durch die "Geiz ist Geil" Mentalität selbst die Jobs und damit das Geld abgraben!

Landwirt ist ein Beruf den man auch nicht so einfach lernen kann, das ist über Generationen erworbenes Wissen und vererbte/übergebene Flächen.
Wenn die Bauern erst einmal weg sind, dann kommen so schnell keine mehr, wenn sie dann wieder gebrauch würden.
Wer weis ob dann noch die Flächen da sind für die Freilandhaltung, Laufställe usw.
Die Zersiedelung der Gegend geht doch munter dahin!

Bei uns werden übrigends derzeit Baullandflächen in großem Stil in Nutzlandflächen rückgewidmet, damit bei Bedarf landwirtschaftliche Flächen vorhanden sind.
Etwa für Energiepflanzenanbau, wenn der Treibstoff bei 2,5-3 Euro steht!
 
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Ach, schön, dass hier schon so fleißig dikutiert wird:D
Hatte bis jetzt keine Zeit, auf diverse teils abstruse Beiträge zu antworten, da ich selbst in der Landwirtschaft tätig bin.
Wir haben eine GmbH mit ca. 400 Milchkühen. Eigene Aufzucht und Bullenmast noch nicht inbegriffen.
Nach jahrelangen harten Verhandlungen mit den Discountern wurden uns endlich Anfang diesen Jahres die Preise gezahlt, welche uns das Überleben deutlich erträglicher machen würden als die Jahre zuvor. Dann kamen unsere schlauen Politiker (die muß man einfach lieb haben :freak:) auf die Idee, die Quote um 2% zu erhöhen. Und was passiert bei Überbedarf? Ab in den Keller mit den Preisen. Das wäre noch kein großes Problem, wenn die Kosten für Futtermittel-Zukauf (seit Januar zw. 50 und 100% angestiegen), Diesel (die Preisentwicklung kann ja jeder selbst mit verfolgen), Tierarztkosten und Strom bzw. Gas im selben Maße sinken würden.
Kurze Zwischenfrage: Warum kosten Milchprodukte nach wie vor soviel wie seit der Preiserhöhung Anfang des Jahres? Wir merken davon nix mehr:( Nur die Gebrüder ALDI vermelden jährlich, wieder eine Milliarde mehr auf ihren Konten angesammelt zu haben.

Und man kann eine Hochleistungskuh nunmal nicht wie in Bayern täglich auf die Alm treiben, ein paar Stunden grasen lassen und dann 50l aus ihr heraussaugen. Die Erstellung einer Futterration ist eine Wissenschaft für sich und kleinste Unregelmäßigkeiten bzw. äußere Einflüsse wie Lärm, Wetter, Stress usw. wirken sich innerhalb weniger Stunden auf die Leistung aus!

Wo soll das also hin führen, wenn ein Landwirtschaftsbetrieb die Kosten für die Milchgewinnung von anderen Standbeinen abziehen muß wie z. Bsp. einer Biogasanlage?
Da tauchte ja auch so ein origineller Kommentar auf. " Die Bauern können doch heut einen auf Biogas machen."
Ja, machen wir auch. Einziges Problem: So eine Anlage kostet eben mal schlappe 1,5-2Mio€!!! Wo das Geld her nehmen? Getreideverkauf? Auch schon längst kein lukratives Geschäft mehr. Hinzu kommen Dürreperioden wie in den vergangenen 5-6 Jahren, welche die Erträge deutlich schmälern.
Nebenbei dürfen wir ostdeutschen Bauern noch Altkredite zurück zahlen, die aus Zeiten eines Staates stammen, der schon seit fast 19 Jahren nicht mehr existiert. Und sowas gibt es nur in der Landwirtschaft! Anderswo wurden einem die Altschulden erlassen.

Aber, wie Frau Merkel (ihres Zeichens gesamtdeutsche BK) vor wenigen Monaten noch großspurig in die Fernsehkameras posaunte: "Dem deutschen Landwirt geht es so gut wie seit Jahren nicht."
Da kann ich nur noch :kotz:

Und unsern Landwirtschaftsminister kann man ja voll in die Tonne treten. Wenn der von Landwirten redet, dann meint er immer nur die unten in Bayern, wie vor 2 Tagen in einer Talkshow gesehen. "Unsere bayrischen Landwirte..."
Den Rest nimmt er doch gar nicht für voll:mad:

Na dann :n8:
 
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Gut gesprochen!
Applaus, Herr Kollege!
Ich hab allerdings keine Kuh, gar kein Viech eigentlich, nur 6ha Wald und Wiese fürs Heizen und als "Parkanlage für Wanderer und Moutainbiker"(Kulturlanderhaltung, Mähen und Wege in Stand halten gegen Mini Förderung(640 Euro/J).
In Österreich wird übrigends auch gestreikt.
Die Gebrüder Aldi heissen bei uns Hofer, der mit der "fairen Milch" wie als ob die Milch von einer Sklavenplantage aus dem Amazonasgebiet kommen würde...
Wir verkaufen übrigends unsere Milch nach D(wer kann), weil euer Preis so gut ist...
 
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http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:Handel-Milchpreiserh%F6hungen/623562.html

Ich schätze mal, dass läuft so in den Zentralen der Discouter: Die haben eine Art "Optimal-Preis", bei dem die Kunden am meisten kaufen und wo der höchste Gesamtgewinn für Lidl & Co abspringt. Dieser theoretische Preis liegt im Moment unter dem Streik-Preis und wird peu a peu wieder dorthin zurücklaufen.

Deshalb kann ich den Streik der Bauern (für mich sind das Unternehmer und keine Arbeitnehmer) überhaupt nicht nachvollziehen.
In meinen Augen dequalifzieren die sich durch diese dämlichen Streikaktionen nämlich selber, denn die verlieren damit Geld und der Abnahme-Preis für die Milch wird langfristig sowieso sinken.
Denen ist einfach noch nicht klar, dass die Zeit der kleinen Milchbetriebe vorbei ist. Die schlechtesten Wirtschafter, also die, die das teuerste Futter einkaufen und am wenigsten für ihre Milch bekommen, werden als erstes eingehen. Und das passiert in Deutschland ständig überall, das nennt man Strukturwandel und der gehört dazu. Es macht mich richtig wütend wenn ich diese Leute sehe, die das einfach nicht wahrhaben wollen! (ich benutze so selten Ausrufezeichen aber hier hab ich mir eins gegönnt)

PS: Unten steht noch was von mehr Subventionshilfe und zusätzlichen Mitteln, um den Export verbessern zu können. Da kann ich wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln :(
 
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Bin mal gespannt, wann die Telekom streikt, weil die "blöden Kunden" keine 4 Ct./Min. zahlen wollen.
Oder der Opel-Vorstand, weil es so schwer ist Opel für 50.000 Euro zu verkaufen.

WIe bereits gesagt, Bauern sind Unternehmen und müssen sich ins Wirtschaftsgefüge einfügen - willkommen in der marktwirtschaft, der Markt bestimmt nunmehr den Preis und kein Bauer.
 
Ihr Vertsteht das Problem nicht.
Der Unternehmer Bauer kann nicht bestimmen zu welchem Preis er seine Milch verkaufen möchte.
Das wird ihm von der Molkerei dikitiert.
Spanne Bauer: 36 Cent
Spanne Molkerei: 30Cent
Spanne Handel: 40 Cent
So ungefähr.

Auch ein Großbauer mit 1000 Kühen kann in Europa nicht um 36Cent produzieren, da kommen dann noch Förderungen dazu die wir über die Steuer zahlen, 2-3Cent/l

Vor 15 Jahren war der Milchpreis für den Bauern wesentlich höher als heute, unterm Strich.
Der Preis im Handel aber weit niedriger.(Nachdenken wer da jetzt mehr verdient)
Rein nur durch die Inflation müsste heute ein Bauer ca. 30% mehr bekommen.

Billige Lebensmittel schön und gut, aber unsere Ernährung sollte uns mehr wert sein als irgendein anderer Scheißdreck.
Bei 80l pro Kopf Milchverbrauch wäre ein fairer Preis für den Bauern, mit 45Cent/l, also nur 8 Euro im Jahr Mehrpreis pro Kopf!

Es geht um lächerliche 8 Euro im Jahr.

Bauer-Molkerei ist so ungefähr wie Autofahrer-Tankstelle, nur umgekehrt.
Der Autofahrer kann sich gegen zu hohe Preise auch nicht durch nicht tanken wehren, wenn alle Tankstellen sauteuer sind(+/- 3 Cent).

Es hat mit Marktwirtschaft also gar nichts zu tun, sondern mit der Gewinnmaximierung von großen Handelsketten(Quasimonopol), die wiederum der Molkerei den Preis diktieren.

Der Preis, für den Bauern wurde vor kurzem um 10Cent nach unten gedrückt, der Konsument merkte davon NICHTS.
Wer schlau ist und die Möglichkeit hat kauft seine Milch und andere Produkte direkt am Hof.
 
eine Molkerei ist genauso ein Betrieb wie ein Bauernhof. Das nennt man Business to Business, ist aber dennoch Marktwirtschaft.
Und wenn ein Bauer nicht zu einem bestimmten Preis produzieren kann, dann scheidet er eben aus dem Wettbewerb aus und damit sinkt das Angebot an Milch, was wiederum den Preis stabilisiert. So funktioniert die Wirtschaft nunmal und wenn dabei jemand auf der Strecke bleibt, ist es für ihn persönlich traurig aber trotzdem was ganz normales.

Und die 80l pro Kopf-Verbrauch sind auch etwas zu kurz gerechnet, weil sie vermutlich den direkten Verbrauch meinen, aber mit steigendem Milchpreis steigen die Preise sämtlicher Produkte, in denen Milch vorkommt, dann ist es nix mehr mit 8 Euro/Jahr.
 
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Moment mal Rasemann, so kannst du das nicht sehen. Der Bauer ist genauso Unternehmer wie das Autohaus und der Handyschalen-Verkäufer. Alle müssen mehr oder weniger von einem Marktpreis ausgehen, zu dem sie produzieren wollen. Ob der Milchbauer und seine Vorfahren das jetzt schon 300 Jahre machen und Sohn/Tochter das übernehmen sollen, interessiert z.B. gar nicht.
Ich finde es nicht fair, wenn die vor Aldi ziehen und sagen, die wollen mehr Geld für ihre Milch. Auf gut deutsch: Ja, wir protestieren nicht gegen dich Odium, aber von dir wollen mehr Geld. Denn die Molkereien und Zwischenhändler geben natürlich nichts 1:1 weiter, auch wenn da Fairmilch dran steht.

Um es knallhart zu sagen: Bei den Massen an Milch, die wir täglich in Europa produzieren bin ich nicht bereit, 0,59€ für einen Liter hinzulegen, wenn Wasser weniger als ein Drittel kostet. Ich will, wie jeder Verbraucher, so wenig wie möglich bezahlen und ich würde definitiv meinen Verbrauch hochfahren wenn der Preis sinken würde.
Es ist für mich einfach ein Armutszeugnis, wenn die Bauern so "verzweifelt" sind und streiken gehen. Die müssen doch klüger sein und wissen, wann sie noch wettbewerbsfähig sind und wann nicht. Die fetten Jahren der Subvention und der Familientradition sind vorbei, scheinbar haben das noch nicht alle so ganz mitgekriegt. In ein paar Jahren, wenn die Quoten endlich weg sind und alle soviel produzieren wie nur irgendwie möglich, dann sinkt der Milchpreis für uns weiter und vielleicht kriegen wir den Liter dann schon für 0,29€ :)
 
Noch einmal:
Den Bauern wurde zugunsten der Molkereien und des Handels die Spanne gekürzt.
Der Preis im Regal wurde sogar erhöht.
Was ein Bauer verkaufen kann und darf ist sowieso durch das Milchkontingent fix vorgegeben, da gibts keine Marktwirtschaft.
Der Bauer ist also der einzige Verlierer, trotz höherem Endpreis für den Kunden.

Wenn ich für meine Milch weniger bekomme, als ich(oder irgendwer in den EU 15) sie produzieren kann, dann geht das einfach nicht.
DARUM wurde von uns Bauern gestreikt.

Wasser ist wohl kaum mit Milch zu vergleichen.
Mineralwasser ist absolut unverschämt teuer.
Wasser = 1 Euro pro 1000 Liter(Leitungswasser, ohne Abwasserkosten bei mir)
Mineralwasser = Leitungswasser + Kohlensäure, Abfüllkosten ca. 5 Cent der Liter, bei Kleinserien(weis ich von meinem Apfelsaft, der kostet samt Pressen, filtern und pasteurisieren + Gewinn 20Cent/L)

Milch wird für dich nicht billiger, sondern teuerer, obwohl wir zusperren oder, wenn möglich, zu Energiepflanzen umsatteln müssen, das ist das Problem.
Die Milch kommt dann eben aus Polen oder der Ukraine oder in Milchpulverform sonst wo her...sehr sinnvoll ein Produkt das überall produziert werden kann, über 1000ende Kilometer heranzukarren.


Das "Geiz ist Geil" kommt unserer Gesellschaft noch verdammt teuer zu stehen.
 
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Diejenigen die dauernd große Reden von wegen "das ist Marktwirtschaft" schwingen, sind doch die ersten die weinen und nach mehr Geld jammern, wenn sie Hartz IV empfangen....

Der Markt für Milch ist alles andere als ein vollkommener Markt..

@dogio Glaubst du ernsthaft der Milchpreis steigt wieder, nur weil Bauern pleite machen?
 
vielleicht nicht, aber bauern künstlich am Leben zu halten macht auch kein Sinn.
 
@32: Daran glaube ich ganz fest. Der Milchmarkt ist sowas von reguliert, das findet man heute schwer ein zweites Mal. Überall Subventionen und der Schrei nach Hilfe, wenn der Preis sinkt. Wieso wird eigentlich die naheliegenste Lösung - die Abkehr von der Landwirtschaft - gar nicht in Betracht gezogen? Sobald die Quoten fallen, läuft es nämlich darauf hinaus.
Das heißt, die Bauern hier müssen expandieren, Kosten senken oder ihre Milch irgendwie besser machen, damit sie konkurrenzfähig bleiben.

Im Moment versuchen doch alle nur Lösungen für ein Problem zu finden, das nur existiert, weil es zuviele (kleine) Anbieter gibt.
Rasemann: Der Bauer hat quasi eine Obergrenze, aber keine Untergrenze. Niemand ist verpflichtet, unbedingt mehr Milch zu verkaufen, wenn der Preis nach oben geht. Es passiert aber trotzdem.
Sie wurde eingeführt, weil es vor 30 Jahren teurer war, die produzierte Milch zu entsorgen, statt sie zu benutzen. Eine Folge (zum Teil) war daher auch, dass Bauern davon leben konnte, die es in einer freien Marktwirtschaft eigentlich gar nicht gegeben hätte. Wir haben jahrelang zuviel für Milch und tun es jetzt immer noch.
Letztendlich profitieren alle davon.
Edit: Ich glaube inzwischen auch nicht mehr, dass die Bauern sich selbst als Unternehmer sehen. Mehr so als eine Art Erzeuger mit Sonderrechten. Während des Streiks gab es gegenüber den Landwirten, die weiterhin Milch geliefert haben, zu schweren Anschuldigungen, weil es ja Verräter wären. Dadurch seh ich nur, dass es untereinander noch gar keine echte Konkurrenz gibt, sondern mehr eine Verbundenheit gegen die bösen Molkereien.
 
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oder ihre Milch irgendwie besser machen

Wie soll das denn in der Praxis ausehen?
Goldpuder zufüttern oder einfärben?

Es gibt ja schon Biomilch und wie man an den leergeräumten Regalen sehen konnte ist der Durchschnittsbürger nicht willens den Mehrpreis für Biomilch oder gar für Milch im Direktvertrieb zu bezahlen.

das teuerste Futter einkaufen

Man soll die Milch besser machen aber kein hochwertiges und teures Futter kaufen.
Irgendwie widerspricht sich das.

Wenn es die Milch irgendwann für 29 Cent zu kaufen gibt, dann möchte ich gar nicht wissen wie und mit welchen Mitteln die hergestellt wird.
Vielleicht kommt sie bis dahin ja auch schon aus China...
 
Also Milch ist Milch, da kann man nix verändern, höchstens ein paar Vitamine reinschütten.
Solang Milch nicht maschinell hergestellt werden kann, müssen wir wohl mit den hohen Preisen leben.
 
Skoll schrieb:
Also Milch ist Milch, da kann man nix verändern

sorry aber das ist der größte Schwachsinn überhaupt.
In der Milch ist genau das was auch verfüttert wurde.
wenn also Pestizide im Futter sind dann sind sie auch in der Milch.
 
Gemessen am Aufwand ist Milch so billig wie sonst kaum was.
Gehört ja, bei uns, zu den Grundnahrungsmitteln.
Wie Brot auch.

Warum nur konnte sich der Weizenpreis vervierfachen?
Weil man aus Milch keinen Treibstoff machen kann?
 
Die Forderungen der Bauern sind unverschämt! Wir leben in einer Marktwirtschaft und der Markt gibt es eben nicht her.
Ende im Gelände.
 
Aus Milch könnte man zumindest Biogas oder Dünger herstellen.

Ist in DE zwar verboten da Milch einen gewissen Anteil an Hemmstoffen aufweist, aber das kann sich mal ändern. Und wenn in Resteuropa dieses im großen Stil umgesetzt werden sollte dann können wir uns auf richtig hohe Milchpreise einstellen.


Warum ist es unverschämt darauf hinzuweisen daß man als bäuerlicher Kleinbetrieb am Rande der Existenz steht?
Wir leben in einer Demokratie und da darf man noch protestieren.
 
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