Deine Argumentationen zur Milchpreispolitik sind absurd.
Du schreibst im letzten Satz allen ernstes, dass ein Arbeiter in der Fischindustrie und Obstpflücker weniger bekommt als ein Chinafließbandsklave. Was soll man denn zu so einem Unsinn schreiben. Der Lohnkostensatz für einen solchen chinesischen Arbeiter wird bestimmt bei unter 4 €/h inkl. Sozialabgaben liegen, (wohl noch unter 3 €/h sogar).
Dann schreibst Du sinngemäß, dass man die anderen überschüssigen Landwirtschaftsprodukte verheizt, um mit Ihnen Erlöse zu erwirtschaften. Ganz tolle Spinnereien. Wer verheizt denn bitte schön Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Getreide (ok geht sogar technisch-wird aber derzeit nur Stroh verheizt) u.a.?
Klar bekommt der Bauer seinen Preis von der Molkerei und diese bekommt Ihren Preis vom Einzelhandel. Wer jetzt aber den Molkereien/dem Einzelhandel die Schuld in die Tasche schieben will, der sieht zu kurz, schaut nicht hinter die Fassade.
Bis auf Getreide, aber da auch nicht für alle Sorten, kann man keines der anderen Lebensmittel für etwas anderes einsetzen als ihren ureigensten Zweck, der Ernährung. Milch ist wie alle anderen Lebensmittel genauso vergleichbar.
Einzig die europäische Milchquote, auslaufend zum Jahr 2015, stellt eine Höchsterzeugungsmenge dar, die es so für andere Lebensmittel nicht gibt. (Ausnahme: Fischfangquote)
Wer sagt, daß das bei anderen Produkten nicht auch der Fall ist?
Wir alle hätten doch sicherlich mitbekommen, wenn in den letzten Monaten Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse, Getreide im größeren Stil weggeworfen/vernichtet wurden - oder ?
Wer schon etwas älter ist, sollte sich z. Bsp. an Aktionen der spanischen Apfelsinenproduzenten/Tomatenproduzenten in den 80er Jahren erinnern können.
Zur Zeit wird einfach nach der europäischen Milchqote produziert und von den Milchbauern auf den Markt geworfen. So muss man es betriebswirtschaftlich/volkswirtschaftlich sehen!
Die europäische Milchquote soll eine Überproduktion und einen Milchpreisverfall verhindern, was sie aber im Moment für Deutschland nicht erfüllt. Alle anderen Länder in der EU wollten deshalb die Milchquote dieses Jahr für alle gleichstark absenken, damit der Milchpreis stabilisiert wird. 2 Länder (Deutschland +1) waren aber dagegen, um die heimischen Milchbauern vor Einnahmeausfällen zu schützen. Minister Seehofer ist sogar noch stolz auf seine Haltung und seinen Einsatz in dieser Sache.
Der Weltmarktmilchpreis und noch viel schlimmer, der Milchpreis in vielen umliegenden Ländern liegt aber deutlich unter dem des deutschen geforderten Preises von 40ct/Liter Rohmilch.
Was passiert also ab 2015, wenn die Milchquote ausläuft?Der Handel wird dort einkaufen, wo er ein vergleichbares Produkt günstiger bekommt, genauso wie er das schon seit Jahren bei Fleisch, Fisch, Getränken, Obst und Gemüse und weiteren Lebensmitteln macht.
Frischmilch wird er weiterhin in Deutschland und maximal den angrenzenden Ländern kaufen (müssen). Ab 2015 wird dann jeder größere und effizientere Betrieb seine Milch auf den Markt werfen/anbieten. Wer das jetzt nicht in der Lage zu erkennen ist, der tut mir nur bedingt leid. Es ist deshalb völlig aussichtslos, jetzt einen Kampf um 40ct / Liter gewinnen zu wollen, wenn 2015 eh der Milchpreis sich auf ein europäisches Niveau einpendeln wird.
Der Landwirt bekommt jetzt für Milch weniger als noch vor ein paar Jahren.
Der Regalpreis ist nicht gesunken, sondern gestiegen. Komisch.
Ein Indiz dafür, dass hier der künstlich hochgehaltene Milcherzeugerpreis sich auf einen subventionsfreien Preis einpendelt.
Es ist unwahr, dass es für Milch nicht mehr als einen Abnehmer gibt.
Genauso ist es unwahr, dass andere Lebensmittelerzeuger mehr Auswahlmöglichkeiten beim Verkauf Ihrer Produkte haben.
Wenn niemand anders als die deutschen Molkereien die deutsche Milch haben wollen, dann ist das doch eindeutig ein Zeichen dafür, dass sie nicht wettbewerbsfähig ist. Die Milchbauern können doch wieder ihre eigenen genossenschaftlichen Molkereien aufmachen (gibts ja auch noch welche) und dann dem Handel die Milch für mehr Geld verkaufen wollen. Auf den gleichen Gedanken (eigener Großhandel setzt höhere Erzeugerpreise durch) kommen die anderen Lebensmittelproduzenten nicht, weil sie schon in der Marktwirtschaft angekommen sind.
Und was ist da komisch am von der Komission festgesetzen Milchpreis und dem Kontingent?
Damit wollte man die Milchbauern vor einer Überproduktion in billigeren EU-Ländern schützen. Aber wie weiter oben beschrieben, ist der deutsche Landwirtschaftsminister ja zu doof, um dieses Regularium aktuell den Gegebenheiten anzupassen (Quote senken). Fast alle anderen EU-Ländern haben dagegen die Notwendigkeit einer Milchqoutenabsenkung erkannt.
Angst vor einer milchbauernfreien Zone in Deutschland brauchen wir aber zukünftig nicht zu haben. Genausowenig wie wir nicht bedeutsame Mengen an anderen Lebensmitteln aus China+Afrika+Asien einführen, wird zukünftig Milch von dort herkommen.