Elterngeld abschaffen?

Martyn schrieb:
die Einkommensgrenze würde ich eher bei so 80.000-90.000€ ziehen.
Dann muss der Besserverdienende weiter arbeiten gehen. Und es setzt voraus, dass es vorher schon ein Alleinverdiener war. Bei 90k€ Grenze, blieben bei gleich viel verbliebenden noch 45k€ über. Das wäre schon hart, wenn man dann gar kein Elterngeld mehr bekommt.
Natürlich kann man argumentieren, dass man sich einschränken könnte für eine gewisse Zeit. Aber so einfach ist das nicht. Miete etc läuft weiter.
 
@Buttkiss
Um ein Vielfaches mehr kosten kommt mit etwas übertrieben vor, hast du dazu ne Quelle?
Also ich kenn es so das sich damals das Leben und die Kosten doch waren.
 
Warum sollte man das Elterngeld streichen wenn es viel naheliegendere Einsparmöglichkeiten gibt? Erst mal da anfangen wo es wirklich sinnvoll wäre, weil zuviel Geld aus dem Fenster geworfen wird. Elterngeld erst ganz am Schluß wenn alles andere erledigt ist. Es geht hier um deutsche Kinder.
 
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Eine sinnvolle Besteuerung der Vermögen der oberen 1% würde sehr viel mehr Geld einbringen, als eine geschürte Neiddebatte wer das Elterngeld verdient hat und wer nicht.
 
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Eine interessante Grafik aus was sich Steuereinnahmen zusammensetzten:

Screenshot 2025-03-19 at 16-53-22 19-47-1.pdf.png

100 Jahre deutsches Steuersystem: Grundlagen, Reformen und Herausforderungen

Wie man sieht übertrafen die Ausgaben fast immer die Einnahmen. Außer zu einer Zeit in der die Vermögensabgaben deutlich höher waren.

Und wenn man sich dann die Vermögensentwicklung von unseren oberen 1% anschaut dann frage ich mich wie man auf den Trichter kommt Sozialleistungen zu kürzen wäre die Lösung.

Beispiel Susanne Klatten:
Vermögen 2004: 7,8 Mrd.
Vermögen 2024: 26,5 Mrd.
 
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Der größte Hebel wird sicher die Lohnsteuer sein. Ich habe jetzt kein Zahlen parat, aber "Problem" sind sicher auch die Niedrigeinkommen die zusätzlich mit Bürgergeld subventioniert (weils einfach nicht reicht)werden aber praktisch keine Steuereinnahmen generieren. Den Niedriglohnsektor hat man sich selbst eingebrockt.

Aber ja am Ende muss es den Reichen an den Kragen gehen. Und damit sind nicht Leute mit 5k Brutto gemeint, auch wenn die vielleicht denken Sie wären es :D
 
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Lost_Byte schrieb:
Dann muss der Besserverdienende weiter arbeiten gehen. Und es setzt voraus, dass es vorher schon ein Alleinverdiener war. Bei 90k€ Grenze, blieben bei gleich viel verbliebenden noch 45k€ über. Das wäre schon hart, wenn man dann gar kein Elterngeld mehr bekommt.
Natürlich kann man argumentieren, dass man sich einschränken könnte für eine gewisse Zeit. Aber so einfach ist das nicht. Miete etc läuft weiter.

Spätestens beim zweiten Kind (insofern es nicht ein total grosser Altersabstand ist) können eh kaum mehr beide Partner Vollzeit gearbeitet haben, aber auch wenn beim ersten Kind beide Partner Vollzeit gearbeitet haben, wird das Einkommen meist nicht genau symetrisch gewesen sein.

Sondern realistisch sind dann vielleicht 47.800€ + 38.500€.

Den grössten Teil der Elternzeit wird natürlich der mit dem niedrigsten Einkommen machen. Das kann durchaus auch mal der Mann sein, wenn er z.B. Augenoptiker ist und seine Frau Grundschullehrerin. Dann wird es auf vielleicht 5 Monate Elterngeld für die Frau (während der Stillzeit) und 18 Monate Elterngeld Plus für den Mann hinauslaufen.

Früher oder Später kommt aber der "Einkommensabsturz" ohnehin. Denn nach 14-28 Monaten, je nachdem wie man die Aufteilung zwischen Elterngeld und Elterngeld Plus macht, im obigen Beispiel nach 23 Monaten, ist es weg.

Aber auch mit einem ca. zweijährigen Kind kann man als Familie nicht mehr soviel arbeiten wie vorher. Und so ein Beispiel aus Grundschullehrerin und Augenoptiker hat es eh noch gut, weil eine Grundschullehrerin nicht soviele Arbeitsstunden ausser Haus ist wie andere Vollzeitkräfte. Und so Sachen wie Hefte anschauen und Arbeitsblätter vorbereiten kann man dann doch realtiv flexibel machen wenn etweder der Partner Zeit hat aufs Kind aufzupassen oder auch ein bisschen nebenbei.
 
@Martyn es ist aber durchaus ein Unterschied, ob das Kind ein Jahr zu Hause betreut werden kann oder mit 3 Monaten in die Kita muss. Und dafür müsste man erst einmal einen Kita-Platz bekommen.
Freunde dürfen jetzt täglich eine 3/4 Stunde durch die Gegend fahren, weil die ihnen zugewiesene Kita weit weg ist und in der Gegenrichtung zur Arbeit.
Wenn man Elterngeld mit der Begründung abschaffen möchte, dann muss man zuvor dafür sorgen, dass für alle ausreichend viele und nah gelegene Kita-Plätze vorhanden sind. Das wäre weder billiger, noch einfach zu erreichen, da die Arbeitskräfte fehlen.
 
Fujiyama schrieb:
hast du dazu ne Quelle?
Auf die Schnelle habe ich da keine aktuellen Zahl gefunden. Ich kenne es nur auch von früher das meine Eltern oder Großeltern keine hohen Ausgaben für ihre Kinder hatten. Für meine Kids im Teeny-Alter sind neben dem Essen vor allem solche Dinge wie Markenklamotten, Handy, Gaming-pc, Segelfreizeiten, Drogerieatrikel, E-scooter,......... die Kostentreiber die es früher nicht gab wodurch im Schnitt gut 150k pro Kind bis zum 18. Lebensjahr zusammenkommen.
 
Na ja E-Scooter und Segelfreizeiten sind aber nunmal Luxusprobleme und nichts, was man heute zwingend haben muss.

Was heute definitiv zu damals hinzu kommt sind Dinge wie Handy (früher oder später) und ein PC/Laptop.
Kann man heute nicht mehr als Luxusproblem betrachten, ohne geht es heute insofern nicht mehr, dass bei dem einen das Kind mit Sicherheit sozial benachteiligt ist und beim anderen ihm im späteren Berufsleben Kompetenzen fehlen. Markenartikel lass ich mal etwas abseits stehen. Je nach Gegend mag das mehr oder minder ein Problem sein. Drogerieartikel sind dnan wieder Luxusthemen wie ich finde. UNd grade bei denen kann man wunderbar dem Kind das THema Geldverwaltung beibringen, lässt sich das doch prima über Taschengeld abbilden wenn es über simples DEO hinaus geht.

Ich sehe den Punkt eher darin, dass man sich zwar durchaus etwas mehr eingeschränkt hat "damals" aber das erklärt definitiv nicht, warum man sich heute mit 2 Vollzeitgehältern immer noch nicht besonders wohlhabend ist selbst wenn man sich etwas einschränkt. Das, was man heute mehr hat, frisst an sich kein 2. Vollzeitgehalt auf. Die Inflation ist bei Lebensmitteln und nicht vermeidbaren Alltagsausgaben eben sträker angestiegen als die GEsamtinflation und das hat sich über die Jahrzehnte als Kostenfresser im Haushaltsbudegt entpuppt. Besonders deutlich wurde das zuletzt während und nach der Coronakrise, wo Lebensmittel zu den Preistreiber gehörten, die auch dann nicht mehr wirklich gesunken sind. Mag ggf. auch daran liegen, dass wir heute vermehrt Lebensmittel haben, die statt 7% 19% MwSt haben, weil es die Politik schlicht nicht auf die Reihe bekommt, dass endlich mal neu zu ordnen und anzuerkennen, dass Fleischersatzprodukte oder Milchersatzprodukte Lebensmittel wie die "Originalen" sind und entsprechend 7% MwSt haben müssen.
 
Ich bin ein Kinder der 80er und bei uns, einem Einkommen knapp über der Grenze ab der man Lehrmittelbefreiung bekommen hätte, wurde noch:

Klamotten von Cousins/Cousinen aufgetragen (bin der zweitjüngste von 11 Cousins/cousinen)
Socken und Hosen geflickt
Zusammen auf einen Fernseher geguckt
Urlaub in Deutschland gemacht in günstiger Ferienwohnung
Nix an Werkzeug/Material weggeworfen
Kartoffeln, Bohnen, Salat, Erdbeeren, Äpfel und was weiß ich noch wurden selbst angebaut und geerntet.
Marmelade selbst eingekocht

Lediglich Fleisch wurde gekauft.

Damit waren keine großen Sprünge möglich, aber ich habe alles gehabt. Gut, auch weil meine drei Onkel und meine Großeltern im gleichen Dorf wohnten und man sich unterstützt hat. Alleine wäre das schon hart gewesen.


BTW: Ich verdiene heute 2,5 mal soviel wie mein Vater in DMark, also eigentlich 5 mal soviel :D

Das Elterngeld muss bleiben und sollte nur für abstrakt gutverdienende wegfallen.
Steuern hoch für absurd hohe Einkommen und runter für alle bis 8000 brutto.
 
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@mo schrieb:
Ein neuer großer Röhren TV für's Wohnzimmer hat ein durchschnittliches Monatsgehalt meist überschritten. Heute steht in allen Räumen ein TV und sie kosten je nach dem zusammen nicht mal die Hälfte des Röhren Schlachtschiff.
Wer hohen Schallplatten oder dann CD Konsum hatte, hat auch richtig viel Geld dafür hingelegt (frag mich mal). Und eine gescheite Anlage ging auch heftig ins Geld.

da kann ich dir nur zustimmen.

Ich habe letzte Woche der Nostalgie wegen mal in YT alte Folgen von "Geh aufs Ganze" geschaut, weil ich damit aufgewachsen bin. Holla die Waldfee die Preise die dort für, wie du sagst, TVs und Audioanlagen aufgerufen wurden hat mich echt verwundert, ich hatte das gar nicht mehr so im Kopf :D

Top Soundsystem fürs Auto (Radio, CD-Wechsler und 2 Lautsprecher für schnäppische 6.000DM :D
 
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Ja sowas war früher teurer. Da hat man sich aber auch eine "gute" Anlage von seinen ersten zwei Gesellengehältern gekauft und die stand dann noch 15 Jahre später da.

Luxus und Technik war damals teurer als heute aber eben auch Luxus und nicht "must have sonst wirst du gehänselt".
 
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Corto schrieb:
BTW: Ich verdiene heute 2,5 mal soviel wie mein Vater in DMark, also eigentlich 5 mal soviel :D
Eigentlich eher so 3,25 mal, wenn man das letzte Gehalt deines Vater nimmt, was noch in DM ausgezahlt werden konnte. Wenn er jemals in Euro bezahlt wurde.
 
Ja wurde er. Ich habe 2,5 mal mehr. War aber auch scheiße bezahlt sein job.
 
@Corto
Ich will eigentlich auf die Inflation hinaus. wenn du das Gehalt von deinem Vater in DM annimmst, und dein aktuelles in Euro, sind das im besten Fall 23 Jahre Inflation...
 
MrMorgan schrieb:
Top Soundsystem fürs Auto (Radio, CD-Wechsler und 2 Lautsprecher für schnäppische 6.000DM :D
Ist halt nicht zielführend das so zu vergleichen. Klar kostet dich heute das exakt gleiche nix. Aber das technische Äquivalent auf Basis der heute verfügbaren Technik kostet dich mindestens mal das selbe in Euro…
 
Das stimmt.

der Einstieg bzw die Grundversorgung ist extrem günstig geworden, das war aber bei den meisten Dingen schon in den 90ern so.

Eine Stereoanlage ging auch damals schon bei 80Mark los.
in den späten 70ern sah das noch anders aus.
Ergänzung ()

Es gibt viele einfache Konzepte um die Bürger zu entlasten und auch Bürokratie abzubauen:

Grundfreibetrag für die Kapitalertragssteuer für jeden auf 10.000€ Pro Jahr. Alles darüber progressiv aber massiv besteuern.
Spitzensteuersatz rauf - dafür aber auch erst bei höheren Gehältern ansetzen.
Zweiklassenmedizin abschaffen, alle in die Gesetzliche.

Das würde der working class massive Entlastung bringen und Arbeit würde sich auch wieder mehr lohnen in den moderaten Gehaltsgruppen.
 
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Corto schrieb:
Grundfreibetrag für die Kapitalertragssteuer für jeden auf 10.000€ Pro Jahr. Alles darüber progressiv aber massiv besteuern.
Spitzensteuersatz rauf - dafür aber auch erst bei höheren Gehältern ansetzen.
Da müsste gar nichts "massiv" besteuert werden, einfach jedes Einkommen gleich behandeln und progressiv besteuern inkl. Sozialabgaben. Für alle die unter 200k im Jahr Gesamteinkommen (egal welche Quelle) haben, wirds ziemlich sicher günstiger.
 
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Auch ein Ansatz, vielleicht noch einfacher als meiner.
 
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