dMopp schrieb:
Statistiken sind deshalb so gern genommen, weil man sich das biegen kann WIE MAN WILL!
Das nutzen allerdings nicht nur die Limitgegner.
30 Jahre alte Zahlen sind dazu überaus praktisch, denn sie decken kaum die moderne Fahrzeugtechnik ab ... und allein daraus kann man schon wunderbar argumente "basteln" ... für UND gegen ein tempolimit.
Statistiken sind erstmal Zahlen, die gewisse Interpretationen zulassen, andere eben nicht. Dabei ist es auch ziemlich egal, wie die Argumentation auf Basis dieser Interpretationsleistung aussieht ... solange die Zahlen diese Interpretation nicht ausschließen, ist die Interpretation nicht falsch.
Das gilt ebenfalls nicht nur für die Argumentation gegen ein Tempolimit.
Die Unfallzahlen sind in Deutschland seit 1995 eben NICHT deswegen zurückgegangen, weil es auf den autobahnen kein generelles Tempolimit gibt.
Dieser Rückgang hatte andere Gründe ... z.B. die Verstopfung der Strassen - selbst wenn es nicht mehr Autos geworden wären, wäre heute weniger Platz, denn die Autos sind in den letzten 30 Jahren auch bedeutend größer geworden. Bitte mal Golf 1 und Golf 7 vergleichen ... letzterer wäre in den 80ern nur schwer als "Kleinwagen" durcgegangen ... aber zwischen SUV's ist er eben auch kein großes Auto.
Größe Und Gewicht allein zu betrachten bringt aber nichts ... auch die Entwicklung bei der Motorleistung ist wenig interessant. Wenn es um den Verbrauch oder die Energieeffizienz gehen soll, dann betrachtet man bitte das Leistungsgewicht.
Wie viel Kg Auto werden in modernen Autos von 1PS bewegt.
Hier hat sich das Verhältnis stark verbessert ... die heutigen leistungsgewichte sind geringer, obwohl die Autos teilweise doppelt so schwer sind.
Und das bedeutet, dass die Leistungsstegerung eben die Gewichtszunahme überkompensiert hat ... hätte man für das gleiche Leistungsgewicht bei 50% Gewichtszunahme auch nur 50% mehr PS gebraucht, so hat man lieber noch ne Schippe draufgelegt ... 100% mehr Leistung.
Der 2t Brocken soll halt ähnlich beschleunigen, wie ein 700kg Polo ... und er soll auch etwas schneller sein.
Mit der Geschwindigkeit und der größe steigt auch der Luftwiderstand ... also braucht man noch mehr Leistung, um "Klotz" auf über 200 zu bekommen.
Das Rezept der Autoindustroe ist klar ... mehr Sicherheit durch mehr Gewicht und mehr Geschwindigkeit durch mehr PS ... der Kunde findet es geil (offensichtlich).
Wenn man sich Rennfahrzeuge der 1980er ansieht, dann gibt es andere, tatsächlich sogar billigere Varianten dafür, einem Auto mehr Bodenhaftung bei hohen Geschwindigkeiten zu geben, als einen Heizkörper in den Kofferraum zu legen ... oder ein paar Bleiplatten.
Nannte sich damals ground-effect, wirkt ab ca. 120 und sorgt dafür, dass unterm Wagen ein Unterdruck entsteht, der weit mehr Anpressdruck erzeugt, als jeder Spoiler.
So z.B. beim
1980er Zakspeed Ford Capri Turbo ... 1,7L Turboaufgeladen (7:1) mit 600PS bei einem Leergewicht von 850Kg ... Spitze ca. 330 km/h ... und fühlt sich ab 130 scheinbar an, wie auf die Strasse genagelt . und das bei einem Leistungsgewicht von nichtmal 1,5kg pro PS.
Und Ground Effect ist "nur" eine spezielle Unterbodenstruktur, die dafür sorgt, dass die Luft unterm Fahrzeug schneller durchströmt, als überm Fahrzeug.
Ist Leider nie im Strassenverkehr angekommen ... man muss es ja nicht so übertreiben, wie die Jungs von Zakspeed ... die Kiste hat zu viel Kraft, um laufen zu können ... ähnlich wie die Hayabusa von
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