generell max. 130km/h auf Autobahnen. Wie seht ihr das?

Wärt ihr generell für ein Tempolimit?

  • Ja

    Stimmen: 100 35,1%
  • Nein

    Stimmen: 185 64,9%

  • Umfrageteilnehmer
    285
Status
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bender_ schrieb:
Dieser Schnitt hat sich aber statistisch bestimmt im gleichen Zeitraum um 26,5km/h erhöht.
Korrigiere mich, aber der letzte Wert stammt von den späten 90er und du hast hast das einfach mal orakelt auf die nächsten Jahrzehnte - ob das also stimmt möchte ich mal bezweifeln
bender_ schrieb:
Ob das realistisch ist werden wir halt nicht erfahren, solange unseren gewählten Volksvertreter verhindern aktuelle Daten zu erfassen.
lieber so als wenn an die Macht gekommene Volksvertreter eine Ökosteuer verbrechen die dann außer viel Kohle zum sinnlos verprassen auch keinen Ökobonus bringt ;) - und sind wir mal eherlich, wenn es dann nichts der vermeintlichen Pro Argumente bringt, abgeschafft würde der Mumpitz doch nie wieder
aber kämpft doch für 200 als Limit, ist zumindest weniger als 250 und da sehe ich noch ne winzige Chance dass hier sogar ein Konsens gefunden wird - bringt blos das grüne "Wahlvieh" (um bei Neudeutsch zu bleiben) nicht zum Jubeln gell
 
@Findus Ich habe meine Ermittlungsmethode im Beispiel erklärt. Der letzte tatsächlich erhobene Wert stammt aus 1992. Es wurden tatsächlich nur 3 Mal Werte erhoben. 1982, 1987 und 1992. Die anderen sind nach der beschriebenen Methode von mir ermittelt. Hättest Du die Quellen angeschaut, wüsstest Du das. Da ich im Beispiel die ermittelten Werte in 2017 verwende, sind die Werte von 1987 der Bezug, wenn ich 30 Jahre als Zeitraum betrachten möchte. Nicht so schwierig, oder?
 
Ich wohne auf dem land, bin aber regelmässig in der großstadt unterwegs und bekomme da keine krise. Ich orientiere mich schlicht an simpler logik und da sehe ich das ich mit vergleichbaren aufwand nahezu überall mehr erreichen kann als mit einem tempolimit auf der bab.
 
bender_ schrieb:
Und genau das hat wieder mal mit dem Thema nix zu tun.
Es hat insofern was damit zu tun, dass man für rund 11% Emissionseinsparung nicht (zehn)tausende neue Schilder produzieren und aufstellen muss, nicht jeden freien BAB km in Baustelle zum Schilderwechsel einschränken muss und allem anderen an Rattenschwanz, der da noch mit dran hängt, wenn man es an anderer Stelle mit weniger Aufwand mehr erreichen könnte. Wie eben mit anderen Konzepten in der Innenstadt/ÖPNV etc.

Bin in so einer FB Gruppe meiner Stadt, darin hat sich unlängst mal wieder irgendwer über unseren Nahverkehr ausgelassen, der ist in der Tat mega schlecht und überteuert, sodass gefühlt 95% der Leute auch lieber (wenn Laufen und Rad keine Option ist) 1km Auto als ÖPNV fahren. Das kann ich so unterschreiben, denn den hab ich auch Jahre lang genutzt, als ich mir noch kein Auto meiner Wahl leisten konnte. Demgegenüber war ich mal in München und der ÖPNV ist aller erste Sahne, da können sich alle Verkehrsverbände hier im Ruhrpott mal 100 Scheiben abschneiden. Natürlich ist keiner perfekt, aber schlechter gehts scheinbar immer.
 
bender_ schrieb:
.... Nicht so schwierig, oder?
Ich habe die Quelle gelesen daher meine Anregung das es Crap ist was du da zusammen orakelst ohne einen späteren Wert irgendwie zu verifizieren OTon "Nicht so schwierig, oder?" ;)
Ich habe jetzt auch auf die Schnelle nicht so ganz ersehen was der Wert eigentlich genau aussagen möchte "tatsächliche Durchschnittsgeschwindigkeit" aller Fahrer (Vmax wohl kaum)? Solltest du überhaupt einen Führerschein haben, wäre dir klar wie stramm schon 130 auf eine längere Strecke sind!
Wenn der Wert nur einen Überblick über einen kleinen Autobahnabschnitt gibt ist er IMO komplett nutzlos weil es eben 0 über die Verkehrssituation aussagt - verlässliche Werte könnte höchstens ein Verkehrsdienst wie TomTom Traffic oder die Dienste der Hersteller geben, da diese ja die Verkehrssituation kennen und lückenlos überwachen - aber kannst ja mal ne Anfrage stellen ob die nicht Statistiken haben über gefahrene Geschwindigkeiten wenn du mal was sinnvolles beitragen willst
 
Scheitel schrieb:
(zehn)tausende neue Schilder produzieren
Wozu denn? Die einzigen die man ändern müsste, sind die an den Landesgrenzen, die die Richtgeschwindigkeit 130 anzeigen.
Mustis schrieb:
Ich wohne auf dem land, bin aber regelmässig in der großstadt unterwegs
Mit dem Auto? Damit wärst Du aus meiner Sicht schon mal einer, der sich als Individualverkehrsteilnehmer vermeiden ließe. Fang doch mal damit an - simple Logik.
Im Grunde kannst Du doch froh sein, dass so "Ökotrottel" wie ich mit dem Rad in der Stadt rumfahren - mache ich doch wenigstens den Autofahrern den Verkehrsraum nicht streitig.
 
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@bender_
Bist du dir sicher, dass die Funktion Variation bzw der Stichprobenumfang überhaupt geeignet ist so etwas zu modellieren? Wenn wir den Zeitraum mal weiter ausdehnen fahren wir im Jahre 2065 im Mittel mit über 200km/h über die Bahn. Das scheint mir nicht erst dann Realtitätsfremd.

Niemand streitet ab, dass Privat-PKW immer schneller fahren können. Jedoch berücksichtigt die Rechnung nicht, dass:

Der Verkehr zwar zunimmt aber nicht unendlich wachsen kann.
Das Straßennetz nicht mit dem absoluten Verkehr gewachsen ist
Mit zunehmender Verkehrsdichte die Durchschnittsgeschwindigkeit sinken muss
 
bender_ schrieb:
"Ökotrottel" wie ich mit dem Rad in der Stadt rumfahren
Schreibtisch-Täter und Radfahrer, spiegelt die Qualifikation der Politischen Landschaft ja blendend wieder :rolleyes: und da wunder man sich warum euch jeder nur Teeren und Federn will :D
 
Findus schrieb:
Ich habe die Quelle gelesen
Glaub ich nicht. Dann wüsstest Du das der Wert die tatsächlich gefahrene Durchschnittsgeschwidigkeit auf Autobahnabschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung darstellt. Das sind aktuell ungefähr 71% aller Autobahnkilometer.
Findus schrieb:
Wenn der Wert nur einen Überblick über einen kleinen Autobahnabschnitt gibt ist er IMO komplett nutzlos
Auch die Ermittlungsmethode ist in der Quelle erklärt.
 
Ich soll opvn fahren, der am we hier alle 2-3h fährt? Der zum letzten mal um 23 uhr heimwärts fährt? Der 11/2 stunden braucht, wo man mit dem fahrzeug 30-45 min braucht? Der für eine strecke soviel kostet das ich mitm auto ca 300 km fahren könnte?

Wie war das gleich ochmal mit anderen, SINNVOLLEREN Ansätzen? Ich würde nämlich gern öfter mal den opvn nehmen um zur messe zu kommen oder zum shoppen ohne nen parkplatz suchen zu müssen. Aber die nachteile sind so massiv, dass es schlicht keine option ist. Und ich wohne schon in einem ort, der direktverbindung mit einer art s-bahn hat. Hier gibts rings un ortschaften, ohne diesen „Luxus“. Die busse fahren mit noch weniger frequenz. Du hast nicht wirklich ahnung von öffis außerhalb der stadt oder? Und ich weiß aufgrund meinwr familie, dass es um dresden zum beispiel noch schlimmer aussiehst. Dort müssen senioren zum teil erst nach dresden mit der regionalbahn rein um von dort mit ner anderen regio in einen ort zu kommen, der per auto 15-20 km entfernt ist. Eine direktverbindung per bahn gibts nicht, busse fahren quasi nur noch für die schüler zu den schulen. Das führt dort dazu, dass Senioren, die nicht mehr autofahren können oder wollen, nur noch dann freunde besuche können, wenn sie jemand fährt oder den für sie sehr langen und anstrengenden weg über den regio nehmen. So sieht öffi nahezu überall in de auf dem land auf. Soviel zu deiner vorstellung, die bewohner dort wären ja dafür geeigent, individulverkehr zu vermeiden.
 
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strempe schrieb:
Bist du dir sicher, dass die Funktion Variation bzw der Stichprobenumfang überhaupt geeignet ist so etwas zu modellieren?
Eher schlecht als recht. Eine exponentielle Annäherung erschien mir genauer als eine Lineare. Mir erscheint sie einigermaßen plausibel. Mein Gedanke war mit einem handfesten, verständlichen Beispiel meinen Standpunkt zu erklären. Ich erhebe keinen Anspruch Korrektheit und mein Fazit besagt eindeutig, dass die Datenlage dazu unbedingt verbessert werden sollte.
 
bender_ schrieb:
erwischt, nur partiell - muss schließlich für mein Geld noch arbeiten und kann mich nicht an Steuergeldern laben wie andere

bender_ schrieb:
die tatsächlich gefahrene Durchschnittsgeschwidigkeit auf Autobahnabschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung darstellt
ich glaube allen deinen Prophezeiungen zum trotz auch nicht dass die PKW heute deutlich schneller fahren als anno dazumal, weil entweder so viel Verkehr ist das die langsameren limitieren (und das Gros der PKW hat Vmax ~200 tendenziell drunter)
Gefühlt würde ich meinen die letzten Jahrzehnte wurde es nicht wirklich schneller - der Mensch fühlt sich offenbar auch auf richtig leeren Abschnitten unter 200 immernoch am wohlsten, da aber nicht alle wirklich über 130 fahren/können ist es vermessen anzunehmen dass hier zwischenzeitlich solche Sprünge eingetreten sind - wie gesagt mM, wissen könnten es die Verkehrsdienste, auch wenn diese tendenziell wohl eher von "langstreckentauglischen" PKW abonniert und genutzt werden was das Ergebnis wieder verwässert
 
@Mustis
Also willst Du den ÖPNV enger Takten, länger fahren lassen und das Ganze zu niedrigerem Ticketpreis. Ich rate dir diese Idee hinsichtlich Kosten zur Umsetzung und möglichem Emissionseinsparpotential zu untersuchen. Glaubst Du wirklich, dass ein höherer Kosten-/Nutzenfaktor als durch ein Tempolimit von 130 auf Autobahnen rauskommt? Ich nicht.
Abgesehen davon ist das eine sehr gute Idee, die ich schon lange unterstütze und sogar soweit gehe, dass ÖPNV kostenlos sein sollte um wirklich einen Umbruch einzuleiten. Ich habe mich vor längerer Zeit diesem Ansatz statistisch genähert und kam damals darauf, dass wenn alle Haushalte den gleichen Betrag, den sie momentan für die Rundfunkgebühr bezahlen als ÖPNV Abgabe bezahlen würden, sämtliche laufenden Kosten für ÖPNV in Deutschland gedeckt wären und er somit ohne weitere Kosten angeboten werden könnte.
 
Natürlich ist das co2 ärmer. Die bahnen fahren per strom ind pro bahn fahren weitaus mehr menschen gleichezeitig als je in einem auto. Büsse könnten ebenso elektrifiziert fahren, haben sie doch jede menge platz für batterien und ihre reichweiten sind planbar.
Das der opvn um längen effizienter ist was das co2 angeht ist hinlänglich untersucht. Und natürlich kann der opvn nur dann individualverkehr ersetzen, wenn er zeitlich und finanziell nicht eine extreme mehr belastung bedeutet.
 
Und wieso nutzt Du ihn dann nicht? Achja, hast Du ja gesagt. Zu teuer, zu langsam, zu unbequem. Park&Ride/Bike scheint für Dich keine Option. Die Elektrifizierung der Busse sollen mal schön die Städter zahlen.
Ich sehe ne viel einfachere Lösung: City-Maut erheben, Verkehrsraum dem ÖPNV umwidmen und Parkplätze umwandeln. Ruck-Zuck würde das Auto zu teuer, zu langsam und zu unbequem sein um damit in die Stadt zu fahren. Problem gelöst.
 
Dass die Öffentlichen besser ausgebaut sein müssten, um gegenüber dem auto eine aternative darzustellen, ist doch ein extrem alter Hut.

Ich kann es zwar nur für meinen Wohnort nachzeichnen, aber als unsere öffentlichen noch in städtischer Hand waren, war der Ausbau weitaus besser ... sicher gab es auch da Orte im Umland, die nur 2 mal am Tag angefahren wurden ... es waren aber wenige.
Mit der Privatisierung wurde dann genau geprüft, welche Linien sich "rechnen" ... Oh wunder ... sie haben die Preise nur langsam angezogen, und dafür eine Buslinie nach der anderen eingestellt.
Mittlerweile ist das Unternehmen zwar wieder in städtischer Hand, aber dank allgegenwärtigem Sparzwang ist halt kein Geld da, also bleiben dei Öffis wie sie sind ... aber wenigstens legt die Stadt wert auf Wartung ... die Totalausfälle werden wieder weniger.

So wie die Öffis sich in vielen Gegenden darstellen, sind sie tatsächlich keine Alternative zum Auto ... ich kann verstehen, wenn die Leute dann doch lieber ihren eigenen PKW benutzen.

Es gab mal einen Werbeslogan der DB, der die Situation ganz gut beschreibt:
"Genießen sie die Fahrt in vollen Zügen".
Unser nahverkehrsunternehmen setzt noch einen drauf ... eigentlich lautet der Slogan "wo wir sind, lebt die Stadt" ... tatsächlich ist damit aber gemeint "wo wir sind, wartet de Stadt" ... Fahrplan? ja, sowas haben die, aber wer sich drauf verlässt, braucht an Termine garnicht zu denken.
Es macht auch in der Stadt manchmal richtig Laune, darauf angewiesen zu sein ... dabei ist das bielefelder Netz eigentlich ziemlich gut ausgebaut (dafür, dass hier nichtmal 350.000 Menschen wohnen).
 
Sag ich doch, dass das wesentlich effizienter wäre, nur muss die Verbindung zur Stadt dann auch stehen. du kannst ja gern mal hier im Taunus mit dem Rad fahren. Mal ne Radtour von 2h einfache Strecke durch ein Mittelgebirge machen nur um mal shoppen zu gehen. Der Weg zur Bahn ist zumindest für mich nicht das Thema, liegt fußläufig. Die Zeit IN der Bahn ist das Problem bzw. die Kosten (Karte hin und zurück kostet schnell um die 20€ pro Person) sowie die Fahrzeiten. Du schwingst hier große Töne und man merkt mit jedem Wort, dass du noch nie auf dem land gewohnt hast und nicht im geringsten verstehst, warum hier OPVN kein Thema sein kann, wenn man nicht unbegrenzt Freizeit hat. Kosten, notwendig Zeit sowie Flexibilität sind so extrem im Nachteil zum eigenen Kfz, dass es niemanden mit einem Hauch Verstand wundert, dass das kaum jemand nutzt. einzig sinnvoller Einsatzzweck ist zur Arbeit und zurück in den üblichen Stoßzeiten, was dann in der Tat einige Nutzen, vor allem die, die vom AG für die Fahrkarte bezuschusst werden. Dass das in Städten, wie du es kennst, ganz anders ist, brauchst du mir nicht erzählen, ich habe lang genug in Berlin gelebt und dort stehts den OPVN genutzt.

Der Punkt ist, dass es wesentlich effektiver wäre, an dem punkt anzusetzen, wenn man tatsächlich aktiv den Co2 Haushalt positiv beeinflussen will von Staats Seite aus. Zudem würde es eben weitere punkte positiv beeinflussen. Mehr Menschen im OPVN bedeutet auch weniger Stau in der Stadt, damit nochmal weniger Co2 (stehende Autos sind mit Sicherheit das ineffizienteste was es zu dem Thema gibt), weniger Unfälle, weil weniger Verkehr, etc. pp. Die kumulativen Effekte sind mit Sicherheit erheblich höher, als ein Tempolimit es jemals erreichen könnte. Aber selbst die direkten Effekte wären weitaus besser. Auf jeden fall ließe sich so der Co2 Ausstoß erheblich mehr reduzieren (weil neben BAB Verkehr auch Stadtverkehr geringer würde), als deine in meinen Augen zu groß berechnete Einsparung von runden 10% auf BABs.
 
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bender_ schrieb:
Ich sehe ne viel einfachere Lösung: City-Maut erheben, Verkehrsraum dem ÖPNV umwidmen und Parkplätze umwandeln. Ruck-Zuck würde das Auto zu teuer, zu langsam und zu unbequem sein um damit in die Stadt zu fahren. Problem gelöst.
Eine schöne Idee ... leider glaube ich eher, dass das Ordnungsamt seine Parkraumkontrolleure entlässt und zusätzlich sämtliche innerstädtischen Grünflächen in Parplätze umwandelt.
Ich glaube eher an verkehrsrechtliche Anarchie, als an Änderungen, die die Bedeutung des Individualverkehrs weiter zurückdrängen könnten. Und für das Individuum teurer, geht in DE ganz allgemein nicht ... damit kann man höchstens Wahlen verlieren, wie die Linken seit Jahren beweisen.
 
@DerOlf

Der OPVN muss nicht teurer werden. Wenn ihn viel mehr nutzen, ist der Umsatz und letztlich der Gewinn auch bei geringeren preisen rentabel. Zudem müsste der OPVN eben als Grundversorgung betrachtet werden, die in staatliche Hand gehört und nicht in gewinnorientierte Hände. Denn das lukrative Strecken weniger lukrative Verbindungen quer subventionieren müssen, ist klar. Eine Busverbindung zu einem kleinen Dorf ist niemals so rentabel wie eine Linie in einer Stadt und muss dennoch regelmäßig befahren werden, wenn es eine alternative sein soll. den sonst springen die Menschen notgedrungen dort ins Auto und die Linie wird erst recht unrentabel.
 
Klar müssten sich die Linien gegenseitig ausgleichen ... aber eine Linie muss eben auch genutzt werden, und zwar von denen, die sie auch sinnvoll nutzen können.

Ein Beispiel: Ich fahre momentan 1 -2 mal im Monat mit dem Bus aufs Land, um mich dort um einen kleinen Garten zu kümmern ... der Bus fährt alle 30 Minuten ... allerdings nur von 05:00 bis 19:00 (danach fährt stündlich ein Nachbus). Das Ticket kostet €2,70 pro Weg ... Fahrtzeit ist ca. 20 Minuten (natürlich ein Weg und nur die Busfahrt ... mit Umsteigen und ggf warten bin ich von meiner Haustür bis zum Garten oft 45 minuten unterwegs ... das Ticket gilt natürlich für beide Fahrten).

An dem Punkt, wo ich austeigen muss, sitz ausser mir immer nur noch ein Mensch im Bus (der Fahrer), denn auch in der Siedlung (bestimmt 500 Häuser in 1km Umkreis) fahren die Leute trotzdem mit dem Auto. Wenn man sich mit den bewohnern dort unterhält, dann stellt man immer wieder fest, dass viele garnicht wissen, dass da alle 30 Minuten zwei Busse vorbeifahren.

Es ist eben nicht nur die Unbequemlichkeit des ÖPNV, denn so unbequem ist der an der Stelle ja garnicht, es ist vor allem die Gewöhnung ... und es kommt noch etwas dazu (durchaus sowas wie eine deutsche Eigenart), es gibt kaum noch Gegenden, in denen es überhaupt möglich ist, zu Fuß einkaufen zu gehen (ich wohne mitten in einem alten Industriegebiet, da geht das, weil hier auch Platz ist für Supermärkte).

Bei dem Garten um den ich mich kümmere, ist die nächste Einkaufsmöglichkeit mit dem Auto 10 Minuten entfernt ... zu Fuß dauert das gut ne Stunde (auf der Strasse dazwischen gilt tempo 100)... und nen Wocheneinkauf mit Bus und Bahn ... das macht niemand wirklich gerne (nichtmal in Berlin) zumal nur wenige Läden die Haltestelle vor der Tür haben.

Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist über Jahrzehnte auf nichts anderes ausgerichtet worden, als den Individualverkehr ... und natürlich haben sich auch die Supermarktketten daher eher an Anfahrt- und Parkmöglichkeiten orientiert, als an einer guten Anbindung an den ÖPNV.
gerade in eher ländlichen gegenden sitzen die genau da, wo nur 3 mal am Tag ein Bus vorbeikommt, dafür aber genug Platz ist, um 10.000 Parkplätze zu schaffen.
 
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