Hartz4 besserstellung

Es geht nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit. Ist der H4-Satz zu hoch, fehlt der Anreiz, sich richtige Arbeit zu suchen. Ist er zu niedrig, steigt die Schwarzarbeit.
Nicht vergessen, dass in unserer Arbeitslosenstatistik nicht dieselben Menschen vorkommen. Nur etwa 50% der Arbeitslosen sind langzeitarbeitslos, die anderen finden nach ein paar Monaten wieder einen Job oder tauchen erst gar nicht in der Statistik auf.
Ich bleibe dabei: Es ist eine Übergangslösung. Übergangslösungen müssen unangenehm sein, sonst wird es immer schwieriger, in das Erwerbsleben zurückzukehren.
 
@Odium
Wenn unsere Gesellschaft wirklich, je wieder die Chance hätte, auf eine normale, "gesunde" Arbeitlosenquote.
Also max. 4% wie das noch vor über 30 Jahren war, dann würde ich mit dir einer Meinung sein.

Die Realität schaut aber so aus, das heute zb. durch die Krise 50% unserer Maschinenbauer entweder Pleite sind, oder nur durch die erweiterte Teilzeitregelung ihre Leute nicht entlassen haben. Wobei Teilzeit ist hier eigentlich das falsche Wort.

Und die aktuelle Krise ist noch lang nicht überstanden, im Gegenteil man hat die Geldmenge im Dollar und Euroraum pervers erhöht um aus diese Krise zukommen,
das damit aber die nächste Blase und damit die nächste, noch stärkere Krise vorprogrammiert ist, sollte auch klar sein.
Das ist wie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

Und jeder weiß das auch, doch nur wenige sagen das auch.
Beispiel:
- ARD PlusMinus Magazin - Der totale Kollaps
Oder zb. aus den USA, da hätte es auch jeder wissen können.
- Peter Schiff was Right

Wir müssen also unsere Gesellschaft umbauen.
Wir müssen uns darauf vorbereiten das es irgendwann noch viel, viel mehr Leute gibt die in H4 kommen.
Und dann wird Gerechtigkeit zum Luxus, dann geht es in erster Linie nur noch um sozialen Frieden.
 
Dieselpark schrieb:
Nebenbei wollen sie nun aber die Mietzahlungen direkt an den Vermieter leisten
und nicht mehr an die Leistungsempfänger. Das soll den Missbrauch minimieren!
Missbrauch? :freak: Klar ich zahl meine Miete nicht u riskier auf der Strasse zu landen.

Quelle : http://www.gegen-hartz.de/nachricht...-miete-soll-direkt-an-vermieter-gehen3442.php

Das passt dann ganz plötzlich auch zu dem tollen neuen Gesetz, "Mietnomaden"
an den Kragen zu wollen. Ein Schelm wer böses dabei denkt, wenn man die beiden
Beschlüsse mal zusammenlegt, in Verbindung mit der Amtsmissbrauchslust der
Argen betrachtet, eröffnen sich hier ganz tolle neue Sanktionsmöglichkeiten !

Quelle :http://www.news-adhoc.com/mietnomad...n-besseren-vermieterschutz-idna2009101157626/

Gerade diese Kombination sehe ich sehr positiv. Selbstverständlich ist es für alle Seiten von Vorteil, wenn Leistungen direkt, zweckgebunden zugeführt werden.
Das erhöht die Sicherheit auf Seiten des Amtes (weniger Kontrolle), als auch auf Seiten des Vermieters (Sicherheit).

Der Leistungsbezieher kommt somit nicht in "Versuchung", das Geld anderweitig zu nutzen.

Jeder private Wohnungsvermieter wird es im Gegenzug begrüßen, Mieter, die keine Miete zahlen, schneller aus der Wohnung zu bekommen. Bisher kann das bis zu einem Jahr dauern und ist i.d.R mit erheblichen Kosten verbunden. Hier war eine Anpassung dringend nötig.

MFG
 
odium
auch wenn du es vielleicht so meinst, aus meiner perspektive ist das nichts anderes als neid in andere worte verpackt.
was ist daran ungerecht, wenn man h4 empfängern erlaubt nicht in schulden zu versinken?
oder was ist daran ungerecht, wenn sie das geld was sie sich dazu verdienen können, dann eben auch benutzen können, für was auch immer und sei es ersatzbeschaffung, vorsorge für schlechte zeiten oder rente, ohne das das amt direkt mit dem zeigefinger dasteht und die summe wieder abzieht?
es gibt immer zwei seiten. und wie black sun das schon erläuterte, stecken wir wirtschaftlich nicht grade in utopia wo geld und arbeitsstellen an bäumen wachsen (auch wenn wir "noch" ein soziales netz haben).
was momentan als von dir gerecht empfunden wird, ist eine zumutung für jeden der da einmal reinrutscht, wo das geld teilweise grad so reicht, damit man nich elendig verhungert und zieh davon mal dann kinder groß oder hab noch kredite am laufen - da biste schneller inner privaten insolvenz oder auf der straße als du "scheisse" rufen kannst. und wenn man da nicht wieder rauskommt, weil man keine neue stelle findet (denn es ist ja nur ein kleiner prozentualer teil, der wirklich nicht will) weil es momentan der arbeitsmarkt einfach nicht hergibt (was wirklich passiert mitunter), der hat dann die pappnase auf, kann rechnungen nich bezahlen, muss haus und hof verkaufen und in die billigste absteige, mit kaputten möbeln, nassen verschimmelten wänden etc. (und was letzteres dann wieder an geldern von krankenkassen mit sich bringt, muss ich wohl auch nich erwähnen)
und das ist keine dramaturgie, das sind diese umstände die mitunter der realität entsprechen. alles schon gesehen und erlebt.
das so etwas natürlich niemand in unserer ellbogengesellschaft wahr haben will is klar. immerhin sieht man immer nur die prollaffen im fernsehen, damit die sender ihr eigenes klientel bedienen können mit vorgefertigten meinungen. aber das das nich den tatsachen entspricht, das lassen wir mal eben unter den tisch fallen hinter dem schleier der "gerechtigkeit", denn wenns schon scheisse läuft, dann solls wenigstens allen richtig mies gehen, ne? *spitze zunge wieder einroll und wink*

ich glaub einige scheinen zu vergessen das der kleine mann den laden am laufen hält mit seinen einkäufen. schneidet man dem das geld ab, bricht alles weg. sowas lernt man eigentlich in der schule.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Zusammenhang mit H4 hör ich immer nur eine Klasse von Menschen: Diejenigen, die sich schon abgeschrieben haben. Der 54 Jahre alte Glasbläser, der nicht mehr körperlich arbeiten kann. Oder irgendwelche alleinerziehenden Frauen, die nichts finden.
Ja, die gibt es. Aber nicht nur die. Der Großteil sind leistungsfähige Menschen, die sich weiterbilden können. Die 3 Monate arbeitslos sind und dann wieder neu anfangen.
oder was ist daran ungerecht, wenn sie das geld was sie sich dazu verdienen können, dann eben auch benutzen können, für was auch immer und sei es vorsorge für schlechte zeiten oder rente, ohne das das amt direkt mit dem zeigefinger dasteht und die summe wieder abzieht? [...]
Es sind Steuergelder. Jemand anders ist dafür arbeiten gegangen.
Meiner Meinung nach hat ein Arbeitsplatz höchste Priorität, noch vor seinem Freundeskreis oder davor, seine Immobilie behalten zu können, weil man für einen Job 500km wegzieht und dann verkaufen muss.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,647386,00.html
Und dann so eine Studie. 2 von 3 Langzeitarbeitslosen sind nicht bereit für einen Job umzuziehen. Sozialer Frieden?

Die Realität schaut aber so aus, das heute zb. durch die Krise 50% unserer Maschinenbauer entweder Pleite sind, oder nur durch die erweiterte Teilzeitregelung ihre Leute nicht entlassen haben.
Das ist einfach falsch. Ein Haufen mittelständischer Unternehmen in der Maschinenbau-Branche sind Weltmarktführer. Die letzten Jahre waren Rekordjahre, die Branche brüllt unentwegt über Fachkräfte-Mangel.

Was die 400€-Regelung angeht, ich schätze die Regierung plant einfach, dass die Leute wieder in einen geregelten Tagesablauf kommen. Je länger man ohne Beschäftigung ist, desto schwieriger wird es. Vielleicht schwillt da ja die Hoffnung mit, dass aus einem 400€ Job irgendwann eine reguläre Beschäftigung mit 1500€ Einkommen wird.
 
@KL0k
Wenn du schon von zwei Seiten sprichst, dreh den Spieß doch mal bitte um, es gibt genügend Menschen die im Billiglohnsektor 200h (und weit mehr) kloppen müssen um auf die 1000-1200 Netto zu kommen. Ist es da nicht eher ungerecht, dass die keine Vergünstigungen erhalten? Ich wette viele von denen würde gerne tauschen und je 3 Monate lang die Füße hochlegen, bevor man wieder paar gefälschte Bewerbungen beim Amt nachreicht. Nenn es ruhig Neid, das ist dann wohl auch. Aber ist der nicht berechtigt, wenn man sich bei teilweise wirklich anstrengenden Arbeiten für viel zu kleines Geld den Hintern aufreißt und Andere genau so viel Kohle fürs Nichts-Tun bekommen?

Billigste Absteige, kaputte Möbel und verschimmelte Wände? Ich habe einige Bekannte, die zeitweise und auch dauerhaft dem Hartzer Leben frönen und ich kann dir sagen, denen geht es richtig gut. Es kommt natürlich immer darauf an, was noch alles hinten dran hängt. Müssen Kinder versorgt werden ist es schwierig, aber ein normales, kinderloses Paar kann den lieben langen Tag die Seele baumeln lassen. Und hohe Kredite? Bei nur noch 5 Jahren Privatinsolvenz kann dir doch gar nichts besseres passieren wie Hartz Vier, du brauchst dir um nichts mehr Sorgen machen und nach 5 runtergerissenen Jahren bist du Schuldenfrei. Wegnehmen können sie dir nichts, denn du hast ja nichts.

Möbel bekommt man in jeder größeren Stadt sehr gute, von Kommune und Land finanzierte Sachen gegen sowas wie "Essensbons" früher, da zahlst du dann noch 10€ und der Rest übernimmt das Amt. Und das ist vielleicht zweite Hand (teilweise auch nur Retourware) aber kann sich stellenweise wirklich sehen lassen. Selbiges gilt für Elektrogeräte und alles andere.

Und verschimmelte Wände? Ein mal kurz Gepfiffen und du bekommst eine neue Wohnung, da wird gar nicht lange gefackelt. Wenn ich mir überlege, wie lange ein Wohnungseigentümer sich mit anderen Eigentümern und Mietparteien rumschlagen muss bei Renovierungen ist das eine wirklich elegante Lösung.

Das Problem ist, wir haben alle unsere Meinungen zu dem Thema, die sehr, sehr weit auseinander gehen. Teils durch eigene Erfahrungen und Erfahrungen im Bekannten- und Freundeskreis, teils nur aus den Medien und durch Hörensagen. Eine Schnittmenge zu finden ist schwierig, da es immer noch Menschen sind über die wie hier sprechen und somit auch ganz individuelle Einzelschicksale auftreten.

Und seien wir mal ehrlich, wenn du keine Schulden hast und deine Wohnung bezahlt ist sind die etwa 350€ mehr als genug Geld, um als Single oder kinderloses Paar über die Runden zu kommen. Unterhalte dich mal mit ein paar Studenten, die kommen über Jahre mit weniger (nach Abzug der Miete) aus.
 
Odium schrieb:
Im Zusammenhang mit H4 hör ich immer nur eine Klasse von Menschen: Diejenigen, die sich schon abgeschrieben haben. Der 54 Jahre alte Glasbläser, der nicht mehr körperlich arbeiten kann. Oder irgendwelche alleinerziehenden Frauen, die nichts finden.
Ja, die gibt es. Aber nicht nur die. Der Großteil sind leistungsfähige Menschen, die sich weiterbilden können. Die 3 Monate arbeitslos sind und dann wieder neu anfangen.
Es sind Steuergelder. Jemand anders ist dafür arbeiten gegangen.
Meiner Meinung nach hat ein Arbeitsplatz höchste Priorität, noch vor seinem Freundeskreis oder davor, seine Immobilie behalten zu können, weil man für einen Job 500km wegzieht und dann verkaufen muss.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,647386,00.html
Und dann so eine Studie. 2 von 3 Langzeitarbeitslosen sind nicht bereit für einen Job umzuziehen. Sozialer Frieden?

Das ist einfach falsch. Ein Haufen mittelständischer Unternehmen in der Maschinenbau-Branche sind Weltmarktführer. Die letzten Jahre waren Rekordjahre, die Branche brüllt unentwegt über Fachkräfte-Mangel.

Was die 400€-Regelung angeht, ich schätze die Regierung plant einfach, dass die Leute wieder in einen geregelten Tagesablauf kommen. Je länger man ohne Beschäftigung ist, desto schwieriger wird es. Vielleicht schwillt da ja die Hoffnung mit, dass aus einem 400€ Job irgendwann eine reguläre Beschäftigung mit 1500€ Einkommen wird.

Was regst du dich auf? Nach der neuen Reglung bekommt man als ALG2-Empfänger 60 Euro mehr als bisher bei einem 400-Euro-Job.
Sprich 359 € + 220 + Warmmiete. Es ändert sich so gut wie nichts.
Außer dass man evtl. sich mal eine neue Jacke kaufen kann oder beim Essen nicht auf Cent schauen muss. Aber ich gebe zu, das könnte einen Beißreflex bei Dir auslösen.
Zudem hat jeder Billiglohnbeschäfitgte die Chance aufzustocken und immer besser als ein Hartzer dazustehen. Wir haben (kannst du in den Daten der Arbeitsagentur nachlesen) über 4,8 Millionen ALG2er. Da nur 3,5 Millionen Arbeitslose in der Statistik auftauchen, kannst du dir ausmalen, wieviele Aufstocker, 400 Euro-Jobber und "Maßnahmeopfer" es gibt.
Dass die Leute nicht für einen Stundenlohn von unter 6 Euro bereit sind, umzuziehen ist keine Frage. Außerdem kostet der Umzug wieder Steuergelder. Diese ganze Studie ist völlig für den Popo, da wir in jeder Region Deutschlands genug Billiglöhner und Arbeitslose haben. Da brauchen wir die nicht über 100 von Kilometeter durch Deutschland karren, weil wieder eine befristete Sklavenstelle irgendwo aufgetaucht ist. Die Autoren der Studie sind obsolet, wären eigentlich auch Hartz4-Fälle. Da erstellt man lieber sinnlose Studien.
Zum Maschinenbau kann ich dir sagen, dass ich im März mein Diplom mit Gesamtnnote Gut habe und heute nach 80 Bewerbungen immer noch keine Stelle. 6 Vorstellungsgespräche sind rausgekommen, wo es leider nichts wurde, da entweder ein geeigneter Kandidat gefunden wurde oder man zurückgestellt wird für bessere Zeiten. Bin kein Einzelfall, zwei Drittel aus meinem Abgang haben bis heute auch nichts gefunden und haben einen Masterstudiengang drangehängt. Ich bin hingegen in ALG2 und kann dir sagen, dass weiterbildungsmäßig nichts zu erwarten ist.
Dazu kommt, dass man mit hoher Bildung ein Vermittlungshemmnis bei Billiglohnjobs hat. Der Betreffende könnte ja Dank hoher Bildung seine Rechte kennen.
 
Ging es bei der neuen Regelung nicht darum, dass man zusätzlich zum Hartz Vier Geld noch ohne Einschränkungen einen 400€ Job annehmen kann? Wegen 60€ wäre wegen der steigenden Heizkosten (die nicht in allen Bundesländern zu 100% übernommen werden) und Lebensunterhaltskosten die Diskussion sicherlich gar nicht erst so richtig losgegangen.
 
bela_ schrieb:
@KL0k
Wenn du schon von zwei Seiten sprichst, dreh den Spieß doch mal bitte um, es gibt genügend Menschen die im Billiglohnsektor 200h (und weit mehr) kloppen müssen um auf die 1000-1200 Netto zu kommen. Ist es da nicht eher ungerecht, dass die keine Vergünstigungen erhalten? Ich wette viele von denen würde gerne tauschen und je 3 Monate lang die Füße hochlegen, bevor man wieder paar gefälschte Bewerbungen beim Amt nachreicht. Nenn es ruhig Neid, das ist dann wohl auch. Aber ist der nicht berechtigt, wenn man sich bei teilweise wirklich anstrengenden Arbeiten für viel zu kleines Geld den Hintern aufreißt und Andere genau so viel Kohle fürs Nichts-Tun bekommen?

Teilzeit und Leiharbeiter, das sind ua. die Kreise die kloppen müssen um halbwegs leben zu können und von ihnen wird auch noch viel abverlangt, neben der kurzen Einarbeitungszeit auch Mobilität, offt tätigen sie Arbeiten die von Fachkräften im Betrieb erledigt wurden.
Welcher Idee ist es zu verschulden? Dem tollen Hartz IV - das diese Branche zum enormen Wachsen gebracht wird. Genährt wird das Gebilde dadurch, dass das Amt dich zwingt jede Arbeit anzunehmen, überwiegend in Zeitarbeit, ansonsten werden dir Gelder gestrichen - bis zur totalen Existenzgrenze. Da gibt es Fälle das Diabetikern ihre Insulinfinanzierungen gestrichen wurden. Der Strafenkatalog der Jobcenter sind aber überwiegend Menschenfeindlich, wenn man sich mit den Sozialgerichten mal beschäftigt bekommen überwiegend die Hartz IV Bezieher Recht zugesprochen. Das ALG Wesen arbeitet meist ohne Rechtsgrundlage, geändert wurde daran bis jetzt nichts.
Man kann als ALG II Bezieher nur für relativ kurze Zeit auf der faulen Haut liegen, ohne Strafen oder Kürzungen zu befürchten oder zu erhalten. Man soll arbeiten, das es Möglichkeiten gibt relativ bequem das ganze für sich zu nutzen, vielleicht nicht ganz drumrum zu kommen aber
es geht je nach ARGE leicht.

bela_ schrieb:
Möbel bekommt man in jeder größeren Stadt sehr gute, von Kommune und Land finanzierte Sachen gegen sowas wie "Essensbons" früher, da zahlst du dann noch 10€ und der Rest übernimmt das Amt. Und das ist vielleicht zweite Hand (teilweise auch nur Retourware) aber kann sich stellenweise wirklich sehen lassen. Selbiges gilt für Elektrogeräte und alles andere.
Was du anspricht, Soziale Möbeldienste, die aus zweiter Hand die Ware anbieten arbeiten meist ehrenamtlich und sollen Menschen helfen die eben weniger Geld zur Verfügung haben. Ob Missbrauch oder nicht, es wird in unteren sozialen Schichten gebraucht.
Schlimmer siehts bei den Tafeln aus, Missbrauch kommt hier kaum vor. Auf die Tafeln sind wirklich die untersten der Pyramide angewiesen - es gibt zu bedenken das in den letzten Jahren die Tafeln ebenfalls immer wichtiger wurden.

bela_ schrieb:
Und verschimmelte Wände? Ein mal kurz Gepfiffen und du bekommst eine neue Wohnung, da wird gar nicht lange gefackelt. Wenn ich mir überlege, wie lange ein Wohnungseigentümer sich mit anderen Eigentümern und Mietparteien rumschlagen muss bei Renovierungen ist das eine wirklich elegante Lösung.

Um eine neue Wohnung musst du dich als ALGII Bezieher selbst kümmern, man kann aber den Antrag einreichen das dir die Kosten erstattet werden. Bezahlen musst du das aber so oder so aber erst einmal aus deiner eigener Tasche. Du bekommst da nichts vorgeschossen, genau so wie das dir keine schicke neue schöne Wohnung zugestellt wird. :rolleyes:
 
bela_ schrieb:
Ging es bei der neuen Regelung nicht darum, dass man zusätzlich zum Hartz Vier Geld noch ohne Einschränkungen einen 400€ Job annehmen kann? Wegen 60€ wäre wegen der steigenden Heizkosten (die nicht in allen Bundesländern zu 100% übernommen werden) und Lebensunterhaltskosten die Diskussion sicherlich gar nicht erst so richtig losgegangen.

Momentan steht noch gar nichts fest. Man will die Zuverdienstregelung verbessern - die Höhe legt der Arbeitsminister fest. Man vermutet eine Erhöhung von bisher 20 auf 40 Prozent, was einem Plus von 60 Penunzen entspricht. Und ja, die Diskussion geht dann sofort los. Sobald die Bild-Sozialneider was von Hartz IV Besserstellung lesen, dann bekommen die Schaum vor den Mund und jede Vernunft setzt aus oder war nie vorhanden. Kennen noch nicht mal die aktuellen Bedingungen/Gesetze und sind auch zu unfähig Google zu bedienen.
Je jünger, desto schlimmer und häufiger dieses Verhalten. Leider auch sehr, sehr oft in intellektuellen Kreisen vertreten.
Warum glaubst du, dass die FDP so einen Erfolg hatte? Viele, die die gewählt haben, haben sich gewünscht, dass die Wahlparolen der FDP hinsichtlich der Hartzer umgesetzt worden wären. Also Kürzung des Regelsatzes auf 225 Euro. So dass von der anderen Seite einen Anreiz geschafft worden wäre. Ein Hartzer muss in Sack und Asche gehen und vor allem eins, richtig bluten. Dann herrscht soziale Gerechtigkeit und alle sind glücklich. Hat man auch bei der Judenverfolgung gesehen. Das deutsche Volk lässt sich verzüglich instrumentalisieren.
 
Es geht nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit. Ist der H4-Satz zu hoch, fehlt der Anreiz, sich richtige Arbeit zu suchen.
die leute gehn nicht nur wegen dem geld arbeiten, sondern auch aus andern gründen.
mir fällt nach 3 wochen urlaub die decke aufn kopf
 
Shader schrieb:
Was du anspricht, Soziale Möbeldienste, die aus zweiter Hand die Ware anbieten arbeiten meist ehrenamtlich und sollen Menschen helfen die eben weniger Geld zur Verfügung haben. Ob Missbrauch oder nicht, es wird in unteren sozialen Schichten gebraucht.
Ich denke da eher an zu sehr vielen % vom Staat subventionierte Second Hand Warenhäuser, wo man von Elektronikartikeln, über Möbel bis Bücher und CDs alles für einen Appel und ein Ei bekommen kann. Dort werden dann im besten Fall Umschulungen als Lagerist und Bürokaufmann angeboten, meist aber nur 1€ Jobber als billige Packkräfte in 6 monatigen "Praktikas" verheizt. Die bieten dann nebenbei auch noch Wohnungsauflösungen und Umzüge an und lassen sich das gut bezahlen, stoßen damit den normalen Umzugsfirmen tierisch vor den Kopf und das Arbeitsamt verbucht das Alles noch als Erfolg, da ja fürs Erste ein paar Hartz'ler aus der Statistik raus sind. Das dafür auf lange Sicht nicht nur die Hartz'ler zurück in ihren alten Trott fallen (Die Qualifikation, Möbel zu schleppen ist jetzt nicht gerade die förderlichste Wahl bei der Jobsuche) sondern auch die kleinen, lokalen Umzugsfirmen pleite gehen scheint niemand sehen zu wollen.

Und das ist nicht aus der Luft gegriffen sondern wird zum Beispiel so in Frankfurt/Main schon seit geraumer Zeit gemacht -> http://www.werkstatt-frankfurt.de Man kann da wirklich nur noch hoffen, dass nicht mehr Arbeitsagenturen dem Beispiel folgen..

Damit das System geändert/verbessert werden kann muss zunächst mal aufgehört werden, ständig irgendwelche Zahlen zu beschönigen. Sprich die Jobcenter müssten mal unverfälschte Daten abgeben und die 1€ Jobber und Leute in geringer Teilzeitbeschäftigung (weil sie nicht mehr finden, werden ja dann immer noch gut subventioniert) wieder als Arbeitslos bzw. Sozialhilfeempfänger geführt werden. Erst wenn man mal mit richtigen Zahlen arbeiten kann und das gesamte Ausmaß kennt kann man sich dann - konfrontiert mit der nackten Wahrheit - wirklich damit beschäftigen, wie man das Land wieder auf den richtigen Kurs bringt. Das ganze Subventioniere läuft an vielen Stellen doch nur darauf hinaus, dass hart arbeitende Kleinstbetriebe abgedrängt werden und so unterm Strich in 5-10 Jahren noch viel mehr Leute ohne richtige Arbeit darstehen.

An anderer Stelle wird von Nachhaltigkeit geschwafelt, "damit unsere Kinder noch etwas haben".. Es sollen überall die Sparhosen fester gezogen werden und Milliardenlöcher gestopft, nur ich frage mich was Einsparungen bringen sollen, wenn als scheinbar einzige Maßnahme in den letzten 10, teilweise 15 Jahren in den Betrieben zur Gewinnmaximierung Stellen abgebaut worden sind und die Technik den Menschen verdrängt hat.
 
Apollons Axle schrieb:
Momentan steht noch gar nichts fest. Man will die Zuverdienstregelung verbessern - die Höhe legt der Arbeitsminister fest. Man vermutet eine Erhöhung von bisher 20 auf 40 Prozent, was einem Plus von 60 Penunzen entspricht.

Ja gut, in dem Fall hat sich jede weitere Gerechtigkeitsdiskussion erledig.
Bei "bis zu 60€", wäre das grad mal ein Inflationsausgleich für die letzten Jahre, grad mit Blick auf die gestiegenen Energiekosten.
Und dann auch nur für die Hartzer, die einen Zuverdienst haben.
 
Odium schrieb:
Im Moment ist es so, dass Kinder aus einer Hartz4-Familie die Welt nicht mehr verstehen. Wenn sie arbeiten um sich ihr Taschengeld aufzubessern, wird das ganze der Bedarfsgemeinschaft zugerechnet und H4 entsprechend gekürzt (soweit ich weiß, war mal in einer Reportage).

Das ist tatsächlich so, in diesem Punkt ist Hartz IV Sippenhaft , d.h. die Kinder werden für das versagen der Eltern bestraft.

Zitat von Apollons Axle Beitrag anzeigen
Momentan steht noch gar nichts fest. Man will die Zuverdienstregelung verbessern - die Höhe legt der Arbeitsminister fest. Man vermutet eine Erhöhung von bisher 20 auf 40 Prozent, was einem Plus von 60 Penunzen entspricht.

Das klingt sehr realistisch.
 
@bela_
Du spricht das Problem an, die Arbeitslosenzahlen werden von vorn bis hinten geschönt um besser dazustehen. Man bietet nicht helfende Praktikas, Seminare oder Weiterbildungsmaßnahmen an um ein paar aus den Statistiken raus zu bekommen - die die Kassen nach wie vor im vollem Umfang belasten. Ob es der lokalen Wirtschaft wie Kleinbetrieben gut tut, das interessiert da wohl kaum.
Es scheint notwendig zu sein oder sich auch zu lohnen und wir (das deutsche Volk) müssen uns selbst an der Nase fassen. Arbeitslosenstatistiken sind mit Abstand die Themen wo man bei negativen Zahlen und Schlagzeilen absolut nicht punkten kann.
Also folgt man dem Prinzip wie es der CDU Wirtschaftsausschuss kürzlich gesagt hat: Unpopuläre Themen vor sich herschieben bzw. erst nach der NRW Landtagswahl anzugehen.
Das zeigt aber auch wie verkommen unsere Berichterstattung (und der vermeintliche Qualitätsjournalismus) ist das offen in aller Öffentlichkeit gesagt wird man hält kritische politische Themen bewusst im stillen Kämerlein um Wählerstimmen nicht zu verlieren und nirgendwo wird darauf eingegangen (außer in der Bloggerszene).
Stattdessen werden die Meinungsmachetrommeln von Steinmeier und co gerührt, von der Bild, dem Spiegel bis zum Tagesschau bekommt man ein und die selben Mantra der SPD an den Kopf geworfen. Ich nenn es auch einmal mal eine Form der Propaganda.
Und da kommt nun der Springer Konzern, will Bezahlcontent um weiterhin den Qualitätsjournalismus anzubieten? Ich glaub mein Schwein pfeift.

Jedenfalls nach der NRW Landtagswahl werden die Hosen fallen gelassen, dann wird es hart.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal im ernst, sind hier wirklich einige der Meinung das so gut wie alle H4 Empfänger Drückeberger sind? Es gibt z. Z. (geschönte) 3 Mio. Arbeitslose. Es gibt weder 3 mio. offene Vollzeitjobs noch 3 Mio. 400 € Jobs.

Ich kanns echt nicht mehr höhren. Leute seit froh das ihr nen Job habt, viele würden mit euch tauschen. Und ich wünsche niemandem über längere Zeit H4 zu bekommen.

Thema Mietnomaden: Während meiner Umschulung war ab und an mal ein Wohnungswirt bei uns der hat über 50 Jahre in Essen ein Wohnunternehmen mit mehr als 12 000 Wohnungen geleitet. In diesen 50 Jahren hatte er es 4x mit Mietnomaden zu tun.

Ich will damit sagen, das die Medien uns sugerieren, dass min. jeder 2. Arbeitslose ein Mietnomade sei, reine Propaganda ist.

Klar ist auch, das viele die Vollzeit arbeiten, zu wenig verdienen, oft sogar weniger als der H4 Satz ist. Das sollte man aber nicht den Arbeitslosen ankreiden sondern eher den Unternehmen die den Arbeitsmarkt so schamlos ausbeuten. Und die Regierung ist daran auch nicht ganz unschuldig.

Aber was soll man machen. Geld regiert die Welt.

Gruß Schaby
 
Ich hab 3 Jahre lang im Büro gesessen und mir angeschaut wie die vom Amt geschickten Leute jede Woche reinkamen und im Grunde alle nur den Spruch brachten: "Ich brauch hier nur den Stempel, dann bin ich wieder weg." Pauschalisieren kann man deshalb trotzdem noch lange nicht, aber eine gewisse Voreingenommenheit kann ich nicht abstreiten gegenüber Leuten, die länger als 1 Jahr arbeitslos und weit unter 50 sind.

Mit Mietnomaden hatte ich perrsönlich jetzt schon mehrfach zu tun in der Familie und von einigen Leuten gehört, die damit schon Probleme haben und hatten. Aber was ich damit eigentlich sagen will, ein Hausverwaltungswirt ist bei Leibe nicht repräsentativ. 50 Jahre sind gewiss eine große Zeitspanne aber je nach Ost/West und genauer Lage, dem genauen Klientel für die Wohnungen und und und wird man vielleicht eher davon verschont als andere.
 
Um möglichst hohe Arbeitsanreize zu haben muss der Einkommensunterschied zwischen Hartz IV und einer Vollzeitstelle im Niedriglohnsektor möglichst groß sein. Genau das Gegenteil wird aber erreicht, wenn Hartz IV-Empfänger ohne Abzüge 400Euro hinzuverdienen dürfen. Sehr hart aber in meinen Augen sinnvoll wäre es, wenn aus dem Recht, dass der Staat die Sicherung der Existenz in Form von Hartz IV gewährleistet, mehr Pflichten entstehen. Sprich: Die Annahme eines zumutbaren 400Euro-Jobs muss verpflichtend sein, wobei dann beispielsweise die Hälfte, also 200Euro, zusätzlich zum Hartz IV ausgezahlt wird.

Mir ist bewusst, dass ein großer Teil der Hartz IV-Empfänger nichts für die eigene Situation kann und auch aktiv nach Arbeit sucht. Diese Menschen würden dann natürlich zu unrecht unter solchen Verschärfungen zu leiden haben. Aber ich sehe vor dem Hintergrund der demographischen, finanziellen und wirtschaftlichen Lage in Deutschland keine andere Möglichkeit. Das ist der Preis, den wir dafür zu zahlen haben, dass eine Reform der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland zu lange verpennt wurde.
 
Zitat: "Aber ich sehe vor dem Hintergrund der demographischen, finanziellen und wirtschaftlichen Lage in Deutschland keine andere Möglichkeit. Das ist der Preis, den wir dafür zu zahlen haben, dass eine Reform der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland zu lange verpennt wurde"

Wortschatz politischer Statements pur. In der Form widerholen das selbst die Politiker und die Presse. Nur das Wort 'verpennt' ist eigener Beitrag, sie sagen sonst vornehm 'verschlaffen' oder 'verpasst'. Die Übersetzung davon ist: Unsere Wirtschaft funktioniert so, dass es Sachzwänge in die Welt gesetzt werden, die auf den Rücken des abhängig Beschäftigten oder Lebenden ausgetragen werden. Z.B. dass die Chinesen oder die Rumänen billiger arbeiten. Was die Reform betrifft: Für Verbesserungen braucht man keine Reformen, man tut sie halt. Oder anders herum: Reform ist der politische Begriff für Verschlechterungen. Ob man damit eine Hoffnung für die Abhängigen verbinden kann?. Ja, ich weiss es: we can...
 
Zuletzt bearbeitet:
|MELVIN| schrieb:
Um möglichst hohe Arbeitsanreize zu haben muss der Einkommensunterschied zwischen Hartz IV und einer Vollzeitstelle im Niedriglohnsektor möglichst groß sein. Genau das Gegenteil wird aber erreicht, wenn Hartz IV-Empfänger ohne Abzüge 400Euro hinzuverdienen dürfen. Sehr hart aber in meinen Augen sinnvoll wäre es, wenn aus dem Recht, dass der Staat die Sicherung der Existenz in Form von Hartz IV gewährleistet, mehr Pflichten entstehen. Sprich: Die Annahme eines zumutbaren 400Euro-Jobs muss verpflichtend sein, wobei dann beispielsweise die Hälfte, also 200Euro, zusätzlich zum Hartz IV ausgezahlt wird.

Das ist aber eine schöne Sprechblase die du hier bringst.

1. Es gibt für ALGII Empfänger schon eine Pflicht jede zumutbare Arbeit anzunehmen.
2. Nenn doch mal Zahlen...
Wie niedrig darf deiner Meinung nach das ALGII sein, wenn der Stundenlohn zb. eines Friseur 1,50€ oder der eines Bäckers 2,08€ pro Stunde beträgt?
 
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