pcw
Lt. Commander
- Registriert
- Juli 2001
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Das "Problem" von Israel ist ja, dass sie von den "westlichen" Mächten dort hingesetzt wurden. Okay, die Region, die sie bekommen haben, ist ihre Wunschgegend, aber sie haben nie von sich aus gesagt "wir besetzen das Land Israel".
Das haben iirc die Briten gemacht.
Außerdem ist da zu lesen, dass zunächst nicht Israel, sondern die Araber den Teilungsvorschlag der Vereinten Nationen abgelehnt und mit aggessiven Kriegshandlungen begonnen haben, deren direkte Folge die Zerstörung arabisch-palästinensischer Siedlungen war.
Unter diesen Gesichtspunkten ist Israel seit seiner Gründung in einer äußerst prikären Lage, die es mit sich bringt, dass ein gewisses Maß an Drohpotential aufgebaut werden muss - auch durch Verbündete - , da der Staat ansonsten keine überlebenschancen in diesem feindlich geprägtem Umfeld hätte.
Was glaubst du, wie lange es dauern würde, ein Land dieser Größe (ca 80% der Fläche Brandenburgs) zu zerbomben, wenn man es drauf anlegen würde? Ich glaube nicht, dass der Iran mehr als einen halbwegs erfolgreichen Atomwaffentest dafür brauchen würde.
Falls du eine Begründung dafür suchst, dass Israel sich bedroht fühlt, empfehle ich dir, dich über folgende Dinge schlau zu machen:
1) Wie oft wird Israel mit Raketen beschossen
2) Wer beendet die ausgehandelten Waffenruhen
3) Warum hat Israel eine Mauer gebaut
4) Warum reden wir von Mauer, wenn das Gebilde auf 97% der Strecke nur ein einfacher Zaun ist.
Ich würde von dir, dbones, gerne mal wissen, wie du dich an Stelle Israels verhalten würdest, wenn du von einer Organisation wie der UNO ein ursprünglich besetztes Gebiet als Lebensraum zugewiesen bekommst und um dich drumrum nur aus diesem Gebiet vertriebene oder deren Freunde leben, die darauf brennen, dir das Gebiet irgendwie wieder abzunehmen.
Aber back to topic.
Ich hab die Rede im ganzen nicht gelesen, kann aber in den hier geposteten Ausschnitten keine direkte Aufforderung z.B. zu einem Angriff auf den Iran erkennen. Natürlich ruft er zur Wachsamkeit auf. Aber das ist unter dem Gesichtspunkt, dass ein unverhohlener Feind Israels scheinbar mit Atomwaffen experimentieren will eher verständlich, oder?
Wenn man selbst mal in Israel gewesen ist, dann lässt sich viel besser verstehen, wie akut die Bedrohung für die dort lebenden Menschen zu sein scheint.
Unter der Kulisse eines Metalldetektors vorm supermarkt, eines Wachmanns auf jedem Parkplatz, der ankommende Fahrzeuge auf Bomben untersucht, Cafés mit Gittern um die Freiluftplätze, die verhindern sollen, dass sich ein selbstmordattentäter zwischen den Gästen in die Luft sprengt, mit schweren Waffen (z.B. Granatwerfern) im Einkaufszentrum patroullierenden Dutzendschaften der Polizei/des Militär und dem obligatorischem Auftreten eines Bombenräumkommandos mehrmals die Stunde, weil irgendwo eine herrenlose Tasche/Plastiktüte gemeldet wurde lebt es sich einfach um einiges "bedrückter" als hierzulande.
Ich will damit gar nicht sagen, dass die Gefahr für Israel so akut ist, wie es bei den Reden mancher Israelis den Eindruck macht, aber für dort lebende Leute ist die Gefahr quasi jede Minute präsent und sie werden auch im Alltag dutzendfach daran erinnert.
Wieviel Hass dort in der Luft liegt, merkt man auch besonders als deutscher Tourist, wenn man sich in den arabischen Teil der altstadt Jerusalems begibt und plötzlich die Hand geschüttelt bekommt, weil sie einem dazu gratulieren wollen, dass man es geschafft hat, millionen Juden umzubringen - einer Leistung von der die Leute dort träumen... (kein Kommentar meinerseits.)
Soweit ich "den durchschnittlichen Israeli" kenne, sieht er in einer solchen Rede übrigens keinen Aufruf zum Krieg gegen irgendein israel-feindliches Land, sondern eher einen Aufruf zu erhöhter Vorsicht und eine Mahnung angesichts der aktuellen Ereignisse nicht an wachsamkeit nachzulassen, um nicht eine mögliche (ich will nicht 'drohende' sagen) Wiederholung der Ereignisse vor 65 Jahren an neuer Stelle zu gestatten.
Wenn du meine persönliche Einschätzung dazu haben willst, sind die Israeli um einiges höflicher, aber auch direkter/unpolitischer in ihrer Wortwahl, ohne es gleich böse zu meinen.
Das ist zum teil die religiöse Strenge auf der einen Seite (zB darf man keine 3 Schritte ohne Kopfbedeckung gehen) und die - naja, sagen wir wohlwollende Mentalität mit dieser Strenge umzugehen (oder sie zu umgehen) auf der anderen Seite (wenn du keine Kopfbedeckung hast, bleib halt jeweils nach 2 Schritten kurz stehen und alles ist ok).
Ich denke auch nicht, dass man als "westliche Welt" die Worte Netanjahus für sich nehmen sollte, sondern sie immer zusammen mit den Aussagen anderer Israelischer Minister und Präsidenten zusammen abwegen muss.
Schließlich haben wir in DE auch in Ämter gewählte Politiker, die ihre Steckenpferde haben und international so manchen Bockmist von sich geben, bevor sie (teilweise auch aus den eigenen Reihen) gestoppt werden können.
Die Israelische Politik hat es sich leider zueigen gemacht, aus Selbsterhaltungstrieb zu möglichst wenig zugeständnissen bereit zu sein. Teilweise auf Basis historisch belegbarer Beispiele, in denen Israel einen Schritt auf die "Gegenpartei" zu gemacht hat und dafür in die Fresse bekommen hat, teilweise aus Angst, mit neuen Zugeständnissen neue Beispiele zu liefern.
Ich denke also, wenn man diese gesellschaftlich-kulturellen Faktoren berücksichtigt, ist es zwar keine deeskalierende Rede gewesen, aber auch kein zusätzliches Benzin in das Feuer gekippt worden. Eher wurde dazu gemahnt nicht zu vergessen, dass das Feuer noch brennt.
Das haben iirc die Briten gemacht.
Außerdem ist da zu lesen, dass zunächst nicht Israel, sondern die Araber den Teilungsvorschlag der Vereinten Nationen abgelehnt und mit aggessiven Kriegshandlungen begonnen haben, deren direkte Folge die Zerstörung arabisch-palästinensischer Siedlungen war.
Unter diesen Gesichtspunkten ist Israel seit seiner Gründung in einer äußerst prikären Lage, die es mit sich bringt, dass ein gewisses Maß an Drohpotential aufgebaut werden muss - auch durch Verbündete - , da der Staat ansonsten keine überlebenschancen in diesem feindlich geprägtem Umfeld hätte.
Was glaubst du, wie lange es dauern würde, ein Land dieser Größe (ca 80% der Fläche Brandenburgs) zu zerbomben, wenn man es drauf anlegen würde? Ich glaube nicht, dass der Iran mehr als einen halbwegs erfolgreichen Atomwaffentest dafür brauchen würde.
Falls du eine Begründung dafür suchst, dass Israel sich bedroht fühlt, empfehle ich dir, dich über folgende Dinge schlau zu machen:
1) Wie oft wird Israel mit Raketen beschossen
2) Wer beendet die ausgehandelten Waffenruhen
3) Warum hat Israel eine Mauer gebaut
4) Warum reden wir von Mauer, wenn das Gebilde auf 97% der Strecke nur ein einfacher Zaun ist.
Ich würde von dir, dbones, gerne mal wissen, wie du dich an Stelle Israels verhalten würdest, wenn du von einer Organisation wie der UNO ein ursprünglich besetztes Gebiet als Lebensraum zugewiesen bekommst und um dich drumrum nur aus diesem Gebiet vertriebene oder deren Freunde leben, die darauf brennen, dir das Gebiet irgendwie wieder abzunehmen.
Aber back to topic.
Ich hab die Rede im ganzen nicht gelesen, kann aber in den hier geposteten Ausschnitten keine direkte Aufforderung z.B. zu einem Angriff auf den Iran erkennen. Natürlich ruft er zur Wachsamkeit auf. Aber das ist unter dem Gesichtspunkt, dass ein unverhohlener Feind Israels scheinbar mit Atomwaffen experimentieren will eher verständlich, oder?
Wenn man selbst mal in Israel gewesen ist, dann lässt sich viel besser verstehen, wie akut die Bedrohung für die dort lebenden Menschen zu sein scheint.
Unter der Kulisse eines Metalldetektors vorm supermarkt, eines Wachmanns auf jedem Parkplatz, der ankommende Fahrzeuge auf Bomben untersucht, Cafés mit Gittern um die Freiluftplätze, die verhindern sollen, dass sich ein selbstmordattentäter zwischen den Gästen in die Luft sprengt, mit schweren Waffen (z.B. Granatwerfern) im Einkaufszentrum patroullierenden Dutzendschaften der Polizei/des Militär und dem obligatorischem Auftreten eines Bombenräumkommandos mehrmals die Stunde, weil irgendwo eine herrenlose Tasche/Plastiktüte gemeldet wurde lebt es sich einfach um einiges "bedrückter" als hierzulande.
Ich will damit gar nicht sagen, dass die Gefahr für Israel so akut ist, wie es bei den Reden mancher Israelis den Eindruck macht, aber für dort lebende Leute ist die Gefahr quasi jede Minute präsent und sie werden auch im Alltag dutzendfach daran erinnert.
Wieviel Hass dort in der Luft liegt, merkt man auch besonders als deutscher Tourist, wenn man sich in den arabischen Teil der altstadt Jerusalems begibt und plötzlich die Hand geschüttelt bekommt, weil sie einem dazu gratulieren wollen, dass man es geschafft hat, millionen Juden umzubringen - einer Leistung von der die Leute dort träumen... (kein Kommentar meinerseits.)
Soweit ich "den durchschnittlichen Israeli" kenne, sieht er in einer solchen Rede übrigens keinen Aufruf zum Krieg gegen irgendein israel-feindliches Land, sondern eher einen Aufruf zu erhöhter Vorsicht und eine Mahnung angesichts der aktuellen Ereignisse nicht an wachsamkeit nachzulassen, um nicht eine mögliche (ich will nicht 'drohende' sagen) Wiederholung der Ereignisse vor 65 Jahren an neuer Stelle zu gestatten.
Wenn du meine persönliche Einschätzung dazu haben willst, sind die Israeli um einiges höflicher, aber auch direkter/unpolitischer in ihrer Wortwahl, ohne es gleich böse zu meinen.
Das ist zum teil die religiöse Strenge auf der einen Seite (zB darf man keine 3 Schritte ohne Kopfbedeckung gehen) und die - naja, sagen wir wohlwollende Mentalität mit dieser Strenge umzugehen (oder sie zu umgehen) auf der anderen Seite (wenn du keine Kopfbedeckung hast, bleib halt jeweils nach 2 Schritten kurz stehen und alles ist ok).
Ich denke auch nicht, dass man als "westliche Welt" die Worte Netanjahus für sich nehmen sollte, sondern sie immer zusammen mit den Aussagen anderer Israelischer Minister und Präsidenten zusammen abwegen muss.
Schließlich haben wir in DE auch in Ämter gewählte Politiker, die ihre Steckenpferde haben und international so manchen Bockmist von sich geben, bevor sie (teilweise auch aus den eigenen Reihen) gestoppt werden können.
Die Israelische Politik hat es sich leider zueigen gemacht, aus Selbsterhaltungstrieb zu möglichst wenig zugeständnissen bereit zu sein. Teilweise auf Basis historisch belegbarer Beispiele, in denen Israel einen Schritt auf die "Gegenpartei" zu gemacht hat und dafür in die Fresse bekommen hat, teilweise aus Angst, mit neuen Zugeständnissen neue Beispiele zu liefern.
Ich denke also, wenn man diese gesellschaftlich-kulturellen Faktoren berücksichtigt, ist es zwar keine deeskalierende Rede gewesen, aber auch kein zusätzliches Benzin in das Feuer gekippt worden. Eher wurde dazu gemahnt nicht zu vergessen, dass das Feuer noch brennt.