Netanjahu: Brandstifter oder Verteidiger Israels ?

Sieh dir mal die Abstimmungsergebnisse zum UN-Teilungsplan genauer an, zB anhand dieser Grafik. Darauf ist ganz deutlich zu sehen, dass ein großer Teil der arabischen Welt um Palästina gegen den Teilungsplan gestimmt haben. Die Zweidrittelmehrheit ist nur durch großen Druck der Befürworter zustandegekommen, und zwar über die Köpfe der in Palästina lebenden Araber hinweg!

Prior to the vote, the two-thirds majority required for passage of the resolution was not evident, and three countries — Haiti, Liberia, the Philippines — were pressured to consider changing their positions in order to assure passage; they subsequently switched their votes between November 25 and November 29. The pressure came from Jewish and Zionist supporters of partition, including some members of the United States administration and its elected officials, as well as from some private citizens. President Truman later noted, "The facts were that not only were there pressure movements around the United Nations unlike anything that had been seen there before, but that the White House, too, was subjected to a constant barrage. I do not think I ever had as much pressure and propaganda aimed at the White House as I had in this instance. The persistence of a few of the extreme Zionist leaders — actuated by political motives and engaging in political threats — disturbed and annoyed me."

Quelle: Wikipedia – United Nations Partition Plan for Palestine: The vote

Unruhen waren dadurch absolut vorprogrammiert, man kann sich's also nicht so einfach machen und behaupten, die Palästinenser hätten sich ganz allein in diese Situation manövriert. Natürlich waren die gewalttätigen Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung falsch und zu verurteilen, aber dennoch vorhersehbar und nachvollziehbar.
 
RaiseHell schrieb:
... dass ein großer Teil der arabischen Welt um Palästina gegen den Teilungsplan gestimmt haben. ... und zwar über die Köpfe der in Palästina lebenden Araber hinweg!

Na und? Die Araber hatten davor auch nichts zu melden (da Teil des Osmanischen Reichs). Fakt ist, die UN wollte die Teilung, die Engländer als Mandatsträger hatten den Juden ihren Staat zugesichert (+ einen Staat für die Araber) und die Araber haben Israel anschließend angegriffen und den Krieg verloren.

VAE VICTIS! (So einfach ist das ;))

Schließlich meckert die Bundesregierung oder die UN auch nicht wenn es um die verlorenen Ostgebiete geht (das macht nur die KZ-Brigitte Steinbach :rolleyes:).
 
Man kann nicht ein Volk vor vollendete Tatsachen Stellen und dann erwarten, dass sie auch noch Beifall klatschen. Es ist absolut unmöglich und auch völlig realitätsfern, eine Zweistaatenlösung durchzuboxen, wenn sich nur eine Seite damit einverstanden erklärt. Ein Konflikt war damit vorprogrammiert.
 
Das stimmt, nur wie soll man die Hamas umstimmen? Wie soll man mit einer Partei verhandeln die Israel ablehnt und dort einen islamistischen Gottesstaat haben will? Wie soll man mit einer Hamas umgehen die die so gegen Juden hetzt? Soll der Westen dort einmarschieren und die Faschisten bekämpfen?
 
Nur wenn sich das palästinensische Volk selbst gegen die Hamas auflehnt, hätte das meiner Meinung nach Chancen auf Erfolg. Ich sehe aber nicht die geringste Chance, dass das passieren wird, dazu wurde in den letzten Jahrzehnten zu viel Hass auf beiden Seiten aufgebaut, ja geradezu gezüchtet, und die Israelis lassen auch kaum eine Möglichkeit ungenutzt, zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen, wie man beispielsweise am jetzigen Siedlungsausbau wieder sieht.

Die ganze Situation war von Beginn an verfahren. Wie gesagt, wenn man über die Köpfe anderer hinweg abstimmt, kann das nicht gut gehen. Der Konflikt wird wohl so lange weitergehen, bis eine der beiden Seiten ausgelöscht, oder das ganze Gebiet dem Erdboden gleich gemacht wird, sodass niemand mehr was davon hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn du jetzt noch geschrieben hättest, dass die Hamas damit nichts zu tun hat, wäre dein Beitrag sogar glaubwürdig gewesen ;-).
http://www.stern.de/politik/ausland/rakete-auf-israel-landarbeiter-getoetet-1551896.html

Ich denke, wenn wir diesen Thread ins Jahr 2030 übertragen, könnte man die Diskussion genauso führen.
Israel wurde ohne Zustimmung der Palästinenser über deren Köpfen hinweg gegründet und solange die Amerikaner zu keinerlei Kompromissbereitschaft bereit sind, wird auch die Deutsche Regierung treudoof den Israelischen Interessen folgen.
Schon vor seiner Amtszeit hat Barack Obama vor der AIPAC eine Rede gehalten, die ich persönlich als unangemessen empfinde. Die AIPAC war übrigens ein großer Unterstützer des Wahlkampfes von Obama.
( http://info.kopp-verlag.de/news/obama-verspricht-aipac-einen-krieg-gegen-den-iran.html)
Wenn Obama schon von Anfang an einen Militärschlag gegen den Iran in Aussicht stellt, dann darf man sich die Frage stellen, ob die "Verhandlungen", die angeblich geführt werden, überhaupt einen ernsthaften Hintergrund haben.
Wie gesagt, der Iran ist der Sündenbock von Israel, Deutschland und den USA.
Es wird zu keinem Frieden in der Region kommen, da die Palästinenser gegen einen Feind kämpfen, der zu keinerlei Kompromissbereitschaft bereit ist und niemals von seiner Linie abweichen wird.
 
Combine schrieb:
Israel wurde ohne Zustimmung der Palästinenser über deren Köpfen hinweg gegründet.

Die deutschen Grenzen wurde nach dem 2. Weltkrieg auch ohne Zustimmung der Deutschen etwas enger gefasst. Polen wurde nach dem 2. Weltkrieg auch ohne Zustimmung der Polen verlegt.
Ähnliche Geschehnisse findet man am Ende fast jedem Größeren Krieges, dessen Resultat die Zerschlagung mindestens einer Nation war.

Es ist nunmal so, dass die Verlierer nicht gefragt werden "dürfen wir bitte bitte das Land, dass wir euch im letzten Krieg abgenommen haben bitte nach unserem eigenen Willen verwenden?"
Wie du hier nachlesen kannst, lag die Hoheit über die Zukunft der ganzen Region (nicht nur Israel) zu entscheiden, bei den Briten. Die arabischstämmigen "Palästinenser" haben durch die daraufhin getroffene Entscheidung der Briten sogar 78% der zur Diskussion stehenden Fläche erhalten, obwohl mit der Mandatszuteilung an die Briten die Aufforderung zur Gründung eines jüdischen Staates als Auflage einherging.

Ich denke also nicht, dass unter berücksichtigung der Umstände (verlohrener Krieg, Reduzierung eines Teils des ehemaligen Staatsgebietes um 22% trotz totaler Zerschlagung einer Nation, die um einiges mehr umfasste als nur "Palästina") behauptet werden kann, dass das eine unangemessene Aktion gewesen ist.

Stattdessen wird aber immer weiter diskutiert und terrorisiert, damit die ohnehin schon winzige Nation Israel immer weiter zerteilt wird.
 
Ich denke die Araber beziehen sich da weniger auf die kleineren Kriege in den 60er und 70er Jahren, welche sie selbst angezettelt haben und woraufhin sie die angesprochenen Gebiete verloren haben, sondern hierauf:

Das Mandat dauerte vom Beginn der Zwanzigerjahre bis zur israelischen Unabhängigkeitserklärung am 14. Mai 1948. Von Anfang an umstritten, wurden seine Bestimmungen je nach politischer Lage in unterschiedlichem Ausmaß umgesetzt. Faktisch blieb Großbritannien eine sowohl von arabischer wie jüdischer Bevölkerung Palästinas abgelehnte Kolonialmacht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Völkerbundsmandat_für_Palästina

Wenn bereits das Mandat Großbritanniens nicht anerkannt wurde, dann wird logischerweise auch der Teilungsplan nicht anerkannt. Ausserdem finde ich es etwas naiv zu sagen, dass die Verlierer eines Krieges sich mit der neuen Grenzziehung zufrieden geben müssen. Die Realität zeigt ja, dass dem eben nicht so ist. Ein verlorener Krieg muss nicht zwangsläufig die Identität des dort lebenden Volkes zerstören.

Das grundlegende Problem ist einfach, dass Israel an einem Fleckchen Land gegründet wurde, dass andere Gruppierungen für sich beanspruchen. Man hat gegen den Willen vieler dort ansässiger Bevölkerungsgruppen mit Zwang ein bisschen Wüste eingezäunt und gesagt: "Seht her, dass ist nun Israel".
 
Zuletzt bearbeitet:
pcw schrieb:
Stattdessen wird aber immer weiter diskutiert und terrorisiert, damit die ohnehin schon winzige Nation Israel immer weiter zerteilt wird.
Wie lässt sich diese Aussage mit dem steten, illegalen Siedlungsausbau der Israelis vereinbaren?
Man hört auch von Israel überwiegend Worte wie "Vergeltung", wie auch jetzt, wo man für den Raketenangriff (der ja laut Berichten auch gar nicht der Hamas zuzuschreiben ist) wieder einen Grund gefunden hat, gleich sechs Ziele im Gazastreifen zu bombardieren. Die Verhältnismäßigkeit in diesem Krieg hat schon seit langem eine abscheuliche Schieflage, wie auch deutlich aus den Opferzahlen auf beiden Seiten hervorgeht.
Dass sich Israel immer und immer wieder selbst als das Opfer darstellt, gleichzeitig aber internationales Völkerrecht mit Füßen tritt, hinterlässt zumindest einen zwiespältigen Eindruck.
 
Zuletzt bearbeitet: (Wiki-Link zu Opferzahlen hinzugefügt)
Combine schrieb:
Israel wurde ohne Zustimmung der Palästinenser über deren Köpfen hinweg gegründet und solange die Amerikaner zu keinerlei Kompromissbereitschaft bereit sind, wird auch die
Toll, meine deutschen Großeltern wurden ohne Zustimmung aus Stettin rausgebombt. Toll, ein Onkel meines Vaters ist ohne Zustimmung nach Ende des Krieges auf eine Landmine getreten. Toll, ein Onkel meiner russischen Mutter wurde unter Stalin ins Gefängnis gesteckt und wurde nie wieder gesehen.

Ach und was ist mit den Mongolen und Römern? Die haben doch jeweils auch mal eine Hälfte von Europa erobert. Können wir ja Mittel- und Westeuropa dem Vatikan zusprechen.

Israel hat niemandem etwas weggenommen. Von König David hast du schon mal gehört? Na, wo hat er regiert? Genau, in Jerusalem. Das war um 1000 v. Christus.

Die Israelis werden verurteilt, wenn sie sich wehren und sterben, wenn sie es nicht tun. Tote Juden sind keine News, aber werden Terroristen getötet, führt dies zu weltweiten links-antizionistischen Solidaritätskundgebungen. Israel verteidigt sich gegen ein Mörder-Regime und wird dafür als Bösewicht hingestellt. Die Weltöffentlichkeit spricht in Verharmlosung der Vergangenheit vom Holocaust an den Palästinensern.
Dabei richtet sich die israelische Offensive gerade nicht gegen die Palästinensische Zivilbevölkerung, sondern gezielt gegen die Terrorzellen.
Was ist Israels Verbrechen? Den Palästinensern Land “weggenommen” zu haben? Israel hat niemandem etwas weggenommen. Israel hat ein verwildertes, trockenes, ödes, Land in einen blühenden Garten verwandelt.
Israels Verbrechen ist die Beschämung der arabischen Welt: Israel hat seinen arabischen Nachbarn gezeigt, wie man die Wüste zum blühen bringt, wie man ein funktionierendes Wirtschaftssystem auf die Beine stellen kann, und das alles mit einem demokratischen Staatssystem. im Ganzen eine massive Bedrohung und Ehrverletzung für die monarchisch-diktatorisch-terroristischen Nachbarn.
Ein starker, demokratischer, jüdischer Staat im islamisch-arabischen Imperium ist ein Skandal, den das antijüdische-muslimische Herz nicht ertragen kann. Darum rufen die Palästinenser nach Ausrottung der Israelis und die antisemitisch-antizionistische Welt stimmt in den Hassgesang mitein.


RaiseHell schrieb:
Wie lässt sich diese Aussage mit dem steten, illegalen Siedlungsausbau der Israelis vereinbaren?
Man hört auch von Israel überwiegend Worte wie "Vergeltung", wie auch jetzt, wo man für den Raketenangriff (der ja laut Berichten auch gar nicht der Hamas zuzuschreiben ist) wieder einen Grund gefunden hat, gleich sechs Ziele im Gazastreifen zu bombardieren. Die Verhältnismäßigkeit in diesem Krieg hat schon seit langem eine abscheuliche Schieflage, wie auch deutlich aus den Opferzahlen auf beiden Seiten hervorgeht.
Dass sich Israel immer und immer wieder selbst als das Opfer darstellt, gleichzeitig aber internationales Völkerrecht mit Füßen tritt, hinterlässt zumindest einen zwiespältigen Eindruck.
http://www.blackfive.net/main/2009/01/15-seconds-in-s.html
http://www.aish.com/v/49499432.html
http://www.heritage.org/Research/Reports/2009/01/Gaza-Cease-Fire-Must-Halt-Hamas-Rockets

Over 10,000 rocket and mortar shells have been fired from Gaza since 2001, and the indiscriminate bombardment has escalated since Hamas seized power in a violent coup in 2007.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nossi schrieb:
Ausserdem finde ich es etwas naiv zu sagen, dass die Verlierer eines Krieges sich mit der neuen Grenzziehung zufrieden geben müssen. Die Realität zeigt ja, dass dem eben nicht so ist. Ein verlorener Krieg muss nicht zwangsläufig die Identität des dort lebenden Volkes zerstören.

Nein müssen sie natürlich nicht. Sie können sich dagegen auflehnen. Das nennt man dann je nach Art des Widerstandes und Nationalität der Kombatanten "Krieg", "Bürgerkrieg" oder "Terrorismus".
Das Problem des Nahostkonflikts ist an dieser Stelle einfach, dass dort grenzübergreifend terrorisiert wird, sodass Israel im eigenen Hoheitsgebiet geschädigt wird und so keine Möglichkeit hat, einen offenen Krieg zu führen, auf der anderen Seite aber auch nicht mit landesinternen Streitkräften reagieren kann, weil der Terror nicht aus den eigenen Grenzen kommt.
Die Administration der Regionen, die den entsprechenden Terroristen als Rückzugsgebiet dienen unternimmt aber nachweislich so wenig wie möglich gegen selbige, weil sie ja im Grunde das gleiche Ziel haben, es aber aufgrund der militärischen Stärke Israels nicht offen verfolgen können.

Wäre Israel jetzt unter der Fuchtel eines "George W. Bush" stehen würde, würden sie einen netten kleine nAngriffskrieg starten, das entsprechende Land von der bösen Administration befreien und ihm die Demokratie bringen.

... aber ganz so reagieren sie ja dann soch nicht.

Nossi schrieb:
Das grundlegende Problem ist einfach, dass Israel an einem Fleckchen Land gegründet wurde, dass andere Gruppierungen für sich beanspruchen. Man hat gegen den Willen vieler dort ansässiger Bevölkerungsgruppen mit Zwang ein bisschen Wüste eingezäunt und gesagt: "Seht her, dass ist nun Israel".
Das hat wunderbar funktioniert, als die Griechen sich in Kleinasien breitgemacht haben. Oder als das Römische Reich expandiert ist. Auch bei der Kolonialisierung der Amerikanischen Kontinente und in Teilen Afrikas hat das Prinzip seine Anwendung gefunden.
Ich meine sogar, dass man noch im Verlauf der letzten 100 Jahre entsprechende Beispiele abseits von Zentraleuropa nach dem 2. Weltkrieg findet.
Warum ist es dann also in Palästina so verwerflich?


Edit @RaiseHell
Überspitzt formuliert: Es ist also ok, wenn die USA Pro durch einen Terroranschlag zerstortem Haus einen Angriffskrieg starten (2 Türmchen platt = Afghanistan & Irak platt), aber wenn die Israelische Armee auf einen Raketenbeschuss mit der Zerstörung der Nachschubquellen für das verwendete Material reagiert (es wurden laut FAZ schmugglertunnel und Waffenfabriken angegriffen), dann ist das überzogen?
Warum redest du überhaupt von der Hamas? Steht da, dass Israel die Hamas angegriffen hat?
Wenn in Deutschland jemand eine Bombe zündet, redet doch auch keiner von einem Angruff auf die CDU, nur weil diese Terror ... äh ... Partei zufällig grade an der Regierung ist.
 
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Cat schrieb:
Israel hat niemandem etwas weggenommen. Von König David hast du schon mal gehört? Na, wo hat er regiert? Genau, in Jerusalem. Das war um 1000 v. Christus.
Wenn jetzt jedes Volk Gebiete für sich beansprucht, die ihnen mal vor hunderten oder tausenden Jahren gehört haben, können wir auch gleich den dritten Weltkrieg ausrufen.


Tote Juden sind keine News, aber werden Terroristen getötet, führt dies zu weltweiten links-antizionistischen Solidaritätskundgebungen.
Die Person, die diesen Artikel verfasst hat, hat wohl eine etwas verzerrte Wahrnehmung der Realität. Was soll man davon halten, wenn schon der Beginn dermaßen unseriös formuliert ist?


Dabei richtet sich die israelische Offensive gerade nicht gegen die Palästinensische Zivilbevölkerung, sondern gezielt gegen die Terrorzellen.
Die nackten Zahlen widersprechen dem.

Den Rest des Artikels will ich gar nicht weiter kommentieren, wenn dort völlig undifferenziert von der "antisemitisch-antizionistischen Welt" die Rede ist. Propaganda-Schund at its best.


Wie viele Sekunden wohl Palästinenser haben, wenn israelische F-16 einen Bombenangriff fliegen?


Over 10,000 rocket and mortar shells have been fired from Gaza since 2001, and the indiscriminate bombardment has escalated since Hamas seized power in a violent coup in 2007.
Es wird niemand, der neutral an das Thema herangeht, abstreiten, dass die palästinensischen Raketenangriffe viele Israelis in Angst und Schrecken versetzen. Aber die Anzahl abgefeuerter Raketen alleine hat noch wenig Aussagekraft, da nur die wenigsten überhaupt besiedeltes Gebiet treffen, geschweige denn Menschen. Vom technologischen Standpunkt her kann man die Raketen sowieso nicht mit der Schlagkraft einer der modernst ausgerüstetsten Armeen auf diesem Planeten vergleichen.



pcw schrieb:
Es ist also ok, wenn die USA Pro durch einen Terroranschlag zerstortem Haus einen Angriffskrieg starten [...]
Nein, nicht im geringsten, ist ja aber auch nicht das Thema hier.
Wie lange verfolgen die Israelis nun schon diese Vergeltungs-Politik? Hat sie irgendeinen sichtbaren Fortschritt gebracht?
Und ob es sich wirklich um Waffenfabriken gehandelt hat, das lässt sich immer schwer beurteilen. Zumindest stellt sich mir dann die Frage, warum man die nicht schon früher zerstört hat, sondern erst im Zuge einer "Vergeltung". Letzteres lässt sich wohl medienwirksamer verkaufen...


Warum redest du überhaupt von der Hamas? Steht da, dass Israel die Hamas angegriffen hat?
Das ist ja genau der Punkt. Völlig egal, ob ein Angriff von der Hamas oder einer rivalisierenden Gruppe initiiert wird, zum Handkuss kommen trotzdem immer die Palästinenser, die Bombenangriffe über sich ergehen lassen müssen. Fehlt den Israelis der politische Weitblick in solchen Situationen? Vor einigen Tagen hab ich gelesen, dass die Hamas eine informelle Waffenruhe mit Israel ausverhandeln wollte, und dass die Fatah der Hamas mit dem Raketenangriff einen Strich durch die Rechnung machen wollte, liegt für mich auf der Hand.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Hamas kann viel sagen. Entscheidend ist, was sie tun.
Und wenn man als regierende Kraft an einem firedlichem Miteinander mit seinen Nachbarn interessiert ist, dann gehört dazu unter anderem, dass man dafür Sorge trägt, dass aus der eigenen Bevölkerung bzw. dem eigenen Territorium keine Angriffe gestartet werden.
Wenn das doch passiert, wäre es eigentlich an der entsprechenden Regierung, diese aufzuklären und zu ahnden.

Leider fehlt es der palästinensischen Administration an Zuverlässigkeit und glaubwürdigkeit in diesem Punkt. Ich denke, dass dies mit ein Grund für die sofortige und strikte Reaktion der Israelis ist.
Aber abseits der Tatsache, dass sie (leider) scheinbar auch Zivilisten erwischt haben, muss man ihnen anrechnen, dass sie nur sogenannte militärische Ziele angegriffen haben und eben nicht aufgrund einer möglichen Bedrohung, sondern nur aus Basis harter Fakten handeln.

Natürlich hätten sie die entsprechenden Tunnel und Waffenfabriken vorher bombardieren können. Aber dann hätten sie die Angriffe auch rechtfertigen müssen und ein "Naja es hätte ja sein können, dass die da eventuell gar keine Lebensmittel, sondern Waffen schmuggeln, die dann unter Umständen vielleicht auch gegen Israel eingesetzt werden könnten" klingt halt nicht so gut wie "Aufgrund einer tatsächlichen Bedrohung die schon X Menschenleben gekostet hat".

Ich weiss, dass die Israelis inzwischen ziemlich auf 180 sind, was ihre Reaktionen auf die Palästinenser angeht. Aber ich kann es leider auch verstehen.
Da wird eine Waffenruhe ausgehandelt und alle freuen sich, nur damit nicht einmal 7 stunden spätr die nächsten Raketen fliegen. Tut mir leid, aber sowas halte ich für inakzeptabel.

Augenscheinlich ist die palästinensische Administration nicht in der Lage, die eigene Bevölkerung zu kontrollieren. Ich denke, dass hier akuter Handlungsbedarf in Punkto Ausbildugn von Sicherheitskräften, Entmilitarisierung der Bevölkerung und Unterbindung von Waffenschmuggel besteht.
Und meiner Meinung nach sollte die palästinensische Administration hier um internationale Hilfe ersuchen.

Aber ob gewählt oder nicht. Wenn die Regierung und die ihr unterstellten Sicherheitskräfte nicht in der Lage oder nicht gewillt sind, eine öffentliche Ordnung zu gewährleisten, dann ist sie nichts als eine Farce.
 
pcw schrieb:
Das hat wunderbar funktioniert, als die Griechen sich in Kleinasien breitgemacht haben. Oder als das Römische Reich expandiert ist. Auch bei der Kolonialisierung der Amerikanischen Kontinente und in Teilen Afrikas hat das Prinzip seine Anwendung gefunden.

Wunderbar funktioniert ?
Die amerikanischen Ureinwohner wurden so gut wie ausgerottet, als sie sich gewehrt haben. Und Rom hat auch nicht höflich gebeten, sich doch bitte dem Reich anzuschliessen. Ausserdem reden wir hier von völlig anderen Zeiträumen. 60 Jahre gibt es Israel nun, das römische Reich hat Jahrhunderte der Kriege gebraucht um die damals bekannte Welt zu unterwerfen und die darin lebenden Völker auch kulturell einzugliedern.

Sowas hat also a) entweder zur Vernichtung derjenigen geführt, deren Land entwendet werden sollte oder b) durch extreme militärische Übermacht über sehr lange Zeiträume hinweg durchgesetzt. Weder das eine noch das andere trifft auf die heutige Situation im Nahen Osten zu.

Achtung, Polemik:
Wobei die USA momentan ja dabei sind, ihre in den Indianerkriegen gesammelten Erfahrungen auch im Nahen Osten anzuwenden....
 
pcw schrieb:
Da wird eine Waffenruhe ausgehandelt und alle freuen sich, nur damit nicht einmal 7 stunden spätr die nächsten Raketen fliegen. Tut mir leid, aber sowas halte ich für inakzeptabel.
Natürlich ist das inakzeptabel, gar keine Frage. Der Konflikt ist ja auch kein "klassischer" Krieg. Selbst, wenn die Hamas ernsthaft an einer dauerhaften Waffenruhe interessiert wäre, würde es weiterhin Raketenangriffe auf Israel geben. Wie du schon angemerkt hast, hat die Hamas ganz einfach keine Kontrolle über den Gazastreifen, aber das liegt meiner Meinung nach nicht an deren Unfähigkeit, sondern weil es ganz allgemein schwer ist, Terroristen in den Griff zu bekommen. Man sieht ja auch ganz deutlich, dass selbst die Amerikaner mit modernstem Gerät dem Chaos im Irak und in Afghanistan nicht gewachsen sind, da könnte man ja genauso behaupten, es wäre eine Farce, dass sie trotz zehntausender Soldaten unfähig sind, Herr der Lage zu werden. Aber das zeigt nur, wie schwer oder gar unmöglich es ist, einzelne radikale Individuen oder Splittergruppen im Zaum zu halten.

Dass bei der Hamas noch hinzu kommt, dass ihnen wohl auch der Wille fehlt, diese Angriffe völlig zu unterbinden, ist natürlich eine andere Geschichte. Aber wie gesagt, selbst wenn der Wille dazu da wäre, es wäre wohl kaum durchsetzbar, auch deshalb, weil der Gazastreifen ja eines der dichtbesiedeltsten Gebiete der Welt ist (jedenfalls hab ich das so im Kopf, man möge mich berichtigen, falls ich damit falsch liege).


Ich möchte behaupten, dass es schon seit langem keiner der beiden Seiten darum geht, einen dauerhaften Frieden zu etablieren, sondern nur noch darum, den jahrzehntelang aufgebauten Hass aufeinander auszuleben. Auge um Auge, Zahn um Zahn, wobei es die Israelis den Palästinensern nicht nur im Verhältnis 1:1 "zurückzahlen", sondern noch darüber hinaus.
 
Zuletzt bearbeitet:
RaiseHell schrieb:
wobei es die Israelis den Palästinensern nicht nur im Verhältnis 1:1 "zurückzahlen", sondern noch darüber hinaus.

Mit folgendem Unterschied: Die Palästinenser greifen vornehmlich zufällige Personen an, während sich die Israelis auf Infrastruktur und Schlüsselpersonen konzentrieren.


Und @Nossi
Selbstverständlich war "wunderbar funktioniert" mit einem gewissen sarkastischem Unterton zu verstehen. Es ist natürlich nichts "wunderbar" daran, wenn irgendjemandem etwas gewaltsam weggenommen wird.
Aber auf der anderen Seite ist es normalerweise so, dass man nach Eroberung eines Territoriums über dieses entscheidet.
Folgendes Statement klingt sehr hart und spiegelt nüchterne Fakten wieder und nicht meine persönliche Meinung: Und wenn man es mal genau betrachtet, hätten wir die Probleme heute nicht, wenn die Briten ihre Hoheit über Palästina zu ähnlichen Vertreibungen oder anderweitigen genozidartigen Aktionen verwendet hätten, wie es in den von dir monierten Eroberungen getan wurde.

Demzufolge ist der nahöstliche Konflikt also eine direkte Folge aus der Tatsache, dass dort vor der Weiterverwendung der Fläche nicht ausreichend klargemacht wurde, wem sie nun tatsächlich gehört.
Das gleiche Problem haben wir übrigens mit allen anderen Ländern dieser Region auch, die im Laufe der letzten Jahre "erobert und an eine bestimmte Bevölkerungsgruppe übergeben" wurden. Namentlich sind Afghanistan und der Irak gemeint.

Wir haben auf der einen Seite die Überreste der unterlegenen Konfliktpartei (A), die weiter Krieg führt, obwohl dieser laut der "Siegermacht" (B) schon beendet ist und auf der anderen Seite die Partei (C), der das Gebiet durch die Siegermacht zugesprochen wurde, die sich ihrerseits dann einfach (weitestgehend) aus dem Staub gemacht hat, um die Leute dort ihrem Schicksal zu überlassen.

Wäre der Konflikt von A und B also tatsächlich beigelegt, müsste C nicht darunter leiden.
Das Problem an dieser ganzen Angelegenheit ist, dass B dank des Rückzugs aus dem Gebiet selbst überhaupt keine Konsequenzen zu spüren bekommt und aus dem heimischen Wohnzimmer wahlweise über A oder C schimpft, weil die bösen, bösen Kinder sich die Köpfe einschlagen anstatt das zu machen, was B gern hätte und sich vertragen.

Und während A und C also miteinander Stress haben, den sie eigentlich B verdanken, hat B schon wieder Zeit, sich ein neues Fleckchen zum Unruhe stiften zu suchen.
 
pcw schrieb:
Mit folgendem Unterschied: Die Palästinenser greifen vornehmlich zufällige Personen an, während sich die Israelis auf Infrastruktur und Schlüsselpersonen konzentrieren.
Das stimmt grundsätzlich, dennoch habe ich nicht selten den Eindruck, dass die Israelis relativ leichtfertig "collateral damage", also Tote oder Verletzte in der palästinensischen Zivilbevölkerung, in Kauf nehmen und sogar einkalkulieren. Der Angriff letzte Nacht scheint ja mal wirklich ziemlich zielgerichtet gewesen zu sein, aber in der Vergangenheit hat man ja auch des Öfteren Videos oder Fotos gesehen, wo Bomben auch flächendeckender abgeworfen wurden, ganz zu schweigen vom Einsatz völkerrechtlich geächteter Phosphorbomben und -granaten. Auch im Libanonkrieg hat man beispielsweise Streubomben eingesetzt. All das scheint man wohl auch deshalb nicht ganz so eng zu sehen, weil man ohnehin weiß, dass man mit den USA einen starken Verbündeten im Rücken hat und daher kaum Konsequenzen zu fürchten braucht.

Auf der einen Seite versucht Israel also der Welt glaubhaft zu machen, hier ginge es um Gut gegen Böse, um Demokratie gegen Terrorismus, um zivilisierte Welt gegen radikale Terroristen, gleichzeitig schreckt man aber nicht vor Kriegsverbrechen zurück. Wenn die Israelis so viel "besser" sind als die "Mörder-Regime", dann sollten sie langsam anfangen, das unter Beweis zu stellen, und zumindest einmal die Forderungen der UN umsetzen, oder als wirklich absolutes Minimum den völkerrechtswidrigen Siedlungsausbau stoppen.
 
Ich möchte ebenfalls eine Stellungsnahme zu der Position Israels schreiben.

Der Streit um die legitime Gründung Israels ist ohnehin unnötig, da das Gebiet erobert wurde (die Masseneinwanderung im britischen Mandatsgebiet war nur ein Vorgeplänkel), und das in erster Linie ohne Krieg (vor dem 1. Israelisch-Arabischen Krieg). Israel gehört den Israelis, die es erobert haben und von der UN (eher die Siegerstaaten) die Gründungserlaubnis erhielten. Die Araber konnten sich natürlich nicht damit abfinden wie es andere Nationen um die Welt nicht tun könnten, weshalb der Krieg kommen musste.

Die heutige Lage ist im Vergleich zu früher viel schwieriger geworden, da früher die typische Freund/Feind Sichtweise der Palästinenser und Israelis gegeben war. Jetzt versucht man wenigstens den Frieden endlich zu erreichen. Woran es scheitert, kann ich sogar begründen.
Euch ist sicherlich schon aufgefallen, dass all die Jahre der Knesset ausschließlich nur konservative, rechtsradikale (früher gab es sogar nationalsozialistische Juden) und antiarabische Parteien in der Mehrheit hatte. Diese ultraorthodoxen Juden werden nie einen Frieden mit den Arabern haben wollen, da sie 1.) schon alleine wegen dem alten Testament (Israel ist die ewige Heimat der Juden) das gar nicht akzeptieren können und 2.) handeln sie auch nach dem alten Rachegesetz (Auge um Auge, Zahn um Zahn), welches ohnehin bei den Arabern auch verwendet wird, jedoch nie zu einem Frieden führen kann. Man sieht ja, wie es praktiziert wird. Ein Gegenschlag folgt einem Anschlag, der oft ungleich blutiger ausfällt.
Man hat sogar erfolgreich gemäßigte Juden wie Rabin beseitigt, um den Frieden nicht zu erreichen.
Man kann diesbezüglich nur eines erreichen. Die gemäßigten Juden, insbesondere die messianischen, müssen an die Macht, um endlich den entgültigen Durchbruch zu erreichen.
Bis dahin wird Israel sich NIE bessern, da ihre Religiösität sehr stark geprägt ist.
Der Vergleich zum Iran mit dem Nationalsozialismus ist nicht bedeutend, da die Iraner (die Elite eher) gegen den Zionismus sind, jedoch nicht gegen die Juden. Es gibt genug iranische Juden wie auch andere um die Welt, die antizionistisch geprägt sind.

MFG
 
Das traurige an der Geschichte ist das sich Israel nichts einreden
lässt, die "veräppeln" sogar die USA.
Aufgrund der macht der Israel-Lobby traut sich fast kein
US-Politiker etwas gegen Israel zu sagen, AIPAC klopft ihnen
dann gleich auf die Finger.

So lange es nicht mehr Menschen gibt wie ihn wird sich auch
nichts ändern:
http://www.youtube.com/watch?v=iclZkqtCTjo
 
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