News Neuer Intel-CEO Lip-Bu Tan: Vom geschassten Aufsichtsrat zum neuen Chef-Retter

Umstrukturierungen von Konzernen laufen sicherlich immer sehr ähnlich ab, um den vermeintlichen Wasserkopf zu schrumpfen. Am interessantesten ist für mich, wie es mit einer eventuellen Aufspaltung Intels/ TSMC weitergeht. Ein Thema wäre noch 18A und die Grafiksparte.
 
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Saint81 schrieb:
Teams werden zusammengelegt und dadurch die hälfte der Chefs überflüssig. Und jetzt denkt euch mal, ihr seid in einer IT-Abteilung, in der ihr euch 10 Jahre ins Zeug gelegt habt, endlich befördert wurdet und jetzt eine Kündigung kassiert.
In der Regel bekommt man (zumindest in Deutschland) in Großkonzernen einen "goldenen Handschlag". Man geht in beiderseitigem Einvernehmen mit einer guten Abfindung. Es kann natürlich sein, dass die Abfindung dann gedeckelt ist, wenn man entweder zu lange in der Firma ist, oder man zu viel verdient (oft bei AT-lern der Fall). Oder einem wird ATZ angeboten, wenn man mindestens Mitte 50 ist. Eine Kündigung ist wirklich erst das letzte Mittel, wenn zuvor keiner den Aufhebungs- oder ATZ-Vertrag unterschreibt.

In meinem Konzern ist der "Wasserkopf" nach zahlreichen Übernahmen (am Ende wurden wir selbst übernommen) leider auch völlig außer Kontrolle geraten. Vor rund zehn Jahren hat Daimler (damals noch unter Herrn Zetsche) eine ganze Hierarchie-Ebene komplett gestrichen und für ein paar Mrd. € mächtig Abfindungen rausgehauen. Seitdem geht es Daimler wohl etwas besser dank flacherer Strukturen.
 
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DevPandi schrieb:
Da würde ich schreiend kündigen.
Selber kündigen ist das beste, was man für den Arbeitgeber tun kann, dann muss er keine Abfindung zahlen.
Leider ist zudem oft das "Schmerzensgeld" in Großkonzernen deutlich höher als beim Mittelstand, weshalb man am Ende doch bleibt, auch wenn man mental bereits mit der Firma abgeschlossen hat.
 
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stefan92x schrieb:
Cadence ist nicht irgendeine Software-Firma, sondern (einer) der wichtigste(n) Hersteller von EDA-Software. Cadence liefert also die Werkzeuge, um überhaupt Hardware/Chips entwickeln zu können.

stefan92x schrieb:
Gleichzeitig ist das Tooling für die eigenen Prozesse immer das größte Problem für Intels Foundry-Ambitionen (die es ja schon seit Jahrzehnten gibt) gewesen, denn das entsprach nie dem Industriestandard.

Irgendwie wundere ich mich, dass die Verbindung Lip-Bu Tan und Cadence nun quasi als Heilsbringer beim Thema Foundry gesehen wird.
Laut diesem CB-Artikel hat Intel bereits ja unter Pat Gelsinger in 2023 massiv in externe Unterstützung investiert. Damals war bereits Cadence mit im Boot.

Was eben auch schwer trägt, Intel moderne Fertigungskapazitäten sind eben sehr begrenzt und reichen nicht mal für Intel selbst. Selbst wenn 18A gut laufen sollte.
Gleichzeitig hat man einen weiteren Ausbau gerade erst eingedampft.
Wem will man da verlässlich Fertigungskapazität anbieten?

Also ich bleibe beim Thema Intel Foundry sehr skeptisch. Zeit haben sie eigentlich keine mehr.

Was das Ausdünnen des mittleren Management angeht, gibt es sicherlich Optimierungsmöglichkeiten.

Das wird Intel aber nicht retten.
 
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pioneer3001 schrieb:
Ich traue der Sache nicht. Der Mann kommt von einer Software-Firma und soll geeigneter sein als Gelsinger der Jahrzente Erfahrung mit Hardware hat.
Vorsicht! Cadence ist nicht "irgendeine Software-Klitsche"! Das ist der Monopolist, der die Schnittstellen zwischen Halbleiterentwicklung und Halbleiterfertigung in Händen hält. Ohne Cadence wird weder irgend ein Chip produziert noch woanders entwickelt.
 
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Salutos schrieb:
Irgendwie wundere ich mich, dass die Verbindung Lip-Bu Tan und Cadence nun quasi als Heilsbringer beim Thema Foundry gesehen wird.
So habe ich es auch nicht gemeint ;)

Der Punkt war nur, dass Cadence (obwohl Softwareentwickler) trotzdem sehr nahe an Hardware/Chipdesign als Thema dran ist. Es wäre was anderes, wenn der neue CEO von Oracle kommen würde z.B.
 
pioneer3001 schrieb:
Ich traue der Sache nicht. Der Mann kommt von einer Software-Firma und soll geeigneter sein als Gelsinger der Jahrzente Erfahrung mit Hardware hat.
Pat wollte die Foundry nicht abspalten und Intel wieder als Platzhirsch etablieren. Und zwar alleine.

Tan ist ein guter Freund von Jensen und einer Abspaltung der Foundry nicht abgeneigt - was nicht bedeutet das er es macht. Er könnte Nvidia als Kunden gewinnen und im Gegenzug deren Grafiklösungen für alle Intel Produkte bringen - sprich Intel steigt als Konkurrent in der GPU Sparte aus, kauft Nvidia Lösungen und dafür produziert Nvidia bei Intel. Das würde für manche Produkte von Nivida auch Sinn ergeben. High-end bzw. viele Sachen würden bei TSMC bleiben, aber man könnte bessere Preise verhandeln.

Das ist aber nur eine mögliche Überlegung, die natürlich auch komplett falsch sein kann.
 
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stefan92x schrieb:
Intel hat auch immer noch mehr Umsatz als AMD
Und Intel besitzt die 4-fache Manpower und setzt nur das Doppelte von AMD um. Das ist leider nicht schön zu reden. Vor allem mit dem Wissen, dass AMD ständig Marktanteile von Intel einsackt, ist es noch eindeutiger, dass "harte Schnitte" folgen müssen.
 
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polyphase schrieb:
Na gute Nacht, das war's mit ARC Karten
Ja und er hatte recht das ganze war ein Geldgrab sonders gleichen... niemand kann mir erzählen das man mit den riesen dies viel ram und niedrigen Preisen und kleinen Stückzahlen die Entwicklungskosten wieder rein bringen konnte.
 
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Eorzorian schrieb:
Und Intel besitzt die 4-fache Manpower und setzt nur das Doppelte von AMD um.
Intel macht aber eben auch deutlich mehr selbst als AMD. Das darf man nicht ignorieren und das anzumerken hat noch nichts mit schönreden zu tun.
Eorzorian schrieb:
Vor allem mit dem Wissen, dass AMD ständig Marktanteile von Intel einsackt, ist es noch eindeutiger, dass "harte Schnitte" folgen müssen.
AMD gewinnt Marktanteile und erzielt dabei aktuell höhere Margen. Das macht es eindeutig, dass da was passieren muss, da gebe ich dir völlig recht. Aber ein Vergleich der Mitarbeiterzahlen greift da einfach zu kurz.
 
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So viele Asiaten das es jetzt auch schon Asian Americans heisst😂
 
Eorzorian schrieb:
Und Intel besitzt die 4-fache Manpower und setzt nur das Doppelte von AMD um. Das ist leider nicht schön zu reden.
Wenn man ehrlich ist, müsste man die Manpower von AMD und die von TSMC und Globalfoundries, die für AMD-Projekte zuständig sind, zusammenzählen, um dann mit Intel vergleichbar zu sein.
 
stefan92x schrieb:
Würde ich ein bisschen differenzierter sehen. Top-level Management Fehlentscheidungen soll keiner schön reden, das sehe ich hier aber auch nirgends. Aber wenn die Kacke am dampfen ist, bleibt einem manchmal nichts anderes übrig als harte Entscheidungen zu treffen.
Man könnte dann auch den Top-Level-Entscheidern die Hölle heiß machen, deren Köpfe rollen lassen und ausgezahlte Boni zurück fordern bzw. sie vorher schon nicht auszahlen, weil offensichtlich Mist gebaut wurde.

Als ich gehört habe, das bei VW 4000 Mitarbeiter auf mittlerer Entscheidungsebene 100x mehr verdienen, als ein durchschnittlicher Angestellter, ist mir auch die Kinnlade runter geklappt. Für die 4000 Leute könnte man 400.000 weitere anstellen, die vermutlich auch viel produktiver sind als die. Muss Intel jetzt wohl auch durch und diese Leute durch Ingenieure ersetzen.
 
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Hat der Aktie gut getan.
 
@Gigaherz

Nicht wirklich. Abgesehen von einer Woche sind das nur - und selbst da sind es nur 10%. Im 5 Jahres Rückblick sind es -56,04%. Intel bzw. Tan muss deutlich mehr machen als nur einige Leute raus zu kicken. Die Produkte sind aktuell nicht das was sie mal vor 10 Jahren waren als Intel wirklich Platzhirsch war.
 
stefan92x schrieb:
Intel macht aber eben auch deutlich mehr selbst als AMD. Das darf man nicht ignorieren und das anzumerken hat noch nichts mit schönreden zu tun. [...] Aber ein Vergleich der Mitarbeiterzahlen greift da einfach zu kurz.
Intel hat aber mehr Mitarbeiter als AMD und TSMC zusammen - und TSMC bedient ja noch sehr viele andere Kunden als AMD ;)

AMD ~30k, TSMC ~70k, Intel ~110k (nach den großen Entlassungen zuletzt)
 
Chuzam schrieb:
Intel hat aber mehr Mitarbeiter als AMD und TSMC zusammen - und TSMC bedient ja noch sehr viele andere Kunden als AMD ;)
Und damit kommen wir auf den viel entscheidenderen Punkt ;)
Man sieht es ja auch an den Bilanzen, in denen Intels Foundry mittlerweile als eigene Position auftaucht. Auch intern verrechnet Intel jetzt marktübliche (=TSMC) Preise für die Fertigung. TSMC fährt damit fette Gewinne ein, Intels Foundry macht Verlust. Produktseitig ist bei Intel auch einiges problematisch, aber dieser Punkt alleine zeigt eigentlich, wo das größte Problem für Intel liegt, und das ist einfach die enorm ineffiziente Fertigung (vom technischen Stand ganz abgesehen).
 
Ich wünsche Herrn Tan das Beste und drücke ihm daher die Daumen, dass er es schafft Intel wieder auf neue Höhen zu hiefen. Kann für uns nur besser werden, wenn Intel wieder Aufwind bekommt und AMD weiterhin einen Konkurrenten hat. Genauso war es gut, dass AMD damals mit Ryzen den Umbruch geschafft hat.
 
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CDLABSRadonP... schrieb:
Er soll vor allen Dingen dafür eingetreten sein, das mittlere Management zu reduzieren;
meinte angeblich, dass dieses zu aufgeblasen sei.
Der Meinung war nicht nur Tan. Selbst schon Bob Swan brachte das um den Verstand …
Helge01 schrieb:
Wenn man dann noch die Meeting-Seuche abschafft, gibt es wieder genügend Mitarbeiter die auch mal zum arbeiten kommen.
Ich überlasse an dieser Stelle mal dem angeblich "schlechtesten Intel-CEO aller Zeiten" das Wort…
"Honestly, I think we have too many people," Bob Swan told members of Intel's finance group during a large staff meeting at the company's Ronler Acres campus in Hillsboro, according to a recording obtained by The Oregonian.
[…]
"I have too many people in my meetings. I have too many people in every meeting I go to. I'll have three or four layers of people in a meeting," Swan said. "You've got to free people up to do different things. I get too many reports that you all work extremely hard to create."
— Robert Swan – The Oregonian: Intel's CFO: 'We hate layoffs,' but 'we're trying to deal with reality here'

Das Interview mitsamt Statement von Bob Swan ist von August 2017!
Es stammt aus einer Zeit und wurde getätigt von ihm, zu einem Zeitpunkt, als Swan gerade erst bei Intel anfing, kurz nachdem er im Oktober 2016 von eBay kommend zum ersten externen CFO von Intel seit 1983 ernannt wurde. Daher kommen die Stimmen über exzessiven Coroporate Bloat bei Intel ja nicht von ungefähr, weil schon Swan war davon schon vor beinahe einem Jahrzehnt, nach nicht einmal 1 vollem Jahr bei Intel, bereits extrem genervt und hat das leider niemals beseitigen können (Lies: dürfen).

Bob Swan war also über die extreme personelle Ineffizienz bei Intel bereits nach wenigen Monaten offensichtlich so dermaßen angefressen, er deswegen kaum seine Arbeit habe machen können, daß er seinerzeit unverhohlen seiner Meinung Luft gemacht hat – Man muß dazu bedenken, daß diese Äußerungen erst wenige Monate nach der größten Entlassungswelle bei Intel die bis dato jemals stattfand in 2016 getätigt wurden. Da will man sich gar nicht vorstellen, wie es davor bei Intel ausgesehen haben muß…


Auch der immernoch als Heilsbringer verklärte Gelsinger hat das niemals beseitigen können (Lies: wollen).
Der Chaot Gelsinger hat dem sogar diametral entgegen gewirkt, indem Pat gar knapp 20K neue Leute einstellte, direkt nachdem er dort anfing.

Gelsinger hat die 2016'er Entlassungswelle über 12K Leute umgehend mehr als rückgängig gemacht …

Bezeichnend ist, daß außerordentlich Viele von denen, die Gelsinger reinholte, Teil der Alten (satten) Garde waren, welche ganz geziehlt wieder geholt wurden, um im Austausch gegen üppige Bebutterung ihrer Retirement-plans Gelsinger im Gegenzug innerbetrieblich in den Himmel zu loben, die ja dann auch in unschöner Regelmäßigkeit für ihn den Hochofen der medialen Gerüchteküche mit Schlamm beschickt haben.

Diese medial prominent ausgeschlachtete Heimkehr der Zwanzigtausend für Gelsinger, waren also im Grunde nichts als ganz gezielt rangeholte Lakaien und bezahlte Jubelperser, womit sich Gelsinger umgab, um bewußt den inneren Widerstand bei Intel gegen Gelsinger selbst einzudämmen – Das ewig kolportierte Ingenieur-Narrativ über Pat, hat dabei bis heute bestens geholfen, selbst wenn es gar nicht stimmt.

Im selben Atemzug hat man scheinheilig ausgerechnet Bob Swan als angeblich "schlechtesten Intel-CEO aller Zeiten" verunglimpfen lassen, selbst wenn Niemand bisher Intel so sehr geschadet hat wie Gelsinger.

Der Plan von Gelsinger ist daher leider zu 100% aufgegangen, weil er hat sich bei Intel deutlich länger gehalten, als er eigentlich zum Wohle Intels hätte halten dürfen!
 
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Reaktionen: ILoveShooter132, Salutos, Helge01 und eine weitere Person
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