Software Raid, Hardware Raid oder gar nichts?

Du brauchst mal nur hier ins Datenrettungsforum schauen. Da gibt's jede Woche jemanden, den es das RAID zerhauen hat und dann um Hilfe bittet.
Aber zugegeben, die meisten Leute, die sich da melden, haben kein Hardware-RAID.
 
mal für die statistik. gibts wirklich so viele die denken ein raid wäre eine backup funktion?
 
Es gibt leider zu viele. Die schauen auf RAID 5 und denken "goil, Platte futsch, aber Daten noch da, ist also wie ein Backup". Tja, und dann nimmt das Unglück viel zu oft seinen Lauf.
 
zugegebenermasen recht einfache denkweise, aber halt zu einfach gedacht.

ich werde mal versuchen wie sich die einzelnen platten in xbmc einbinden lassen. jbod ist halt angenehm, da ein grosses lw, aber wenn xbmc die platten kombinieren kann dann gehts so auch, aber wenns nur platte 1 oder 2 oder 3 geht, dann fällts halt leider raus.
 
Genau so @LieberNetterFlo.

Was noch niemand erwähnt hat: Raidcontroller kosten ab 300 € aufwärts. Es gibts zwar Billigheimer, aber das sind simple SATA-Controller, die das Raid im Treiber erledigen und damit keinerlei Vorteile ggü. Lösungen haben, die sich ganz offen "Software-Raid" nennen und z.B. im OS enthalten sind. Ich bin nicht sicher, ob sich der TE darüber im Klaren ist.

Masamune2 schrieb:
Zaubern kann er nicht, dafür aber die Daten so lange in den Cache laufen lassen bis sich ein kompletter Stripe angesammelt hat. Dann spart er sich nämlich das auslesen und neu Berechnen der Parität und ist dadurch wesentlich schneller.
Das OS hat haargenau die gleiche Art Zugriff auf die Plattencontroller (und damit die Platten) wie ein Raidcontroller und kann damit haargenau die gleichen Späße veranstalten. Readahead + Caching kompletter Stripes ist auch bei Softwareraids normal (jedenfalls beim linuxschen) und konfigurierbar.

Solange ein Rechner neben dem IO für die Platten keinerlei dicke IO-Lasten zu bewältigen hat, ist ein dedizierter Raidcontroller für solche kleinen 4-Platten-Raids in der Regel überflüssig. Der Heimserver des TE dürfte genau in diese Kategorie fallen.
 
Natürlich bin ich mich dessen nicht bewusst, was ein Software Raid und ein Hardware Raid bewältigen kann, darum frag ich ja ;)
Das aber ein billig Controller nur versteckte Software Raids sein sollen, ändert natürlich die Lage. 300 Euro aufwärts bin ich aber für meinen kleinen Server nicht bereit zu investieren, da das ja schon fast den Preis für kompletten Server übertrifft. Da tausch ich lieber gegebenenfalls die Platten aus und spiele das Backup auf. Eile habe ich keine.
 
mensch183 schrieb:
Meine Erfahrung sagt da was anderes... Software Raids oder Fake Hardware Raids sind in Test noch nie so schnell gewesen wie Hardware Raids.

chakko schrieb:
Da tausch ich lieber gegebenenfalls die Platten aus und spiele das Backup auf. Eile habe ich keine.
Wenn du keine Eile hast, ist ein RAID rausgeworfenes Geld und Zeit.
 
Das OS hat haargenau die gleiche Art Zugriff auf die Plattencontroller (und damit die Platten) wie ein Raidcontroller und kann damit haargenau die gleichen Späße veranstalten. Readahead + Caching kompletter Stripes ist auch bei Softwareraids normal (jedenfalls beim linuxschen) und konfigurierbar.

Ganz so einfach ist es leider nicht. Zwar ist der Schreibcache auch beim (Linux-)Software Raid aktivierbar, allerdings ist dieser nicht gegen Abstürze/Stromausfälle geschützt. Alles was im Schreibcache stand und noch nicht auf die Platten geschrieben wurde ist weg wenn der Server abschmiert, daher aktiviert man in der Regel so einen Cache nur dann wenn er dagegen geschützt ist.
Eine Ausnahme bildet hier das ZFS da es prinzipbedingt kein Write Hole hat.
Ein wenig Hintergrund dazu: https://blogs.oracle.com/bonwick/entry/raid_z
 
Naja, was ist schon Eile. Ich verdiene kein Geld damit, also ist es auch nicht dringend.
Wenn etwas abnippelt, dann ist halt der Medienstream vorübergehend lahm gelegt. Der Raid war nur eine
Überlegung wegen der "Bequemlichkeit" bezüglich des Plattenausfalls, wenn das aber wie gesagt, etwas teurer wird, dann
ist der Kosten/Nutzen Faktor so gering, dass ich das nicht investieren will.
 
Masamune2 schrieb:
Nein, das würde ich so nicht sagen, aber ohne genügend Hintergrundwissen sollte man von beiden Formen die Finger lassen.
Das war mein Gedanke. Im ersten Post liest man zuviel von "habe gehört" "habe gelesen" etc... RAID ist gut und schön, aber es ist nun mal nicht einfach Stecker rein, Knopf drücken und fertig. Man muss sich schon etwas mit der Materie auskennen/befassen und sich zum Beispiel über die RAID-Level im Klaren sein und was genau RAID überhaupt ist bzw. wozu es dient. Ich halte es für sehr gewagt einfach ein RAID-System aufzusetzen ohne dass man auch nur ansatzweise weiß was man da tut - Tutorials und Forumshilfe hin oder her.

Ich denke chakko sollte eher über eine geeignete Backupstrategie nachdenken. Zum Beispiel jeden Sonntag ein Vollbackup und täglich ein inkrementelles Backup. Um die Daten wiederherzustellen braucht man dann das Vollbackup und alle darauf folgenden inkrementellen Backups.
Beispiel: Am Mittwoch raucht eine Platte ab.
1) Mit inkrementellen Backups: SonntagsBackup (voll) + MontagsBackup (ink) + DienstagsBackup (ink) = Daten wiederhergestellt
2) Mit differentiellen Backups: SonntagsBackup (voll) + DienstagsBackup (diff) = Daten wiederhergestellt

Zur Erklärung:

Vollbackup: Eine 1:1-Kopie der Daten
Inkrementelles Backup: Nur geänderte Daten im Vergleich zum vorherigen Backup
Differentielles Backup: Alle geänderten Daten seit dem letzten Vollbackup


Mit einer passenden Strategie kann man so mit relativ geringem Platzbedaraf zeitnahe Backups machen. Man kann das an die eigenen Bedürfnisse beliebig anpassen (zB Anfang des Montags Vollbackup und jeden Sonntag ein inkrementelles oder differentielles Backup).
 
Hast du nur den ersten Post gelesen? @ Raijin

Ich bin vielleicht kein Profi auf dem Gebiet, aber ein gewisses Grundwissen besitze ich schon. Da ich mir nicht sicher war, habe ich eben nach gefragt. Aber sei's drum, es ist mittlerweile geklärt und der Backupplan, den du angelegt hast ist, weit mehr als ich brauche. 1x im Monat wird mehr als genug sein, da nicht so oft Daten dazu kommen.
 
... wie lange sowas läuft ...

Dell Server von 08/2007 !!! Raid 1 (Platten gespiegelt) Hardware Controller mit 2 1 TB Platten.

Bis Februar 2014 im 7T/24h Betrieb. Jede Sekunde werden 3 Datensätze gelesen, verarbeitet und ca. 10 geschrieben.

Controller defekt - Platten können beide (!) noch ausgelesen werden - bei Dell doch noch einen baugleichen (2007!!!) Controller bekommen und weiter gehts.

Also hier waren die Platten nicht das Problem sondern der Controller. Nutzt zwar nichts - Anlage stand auch!

Übrigens bekommt man auch für Geld und gute Worte keinen Raid Server mit mehr als 48 Monaten Gewähr...
 
Ja, ich hab den ersten Beitrag gelesen. Das war meinerseits auch weder vorwurfsvoll noch abwertend gemeint, ich hatte nur ein wenig den Eindruck, du fischst im Trüben. Sollte ich mich da geirrt haben, sorry ;-)

Die Backupstrategie ist ja nur ein Beispiel gewesen. Jeder hat ein anderes Verhältnis an festen, unveränderlichen bzw. sehr variablen, sich ändernden Daten. Schreibt man zB gerade seine Doktorarbeit, wäre ein 4 Wochen-Backup fatal :p
Bei meinem Ubuntu-Server habe ich gewissermaßen für beides vorgesorgt. Ganz rudimentär mittels cron und einem Backup-Script von einer der zahlreichen Tutorial-Seiten wird mein Filmordner nur sporadisch gesichert, während mein(e) Dokumentenordner und dergleichen täglich gesichert werden.
 
schon gut ;) hab mich nur gewundert, weil das thema hier eigentlich durch war
 
chakko schrieb:
Mir gehts nur darum, das ich eine Ausfallsicherheit habe, weil ja wenn eine Platte im JBOD hinüber ist, ich alles nochmal neu vom Backup ziehen muss und beim Raid eben nur die Platte zu tauschen ist.

Da bleibt noch zu bedenken, dass "nur mal eben die Platte tauschen" bei einem RAID 5 mit großen Festplatten ganz locker mal ein paar Tage dauern kann, bis die Wiederherstellung durch ist! In der Zeit ist erstens nicht die volle Leistung abrufbar, und zweitens das RAID ziemlich gefährdet.

Höchstwahrscheinlich dauert ein Zurückspielen der Daten vom Backup auf JBOD weniger lang, als die Wiederherstellung des RAID 5!
 
Man könnte einfach alle Festplatten einzeln ganz normal ohne RAID und ohne JBOD am SATA-Controller betreiben.

Wenn man sämtliche Dateien in einem einzigen Ordner angezeigt haben möchte, dann speichert man eben Symlinks der auf die Platten verteilten Dateien in diesen Gemeinschaftsordner, der nur diese Symlinks enthält.
Diesen Symlink-Ordner mounted man für Samba mit der bind-Option und schon sieht das Netzwerk sämtliche Dateien auf allen Festplatten so als ob sie in einem einzigen Ordner liegen würden.

Fällt mal eine Festplatte aus, dann muss man nur diese eine Platte ersetzen, während alle anderen Platten weiterhin problemlos funktionieren.
 
Code:
Du brauchst mal nur hier ins Datenrettungsforum schauen. Da gibt's jede Woche jemanden, den es das RAID zerhauen hat und dann um Hilfe bittet.
Aber zugegeben, die meisten Leute, die sich da melden, haben kein Hardware-RAID.

Erstens das, sie haben meistens einen vom Mainboardhersteller verbauten Controller, also "Fake-RAID" ;-)

Und zweitens scheinen die dann zu doof zu sein, ne Partition wiederherzustellen.

Hatte zwei unterschiedliche Festplattenmodelle drin, gleiche Größe, vom selben Hersteller, aber scheinbar hat das dem Controller irgendwann doch nich mehr gepasst und das syncen schlug immer wieder fehl. Also hab ich das RAID aufgehoben. Ergebnis: Zwei Festplatten, die laut Windows formatiert werden müssen. Festplattentool drüber laufen lassen. Partition wiederhergestellt fertig.

Wo ist das Problem? :D
 
sven.v schrieb:
Wo ist das Problem? :D
Das ist nix, was die meisten Leute jeden Tag machen. 99% der privaten RAID-Anwender haben keine Ahnung, was sie im Fall eines Fehlers machen sollen. Sie kennen auch nicht den Unterschied zwischen FAILED und DEGRADED.
Da ist es logisch, dass sie hier nachfragen. Das ist IMO auch besser, als planlos irgendwelche Tools einzusetzen, die das Ganze vielleicht noch schlimmer machen.
 
e-Laurin schrieb:
Das ist nix, was die meisten Leute jeden Tag machen. 99% der privaten RAID-Anwender haben keine Ahnung, was sie im Fall eines Fehlers machen sollen.
Da würde ich sogar noch einen Schritt weitergehen: 99% der privaten RAID-Anwender haben keine Ahnung was bzw. wofür RAID überhaupt ist. Ich sag nur: Verfügbarkeit != Backup ;-)

Liest man immer wieder in den NAS-Threads.. "Mach doch RAID, dann sind deine Daten sicher"....
 
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