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Im Test vor 15 Jahren: Mit der Radeon HD 3870 gelang ATi ein Comeback

Robert McHardy
88 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Mit der Radeon HD 3870 gelang ATi ein Comeback

Mit Radeon HD 3870 und Radeon HD 3850 (Test) gelang ATi (heute AMD) nach der missglückten HD-2000-Serie ein Comeback. Die Grafikkarten waren schnell, die Energieaufnahme gering und der Preis niedrig. Kurzum, die Radeon HD 3870 und HD 3850 waren wieder mit Nvidia gleichauf.

Eine bessere Radeon HD 2900 unter neuem Namen

Bei der ATi Radeon HD 3870 und HD 3850 handelte es sich streng genommen um überarbeitete Versionen der Radeon HD 2900 XT, die Architektur war grundlegend nicht neu. Ein bedeutender Unterschied war die Nutzung von TSMCs modernem 55-nm-Verfahren statt des alten 80-nm-Prozesses. Die moderne Fertigung machte sich in höherer Effizienz und kleineren Chips bemerkbar. Mit etwa 666 Millionen Transistoren war die RV670-GPU tatsächlich etwas simpler als die alte R600-GPU der Radeon HD 2900 XT. Die eingesparten Transistoren stammten von dem mit 256 Bit halb so breitem Speicherinterface, was – trotz eines höheren Speichertakts – in reduzierten Bandbreiten resultierte. Das sollte zum Teil von einem überarbeitetem Speichercontroller abgefangen werden, der niedrigere Latenzen als der des Vorgängers hatte. Zudem unterstützte der RV670 die Direct3D-10.1-API, den Unified Video Decoder (UVD), eine intelligente Stromsparfunktion und den PCIe-Standard der zweiten Generation.

Radeon HD 2900 XT Radeon HD 3870 Radeon HD 3850 GeForce 8800 GT GeForce 8800 GTS
(320 MByte)
Chip R600 RV670 G92 G80
Transistoren ca. 700 Mio. ca. 666 Mio. ca. 754 Mio. ca. 681 Mio.
Fertigung 80 nm 55 nm 65 nm 90 nm
Chiptakt 742MHz 775 MHz 670 MHz 600 MHz 500 MHz
Shadertakt 742 MHz 775 MHz 670 MHz 1.512 MHz 1.200 MHz
Pixel-Pipelines
Shader-Einheiten
(MADD)
64 (5D) 112 (1D) 96 (1D)
FLOPs (MADD/ADD) 475 GFLOPS 496 GFLOPS 429 GFLOPS 508 GFLOPS* 346 GFLOPS*
ROPs 16 20
Pixelfüllrate 11.872 MPix/s 12.400 MPix/s 10.720 MPix(s 9.600 MPix/s 10.000 MPix/s
TMUs 16 56 48
TAUs 32 56 24
Texelfüllrate 11.872 MTex/s 12.400 MTex/s 10.720 MPix/s 33.600 MTex/s 24.000 MTex/s
Vertex-Shader
Unified-Shader
in Hardware
Shader-Model SM 4 SM 4.1 SM 4
Geometryshader
Speichermenge 512 MByte GDDR3 512 MByte GDDR4 256 MByte GDDR3 512 MByte GDDR3 640 MByte GDDR3
(320 MByte GDDR3)
Speichertakt 828 MHz 1.125 MHz 830 MHz 900 MHz 800 MHz
Speicherinterface 512 Bit 256 Bit 320 Bit
Speicherbandbreite 105.984 MByte/s 72.000 MByte/s 53.120 MByte/s 57.600 MByte/s 64.000 MByte/s

Für die Kühlung der Grafikkarten setzte ATi auf ein Dual-Slot-Design, welches ausschließlich auf Kupfer basierte. Das beinhaltete ebenso kleine Kupferkühler auf den Speicherbausteinen wie die Lamellen des eigentlichen Kühlkörpers. Für die Frischluftzufuhr sorgte ein 75-mm-Radiallüfter, welcher die kühle Luft durch die Lamellen drückte und aus dem Gehäuse rückwärtig ausblies.

Etwas langsamer als eine GeForce 8800 GT

In den Benchmarks konnte die Radeon HD 3870 überzeugen. Je nach Auflösung und Qualitätseinstellungen war sie zwar bis zu 10 Prozent langsamer als eine GeForce 8800 GT, bei steigenden Einstellungen und der Nutzung von Direct3D schrumpfte dieser Vorsprung allerdings.

Rating
Rating – 1280x1024
    • Nvidia GeForce 8800 Ultra
      124,9
    • Nvidia GeForce 8800 GTX
      114,5
    • Nvidia GeForce 8800 GT
      110,6
    • PC Radeon HD 3870 PCS
      102,8
    • ATi Radeon HD 3870
      100,0
    • ATi Radeon HD 2900 XT
      99,9
    • Nvidia GeForce 8800 GTS
      85,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTS 320
      72,9
    • ATi Radeon X1950 XTX
      66,3
    • Nvidia GeForce 7950 GX2
      58,9
    • ATi Radeon 2600 XT X2 (3)
      49,8
    • Nvidia GeForce 7900 GTX
      48,4
    • ATi Radeon X1950 Pro
      43,2
    • Nvidia GeForce 7950 GT
      41,9
    • Nvidia GeForce 8600 GTS
      39,8
    • ATi Radeon HD 2600 XT (4)
      35,9
    • ATi Radeon HD 2600 XT (3)
      34,4
    • Nvidia GeForce 8600 GT
      31,6
    • Nvidia GeForce 7900 GS
      28,3
    • ATi Radeon X1650 XT
      27,8
    • Nvidia GeForce 7600 GT
      21,7
    • ATi Radeon HD 2400 XT
      16,7
    • Nvidia GeForce 8500 GT
      14,3
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

In den B-Noten machte sich die Radeon HD 3870 hervorragend. Die Lautstärke war ein wenig geringer als bei der GeForce 8800 GT, die GPU-Temperatur deutlich niedriger und die Leistungsaufnahme im Leerlauf ebenfalls sparsamer. Wer etwas mehr Leistung benötigte, der konnte mittels Übertaktung weitere 5 bis 8 Prozent Leistung gewinnen.

Diagramme
Lautstärke
  • Idle:
    • ATi Radeon HD 2600 XT (4)
      47,5
    • ATi Radeon HD 3870
      47,5
    • Nvidia GeForce 8800 GT
      47,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTX
      47,5
    • ATi Radeon X1950 XTX
      48,0
    • Nvidia GeForce 7950 GT
      48,0
    • Nvidia GeForce 8800 GTS
      48,0
    • ATi Radeon HD 2400 XT
      48,5
    • ATi Radeon HD 2900 XT
      48,5
      Kurzzeitig: 56 dB
    • Nvidia GeForce 7900 GTX
      48,5
    • Nvidia GeForce 7950 GX2
      48,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTS 320
      48,5
    • Nvidia GeForce 8800 Ultra
      50,0
    • Nvidia GeForce 7900 GS
      50,5
    • Nvidia GeForce 8500 GT
      50,5
    • Nvidia GeForce 8600 GTS
      50,5
    • ATi Radeon X1950 Pro
      51,5
    • ATi Radeon 2600 XT X2 (3)
      53,5
    • Nvidia GeForce 8600 GT
      55,0
    • Nvidia GeForce 7600 GT
      62,0
  • Last:
    • ATi Radeon HD 3870
      47,5
    • Nvidia GeForce 8800 GT
      48,0
    • Nvidia GeForce 7900 GTX
      49,0
    • ATi Radeon HD 2400 XT
      49,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTS
      49,5
    • ATi Radeon HD 2600 XT (4)
      50,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTS 320
      50,5
    • Nvidia GeForce 8800 Ultra
      50,5
    • Nvidia GeForce 8500 GT
      51,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTX
      51,5
    • Nvidia GeForce 8600 GTS
      52,0
    • ATi Radeon X1950 Pro
      54,5
    • ATi Radeon 2600 XT X2 (3)
      54,5
    • Nvidia GeForce 8600 GT
      55,0
    • ATi Radeon HD 2900 XT
      56,0
    • Nvidia GeForce 7950 GX2
      57,5
    • Nvidia GeForce 7900 GS
      58,5
    • ATi Radeon X1950 XTX
      59,0
    • Nvidia GeForce 7950 GT
      59,0
    • Nvidia GeForce 7600 GT
      62,0
Einheit: dB(A)

Fazit

Nach der misslungenen Radeon HD 2900 XT war die Radeon HD 3870 eine wahre Offenbarung. Moderne Fertigung machte es ATi möglich, eine sparsame und schnelle Grafikkarte für eine unverbindliche Preisempfehlung von lediglich 229 Euro anzubieten. Damit katapultierte sich der Hersteller wieder in das Rennen und bot eine Grafikkarte an, die jeder Nutzer in diesem Preisbereich als gute Alternative zu einer Nvidia-Grafikkarte in Betracht ziehen konnte.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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