gut, ich habe mich da etwas unpräzise ausgedrückt. ich sprach allgemein von der europäischen integration, die meines erachtens, sehr wohl zum langfristigen frieden in europa beigetragen hat. immerhin war nach dem bereitschaft nach dem 2. wk vorhanden, sich zu versöhnen und nicht wieder die revanche zu suchen, wie das noch nach dem 1.wk der fall war. man kann natürlich argumentieren, dass durch den kalten krieg die verhältnisse in europa konserviert wurden und dafür ein brutkasten geschaffen wurde, unter dem die damalige ewg sich langsam entwickeln konnte. allerdings hat das ende des kalten krieges gezeigt, dass es sich hier um ein stabiles projekt handelt, dass mit dem ende des kalten krieges nicht mitzerbrochen ist. die europäische integration ist sowohl eine folge der nachkriegszeit als auch bewahrer der friedlichen nachkriegsordnung innerhalb der europäischen gemeinschaft. freilich zeigte unter anderem der kosovokrieg, dass es der eu an einer konsistenten aussenpolitik fehlt, mit der folge, dass es hier an entsprechender effizienz mangelt mit katastrophalen folgen.
nun, möchte ich den bogen zu den wahlen schlagen. es wurde ja auch viel über die euroskeptiker (zumindest in den medien) geschrieben, die eben dieses erfolgsmodell wieder zurückbauen möchten. zurück zu nationalstaat und eigenen grenzen. front national, ukip etc. sehen ihr vorbild in der volksabstimmung der schweiz vom 9. februar. auch wenn ich als schweizer den entscheid der ch-bevölkerung respektiere und ihr entscheid auch damit zusammenhängt, dass den konsequenzen der personenfreizügigkeit zu wenig rechnung getragen wurde, so verzichte ich dankend auf das lob von rechtspopulisten. auch wenn die schweiz nicht mitglieder eu ist, so verschafft sie den euroskeptikern aufwind und lässt sie noch energischer den finger auf die wunden punkte legen, auf die man offensichtlich keine antwort gefunden hat und/oder die antwort nicht überzeugend erklären konnte. auch wenn ich mich mit dem ziel der euroskeptiker überhaupt nicht anfreunden kann, marie le pen spricht vom zerstören der eu, so können sie auch als chance betrachtet werden, welches die eu dazu antreibt, ihre institution zu hinterfragen und entsprechend zu reformieren. vllt etwas optimistisch formuliert, aber hin und wieder schadet das auch nicht.^^