News Energie sparen: (Wie) versucht ihr euren Stromverbrauch zu senken?

modena.ch schrieb:
[...]
Ich sage dazu es war um das Jahr 1000-1400 [...]
Klimaforschende sagen dazu lokale Warmzeit - lokale Warmzeit. Warum? Weil es nur in Europa und Grönland wärmer war. Beim Klimawandel reden wir von einer globalen Erderwärmung, bei der es nicht ausgeschlossen ist, dass es nach einem Stoppen des Golfstroms in Europa für eine Zeit kälter wird.
Ergänzung ()

Phoeni schrieb:
[...]
Wenn ich bei Greenpeace lese, dass die Brandrodung der Regenwälder jährlich das 4-5fache des Gesamtdeutschen CO2 Ausstoßes ausmacht, die EU Handelsabkommen abschließt mit Südamerika die ein Weiter-so geradezu forcieren [...]
Und daran muss "linksgrün" Schuld sein und wir ignorieren einfach, dass sowohl im EU-Parlament als auch im Rat der Europäischen Union irgendwie immer Konservative eine Mehrheit haben? Ich wähle seit 1999 das EU-Parlament und habe noch nie erlebt, dass die EVP nicht die größte Fraktion hatte. Aber natürlich, ganz klar, wo die Konservativen immer eine Mehrheit haben, da ist immer linksgrün an der Politik schuld. Das ist genau wie deine Andeutung gestern von wegen "Windparks planen wollen ohne die nötigen Leitungen" - wenn CSU wählende NIMBYs in Franken den Bau der Leitungen blockieren, dann ist das Nichtbauen nicht linksgrüne Politik oder nie geplant worden, sondern der Nichtbau ganz einfach direkte Schuld dieser NIMBYs, die sich in den Weg stellen.

________

Allgemein höre ich ähnliche Kommentare, wie "ich muss nicht Energiesparen, wir müssen erstmal die ganze Welt umgebaut haben, bevor wir irgendwo annfangen" auch schon seit meiner Jugend in den 1990ern. In welcher Zeitspanne soll denn dann überhaupt mal angefangen werden? Ich hatte gestern irgendwann zwischendurch eine Anspielung auf die Walöllampe unserer Urururgroßeltern gemacht. Kontrafaktische Überlegung: Wenn jetzt keine Erdölverarbeitende Industrie erfunden worden wäre, hätte man dann einfach bis 1900 den letzten Wal töten und dann in mittelalterliche Finsternis zurückfallen sollen, weil man hätte ja den Walölkonsum nicht einschränken können, bevor nicht die ganze Welt geändert ist?
 
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KitKat::new() schrieb:
würde ich an deren Stelle auch machen - mit den Grünen wären wir jetzt nämlich nicht in dieser Situation.
In der Tat waren die Grünen die einzigen, die gegen NS2 argumentierten - u.a. Wegen der Abhängigkeit durch Russland

2020:
https://twitter.com/Jumpsteady/status/1514320442693230602
2016:
https://twitter.com/tshsulwnd/status/1513919118424035334
Die sogenannte Abhängigkeit ist jetzt auch nur ein Problem weil uns die aktuelle Situation nicht mehr gefällt, davor war es uns egal. Und das man stattdessen Katar oder die Saudis hofiert - der Jemen lässt grüßen - zeigt doch das bigotte Verhalten.
Moralische Dekadenz muss man sich leisten können.
Schauen Sie sich mal die Doku „Licht ins Dunkel“ wie Teile der Welt auf das Thema Energie schauen - nicht nur aus der deutschen EE-Blase heraus die auch mit den Grünen ein Scherbenhaufen wäre. Was hätten die anders gemacht? Ja mehr gebaut und die Grundprobleme wären noch größer als heute - lenkende Eingriffe ins Netz, immer noch keine ausreichenden Speicher, etc. - weil auch die Grünen nicht in der Lage sind derlei Herausforderungen global zu betrachten.
Man muss sich die Absurdität mal vor Augen führen mit Paris - jedes Land für sich und ja meinetwegen Europa irgendwie was zusammen - und in D jeder Sektor wieder irgendwie für sich - selbst wenn diese teils mittelbar voneinander abhängen und manche Lösungen die Probleme nur von einem ins andere Ministerium verschleppen.
Wir müssen einfach nur mehr bauen. Selten so gelacht. Ist ja nicht so dass wir aktuell nicht gerade untätig sind und es mangelt an allem. Solarteure teils auf ein Jahr ausgebucht, Lieferzeiten von Wechselrichtern +/- 6 Monate was noch harmlos ist wenn man liest dass Teile der Ladeinfrastruktur bei Lieferzeiten von bis zu 60 Monaten liegen sollen!!!
Oder der so geistreiche Vorschlag jetzt einfach mal fleißig dämmen und Wärmepumpen installieren. Erstens kein Material, zweitens keine Handwerker, drittens mehr als 20 Mio Bestandsbauten bei denen eine Wärmepumpe kontraproduktiv ist und viertens mal eben für ein EFH nochmal ca 50k+ investieren? Solche Vorschläge sind vllt als 5-10 Jahrespläne realistisch aber als hilflose Idee weil uns mglw das Gas ausgeht in paar Monaten? Ja, da habe ich wirklich das Gefühl dass bei den Grünen mehr Sachverstand vorherrscht als bei den anderen Parteien - was nicht heißen soll dass es die anderen wirklich besser machen würden. Das ist in meinen Augen ein grundlegendes Problem dass immer nur singuläre Lösungen gesucht werden und wenn etwas nicht läuft muss einfach noch mehr davon her - statt mal zu erkennen dass man unter Umständen nicht mehr auf dem richtigen Weg ist.
 
Phoeni schrieb:
weil auch die Grünen nicht in der Lage sind derlei Herausforderungen global zu betrachten.
Ich verweise nochmal auf die zuvorgenannte Studie, die zeigt,ndass das nachweislich nicht stimmt
 
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KitKat::new() schrieb:
vielleicht fällt dir ja auf, dass sie nicht alleine in der Regierung sitzen und ein unerwartetes Ereignis, d.h. der Angriffskrieg auf die Ukraine passiert ist
Ergänzung ()


doch, geht es, und zwar verteilt auf die verschiedenen Sektoren und Aspekte - sogar direkt aus dem Diagramm ersichtlich
ist mir schon bewußt - aber das Kohlekraftwerke anschmeißen die beste Option ist, steht zur Debatte - besonders auch im Kontrast zu andren Wahlversprechen - Klimawandel und Co.
Warum nochmal haben viele Nachbarländer weit besserer Co2 Bilanzen? Und fortschrittlich waren die Grünen noch nie - Stichwort Insulinproduktion mit böser Gentechnik in Frankfurt-Hoechst.
Aber der wissenschaftliche Konsens wird da eh gern selektiv hochgehalten - Angstmache funktioniert da ja wunderbar. Gerade in den letzten Jahren hat man die Folgen von all dem pseudowissenschaftlichen Geschwätz, den die Grünen stark mit zu verantworten haben eingefahren.
 
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Ich bin jetzt zu faul die letzten 40 Seiten zu lesen.

Wie habt ihr es geschafft von einem relativ produktiven Austausch von möglichen Optimierungen in den eigenen vier Wänden auf "Ja wenn Brasilien sich nicht ändert dann müssen wir das auch nicht" zusammen mit einer Portion Hetze gegen "Linksgrün" umzuschwenken?

Als ob der Fehler des Einen es rechtfertigt, dass man selbst (bewusst) das Falsche macht ...
 
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Phoeni schrieb:
Man muss sich die Absurdität mal vor Augen führen mit Paris - jedes Land für sich und ja meinetwegen Europa irgendwie was zusammen - und in D jeder Sektor wieder irgendwie für sich - selbst wenn diese teils mittelbar voneinander abhängen und manche Lösungen die Probleme nur von einem ins andere Ministerium verschleppen.
Paris ist das Gegenteil von jeder nur für sich, da es ein internationales Abkommen ist, nur leider nicht effektiv genug (nicht weil Deutschland es nicht wollen würde, sh. Besterbung für internationale Marktinstrumente beim COP26)
Dass jedes Land, Bundesland, Sektor, Unternehmen ihre Aufgaben für sich erledigen muss, darum kommt man trotzdem nicht rum.
Wüsste auch nicht, dass es ein Verbot gibt Sektorenübergreifend zu agieren. Das Gegenteil passiert. CO2 Steuer ist ein Beispiel dafür
 
MountWalker schrieb:
Würden wir von konservativer Politik im Stil der 80er reden wäre ich da bei Ihnen, da konnte man sowas auch noch unterscheiden.
Heute, insbesondere in der EU Kommission fragt man sich schon was da noch liberal oder konservativ sein soll…
Dass die CSU regional so auftritt verwundert nicht wirklich, haben andere Landesregierungen in rot/grüner Manier an anderen Stellen auch schon geschafft. Da kommt einfach die Lokalpolitik zum Vorschein. Und wenn ein Grüner die Rodung für Windräder mit den Worten „da muss der Umweltschutz halt mal hinten anstehen“ kommentiert finde ich das ebenso bedenklich.
Was bleibt eig unterm Strich? Das Parteibuch spielt nur eine Rolle wenn es darum geht den politischen Gegner für irgendwas verantwortlich zu machen, rot/grün hat auch nichts tolles gezaubert, Schröders 100k-Dächer Programm war ein Witz und das EEG hatte schon Geburtsfehler - die schwarz-gelb dann endgültig da absurdum geführt hat. Dafür durfte Putins billiges Gas den Beschiss ne ganze Weile überdecken.
Und wer hat mitgejubelt bei der doppelten Rolle rückwärts bei Fukushima? Da hat keiner nachgedacht was das als Konsequenz hat. Aber moralisch war das natürlich der Bringer. Ausbaden müssen wir den Schmarren unter anderem auch jetzt. Ich kritisiere hier - nur zum Verständnis - nicht nur die Grünen, aber insbesondere die Grünen, weil dort die scheinbare moralische Überlegenheit den Blick für die Realität besonders versperrt.
Da bin ich Opportunist, wirklich gut macht es niemand, aber dann lieber lass ich mich verarschen wenn es mir dabei noch einigermaßen gut geht - das eigentlich Ziel verfehlen sie eh alle.
 
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Habück sagt es heute selbst: "„Wir haben ein Wärme- und ein Versorgungsproblem, kein Stromproblem. Und da hilft uns Atomkraft gar nichts.“
Also, wozu Strom sparen?
 
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KitKat::new() schrieb:
Paris ist das Gegenteil von jeder nur für sich, da es ein internationales Abkommen ist, nur leider nicht effektiv genug (nicht weil Deutschland es nicht wollen würde, sh. Besterbung für internationale Marktinstrumente beim COP26)
Dass jedes Land, Bundesland, Sektor, Unternehmen ihre Aufgaben für sich erledigen muss, darum kommt man trotzdem nicht rum.
Wüsste auch nicht, dass es ein Verbot gibt Sektorenübergreifend zu agieren. Das Gegenteil passiert. CO2 Steuer ist ein Beispiel dafür
Ein internationales Abkommen was die Leistungen der einzelnen Länder regelt - doch das ist ein jeder für sich. Es gibt keine übergeordnete Instrumente, keine Sanktionen, dafür Unmengen an teils grotesken Versprechungen die schon längst wieder kassiert wurden.
Und da wo man es versuchte wie der europäische Zertifikatehandel hat man es doch tatsächlich wieder geschafft Mechanismen zu etablieren die im Worst Case bspw dafür sorgen könnten, je mehr D einspart desto länger laufen polnische Kohlemeiler. Konjunktiv, aber möglich. Und unterm Strich hat Europa dann gar nichts eingespart an der Stelle.
Und als was soll man das denn sonst einstufen außer als einen politische Kompromiss-Mist der das eigentliche Ziel weder gezielt adressiert noch wirklich forciert?
Wäre es von der Weltgemeinschaft zu viel verlangt gewesen zuerst die größten Bigpoints auf den Tisch zu legen und zu überlegen was wer beisteuern kann um die zu beheben? Es wäre mir bspw wirklich egal wenn unsere CO2-Steuern in Brasilien investiert werden und so ein Möchtegern wie Bolsonaro nachher einen auf dicke Hose macht „hoho wir Fackeln keine Regenwälder mehr ab, ich toller Hecht“ wenn dann aber unterm Strich stehen würde die weltweiten Emissionen sinken. Zumal sich Investitionen auch mal auszahlen könnten.
Indien ist riesig und benötigt dringend eine nachhaltige Infrastruktur für Energie. Bevor die sich irgendwas zusammen backen und beim Ausstoß zum zweiten China werden, lasst uns da investieren. Unterm Strich bleiben prognostizierte Anstiege aus.
Viele afrikanische Länder haben aus eigener Kraft Aufforstung betrieben, was könnte man da mit unserer Hilfe erreichen? Unterm Strich wäre hier so unglaublich mehr erreicht und wenn die großen Brocken durch sind geht es weiter. 80/20, egal welche Nation sich nachher auf die Schulter klopft dafür, entweder es geht ums große Ganze oder nicht.
Mit Hilfe afrikanischer EE inklusive PtX wäre eine europäische Energiewende ein Selbstläufer, unsere Firmen, unser Know-How, neuer afrikanischer Wohlstand als Energieexporteur, die Chance eine Win-Win-Win Situation herbeizuführen.
Und jetzt soll mir einer erklären warum ich ein schlechter Mensch bin wenn ich mir ein Steak auf den Grill haue (bewusste Übertreibung) und nein meine Vorschläge haben nichts mit „bloß nichts hier ändern zu tun“ ich setze nur bewusst die Prioritäten anders.
Ergänzung ()

Scheppschick schrieb:
Habück sagt es heute selbst: "„Wir haben ein Wärme- und ein Versorgungsproblem, kein Stromproblem. Und da hilft uns Atomkraft gar nichts.“
Also, wozu Strom sparen?
Da müsste man die Gegenfrage stellen warum dann Firmen die Anschaffung von Notstromaggregaten empfohlen wird?
Man könnte überlegen ob das verstromte Gas Anteil daran haben könnte oder im Umkehrschluss dass man mit Strom zur Not auch Wärme erzeugen kann?
Ergänzung ()

MountWalker schrieb:
Allgemein höre ich ähnliche Kommentare, wie "ich muss nicht Energiesparen, wir müssen erstmal die ganze Welt umgebaut haben, bevor wir irgendwo annfangen" auch schon seit meiner Jugend in den 1990ern. In welcher Zeitspanne soll denn dann überhaupt mal angefangen werden? Ich hatte gestern irgendwann zwischendurch eine Anspielung auf die Walöllampe unserer Urururgroßeltern gemacht. Kontrafaktische Überlegung: Wenn jetzt keine Erdölverarbeitende Industrie erfunden worden wäre, hätte man dann einfach bis 1900 den letzten Wal töten und dann in mittelalterliche Finsternis zurückfallen sollen, weil man hätte ja den Walölkonsum nicht einschränken können, bevor nicht die ganze Welt geändert ist?
Es ist schon ein Unterschied zu sagen „die anderen sollen erstmal“ oder ob man sagt „woanders gibt es mehr zu tun“.
Wo wäre der chinesische Ausstoß heute wenn man - um in unserer Jugend zu bleiben - 1990 schon angefangen hätte China hier nachhaltig zu unterstützen?
Der Technologieabfluss ist ja so oder so passiert, ob das mit China überhaupt vermeidbar gewesen wäre?
Jetzt steht Indien irgendwo da wo China 1990 war. Also was machen? 200 Mrd in D einsetzen um vllt bis 2035 50% von 1,6% einzusparen oder wäre das Geld in Indien nicht besser angelegt damit die bis 2035 nicht eine ähnliche Steigerung hinlegen wie China? Und D ist ja nicht allein mit entsprechenden Ressourcen.
Da die Welt gesamt nicht unendliche Ressourcen in Form von Zeit, Geld und Material hat bleibt uns doch gar nichts anderes übrig als erst die großen Brocken anzugehen. Und das ist weder die German Autobahn, der Hambacher Wald oder der Green Deal der EU…
 
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bensen schrieb:
Man kann auch mit manuellen Heizungsreglern vernünftig heizen.
Es würde mehr bringen den Leuten zu verklickern, dass man keine 24 Grad in der Bude braucht, erst recht nicht Nachts. Aber da immer wieder gebetsmühlenartig der Unfug runtergebetet wird, dass das nichts bringt, da man ja am nächsten Morgen für's aufheizen noch mehr Energie benötigt wird, ist das wohl aussichtslos.
Ja sehe ich auch so. Eine monatliche Abrechnung der heizkosten würde ggf auhc helfen
 
machs111 schrieb:
Ja sehe ich auch so. Eine monatliche Abrechnung der heizkosten würde ggf auhc helfen
Um auch mal wieder OT zu kommen:
Wenn man hier - und auch in anderen Foren so liest - scheint eine gewisse Mehrheit schon lange eher sparsam unterwegs zu sein. Die viel kolportierten 23grad+ Heizer bei jedem Energiespartipp aus der Mottenkiste scheinen ja eher die Einhörner zu sein als andersherum - vllt täuscht mich mein Gefühl aber auch.
Nur würde das in Konsequenz nicht auch heißen dass das private Potential gar nicht mehr so groß ist wie vielfach angenommen?
Wo gibt es überhaupt noch nennenswerte Potentiale im Heimbereich wenn man schon keine alten Geräte mehr hat, die Heizung runter ist, man - auch wegen Homeoffice - eh nur noch so alle 2-3 Tage duscht statt täglich…?
 
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Phoeni schrieb:
[...]
Wo wäre der chinesische Ausstoß heute wenn man - um in unserer Jugend zu bleiben - 1990 schon angefangen hätte China hier nachhaltig zu unterstützen?
[...]
Die Frage ist doch, ob es irgendwie wahrscheinlich ist, davon auszugehen, dass das so hätte funktionieren können. China war damals deshalb die Werkbank der Welt, weil durch den damaligen Umweltstandard, der da lag, wo er in Europa um 1850-1900 lag, die Produktion dort so billig war. Wie hätte man die VR China und Deng Xiao Ping dazu überreden sollen, auf diesen Attraktivitätsfaktor zu verzichten? Da hilft auch das Investment in Bildungsprogramme nicht viel, weil westafrikanische Ingenieure in Europa als Putzkraft arbeiten.

Was deinen eben gerade erst erstellten Kommentar zum Zweifel an privaten Einsparmöglichkeiten angeht, würde ich sagen, jein. Beim Stromverbauch hast du vielleicht gar nicht unrecht - und zehn Jahre nach dem deutschen Handelsverbot für E6-Fassungs-Leuchten mit Vakuum-Glühfaden-Technik noch Ratschläge zu Energiesparlampen zu lesen, wirkt irgendwie aus der Zeit gefallen. Was der Durchschnittsbürger aber massiv einsparen kann, ist der Verbrauch beim Arbeitsweg. Ein SUV, um das Kind 2 km zum Kindergarten zu fahren, ist auch dann Energieverschwendung, wenn er rein elektrisch fährt. Sieht man leider an vielen Kindergärten - und mitunter mit der Rechtfertigung, man müsse das schwerere Auto haben, damit man im Falle eines Unfalls das Auto hat, das weniger zermatscht wird und so das Kind besser geschützt sei. Ich sehe da auch wesentlich mehr Einsparpotential, als bei der Frage, ob man irgendwelche hochoptimierten Undervoltingprofile für seine CPU einstellt. Wobei dem Wirtschaftsministerium ja vom wissentschaftlichen Dienst des Bundestages Zahlen vorgelegt werden, dass die durchschnittliche Duschwasserlaufenlassenzeit in Deutschland zehn Minuten betrage und das ist auch reduzierbar.

Schwierig finde ich auch die Frage, ob man seine Autoreifen zu stark aufpumpt, um Sprit zu sparen und den Bremsweg zu verlängern - Autro einfach mal stehen lassen, ist hilfreich, und vielleicht ein kultureller Wandel, in dem nicht mehr jeder, der sich 30 Jahre nach seiner letzten Fahrprüfung falsch erinnert, wie die Verkehrsregeln sind, meint, Radfahrende zurechtweisen zu müssen. Mit diesem kulturellen Wandel würden mehr Leute Rad fahren - nicht durch Zwang, sondern weil weniger Angst vor rechthaberischen Autofahrenden vorhanden wäre - und das würde ordentlich Energie sparen.
 
Kuristina schrieb:
Ich finde es eher bedenklich, dass ausgerechnet diejenigen viele Kinder in die Welt setzen, die diese nicht mal ernähren können. Aber das ist Off-Topic.
Dann frag mal deine Urgroßeltern vor 100 Jahren... und das sie nicht verhüten oder diese nicht ernähren können, liegt teils nicht mal an Ihnen. Solltest dich dahingehend vielleicht mal schlau machen.
 
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Phoeni schrieb:
Nur würde das in Konsequenz nicht auch heißen dass das private Potential gar nicht mehr so groß ist wie vielfach angenommen?
Wo gibt es überhaupt noch nennenswerte Potentiale im Heimbereich wenn man schon keine alten Geräte mehr hat, die Heizung runter ist, man - auch wegen Homeoffice - eh nur noch so alle 2-3 Tage duscht statt täglich…?

Naja, so verwunderlich ist das nicht.

Es wird ja seit Jahrzehnten in den Medien immer und immer wieder erläutert, wie man Energie und Ressourcen spart. Selbst in den Micky Maus Heften aus den 90ern gab es Tipps zum Sparen von Strom und Wasser. Teilweise sogar noch extremer als viele es hier machen wie beispielsweise Füllen des Spülkastens im WC damit beim Spülvorgang weniger Wasser verwendet wird etc.

Mich würde es nicht wundern, wenn das wahre Einsparpotential in der Mittel- und Unterschicht weniger als 10% betragen würde.

Es ist hier eher die extreme Oberschicht mit ihren unnötig vielen Elektrogeräten, Vollklimaanlagen, Pools etc., die prozentual eine Menge sparen könnten, dann aber in Summe wieder nur kleine Energiemengen zusammen kommen.

Ich denke aber auch, dass unsere Industrie nicht mehr so viel Energie verschwendet, wie angenommen.

Generell wird dich mindestens seit den 70ern und insbesondere seit den 90ern hier in Deutschland großer Wert auf Einsparung von Energie und Ressourcen gelegt.
 
Phoeni schrieb:
Wenn man hier - und auch in anderen Foren so liest - scheint eine gewisse Mehrheit schon lange eher sparsam unterwegs zu sein. Die viel kolportierten 23grad+ Heizer bei jedem Energiespartipp aus der Mottenkiste scheinen ja eher die Einhörner zu sein als andersherum - vllt täuscht mich mein Gefühl aber auch.
Nur würde das in Konsequenz nicht auch heißen dass das private Potential gar nicht mehr so groß ist wie vielfach angenommen?
Wo gibt es überhaupt noch nennenswerte Potentiale im Heimbereich wenn man schon keine alten Geräte mehr hat, die Heizung runter ist, man - auch wegen Homeoffice - eh nur noch so alle 2-3 Tage duscht statt täglich…?
Sehe ich auch so
Diejenigen die eh schon sparsam unterwegs waren können nur noch Feintuning machen.
Aber Kleinvieh macht auch Mist wie man so schön sagt.
Ich mach nachher zB 2 Pizzen (selbstgemacht) auf einmal.
Geht super und Herd heizt nur einmal auf
Natürlich mit Restwärmenutzung 😋
 
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Stampfi82 schrieb:
Nennt sich Pumpspeicherkraftwerk - 7 MW in Deutschland installiert
Einspruch: 7 GW.

Scheppschick schrieb:
Also, wozu Strom sparen?
Weil Stromsparen nicht zweckgebunden ist. Jede kWh, die du sparst, muss gar nicht erst erzeugt werden bzw. der dafür nötige Brennstoff steht für was anderes zur Verfügung (oder wird im Idealfall gar nicht verfeuert).
 
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Verak Drezzt schrieb:
Dann frag mal deine Urgroßeltern vor 100 Jahren
Vor 100 Jahren gabs nur 2 Mrd. Menschen. Kleiner Unterschied. 🙂
 
MountWalker schrieb:
Die Frage ist doch, ob es irgendwie wahrscheinlich ist, davon auszugehen, dass das so hätte funktionieren können. China war damals deshalb die Werkbank der Welt, weil durch den damaligen Umweltstandard, der da lag, wo er in Europa um 1850-1900 lag, die Produktion dort so billig war. Wie hätte man die VR China und Deng Xiao Ping dazu überreden sollen, auf diesen Attraktivitätsfaktor zu verzichten? Da hilft auch das Investment in Bildungsprogramme nicht viel, weil westafrikanische Ingenieure in Europa als Putzkraft arbeiten.
Das ist die große Preisfrage und was könnte man diesmal besser machen? Das westafrikanische Ingenieure hier als Putzkraft arbeiten stimmt sicher auch - was leider auch stimmt dass es bei manchen auch nicht zu mehr reichen würde. Aber Know-how Transfer sollte möglich sein. Es gibt auch in Afrika mehr als genug schlaue Menschen, denen nur das Bildungssystem fehlt, ließe sich stemmen, auch über unsere Firmen die dort aktiv wären.
Der SUV zum Brötchen holen existiert sicher, aber nicht jeder der vor einer Schule steht dient explizit nur dem Kidstransfer. Meine Frau fuhr meine Tochter früher auch öfters - wir haben keinen SUV - weil es gerade mal 100m Umweg zu ihrem Arbeitsweg von 9km waren.
Aber dem Hinweis zum BEV stimme ich zu. Gerade bei so Ultrakurzstrecken werden hier völlig falsche Anreize geschaffen und ein BEV als Drittwagen - gibt es tatsächlich in meinem Bekanntenkreis - amortisiert sich niemals. Ich habe das absolute Glück gerade einmal 2,3km Fußweg auf Arbeit zu haben wenn ich mal ins Büro muss. Ich würde niemals auf die Idee kommen dafür meinen V8 aus der Garage zu holen. Bei einem BEV wäre das anders weil es da keine Rolle für das Material spielt - nur zusätzliche Mobilität wo vorher keine war wäre schlimmer für das Klima als wenn ich doch meinen Wagen aus der Garage hole. Da hapert es oft in den Diskussionen, zeigt aber auch die geringe Sinnhaftigkeit dass die Elektromobilität alle anderen Varianten ersetzen soll - technisch möglich, aber nicht sinnvoll.
Zu Ihrem Radvergleich, hach was soll man sagen? Ich könnte jetzt darüber philosophieren dass ich erst kürzlich mich als Fußgänger von einem Radler belehren lassen musste dass ich erstens ihn doch von hinten hören sollte ohne Klingel und dass ich nichts auf dem Feldweg verloren hätte - keine 10m vor dem blauen Schild für geteilten Weg für beide. Oder schauen wir nach Hamburg als dort mal großflächig alle Verkehrsteilnehmer kontrolliert wurde auf Verstöße. Würde jeder Teilnehmer die Regeln eher als Vorschlag nehmen denn als Gesetz, hätten wir ganz andere Probleme im Straßenverkehr. Wenn man allein liest an manchen Stellen 90% Rotlichtverstöße nur bei Radfahrern die gerade mal grob 10% vom Verkehr aus machen. Da muss man schon konstatieren dass die Welt halt doch nicht nur aus dem Werner-Archetyp im Stadtpanzer und dem netten Onkel auf dem Drahtesel besteht.
Warum sich ausgerechnet der schwächste Verkehrsteilnehmer so verhält erschließt sich mir nicht.
Aber auch hier versagt die Politik in meinen Augen. Es gibt viele Beispiele wie ein Nebeneinander funktionieren kann, es gibt genug Ideen wie Hochstraßen nur für Räder etc… in D wird den einen genommen und den anderen gegeben und schon haben beide Seiten ein Feindbild - wie unnötig aber kostet halt fast nix…
 
Donnerkind schrieb:
Weil Stromsparen nicht zweckgebunden ist. Jede kWh, die du sparst, muss gar nicht erst erzeugt werden bzw. der dafür nötige Brennstoff steht für was anderes zur Verfügung (oder wird im Idealfall gar nicht verfeuert).
Leider falsch, denn wir sind Strom Netto-Exporteure d.h. die Erzeugung übersteigt dank "Erneuerbaren" tagsüber regelmäßig den Bedarf. Siehe dazu #1000
 
Scheppschick schrieb:
Leider falsch, denn wir sind Strom Netto-Exporteure
Warum exportieren wir statt weiter Gaskraftwerke runterzuregeln?
Genau, weil z.B. andere Länder wie z.B. Frankreich ebenfalls Bedarf haben
 
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