laryllan schrieb:
Wo lagen denn Deiner Ansicht nach diese "Schranken" vor dem Euro? Die
Europäische Union gab es defacto schon seit 1992, von der EWG rede ich noch nicht einmal.
Was hat den bitte die EWG mit der Diskussion zu tun? Als nächstes kommst du mir hier mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl von 1951 an?
Hier geht es um die
Währungsunion und nicht um die EU! Seit wann es den Euro gibt, kannst du sicherlich auch allein in Erfahrung bringen.
laryllan schrieb:
Der Euro war ausschließlich politisch motiviert. Es gab für diesen Schritt keine ökonomische Notwendigkeit (siehe GB). Aus der Sicht Deutschlands ohnehin nicht, denn Export"weltmeister" war Deutschland auch vorher schon.
Selbstverständlich gab es keine "Notwendigkeit". Es ist auch nicht notwendig einen Rauchmelder in der Wohnung zu installieren. Sinnvoll ist es deshalb trotzdem.
laryllan schrieb:
Was möchtest Du mir damit sagen? Zu D-Mark Zeiten hat sich die Schweiz und übrigens auch viele andere Länder an der D-Mark orientiert. Was ist konkret daran besser, dass die Schweiz sich jetzt am Euro orientiert? Der Dollar ist ja wohl keine Alternative.
Was ich dir sagen will ist wohl offensichtlich, nämlich das es keine freien Wechselkurse gibt und es einen Grund dafür gibt warum man den Euro einführte.
laryllan schrieb:
Butter bei de Fische! Welche Vorteile? Und nein, das ist ganz und gar nicht irrelevant, wie Du eindruckvoll an der aktuellen Entwicklung erkennen kannst.
Auf die Gründe bin ich sehr genau eingegangen. Ich wiederhole mich nur ungern, aber ich werde für dich diesmal eine Ausnahme machen.
Die Einführung des Euro sollte innergemeinschaftliche Wechselkursrisiken und die dadurch notwendigen Währungsabsicherungen für europäische Unternehmen eleminieren. Der Euro komplettierte den europäischen Binnenmarkt.
Und wie wir gerade bei den Unternehmen sehen können, wollen sie nicht wieder zurück zu den nationalen Währungen. Und sie wollen deshalb nicht zurück, weil es Nachteile mit sich bringt.
laryllan schrieb:
Ja und warum lässt man diese Länder dann, Deutschland eingeschlossen, sofern nicht ausschließlich politische Interessen im Vordergrund standen, der Währungsunion beitreten?
Weil man zum einen ökonomische Aspekte ausgeblendet hatte in der Hoffnung das der Stabilitäts- und Wachstumspakt ausreichen würde und zum anderen, weil man sich politisch blenden ließ. Es gab in den vergangenen 30 Jahren vor 1999 keinen Staatsbankrott mehr in Europa. Die Politik hat das Risiko für zu klein erachtet und die Folgen ihres Handelns nicht ausreichend berücksichtigt. Die Konstruktion der Währungsunion war ein
Schönwetterkonstrukt, aufbauend auf Hoffnungen und Vertrauen, statt auf harten ökonomischen und politischen Regeln.
Man hat die Schuldenproblematik ignoriert und erhält dafür nun die Quittung.
laryllan schrieb:
Griechenland hat nicht eine Sekunde die vor und während des Währungsbeitritts notwendigen Kriterien erfüllt. Den griechischen Euro gab es schon, bevor Griechenland überhaupt Mitglied der Währungsunion wurde oder er in den "Start"ländern eingeführt wurde. Es war also vollkommen belanglos ob die ökonomischen Grundvoraussetzungen oder selbst festgelegten Kriterien erfüllt waren. Wieder einmal stand die politische Motivation im Vordergrund. Ökonomisch oder gar volkswirtschaftlich ist das nicht zu erklären.
Das ist richtig. Griechenland erfüllte die Konvergenzkriterien von Maastricht nicht. Sie fälschten sogar damals die Zahlen. Tatsache ist aber auch, die anderen Staaten ließen sich bereitwillig blenden.
laryllan schrieb:
Richtig. Das ist aber gewollt.
Du solltest, sofern Du von den Märkten sprichst, dringend differenzierter an die Sache herangehen. Unabhängig davon, dass ich die momentanen Entwicklungen für ein Systembedingte halte, ist nämlich die Deregulierung der Finanzmärkte einer der wesentlichen Problemepunkte. Schau Dir doch bitte die Summen einmal an, die alleine in den letzten Jahren dort ohne realen Gegenwert kreiert und verschoben werden.
Ich bin weitaus differenziert genug an die Sache herangegangen, wie aus den unzähligen Beiträgen hier im Subforum hervorgeht.
Zum Thema Finanzmärkte und Deregulierung habe ich ganze Aufsätze mit Statistiken formuliert!
laryllan schrieb:
In meinen Augen beschleunigen diese "
Finanzprodukte" ohnehin nur den logischen Kollaps, schaut man sich die
tatsächliche Inflation einmal an. Wo sollen die "Märkte" selbst mit diesen ganzen "Krücken" von Finanzprodukten, denn hinwachsen, um das zu kompensieren.
1. Der Euro entdemokratisiert Griechenland. Faktisch regiert dort jetzt Brüssel und wir bekommen schon einmal einen Vorgeschmack darauf, was der ratifizierte Vertrag von Lissabon noch alles für den EU-Bürger bereit hält.
2. Der Euro verhindert, dass Griechenland sich selbst helfen kann.
3. Der Euro ist politischer und nicht ökonomischer Genese.
Meine Schlussfolgerung: Der Euro (in seiner jetzigen Form) ist eine Gefahr
für Europa
und die
Demokratie, denn die Bevölkerung der EU Mitgliedsstaaten nimmt sehr wohl davon Kenntnis, was in Griechenland geschieht, da nützt auch der Mediendeckel nichts.
Der Euro verhindert gar nichts, weil der Euro nur eine Währung ist. Griechenland ist selbst für die Misere verantwortlich. Im Zusammenspiel mit den Finanzmärkten haben sie schlicht und ergreifend zuviele Schulden angehäuft.
Wenn hier etwas eine Gefahr für die Demokratie in Griechenland ist, dann ist es das unverantwortliche Handeln der griechischen Regierung, die systematisch in den vergangenen 30 Jahren das Volk belogen hat, wichtige strukturelle Reformen verschoben hat und sich mit Wahlgeschenken und einem ineffizienten Steuerapparat von Wahldekade zu Wahldekade hangelte.
Griechenlands Leistungsbilanzen sackten seit 1990 ab, das Land war de facto immer weniger wettbewerbsfähig. Vor allem angesichts neuer globaler Herausforderungen durch aufstrebende Schwellenländer, die erheblichen wirtschaftlichen Druck ausüben.
Jetzt ist Schluß mit dem Schuldensystem.
Mit oder ohne Euro, der Ofen ist aus!