Ich denke, der Hartz-4-Satz sollte auf jeden Fall erhöht werden. Zu dem Ergebnis, dass der momentane Satz zu niedrig ist, kommen ja beispielsweise auch die deutschen Wohlfahrtsverbände.
Dass die Leute, die trotz harter Arbeit kaum mehr als ein Hartz-4 Empfänger oder im schlimmsten fall sogar weniger haben, das anders sehen ist verständlich.
Aber der Denkfehler hier ist imho, dass der Hartz-4-Satz demzufolge zu hoch sei. Vielmehr sind dann einfach die Löhne zu niedrig. Daher sollte eine Erhöhung des Hartz-4-Satzes meiner Meinung nach flankiert werden von der Einfürhung eines flächendeckenden Mindestlohns von ~7,50€.
Damit könnte man dann auch gleich dem Niedriglohnsektor eindämmen und das unsägliche Lohndumping, welches dort herrscht, beenden.
Und wer denkt, dass unser Sozialstaat zu teuer wäre: Denkt mal dran, dass dem Staat jährlich ca. 30 Milliarden € durch Steuerhinterziehung verloren gehen. (Quelle:
http://www.stern.de/wirtschaft/geld...milliarden-gehen-am-fiskus-vorbei-611134.html)
Wenn der Staat also Geld braucht, soll er es sich erstmal da holen, statt denjenigen, die eh schon am Rand der gesellschaft sind, den Strick noch enger um den Hals zu ziehen.
Und zu guter letzt: Ich denke, wenn man über den Sozialstaat diskutiert, sollte man auch immer mitbedenken, dass der Sozialstaat eben auch eine Befriedungsfunktion erfüllt. Wenn der Staat sich nicht mehr ausreichend um die Interessen derjenigen kümmert, die am Rande der Gesellschaft stehen, untergräbt er damit auch seine Legitimation als demokratischer Staat und fördert damit seine eigene Instabilität.