Exar_Kun schrieb:
Eigentlich ist es doch so, dass man keine Kinder in die Welt setzen sollte, wenn das Einkommen nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt aus eigenen Kräften sicherzustellen.
Gegen diese Idee sprechen viele Punkte.
Jetzt mal ganz ehrlich. Ist das ein Wunschtraum von Dir ? Stell Dir mal vor, wir würden Familienplanung als Zwang einführen, während die Geburtenrate in Deutschland rückläufig ist. Wer will das durchsetzen ? Wie willst Du es bestrafen ? Willst Du den Embryo im Bauch einer unerlaubt schwanger gewordenen Frau töten lassen ? Würdest Du selber Hand anlegen, wenn sich keiner findet ?
Was könnten wir im besten Fall damit erreichen ? Arbeitslosigkeit kann heute jeden treffen. Was ist denn mit denjenigen, welche ein Stall voll Kinder produziert haben, als es ihnen finanziell noch gut ging ?
Es ist bei Weitem genug Nahrung für alle vorhanden. Manche ertrinkenin in ihrem Vermögen - andere verhungern.
Als Indikator für Wohlstand und Reichtum ist Vermögen eher noch wichtiger als das Einkommen.
Die Vermögen, besonders die Geldvermögen, sind allerdings sehr ungleich verteilt.
Während im Jahr 2003 die unteren 50 % aller Haushalte zusammen 3,8 % des Gesamtvermögens besaßen, verfügten die oberen 10 % der Haushalte über 46,8 % des privaten Vermögens in Deutschland.
1998 lag dieses Verhältnis noch bei 3,9 zu 44,4 %.
Quelle
Nur weil man sich auf Unterstützung des Sozialstaats verlassen kann, können sich z.B. langzeitarbeitslose Pärchen ein Kind nach dem anderen machen, und, da diese ja irgendwie versorgt werden müssen, durch die Transferleistungen eine anscheinende Schieflage im Vergleich zu Familien, die von einem Erwerbstätigen unterhalten werden, herstellen.
Du denkst in schwarz / weiß. Was heute noch Gültigkeit hat, mag sich morgen bereits geändert haben.
Deine Theorie würde nur greifen, wenn alles so bleiben würde wie es ist. Das Leben ist aber stetigen Veränderungen unterworfen.
Deine Forderung ist in vielen hinsichten nicht haltbar.
Weder ethisch noch moralsich.
Das ist der eigentliche Fehler meiner Meinung.
Du lehnst Dich mit dieser Behauptung sehr weit aus dem Fenster.
Du hast unsere wirklichen Probleme noch nicht verstanden.
Eine ziemlich verfahrene Situation...
Nicht wirklich.
Die Probleme sind unter den aufmerksamen Beobachtern bekannt.
Die logischen konsequenzen bleiben aus, wegen
Interessenskonflikte.
Die Situation in der wir uns heute befinden, wird zu Gunsten der Wohlhabenden künstlich am Leben erhalten.
Eine Gesellschaft, in der jeder zufrieden leben kann, ist möglich.
Das bedingt jedoch eingreifende Regulierungen z.Bsp. unsers Geldwertsystems, womit die reichsten und einflußreichsten Menschen überhauptnicht einverstanden sind.
Geld wurde als Tauschmittel erfunden, und nicht um Zinsen zu produzieren. Um das zu verstehen, muß man sich mit der Materie auseinandersetzen.
Das Wort, welches ich oben in "bold" hervorgehoben habe, ist unser Schlüsselproblem.
Und deswegen leben wir im Status Quo.
Edit: hier ein interessanter Videoclip zu diesem Thema. Siehe auch die anderen Videoclips des Uploaders.
YouTube _ Ausschnitt aus Maischberger