Seppuku schrieb:
Dann lieber 5 Jahre nichts tun als sich 2-3 Jahre durchbeißen, Arbeitserfahrung sammeln und dann "richtig" einzusteigen. Ja, das macht Sinn...
Ich sag ja, unflexibel und zu hohe Ansprüche. Ergo: selbst schuld.
Vorsicht!
Wenn der "Arbeitssuchende" einen höher qualifizierten Job gelernt hat, dann aber als Putze oder anderen zumeist undankbarsten und sehr leicht auswechselbaren Jobs "Erfahrungen" sammeln sollte - dann würde das von keinem Arbeitgeber honoriert werden.
Das hat zumeist nichts mit Erfahrungen sammeln zu tun, außer Negative und belastende Faktoren, schließlich muss man oftmals auch noch sehr mobil und Belastungsfähig sein.
Schließlich steht mir als Mensch auch noch Würde zu und ein gewisses Freiheitsrecht. Zeit-/Leiharbeit ist teilweise eine neue Art von Sklavenarbeit und bei den niedrigen Jobs sieht es nicht viel anders. Man weiß doch im Grunde das dies von der Wirtschaft nicht als Sprungbrett angesehen wird sondern es als eine Art Ausbeutung dient.
Wenn man das Spiel mitmacht, kommt das System so auch besser durch! Warum sollte man sich nicht sagen, ich schick meine monatlichen 15 oder 30 Bewerbungen die in der Eingliederungsvereinbarung verlangt werden(!) raus, setze mich in die sinnlosen Lehrveranstaltungen des Arbeitsamtes, bedenke aber einen sinnvollen Arbeitsplatz zu bekommen für das was ich mich in meinem Bildungs- und Ausbildungsweg eingesetzt habe oder mache etwas in meiner Freizeit, es gibt einige Leute die arbeiten dann ehrenamtlich in Tierheim oder anderen, das wird von der ARGE aber nicht toleriert.
Die Eingliederungsvereinbarungen der ARGE hebelt die Menschenwürde schon gut aus. Das liberale Mantra "das Recht auf eine eigene freie Entfaltung" ist absolut Bedeutunglos.
Was würde die ARGE sagen wenn man als gelernter Programmierer zur Eingliederungsvereinbarung sagt meine Arbeit besteht darin ein Programm zu programmieren, sich als Programmierer weitgehends auf den Laufenden zu halten? Denen noch an den Kopf schmeißt das man einen Entwicklungsnachweis vorbringt. Man also das tun will, was man für sich und seiner Bildung am Besten hält, was - so denke ich zumindest, zu allen höher qualifizierten Leuten zutrifft - ich sag dir was die ARGE sagen wird, dann bekommen sie keine Unterstützung und man darf gehen!
Das eigentliche Problem ist, es gibt nicht genug qualifizierte und normal entlohnte Arbeit - alles was die Ursula von der Leyen oder ein Koch bislang von sich gibt sagt nicht das es schlicht und ergreifend an ausreichend vergütete Arbeitsplätze zum Leben fehlt. Nicht jeder ist bereit ins Ausland zu machen, und GB stände bei mir mit an letzter Stelle bei den ganzen Übwewachungswahn und bei anderen Ländern gibt es sprachliche Barrieren, z.B. Skandinavien.
Für mich als junger und unabhängiger Mensch gibt es in Europa zumindest das EURES-Programm. (ist nicht Altersabgängig!) Bei anderen Ländern, wie Kanada, wird ein Minimum an "Vermögen" gefordert eh man dort antreten darf oder man brauch vorher einen sicheren Job in dem Land (Schweiz) und darf sich darin auch nur für ein paar Monate aufhalten (Schweiz).
Für alle über 30 würde ich sagen ist die Mentalität des "Kofferlebens" nicht vorhanden, zumal ist diese Art Förderung Gift für Kindergeburtenraten und Familie. Man muss mit Fragezeichen leben, denn Planungssicherheit ist kaum gegeben.
Womit es korreliert ist aber das die Ämter aber vor allem aber beispielsweise die Versicherungen ihre Sicherheiten haben wollen von jenen der "Vogelfrei" sein will! Zumal es auch so in Sachen Versicherungen nicht wenige Hürden gibt.
In Europa ist es durch EURES leichter irgendwo in der EU von Heut auf Morgen zu arbeiten, allerdings soo einfach auch nicht.