Kann eine Regierung Armut bekämpfen?

Mindestlohn ist keine Lösung gegen Armut, doch politisch ist er eigentlich genial. Natürlich gehen bei einem Mindestlohn Arbeitsplätze drauf, das wurde schon zigmal theoretisch und praktisch dargelegt.

Ich hab das Gefühl, dass man beim Mindestlohn die Meinung vertritt, dass diejenigen, die schon Arbeit haben, dafür auch gut bezahlt werden müssen. Diejeniegen, die dann gekündigt werden, weil der Chef das nicht mehr bezahlen kann oder will, werden dann von unserem Sozialnetz aufgefangen. Und diese Gelder kommen vom Staat, werden also vom Steuer- und Beitragszahler beglichen. Da der Bürger aber gar nicht sieht, was mit seinen Steuern passiert, ist es ihm herzlich egal, wieviel der Staat denn nun für diejenigen aufwendet, die wegen einem Mindestlohn arbeitslos geworden sind. So gibt es dann nur lachende Gewinner: Der Arbeitslose wird nicht fallen gelassen, der Unternehmer kann kündigen wenn er will, der Politker wird weiterhin gewählt und der Steuerzahler verdient mehr Geld, weil sein Mindestlohn angehoben wurde. Wie gesagt, ein geniales Prinzip, dass auch nur deshalb so erfolgreich ist in Europa.
Volkswirtschaftlich gesehen ist ein Mindestlohn - für mich - absoluter Unsinn und nur dann wirklich notwendig, wenn der Job totale Ausbeute ist und man die Notlage der Menschen ausnutzt.
 
Es verhinderte in erster Linie Lohndumping unter diese Grenze, das bringt es. Alles andere ist Spekulation.
Es sind Brutto. Auch meine besagten 5 EUR (übrigens Vollzeit 42h inkl. Weekend, Feiertage).
Du willst es nur nicht wahrhaben. :)

@Odium
18 EU Staaten haben Mindestlohn schon seit Jahrzehnten, so unsinnig wird er daher schon nicht sein.
Und die arbeitlplätze die wahscheinlich draufgehen (geschätzte 1 Mio.) sind wahrscheinlich die, welche die letzten gesunkenen Arbeitslosenstatistiken geschönt haben. ^^
 
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Wo steht das, dass es Brutto ist? Im Artikel wird nur vom durchschnittlichen Lohn gesprochen, und im daruaffolgenden Satz, dass der Bruttolohn um so und so viele Cents gesunken ist. Es ist also spekulativ, solange du keine andere Quelle vorlegst. Und sowas so zu schreiben ist unseriös. Die Angaben ob netto oder brutto gehören dazu, weil es ein ganz schöner unterschied ist. Außerdem zitierst du sekundärquellen. Ich will der Welt nicht prinzipiell etwas unterstellen, aber es wäre nicht das erste mal, das Medien solche Untersuchungen völlig falsch wieder geben.

und wie gesagt 4,5 Euo Brutto als Durchschnitt kann ich mir einfach nicht vorstellen. Das würde Nettogehälter (3 Euro pro Stunde) bedeutet, wo man bei einer 40 Stunden Woche auf 120 Euro kommt. was bei rund 22 Arbeitstagen im Monat 528,- Euro bedeutet. Das kommt mir absolut unglaubwürdig vor. Das dies der Durchschnitt sein soll, halte ich für unglaubwürdig. Reduziert man das ganze auf 2,5 Netto, käme man grade so über die 400,- Euro GRenze. Das wäre Netto gesehen nur unwesentlich unter dem durchschnittlichen Bruttolohn für Billigjobber.

Fallen da eigentlich auch nebenerwerbstätige und Studentenjobs mit hinein? Worauf bezieht sich "Billigjobber" genau? Denn wenn die 2 sachen da mit reinzählen wundert es mich nicht, halte es dann aber auch für völlig unproblematisch.
 
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Um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen. Natürlich hat ein moderner Staat der den Anspruch Humanistisch zu sein die Pflicht durch Umverteilung dafür zu sorgen soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit auszugleichen. Es darf eben nicht die Ungleichheit als Gott gegeben akzeptiert werden. Das Recht des Stärkeren als Leitbild taugt doch nur in der Tierwelt über die sich doch der Menschliche Verstand immer so gerne drüber stellt, weil er eben nicht nach Instinkt sondern freien Willen handelt.

Das Endziel muss aber eine sozialistische Gesellschaft sein in der Armut, Hunger und Ausbeutung wirklich überwunden sind und der Reichtum gleichmäßig verteilt und daher allen zu gute kommt.
 
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@Mustis
Es geht um den Lohn, den man für 1 Stunde Arbeit bekommt, sozialversicherungspflichtig selbstverständlich, keine Schwarzarbeit. Ob Nebenjob oder Vollzeit ist dabei unerheblich. Der Tag hat nur 24 Stunden, egal wie mans dreht.

Man kann davon ausgehen, dass dies Brutto-Angaben sind. Weil die Schwelle der Definition Niedriglohngrenze vom Bruttomonatseinkommen unterhalb von 2/3 des Medians abgeleitet wird.

http://iat-info.iatge.de/iat-report/2006/report2006-03.html
 
Natürlich sind die im Welt-Artikel genannten Beträge brutto, schließlich steht dort etwas von Stundenlöhnen. Man kann nur auf Zahlen zurückgreifen, die auch verfügbar sind. Die Lohnhöhe steht im Arbeitsvertrag, der Nettolohn dagegen ist individuell höchst unterschiedlich. Kein Arbeitgeber kann auf die Schnelle eine Statistik über die Nettolohne herausgeben. Die interessieren ihn auch gar nicht.

Wir reden hier zudem vom Niedriglohnsektor. Das sind keine Bürokaufleute, sondern Erntehelfer, Spülhilfen in Großkantinen, vielleicht sogar 1-Euro-Jobber. Es könnte sein, dass Teilzeitkräfte (Schüler, Studis, Hausfrauen) darin enthalten sind sowie Minijobber. Wer Zeitungen austrägt und im Einzelhandel zweimal die Woche Regale auffüllt, verdient nun mal nicht die Welt.

Allerdings muss man eine wichtige Fehlentwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ansprechen. Zahlreiche Betriebe sind dazu übergegangen, ihre Stammbelegschaft zu reduzieren und in großem Ziel auf Zeitarbeitskräfte umzusteigen, die dann bis zu zwei Jahre dort arbeiten.

Da der Markt für Zeitarbeit einem Leben im Haifischbecken ähnelt, unterbieten sich die Unternehmen dort laufend gegenseitig. Das Lohnniveau ist niedrig. Für die Kunden ist dieser Weg oftmals preisgünstig. Außerdem spart man sich viel Ärger mit Angestellten, die jahrelang im Unternehmen bleiben und im Laufe der Jahre mehr Geld haben und womöglich noch einen Betriebsrat gründen wollen usw.

Die Zeitarbeit ist längst nicht mehr dazu da, um Auftragsspitzen abzufangen. Sie hat den Lohndruck insgesamt verstärkt, weil sie den klassischen Beschäftigungsmodellen Konkurrenz macht.
 
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@keshkau
Täusch Dich da mal nicht. Ich kenne "arbeitslose" Webentwickler, die auf 400 EUR Basis arbeiten, wer deren Arbeit kennt, weiß, dass da nicht nach offiziellem Arbeitsende der Hammer fällt. ;)
Auch kenne ich Bürokaufleute, nicht mal unterqualifizert, welche dies tun (bzw. tun "müssen").
Sicher nicht die Masse, aber schlimm genug, dass wir überhaupt so tief gesunken sind und es zunehmend auch in einst gut bezahlte Bereiche vordringt.

Übrigens nicht nur die polnischen Erntehelfer arbeiten zunehmend lieber in Dänemark. Dort bekommen sie das doppelte.
 
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Wenn das die Gruppen umfasst die Keshkau nennt, können dies in der Tat Bruttolöhne sein. Finde ich dann aber auch nicht weiter tragisch. Du wirst niemanden finden, der 15 Euro Brutto für einen gering qualifizierten Nebenjob zahlt, der auch von Schülern während der Ferien gemacht wird. Ich bin jetzt (relict hat es in meinen Augen so dargestellt) davon ausgegangen, dass die davon ihren Lebensunterhalt dauerhaft finanzieren müssen. Und da halte ich Löhne, die unterhalb vieler Ausbildungsvergütungen liegen für nicht repräsentativ.

Im übrigen schön extasy, dass DU als einzig wahre Möglichkeit den Sozialismus sieht. Und doch ich stehe dafür ein, dass es naturbedingte Unterschiede zwischen den Menschen gibt und das soagr gewaltig.ich hoffe stark, dass es niemals dazu kommt, dass alle als gleich betrachtet werden immer und überall. Natürlich sollten alle die gleichen Chancen bei der Bildung erhalten und auch vorm Gesetz usw. ist jeder gleich. Das stelle ich nicht in Frage. Aber das jeder das gleiche erhalten sollte unabhängig ob er das gleiche macht oder das jeder jede Position innehaben können sollte unabhängig von seiner geistigen Fähigkeit oder seiner Qualifikation, das möchte ich auf keinen Fall. im übrigen finde ich, dass wir weder Hunger in deutschland noch Ausbeutung haben. Die Armut vll schon aber dann doch sehr relativ.
 
@Mustis
Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Zum Niedriglohnsektor zählen auch Postzusteller, die mit 800 Euro netto nach Hause gehen, wo eine Familie auf sie wartet. Diese Leute erhalten dann einen Lohnzuschuss vom Staat, weil sie ihren Lebensunterhalt eben nicht durch ihren Vollzeitjob bestreiten können.

Das ist insofern eine fiese Situation, weil die Jungs und Mädels für das gleiche Geld ebenso gut zu Hause auf der Couch sitzen könnten.
 
@Mustis
dass die davon ihren Lebensunterhalt dauerhaft finanzieren müssen
Natürlich, was denn sonst? Machen die das aus just for fun? Das kann durchaus auch mehrere Jahre andauern.

Du stellst mit Verlaub sogut wie alles in Frage, ziehst es gar ins Lächerliche und versuchst die Fakten zu leugnen.
Ich kann Dir leider keine anderen Statistiken und Studien liefern, die Deine pers. Auffassung bekräftigen. Dazu müsstest Du scho nmal selber, am besten im Arbeitgeber-Bereich suchen. ^^

Auch in Deutschland gibt es Armenküchen. Das ist einfach beschämend für ein Land, welches von zwei Parteien regiert wird, von denen sich die eine christlich und die andere sozial auf die Fahne schreibt.
Ein baskisches Sprichwort lautet: "Dem Bedürftigen zu geben, heißt nicht schenken, sondern säen."
Klar haben wir noch keine äthiopischen Zustände, aber wir durchaus Armut und Hunger.

Es ist zudem nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch noch ökonomisch (Binnenmarkt) dumm, gut ausgebildete Menschen einfach "verheizen" zu lassen oder ihnen garnicht erst echte Chancen zu offerieren.
Ich kenne Postzusteller, die einst mal Dipl. Ing. wurden und deshalb jetzt Post austragen, weil sie entweder zu alt oder nicht spezialisiert genug sind.
 
Damit meine ich: 25 Jahre Rente ab dem 65. Lebensjahr mit jeweils 2.000 Euro pro Monat = 600.000 Euro. Minimum!

Lächerlich. Warum sollte jemandem, der solch ein großes Eigenkapital angehäuft hat, Sozialleistungen zu stehen? Bei einer lächerlichen Verzinsung von 3% p.a. sind das 18.000 Euro im Jahr bzw. 1500 Euro im Monat... er würde das Geld also vielleicht nie aufbrauchen! Abgesehen davon haben Menschen die eine solche Summe ansparen konnten, meist auch eine Immobilie. Sprich Mietenzahlungen fallen schon mal weg und stellen keinen Kostenfaktor mehr dar.
 
Relict schrieb:
Klar haben wir noch keine äthiopischen Zustände, aber wir durchaus Armut und Hunger.

Es ist zudem nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch noch ökonomisch (Binnenmarkt) dumm, gut ausgebildete Menschen einfach "verheizen" zu lassen oder ihnen garnicht erst echte Chancen zu offerieren.
Ich kenne Postzusteller, die einst mal Dipl. Ing. wurden und deshalb jetzt Post austragen, weil sie entweder zu alt oder nicht spezialisiert genug sind.

Hunger? Also komm, in Deutschland hungern die Leute nur dann, wenn sie Angst vor der Bikini-Saison bekommen. Hunger weil man hungern muss, das ist längst Geschichte.

Und bei den Alten gibt es noch eine andere Seite, die man nicht vergessen darf: Flexibilität. Wer das Diplom zum Bauingenieur gemacht hat, aber in Leipzig wohnt und nicht nach Stuttgart ziehen will, weil er mit seinen 52 Jahren meint, dass er das Haus nicht aufgeben und in der Nähe seines Heimatortes bleiben will - tja, Pech gehabt.
Wer arbeiten will, der muss alles der Arbeit unterordnen. Das heißt Wohnortwechsel, neue Freundeskreise, Veränderung. Ein Haufen Menschen ist dazu nicht bereit.
Dazu kommt noch die Gehaltsvorstellung. Ein Bekannter hat einen Job abgelehnt, weil er da 20% weniger verdient hätte als in seinem alten Job. Da blieb er lieber arbeitslos. Jetzt, zwei Jahre später ist er mit seinen Ansprüchen schon etwas runter gegangen.

Kein Wunder, dass die Unternehmen keine älteren Mitarbeiter mehr wollen bei solchen Ansprüchen. Entweder man passt sich dem an oder man schaut wo man bleibt. Aber pauschal Mitleid zu empfinden ist nicht ok.
 
@ keshkau, na ja mag blöd sein, aber es wäre unrealistisch, für so einen job mehr zu geben. Das kann nunmal jeder machen entsprechend niedirg ist der Lohn. Ich sehe da nix falsches dran. Zumal das kein Argument für einen flächendeckenden Mindestlohn ist.

@Relict, das mag daran liegen das deine Beispiele nicht durchdacht und teilweise lächerlich sind. Die Gruppen, die von keshkau genannt wurden, zeichnen sich eben dadurch aus, dass dort sehr viele das nur für Übergangszeiten nutzen. Die Menschen die dort dauerhaft stecken bleiben, sind eher selten und man muss sich dann schonmal fragen, warum sie dort sind und bleiben.

Dein 2 Absatz ist auch schon wieder sowas von undurchdacht.... Was ist daran unchristlich oder unsozial Suppenküchen zu haben? Grade das ist doch sozial und christlich, dass ich mich um diejenigen kümmere, die nichts haben, anstatt sie ihrem Schicksal zu überlassen ohne dafür Gegenleistungen zu erwarten! Außerdem nenn mir ein westliches Land das sowas nicht hat. Desweiterengibt es in Deutschland einige Menschen, die durchhaus als Obdachlose und Wanderer leben wollen. Sprich mal mit solchen Menschen. Ich habe es getan, daher weiss ich, dass viele solche Bettler (außer die, die zur Bettlermafia gehören selbstredend) es nicht anders wollen. die könnten durchaus tagtäglich auf die Ämter laufen und sich ihren ihnen zustehenden Geldsatz abholen oder auch eine Wohnung beantragen. Genau das wollen sie aber gar nicht. Warum ist auch mir ein Rätsel, aber mit der Schließung, der von dir so unchristlich unsozialen Suppenküchen, würdest du diese Leute schwer treffen. Und Hunger ist für mich, dass Menschen mit aufgedunsen Bäuchen herumlaufen, kaum Fleisch auf den Knochen haben und daran sterben, dass sie nichts zu essen bekommen. Sowas kommt bei erwachsenen Menschen in De dann doch eher nur in extremen Ausnahmen vor. Von Hunger kann also soweit nicht die Rede sein, eben weil es Suppenküchen gibt.

Und das ein Dipl. Ing. keinen Job mehr findet, ich glaube sobald man da mal etwas nachforscht wird man in den meisten Fällen trifftige Gründe dafür finden (siehe Odium über mir). Es ist sicherlich nicht schön, aber wenn ich vor 40 Jahren etwas studiert habe, was heute veraltet ist und daher kaum noch genutzt wird, dann bin ich eben nicht mehr hochqualifiziert auch wenn ich Titel wie Dipl. Ing. trage. Das ist für mich auch kein gesellschaftliches Problem, sondern ein Phänomen, dass einmalig zur Zeit ist. Niemals zuvor ist Wissen dermaßen schnell gewachsen und dadurch auch wieder veraltet gewesen.

Davon abgesehen musst du dich von der utopischen Vorstellung lösen, dass es das ideale System geben wird, in dem niemand benachteiligt wird und das jeden noch so extremen Einzelfall auffangen wird. Leider argumentierst du oft auf Basis von Einzelfällen, die es in anderen Systemen, die du als Beispiel nennst, ebenfalls vorhanden sind. Es mag in solchen Fällen tragisch sein, aber du wirst es nicht schaffen, jeden in allen Situationen erfassen zu können. Wer soetwas diskutieren möchte muss vorallem erstmal aktzeptiert haben, dass man nur Massen aber nicht Einzelfällen wirklich helfen kann.
 
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@The_1st_Knight
Ok, die Zinsen habe ich in meinem Beispiel völlig vergessen. Aber es ist nun einmal so, dass der Selbstständige nicht in die Rentenversicherung einzahlen muss (obwohl er es könnte). Daher muss man ihm die Möglichkeit einräumen, seine Altersvorsorge auf anderem Wege zu gestalten.

Man darf ja nicht vergessen, dass die Rentenversicherung für die Arbeitnehmer eine Pflichtversicherung ist, weil der Staat der Meinung ist, sie sei von größter Bedeutung. Dieser Anspruch muss dann auch für Selbstständige gelten, die dem Staat im Alter ja gerade nicht auf der Tasche liegen sollen. Deshalb muss man ihnen den nötigen Soielraum einräumen.

Wenn man ziemlich gut verdient und immer bis zum Anschlag in die gesetzliche Rente eingezahlt hat, erhält man den Höchstsatz als Rente. Diesen Standard muss sich auch ein Selbstständiger aufbauen dürfen. Wahrscheinlich ist der von mir genannte Betrag tatsächlich zu hoch. Aber ob jemand eine Immobilie nutzt oder nicht, ist seine ganz persönliche Angelegenheit. Man würde die Immobilie allerdings auf sein Vermögen anrechnen, das ist klar.


@Mustis
Leider machen die Leute das nicht unbedingt "auf Zeit", wie Du geschrieben hast. Schau Dir nur einmal an, wie viele Jugendliche pro Jahr die Schule ohne einen (Hauptschul-)Abschluss verlassen. Was meinst Du, wo die im Berufsleben landen? Wenn sie überhaupt einen Job finden, dann so einen, der mies bezahlt wird. Das liegt auch an dem Bewerber-Überschuss, den wir in diesem Segment des Arbeitsmarktes haben. Alleridings habe ich daraus nicht die Forderung nach einem Mindestlohn abgeleitet, dem ich skeptisch gegenüberstehe. - Ich bin aber dennoch der Meinung, dass die Menschen von irgendetwas leben müssen. Sonst wird es auf Dauer schwierig.
 
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@ keshkau, das Beispiel ist nicht dein ernst oder? Oo Jemand der den Hauptschulabschluß nicht schafft, der will das vermutlich gar nicht. Und so jemanden, der nicht bereit ist, Leistungen für seinen lebensunterhalt zu erbringen soll ich stützen? Bzw. Mitleid haben, weil er nur schlecht bezahlte Jobs bekommt? Also langsam fängt es an lächerlich zu werden. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Wer sich dieser verweigert, kann dies gerne tun, aber dann muss er auch die Konsequenzen, die daruas resultieren, aktzeptieren. Dies ist prblemlos möglich, wie einige Lebensbeispiele auch in Deutschland zeigen. Lebensmittel müssen dann eben selbst angebaut werden und Sachen wie TV, Internet, teure Autos usw. sind dann nicht mehr drin. Die Leute, die so Leben haben damit kein Problem. Aber da muss man sich eben entscheiden. Entweder aktzeptiere ich die Leistungsgesellschaft oder tue dies nicht, lebe dann aber mit dem Verzicht der Vorzüge, die sie bringt. Es kann nicht sein, dass die Gesellschaft, für Leute aufkommen muss, die nichts Leisten, aber fleissig in der Konsumwelt mitreden wollen. Und komm mir jetzt nicht damit, dass es Menschen sind, die den Hauptschulabschluß nicht schaffen können! Der Anspruch dort ist dermaßen niedrig, wer keine geistige Behinderung hat, schafft diesen allemal. Die gesamte Schulbildung sinkt von Jahr zu Jahr in ihren Ansprüchen. Einen Abschluß zu schaffen ist, rein vom können her, ist garantiert kein Problem! Und jemand der es absolut nicht schaffen kann, der wird so oder so immer von sozialer Hilfe abhängig sein. Der bekommt diese dann aber auch. Es ist nicht viel, aber zum Leben wird es reichen. Das er nie wirklich in die Konsumgesellschaft aufsteigen wird, ist klar, aber dies ist ein gundlegendes Problem. Diese Person nicht zu benachteiligen ist in der Tat nur in einem idealen sozialistischem System, in dem jeder das selbe bekommt, möglich.
 
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Jemand der den Hauptschulabschluß nicht schafft, der will das vermutlich gar nicht.
Meine Empfehlung: Schau Dir die Bedingungen an, unter denen manche Lehrer an Hauptschulen arbeiten. Schau Dir das familiäre und soziale Umfeld mancher Schüler an, schau auf die Perspektivkosigkeit der Schüler, die wissen, dass aus dem vorherigen Abschlussjahrgang kein oder nur ein Schüler einen Ausbildungsplatz bekommen hat.

Ich kann mich nicht daran erinnern, in meiner Schulzeit auch nur einen einzigen Ausländer in der Klasse gehabt zu haben. Heute haben wir Grundschulen, in denen in der ersten Klasse nur ein oder auch kein deutschstämmiges Kind sitzt. Die Lehrer unterrichten dort nicht, sie versuchen 25 Kinder aus zehn Nationen und mit zwölf verschiedenen Sprachen unter einen Hut zu bekommen, die oftmals kein Wort Deutsch sprechen.

Die Aussichten auf eine vernünftige schulische Karriere sind da meist schon vom ersten Tag an verbaut.
 
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Die Motivation muss sich schon jeder selber schaffen. Man kann einem nicht alles vorkauen. und wer Leistung zeigt, ist nicht Perspektivenlos. Das sind für mich ausreden, um die perösnliche Faulheit zu rechtfertigen.

Das letztgenannte Beispiel trifft so vll auf eine Klasse im gesamten Bundesgebiet zu. Dies ist absolut kein realistisches Beispiel. Das die Bildungspolitik (und dazu gehört das) in Deutschland schwer angeschlagen ist, brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Für Relict war ja aber Bildung sowieso keine Grundvorraussetzung für Arbeit. ^^
 
Mustis schrieb:
Was ist daran unchristlich oder unsozial Suppenküchen zu haben? Grade das ist doch sozial und christlich, dass ich mich um diejenigen kümmere, die nichts haben, anstatt sie ihrem Schicksal zu überlassen ohne dafür Gegenleistungen zu erwarten!
Was für eine Ehre. Man genehmigt Suppenküchen.
Dumm nur, das viele davon von Vereinen und Privaten/Firmen "gesponsert" werden und einige sogar in Mülltonnen nach Essensresten kramen, so hoch ist bereits der Bedarf.

Vielleicht sind es ja alles nur freiwillige Penner (mit Kind?), aber vllt. haben sie sich auch mangels Perspektiven und Unterstützung auch längst damit abgefunden, bzw. nach Jahren des Abstieges selber aufgegeben oder sind einfach zu schwach/uninformiert in unserer Bürokratie. Das ist aber für mich zumindest noch lange keine Rechtfertigung, die aktuellen Zustände weiter zu "fördern".
die aktuelle Politik ist aus meienr Sicht vorallem:

- Stärkung der multinationalen Konzerne
- Übergabe aller Gewinn bringenden Ressourcen an Private

Alles natürlich unter dem Deckmäntelchen der unbeeinflussbaren Globalisierung. Wer aber hier als mittelständiges Unternehmen nicht gerade groß im Exportgeschäft tätig ist (komisch. dass dies so boomen kann, trotz viel zu hoher Lohnnebenkosten und rapider Steuerbelastung^^), der ist von der Globalisierung relativ wenig betroffen, er wird auch nicht abwandern. Maler Krause geht nach Rumänien? Und so geht es vielen Branchen. Das Problem ist oft hausgemacht. Wir haben in D den härtesten Wettbewerb im Einzelhandel.

Und nein ich suche ja schon seit Ende meiner Jugendzeit nicht mehr das ideale System.
Ich erwarte ein gerechtes und faires System, wo zumindest keiner hungern muß und menschenwürdig behandelt wird, sich frei entfalten und leben kann. Ich suche Chancengleichheit und Gerechtigkeit. Ich fordere sicher keinen Reichtum für alle oder gar Enteignung aller Großkapitalisten. Aber das, wo wir jetzt stehen bzw. uns kontinierlich hinentwickeln deckt sich niemals mit meinen Vorstellungen.


Odium schrieb:
Wer das Diplom zum Bauingenieur gemacht hat, aber in Leipzig wohnt und nicht nach Stuttgart ziehen will, weil er mit seinen 52 Jahren meint, dass er das Haus nicht aufgeben und in der Nähe seines Heimatortes bleiben will - tja, Pech gehabt.

Ja klar, wenn man nicht selbst betroffen ist, hat man leicht reden. Vorallem wenn vom Lohn des Job im Westen nciht mehr viel hängen bleibt, zwecks Zeitwohnung, Nebenkosten, Spesen. Nicht jeder Unternehmer bietet Vollversorgung und nicht jeder Unetrnehmer bietet Garantien für längere Dauerhaftigkeit. Dann hast Du nochmnal Pech, hast inzwischen kein Haus mehr, alles aufgegeben und gehst dann dort stempeln. Und kannst dann nochmal Pech haben, weil Du ja durch den Verkauf des Hauses Vermögen hast, was sich bei Hartz-IV sicherlich gut macht, spätestens nach 12 Monaten Joblosigkeit ists soweit, vorausgesetzt Du hattest überhaupt zuvor ALG I - Anspruch.

Es gibt zudem nicht wenige gescheiterte und hoch verschuldete Exitenzgründer und Selbstständige. Privatinsolvenz bekommt man auch nicht mal eben so einfach. 60000 Insolvenzen im Jahr.
Davon abgesehen gibt es ne Menge Berufspendler. Denen zum Dank für ihren Aktivismus die Pendlerpauschale gekürzt wurde.
 
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Ja, ich glaube halt, dass der Arbeitsmarkt sich verändert hat. Man kann nicht mehr sein Leben lang bei einer Firma bleiben, das wird die absolute Ausnahme sein.
Daher würd ich mir als junger Mensch auch überlegen, ob es überhaupt noch Sinn macht, in eine Immobilie zu investieren, wenn man gezwungen sein könnte, alle paar Jahre umzuziehen.

Edit: Artikel bei Stern.de "Armut in Deutschland - Zum Sterben zu viel" http://www.stern.de/wirtschaft/arbe...and-Zum-Sterben/621128.html?nv=rss_wirtschaft

Dort werden vier Personen näher beschrieben.
Eine hat 200-500€ zum Leben, bei einer anderen Familie ist es weniger: Wenn man Miete und Heizkosten abzieht, dann hat sie zusammen mit ihrem Mann 250 Euro im Monat. "Das muss für Essen, Zigaretten, Telefon, Internet und all das andere reichen". Die dritte ist psychisch krank und Nr. 4 ist neidisch, weil seine Freunde im Urlaub das Land verlassen.

Man sieht den Leuten schon an, dass sie sich schlecht fühlen. Aber alle haben ein Dach über den Kopf (80m² für zwei sind schon ganz ordentlich) und ich denke wenn man klug kalkuliert, dann kommt man auch mit 300€ für alles hin, wenn man Miete und Strom wegrechnet.
 
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@Odium
Das kann doch aber nicht die Norm werden. Und darum gehts.

PS:
Strom muss vom Regelsatz bezahlt werden.

Und nochwas. Wie den 2 Personen bei 80m² zustehen können ist mir ein Rätsel. Eigentum, Untervermietung?

1 Person: ~45 - 50 qm
2 Personen: ~60 qm, 2 Wohnräume
3 Personen: ~75 qm, 3 Wohnräume
4 Personen: ~85 - 90 qm, 4 Wohnräume

Dabei richten sich die qm² Kosten/Leistungen nach dem umliegenden durchschnittlichen Mietspiegel und unterliegen zudem einer Höchstgrenze.


Mustis schrieb:
Für Relict war ja aber Bildung sowieso keine Grundvorraussetzung für Arbeit. ^^

Ach das habe ich ja ganz übersehen. ^^
Das habe ich nie behauptet. Ich sagte Bildung alleine ist nicht alles. Das heisst es schafft nicht automatisch mehr Arbeitsplätze oder ist gar Jobgarantie/ Lizenz zum Geld verdienen. Es gehört schon noch etwas mehr dazu, ist von mehr Faktoren abhängig. Wer daher nur nach mehr Bildung schreit ist meiner Ansicht nach viel zu oberflächlich oder medienverblendet.
 
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