Krise der Arbeitsgesellschaft

  • Ersteller Ersteller Erdenkind
  • Erstellt am Erstellt am
Marmic schrieb:
Es ist überhaupt kein Problem, nahezu Vollbeschäftigung zu schaffen!
Man braucht dazu nur Hartz4 auf 100€ abzusenken und Schwarzarbeit härter zu bestrafen!
Du bist doch der Ersteller dieses Threads. Warum ziehst Du das Niveau der Beiträge dann künstlich in die Tiefe? (Rein rhetorisch gefragt, versteht sich.)

Hartz IV auf dem von Dir genannten Niveau steht doch überhaupt nicht zur Debatte. Es wäre weder politisch durchsetzbar noch rechtlich möglich oder mehrheitlich gewollt. Und das weißt Du auch. Lohnwucher ist gesetzlich verboten, nicht aber die Existenz niedriger Löhne, wobei die Möglichkeit der Aufstockung niemanden nötigt, unter dem gesetzlich definierten Existenzminimum zu leben.

Nun werfen wir einen Blick auf die Billigjobber und auf die Arbeitslosen. Dabei möchte ich auch auf die Qualifikation zu sprechen kommen. Die Schaubilder in dem Link sind ebenfalls sehr aufschlussreich.

Hochgerechnet auf der Basis der Angaben des Statistischen Bundesamtes ist anzunehmen, daß 1998 in der Bundesrepublik Deutschland etwa 1,3 Millionen Jugendliche im Alter zwischen 20 und 29 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung blieben.

Im Vergleich zu jungen Erwachsenen mit Berufsabschluß liegt bei Jugendlichen ohne Berufsabschluß die Erwerbstätigenquote um fast 40 % niedriger. Der Anteil der im Haushalt tätigen Jugendlichen ist dagegen fast dreimal, der Anteil arbeitsloser Jugendlicher mehr als doppelt so hoch.

http://www.bmbf.de/de/9686.php

Vor diesem Hintergrund kannst Du erneut über Dein Zitat grübeln, dass 70 Prozent der Billigjobber eine abgeschlossene Berufsausbildung hat. Es gibt tatsächlich Berufs, die traditionell schlecht bezahlt werden, etwa im Friseurhandwerk. – Aber reden wir doch einmal über die 1,3 Millionen Jugendlichen, die keine Ausbildung vorweisen können und von denen der Großteil nie im Leben einen einigermaßen bezahlten Job ergattern wird.

Ist das eine allgemeine Krise der Arbeitsgesellschaft oder eine (hausgemachte) Krise der Ausbildung bzw. der Integration in die Arbeitswelt?


Was den Warenkorb angeht, so empfehle ich die Lektüre des Wiki-Artikels zum Warenkorb. Dort wird alles Wesentliche beschrieben, auch der Punkt, dass „Freizeit, Kultur, Unterhaltung“ lediglich mit 11,6 Prozent im Warenkorb enthalten ist und nicht der komplett LCD-Fernseher. Das Thema der „gefühlten Inflation“ wird ebenfalls angesprochen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Warenkorb



Was hätten wir noch? Ach ja, die Diäten. Als im Jahr 2007 die Diäten erhöht wurden, redete kaum jemand davon, dass sei seit 2003 eingefroren waren. Auch nicht davon, dass die Diäten versteuert werden müssen, dass im Zuge der Erhöhung zugleich die Altersentschädigung abgesenkt wurde und dass uns die Politiker im Bundestag pro Kopf der Bevölkerung nicht einmal einen Euro im Jahr kosten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Diäten_(Politik)
 
Man könnte den Notstand ausrufen, dann könnte man HartzVI sogar auf 0€ kürzen :freak:

Das ganze hatten wir ja schonmal und es hat mehr oder weniger geholfen aber dazu wird es wohl (leider)
nicht mehr kommen da wir mitlerweile so tief in einem Sumumpf aus EU und Bürokratie stecken das man
praktisch garnichts mehr machen kann was über bla bla hinausgeht.
 
Notstand ausrufen? Merkt ihr überhaupt noch was? Die Europäische Union kann man global gesehen im Vergleich zu anderen Orten als Paradies bezeichnen. Und Deutschland nimmt dort eioe gute Position ein.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3e/European_union_gdp_diagram_de.png

80 Prozent der Menschen dieser Welt würden sich die Finger danach lecken, wenn sie jemals den Lebensstandard eines Hartz-IV-Empfängers erreichen könnten.

Aber dann den Notstand ausrufen wollen, wo die Beschäftigungslage in Deutschland vergleichsweise rosig ist, und zwar sowohl was die Höhe der Arbeitslosigkeit angeht, die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung.
 
zitat marmic

Der Warenkorb legt einen Verbrauch zugrunde, den die meisten Deutschen garnicht erreichen.
Ein Auto oder einen LCD-Fernseher kauft man selten, Güter des täglichen Bedarfs dagegen regelmäßig.
Im Bereich der alltäglichen Güter sind die Preise extrem stark gestiegen... während der letzten beiden Jahre locker im zweistelligen Prozentbereich... Milchprodukte, Getreide, Zucker, Strom, Gas, Miete, Nebenkosten usw.


Hast du dich eigentlich mit irgendwas von dem beschäftigt was du hier losplapperst.
Guck doch mal rein in den Warenkorb und dann sage, ob dies nun Güter des täglichen Bedarfs sind oder nicht.

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke
Alkoholische Getränke, Tabakwaren
Bekleidung und Schuhe
Wohnungsmiete, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe
Einrichtungsgegenstände und ähnliches für den Haushalt und deren Instandhaltung
Gesundheitspflege
Verkehr
Nachrichtenübermittlung
Freizeit, Unterhaltung und Kultur
Bildungswesen
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen
Andere Waren und Dienstleistungen

http://de.wikipedia.org/wiki/Verbraucherpreisindex
 
DugDanger schrieb:
überflüssiges Zitat entfernt *klick*

Natürlich hab ich mich damit beschäftigt und das sogar auf Basis eines viel besseren Wikiartikels.
Wie ich bereits schrieb (hast du sicherlich überflogen, gell?), geht es vielmehr um die Gewichtung der einzelnen Sparten. Deine hingerotze Auflistung der Kategorien hilft hier keinem weiter und hat keinerlei Bezug zu meiner Kritik.

http://de.wikipedia.org/wiki/Warenkorb

Ganz besonders zu empfehlen ist der Absatz „Mehr Leistung im Warenkorb“!
Desweiteren sei angemerkt, dass als Basis für die Berechnung der Inflationsrate der deutsche Durchschnittslohn herangezogen wird und dieser aufgrund extrem divergenter Vermögens- und Einkommensverteilung nichtsagend ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Ungleichheit (Abschnitt Einkommensverteilung)

Wiederholt merke ich an, dass die Gewichtung einfach unrealistisch ist. Wer gibt denn bitte nur 10% seines Nettolohns für Lebensmittel aus? Von den 100 mir nahestehenden Personen (darunter Familie, Freunde, Studenten, Arbeitskollegen) kenne ich nur einigen einzigen, der verdient aber auch ~5000€ Netto und lebt alleine.
Bei den meisten sind es eher realistische 20-30%.


Bitte unterlasse es in Zukunft inhaltslose Zweizeiler rein aus Profilierungsgründen abzusondern.
 
Zuletzt bearbeitet: (Fullquote entfernt.)
Erdenkind schrieb:
Desweiteren sei angemerkt, dass als Basis für die Berechnung der Inflationsrate der deutsche Durchschnittslohn herangezogen wird

Nein das wird er nicht! Die Inflationsrate wird aus einem Warenkorb berechnet und nicht anhand des Durchschnittslohns ...

Erdenkind schrieb:
Wiederholt merke ich an, dass die Gewichtung einfach unrealistisch ist. Wer gibt denn bitte nur 10% seines Nettolohns für Lebensmittel aus?

Bei mir kommt das ganz gut hin ... bei den Menschen in meinem Umfeld auch ...
Wohlgemerkt: es geht einzig und allein um Lebensmittel und nicht die anderen Produkte die so im Supermarkt gekauft werden (z.b. zur Körperhygiene).
Die Bestimmung des Warenkorbs erfolgt nicht willkürlich sondern wird sehr wohl mit statistischen Mitteln anhand von Befragungen ermittelt.

Es ist übrigens recht irrelevant wie groß der Anteil der Lebensmittel nun wirklich ist. Denn gerade bei diesen gab es über einen recht langen Zeitraum eine gute Preisstabilität. Teils haben sie sich in Deutschland sogar vergünstigt ...

Gerne kann man sich seinen persönlichen Warenkorb selbst zusammen stellen ...

http://www.destatis.de/jetspeed/por...SVG/IndexrechnerSVG,templateId=renderSVG.psml

Erdenkind schrieb:
Bitte unterlasse es in Zukunft inhaltslose Zweizeiler rein aus Profilierungsgründen abzusondern.

Derartige Seitenhiebe haben in einer sachlichen Diskussion nichts zu suchen! Der Einwand von DugDanger war durchaus angebracht und weit mehr als ein inhaltsloser Zweizeiler!
 
@ Threadsteller

Es gibt einen Unterschied zwischen einem (gewollten) gefühlten Warenkorb und dem Warenkorb, der durch unzählige statistische Erhebungen und mit viel Aufwand ermittelt wird.
Der Durchschnittslohn ist also nicht repräsentativ?
Weil es hohe Schwankungen bei den Löhnen gibt?
Verstehe den Zusammenhang den du da herstellst nicht.

Unterschiedliche Löhne mögen in deinen Augen ungerecht sein, einen Durschnittslohn deshalb als "nichts sagend" hinzustellen ist einfach nur Quark.
 

Ähnliche Themen

Zurück
Oben