Mehr direkte Demokratie für Deutschland?

Mehr direkte Demokratie für Deutschland?

  • Ja, mehr direkte Demokratie!

    Stimmen: 62 63,3%
  • Nein, brauchen wir nicht!

    Stimmen: 36 36,7%

  • Umfrageteilnehmer
    98
  • Umfrage geschlossen .
AW: Bundesregierung will SoldatInnen im Inland einsetzen

@freekguy:

Ich maches es kurz: Du wirfst mir und der Mehrheit der User in diesem thread "Dilletantismus" vor, und ich werfe dir Arroganz und Euphemismus vor. Ich denke, wir sind dann quitt.

Ich finde es immer noch erstaunlich und mir vollkommen unverständlich, wie sich einzelne Personen über den Willen der Mehrheit hinwegsetzen wagen und das dann auch noch mit dem Wort "kompetenz" bzw. "Dilletantismus" unterstreichen. Widerlich.

Und:

freekguy schrieb:
Nein! Es wird erstmal pauschal allen Politikern Unfähigkeit und Kollektiver Machtrausch unterstellt.

Spätestens seit Hessen und Schröders Auftritt in der letzten Elephantenrunde ist das ja wohl auch angebracht. Einen Ruf erarbeitet man sich und die Herren und Damen Politiker haben alles nötige getan, um als machtgeil und realitätsfern durchzugehen.

Selbst Brechstein und Huber klebten ja bis zum-geht-nicht-mehr an ihren Stühlen.
 
HappyMutant schrieb:
Okay nehmen wir mal an wir würden den Bundeskanzler direkt wählen. Das ist auch die einzige realistische Option.

Stop, warum ist das die einzig realistische Option? Im Computerzeitalter ist so vieles möglich.

Dann hättest du das Phänomen eines Gerard Schröders als Regierungschef und ein Parlament mit einer CDU-Mehrheit. Besser noch wir wählen jeden Minister einzeln, dann haben wir einen CDU-Innenminister, aber einen grünen Verteidigungsminister.

*DAS* wäre zum Beispiel eine "bessere", eine "fairere" Demokratie, da direkter am Volk.

Das einzige was du damit erreichst, ist eine Schwächung der Regierung, die sich in vielen Punkten widerspricht und ohnehin nicht viel beschließen kann.

Daher: Volksentscheide. Dieses Gremium soll nur die Gesetze dem Volk vorlegen -> SChweiz.


Auch wenn es ein Klischee ist, aber die Weimarer Republik hatte mehr direkte Demokratie und ist eben auch daran gescheitert.

Naja. DIe Weimarer republik ist eher an den Splitterparteien zugrundegegangen und der generellen Verfassung.


keshkau schrieb:
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich als Wähler natürlich nur den Direktkandidaten aus meinem Wahlkreis wähle, nicht aber den Abgeordneten aus Hamburg, München oder Berlin. Das ist auch richtig so,

Nein, das ist eben NICHT richtig so. Denn der Müncher Abgeordnete bestimmt ja auch über mich Hambugerin zum Beispiel. DA möchte ich doch dem Münchner Kollegen ganz direkt sagen können bei der näöchsten Wahlö, was ich von seinen SChnappsideen gehalten habe. Oder ich möchte ihn nach vorne wählen, weil er wirklich gut war.

Würde man das System ändern und z. B. 10.000 Kandidaten aufstellen, die jeder mit zwei Stimmen einzeln und direkt wählen kann, dann wäre das nicht unbedingt eine bessere Form der Demokratie.

Je mehr, desto näher am Volke. Natürlich wäre das aber unpraktikabel. Daher ist der einzige Weg ja auch der Volksentscheid.

Ich meine, zumindest wenn es um GRUNDGESETZ-ÄNDERUNGEN geht, dann sollte man das Volk befragen. Kann doch nicht sein, daß da so ein Gesetz im Sommerloch und unter dem Mantel der Finanzkrise durchgedrückt wird, was unter Umständen ganz einschneidende Maßnahmen für uns alle bedeutet und das Volk darf noch nicht einmal mitreden?

Das ist keine Demokratie. Es ist eben eine Aristokratie der Parlamentarier.
 
Beckstein und Huber sind doch die besten Beispiel, dass ohne Rückhalt beim Wähler das kleben an der Macht schwierig wird. Dafür sorgen dann schon die Parteigenossen. Und das war auch bei Stoiber nicht anders, der sich nicht entscheiden konnte was er machen wollte und dafür abgesägt wurde und nun völlig zurecht einen Aushilfsposten bei der EU absitzt.

Du willst also ernsthaft das Parlament abschaffen? Dann viel Spaß dabei die Gewaltenteilung abzuschaffen. Soweit ist nicht mal die Schweiz. Im übrigen löse dich von der Vorstellung das jedes Gesetz dem Volk vorgelegt wird. Die meisten gar nicht, andere nur, wenn genug Unterschriften zusammenkommen. Und dann ist die Option ich stimme zu oder nicht. Einzig die Änderung der Verfassung muss dem Volk vorgelegt werden.

Was meinst du denn woher die Parlamentarier kommen? Wie zum Teufel ist das eine Aristokratie? Setzte dich doch erstmal mit der Begrifflichkeiten auseinander, bevor du sowas schreibst.

Und welches Sommerloch? Es ist Oktober.
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Frau Diotissima, du verhältst dich wie ein Schüler der nicht versteht warum er nicht den Klassensprecher alleine wählen darf und dann auch noch Jammert, dass die SV nicht in seinem Sinne abstimmt. Pardon in "ihrem" Sinne.
Außerdem unterstelle ich nur dir Dilettantismus und nicht der Mehrheit der User in diesem Thread. Ich sehe bei dir nur ein Problem, du kannst nicht akzeptieren, dass eine gewählte Mehrheit entscheidet und du nicht persönlich alles Entscheiden kannst. Du versuchst nur so zu tun als fändest du Demokratie gut und glaubst das scheinbar auch noch. Doch deine art hier lässt darauf schließen, dass du nur deine Meinung sehen willst und sonst nichts. Politik ist immer ein Interessenausgleich und ein solcher kann nur ein Kompromiss sein. Ein Kompromiss spiegelt somit den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Meinungen wider und nicht eine Meinung.

Wenn dich unsere Politiker so abgrundtief abstossen, dann werde selber eine Politikerin und fange in der Kommunalpolitik an und arbeite dich langsam nach oben vor.
 
@Happy:

Brechstein und Huber haben schon viel zu lange an der Macht geklebt. Vor der Wahl und nach der Wahl. Es ist offenstichtlich und wird ja auch so einhellig kommentiert, daß Brechstein und Huber den Stoiber weggeputscht hatten. Machtgeilheit eben. Eigentlich waren ssich die beiden ja spinnefeind und hatten sich dann aber zusammengetan um ihren Landesvater wegzukriegen.

Daß Pat und Patachon dabei überhaupt nicht befähigt waren so ein Land wie Bayern zu führen, war dabei doch von vorneherein klar. Trotzdem veruschten es, und der Wähler hatte eben 2 Jahre lang keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen. (Genau das ist das Problem. Das Pack gleich wegwählen bzw deren HGesetzesvorhaben gleich abschmettern.)

Nach der verlorenen Bayernwahl hat es doch einige Tage gedauert, bis sie dann zurückgetreten sind. Man sträubte sich.

Ihren Rücktritt hatten die beiden ja zunächst abgelehnt mit den Worten, "sie wollen sich vor der verantwortung nicht drücken" (gemeint war: Die Verantwortung die CSU aus dem Schlamassel herauszuziehen...) Ich meine... WTF? Was zur Hölle?

Die Mehrheit der Menschen will diese beiden Witzfiguren nicht mehr sehen und die maßen sich an das Wählervotum zunächts umzubiegen? Genauso wie Maget, der mit seinen 19% einen "klaren Regierungsauftrag" sieht. Ich mein, wie verblendeter, wie machtgeiler muß es denn noch sein?

Und genau DAS ist es, was die Demokratie-Müdigkeit in unserem Lande herbeiruft.

freekguy schrieb:
Wenn dich unsere Politiker so abgrundtief abstossen, dann werde selber eine Politikerin und fange in der Kommunalpolitik an und arbeite dich langsam nach oben vor.

Ja, das könnte man mir wirklich vorwerfen bzw vorschlagen. Aber welche Partei sollte ich denn beitreten? Es gibt kein Programm, welches meinen Idealen entspräche. Und ich würde damit ein Demokratie-System unterstützen, welches nicht gerecht ist und nciht gut funktioniert meiner Meinung nach.

Nein, das geht also nicht. Ich könnte nur vesuchen, eine Revolution anzuzetteln, aber das brauche ich gar nicht, die wird sowieso bald kommen. Die Bankenkrise und der Unmut über die Energiepreise sind erstes Fanfarenstöße inder Ferne.
 
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Ist das Thema denn nicht totzukriegen. :rolleyes: Ich ziehe eine parlamentarische Demonkratie einer direkten Demokratie 1000x vor. In einem kleinen Land wie der Schweiz mag das vielleicht funktionieren (aber auch dort ist nicht alles perfekt, meine Schwester lebt in der Schweiz und kann ein Lied davon singen). Mir ist es jedenfalls lieber, dass einige Leute die sich hoffentlich mit der Thematik auskennen, entscheiden, als ein paar Millionen Bildzeitung-Leser und Analphabeten, die keine wirkliche Ahnung haben und zu 99% von den Medien und Populisten beeinflusst sind. Sehr plakative Sichtweise, ich weiss, aber leider nicht weit von der Realität entfernt.
 
Eine Sache bitte ich außerdem zu bedenken. Ein Abgeordneter, der über das Direktmandat in den Bundestag gewählt wurde, musste dafür viele Wählerstimmen holen. Nun weiß er aber nicht unbedingt, aus welchen Gründen ihn die Menschen gewählt haben.

Nehmen wir in einem Beispiel an, es ginge vorrangig um drei Themen: a) Bildung b) Entwicklungshilfe und c) Militäreinsätze im Ausland. Wähler A stimmt für den Kandidaten, weil ihn dessen Ausführungen zur Bildungspolitik überzeugt haben. Bei der Entwicklungshilfe ist er zwar anderer Meinung, aber dieser Punkt ist ihm nicht so wichtig. Zu den Militäreinsätzen hat er keine Meinung. – Wähler B gibt ihm seine Stimme, weil er in der Frage der Militäreinsätze mit dem Kandidaten übereinstimmt. Die anderen beiden Punkte spielen für ihn keine Rolle. Wähler C beurteilt die Militäreinsätze ganz anders als der Kandidat und kritisiert ihn deswegen scharf. Die anderen beiden Punkte sind ihm aber ebenso wichtig. Und hier stimmt er mit ihm völlig überein, weshalb er ihn wählt.

Woher soll der Abgeordnete wissen, welcher Wähler ihn weswegen gewählt hat und wie das Wählervotum in den jeweiligen Einzelfragen, die es zu entscheiden gilt, ausgesehen hätte? Er kann es nicht wissen. Daher ist die alleinige Verpflichtung gegenüber seinem Gewissen die einzig vernünftige Richtlinie.

Am Abend besucht er das Forum von www.abgeordnetenwatch.de, wo er wegen seines Abstimmungsverhaltens entweder von Wähler A oder Wähler C des Verrats am Wähler bezichtigt wird.
 
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keshkau schrieb:
Eine Sache bitte ich außerdem zu bedenken. Ein Abgeordneter, der über das Direktmandat in den Bundestag gewählt wurde, musste dafür viele Wählerstimmen holen. Nun weiß er aber nicht unbedingt, aus welchen Gründen ihn die Menschen gewählt haben.

Ja gut, keshkau, aber das spricht ja nur für mich und bestätigt mich. Es muß ein direktes und unverfälschbares Feedback zwischen Volk und Abgeordneten geben. Und das gibt es nicht
Man braucht sich ja nur mal die Rechnungen diverser Politiker anzuschauen: "1,43€ reichen am Tag zum Leben" und Sprüche wie dieser. Wo leben diese Leute?

So etwas gehört gleich und direkt weggewählt, weil dieser Mensch offensichtlich in einer Traumwelt lebt. Und dann weiß der schon, warum er weggewählt wurde.
 
Diotissima schrieb:
Nein, das geht also nicht. Ich könnte nur vesuchen, eine Revolution anzuzetteln, aber das brauche ich gar nicht, die wird sowieso bald kommen. Die Bankenkrise und der Unmut über die Energiepreise sind erstes Fanfarenstöße inder Ferne.

Ich denke auf dem Niveau läuft hier die Diskussion bisher ab. Keine Lust sich zu engagieren, etwas zu ändern. Sondern drauf hoffen, dass der Laden durch Einflüsse von außen zusammenbricht, damit man mal ordentlich auf die Kacke hauen kann, auch wenn man eine Demokratie fordert, die keine mehr ist, sondern sich nur noch so schimpft. Solche Menschen an der Macht haben sich ja weltweit bewährt.

Wenn du jeden sofort weg wählen könntest, dann herrscht Anarchie. Man stelle sich vor, die Autoindustrie ist der Meinung sie ist unterrepräsentiert. Dann wird sie sich den Abgeordneten nehmen, der auf der kippe steht, ihn dank ordentlicher Gelder per Propaganda demontieren und einen eigenen Kandidaten lancieren. Oder eben damit drohen und den Abgeordneten zur Zusammenarbeit nötigen. Heute wird schon genug Lobbyarbeit vollbracht, aber stattdessen stärken wir das noch. Mehr Einfluss durch Lobbygruppen. Wer bezahlt denn die Kandidatur von unabhängigen Kandidaten? Parteien brauchst du ohnehin nur noch selten, da ja jede Regierungsarbeit von heute auf morgen umgeworfen werden kann. Und das Parlament haben wir ja eh schon abgeschafft, dass macht ja das Volk jetzt. Bzw wählt vom Fraktionsvorsitzenden bis zum Geschäftsführer alles selber.

Nirgends auf dieser Welt kann man einen Abgeordneten sofort abwählen. Das hat gute Gründe.
 
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HappyMutant schrieb:
Wenn du jeden sofort weg wählen könntest, dann herrscht Anarchie.

Philosophish-DIalektisch betrachtet: Da kommen Menschen an die Macht, die ich gar nicht gewählt habem, die aber auch NIE zur Diskussion standen, (Brechstein und Huber als Beispiel mal) und ich als Teil des VOlkes kann rein gar nichts dagegen machen.

Das ist für mich auch eine Form der Anarchie. Übriegens verstehst du das Wort Anarchie falsch, denke ich. Anarchie wäre die totale Neglierung von Richtlinien, Gesetzen, moralischen Maßstäben etc. Chaos eben. Antropie.

Man stelle sich vor, die Autoindustrie ist der Meinung sie ist unterrepräsentiert. Dann wird sie sich den Abgeordneten nehmen, der auf der kippe steht, ihn dank ordentlicher Gelder per Propaganda demontieren und einen eigenen Kandidaten lancieren. oder eben damit drohen und den Abgeordneten zur Zusammenarbeit nötigen. Heute wird schon genug Lobbyarbeit vollbracht, aber stattdessen Stärken wir das noch.

Ich denke, genau das Gegenteil wäre der Fall. Einen Politiker zu lancieen wäre extrem teuer. Auf der anderen Seite hat der Politiker, der sich für das Volk, für die Mehrheit, für das Gemeinwohl und entgegen dem Wohl Einzelner in der Industrie stellt, die Gewißheit, daß die Menschen ihn honorieren werden.
 
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In einem Satz, du bist weder Demokratiefähig noch willig an einer Teilzunehmen und willst den Staat Diotissima ausrufen. Na dann viel spaß auf deiner Insel. Ich bin Raus.
 
Ja es wäre wohl teuer. Aber die Drohung reicht ja. Blöd nur, dass nicht nur du und ich, sondern auch jeder Abgeordnete zu jedem Thema eine andere Meinung hat. Wird verdammt schwierig für mich jemanden zu finden, der gegen den Einsatz der Bundeswehr im Inland ist, für gesetzlichen Mindestlohn, gegen die Regulierung von Managergehältern, gegen direkte Demokratie, keine pro-russische Agenda vertritt usw. Und jedesmal wenn mir "mein Abgeordneter" nicht zustimmt oder er seine Meinung nicht durchsetzt soll ich ihn dann abwählen?

Aber wie gesagt, eigentlich willst du gar keine Abgeordneten mehr, du willst ja ohnehin wirklich alles, von der Verteidigungspolitik bis zur Außenpolitik vom Volk beschließen lassen. Bis dann der Deutsch über das Schicksal der Hypo Real Estate abgestimmt hat ist auch die letzte Bank in Deutschland am Ende. Von sowas wie einer inhaltlichen Aufklärung gar nicht zu reden, denn die scheint schon hier zwischen maximal ein Dutzend Leute nicht möglich zu sein. Also sich wenigstens auf die Grundbegriffe zu einigen, damit man überhaupt weiß worüber hier überhaupt geredet/abgestimmt wird.

Wir brauchen schon 10 seiten um die Grundbegriffe zu klären und dann ist noch immer noch die Chance da, dass man wieder von vorne anfängt. Das ist die realistische Option einer totalen direkten Demokratie wie du sie ausmalst. Und eine direkte Demokratie in der Schweiz bedeutet zu mehr Fragen ja oder nein sagen zu können. Aber du hast genauso Abgeordnete, Regierende und ein genauso wenig gewähltes Rotationsprinzip.
 
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Laß uns mal von dieser gleich-wieder-abwählen Phrase wegkommen. Das will ich nicht, das will auch sonst keiner. Aber es geht eben darum, daß man dem Abgeordneten nicht aus seiner Verantwortung und seinen Zusagen entläßt.
Ich denke, das erreicht man dadurch,m indem man die Individualität der Abgeordneten und den Mut zu eigenen Entscheidungen stärkt. Und eben nicht das Mitschwimmen im Fraktionszwang.

Und das erreicht man meiner Meinung am besten damit, indem man bei der nächsten Wahl die einzelnen Abgeordneten direkt wählen bzw. abwählen kann.

Die hessische Abgeordnete, die zu ihrem Wort stand und sich damit gegen Lügilanti gestellt hat würde ich sofort an Position 1 setzen. Lügilanti würde ich wegwählen.
Und Phänomene wie diese Frau wären auch nicht mehr durchsetzbar.
 
Erstens: Ob ich nun einen oder 300 Abgeordnete direkt wähle, spielt keine Rolle, wenn ich sowieso der Meinung bin, von denen hintergangen zu werden. Denn mein Problem des Direktkandidaten, der nicht weiß, wie seine Wähler in den einzelnen Fragen entscheiden würden, bleibt bestehen.

Zweitens: In der Konsequenz müssten die Bürger direkt über die Gesetze abstimmen. Viel Spaß dabei! Von den gut 60 Mio. Wählern spreche ich pauschal mindestens 95 Prozent die Kompetenz ab, einen längeren Gesetzestext zu durchdringen. Hinzu kommt, dass es zeitintensiv ist, sich damit zu beschäftigen (siehe EU-Reformvertrag). Wenn wir alle den ganzen Tag nur noch Gesetze lesen, kommen wir zu nichts anderem mehr. Und die Lust dürfte den Leuten auch ganz schnell vergehen.

Drittens: Noch demokratischer wäre es, wenn die Bürger ihre Gesetze selbst schreiben würden. Da sitzen dann abends – zur Prime Time – die Hausfrauen mit ihren Babys auf dem Arm und diskutieren in der Turnhalle mit Hausmeistern, Studenten, Handwerkern, Lehrern und Dauerarbeitslosen über die Bundeswehr, über die Hartz-IV-Regelsätze und über die Umsetzung von EU-Richtlinien.
 
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keshkau schrieb:
Erstens: Ob ich nun einen oder 300 Abgeordnete direkt wähle, spielt keine Rolle, wenn ich sowieso der Meinung bin, von denen hintergangen zu werden.

Doch, es spielt eine Rolle. Direkte Wählbarkeit erzeugt ein ganz andere Verantwortungsbewußtsein bei Abgeordneten. Das Phlegma der Unanatastbarkeit auf den ersten Listenplätzen wäre dahin.

Zweitens: In der Konsequenz müssten die Bürger direkt über die Gesetze abstimmen. Viel Spaß dabei! Von den gut 60 Mio. Wählern spreche ich pauschal mindestens 95 Prozent die Kompetenz ab, einen längeren Gesetzestext zu durchdringen.

Wie gesagt, du bist ziemlich arrogant, daß du dich über 95% der Wähler stellst. Mach die Menschen nicht dümmer als sie sind und dich klüger.

Aber abgesehen davon: Man kann Gesetzestexte auch einfach halten. Und in diversen Bundesländern gabe s schon Bürgerbegehren, das hat auch sehr gut geklappt.

Drittens: Noch demokratischer wäre es, wenn die Bürger ihre Gesetze selbst schreiben würden.

Das ist in anderen Ländern durchaus möglich und üblich: Das Einbringen von eigenen Gesetzen (eine gewissen Anzahl von Unterschriften vorausgesetzt natürlich.) Ich sehe da keine Probleme. Man kann dann zumindet davon ausgehen, daß die Leute motiviert sind sich für oder gegen das Gesetz einzusetzen.

Wie sagtest du doch so schön zu mir: Schau doch mal über den Tellerand. ;)
 
Das Phänomen dieser Frau Ypsilanti ist nur das: Sie wurde gewählt, weil Koch weg muss. Muss sie das mit Hilfe der Linken machen, so ist das dem Wahlergebnis geschuldet. Die andere Option ist Koalition mit der CDU unter der Führung Kochs. Auch das wurde ausgeschlossen.

Im übrigen bitte ich dich ernsthaft darum die Namen richtig zu nennen. Weitere Verballhornungen von Politikernamen nehme ich als Verstoß gegen die geforderte Sachlichkeit im PuG wahr. Es kann nicht sein, dass sich auf diesem Niveau bewegt wird.

Wie gesagt, du kannst Abgeordnete direkt wählen. Das du sie nicht vollständig direkt wählen kannst, hat seine Gründe. Z.b. hätte eine kleine Partei sonst oft gar keine Chancen überhaupt einen Abgeordneten zu stellen. weiterhin würde der jeweilige Wahlkreis nur von einer Person vertreten. Das heißt die einfache Mehrheit im Wahlkreis würde schon alleine für die Gestaltung der Politik sorgen. Das ist weder besser noch sinnvoller. Das Verhältniswahlrecht ist für eine Demokratie wichtig. Wo es sie nicht gibt, wie in den USA z.b. werden oft umfangreiche Veto-Rechte nötig, denn Blockaden bestimmen die Politik zeitweise völlig. Ob es für uns gewollt und sinnvoll ist, die Regierung mit mehr Macht auszustatten um einen politischen Stillstand zu vermeiden? Vermischen wir freiwillig Legislative und Exekutive noch weiter als ohenhin?

Nein wir sollten uns wirklich nicht darauf herablassen nun das parlamentarische System als Grundübel anzusehen. Weiterhin würde eine einfache Mehrheit zu einer absoluten Mehrheit im Parlament ausreichen.

Ja Fraktionszwang und Kompromisse für Koalitionen sind ärgerlich, aber auch teil der Demokratie. Es gibt keine absoluten Positionen, Zusammenarbeit und das Vorhandensein von Opposition sorgen dafür, dass ein Mittelweg gesucht wird. Der wahrscheinlich gar keinem gefällt, aber in der Theorie zumindest die Mehrheit repräsentiert. Der Kompromiss ist sowohl hierzulande, als auch in den meisten anderen Demokratien, dass worauf es hinaus läuft.

Ob man bestimmten Gesetzesvorgaben einer Volksabstimmung unterzieht ist natürlich zu diskutieren. In Irland wurde die Kampagne gegen die EU-Verfassung von der Industrie finanziert, in Frankreich wurde sie zum internen Wahlkampf instrumentalisiert. Es geht oft nicht um die Sache selbst. Hier liegen viele neue Gefahren für die Demokratie. Die Vorstellung einer idealen Demokratie ist Selbstbetrug. Mann sollte wenigstens soweit einsehen, dass jede Form von Demokratie manipulierbar ist und von Einzelnen auch instrumentalisiert wird. Deswegen gibt es Wahlen um die Verhältnisse nicht dauerhaft zu zementieren. Aber eben nur alle paar Jahre um genauso Stabilität zu erhalten.
 
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Ich sag es mal so, Happy:

Ein bißchen direkterer Druck auf unsere so strebsamen und machtbewußten Politiker täte dem einen und anderem mal ganz gut. Das gilt für die Rechten wie für die Linken wie auch für die Mitte.

Ypsilanti ist mit dem Ehrgeiz und dem Wahlversprechen angetreten "Nicht mit der Linken" und das soll sie nun realisieren. Oder eben nicht realisieren, dann gibt es eben Neuwahlen. Aber nicht "hü" vor der Wahl sagen und hinterher "hott" machen und von nichts wissen wollen. Die Frau hat sich bei Beckstein sowas von blamiert. (Mal wieder...)

So, zum Thema "Euro" (Das wurde eingangs mal erwähnt). Ich bin Graphikerin. Ich habe kurz vor der Einführung des T(Euro) für eine große (!) Restaurantkette die Karte designed und gesetzt. Ich habe die Dateien hier noch und bin vor kurzem darüber gestolpert:

Vor knapp 10 Jahren kam der Caesar-Salat 9,85DM, heute kostet der 10,15 Euro... :rolleyes:

Sorry, aber das ist eine Inflation von über 100%. Niemand, wirklich niemand kann mir erzählen, daß hier nicht eine MASSIVE Teuerung eingesetzt hätte. Und das wäre ja angeblich nicht möglich gewesen.

Das sind so Dinge, wo man sich schon mal einen Volksentscheid wünscht. Nicht unbedingt für oder gegen den Euro,. Aber in Frankreich zum Beispiel (habe dort studiert kurz vorher) gab es eine weitaus stärkere staatliche Einflußnahme zu Beginn der Euroeinführung und es wurde den Gescäftsleuten bei übermäßiger Erhöhung der Preise schon kräftig auf die Finger gekloppt.

Was früher einmal 50 DM waren sind heute nichtmal mehr 50 Euro (=100DM). Man bekommt gefühltermaßen (besonders wenn man ausgeht) einfach weniger, obwohl man den doppelten (!) Gegenwert in der Hand haben sollte.

Das sind einfach Dinge, bei denen uns die Politiker die Hucke vollgelogen haben bis zum geht nicht mehr.

ANderes Beispiel, jede Regierung hat das schonmal gemacht: Vor der Wahl "Steuerversprechen". Hineterher: "Steuererhöhungen". Umfaller-Wesen nenne ich das gerne.

Auch das sind Moment, da würde man gerna bei der nächsten Wahl direkt wählen können. Denn meistens möchte man die Partei nicht abwählen, sondern einzelne Personen.
 
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Ähem, ja jede Preiserhöhung der letzten 10 Jahre hat was mit dem Euro zu tun und gar nichts mir Erzeugerpreisen (gerade bei Obst und Gemüse!), Lebensmittelskandalen, langfristige Preisanpassung, Ölpreise usw.. Wenn vorher die Preise 10 Jahre stabil waren interessiert das kein Aas. Das im Gegenzug z.b. Preise für Technik im Allgemeinen und Telefongebühren massive gesunken sind auch nicht. Mein Gott, wenn man das so hört: Wo geht das Geld hin. An die Restaurantkette, den Bauern, den Zwischenhändler? Und warum gibt es keine Konkurrenz, die bei solchen Margen einfach 50 Cent weniger verlangt um den Markt zu übernehmen. Willst du mir jetzt erzählen, dass 50 Euro hierzulande jetzt weniger wert sind, also wenn ich diese in Frankreich ausgeben würde? wären das dann noch 100 DM dort? eher nicht.

Sorry, aber genau diese Argumentation ist doch der Punkt warum die kollektive Verdummung eben nicht direkt abstimmen sollte. Und tja, das Dumme am Wähler ist: er lässt sich gerne bescheißen. Würde er sagen: ja mein Gott der Staat verschuldet sich immer weiter, dann verzichte ich lieber auf die Pendlerpauschale, deren Nutzen darin besteht die Deutschen dafür zu belohnen mehr und mehr Straßen in die Landschaft zu bauen und in Stand zu halten, dafür überall auf dem Land eine erweiterte Infrastruktur erfordert. Die Folgekosten dieser Steuervergünstigung sind enorm.

Aber Verzicht? Das kennt auch der deutsche Wähler nicht und deswegen würde er immer für den eigenen Vorteil stimmen. Egal wie kurzsichtig die Beschlüsse oder Versprechen sind.

Und einzelne Personen Lügen auch. Oder besser: Es sind die Einzigen die Lügen. Gerade der wird jeden populistischen dreck erzählen, wenn es ihn an die Macht bringt. Beispiel wieder Blocher. Aber auch Haider. Oder Schill. Oder Sarkozy. Oder Lafontaine. Oder Koch. Oder eben Ypsilanti. Das hat mit Parteien nichts direkt zu tun. Und naja lieber Ypsilanti als Koch z.b. ist ja auch so.

Aber wenn der lügt und hetzt, wird er wieder gewählt, wenn Ypsilanti sich zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden muss, soll unbedingt die schlechtere Lösung nochmal direkt bestätigt werden, also doch Koch gewählt werden, weil man mit den Konsequenzen einer parlamentarischen Demokratie nicht zurecht kommt, die Koalitionen explizit fördert?

Und vergessen wir nicht, wer die Koch-Kampagnen begleitete und die Lügilanti-Diffamierung betreibt: Bild. Soviel zu dem Thema, dass die Meiden keinen Einfluss hätten.
 
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HappyMutant schrieb:
Ähem, ja jede Preiserhöhung der letzten 10 Jahre hat was mit dem Euro zu tun und gar nichts mir Erzeugerpreisen (gerade bei Obst und Gemüse!), Lebensmittelskandalen, langfristige Preisanpassung, Ölpreise usw..

Ich bitte dich. Über 110% Erhöhung? Innerhalbt von 7-8 Jahren? Das nenne ich dann schon galoppierende Inflation.

Und natürlich steigen die Erzeugerpreise auch mit dem T(Euro).... Eine Spirale.

Aber Verzicht? Das kennt auch der deutsche Wähler nicht und deswegen würde er immer für den eigenen Vorteil stimmen. Egal wie kurzsichtig die Beschlüsse oder Versprechen sind.

Doch, ich verzichte. Auto abgeschafft. Rauchen aufgegeben. Trinken aufgegeben. Fahrrad angeschafft. Lebe nur noch von Wasser (aus der Leitung) und Gemüsesäften. Kein Alkohol. Viel asketischer geht es nicht.

Habe im Bett zwei Wolldecken zusätzlich.

Ich glaube ich verzichte auf emhr, als so viele andere hier und draußen.
 
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