neue Regeln für die onlineauftritte der öffentlich rechlichen Sender

hal9000

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Die Ministerpräsidenten haben sich auf einen neuen Rundfunkstaatsvertrag geeinigt. das wirklich neue ist aber, das zukünftig, mit mehr oder weniger Übergangszeiten, Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender nur noch sieben Tage kostenlos im Internet angeboten werden. Sportereignisse gar nur einen Tag.

Es bleibe es bei der vorgesehenen Frist für TV-Sendungen, die nach sieben Tagen aus dem Netz verschwinden müssten, sagte Beck. Für Großereignisse wie Sportveranstaltungen gilt eine Frist von 24 Stunden. "Presseähnliche Angebote" sind nur mit einem eindeutig ausgewiesenen Sendungsbezug zulässig. Darüber hinaus werden alle neuen Internet-Angebote von ARD und ZDF künftig in einem dreistufigen Test daraufhin überprüft, ob sie vom öffentlich-rechtlichen Auftrag gedeckt sind und ob sie zum publizistischen Wettbewerb beitragen, zudem wird die Finanzierung der Angebote geprüft.

Ich geb es zu, ich nutze die Onlineauftritte der öffenrlich-rechtlichen fast nie. gelegenheit Nutze ich aber die Mediathek de ZDF um die eine oder andere Sendung zum "Wunschtermin" zu sehen.

Auch die bereits bestehenden Angebote sollen diesem Test unterzogen werden, etwa die Mediatheken der Sender. Dafür wollen die Ministerpräsidenten eine Übergangsfrist bis Ende 2010 einräumen, die EU-Kommission will den Stichtag Ende 2009.

Heist das, daß ich zukünftig nach Ablauf einer Frist die von mir über die GEZ schon einmal finanzierten Sendungen ggf. nochmal bezahlen muß? Oder fallen die Onlineauftritte einem Streichkonzert zum Opfer, weil irgend eine Kommision entscheidet, das sie dem offentlich-rechtlichen Auftrag nicht entsprechen? Aber wenn etwas dem öffenrlich-rechtlichen auftrag entspricht, dann doch das dauerhafte zur Verfügung stellen der Sendungen, oder? Wie will man zukünftigen Interessenten die älteren Sendungen präsentieren? Durch den Verkauf von Online-Abbos oder DVD's? Das wird in der Mssse nicht funktionieren.

Gewiss gibt es einen Konflikt zwischen den privaten Sendern auf der einen Seite, die ihre Einnahmen aus Werbung (im Moment jedenfalls noch) generieren müssen und den öffentlich-rechtlichen, die ihren Einnahmen aus zwangseingetriebenen Gebühren und zusätzlich Werbung erziehlen. Aber warum sollen sich diese Einnahmeunterschiede nicht auch in den Internettauftritten niederschlagen?

Ich sehe auch keien staatlichen Subventionen, wie die EU-Kommision, für sie Sendeanstalten. Schließlich haben die öffentlich-rechlichen in D einen Auftrag und den erfüllen sie auch durch ihren Onlineauftritt. Bei privaten Anbietern steht doch eher die Gewinnerzielungsabsicht im Vordergrund und nicht die Information.

Das das gesamte Angebot von privaten und öffentlich-rechtlichen nicht immer eine überzeugende Qualität aufweist (Reich-Ranicki) lasse ich außen vor.

Und zusätzlich arbeitet wir noch am Bürokratieaufbau für all die Kontrolleure und Kontollierer, ob alles irgendwelchen Vorgaben entspricht.

Was denkt ihr über diese ganze Sache?
 
So wie ich das verstanden habe, geht es darum, dass ARD und ZDF keine durch GEZ-Gebühren finanzierte Konkurrenz zur übrigen Presse darstellen sollen, weil damit z. B. Tageszeitungen mit einem Online-Auftritt benachteiligt wären.

Die Mediatheken von ARD und ZDF sind eine prima Sache. In der Vergangenheit habe ich sie eher wenig genutzt (z. B. mal für "hart aber fair"), doch vor ein paar Tagen habe ich mir das Angebot näher angesehen und wollte schon entscheiden, meinen Rekorder in Zukunft weniger zu nutzen und dafür direkt auf die Mediatheken zuzugreifen.

Wir zahlen unsere Gebühren für die einmalige Ausstrahlung und nicht dafür, dass ein Angebot über Jahre im Netz angeboten wird. Ich kann die Entscheidung der Ministerpräsidenten zumindest nachvollziehen. Denn wenn die Tagesschau oder die Heute-Nachrichten weiterhin eine große Online-Präsenz pflegen, machen sie anderen Angeboten Konkurrenz, die keine Gebührenfinanzierung im Rücken haben.
 
Ich weiß nicht, welche Tageszeitung ihre gesamte Ausgabe online stellt. "Meine" lokale Tageszeitung kann ich online nur zum Teil lesen. Entweder ich kauf mir das Ding oder abboniere oder habe ein kostenpflichtiges Onlineabbo. Und dabei kann ich auch nicht auf ARD, ZDf usw. ausweichen. Die bringen fast nix lokales aus meiner Region.

Eine Tageszeitung ist wie Fernsehnachrichten begrenzt aktuell. Meisten einen Tag und für Spätaufsteher den nächsten noch. Andere Rundfunk- und Fernsehbeiträge büßen auch nach Jahren nichts von ihrem Inhalt ein. warum soll man die "verbergen"? Das nächste Argument wäre, das man keine Nachrichten mehr im fernsehen bringt, weil der geneigte Lese das gleiche ja aus der Zeitung erfahren kann.
Änliches mit dem Wetter und dem Sport und dem und dem. Es muß sich nur jemand benachteiligt fühlen und genügend für Lobbyarbeit bei der EU-Kommision aufbringen.

Ja, wir zahlen mir unserer Gebühr. Wenn es nur für eine einmalige Ausstrahlung sein soll, bräuchte man sich nicht die Mühe bei der Produktion machen. Wie ein Papiertaschentuch. Einmal und dann weg.

Für mich sieht das eher danach aus, das man durch gezielte Lobbyarbeit einen Konkurenten einschränkt.
 
Klassische Stadtteil-Nachrichten wirst Du bei der ARD und beim ZDF nicht fnden. Aber es gibt die 3. Programme, die schon recht nahe an das regionale Angebot z. B. von Tageszeitungen herankommen können. Wenn man den öffentlich-rechtlichen Sendern freie Hand lässt, könnte das für Zeitungen möglicherweise ein Problem werden. Dann stünden sich gebührenfinanzierte und nicht gebührenfinanzierte Angebote im Wettbewerb gegenüber.

Die einmalige Ausstrahlung schließt natürlich Wiederholungen nicht aus. Meinetwegen müsste das Angebot auch nicht nach ener Woche aus dem Netz genommen werden.

Aber ich habe mich noch nicht so intensiv mit den Details beschäftigt, um das beurteilen zu können.
 
ich verfolge das schon eine Weile. Die Ministerpräsidenten kamen zum dem Ratsschluß, nach dem die EU-Kommision angekündigt hatte, eine Untersuchung einzustellen, ob die Onlineauftritte der öffentlich-rechtlichen unerlaubt Subventionen bekommen.

Auch bei meine "zuständigen" dritten Programm sind wirkliche lokale, ausführlich Nachrinhten eher selten.

Den Vorteil der Gebührenfinanzierung sehe ich auch, und der sollte auch nicht über Gebühr genutzt werden. Öffentliche-rechtliche Sender in D sind gewachsene Strukturen, die seit jahrzehnten eien Daseinsberechtigung haben. das die dann neue Kommunikationswege nutzen und Online präsent sind, ist völlig normal. Wer macht das nicht. Ich sehe aber nicht ein, wenn es in Eu-Europa Länder ohne öffentlich-rechtliche Anstalten gibt, das wir "unsere" Sender unnötig beschränken.
 
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