Polizeiübergriff auf der "Freiheit statt Angst"-Demo | Fahndungsaufruf

@Aes: Langsam verstehe ich deinen Standpunkt, du hast echt Talent bewiesen, dich durch polarisierend formulierte, mißverständliche Äußerungen für engstirniger auszugeben als du anscheinend bist ;)

Was ich nicht verstehe, ist, dass in einigen Posts hier immer noch eine Reaktion der Polizei als per Definition begründet angesehen wird - wenn dem so wäre, bräuchten wir keine Richter, keine Iudikative mehr. Die Polizisten wissen ja, was sie tun und warum. Das kann die Antwort ja auch nicht sein.

Ich war am Wochenende ebenfalls bei einer Demonstration (das alte Spiel: Links gegen Rechts) und bin teilweise recht barsch behandelt worden. Ein Beispiel: während einer Festnahme wollte ich Aufnahmen machen, bin dabei von mehreren Polizisten beiseite gedrängt und daran gehindert worden, trotz gut sichtbar um den Hals hängendem Presseausweises (und auf jeder Schulter eine große Kamera ;) ). Das dort geschehene hätte ich übrigens als "leichte Gewaltanwendung" definiert, nicht aber das was wir im Video sehen - das nur nebenbei.

Natürlich sehe ich keinen Grund, mich darüber aufzuregen - würden Polizisten im Eifer des Gefechts als erstes auf sowas wie um den Hals baumelnde Plastikkarten achten, wären die Prioritäten falsch gesetzt. Hätte ich bei der Aktion jedoch einen Faustschlag abbekommen, könnt ihr sicher sein und bestimmt auch nachvollziehen, hätte ich ziemlich viel Terror gemacht - so viel zur Verhältnismäßigkeit.

Dass die Polizei im Übrigen gar kein Recht hat, mich als Journalist an meiner Arbeit zu hindern, wurde mir an dem Tag auch von denen selbst vielfach bestätigt, als ich mit dem Hinweis "auf eigene Gefahr" durch diverse Polizeisperren gelassen wurde ;)
 
BPhoenix schrieb:
Hier gibt es noch einen anderen Fall der nicht mehr schön ist und zudem auch bei dieser Demo stattfand: http://www.alios.org/blog/2009/09/mein-festnahme-bei-der-freiheit-statt-angst-2009/

Edit: Mag sein, dass der Typ einen Fehler gemacht hatte und ziemlich naiv war. Aber hier sieht man wie eine naive Kooperation mit der Polizei enden kann.

War aber im Grunde rechtmässig und hat mit dem Sachverhalt nichts zu tun, ich glaube du solltest für das Ganze einen eigenständigen Thread aufmachen, schließlich wurde der Junge hier teils sehr zuvorkommend behandelt und laut seinen Aussagen waren die Polizisten durchschnittlich sehr freundlich, das jedoch Fehler im System und in der Kommunikation vorhanden sind, das prangert die Polizei selbst schon seit Jahren an, die ganzen Maßnahmen kommen auch durch die übertriebene Bürokratie zustande.
Es muss halt alles festgehalten werden und um jede noch so kleine Nachsichtigkeit auszuschließen.
Schließlich bedeutet eine zuvorkommende Haltung des Jungen nicht das er in jedem Fall unschuldig ist, die besten Kriminellen wissen wie sie sich anstellen müssen.
Zumal das häufig eine Taktik ist um weitere Untersuchungen zu umgehen.
 
Es muss alles festgehalten werden?

Auch wenn er ein wenig naiv war (und ich unterstelle ihm jetzt mal keine kriminellen Hintergedanken), er hat den Polizisten das Leathermen eigenhändig übergeben ohne Widerspruch. Und was passiert? Er wird festgenommen - auch auf Grund einer Anzeige, die ihm KEINER erklären konnte oder wollte - und wird dann auch noch erkennungsdienstlich KOMPLETT erfasst!

Wo ist denn da bitte die Verhältnismäßigkeit?
 
Das wird den Polizisten so vorgeschrieben so zu verfahren, wenn sie es nicht tun machen sie sich selbst strafbar, sie müssen ihn trotzdem festnehmen, wenn jemand 5 Stangen zu viel von Polen nach Deutschland schleppt und das erst bei einer Kontrolle angibt, dann muss er auch trotzdem Strafe zahlen.
Auch Naivität schützt vor der Strafe nicht.
Die Polizisten haben eine schlechte Kommunikation unter einander, das ist aber wie gesagt auch der Polizei bekannt, dort werden die Leute nur von einem zum anderen geschickt und die Daten werden später in Überstunden vom veranlassenden Beamten geordnet und fertig gemacht zur weiteren Verwendung.
 
Das ist überhaupt gar kein Vergleich!
Die Kontrolle fand nicht auf / während der Demonstration statt, sondern davor an einem anderen Ort. Und so ein Tool / Taschenmesser ist nicht illegal, nur auf der Demo darf man so etwas nicht mitführen, daher hinkt dieser Vergleich mit Zigarettenstangen mehr.
 
Natürlich schützt Unwissenheit vor Strafe nicht!

Warum wird aber eine Anzeige von oben befohlen?
Hätte die Beschlagnahmung des Leathermans (beinhaltet eine einseitige Klinge) nicht ausgereicht? Zumal dieses eigenhändig abgegeben wurde.

Wichtig hierbei sind §42 und §42a des WaffG.

Ich seh hier keine Verhältnismäßigkeit zwischen "Straftat" und "Strafe".
 
BPhoenix schrieb:
Hier gibt es noch einen anderen Fall der nicht mehr schön ist und zudem auch bei dieser Demo stattfand: http://www.alios.org/blog/2009/09/mein-festnahme-bei-der-freiheit-statt-angst-2009/
Ist der Server, auf dem die Website gehostet wird, jetzt durch deine Verlinkung überlastet, oder warum bekomm ich dort nur noch eine "Connection Interrupted" Fehlermeldung? Vor 10 Minuten ging's noch, und Ping Requests auf www.alios.org werden ganz normal beantwortet.

Edit:
Funzt wieder. Seltsam...
 
Zuletzt bearbeitet:
Dieser Letherman beinhaltete jedoch noch eine Menge Spitzer Gegenstände die in einer ungeübten Hand und in einem Abwehrreflex schnell zu Waffen werden die durchaus ernste Verletzungen hervorrufen.
Warum der Mann festgenommen wurde, wird im Abschlussbericht stehen, welcher durch die Anwälte des jungen Mannes auch eingesehen wird, den Inhalt wird der junge Mann sicher in seinem Blog offen legen.
Wenn dies jedoch von oben befohlen wurde, muss der Polizist dem nachkommen, sonst widersetzt er sich und macht sich selbst strafbar.
 
AeS schrieb:
Dieser Letherman beinhaltete jedoch noch eine Menge Spitzer Gegenstände die in einer ungeübten Hand und in einem Abwehrreflex schnell zu Waffen werden die durchaus ernste Verletzungen hervorrufen.
Das sind Werkzeuge, aber keine Waffen nach dem WaffG!
Die Gesetze sind eindeutig, also lassen wir persönliche Meinung diesbezüglich beiseite!

Ich bleibe dabei: ich sehe KEINE Verhältnismäßigkeit zwischen "Straftat" und "Strafe" (sowie Behandlung des Verhafteten)!
 
Ach Leute, lasst es doch einfach gut sein! Man dreht sich hier schon seit einiger Zeit nur noch im Kreis.

Was die Sache mit dem Letherman betrifft:
Dies ist kein verbotener Gegenstand oder gar eine Waffe im Sinne des Waffengesetzes und das Mitführen ist somit grundsätzlich erlaubt.

Nur sogenannte "Einhandmesser", also Messer, deren Klinge mit einer Hand durch das Betätigen eines Mechanismusses gelöst werden kann, sind verbotene Gegenstände, die nicht mitgeführt werden dürfen.
Die Beschaffenheit und Länge der Klinge spielt seit der Änderung des Waffengesetzes dahingehend keine Rolle mehr.

Es kann natürlich durchaus sein, dass das Mitführen derartiger Gegenstände bei Veranstaltungen wie Demos durch Sonderverordnungen verboten worden ist, keine Ahnung.

In Bezug meines Beitrages weiter oben, bei dem ich anführte, dass Polizisten vor allem bei Demos auch sehr häufig Opfer von Gewalt werden:

Es gab schon mehrmals Filmberichte zu diesem Thema, auf Phoenix und 3SAT, die solche Vorkommnisse wunderbar herausgestellt hatten. Ohne Vorbehalte, ohne auf die Sensationsgeilheit dieses Gesellschafft abzielend, also objektiv und authentisch.
Dass solche Berichte nicht in den üblichen Klatschmedien erscheinen und bei den gängigen TV-Anstalten gezeigt werden, ist zwar traurig aber die Gründe dürften klar sein.

Des Weiteren wurden mir derartige Vorfälle von betroffenen Polizisten geschildert, an deren Glaubwürdigkeit nicht der mindeste Zweifel besteht.
Und nein, bevor jetzt wieder von einigen spekuliert wird: Ich bin kein Polizist!
 
Adam_Smith schrieb:
Sollte sich im hier diskutierten Fall zeigen, dass die Gewalt nicht notwendig war um die Festnahme durchzuführen, so ist der Polizist zu bestrafen, was auch geschehen wird.

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument-druck.html?id=9185766&top=SPIEGEL
http://www.rbb-online.de/kontraste/beitrag/1998/justiz_und_polizei.html

Du kannst auf den Rechtstaat schwören wie du willst, die Geschichte zeigt allerdings, dass man dem ganzen nicht so einfach trauen kann.
 
Bin beim Durchstöbern des Internets auf diese Interpretation gestossen:

http://www.trinkerheim.com/?p=492

Ich empfinde die Verhaftung durchaus als legitim, die Schläge dabei aber überzogen. Mit den entsprechenden Videobeweisen kann sich ja jetzt ein Gericht beschäftigen.


Am Rande:
Interessant ist dabei, dass sich die Teilnehmer einer Demonstration gegen Überwachung eben dieser Methoden bedienen, um etwaige Straftaten zu beweisen. Damit haben sie wohl ungewollt den Nachweis erbracht, dass "Überwachung" die Ermittlung und die Verfolgung von Straftätern erheblich erleichtert. ;)

MFG

Edit:
@takeshi
Daher auch meine "Gänsefüsschen"! ;)

Ändert aber nichts an der Tatsache, dass Bildmaterial hilfreich bei der Strafverfolgung ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Artikel ist wirklich gut, ABER:

Das Video mit dem Rollstuhlfahrer ist verfänglich!
Es wird nicht der Rollstuhlfahrer SELBER von den Polizisten traktiert, sondern eine andere Person an der sich der Rollstuhlfahrer festhält!

Nichtsdestotrotz ist es ein Unding wie unachtsam mit dem Rollstuhlfahrer umgegangen wird.

Edit: Bin fertig mit dem Artikel ... dieser bestätigt mich nur in meiner Meinung.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Einen Artikel der mit einem solchen Bild endet kann man doch gar nicht mehr ernst nehmen.
Da sieht man ganz klar aus welchen Beweggründen und welche Motive der Artikel hat, von einer objektiven Sichtweise kann hier nicht die Rede sein.
Es geht nur darum die Polizei als solches als Organ schlecht zu machen, schließen verbieten die bösen Buben einem ja alles und gehen schlimmstenfalls auch dagegen vor.
Besonders das der Autor es gut fand als ein Polizist meinte, das er überlege nach den Bildern seinen Job an den Nagel zu hängen fand ich verwerflich, wenn das alle machen, wir wissen wie das endet oder?
Besonders erschreckend ist jedoch das der Autor immer noch sehr schlecht über den friedfertigen Bürger informiert ist, der jedoch anscheinend weniger friedfertig war als ein gewissen Spektrum an Menschen glauben will.

Auch das Ende "Nach der nächtlichen Forumlektüre", hier wurde gezielt nur nach Fehlern von Polizisten gesucht, es fehlt ganz einfach die Objektivität, es müsste von allen Fehlern gesprochen werden, die Polizei wird seit jeher konstant als Sündenbock dargestellt, das kann es nicht sein, das sind nun mal schwarze Schafe die immer wieder auffallen.
Jedoch halten gewisse Gruppen genau so zusammen wie Sie es der Polizei vorwerfen und so wird kein Wort über die eigenen Fehler verloren, weder auf der einen, noch auf der anderen Seite.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht nur darum die Polizei als solches als Organ schlecht zu machen

Hättest du den Artikel aufmerksam gelesen wüsstest du das er genau das nicht macht, es geht um Sondereinsatzkommandos für Demos ausgebildet wo diese Überfälle auf Zivilpersonen überwiegend vorkommen. Es wird von schwarzen Schafen (Schafherden^^) gesprochen. Dem Polizeiorgan sagt er nur nach, dass sie stark zusammen halten und versuchen, dass kein schlechtes Licht auf sie fällt bzw. die Taten verunglimpfen.

Einen Artikel der mit einem solchen Bild endet kann man doch gar nicht mehr ernst nehmen.
Da gebe ich dir allerdings Recht, er schießt Stellenweise definitiv über das Ziel hinaus
 
Jeckus schrieb:
Hättest du den Artikel aufmerksam gelesen wüsstest du das er genau das nicht macht, es geht um Sondereinsatzkommandos für Demos ausgebildet wo diese Überfälle auf Zivilpersonen überwiegend vorkommen. Es wird von schwarzen Schafen (Schafherden^^) gesprochen. Dem Polizeiorgan sagt er nur nach, dass sie stark zusammen halten und versuchen, dass kein schlechtes Licht auf sie fällt bzw. die Taten verunglimpfen.

Er hat gesagt er dachte es würde sich um schwarze Schafe handeln und das er sich wohl geirrt hat.
Ich habe diesen Artikel sogar sehr aufmerksam gelesen.
Ich sehe hier weder das alle Seiten aufgezeigt werden, noch das objektiv berichtet wird.
Das ist eine einzige Tirade gegen die Polizei.
Würde es keine Sondereinsatzkommandos geben für Demonstrationen würden wir bei jeder Demo mind. einen toten Polizisten sehen.
Einfach weil die Ausbildung für solche Einsätze fehlt.
Die Demonstranten sind aber nicht besser, sie halten auch zusammen und versuchen, das kein schlechtes Licht auf sie fällt bzw. ihre Taten verunglimpft.
Beide Parteien sind sich ähnlicher als Sie denken und / oder vielleicht wahrhaben wollen.
 

Ähnliche Themen

B
Antworten
2
Aufrufe
2.386
Zurück
Oben