Steuerhinterziehung? - Hausbesuch bei Zumwinkel

So ganz unschuldig ist das deutsche Steuersystem an der Sache nicht.
Es ermöglicht doch erst dieses Verhalten, bzw. begünstigt es.
 
am ende brauchen wir den weltstaat, oder?

"Das Magazin berichtete, Zumwinkel habe laut Haftbefehl in konspirativer Weise fast 20 Jahre lang versucht, seine Erträge aus der Geldanlage bei der Vaduzer LGT-Bank zu verschleiern. Die Bankbelege seien an die Adresse von Zumwinkels Feriensitz am Gardasee geschickt worden. Andere Bankdokumente habe sich der 64-Jährige bis in den asiatischen Raum nachsenden lassen. Auch gegen Zumwinkels in Spanien weilenden Bruder Hartwig liege inzwischen ein Haftbefehl vor."

http://www.faz.net/s/RubA5A53ED802A...BEA9EE104DB9DE49E0~ATpl~Ecommon~Scontent.html


p.



Aktuelle Zahlen:

"Der ehemalige Postchef Klaus Zumwinkel soll nach einem Medienbericht rund vier Millionen Euro für seine nicht versteuerten Zinserträge aus einer zwölf Millionen schweren Familienstiftung in Liechtenstein zahlen. Der „Focus“ berichtete, diese Summe setze sich aus hinterzogenen Steuern, Zinsen und einer Geldstrafe zusammen. Die drohende Untersuchungshaft habe Zumwinkel durch eine Vermögens-Abtretungserklärung für die Finanzbehörden und eine hinterlegte Kaution von einer Million Euro abgewendet."
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Der Informant fürchtet mitlerweile auch um sein Leben, naja selbst schuld. Aber hat die BuReg nicht eigentlich ein Verbrechen begangen? <ironie>
Liechtenstein könnte ja D den Krieg erklären, immerhin ist die Existenzgrundlage des Landes zerstört </ironie>
 
Ein Verbrechen hat die Regierung nicht begangen.
Der Kauf von Informationen ist gängige Praxis. In Geheimdienstkreisen ist das Tagesgeschäft.
Das ist deren Job. ;)
Der Kauf nicht unbedingt, aber deren Beschaffung.

Bei der beschriebenen Geldmenge kann auch das Ansehen Lichtensteins leiden.
 
Die LGT wird jedenfalls ordentlich schwitzen, damit verliert sie ja sämtliches Vertrauen.
 
Naja für mich zeigt der Fall mal wieder welche abstrusen Konstrukte unser Steuersystem hervorruft. Ein Steuerrecht in dem es für große Firmen nur noch darum geht Schlupflöcher auszunützen und Ausnahmen irgendwie für sich nutzen zu können kann doch nicht gesund sein. Was meint ihr?
 
Im aktuellen Fall geht es nicht um das (leider legale) Ausnutzen von Löchern im System, sondern um Betrug, also eine Straftat. Insofern hat der Fall mit dem Steuersystem, von dem ich auch nicht viel halte, nichts zu tun.
 
Man kann das Verhalten dieser moral- und ehrenlosen Oberwichte (von denen wir in diesem Fall nur den Bruchteil der Eisbergspitze sehen) imo nicht mit einem schlechten Steuersystem rechtfertigen. Es hat sich nicht nur der kleine Mann an Recht und Gesetz zu halten und ich begrüße die Aussagen des BDI-Präsidenten.
-> http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,535789,00.html
 
Da kann ich ObServer88 nur zustimmen. Wer es durch seine Leistung, sein Ansehen zu so einer Stellung geschafft hat, wie dieser Zumwinkel zum Beisspiel, hat verdammt noch mal auch eine hohe moralische Pflicht. An wen oder was soll den der Mensch noch glauben können. :(:(
 
frankpr schrieb:
Im aktuellen Fall geht es nicht um das (leider legale) Ausnutzen von Löchern im System, sondern um Betrug, also eine Straftat. Insofern hat der Fall mit dem Steuersystem, von dem ich auch nicht viel halte, nichts zu tun.

Naja das ganze über eine Stiftung zu verschleiern ist eine Möglichkeit, die auch durch das aktuelle Steuerrecht gegeben wird. Hätte man diese Möglichkeiten nicht, dann würde man überhaupt nicht auf die Idee kommen in solch eine, natürlich betrügerische, Richtung zu gehen.
 
Das stimmt doch gar nicht. Die Verschleierung über eine solche Stiftung im Ausland ist ganz klar illegal nach deutschem Gesetz und der rechtschaffende Bürger sollte auch nicht auf die Idee kommen derart gegen Gesetz verstoßen zu wollen. Was soll denn der Staat sonst machen? :freak: Mann kann ja nicht sagen wenn z. B. einer den anderen ausraubt dann ist das deutsche Strafrecht dran Schuld weil es die Möglichkeit zulässt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja so wie ich es verstehe gibt es schon Möglichkeiten über Stiftungen legal steuern zu sparen. So wie es im aktuellen Fall durchgeführt wurde ist es ohne Frage illegal, nur der Punkte ist ja woher die Idee in diese Richtung kommt.
 
Die Idee in diese Richtung kommt wohl daher, dass es v. a. bei einigen Leuten aus Ober- und obere Mittelschicht als eine Art sportliche Herausforderungen gesehn wird den Staat auszufuchsen, ne Menge Geld zu sparen und übersehn gerne mal, dass das illegal und unmoralisch ist.
 
Besonders verwerflich ist dieses Verhalten von Menschen die materiell alles haben und selbst bei Steuerehrlichkeit nochimmer auf einer riesen Menge Geld sitzen was sie niemals werden ausgeben können. Ich kann jedenfalls eher jemanden verstehen die in Armut z.B. bei HartzIV eine Nebentätigkeit beim Pizzataxi nicht angeben, also solche Leute die im unermesslichen Reichtum solcherlei Aktionen machen.

Positv finde ich das dieses jetzt mal durch solch prominente Vertreter wieder in die öffendliche Diskussion kommt da man ja den Eindruck hatte das der Staat mehr den HartzIV Empängern in die Schlafzimmer hinterherschnüffelt anstatt den wirklich Assozialen da Oben mal genauer bei deren Steuerhinterziehung auf die Finger schaut. Der Schaden der dort angerichtet wird ist ungleich höher als der durch Sozialbetrug. Wobei ich es natürlich nicht "Betrug" nennen will wenn ein HartzIV Haushalt die Geldgeschenke zur Kommunion der Kinder verschweigt. ;)
 
@Observer:

Das ist richtig nur würde es diesen Wust an Ausnahmen und halblegalen Grauzonen nicht geben, dann wären solche Fälle viel schneller sichtbar.
 
[Spiegel-Online]: Hundt räumte ein, dass es zu viele Fälle von Managerfehlverhalten gebe. Das bedrücke ihn außerordentlich. "Wir sollten aber nicht von Glaubwürdigkeitsproblemen der Wirtschaft insgesamt sprechen." Gemessen an der Gesamtzahl von Unternehmern und Managern blieben die Verstöße "verschwindend gering", meinte der Arbeitgeberchef. Er hält es für möglich, dass es die Wirtschaft nun schwerer haben wird, mit ihren Forderungen Gehör zu finden. "Mit jedem neu bekannt werdenden Einzelfall von Fehlverhalten sind solche Botschaften schwieriger zu vermitteln."
Der letzte Satz trägt hoffentlich nicht dazu bei, wieder einmal alles unter den Teppich zu kehren:freak:
 
Wenn man alles unter den Tisch kehren wollte, hätte man für die Unterlagen sicher nicht über 4 Millionen gezahlt. Das dürfte eher ein Zeichen sein, daß es die Ermittler diesmal ernst meinen. Kein Wunder bei den Steuerverlusten, um die es geht.
 
Ich möchte derzeit den "guten Willen", aufgrund des Volkszornes, nicht verneinen. Aber in der Vergangenheit ist einiges ausgegangene, wie das Hornberger Schießen. Irgendwo treffen sich dann wieder die gemeinsamen Interessen. Neu ist allerdings und das ist anerkennenswert, daß sich unsere Politgrößen so deutlich dazu positioniert haben.
 
Man sieht nur das, was vor Kameras und Mikrophonen passiert.
Was hinter verschlossenen Türen besprochen wird, wissen wir nicht.

Ich kann nur hoffen, das sie den Worten Taten folgen lassen.
Aber bitte keine halbherzigen, sondern richtige.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dem/der gemeinen Mann/Frau auf der Straße wird ja vorgeworfen, daß es in Deutschland eine permanente Neiddiskussion gibt, im Gegensatz z.B. zu den USA. Dort ist Leistung, verbunden mit immensen Managergehälter angeblich vom Volke anerkannt. Jetzt weiß ich nicht, wie dort mit solchen Praktiken (sh. Zumwinkel, schwarze Kassen u.s.w.) umgegangen wird. Aber mich würde doch mal interessieren, ob die dort auch solche Probleme haben. Ob es dort auch Formel1-Rennfahrer oder Tennisprofis gibt, die ihr Geld im Ausland, wo auch immer, anlegen bzw. ihren Wohnsitz dorthin verlegen.
 
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