Und er kapiert es nicht und wettert schon wieder gegen Netzneutralität.
Das Argument, dass die "bösen" amerikanischen Internetdienste durch Ausnutzung der "ehrlichen Arbeit" deutscher Internetprovider Milliarden verdienen ist so hohl, dass es außer am Stammtisch doch niemanden überzeugen kann.
Google/YouTube, Facebook und Netflix verdienen Milliarden, zahlen aber natürlich auch selber für ihren eigenen Internetzugang.
Der Traffic von YouTube taucht ja nicht plötzlich von Geisterhand im Netz der Telekom auf und verlangt transportiert zu werden, der wird genauso in den USA oder sonstwo von Google ins Internet eingespeist und dafür zahlt Google Geld.
Überall wo die Daten das Netz eines anderen Anbieters betreten fließt Geld, damit dieser Anbieter die Daten überhaupt weiterleitet.
Und wenn kein Geld fließt, dann gibt es ein Abkommen, dass dafür der abliefernde Anbieter auch mal kostenlos Daten des annehmenden Providers transportieren muss.
Google zahlt also bereits.
Und der Nutzer zahlt auch bereits, der zahlt nämlich monatlich 40€ für eine 50Mbit-Leitung.
Und (beinahe) NIEMAND holt sich eine Leitung mit 50Mbit/s oder mehr um mal schnell seine Emails abzurufen.
Gäbe es kein YouTube gäbe es für den Großteil der Nutzer auch gar keinen Anreiz überhaupt eine schnelle Internetverbindung zu kaufen.
Solange sie nicht für jede Minute zahlen müssen wären sie auch mit maximal 6Mbit/s zufrieden.
Beide Seiten zahlen also bereits Geld. Schmarotzer gibt es in diesem System nicht.
Und noch der letzte Punkt, die verdienten Milliarden:
Das geht die Telekom einen Scheißdreck an wie viel Geld Google mit seinem Suchtraffic (und der dort gezeigten Werbung) verdient, denn Internetleitungen haben gefälligst dumme Röhren zu sein, so wie es auch Wasserleitungen und Stromleitungen sind.
Wie sähe es denn aus, wenn man den Wunschtraum der Telekom auf andere Dinge anwenden würde, nämlich Nutzungspreise nach dem Wert der dadurch bei dem Nutzer generiert wird?!
1. Ich schaue mir lustige Comicbildchen im Internet an, ich zahle nur meine normalen Gebühren.
2. Ich stelle einen alten Fernseher bei eBay ein, die Telekom verlangt 3% des Erlöses eBay-Angebotsbildertransfergebühr.
3. Ich bin CEO eines Startups und bekomme von Mark Zuckerberg einen Anruf, dass er mein Startup für 2 Milliarden Dollar kaufen möchte. Mit diesem Telefonanruf habe ich also 2 Milliarden Euro bekommen - die Telekom möchte ihren Anteil.
4. Ich entnehme einen Liter Wasser aus dem Wasserhahn um damit Nudeln zu kochen - das kostet mich Centbruchteile.
5. Der Weihnachtsbaum brennt, ich fülle einen Eimer mit 10 Litern Wasser und lösche damit den Brand - das Wasserwerk verlangt eine Hausabbrandverhinderungspauschale.
6. Ich betreibe mit Strom eine Konsole und einen Fernseher um Spiele zu spielen - das kostet mich 27 Cent pro KW/h.
7. Ich habe mit dem Strom vor anderthalb Jahren Bitcoints gemined - RWE verlangt 30€ pro KW/h als Beteiligung an meinem durch die RWE ermöglichten Gewinn.
Da sind immer irrsinnige bekloppte Beispiele dabei - das Problem ist nur, dass die Telekom etwas fordert, was genau in diese Richtung geht.