Warum kommt die Nazizeit-Debatte wieder hoch?

  • Ersteller Ersteller dagobert50gold
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einige sollten mal etwas weniger in schwarz und weiß denken, denn es gibt noch jede menge graustufen. auch im zweiten weltkrieg waren die deutschen bei weitem nicht die einzigen kriegsverbrecher (wenn auch unstreitbar die schlimmsten). die usa und england haben gezielt flüchtlingsströme bombadiert, wohlwissend dass nur frauen und kinder darunter waren. und zwar nicht einzelne piloten, sondern geplant und koordiniert von der führung.

hiroschima und nagasaki hatten keinerlei militärsiche bedeutung. trotzdem hat man ohne vorwarnung atomboben auf die städte abgeworfen und unzähligen zivilisten großes leid zugefügt.

es gab sowohl franzosen, die sich aktiv an der judendeportation beteiligt haben als auch deutsche, die ihr leben aufs spiel gesetzt haben, um juden das leben zu retten. selbst in den kz gab es unter den jüdischen häftlingen welche, die sich der schlimmsten folter an ihren mithäftlingen schuldig gemacht haben.

nicht die usa sind böse oder haben imperialistische ziele, aber in den usa gibt es durchaus entscheidungsträger, die kriege wollen und sich auch ein amerikanisches imperium wünschen.

in deutschland gibt es nach wie vor nazis und ewig gestrige. aber nicht jeder deutsche ist deshalb automatisch ein nazi.

das kann man mit jedem land machen. es gibt kein gutes oder böses land, besonders kein gutes oder böses volk. es gibt terrorregime, die die bevölkerung unterdrücken (nein die usa gehört nicht dazu). aber auch die sind oft nicht so extrem, wie es uns die medien weis machen wollen. viele grausame dinge über sadam hussein z. b. stammen aus der propagandaabteilung des amerikanischen nachrichten dienstes und waren frei erfunden um stimmung gegen das regime zu machen. nichts des so trotz wurden tatsächlich greueltaten durch das sadam-regime verübt.

wie gesagt: die realität ist nicht schwarz oder weiß, sondern grau
 
Metalhead85 schrieb:
Es ist doch ziemlich geschmacklos, hier anhand der Anzahl der Opfer zu entscheiden, ob ein Genozid stattgefunden hat oder nicht. Was den Genozid so besonders macht, ist die technische Rationalität und das Kalkül, was dahintersteckte und nicht die Anzahl der Toten.
das ist schlichtweg falsch. völkermord ist völkermord. dabei spielt es keine rolle, ob man es wie die nazis mit technokratischer präzision macht oder wie die amerikaner einfach die army losschickt. beide seiten besitzen das kalkül, den schwächeren zu gunsten des eigenen volkes zu verdrängen.
 
Ich finde schon, dass man dass es differnziert werden sollte. Der Umfang der Nazi-Verbrechen ist einmalig. Bei den Kriegen, die zum Beispiel die Amis seit 60 Jahren immer wieder geführt haben, handelte es sich nie von vorne herein um einen gezielten und geplanten Völkermord. Andere Dinge standen (nicht nur in der Propaganda) im Vordergrund und dass was man hier "Völkermord" nennt, war ein Nebeneffekt, den man vorher sicherlich nicht angestrebt hat (wie die Nazis es haben).

Dennoch sollte dass nicht verharmlost werden!
 
Es macht meiner Meinung nach fast keinen Unterschied. Nur das die Ideologie der Nazi nicht allgemein akzeptiert wurde, die Meinung dass der Weiße besser ist jedoch schon. Genauso haben die Amis bzw. die damaligen Kolonisten Lebensraum für sich und das weiße Volk beansprucht. --> Hat Hitler auch gemacht.
 
@the_darkness es stimmt, man kann den USA was die Kriege angeht bestimmt keinen Rassismus vorwerfen, aber sie gehen eben aus wirtschaftlichen Gründen über Leichen und manipulieren die Medien. Das finden die Leute heute einfach barbarisch weil auch vieles ans Tageslicht kommt in Zeiten des Internet. War for Oil gab es doch mal das Bild mit dem Soldaten. Früher musste man den Zeitungen vertrauen, heute gibt es Blogger undwasweissichnochalles. Ich habe auf Arte einen Bericht gesehen dass heute nach Deutschen Standards 30-40% des Irak unbewohnbar sind weil die Gebiete von der radioaktiven Munition verseucht sind. Für Öl? Für "Demokratisierung"? Ich denke den Irakern ging es vorher trotz Saddam besser.

Dann werden auch Kriegsgründe konstruiert und Medienkampangen gestartet für zig Millionen von Dollars um die Bevölkerung auf die Seite zu ziehen und Kriege zu rechtfertigen. Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Nijirah_al-Sabah

Aktuell ist wieder das hier: http://derstandard.at/1277338686902/Wissenschafter-zerpfluecken-Torpedo-These

Man konnte nicht feststellen ob es ein nordkoreanischer Torpedo oder was überhaupt die Ursache für den Untergang des Schiffes war. Die Japaner werden den US-Stützpunkt den sie schliessen wollten jetzt aber doch behalten hmmmm... ;)

Ich will ja hier nicht USA Bashen, die Amis sind genauso wie bei uns halt auch einfach Menschen die nen Job wollen und schönes Leben haben, nicht besser oder schlechter. Aber das Land wird von Geheimdiensten und Waffenlobbyisten beherrscht. Ich glaub Roosevelt hatte schon damals Gewarnt dass eines Tages das Militär in den USA zu viel zu sagen hat da die Wirtschaft extrem davon abhängt. Leider nimmt dieser Lobbyismus in der EU allmählich auch zu hab ich das Gefühl. Es lässt sich halt viel Geld damit verdiene wenn man bereit ist über Leichen zu gehen.
 
@Lübke: Ich stimme dir größtenteils zu, habe ja auch nie etwas Gegenteiliges behauptet, oder?

Aber was hat das mit der Aussage von mir zutun, dass man den 2WK weiterhin thematisieren sollte? Weil eben vieles in Vergessenheit gerät und dadurch die eh schon bestehende Gefahr der Wiederholung nochmals um einiges verschärft wird?
Letztlich hast du ja sogar die Begründung dafür geliefert: Keiner ist unschuldig (wobei wie gesagtd ie Nazis doch nochmal ein anderes Kaliber waren) und viele tun schlicht nichts wenn ihre Politiker oder führende Teile der Bevölkerung geisteskranken Schrott machen?

Wo waren denn die sich erhebenden Massen gegen Bush? Stattdessen wird der mann ein zweites Mal gewählt. Wo ist das Kriegsverbrechertribunal in DenHaag, welches diesen Mann anzeigt? ;)
Diejenigen die etwas aus dem 2WK gelernt haben, sterben langsam weg. Und das ist ein Problem.
 
Zuletzt bearbeitet:
naja, während seiner zweiten amtsperiode kamen ja langsam aber sicher die demos gegen bush in den großstädten zustande und ihm kam einiges an öffentlichem gegenwind entgegen.
viel lustiger finde ich hingegen, das obama den wahlkampf gewonnen hat mit den worten er wolle dinge verändern - aber sich effektiv nicht wirklich was geändert hat abgesehen vom erscheinungsbild und das der typ mehr charisma ausstrahlt. aber gerade das finde ich gefährlicher als bush es je sein könnte.
 
Lübke schrieb:
die usa und england haben gezielt flüchtlingsströme bombadiert, wohlwissend dass nur frauen und kinder darunter waren.
Sicher, da waren nie Soldaten dabei. Oder Fahrzeuge, die hätten vom Militär genutzt werden können. => militärisches Ziel

Lübke schrieb:
und zwar nicht einzelne piloten, sondern geplant und koordiniert von der führung.
Klar, die Flüchtlinge haben extra gewartet, bis die Flugzeuge von England rübergeflogen kamen. :rolleyes:
Einen Angriff auf eine Stadt kann man ja noch von der Führung her koordinieren, aber die Trecks am Boden fallen unter sog. "Targets of Opportunity". Nachdem die Krauts im Himmel nichts mehr entgegenzusetzen hatten, bekamen gelangweilte Piloten die Erlaubnis alles was sich am Boden bewegt mit MGs & Raketen zu beharken oder mit Bomben zu belegen.
Lübke schrieb:
hiroschima und nagasaki hatten keinerlei militärsiche bedeutung.
Garnisonen in der Stadt + Industrie => militärisches Ziel
 
......viel lustiger finde ich hingegen, das obama den wahlkampf gewonnen hat mit den worten er wolle dinge verändern - aber sich effektiv nicht wirklich was geändert hat abgesehen vom erscheinungsbild und das der typ mehr charisma ausstrahlt. aber gerade das finde ich gefährlicher als bush es je sein könnte.........

Ja und er versucht es doch zumindest, das wird immer aus geblendet. Ich weis nicht wo ihr lebt aber so schnell geht das doch nicht in Demokratien, er muss erst mal Mehrheiten für seine Themen bekommen, das ist aber nicht so einfach, da im Senat die Republikaner die Mehrheit haben, und seine Vorschläge abgeblockt werden. Das Gleiche passiert doch auch bei uns, Bundestag - Bundesrat, was meinste warum in es in NRW diese Minderheiten Regierung gibt, nicht weil es das Beste für NRW ist, es ist auch nicht der Wunsch der Wähler das wäre eine Schwarz Rote Regierung gewesen, es Ging in diesem Fall nur darum das der Dicke (Gabriel) im Bundesrat die Mehrheit bekommt um dort eine Blockade Politik zumachen. Das ist dann aber auch nicht im Sinne des Volkes, weil es Stillstand bedeutet, es sind nur Parteipolitische Grabenkämpfe die uns nichts bringen.


Diese WWKII sachen muss man aber auch aus einer anderen Sicht sehen, zu dem Zeitpunkt gab es eine ganz andere Moral- und Werte- Vorstellungen in der Welt, die Teilweise noch durch Imperiale Weltanschauungen geprägt waren.

So wie wir hier Heute Denken, kam erst später nach den Erfahrungen des WWKII und anderen Gesellschaftlichen Entwicklungen (Hippi- 68er Bewegung) auch der Vietnam Krieg hat die Betrachtungsweise geändert.
 
CHAOSMAYHEMSOAP schrieb:
Garnisonen in der Stadt + Industrie => militärisches Ziel

Die militärische Notwendigkeit wird, nach dem was mir bekannt ist, stark angezweifelt. Japan war fast platt zu diesem Zeitpunkt. Die Gründe für den Abwurf der A-Bomben waren wohl folgende:

a) Test der "Wunderwaffe" am lebenden "Objekt"

b) Machtdemonstration gegenüber der damaligen Sowjetunion

Die USA hätten eine Atombombe auch über unbewohntes Gebiet abwerfen können. Danach hätte Japan sehr schnell -bedingungslos- kapituliert.
 
In vino veritas schrieb:
Die militärische Notwendigkeit wird, nach dem was mir bekannt ist, stark angezweifelt. Japan war fast platt zu diesem Zeitpunkt.
Na und? Auf den Pazifikinseln waren sie auch platt, zahlenmäßig unterlegen und abgeschnitten von der Versorgung. Trotzdem haben sie bis zum Tod gekämpft.
In vino veritas schrieb:
Die Gründe für den Abwurf der A-Bomben waren wohl folgende:
Der wichtigste Grund war, daß man die Bombe hatte und man der Bevölkerung nicht hätte vermitteln können, wieso man sie nicht einsetzt und stattdessen eine verlustreiche Invasion durchführt.

In vino veritas schrieb:
Danach hätte Japan sehr schnell -bedingungslos- kapituliert.
Sicher, darum haben sie ja auch erst Nagasaki abgewartet bevor sie kapitulierten.

Offensichtlich wollten sie beide Bombentypen (Hiroshima = Uranbombe und z.T. ein Blindgänger / Nagasaki = Plutoniumbombe) live erleben. :rolleyes:
 
Und immer wieder die gleiche Masche. Immer wenn das Thema Nazizeit angesprochen wird enden solche Threads mit Amerika und die Atombombe, oder Stalin und seine 60000 Mio Tote.

Entweder ist es immer ein Ablenkungsmanöver irgendwelcher Nazis oder die einfache Verdrängung einiger Deutscher und ihrer Geschichte.

Egal welche Genozide in der Menscheitsgeschichte begangen wurden, es ist keins mit dem der Nazis vergleichbar, zu keiner Zeit.
 
CHAOSMAYHEMSOAP schrieb:
Na und? Auf den Pazifikinseln waren sie auch platt, zahlenmäßig unterlegen und abgeschnitten von der Versorgung. Trotzdem haben sie bis zum Tod gekämpft.
Der Mythos vom unerschrockenen Kamikaze-Piloten, der sich Heldenhaft und voller Stolz für sein Vaterland in den Tod stürzt. (...) Das ist Hollywood.
Tatsächlich war die Japanische Armee (bzw. das was von ihr übrig geblieben ist), vor dem Abwurf der A-Bombe, grösstenteils demoralisiert.
Der wichtigste Grund war, daß man die Bombe hatte und man der Bevölkerung nicht hätte vermitteln können, wieso man sie nicht einsetzt und stattdessen eine verlustreiche Invasion durchführt.
Das mag ein weiterer Grund gewesen sein. Andere bewerten den Abwurf als Racheakt für Pearl Harbor.
Sicher, darum haben sie ja auch erst Nagasaki abgewartet bevor sie kapitulierten.
Die siehst das, warum auch immer, völlig falsch. Die Japaner haben nicht mit dem Einsatz der Atombombe gerechnet. Sie sahen in den Drohungen, seitens der USA, den Versuch der Demoralisierung. Tatsächlich waren die Japaner bereit zu kapitulieren. Allerdings nicht bedingungslos.
CHAOSMAYHEMSOAP schrieb:
Offensichtlich wollten sie beide Bombentypen (Hiroshima = Uranbombe und z.T. ein Blindgänger / Nagasaki = Plutoniumbombe) live erleben. :rolleyes:
Siehe oben.

Mir gefällt das Zitat in deiner Signatur von Orson Welles.
Im Zusammenhang mit dem was Du geschrieben hast, irritiert es mich allerdings ein bisschen.


Sorry für OT
 
In vino veritas schrieb:
Tatsächlich war die Japanische Armee (bzw. das was von ihr übrig geblieben ist), vor dem Abwurf der A-Bombe, grösstenteils demoralisiert.
Tja, das ist der linke Gutmenschenquatsch. Tatsache ist, daß die Japaner auf jeder noch so kleinen Insel erbitterten Widerstand geleistet haben. Zuletzt noch in Okinawa als die B-29 schon regelmäßig japanische Städte in Schutt und Asche legten (war übrigens bei den Deutschen auch nicht anders).
In vino veritas schrieb:
Die Japaner haben nicht mit dem Einsatz der Atombombe gerechnet.
Man hat ihnen völlige Vernichtung angedroht und die Wirkung der normalen Bombenangriffe war bekannt.
=> die Amis haben eine neuartige Waffe, die sie bisher nicht eingesetzt haben und die völlige Vernichtung war den Japanern egal
In vino veritas schrieb:
Tatsächlich waren die Japaner bereit zu kapitulieren.
Hat man ja nach Hiroshima gesehen. :rolleyes:
Im Übrigen mußte man Deutschland auch in Schutt und Asche legen, bevor sie kapitulierten.
Atomwaffen hätten das sicherlich beschleunigt und hätten die USA die Bombe schon früher gehabt und die Besetzung des Rheinlandes atomar beantwortet, wäre es gar nicht zum 2. Weltkrieg gekommen. ;)
 
@ Hiroshima & Nagasaki

Ich finde es schon bedenklich wie hier über komplexe historische Themen diskutiert wird...
Da ist eine Mischung aus eigener Meinung und Wikipedia doch sehr bedenklich.

Was folgt daraus für die Frage nach der ethischen und juristischen Rechtfertigung der Atomwaffeneinsätze? Sie muß von vornherein verneinen, wer die gezielte Tötung Unschuldiger grundsätzlich für verboten hält, die gezielte Tötung Unschuldiger dann für verboten hält, wenn sie lediglich der Verkürzung eines de facto bereits entschiedenen Krieges dient oder den Einsatz atomarer Waffen grundsätzlich für verboten hält, weil er die Bedingungen der Existenz menschlicher Zivilisation und damit auch des Moralprinzips selber gefährdet. Jeder andere Moralphilosoph und Völkerrechtler müßte fragen, ob die Bombenabwürfe geeignet, erforderlich und alles in allem verhältnismäßig waren, den Krieg sofort zu beenden und eine wesentlich größere Zahl anderer Menschen, insbesondere kämpfender Soldaten, vor dem Tod zu bewahren.

Quelle: http://www.jf-archiv.de/online-arch...31072753.htm&STR1=hiroshima&STR2=&STR3=&STR4=

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...aber das geht hier nun doch schon ein bisschen vorbei am eigentlichen Thema oder ?
 
@Killiecrankie

Leider ist die Menschheit immer in der Lage selbst Greultaten wie den Holocaust der Nationalsozialisten in den Schatten zu stellen, wie der Völkermord der Hutu an den Tutsi 1994 im April in Ruanda gezeigt hat.

Im Gegensatz zum Völkermord im Sudan oder dem Holocaust in Deutschland fand der Völkermord hier in aller Öffentlichkeit in den Städten und Dörfern statt. Hier wurde die Bevölkerung über Fernsehn und Radio aufgefordet aktiv am Massaker teilzunehmen, die Schlangen und Kakerlaken (Tutsi) am hellichten Tag in aller Öffentlichkeit zu erschlagen.

Im Gegensatz zum Völkermord in Sudan oder den deutschen Konzetrationslagern flehten die Opfer, die Tutsi, ihre Mörder an, ihre Kinder doch bitte zu erschießen - um ihnen die Zerstückelung mit stumpfen Macheten zu ersparen.

Die Mehrzahl der über 800 000 Leichen lagen dann während des 100 tägigen Massakers für jeden sichtbar überalll offen auf den Straßen und Plätzen im ganzen Land verstreut, wo sie, so sie nicht von Hunden und Ratten gefressen wurden, langsam verwesten.


Die Welt hat davon gewußt, die Welt hat weggeschaut.


Belgien als ehemalige Kolonialmacht Ruandas zog als erstes seine UN Truppen ab, Frankreich gab seine Unterstützung der Hutus nur zögerlich auf und als dann endlich die internationale Hilfsgemeinschaft Truppen entsenden wollte, verhinderten die USA mit ihrem Veto die Beendigung des Völkermords.

Die Hutu sahen dies als Freifahrtschein das Massaker in aller Öffentlichkeit fortzusetzen.

Als die internationale Gemeinschaft sich endlich gegen die USA durchgesetzt hatte waren bereits über 75% der Tutsi in nur 100 Tagen abgeschlachtet worden - über achtzig Prozent mit Macheten, Knüppeln und Lanzen zu Tode gequält.

http://www.youtube.com/watch?v=oLLlU7dZQNo

In 'The Rwandan Girl that refused to die' (Das ruandische Mädchen das sich weigerte zu sterben) bekommt man eine Ahnung von den Greultaten. Valentina, eine 13jährige Tutsi beschreibt die Ermordung ihrer Mutter, ihres Vaters und Bruders wie sie verstümmelt mit einer kleinen Gruppe Verletzter 43 Tage versteckt zwischen hunderten verwesenden Toten in der Kirche von Nyarubuye überlebt hat. (in dem zweiten Link beschreibt Valentia persönlich ihre Leidensgeschichte in aller Deutlichkeit - falls jemand eine Übersetzung ins Deutsche haben möchte schcke ich sie euch gerne als PM)

http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/shows/rwanda/reports/refuse.html
http://www.survivors-fund.org.uk/assets/docs/testimonies/valentina-izibagiza.pdf



Es gibt auch zahllose gute deutsche Dokumentationen zu Ruanda, wie z.B. die Doku: Zur Schuld Verdammt - das Massaker von Ruanda. Eine ernüchternde Bilanz über das Versagen der internationlen Gemeinschaft.


Ja, die Menschheit lernt nichts aus ihrer Geschichte. Es wird wohl immer Völkermorde geben.

Gerade mit diesem Wissen sollten wir immer dem Rassismus bereits in seinen Ansätzen entgegentreten.

Wohin es führt wenn die ganze Welt einfach wegschaut hat Ruanda zur Genüge bewiesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@maksim

Ich hab mir auf vielen Dokus dieses Massaker angeschaut. In der Tat eines der grauenhaftesten der Nachkriegsgeschichte.

Dennoch darfst du eins nicht vergessen: Deutschland war schon 1933 im Bereich Kultur, Industrie und vielen anderen Ebenen dem heutigen Ruanda weit überlegen. Deutschland war damals, neben den USA und UK, das fortschrittlichste Land der Welt. Ich will damit nicht sagen das in Ruanda nur "Buschneger" aufeinander losgegangen sind, aber die Köpfe des Holocaust und deren Helfer waren alles andere als zurückgeblieben.

Mir ist zumindest nicht bekannt das es solch eine industrielle Vernichtung von Menschen in der Menschheitsgeschichte vorgekommen ist.

Hinzu kommt ja nicht nur der Holocaust, sondern auch der Versuch Europa/Welt zu erorbern, die Versklavung der Slawen, Vernichtung von Zigeuner, Homosexullen und Behinderten etc...

Im Vergleich zu Hitlers Plan sind solche Massaker wie in Ruanda, Bosnien oder an den Indianern nur "Peanuts". (Obwohl ich diese nicht verharmlosen möchte!).
 
@Helios co.: das war nicht gezielt an dich gerichtet, sondern sollte nur aufzeigen, dass es eben nicht nur schwarz und weiß gibt, wie es sich in einigen posts hier so liest.

@CHAOSMAYHEMSOAP: die gezielte bombadierung der flüchtlingsströme zur schwächung der moral in der deutschen bevölkerung wurde von den beteiligten längst zugegeben. ich hab im fernsehn eine sehr interessante sendung darüber gesehen, in der auch bomberpiloten von damals interviewt wurden. die wussten ganz genau, welches ziel ihre einsätze hatten und manche von ihnen hatten wirkliche gewissensprobleme mit der gezielten massenermordung von zivilisten. sowas damit zu entschuldigen, dass vllt n paar soldaten unter den hunderttausenden flüchtlingen weit abseits der front gewesen sein sollen, ist doch ziemlich ignorant.

und auch die angeblich melitärischen ziele in hiroschima und nagasaki sind nicht mehr als eine klägliche ausrede. japan verfügte zu dem zeitpunkt über keine nennenswerte luftabwehr mehr. die atombomber konnten alleine und ohne geleitschutz bis zu ihrem ziel durchfliegen. eine gezielte zerstörung dieser angeblichen militärischen ziele wären vollkommen unproblematisch gewesen. die behauptung, die atombomben seien gegen militärische ziele gerichtet gewesen, ist also wohl kaum haltbar.

was an deiner aussage stimmt: die ermordung und verstrahlung von millionen zivilisten hat sicherlich tausenden amerikanischer soldaten das leben gerettet durch die vorzeitige kapitulation. dass japan dadurch kapitulieren würde, war aber auch alles andere als sicher. deutschland hat schließlich nach der vernichtung der meisten deutschen städte (übrigends auch ziviele zielen, keine militärischen! gegen ende des krieges war die rüstungsindustrie weitestgehend untertage verlagert worden um sie vor bomben zu schützen) auch nicht kapituliert. dass ausgerechnet die stolzen japaner schon durch die vernichtug von zwei städten kapitulieren würden war also reine spekulation. man hat also unzähligen menschen unsägliches leid zugefügt, nur auf verdacht.

wer behauptet, dass nur eine seite sich kriegsverbrechen schuldig gemacht hat, wärend die andere seite einen "sauberen krieg" geführt hat, der hat entweder keine ahnung oder verschließt die augen vor der realität. über die unmenschlichen grausamen verbrechen der nazis darf man andere verbrechen auch nicht schönreden.
 
Lübke schrieb:
die gezielte bombadierung der flüchtlingsströme
War damals kaum möglich, denn es gab keine Totalüberwachung aus der Luft so wie heutzutage. Wenn ein Jagdpilot einen Treck am Boden sah ist er halt runtergegangen und hat ihn mit seinen MGs beharkt.



Aber die Bomber aus England waren dazu kaum in der Lage, da sie
  1. zu langsam waren (bis sie am Ziel angekommen wären, wäre der Treck schon ganz wo anders gewesen)
  2. zu hoch flogen, um solche Ziele effektiv bekämpfen zu können
Um solche Ziele zu bekämpfen setzt man auch heutzutage auf Schlachtflugzeuge, Jagdbomber oder Hubschrauber. Erst mit dem WCDM und der SFW können auch Bomber solche beweglichen Ziele effektiv bekämpfen.
Lübke schrieb:
eine gezielte zerstörung dieser angeblichen militärischen ziele wären vollkommen unproblematisch gewesen.
und hätte vielleicht noch mehr Tote gefordert. :rolleyes:
Jedenfalls brauchte die USAF keine Atombomben um in einer Nacht 120.000 Menschen in Tokio zu killen.
Lübke schrieb:
dass japan dadurch kapitulieren würde, war aber auch alles andere als sicher.
Die Chancen standen recht gut. Notfalls hätten die USA einfach noch mehr Bomben produziert und abgeworfen.
Lübke schrieb:
deutschland hat schließlich nach der vernichtung der meisten deutschen städte auch nicht kapituliert.
Tja, da haben die Allierten eben nicht hart genug gebombt. Oder die falsche Nutzlast abgeworfen. :rolleyes:
Lübke schrieb:
... war also reine spekulation.
Das glaube ich nicht.
Lübke schrieb:
über die unmenschlichen grausamen verbrechen der nazis darf man andere verbrechen auch nicht schönreden.
Für mich sind die Bombardierungen der Allierten kein Verbrechen, sondern ein notwendiges Übel um den Abschaum zu beseitigen.

Merke: Manchmal muß die Demokratie & Zivilisation eben herbeigebombt werden. ;)
 
War damals kaum möglich, denn es gab keine Totalüberwachung aus der Luft so wie heutzutage.
es war nicht nur möglich, es wurde auch gemacht. nur zur info, die flüchtlinge waren nicht im ferrari unterwegs sondern zu fuss mit bollerwagen und kindern. sie hatten ein bestimmtes ziel und waren in gruppen von hunderttausenden unterwegs. ein zweitklässler kann dir ausrechnen, wie viele kilometer der flüchtlingsstrom bei 3 km/h in einem tag zurücklegt. was glaubst du wohl, wie präziese da die royal airforce war?

und hätte vielleicht noch mehr Tote gefordert.
wie bitte kann die gezielte bombadierung eines gebäudes mehr menschen töten als eine atombombe auf ein stadtzentrum? das musst du mir mal genauer erklären :freak:
seltsamer weise war es vor hiroschima möglich, sogar gut bewachte staudämme gezielt zu zerstören...

Die Chancen standen recht gut. Notfalls hätten die USA einfach noch mehr Bomben produziert und abgeworfen.
...und nochmehr zivilisten ermordet. zum glück konnten sie das nicht, da sie zu dem zeitpunkt noch nicht in der lage waren, waffenfähiges uran herzustellen.
kleiner exkurs: das material für die beiden atombomben haben die amerikaner von einem deutschen uboot erbeutet, dass die bomben nach japan schaffen sollte, da deutschland nicht mehr in der lage war eigene bomber einzusätzen, denn die lufthoheit gehörte da schon den alliierten. wärend des transportes nach japan hat deutschland dann kapituliert und der uboot-kommandant hat sich den amerikanern ergeben.

hätte der krieg gegen deutschland länger gedauert, hätten die höchstwahrscheinlich die bomben gegen alliierte städte eingesetzt. dann hättest du es vllt als kriegsverbrechen anerkannt...

Tja, da haben die Allierten eben nicht hart genug gebombt. Oder die falsche Nutzlast abgeworfen.
also deine lösung wäre gewesen noch mehr unschuldige zu ermorden? na dann prost mahlzeit...

Für mich sind die Bombardierungen der Allierten kein Verbrechen, sondern ein notwendiges Übel um den Abschaum zu beseitigen.
sind deine großmütter und eltern abschaum? meine sind es nicht!
und die notwendigkeit ist mehr als fraglich, weil es im ergebnis 0 gebracht hat. die deutschen haben bis zum bitteren ende gekämpft trotz oder gerade aufgrund der enormen zivilen opfer durch den bombenterror.

völkermord ist und bleibt ein verbrechen, auch wenn die anführer des volkes verbrecher sind!
oder bist du der meinung, dass zur amtszeit von george bush der massenmord an amerikanern gerechtfertigt gewesen wäre? oder die massenermordungen von iranischen frauen und kindern? oder von nordkoreanischen frauen und kindern? nur um die moral zu schwächen und einen größenwahnsinnigen anführer, der sich einen dreck um sein volk schert vieleicht ein bisschen damit zu pisaken?

aber bitte, wenn du meinst, massenvernichtungswaffen gegen zivilisten seien in ordnung, so ist das deine meinung. ich kann dir nur meinen standpunkt aufzeigen. ob du schwarz/weiß denkst oder auch die graustufen erkennst, liegt an dir.
 
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