Warum sind boxed Kühler verpönt?

EL-Xatrix schrieb:
kleine cpu nur für bissel internetsurfen und emails checken, brauch keinen dicken kühler, da tuts der boxed.

Das täte er, wenn die Lüfterregelung bei den neueren Ryzen nicht so schlecht wäre. Es gibt schlicht keinen Spielraum zwischen "bei jeder kleinsten Last aufdrehen" und "unnötig hohe Temperaturen und damit Taktverluste zulassen".
 
Bin zwar etwas spät dran, aber ich geb mal auch noch meinen Senf dazu.

Boxed-Kühler reichen in der Regel problemlos für CPUs im Lowend bis in den beginnenden Midrange-Bereich, wenn man keine besonderen Anforderungen oder Ansprüche hat.

Ich persönlich habe mich schon vor Jahren dazu entschieden, bei meinen Eigenbau-PCs der Einfachheit halber nicht auf Wasserkühlungen zu setzen. Um sie dennoch leise zu halten setze ich jedoch auf großvolumige Gehäuse, also entweder groß ausfallende Midi- oder gleich Big-Tower, und eher überdimensionierte Luftkühler.

Wobei ich heute die boxed-Kühler meistens auch gar nicht mehr so schlimm finde. Da gab es früher ganz andere schreckliche Besipiele. Wie den P4 Northwood 3,2 GHz. Dessen boxed-Kühler dreht auf, dass man die Stimme schon anheben muss, um sich mit jemandem zu unterhalten. Den hab ich sogar noch. Wenn ich das Mainboatd offen auf den Tisch lege und den laufen lasse dürfte zu einem Akkuschrauber nicht viel Unterschied in der Lautstärke sein. Und ich denke halt von solchen Konstruktionen stammt auch noch dieser schlechte Ruf.
 
JMP $FCE2 schrieb:
Das täte er, wenn die Lüfterregelung bei den neueren Ryzen nicht so schlecht wäre. Es gibt schlicht keinen Spielraum zwischen "bei jeder kleinsten Last aufdrehen" und "unnötig hohe Temperaturen und damit Taktverluste zulassen".

Das ist keine Frage der CPU, sondern des Boards bzw. der UEFI-Settings. I.d.R. kann man neben manueller Steuerung abhängig von der Temperatur auch einstellen, wie "schnell" der Lüfter hochdreht...
 
Das ist auch nur eine Notlösung, die spätestens dann streikt, wenn im Sommer die Umgebung (und damit der Kühler) nicht unter 30-40°C fallen kann. Dann interpretiert eine Regelung nur nach der Kerntemperatur jede kleinste Last als "Notfall", und dreht auf.

Brauchbar wäre nur eine Regelung, die zusätzlich zur Messung der Kerntemperatur aus der Leistungsaufnahme die Temperaturdifferenz zwischen Kern und Kühlkörper abschätzt, oder direkt misst.

Mir ist aber nicht bekannt, dass es so etwas gibt, deshalb hilft nur Kühler-Overkill plus Drehzahlbegrenzung.
 
EL-Xatrix schrieb:
ich bin zu faul da lange an irgendwelchen Lüfterkurven rumzubasteln, mit undervolting die teile eventuell leiser zu bekommen...aber ich mags halt doch lieber leise, daher hab ich auf meinem 5700x3d nen brocken 3 der könnte mehrere dieser cpus kühlen, läuft daher so leise das ich da nix höre
Wobei der ja mit dem Serienlüfter irgendwie so neee sein soll. Die Brocken 1 2 4 haben da einiges besser gemacht.

Ich habe tatsächlich auch nen kleinen Overkill, nen Alpenföhn Olymp auf nem 8700F. Hatte auch mal ne Lüfterkurve hinterlegt, das Ding taktet nur so schnell rauf und runter, so schnell ist die Lüfterkurve gar nicht. Hab jetzt nen Arctic P12 in die Mitte gepackt, der läuft immer mit 1100rpm (Nicht raushörbar) und nur wenn die Temp über 75°C über mehrere sek kommt darf der auch mal Vollgas.
 
Das was @Sound-Fuzzy meint ist ein Filter (PT1 oder Anstiegsfunktion ?) auf das PWM-Ausgangssignal an den Lüfter um das kurzzeitige Aufheulen des Lüfters zu unterbinden. Bei ASRock kannst du Werte zwischen 0 und 10 Sekunden für beide Richtungen auswählen -> StepUp/ StepDown.
Springt die Temperatur von 30 -> 70°C rampt der Lüfter langsam auf seinen Zielwert bei 70°C hoch. Ggf. wird der Zielwert gar nicht erreicht da die CPU Temperatur in der Zwischenzeit wieder gesunken ist.

Am besten selbst ausprobieren und mit HWInfos die Drehzahlkurve im Temperatursprung vergleichen. :)
 

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Micha_80 schrieb:
Das was @Sound-Fuzzy meint ist ein Filter (PT1 oder Anstiegsfunktion ?) auf das PWM-Ausgangssignal an den Lüfter um das kurzzeitige Aufheulen des Lüfters zu unterbinden.

Das ist reine Kosmetik, das eigentliche Problem wird dadurch nicht gelöst.

70°C Kerntemperatur kann entweder bedeuten "hohe Last und kalter Kühler" oder "niedrige Last und heißer Kühler", und ohne Zusatzinformationen kann das Board die beiden Fälle (und Zwischenstufen) nicht unterscheiden.

Durch Schönfärberei riskiert man nur, den kritischen zweiten Fall nicht zu erkennen, und bei plötzlicher Vollast läuft die CPU dann kräftig in die Drosselung, bis die Regelung reagiert, und der Kühlkörper unkritische Temperaturen erreicht hat.

Sollte der CPU nicht schaden, weil sie sich durch Taktdrosselung selbst schützt, ist aber trotzdem Pfusch.
 
JMP $FCE2 schrieb:
Das ist reine Kosmetik, das eigentliche Problem wird dadurch nicht gelöst.

70°C Kerntemperatur kann entweder bedeuten "hohe Last und kalter Kühler" oder "niedrige Last und heißer Kühler", und ohne Zusatzinformationen kann das Board die beiden Fälle (und Zwischenstufen) nicht unterscheiden.

Nein, dem Board ist die Kühler-Temp völlig egal (die kann es auch nicht messen), es reagiert nur auf die CPU-Temp. Und durch einen moderaten Anstieg der Drehzahl wird weder die CPU zu heiß noch das Drehzahlniveau zu schnell hoch. Selbst wenn der Lüfter immer voll drehen würde, ändert das nichts an Temp-Spitzen im Kern, weil die Wärme im Kern noch eine Weile braucht, bis sie auf den Heatspreader und dann auf den Kühler übertragen wird! ;)
 
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Sound-Fuzzy schrieb:
Nein, dem Board ist die Kühler-Temp völlig egal (die kann es auch nicht messen), es reagiert nur auf die CPU-Temp.

Wo habe ich etwas anderes behauptet ? Dem Board fehlt die Zusatzinformation "Kühlertemperatur", und die Leistungsaufnahme der CPU wird m.W. nicht ausgewertet, um die Kühlertemperatur aus der Kerntemperatur abschätzen zu können.

Damit ist die ganze Regelung Murks, weil sie die beiden genannten Situationen nicht auseinanderhalten kann. Das heißt: bei einem knapp dimensionierten Kühler kann man einstellen, was man will, es ist entweder unnötig laut, oder man riskiert kurzzeitiges Throttling. Glattbügeln der Drehzahländerung mit Filtern ändert daran rein gar nichts.

Die einfachste Notlösung dagegen ist Kühler-Overkill. Wenn der Kühler bei einer praktisch unhörbaren Lüfterdrehzahl schon so gut kühlt, wie der Boxed auf Vollgas, und man diese als Mindestdrehzahl einstellt, dann kann der Problemfall gar nicht auftreten:

https://www.computerbase.de/forum/t...rhaupt-empfohlen.2016973/page-2#post-25527733

Wenn man der Regelung nur Drehzahlen zwischen 470 und 800 U/min erlaubt, dann kann sie keinen Schaden anrichten, wenn sie sich verschätzt.
 
qiller schrieb:
.Edit: Nur mal so als Vergleich. In einem der Rechner hier läuft seit 2013 ein Thermalright Silver-Arrow, der einen i7-4770K kühlt. Die Lüfter laufen noch wie am ersten Tag ohne Störgeräusche.
Mein intel i5-4570 dürfte auch seit 2013 mit dem boxed Kühler laufen. Der hat den Kupferkern. (Habe die Kühlpaste neulich erstmals gewechselt.)

OT: Habe den Thermalright King heute erhalten. Die Kontaktfläche ist nicht plan. Zwei Heatpipes stehen ab. Würde den nicht empfehlen. (Geht Retour). Wollte nach dem Support-Aus für Win10 auf AM4/5 wechseln. Hatte den King bestellt, da er neben AM4/5 auch auf den 1150-Sockel passt. Leider ist die Kontaktfläche Mist und somit der gesamte Kühler unbrauchbar.
 
JMP $FCE2 schrieb:
Die einfachste Notlösung dagegen ist Kühler-Overkill.

Eben nicht, denn scheinbar hast Du einen entscheidenden Punkt nicht verstanden: Eine sprungartige Erhöhung von Takt und Spannung bringt selbt mit dem besten Kühler erstmal einen deutlichen Temp-Anstieg, weil der Heatspreader noch gar nicht richtig warm ist und somit der Kühler auch keine Wärme abführen kann!
Ziel des Kühlers ist es lediglich, die CPU unter Dauerlast in einem erträglichen Temp-Limit zu halten, aber er ist machtlos gegen plötzliche Spannungssprünge. ;)
 
Sound-Fuzzy schrieb:
Ziel des Kühlers ist es lediglich, die CPU unter Dauerlast in einem erträglichen Temp-Limit zu halten, aber er ist machtlos gegen plötzliche Spannungssprünge.
Du verwechselst hier Kühlkörper und Lüfter! Eine hohe Kühlermasse sorgt dafür, dass plötzliche Leistungssprünge erst einmal abgefangen werden können, ohne dass ein Lüfter sofort anspringen muss, da hat @JMP $FCE2 völlig recht.

Natürlich muss die Wärme alle Stufen durchlaufen, vom Kern zum Die, zum Heatspreader und zum Kühler, aber hast du dir mal angeschaut wie schnell das heutzutage passiert, sobald ein Task viel Rechenleistung benötigt? Das bewegt sich im Sekundenbereich und schon liegt die CPU Package Temperatur bei 90°.

Mit einem kleinen Kühler musst du hier schneller reagieren, es fehlen die Heatpipes und es fehlt schlichtweg Masse, um die Wärme von der CPU erst einmal abzuführen. Entweder lässt du den Lüfter also instant anlaufen, was viele vom Geräuschpegel stört oder du lässt die CPU erst einmal throttlen und fährst die Lüfterdrehzahl nach einer bestimmten Verzögerung hoch.

Ein großer Kühler hat hingegen viel Puffer, die Heatpipes verteilen die Wärme erst einmal auf die Kühlfinnen und du kannst je nach CPU locker den Lüfter erst nach 5-10 Sekunden anlaufen lassen. Bei Programmen oder Spielen die über eine längere Zeit viel CPU Rechenzeit benötigen macht es keinen großen Unterschied, wenn du aber zwischenzeitlich immer mal Tasks hast die im Hintergrund laufen, braucht der Lüfter bei einem großen Kühler gar nicht erst anlaufen.

Deine Aussage stimmt deshalb nicht, für die Dauerlast ist der Lüfter zuständig, der Kühler/Kühlkörper für kurzfristige Lasten.
 
KnolleJupp schrieb:
Gegen Boxed-Kühler spricht eigentlich kaum etwas.

In aller Regel die Lautstärke. Ganz egal wie "gut" die sind, sie sehen trotzdem kein Land gegen brauchbare Aftermarket-Kühler. Es wird halt gespart wo man kann mit den Dingern.

Nicht zu vergessen, dass ab bestimmten Preisklassen gar kein Kühler mehr dabei ist.
 
@crt Hab früher ebenfalls mit dem i5-4570 gedaddelt, und einen Dark Rock Pro 4 als Kühler verwendet, anstatt des Intel-Kühlers. Der Grund war einfach nur die Optik, nix weiter.
 
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xexex schrieb:
Du verwechselst hier Kühlkörper und Lüfter! Eine hohe Kühlermasse sorgt dafür, dass plötzliche Leistungssprünge erst einmal abgefangen werden können, ohne dass ein Lüfter sofort anspringen muss,
...
Deine Aussage stimmt deshalb nicht, für die Dauerlast ist der Lüfter zuständig, der Kühler/Kühlkörper für kurzfristige Lasten.

Das kommt darauf an, was man unter "kurzfristig" versteht!
Glaub mir, ich habe das (berufsbedingt) schon bei tausenden Kombinationen von CPU und Kühler beobachtet. Den direkten Anstieg im Kern kann auch der fetteste Kühler nicht verhindern! Und ich rede da nicht von einem Zeitraum von Sekunden, denn erst dann können große Kühler ihre Vorteile ausspielen... ;)

Natürlich kann ein großer Kühlkörper den längerfristigen Anstieg besser abfedern, aber es ging hier um die Aussage von JMP $FCE2, dass ein kleiner Kühler auf Ryzen-CPU´s zwingend sofort und schnell aufdreht, und diese Aussage ist leider absoluter Quatsch. Das lässt sich regeln! :D
 
Mein Kumpel hatte für seinen 2700X damals den Wraith Prism Boxed Cooler bekommen.
Und das ist ja eines der besten Boxed Kühler aller Zeiten. Die CPU war aber auch kein Kostverächter.
Das ganze in einem gedämmten Minitower.

Wir hatten ihn dann so eingestellt, dass er bei um die 90 Grad Vollgas gibt und bis knapp 80 Grad angenehm bleibt. Das war auch ganz in Ordnung, nur hatte er in ARK beim Gamen eben um die 83-85 Grad und das war echt nicht mehr angenehm was die Lautstärke angeht, dass er das gekühlt bekommen hat. Von echter Vollast müssen wir gar nicht erst sprechen.

Dann hab ich ihm den silbernen Arctic Freezer 34 für um die 22-24€ gekauft und dazu noch einen zweiten P12er Lüfter für 5-6 € da ja zwei Sätze Klammern dabei waren. Und man hatte damit im Prinzip so was Ähnliches wie einen Freezer 34 eSports DUO für keine 30€ mit etwas weniger max Drehzahl.

Das war um viele, viele Klassen leiser und unter allen Umständen und mindestens 10-15 Grad kühler.
Am Ende warens im Game keine 70 Grad und statt 2500 RPM kaum 1000 RPM.
Und statt Brüllwürfel so gut wie nicht zu hören selbst im Game.
Auf dem Desktop komplett lautlos.

Und wenn ich mir anschaue, dass heute ein Freezer 36 noch deutlich stärker ist als der 34er damals und
neu mit zwei Lüftern kaum mehr als 20€ kostet, lohnt sich so ein Boxed Kühler einfach so gut wie gar nie.

Der günstige Freezer ist schlicht in einer ganz, ganz anderen Liga von Kühler zu Hause als die Boxed.
 
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modena.ch schrieb:
Und das ist ja eines der besten Boxed Kühler aller Zeiten.
Es gab wohl mal ne Zeit lang für Intel HEDT CPU recht gute "boxed" Kühler. Das waren dann wohl richtige Dual-Tower-Kühler. Hab aber nie einen besessen/gesehen. Und ich habe selber einen Wrath Prism auf einem Ryzen 7 3700X laufen. Auf so einer 65W TDP CPU macht der seinen Job ganz gut, richtig eingestellt ist er auch halbwegs erträglich.
 
qiller schrieb:
. Und ich habe selber einen Wrath Prism auf einem Ryzen 7 3700X laufen. Auf so einer 65W TDP CPU macht der seinen Job ganz gut, richtig eingestellt ist er auch halbwegs erträglich.

Mein Kumpel hat auch den 3700X mit dem Wraith Prism im Einsatz, das geht wirklich recht gut.
Bei einem 2700X und dessen deutlich höherer TDP sieht das anders aus.
Aber auch beim 3700X, wir hatten vom Vorgängersystem auf AM3 noch einen Freezer 33 übrig.
Der war schnell mal 5-10 Grad kühler und einfach massiv leiser.

Daher boxed nehm ich nicht mehr, man bekommt ja so günstige Towercooler die ziemlich leistungsfähig sind heute fast nachgeschmissen.
 
crt schrieb:
, aber ein Luftkühler ist ja nie lautlos.
Doch, mein Thermaltake Phantom Spirit ist in der Tat lautlos, da er nur einen 9700X kühlen muss. Aber denke auch bei einem 9900X würde er nicht störend laut werden. Ein boxed Lüfter wäre in beiden Fällen laut wie ein Flugzeug und dabei noch 10 mal schlechter von der Leistung.
 
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