Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Jo, sorry. Hab bei dem Wort freien die Gänsefüßchen vergessen. Mir ging es da letztlich um die nahezu "freie" Preisgestaltung. Wie war es denn damals mit der Einführung beim Euro? Plötzlich hat das Brot nicht mehr 2 Mark, sondern 2 Euro gekostet. Zwar nicht gleich am nächsten Tag. Aber wirklich lange hat es nicht gedauert. Und keine Sau hat es interessiert.

Die Wirtschaft wird sich das nicht entgehen lassen, wenn plötzlich alle, dank BGE, den beispielhaften Tausender mehr in der Tasche haben. Irgendwas wird denen schon einfallen, um das zu rechtfertigen. Und erwähne bitte nicht die Mietpreisbremse ;). Denn wirklich bremsen tut sie nicht. Sie entschleunigt das Ganze nur etwas.
 
Die Inflation seit Einführung des Euros ist weniger geworden als vorher. Also die Teuerung ist wohl kaum auf den Euro zurückzuführen. Was stimmt ist das z.B. Lebensmittel stärker im Preis gestiegen sind und Elektronik weniger stark bzw. sogar günstiger wurde - die Inflation berücksichtigt ja beides.

Mit dem Euro hat das aber nicht direkt etwas zu tun, das wäre auch mit der DM passiert.
 
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Hallo

hallo7 schrieb:
Was stimmt ist das z.B. Lebensmittel stärker im Preis gestiegen sind
Trotzdem sind Lebensmittel in Deutschland sehr günstig, fahr mal in südliche EU Länder, die verdienen erheblich weniger und die Lebensmittel sind deutlich teurer.
Die Menschen in Deutschland sind nur zu bequem/faul zum zubereiten und kochen geworden, die meisten ernähren sich von teuren Fertigprodukten/Fertiggerichten/Fastfood.
Schau mal in die Einkaufswagen, da sind Smoothies/100g geschnittener Salat mit 2 Scheiben Tomaten und einem Klecks Dressing/Fertig Pfannkuchen/5 geschnittene Apfelscheiben in Cellophan.
Wer nicht selber schnippeln und kochen und damit sparen will, der muss die Industrie halt für diese Arbeit bezahlen, viele Menschen schieben etwas in die Mikrowelle und sagen ich habe gekocht.
Wir betteln doch danach von der Lebensmittelindustrie ausgenommen zu werden, viele sehen auf dem 55" TV den Sterneköchen zu und in der 20.000€ Küche ist das Fertiggericht in der Mikrowelle.
Double choc with coockie von Ben & Jerrys für 6€ pro 500ml kannte meine Oma schon vor 40 Jahren, einfach Schockostücke und Kekse ins Scholkoladeneis fertig.

Grüße Tomi
 
Zuletzt bearbeitet:
Mustis schrieb:
Ach so ohne Staat fliegen dir die gebratenen Tauben in den Mund aufgrund deiner Existenz. Verstehe....



Das ist pseudopsychologischer Unsinn. Es ist normal, weil jede Ressource erst einmal nutzbar gemacht werden muss. Es gibt kein Recht auf Wasser, Essen, Kleidung und Nahrung in der Natur. die muss ich mir beschaffen, ergo Arbeit investieren. Ein Staat, der übrigens immer schon ein Gesellschaftssystem war und noch nie ein Wirtschaftssystem, ändert daran nichts, er ermöglicht es uns nur, auf bestimmte dinge sich zu spezalisieren, wodurch Errungenschaften wie unsere heutige Technik überhaupt erst ermöglicht werden.


Sorry, noch mehr Unsinn! Das sollte für jeden (!) Grundwissen sein, der halbwegs bei Verstand ist und selbstbestimmt durch Leben gehen will. Aber kein Wunder, dass man die Schuld überall nur nicht bei sich sieht, wenn man derartigen Ideen anhängt und lieber sich in Verschwörungstheorien vergeht als in echtem Wissen.

Man kann solche "Brandbriefe" so oft schreiben wie man will, man kann so oft die Gesellschaft mit möglichst vielen negativen Adjektiven verteufeln und höhere Mächte hinter all dem sehen und sich selbst einreden, dass die Fehler überall, nur nicht bei einem selbst liegen, aber dieses pseudointellektuelle Geschwafel wird dadurch nicht richtiger und Arbeit hat und wird immer dem Menschen grundlegend sein, damit er sein überleben sichern kann. ein Gesellschaft, die Arbeit als Notwendigkeit abschafft wird nicht existieren, denn das wäre die unnatürliche, kranke Gesellschaft

Nennst Du das etwa eine sachbezogene Antwort auf einen Beitrag?
Ich muss Dich ernsthaft fragen, ob Du eine Aggressionsthema hast.
 
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Tomislav2007 schrieb:
Die Menschen in Deutschland sind nur zu bequem/faul zum zubereiten und kochen geworden, die meisten ernähren sich von teuren Fertigprodukten/Fertiggerichten/Fastfood.

Wenn ich mir so die Entwicklung in meinem Bekanntenkreis anschaue würde ich behaupten, dass es nicht allein daran liegt das die Leute bequem/faul geworden sind.

Die Welt hat sich in den letzten 40 Jahren sehr verändert. Der Begriff "Leistung" hat im Leben vieler Menschen einen zentralen Platz eingenommen. Da der Tag aber nur 24 Stunden hat muss man damit auch Effizient umgehen. Essen und Kochen kostet wichtige Zeit in der unsere Leistungsgesellschaft nicht arbeitet, daher ist der Bedarf entstanden nach Fastfood.

Es gibt Arbeitsstellen da ist es völlig normal nach Feierabend noch zu arbeiten. AU's oder Saisonbedingte Mehrarbeit werden durch Überstunden aufgefangen. Und das diese Stunden nicht vergütet wird, dass ist für viele Chefs heutzutage selbstverständlich.

Das bedeutet morgens beim Bäcker ein Kaffee to go und ein belegtes Brötchen. Nach 10h Arbeit wäre ich dann auch zu müde zum Kochen. Dann holen sich die Leute eben Fastfood oder beim etwas Rewe von der Salatbar. Die Industrie und auch der Einzelhandel haben nur auf den wachsenden Bedarf reagiert.

Und der Spruch "Selbst und Ständig" den man immer wieder liest um Selbstständigen zu sagen wie es ist Selbständig zu sein, der zeigt mir wohin die Reise geht.

Bestes Beispiel ist der vor kurzem aufgedeckte Wissenschaftsskandal. Es gibt Wissenschaftler die bezahlen Geld an einen Verlag damit ihre Arbeit veröffentlicht werden. Ein absolutes Unding in diesem Bereich. Dieser Leistungsdruck hat in einem Bereich unserer Gesellschaft Einzug gehalten in dem meiner Meinung nach dieser nichts zu suchen hat.

Vielleicht wäre es sogar besser wenn die Menschen wieder faul und bequemer werden und die gewonnene Zeit wieder für Essen und Kochen nehmen.
 
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silent-jones schrieb:
Nennst Du das etwa eine sachbezogene Antwort auf einen Beitrag?
Ich muss Dich ernsthaft fragen, ob Du eine Aggressionsthema hast.

Na wieder ein dokter der fernpsychologie? Kann ich auch. Ich denke du nimmst deinen Erguss zu wichtig, wenn du allen ernstes glaubst, dass auf diese „Sach“thesen eine sachbezogene antwort erwartest.

Deine betrachtung ist oberflächlich und strotzt vor sachlich falschen behauptungen.

Sachbezogenen genug?

Ps: ich habe logisch argumentiert und beispiele dargelegt. Wenn dir dazu nicht mehr einfällt, greif dir bitte an die eigene nase zum thema sachbezogen.
 
Hallo

Lipovitan schrieb:
Essen und Kochen kostet wichtige Zeit in der unsere Leistungsgesellschaft nicht arbeitet, daher ist der Bedarf entstanden nach Fastfood.
...
Das bedeutet morgens beim Bäcker ein Kaffee to go und ein belegtes Brötchen.
Och bitte, ich arbeite und trotzdem habe ich morgens 5-10min Zeit um den Kaffee, der durchläuft während ich im Bad bin, in einen Thermobecher zu füllen und mir 2 Stullen/Brötchen zu schmieren.
Beim Kochen hast du teilweise Recht, ich habe auch nicht immer Lust dazu und nehme Fertigprodukte, ich versuche aber so oft wie möglich mir 15-30min zum kochen zu nehmen (vor allem Fr-So).
Es ist und bleibt aber eher ein Problem der Lust und nicht der Zeit, es muss doch kein 3 Gänge Sterne Menü sein und man kann am Wochenende vorkochen und eintuppern.
Was ich so mitbekomme, es sind eher die jüngeren die morgens einen Kaffee und Brötchen beim Bäcker kaufen, es heißt dann immer ich habe morgens keine Lust dazu und schlafe lieber 10min länger.

Lipovitan schrieb:
Vielleicht wäre es sogar besser wenn die Menschen wieder faul und bequemer werden und die gewonnene Zeit wieder für Essen und Kochen nehmen.
Da hast du definitv Recht, vor allem sollten wir uns etwas von der permanenten online Seuche lösen.

ascer schrieb:
Gäbe es ein BGE, würde nur der Durchlauf des Volumens zunehmen, denn bei reichen Menschen ist ein BGE nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und jemand, der vorher Hartz IV bekam, würde immer noch das gesamte Geld verkonsumieren. Der würde dann nämlich z.B. von günstigen Aldi-Lebensmittel ab und zu absehen und sich auch mal etwas nahrhafteres besorgen.
Dieses Argument kann ich nicht gelten lassen, Arbeitslose haben Zeit zum kochen und bei ALDI gibt es auch günstige nahrhafte Lebensmittel, wenn man mal neben die teuren Fertigprodukte schaut.

Grüße Tomi
 
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Es sagt auch keiner, dass man jeden Tag "richtig" kochen muss.
Ich esse z.B. meistens nur einen salat mit unterschiedlichen Beilagen. Aber einen Salat kann man sich auch schnell selber machen. Da brauche ich keine Rewe Bar. Geht eigentlich immer schnell
Mehr als 30 Minuten dauert das nicht.
Am Wochenende verbringen ich aber ganz gern Mal mehrere Stunden in der Küche.
silent-jones schrieb:
grundlegenden Notwendigkeiten des Lebens nicht erst verdienen muss
Dazu gehören aber nicht die von dir aufgezählten wie Freude oder sozialer Teilhabe. Die Existenzbedürfnisse sind schon noch von den anderen zu trennen.
http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19557/grundbeduerfnisse

Theaterbesuche, Urlaube, Kino, Vereinsmitgliedschaften sind alle nicht existenziell
ascer schrieb:
In Griechenland, in Rom, überhaupt in vielen antiken Ländern hat man sich damit geadelt, nicht arbeiten zu müssen.
Brauchten die ja auch nicht, da man doch Sklaven hatte. Da kann man schon ein Leben wie ein griechischer Philosoph oder römischer Feldheer führen, wenn es genug Sklaven gibt, die die Badehäuser anheizen.

Da wird auch die KI nichts daran ändern. Glaubst du, dass in naher Zukunft automatische Müllfahrzeuge, Fensterreiniger, Köche, Beamte rumlaufen. Auch Tarifangestellte werden nicht von heute auf morgen arbeitslos. In meinem Demografie TV steht z.B., dass ich nicht aus betrieblichen Gründen gekündigt werden kann und ich Anspruch auf eine gleichwertige oder höherwertige Arbeitsstelle habe und falls nicht möglich eine Weiterbildung/Fortbildung gestellt bekommen muss.
Sicherlich gibt es viele kleine und mittlere Unternehmen ohne TV, aber auch dort werden die enormen Investitionen nicht sofort kommen. Handwerker habe ich noch gar nicht erwähnt.. Wir sind hier im Forum in einer ziemlichen IT Blase. Ich wäre vorsichtig, ob die krassen Einschnitte überhaupt und wenn so schnell passieren werden.
Du kannst von mir aus gern wieder diese Studien verlinken - ich glaube (ja nicht wissen), trotzdem nicht daran - zumindest nicht in der vorgegeben Zeit.

Ich sage auch nicht, dass gar nichts passieren wird aber wir werden diese Einschnitte nicht von heute auf morgen innerhalb kürzester Zeit vorfinden. Diese Berichte lesen sich, als ob sofort 50-100 Jahre übersprungen werden.

Tomislav2007 schrieb:
Da hast du definitv Recht, vor allem sollten wir uns etwas von der permanenten online Seuche lösen.
Ich sehe das etwas lockerer. Zum Beispiel schaue ich sehr wenig TV, bin dafür aber sehr viel am Bücherlesen und im Internet. Macht doch keinen Unterschied, ob ich die Stunden vor dem TV verbringe oder im Internet.
 
Hallo

Kausu schrieb:
Es sagt auch keiner, dass man jeden Tag "richtig" kochen muss.
Ich esse z.B. meistens nur einen salat mit unterschiedlichen Beilagen. Aber einen Salat kann man sich auch schnell selber machen. Da brauche ich keine Rewe Bar. Geht eigentlich immer schnell
Mehr als 30 Minuten dauert das nicht.
Am Wochenende verbringen ich aber ganz gern Mal mehrere Stunden in der Küche.
Genau das und Kaffee kochen und Brötchen schmieren ist auch nicht die zeitraubenste Angelegenheit.

Kausu schrieb:
Brauchten die ja auch nicht, da man doch Sklaven hatte. Da kann man schon ein Leben wie ein griechischer Philosoph oder römischer Feldheer führen, wenn es genug Sklaven gibt, die die Badehäuser anheizen.
Vor allem der Unsinn das sich Römer damit geadelt haben nicht arbeiten zu müssen, wieso wurde denn das römische Heer so schnell so groß ? Weil die mit Geld und Verpflegung geködert haben.
Richtig ist das die reichen Römer genau so wenig gearbeitet haben wie die reichen (Nationalität XXX) heute, da hat sich nichts geändert.

Kausu schrieb:
Ich sage auch nicht, dass gar nichts passieren wird aber wir werden diese Einschnitte nicht von heute auf morgen innerhalb kürzester Zeit vorfinden. Diese Berichte lesen sich, als ob sofort 50-100 Jahre übersprungen werden.
Wenn man ein junger Mensch ist der glaubt das Automatisierung erst heute beginnt und nicht weiß das die industrielle Automatisierung in den 70-80er Jahren angefangen hat kann man so denken.

Kausu schrieb:
Macht doch keinen Unterschied, ob ich die Stunden vor dem TV verbringe oder im Internet.
Jetzt nicht du, aber genau von diesen Stunden könnte man doch 15-30min zum kochen abzwacken.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Wenn man ein junger Mensch ist der glaubt das Automatisierung erst heute beginnt und nicht weiß das die industrielle Automatisierung in den 70-80er Jahren angefangen hat kann man so denken.
Meinst du jetzt mich? Nunja mir ist durchaus bewusst, dass diese Geschichte schon viel länger am laufen ist, aber ich persönlich kann es mir nicht vorstellen, dass wir in 5-10 Jahren vor Millionen neuer Arbeitsloser stehen bzw. bis auf eine "Intellektuellen Elite" alle arbeitslos sind.
Nennt mich ruhig naiv und vielleicht irre ich mich auch, aber bisher gab es immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Wie gesagt- ich sage nicht dass überhaupt nichts passieren wird. Man muss sich nur gut darauf vorbereiten. Meine aktuelle Stelle z.B. gibt mir genügend ruhe um mich privat Weiterzubilden per z.B. Fernstudium.
Ich bin nämlich durchaus davon überzeugt, dass meine Stelle in vielleicht 10 Jahren automatisierbar ist - im Ernst wir arbeiten sogar selber darauf hin und erstellen die benötigten Datenbanken. Meine Kollegen denken, dass dient ihrer Arbeitserleichterung und machen deshalb gar nichts. Kann also durchaus sein, dass die in ein paar Jahren Probleme kriegen. (Was ich nämlich oben nicht erwähnte habe - neben unseren Rechten steht im TV auch ganz klar, dass man bereit sein muss sich deutschlandweit versetzen zu lassen - ignorieren die aber)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

Kausu schrieb:
Meinst du jetzt mich?
Nein, ich meinte unseren Studenten @ascer der als Student der KI&Robotik im Studium heiß gemacht wird auf das Thema.

Kausu schrieb:
Nunja mir ist durchaus bewusst, dass diese Geschichte schon viel länger am laufen ist, aber ich persönlich kann es mir nicht vorstellen, dass wir in 5-10 Jahren vor Millionen neuer Arbeitsloser stehen bzw. bis auf eine "Intellektuellen Elite" alle arbeitslos sind.
Ich bin auch fest davon überzeugt das die Geschichte noch einige Jahrzehnte dauern wird bis wir wirklich von einer flächendeckenden Automatisierung reden können.
Die ganzen Dinge die da zur Zeit erprobt werden müssen erst einmal die Testphase verlassen und dann ist immer noch nicht gesagt das sich jede Firma diese Technik direkt leisten kann/will.
In der Industrie gibt es heute schon so viele Möglichkeiten der Automation und trotzdem werden noch viele arbeiten, die man heute schon automatisieren könnte, von billigen Arbeitern erledigt.
Wie ich schon einmal schrieb, es muss nur ein autonomer LKW in einen Schulbus rasen und die ganze Geschichte könnte jahrzehntelang in der Schublade verschwinden.

Kausu schrieb:
Nennt mich ruhig naiv und vielleicht irre ich mich auch, aber bisher gab es immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten.
Du hast Recht, wir hatten schon drei industrielle Revolutionen und bei jeder sind Berufsfelder weggefallen und neue entstanden, es sind sogar immer mehr neue entstanden als alte weggefallen.

Grüße Tomi
 
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Lipovitan schrieb:
Die Welt hat sich in den letzten 40 Jahren sehr verändert. Der Begriff "Leistung" hat im Leben vieler Menschen einen zentralen Platz eingenommen.

Obgleich dies stimmt, hat der Leistungsbegriff mittlerweile aber erheblich an Präzision eingebüßt, denn heute wird immer häufiger von Beschäftigung statt Leistung gesprochen. Es ist für viele Politiker und auch nicht gerade kleine Teile der Bevölkerung nicht mehr wichtig, dass ein konkreter Mehrwert geschaffen wird, sondern eher, dass jeder einer Beschäftigung nachgeht bzw. nachgehen kann.

Das sieht man gerade z.B. bei Automation, wo Leistung gesteigert wird. Gehen aber Arbeitsplätze dabei verloren, was eben einzig die Beschäftigung gefährdert, nicht aber das Leistungsprinzip, wird das vielfach sehr negativ aufgenommen.

Diesbezüglich gibt es einen sehr guten Beitrag von Prof. Dr. Liebermann, in dem er im Kontext des BGE auf solche und änhliche Veränderungen eingeht.


Kausu schrieb:
Da wird auch die KI nichts daran ändern. Glaubst du, dass in naher Zukunft automatische Müllfahrzeuge, Fensterreiniger, Köche, Beamte rumlaufen.

Langfristig auf jeden Fall.

Gerade der Staatsapperat ist vielfach nicht viel mehr, als eine große Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, um die Beschäftigungszahlen hoch zu halten.


Tomislav2007 schrieb:
Dieses Argument kann ich nicht gelten lassen, Arbeitslose haben Zeit zum kochen und bei ALDI gibt es auch günstige nahrhafte Lebensmittel, wenn man mal neben die teuren Fertigprodukte schaut.

Es ging nicht um die Nahrhaftigkeit günstiger Lebensmittel generell, sondern darum, dass bei steigenden Einkommen statistisch häufiger zu Luxusprodukten gegriffen wird. D.h. es wird dann z.B. auch mal der frische Parmesan von der REWE-Käsetheke zu den Nudeln gewählt, statt der abgepackten Replik bei Aldi.


Tomislav2007 schrieb:
Vor allem der Unsinn das sich Römer damit geadelt haben nicht arbeiten zu müssen, wieso wurde denn das römische Heer so schnell so groß ? Weil die mit Geld und Verpflegung geködert haben.

Ich sprach von geadelt, lies & interpretiere dort bitte genau: es ging um das erstrebenswerte Ideal, nicht darum was die Masse macht. Das Ideal heißt heute (Voll)Beschäftigung, weil es primär um Beschäftigung und nicht mehr um Leistung geht. Damals hingegen adelten sich vor allem die Politiker, Patrizier, ... damit, nicht zu arbeiten bzw. geregelter Arbeit nachgehen zu müssen.

Die Arbeit, besonders auch die große Heereszahl, war dem Plebejer vorbehalten.


Tomislav2007 schrieb:
Du hast Recht, wir hatten schon drei industrielle Revolutionen und bei jeder sind Berufsfelder weggefallen und neue entstanden, es sind sogar immer mehr neue entstanden als alte weggefallen.

Das ist nichts weiter als eine Korrelation, deren Kausalzusammenhang minutiös untersucht werden muss, vor allem auch unter dem Gesichtspunkt, ob da überhaupt einer besteht, denn eine Korrelation impliziert keine Kausalität. Ein sehr häufig gemachter Fehlschluss.

Man muss diese Thematik sicher nicht erneut breit und lang diskutieren, dass hat @DerOlf und viele andere schon auf den Seiten <200 und ich danach.

Kurz angemerkt sei aber folgendes: belastbare Studien gehen von einem sehr großen Wegfall von Arbeitsplätzen aus, wahrscheinlich ähnlich disruptiv wie bei der 1. industriellen Revolution.
Dies war bisher kein Problem, denn im primären (Landwirtschaft), sekundären (Industrie) und tertiären (Dienstleistung) Sektor können sehr große Teile der Bevölkerung in Beschäftigung gebracht werden.
Die 1. industrielle Revolution hat die Massenjobs vom primären in den sekundären Sektor verschoben. Die Zweite hat die Industrie zu dem Arbeitgeber schlechthin gemacht und den dritten Sektor beginnen lassen. Die Dritte hat den primären und sekundären Sektor dann endgültig getilgt und heute arbeitet die Masse nur noch im tertiären Bereich.

Jede Studie, die überhaupt versucht zu approximieren was neu entsteht, geht davon aus das nur ein kleiner Teil im tertiären Bereich entsteht und ansonsten - wie bereits zuvor - sich das ganze erneut verschiebt: diesmal in den quartären Sektor (hochspezialisierte Berufe).

Im quartären Sektor aber kann die Masse per Definition nicht arbeiten und besonders der mittelfristige Weg wird dort hart, denn einen Busfahrer beispielsweise kann man erst recht nicht in den quartären Sektor umschulen.

Wie stark dieser Effekt wird, dazu gibt es in jeder Studie aufgestellte Wahrscheinlichkeiten und darüber zu spekulieren ist selbstredend müßig.

Auf jeden Fall lässt sich sagen: langfristig wird das vermeintliche Ideal (Voll)Beschäftigung noch unerreichbarer werden, als es das heute schon ist.


Das führt dann unweigerlich zu der Frage, wie man mit dieser Situation umgeht. Heutzutage verbannen wir wirtschaftlich obsolete Menschen in Hartz IV und das geht nur, weil das noch "wenig" genug sind. Bei über 10% Arbeitslosigkeit hatten wir in Europa schon Aufstände in der Vergangenheit.

Selbst aber wenn jede noch so optimistische Einschätzung zutrifft, d.h. die Arbeitslosenzahl nimmt ab weil doch unerwarteterweise genug Alternativen im tertiären Sektor entstehen, wird man überlegen müssen, wie man den gestiegenen Wohlstand verteilt. Und darüber möchte zumindest ich viel lieber diskutieren.

Denn auch unter einer solchen höchst optimistischen Prämisse, wird Hartz IV in seiner heutigen Form imho nicht weiter existieren können, denn durch den gestiegenen Wohlstand würde mindestens dieser Bevölkerungsteil noch stärker ghettoisiert, als das heute schon der Fall ist.
Diese Bürger werden bei so einer Entwicklung ja mehr und mehr zum Bürger zweiter Klasse - immer weiter abgehängt.



Tomislav2007 schrieb:
Nein, ich meinte unseren Studenten @ascer der als Student der KI&Robotik im Studium heiß gemacht wird auf das Thema.

Das ist eine unhaltbare Behauptung deinerseits. Gingen wir davon aus, ich würde "blind" dem Trend hinterherlaufen, dann würde ich mir alle diese Fragen ja gerade nicht stellen, sondern schlicht dem Hype verfallen und "schneller, weiter, mehr" fordern.

Besonders wenn ich eine egoistische Grundhaltung hätte, wie du das von dir behauptet hast, sähe ich da doch gar keine Probleme. Google & Co. versprechen einem eine Utopie nach der nächsten und schon heute können dort Menschen wie ich mit sechsstelligem Gehalt anfangen.
Und selbst in Deutschland, selbst außerhalb der ganz großen Unternehmen, kenne ich persönlich nicht einen Menschen, der unterhalb von 50k eingestiegen ist. Irgendwas im Bereich 60-80k Einstiegsgehalt zeigen die Statistiken unserer Alumni im Schnitt.

Als ich noch im Studentenwohnheim wohnte, mussten meine Mitbewohner, BWL & Erziehungsziehungswissenschaften, Kellnern respektive Hostess bei Veranstaltungen machen. Für den Mindestlohn.
Ich hab schon im Bachelorstudium eine GeForce 1080 for free bekommen und größtenteils von zu Hause aus gearbeitet. Wann ich wollte. Und noch nie für unter 25 Eur/Std.

Jetzt im Master unterrichte ich nur noch an der Uni, wissenschaftliche Projekte, oder wirke an Forschungsarbeit mit. Da habe ich für ~5h pro Woche 420 Eur im Monat. Und die Bachelorstudenten, die ich unterrichte, machen auch noch wissenschaftliche Arbeit aus meinem Forschungsbereich, d.h. einfachere Tätigkeiten, die für meine Forschung ohnehin anfallen würden - nehmen mir also quasi Arbeit ab, dadurch das ich sie unterrichte.

Auf XING, LinkedIn habe ich jeden Monat mehrere Anfragen. Ich habe überhaupt, seitdem ich studiere und mich in den Bereich ordentlich reinhänge, noch nicht einmal selbst meine Nebenjobs gesucht. Sowohl an der Uni als auch in der freien Wirtschaft kamen die Angebote zu mir.

Und selbst wenn ich nur forsche fällt da mitunter etwas ab. Mit einer meiner Publikationen habe ich beispielsweise auf einem internationalen Symposium mal einen Preis gewonnen, der mit 1000 Eur dotiert war.

Ein Bekannter von mir, welcher Philosophie studiert und bei ähnlich großen/renommierten, internationalen Wissenschaftsveranstaltungen publiziert, hat für einen Preis dort "nur" eine Urkunde bekommen.


Also wenn ich das alles nur von der glänzenden Seite aus sehen würde, dann würde ich doch gerade nicht so viele gesellschaftliche Fragen stellen, wie ich das tue, sondern einfach nach dem "höher, schneller, weiter"-Prinzip weitermachen und mich ins gemachte Nest setzen.

Und das nur, weil mein Interesse sich zufälligerweise mit einem sehr zukunftsträchtigen Bereich überschneidet.

Die Beiträge meines Philosophie-Bekannten beispielsweise sind meiner Meinung nach nicht weniger beachtenswert, trotzdem hat der deutlich schlechtere Zukunftsaussichten.


Obgleich ich persönliche Geschichten i.d.R. nicht erzähle und auch für unwichtig / irrelevant in einem Diskurs halte, eröffnet das nun hoffentlich mal endgültig meine Motivation bei meiner Herangehensweise an die Thematik.

Oder in anderen Worten: wir müssen jetzt hoffentlich nicht zum 10ten Mal meine persönliche Intention besprechen. @DerOlf mag man Eigennutz vorwerfen können (wobei ich das auch für moralisch fragwürdig halte; die persönliche Intention kennt man ja nicht), aber ich gehöre zu den Menschen, die vom BGE keinen nennenswerten Vorteil hätten und ich glorifiziere auch nicht KI & Robotik in diesem Zusammenhang.
 
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ascer schrieb:
Damals hingegen adelten sich vor allem die Politiker, Patrizier, ... damit, nicht zu arbeiten.
Hör doch bitte auf, diesen Unsinn zu wiederholen. Das ist geschichtlich falsch! Die Adelshäuser der Römer haben sich keineswegs gerühmt, nicht arbeiten zu müssen! Sie haben nur andere Tätigkeiten ausgeübt, vornehmlich geistiger Arbeit. Insbesondere die politische Arbeit war das Ziel unter den Adelshäusern. Ein Sitz im Senat, Konsul oder Verwalter einer Provinz etc., das waren die Ziele der Adelshäuser oder der aufstrebenden Häuser, die Geld, aber keinen Adel hatten. Auch militärisch hohe Ränge waren Ziele, um den Ruhm des eigenen Hauses zu mehren. Oberhalb der Lagerkommandanten gabs es nämlich nur noch die Ränge, die Adelige bekleiden konnten.
Dazu lassen sich unzählige Belege liefern, unter anderem die Schriften Ciceros.
 
Es geht um das Motiv, welches dort Macht, Geld und Ruhm war. Was auch jeder angestrebt hat. Ob die sich dabei nun 24/7 politisch reingehängt haben oder nur 1 Tag in der Woche zu Sitzungen, ist dafür doch unerheblich.

Unter den Arbeitsbegriff viel halt nicht so etwas wie Handelsgeschäfte mit anderen Reichen zu beschließen, sondern die harten Arbeiten der unteren Gesellschaftsklassen.

Ob man das nun als spezielle Leistung ansehen mag, ist fraglich. Auf jeden Fall war dies das Leistungsideal. Heute ist es (Voll)Beschäftigung. Das war der beabsichtigte Tenor. Nicht wie viele was in welcher Quantität gemacht haben und ab wann man das nun konkret als Arbeit oder auch nicht betitelt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast null Ahnung, was ein politisches Amt in Rom bedeutete und wieviel Arbeit dies bedeutete....

Aber gut, du hast deine verquere Vorstellung und willst davon nicht abweichen. Bitte. Dann ist es sinnlos, mit dir darüber weiter zu diskutieren. Deine Darstellung des römischen (und auch griechischen) Ideals der Patrizier ist historisch falsch und dies lässt sich jederzeit nachweisen. Dazu gibt es genügend schriftliche Quellen, die das ganz klar belegen, dass die oberen Schichten dort allesamt einem regelmäßigen und oft sehr zeitintensiven Tagwerk nachgingen. Das dies oft verwalterische, politische, anwaltliche, eben geistige Tätigkeiten waren, ändert nichts an der Tatsache, das dies eine Arbeit darstellt, auch nach heutigen Maßstäben.
 
Mustis schrieb:
ändert nichts an der Tatsache, das dies eine Arbeit darstellt, auch nach heutigen Maßstäben.
Heutige Maßstäbe kannst du für das antike Rom aber nicht vorraussetzen. Um deine behauptung (oder die von ascer) zu wider- oder belegen, müsste man zunächst aus den Quellen herausarbeiten, WAS Cicero z.B. als "Abeit" definiert hat .... ich möchte wetten, dass er sich dabei auch auf altgriechische Philosophen (z.B. Aristoteles oder Platon) beruft ... und entzweder körperliche arbeit meint (ausschließlich) oder aber in Absetzung vn den Griechen einen erweiterten Arbeitsbegriff einführt bzw. den erweiterten Arbeitsbegriff eines anderen Philosophen/Politikers nutzt.

Auch solltest du nicht vergessen, dass wir bei der antike von Sklavenhalter-Gesellschaften auszugehen haben, in denen körperliche Arbeit den Armen und Unfreien zukam ... nicht körperlich arbeiten zu müssen, symbolisierte also Reichtum, Wohlstand, Ansehen ... all die Dinge, die ein römischer Bürger brauchte, um Ämter bekleiden zu dürfen - denn die hätten eben niemanden in den Senat gewählt, der sich nichtmal Sklaven leisten konnte.
Auch Cicero und Seneca bilden da keine Ausnahme.

Wer in Rom körperlich arbeiten musste, der tat das, weil er sich keine Sklaven leisten konnte. Über diesen Gedanken kann man auch verstehen, warum Römer sich geadelt fühlten, wenn sie nicht körperlich arbeiten mussten ... nicht die Faulheit adelt, sondern die Trennlinie zwischen dem "Freien" der es sich aussuchen kann (im Rahmen auch WAS er arbeitet), und dem Unfreien, der diese Wahl eben nicht hat.
Im Grunde ist die Adelung durch nicht-(körperlich)-arbeiten-müssen eine diskriminierende Struktur ... denn die unterscheidet den "Edelmann" vom Sklaven und den Armen.
Ein römischer Gutsherr wird seinen Erfolg auch daran bemessen haben, wie viel der anfallenden Arbeit auf dem Gutshof von Mitgliedern der eigenen Familie erledigt werden muss ... natürlich war das Gut am erfolgreichsten, auf dem die Eigentümerfamilie lediglich administrative Pflchten übernahm ... von einigen Familien (z.B. den Juliern ... das Geschlecht Caesars) wissen wir, dass die die Verwaltung ihrer Besitztümer auch mal Sklaven überließen, sich also sogar ihrer administrativen Pflichten entledigten .... und jemand wie Gaius Julius Caesar hat das auch nicht nur in den Zeiten so gehandhabt, wo er gerade mal wieder irgendwas erobern musste.

Vorsicht mit den Begriffen der alten Philosophie/Politik ... Platon meinte bspw. mit "Kunst" definitiv was ganz anderes, als wir heute (auch wenn es z.B. in "HandwerksKUNST" noch drinsteckt ... aber wir haben auch die Bezechnung "KUNSThandwerk" ... den Unterschied haben hier hoffentlich alle klar - mit "Kunst" meinen wir heute was anderes, als das reine Können).
Genauso darf man nicht vorraussetzen, dass Platos, Ciceros oder Senecas "Arbeitsbegriff" mit unserem heutigen identisch ist.

Auch bei dir fehlen letztlich die Belege für deine Darstellung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke, aber im Gegensatz zu dir habe ich Ciceros Schriften und seine Biografie gelesen. Ich weiß, dass dies als Arbeit angesehen wurde (er war unter anderem auch Anwalt, wie viele Ritter und Adelige und dies wurde als Beruf angesehen ebenso das Amt des Senators etc.). Wieso auch nicht? Seit wann definiert sich Arbeit ausschließlich daran, dass sie körperlicher Natur wäre? Das haben auch die Griechen nicht so definiert.
DerOlf schrieb:
Wer in Rom körperlich arbeiten musste, der tat das, weil er sich keine Sklaven leisten konnte.
Auch das ist komplett falsch! Plebejer, also Handwerker und Bauern, mussten körperlich arbeiten und hatten dennoch Sklaven. Es gab zudem durchaus auch ein Bürgertum, dass zwischen Adel (Patriziern) und Plebejern stand, unter anderem Cicero entstammt einer solchen Familie (Ritterfamilie).

PS: Warum du jetzt die Kunst einbringst, die niemand hier mit einem Ton erwähnt hat und die philosophisch betrachtet (und ausschließlich da!) keine Arbeit darstellt laut einiger Philosophen (!), erschließt sich mir nicht. Vll hat es einen guten Grund und andere sind nicht so ungebildet und genau deshalb wurde die Kunst hier auch nirgends eingebracht. Es fehlen auch keine Belege, oder soll ich dir jetzt Ciceros Schriften und Lebenslauf in komplett verlinken? Der Hinweis, auf welche Quelle ich mich explizit unter anderem beziehe, sollte als Beleg doch reichen oder?

PPS: Unter den Patriziern, zu denen die Julier gehörten, war es sogar üblich, auch gewisse administrative Aufgaben Sklaven zu überlassen. Auch innerhalb der Sklaven gab es Schichten. Es gab Haussklaven, die weitaus höher angesehen waren und auch anders behandelt wurden als der gemeine Arbeitssklave. Sogar Lehrer in Patrizierhaushalten waren nicht selten (hochgestellte) Sklaven.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Eigentlich sollte damit nur ein beispielhafter Nebenschauplatz präzisiert werden. Für meinen Teil der Ablenkung der Debatte: Entschuldigung. Ich wollte, wie gesagt, viel eher den Diskurs darauf fokussieren, dass wir heutzutage eher der Beschäftigung eine primäre Rolle zugedenken als Gesellschaftsideal, einhergehend mit Fleiß, Eifer - eben nicht der "Gesellschaft auf der Tasche liegen". Was aber mit Leistung nicht mehr viel gemein hat und tatsächlich sind ja auch viele Arbeitende ein Minusgeschäft für die Gesellschaft (rein wirtschaftlich betrachtet).

Vor allem wollte ich dadurch dann aber auf das imho wichtigste zurückkommen: wie man den gestiegenen Wohlstand gerechter verteilt.
 
Gerade heute lese ich in meiner Tageszeitung auf Seite 1 die Meldung, dass die Wirtschaftsforscher der Bundesagentur für Arbeit für die nächsten 20 Jahre selbst im Fall tiefgreifender Digitalisierung, per Saldo keine nachteiligen Effekte für den deutschen Arbeitsmarkt erwarten.
Jobs werden durch Digitalisierung wegrationalisiert, Jobs entstehen in der Dienstleistungsbranche neu.

Das Thema Einführung eines BGE wird sich also sicherlich noch gaaaanz laaange hinziehen!
 
@ThomasK_7 da würde ich renommierten, großen Universitäten viel eher vertrauen.

ThomasK_7 schrieb:
Jobs werden durch Digitalisierung wegrationalisiert, Jobs entstehen in der Dienstleistungsbranche neu.

Das wäre ein absolutes Novum. Die meisten BGE-Gegner, auch hier, haben ja gerade damit argumentiert, dass sich die vierte industrielle Revolution so verhalten würde, wie die bisherigen, das der Trend also anhält: es fällt vieles weg, es entsteht aber vieles auch neu.

Ein sehr wichtiger, meist verschwiegener Fakt dabei ist aber: jede industrielle Revolution hat die Berufe in einem neuen Sektor entstehen lassen. Wir sind, wie ich bereits ausführte, jedes Mal eine Stufe höher gerutscht. Vom primären (Landwirtschaft) über den sekundären (Industrie) hin zum tertiären (Dienstleistung) Sektor.

Bei der vierten industriellen Revolution würde also, sofern der Trend wie bisher abläuft, sich der Arbeitsmarkt in den quartären Sektor (hochspezialisierte Berufe) verschieben.

Und das dort mehr entsteht als wegfällt, halten nur wenige für plausibel. Das aber "alles beim alten" bleibt, indem einfach im tertiären Bereich wegfällt und genau da auch neu entsteht, ist wohl ausgeschlossen. Das hat es bisher nie gegeben und auf eine derartige Entwicklung deutet auch nichts hin.

Die Sektoren haben sich ja gerade deshalb verschoben, weil die Technologisierung die vorherigen Sektoren großflächig effizienter gestaltet hat, also weniger manuelle / menschliche Arbeitskraft bei gleichzeitig höherem Ertrag. Nur so wird der Überschuss durch die Technologisierung möglich.
Und die vierte industrielle Revolution tut exakt das im tertiären Sektor. Den primären (Landwirtschaft) und sekundären (Industrie) haben wir doch schon größtenteils automatisiert. Was jetzt automatisiert werden soll, ist doch der tertiäre Sektor...das halte ich für absolutes Wunschdenken, dass da genau dann wieder neue Arbeitsplätze in ausreichender Zahl entstehen.

Das wäre ja so, als hätte man Pflüge, Mähdrescher, ... eingeführt um den primären Sektor zu automatisieren und würde hinterher das Korn wieder per Hand mahlen, damit man da wieder viele Menschen im primären Sektor beschäftigen kann.
 
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