Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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K7Fan schrieb:
Für die i.d.R. auch bezahlt wird. Wer will diese Abhängigkeit denn völlig ohne Gegenleistung ausnutzen?

Wie willst Du denn all die abertausenden Stunden Lebenszeit, die andere in die Allgemeinheit und somit auch in Dich investiert haben, jemals mit Geld bezahlen? Das ist doch ein völlig unsinniges Konzept.
Alle Lehrer, Müllmänner, Bauarbeiter, Entwickler, Entdecker, Ärzte, Krankenpfleger, Dienstleister jeglicher Art, jene, die schon wieder gestorben sind, bevor Du überhaupt Geld verdienen konntest etc etc etc etc etc.
Glaubst Du mit 2 K Netto im Monat ist das abgegolten? Soll wohl ein Witz sein.
Wir sind Teil einer menschlichen Gesellschaft. Die Idee vom Einzelkämpfer stammt aus Hollywood, hat aber mit der Realität nichts zu tun. Versteh mich nicht falsch, ich werfe Dir das nicht persönlich vor. Wir sind alle Teil einer Indoktrination, die zum Ziel hat, genau solche spaltenden Meinungen zu produzieren.
Aber man kann aufwachen.
 
@theolf
Naja Holzweg ist das nicht. Fakt ist, dass bereits jetzt vom oberen 20 % etwa 85% des gesamten Finanzaufkommen gezahlt wird. 50% zahlt gar nichts, und den Rest stemmen die restlichen Menschen. Wo soll das Geld also herkommen? Entweder man belastet die oben noch mehr oder die unten müssen mehr zahlen, was dann aber wiederum absurd wird, weil, wenn ich jemanden BGE in die Hand drücke um es ihm dann hinterher gleich durch die Steuer wieder wegzunehmen, dann kann man sich die ganze Schose sparen. Darum ging es mir in meinen Beispielen. Mir ging es in erster Linie darum aufzuzeigen, dass die Belastung der Mittel- und Oberschicht mittlerweile so groß ist, dass eine noch stärkere Belastung kaum mehr möglich ist. Es führt also letztlich dazu, dass die unteren Schichten auch wiederum deutlich stärker belastet werden müssen, um die Summen zu stemmen. i.E. heißt das also, der "einfache Mann" hat unterm Strich gar nichts/kaum etwas davon. Die einzigen, die was davon haben, sind diejenigen, die keinerlei oder nur sehr geringe Einkünfte haben. Die untere Mittelschicht, wird dagegen noch weiter runtergezogen.
Dass das nur unfair ist und durch die Einführung des Mindestlohns schon vollzogen wurde, brauche ich nicht erklären (habe ich auch schon in früheren Posts).
Viele vergessen zudem, dass massive Verrentungswellen auf uns zu kommen und damit noch weniger die nötigen Einnahmen erwirtschaften. Wir werden also in Zukunft eher weniger Geld haben als jetzt. Da ist es nahezu unmöglich mal eben ein BGE noch mitzufinanzieren.

@ascer
ascer schrieb:
Ich kann nicht verstehen, wie du nach gefühlten 20 Posts und diversen Beiträgen von @DerOlf, @silent-jones oder auch mir, mit derartigen "Argumenten" ankommen kannst, denn die gehen doch vollkommen an dem vorbei, was vorher besprochen wurde.

Was ich bei den Kritikern hier vor allem immer herauslese, ist "Was zum Teufel! Man will MIR etwas wegnehmen".
Ja das ist auch so verdammte Scheiße nochmal! Ich habe nach der Schule 11 Jahre Ausbildung absolviert, hab mich durchgekämpft, habe verzichtet ohne Ende, über Jahre von der Hand in den Mund gelebt, teilweise weniger als H4 gehabt, habe mir mein deutsches Studium finanziert, mein Auslandsstudium, habe nebenbei gearbeitet, um was zu fressen auf dem Tisch zu bekommen, habe Abschlüsse über Abschlüsse gemacht und werde jetzt damit belohnt, dass ich fast die Hälfte meiner Kohle (ein 5stelliges "Mittelklassejahresgehalt", das mich in die zweithöchste Steuerklasse zwingt, weil der Staat meint ich bin "reich") an Steuern und Sozialabgaben abdrücken darf, in dem Wissen, dass, wenn ich mal in Rente gehe, ein Scheiß für mich da sein wird bzw. ich dann H4 Rentenniveau habe und falls nicht, durch Steuerzahlungen ja auch das Niveau gebracht werde. Ich wahrscheinlich bis 75 ackern darf, in der staatlichen Hoffnung dass ich dann am Stichtag möglichst tot umfalle um gar nicht erst der Kasse noch zur Last zu fallen. Ich habs satt, dass Leute mir erklären wollen, dass ich ein Egoist bin, der sich darüber beschwert, dass die Hälfte der Abgaben noch nicht genug ist. Weil faule Säcke mir erklären wollen, dass sie ein Anrecht darauf haben, vom Staat finanziert zu werden, weil sie Mensch sind, und als Mensch ihnen das zustünde. Ich habs satt, dass die Leute immer noch in den 70er Jahren festhängen und nicht gecheckt haben, dass wir in einer Leistungsgesellschaft mit internationalem Wettbewerb leben und nicht in einer Traumwelt, wo "vom Himmel fallende unendliche Ressourcen" durch automatisierte SuperKI-Robotertechnik 10 Mrd Menschen, oder besser die 15Mrd Menschen von "morgen", kostenlos ernährt, die alle für Nichtstun Geld bekommen und das schöne Wetter genießen können.
Ich habs satt, dass die Leute, die nichts beitragen, darüber diskutieren, wie man andere noch stärker belasten kann, in einem Land, das weltweit zu den absoluten Spitzenreitern bei der steuerlichen Belastung mit einem der besten Sozialsystemen der Welt zählt. Nenn mich Egoist, wenns Dich glücklich macht. Für mich sind eher diejenigen Egoisten, die erwarten, dass andere ihnen was geben. Mittlerweile leben wir in einer Welt, in der man Schenkern nicht dankt, sondern prüfen lässt, ob sie bei der Schenkung einen Formfehler begangen haben, damit man sie hinterher (möglichst) kostenlos auf Schadensersatz verklagen kann.

ascer schrieb:
Solche Äußerungen sind nicht haltbar. Je nach Finanzierungsstrategie liegt die Schwelle zwar unterschiedlich hoch, aber unterm Strich haben hinterher sehr große Teile der Bevölkerung mehr in der Tasche. Alle in der Mitte der Gesellschaft und besonders die Geringverdiener werden durch ein BGE besser gestellt, nicht schlechter.
Ist schön, dass es den Geringverdienern dann besser geht. Ich habe aufgezeigt, dass das nicht so ohne weiteres geht, schon gar nicht dass, wie Du sagst, sehr große Teile der Bevölkerung mehr in der Tasche haben werden. Woher soll es kommen.

ascer schrieb:
Zumindest worüber ich - weil ich gefragt wurde - aufgeklärt habe, war (a) die Robotersteuer, die kostet dich gar nichts und (b) die Finanztransfersteuer auf Finanzhandel, die kostet dich ebenfalls gar nichts.

Was ich der Vollständigkeit halber erwähnt habe, war die Kapitaltransfersteuer (Überweisungen & Co.), um aufzuzeigen, dass eine Finanztransfersteuer auf den Finanzhandel alleine schon vollkommen ausreichen würde.

Selbst bei der direkten Besteuerung von Geldtransfers (Überweisungen, EC-Karte, Kreditkarte, Schecks, ...), die sich bei 1% in der Größenordnung von >700 Milliarden extra bewegen würde, wird dir aber ebenfalls nichts weggenommen. Wenn du 1000 Eur monatlich bekommst und all deine restlichen Geldtransfers mit 1% besteuert werden, müssten bei dir Geldmittel ungefähr in der Größenordnung von 100.000 Eur jeden Monat bewegt werden, damit du unterm Strich mit dem BGE und einer derartigen Steuer einen Verlust machst.

Was ist eine Robotersteuer? Das ist Schwachsinn. Im Grunde ist es nichts anderes als eine Unternehmenssteuern. Jeder Dödel sollte mittlerweile mitbekommen haben, dass die Unternehmen vor Steuern fliehen und ihre Unternehmen einfach in andere Länder verlagern? Gerade das ist umso leichter, weil man in "eurer Roboterwelt" nicht mehr auf Fachkräfte angewiesen ist, außer vielleicht auf die zwei drei Hansels, die die Teile warten. Da wird sich dann demnächst die Kasachische Steppe oder russische Tundra über geile Roboterfabriken freuen können, wenn bei uns Steuern eingeführt werden. Nicht nur dass die Landflächen deutlich billiger sind, Arbeitskräfte braucht man dann ja auch nicht mehr.

ascer schrieb:
Und wenn du monatlich in der Größenordnung von 100.000 Eur oder mehr Geldmittel bewegen kannst, dann wird dich 1% Steuer darauf wohl nicht großartig zurückwerfen...

Ich weiß nicht, wie ich das noch einfacher formulieren soll.

Es gibt verschiedene Finanzierungswege, vermutlich wird es (wie immer) eine Kombination aus mehreren. Eine Finanztransfersteuer einzig und allein auf Finanzhandel, nicht aber deine persönlichen Überweisungen usw. ist von der EU ohnehin schon seit 2011 in der Planung - wie bereits mehrfach erwähnt
Du brauchst gar nichts "einfacher" zu formulieren. Ich bin doch nicht bescheuert. Eine FTS ist nichts anderes als eine Enteignung. Genau wie ein Minuszins. Und beides ist eine Sauerei. Da kannst Du auch gleich bei den "Reichen" klopfen und ihnen einfach ein Teil des Geldes wegnehmen. Es wird Substanz besteuert UND zusätzlich noch der Gewinn, denn eine Kapitalertragssteuer zahlst Du für Deine Gewinne ja auch noch.
Der Finanzhandel ist also schon besteuert.
Denn nur weil man 100.000 Eur von Aktie X zu Aktie Y transferiert, hat man noch keinen Cent mehr in der Tasche sondern, weiterhin nur die 100.000. Wenn man jetzt aber auf die Transaktion eine Steuer erhebt, dann wird das Geld weniger. Wenn ich das Geld dann wieder transferieren, erneut und so weiter. Du kannst als keinen Cent gewonnen haben, aber Dein Geld wird immer weniger. So kommen doch auch nur die Transfervolumina zustande oder glaubst du da werden Billionen oder Trillionen von Eur bewegt. Das ist immer das gleiche Geld, was transferiert wird, UM Gewinne zu erwirtschaften.

Viele vergessen dabei zudem, dass die 100.000 Eur in den meisten Fällen ohnehin schon versteuert wurden. Wenn ich mir das von meinem Netto angespart und angelegt habe, z.B.
Und viele vergessen, dass das auch nicht nur die Reichen sondern jeden trifft, denn sie vergessen, dass die Renditen unserer Versorgungssysteme, Renten, Lebensversicherungen, Altersvorsorge, etc.pp in einem nicht geringen Umfang durch Aktien "erwirtschaftet" werden. Dass sind Milliardenschweren Transfers um durch Mikrorenditen Gewinne zu erzielen (die dann ohnehin besteuert werden). Wieviel Geld soll noch sinnlos vernichtet werden? Erst kürzlich gab es die Info, dass die Deutsche Rentenversicherung 49 Mio an Minuszinsen zahlen muss. Erst macht man eine bescheuerte 0 Zinspolitik, die uns alle enteignet und dann soll noch eine populistische FTS kommen, weil "man nimmt es ja den Reichen, das schadet ja nicht". Die Zeche zahlen alle, außer diejenigen, die nichts haben oder beitragen.
 
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Smartin schrieb:
Naja Holzweg ist das nicht. Fakt ist, dass bereits jetzt vom oberen 20 % etwa 85% des gesamten Finanzaufkommen gezahlt wird. 50% zahlt gar nichts, und den Rest stemmen die restlichen Menschen. Wo soll das Geld also herkommen? Entweder man belastet die oben noch mehr oder die unten müssen mehr zahlen,
Doch, genau dass ist der Holzweg.
Die letzten paar Posts von mir (und auch ein, zwei anderen) drehen sich darum, wie hoch das Gesamtvolumen der Finanztransfers in Deutschland ist, und das gemessen an diesem gesamtvolumen schon 1% Steuer reichen würden, um das BGE doppeltz und dreifach zu finanzieren.
Wenn das BGE also allein durch die FTS finanzierbar wäre, woher sollte der bedarf nach "mehr" Steuereinnahmen aus den restlichen Steuertypen kommen ... bei einer FTS von 1% wäre NACH BGE sogar noch ein Überschuss da, der (zusätzlich zu den dann nicht mehr benötigten Ausgaben für ALG 1+2) sehr gut dafür genutzt werden könnte, die Steuerbelastungen für die mittleren Gehaltsgruppen zu senken (und im Gegensatz zum BGE bhaben wir in Deutschland gleich mehrere Parteien, die zumindest regelmäßig Steuererleichterungen versprechen).

Im Alltag würde eine solche Steuer definitiv nicht auffallen ... sie liegt niedriger als die Inflationsbedingte Teuerungsrate, würde also nichtmal dann groß auffallen, wenn die Unternehmen diese Steuer (wie nahezu jede Unternehmensbesteuerung) zu 100% an die Kunden weiterreicht.

Zu deinem persönlichen Werdegang muss man dir wohl Beileid bekunden, denn scheinbar hast du nicht das erreicht, was du wolltest, und musst noch immer in Deutschland arbeiten.

Ich habe nach der Schule ebenfalls über 10 Jahre in eine Ausbildung investiert ... und siehe da, ich lebe noch heute von der Hand in den Mund.
Aber ich weiß wenigstens, wie viel der deutsche Staat in meine Ausbildung investiert hat und fühle mich daher auch nicht bestohlen, wenn er die Hand aufhält.

Du möchtest die Früchte deiner Bemühungen gerne selbst ernten? Es sind nicht allein die Früchte DEINER Bemühungen, sondern hat auch sehr viel zu tun mit dem äusserst simplen Bildungszugang, den der deutsche Staat seinen Bürgern nunmal gewährt.
Sollte der Staat vielleicht einfach sein lassen, denn es kommt ja nix zurück als Beschwerden über die auch durch die Bildungsinvestitionen so hohen Steuern und Sozialabgaben.
Deine Studienjahre IN Deutschland haben den deutschen Staat weitaus mehr gekostet, als dich persönlich.
 
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@DerOlf
hast Du meinen Beitrag gelesen? zu FTS?

Mein persönlicher Werdegang ist perfekt, da brauchst Du mir kein Beileid bekunden. Ich habe genau das erreicht, was ich wollte, in der nahezu bestmöglichen Zeit. Bis auf vielleicht in Summe 1 Jahr waren die 11 Jahre perfekt durchgeplant und organisiert. Nur manchmal hat man zwangsläufig Wartezeit, wenn man zB auf Klausurergebnisse oder mündliche Prüfungen warten muss. Die lassen sich leider nicht vermeiden.
Ich muss auch nicht ins Ausland zum Studium gehen, um im Ausland zu bleiben. Das ist das, was ich meine. Wir leben in einer internationalen Gesellschaft, wo in Deutschland auch Auslandsaufenthalte für den weiteren Fortgang immer wichtiger werden. Aber einige scheinen das nicht verstehen zu wollen.

Dass ich einem Mathematiker erklären muss, dass wenn ich einen Kuchen von A nach B und wieder zurück bewege, ich dadurch nicht 2 Kuchen habe, stimmt mich traurig. Aber gut was soll ich sagen.
 
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silent-jones schrieb:
Wie willst Du denn all die abertausenden Stunden Lebenszeit, die andere in die Allgemeinheit und somit auch in Dich investiert haben, jemals mit Geld bezahlen? Das ist doch ein völlig unsinniges Konzept.
Alle Lehrer, Müllmänner, Bauarbeiter, Entwickler, Entdecker, Ärzte, Krankenpfleger, Dienstleister jeglicher Art, jene, die schon wieder gestorben sind, bevor Du überhaupt Geld verdienen konntest etc etc etc etc etc.
Wie soll man Verstorbenen irgendwas abgelten? Meinst Du das Geld nützt ihnen etwas?
Das grenzt ja schon fast an Erbschuld, ein Konzept das ich entschiedenst ablehne und das zum Glück längst überkommen ist.

Heute bezahle ich diese Stunden, neben deren Lohn, u.A. durch Mitfinanzierung des Gesundheits- und Pensionssystem auch jener die nicht mehr arbeiten können. Genau so wie auch mich die folgende Generation einmal für meine "Leistungen" entschädigen wird wenn ich nicht mehr arbeiten kann.

Abgesehen davon, wer bezahlt denn, in Deinem Modell, mich und meine Generation für unsere Leistung? Wenn wir tot sind können die Nachfahren das doch nie mit Geld bezahlen. Und deren Nachfahren erst. Man kann das Modell beliebig in die Zukunft erweitern, Sinn macht es allerdings auch dann nicht.

silent-jones schrieb:
Glaubst Du mit 2 K Netto im Monat ist das abgegolten? Soll wohl ein Witz sein.
Kommt auf den Beruf an, in vielen Fällen sind 2K zu wenig. Dem wäre dringenst mit gezielter und deutlicher Erhöhung der Entlohnung zu begegnen statt mit freiem Geld für alle.

silent-jones schrieb:
Die Idee vom Einzelkämpfer stammt aus Hollywood, hat aber mit der Realität nichts zu tun.
Zwischen Einzelkämpfern und erzwungenen Gruppen mit bedingungsloser Solidarität von hunderten Millionen Individuen existiert doch eine gewisse Bandbreite.

silent-jones schrieb:
Wir sind alle Teil einer Indoktrination, die zum Ziel hat, genau solche spaltenden Meinungen zu produzieren.
Zum Spalten ist ein BGE viel besser geeignet, würde ich das wollen, ich wäre dafür. Eigentlich bin ich auch dafür, es ist ja verdammt nützlich.

Spaltende Meinungen, soll es also eine Gesellschaft mit ausschließlich voll kompatiblen Meinungen geben die keinerlei Gefahr der Spaltung bringen?

silent-jones schrieb:
Aber man kann aufwachen.
Ich rate es Dir sehr.
 
@Smartin:
Ich glaube, du hast dich einfach in die fixe Idee verrant, dass ein BGE (oder was auch immer) in Deutschland nicht ohne eine massive Erhöhung der Steuerbelastung finanzierbar ist.

Smartin schrieb:
hast Du meinen Beitrag gelesen? zu FTS?
Ich habe vorgerechnet, dass eine allgemeine FTS (Finanzmarkt UND Privattransfers) ein BGE 3 mal gegenfinanzieren würde. Da jeder bewegte EUR besteuert wird, wäre diese Steuer auch nicht ungerechter verteilt, als Mineralöl oder Mehrwertsteuer ... denn JEDER bewegte EUR wird mit 1% belastet ... vollkommen unabhängig davon, WER ihn für WAS ausgibt.
Diese Steuer belastet nur die stärker, die mehr ausgeben ... wozu erstmal niemand gezwungen ist. Jemand der von seinem €10k Monatsenkommen nur 1.000,- ausgibt, wird eben NICHT stärker belastet, als jemand der sein Einkommen von €1.000.- komplett auf den Kopf haut ... beide zahlen auf die Kapitalbewegungen in dem Fall €10,- Steuern.
Gleichzeitig ist das auch ein weg, etwas beizutragen oder zu zahlen, obwohl man nicht über die Freibeträge kommt ... denn auch der Gerigverdiener zahlt FTS.

Ich kann die Rechnung aber auch mal gezielt auf ungerechtigkeit ausrichten.
Vergleich Geringverdiener (unter 18k) und 60k jahresbrutto.
Der Geruingverdiener muss schon sparen um sich was zurücklegen zu können ... normalerweise gibt er sein ganzes Geld aus ... Folge ... hier werden 1% des Einkommens über die FTS an den Staat abgeführt.
Der Mittelständler kann um einiges leichter Vermögen aufbauen ... angenommen er gibt im Monat ähnlich viel geld aus, dwie der obige Geringverdiener.
Das Finanztransfersteuervolumen ist damit bei beiden gleich (€180,- p/a).
Beim Geringverdiener macht das allerdings 1% des Einkomens aus, beim Mittelständler nichtmal 0,3%.
Betrachtet man sie isoliert, dann belastet die FTS den Geringverdiener stärker ... gleiches gilt für eigentlich alle Konsumsteuern ... da es in diesem Bereich eben keine Steuerfreibeträge gibt, belasten diese Steuern die Bevölkerungsteile, die eben keine Lohn- oder Einkommensteuer zahlen, stärker.

Smartin schrieb:
Dass ich einem Mathematiker erklären muss, dass wenn ich einen Kuchen von A nach B und wieder zurück bewege, ich dadurch nicht 2 Kuchen habe, stimmt mich traurig. Aber gut was soll ich sagen.
Betrachtet man die durch eine FTS möglichen ZUSÄTZLICHEN Staatseinnahmen, so ist es für ein BGE schlicht unnötig, irgendwelche Kuchen von A nach B zu tragen, oder sie dadurch verdoppeln zu wollen.
Alles, was nötig wäre, ist die Bereitschaft 1c pro ausgegebenen EUR an den Staat abzudrücken.

Dass es daran scheinbar hapert, finde ich ziemlich traurig, denn die Beträge um die es dabei geht, sind auf das einzelne Individuum betrachtet ein Witz.
Wahrscheinlich ignorierst du deswegen den Vorschlag, ein BGE komplett über die FTS zu finanzieren ... du willst kein BGE ... und mit FTS wäre das beste Argument gegen ein BGE (unfinanzierbar) widerlegt.
Eine FTS würde mnicht nur ein BGE finanzieren, sondern (nebenbei) auch noch einiges anderes, was momentan der schwarzen Null (CDU Finanzpolitik) untergeordnet wird.
Man müsste damit nichtmal ein BGE finanzieren ... wenn die Leute das nicht wollen, ist es halt so ... mit einer FTS wäre allerdings auch einigen anderen Baustellen in DE geholfen ... sehr viel mehr, als durch eine verdoppelung der Abgaben für Besserverdiener, die dann eh abhauen oder kreativ werden (Steuerschönung, -flucht).

Indiskutabel ist allerdings unsere momentane Steuerstaffelung ... zu niedrige Freibeträge, zu schneller Aufstieg in die Spitzensteuerklasse ... und dann kommt erstmal Ewigkeiten nichts mehr ... dass daran Anstoss genommen wird, war noch bnie irgendwie verwunderlich.
Mit welchem Recht nennt man eine Steuerklasse noch Spitzensteuersatz, wenn die Mehrheit der Bevölkerung ihn ohnehin zahlen muss? 56k Jahresbrutto ist mittlerweile einfach zu früh/niedrig.
da bin ich voll und ganz bei dir ... aber scheinbar möchte die schwarze Null (CDU Finanzpolitik) da nicht dran, solange die Linken sowas fordern.

Das ganze System müsste eigentlich um mindestens 20% nach "rechts" verschoben werden ... also den Eintritt in die Spitzenklasse nicht bei 56k Jahresbrutto, sondern erst bei 67k ... die "Reichensteuer" (ab 260k Jahresbrutto) sollte wohl früher greifen z.B. bei 200k oder 180k.
Freibetrag rauf auf 11.000,- (aktuell 9.000,-)
Erste Steuerzone (14%) beginnt dann erst bei 11.001,- (aktuell 9.001,-)
Ab 67.000,- Jahresbrutto sind dann die 42% fällig ... bis dahin greift die Progression wie gehabt.
Ich glaube damit würden schon recht viele Arbeitnehmer aus der Spitzensteuerklasse herausfallen, und hätten damit schon einen Grund weniger, sich zu beschweren ... schließlich gibt es ja Leute, die mehr zahlen, weil sie mehr verdienen.

Die Staatsfinanzierung würde das auch kaum tangieren, denn es würden sich lediglich die Paritäten am Gesamtsteuervolumen etwas verschieben, da nun wieder mehr Leute in der 3. Zone wären, statt in der 4.
Insgesamt wäre das Volumen dadurch wohl etwas kleiner, aber dass würd durch eine FTS tausendfach kompensiert.
 
K7Fan schrieb:
Wie soll man Verstorbenen irgendwas abgelten? Meinst Du das Geld nützt ihnen etwas?
Das grenzt ja schon fast an Erbschuld, ein Konzept das ich entschiedenst ablehne und das zum Glück längst überkommen ist.

Heute bezahle ich diese Stunden, neben deren Lohn, u.A. durch Mitfinanzierung des Gesundheits- und Pensionssystem auch jener die nicht mehr arbeiten können. Genau so wie auch mich die folgende Generation einmal für meine "Leistungen" entschädigen wird wenn ich nicht mehr arbeiten kann.

Abgesehen davon, wer bezahlt denn, in Deinem Modell, mich und meine Generation für unsere Leistung? Wenn wir tot sind können die Nachfahren das doch nie mit Geld bezahlen. Und deren Nachfahren erst. Man kann das Modell beliebig in die Zukunft erweitern, Sinn macht es allerdings auch dann nicht.


Kommt auf den Beruf an, in vielen Fällen sind 2K zu wenig. Dem wäre dringenst mit gezielter und deutlicher Erhöhung der Entlohnung zu begegnen statt mit freiem Geld für alle.


Zwischen Einzelkämpfern und erzwungenen Gruppen mit bedingungsloser Solidarität von hunderten Millionen Individuen existiert doch eine gewisse Bandbreite.


Zum Spalten ist ein BGE viel besser geeignet, würde ich das wollen, ich wäre dafür. Eigentlich bin ich auch dafür, es ist ja verdammt nützlich.

Spaltende Meinungen, soll es also eine Gesellschaft mit ausschließlich voll kompatiblen Meinungen geben die keinerlei Gefahr der Spaltung bringen?


Ich rate es Dir sehr.

Vermutlich hast Du mich nicht verstanden. Ich versuche es nochmal.
Alles das, was Du Dein zivilisiertes Leben nennst, wird doch zu 99,99999999999999999% von anderen Menschen erdacht, hergestellt, geliefert etc. Wer baut Dein Klo, wer baut die Erze ab, um Dein Klo zu bauen, wer produziert die Farbe für Dein Klo, wer baut die Rohstoffe ab, um die Farbe herzustellen, wer transportiert die Rohstoffe, wer baut die Fabrik, in der Dein Klo gebaut wird, wer baut die Rohstoffe ab, um diese Fabrik zu bauen? Diese Kette ließe sich tatsächlich endlos fortsetzen. Wie willst Du mit Deinem eigenen kleinen Leben jemals eine Leistung erbringen, von der Du sagen könntest, Du hättest ja für all das bezahlt?
Weil das unmöglich ist, MUSS Dir, mehr oder weniger, nahezu alles geschenkt werden, sowie Du durch Deine Lebensleistung schenkst. Hauptsächlich schenken wir einander ja unsere Lebenszeit, die wir für eine Aufgabe aufwenden. Daher ist der Wert unseres Lebens auch nicht bezifferbar, weil ein im ganzen Universum einmaliges Event, eine einmalige Existenz, einen unendlichen Wert haben muss.
Vergiss den Gedanken, Du würdest für das, was Du hast, bezahlen und wärst ein autarkes Individuum.
Das ist eine Illusion. Ein Mensch ist allein nicht lebensfähig. Er braucht die Gemeinschaft und eine Gemeinschaft ist nur von Dauer in der Kooperation, weil sie den Goodwill für ein gemeinsames Ziel braucht.
Ein BGE ist schlicht nur ein Ausdruck dieser Einsichten.
 
Weil 99,99% der Waren/Dienstleistungen von anderen arbeitenden Menschen erdacht, hergestellt, geliefert etc. werden soll es eine Einsicht sein, allen Arbeitsunwilligen ein (üppiges) BGE dauerhaft zu finanzieren?
Klingt für mich einfach nicht logisch.
 
@DerOlf
Und ich glaube Du hast Null plan, wie Börse funktioniert. Und Du schmeißt alles durcheinander, was man nur durcheinander schmeißen kann.
Was haben Ausgaben mit einer FTS zu tun? Jetzt sollen sogar normale Privattransfers besteuert werden, wenn Erna dem Enkel 10 Eur überweist oder wie? Mit welchem Recht? Das ist puren Enteignung aber es Dir egal.
Die Börsentransfers sind heutzutage zig hunderte wenn nicht tausende Transfers pro Sekunde (mit dem GLEICHEN GELD). Schon mal was von Hochfrequenzhandel gehört? Wir leben nicht mehr 1980, wo Erna für 100 DM Appleaktien gekauft hat und jetzt nach 40 Jahren ihre 10 Millionen von der Bank auszahlen lässt.
Wie kommen wohl die Transfervolumina an den Börsen zustande? Geld wird durch ein automatisiertes Handelssystem in dem Bruchteil einer Sekunde investiert, wenn der Kurs gerade steigt, um dann möglichst schnell wieder aus dem Kurs rauszugehen, insbesondere wenn oder besser noch bevor er fällt. Dabei geht es um schnellstmögliche Datenverarbeitungssysteme und vielmehr noch um die kürzeste(!) Internetverbindung zur Börse selbst, weshalb sich Broker auch direkt neben der Börse ansiedeln um einen möglichst kurzen Weg und damit kurze Latenzzeit für ihren (Hochfrequenz)Handel zu haben. Da wären 100.000 Eur binnen Sekunden einfach durch die FTS aufgefressen, selbst wenn die nur 0,001% betragen würde.
Was würde das in "Deiner Welt" bedeuten? Bsp.:
Man hat sich 100.000 Eur zusammengespart in eine Lebensversicherung oder in einen Fonds, der meiner Alterssicherung dienen soll. (nimm was auch immer für eine Summe, es geht mir nur ums verdeutlichen). Jetzt wird das Geld durch den Fondsmanager (oder in der Praxis durch den Computer) in eine Aktie oder Aktienfonds investiert, weil das System gerade feststellt, dass der Kurs steigt. Zack werden 1000 Eur FTS fällig., bleiben 99.000 Eur übrig, jetzt erzielt das Geld MiniRendite von ein Paar Euro, dann fällt der Kurs wieder. Das System geht raus aus dem Fonds, weil der Cap erreicht ist und Zack würden wieder 1000 Eur fällig. Und das hättest Du mit jeder Transaktion. Selbst wenn der Algorithmus so ist, dass Du nur 10 Transaktionen an einem Tag hättest (in der Praxis hast Du die in der Sekunde, wenn nicht noch deutlich mehr), wären in Deinem Beispiel 10.000 Eur der 100.000 Eur weg. Wie soll man an einem Tag 10.000 Eur Rendite erwirtschaften?

zum zweiten Teil. Alles schön und gut, Steuern senken der Mittelschicht, schon klar, aber glaubt ihr das Gelaber eigentlich selbst noch? Wie wollt ihr die Steuereinnahmen mehr als verdoppeln, wenn ihr sogar noch steuern senkt?
 
ThomasK_7 schrieb:
Weil 99,99% der Waren/Dienstleistungen von anderen arbeitenden Menschen erdacht, hergestellt, geliefert etc. werden soll es eine Einsicht sein, allen Arbeitsunwilligen ein (üppiges) BGE dauerhaft zu finanzieren?
Klingt für mich einfach nicht logisch.
Kling auch für mich nicht logisch, darum hab ich sowas auch nie geschrieben. Abgesehen davon finanziert ein BGE nicht explizit Arbeitsunwillige. Weder ist das der Grundgedanke eines Bedingungslosen Grundeinkommens, noch würde ich so einen zynischen Begriff wie "Arbeitsunwillige" in diesem Kontext benutzen, noch bist Du persönlich derjenige Arbeitswillige der Arbeitsunwillige finanziert.
Diese Sprache, die Du benutzt, kommt nicht von ungefähr. Wenn Du wissen willst, wie sie sich entwickelt hat und welchem Zweck sie dient, wie sie sich im Unterbewussten einhakt und die Wirklichkeit in menschenverachtender Weise verzerrt, empfehle ich Dir das Buch "LTI – Notizbuch eines Philologen ".
 
silent-jones schrieb:
Wer baut Dein Klo,
Jemand der fürs Klobauen bezahlt wird.

silent-jones schrieb:
wer baut die Erze ab
Jemand der fürs Erzabbauen bezahlt wird.

silent-jones schrieb:
wer produziert die Farbe für Dein Klo,
Jemand der für die Farbproduktion bezahlt wird.
...

Wer von diesen Menschen arbeitet unentgeltlich? Dass die Bezahlung oft viel zu gering ist bestreite ich nicht im Geringsten.
Wer von diesen Menschen bekommt mehr wenn leistungsbefreite Lebensentwürfe stärker gefördert werden? Wenn deren Leistung stark unterbezahlt ist, wäre es nicht gerechter das BGE Geld ihnen zu geben und nicht einfach zu verstreuen? Höhere Gehälter, weniger Steuern auf deren Einkommen, bessere Pensionen,... Möglichkeiten die ohne ungerichtetem Geldregen auskommen und weit effizienter wären gäbe es sehr viele.

silent-jones schrieb:
Weil das unmöglich ist, MUSS Dir, mehr oder weniger, nahezu alles geschenkt werden, sowie Du durch Deine Lebensleistung schenkst.
Aha, was schenke ich an alle her? Arbeite ich denn, für Fremde, umsonst?
Hergeschenkt habe ich bestenfalls etwas Steuergeld weil ich trotz angeborener, unheilbarer Krankheit (bei der mich btw. unser Gesundheitssystem mit seiner Standardtherapie schon zum Pflegefall gemacht oder getötet hätte) nicht bereits lange in BU bin sondern dem Staat immer noch keinen einzigen Cent an H4, Frührente oder sonstiger Sozialhilfe koste.

silent-jones schrieb:
Ein BGE ist schlicht nur ein Ausdruck dieser Einsichten.
Und deshalb sollen in einem riesigen Sozialexperiment mit ungewissem Ausgang selbst jene die nichts zur Gesellschaft beitragen wollen von denen die etwas beitragen, und oftmals dafür zu gering entlohnt werden, auch noch besser als jetzt bedingungslos gratis versorgt werden?

silent-jones schrieb:
Vergiss den Gedanken, Du würdest für das, was Du hast, bezahlen und wärst ein autarkes Individuum.
Den Gedanken des völlig autarken Individuums habe ich doch gar nicht.

Es scheint als würdest Du zwischen einem komplett isolierten Einzelkämpfer und einem bedingungslos solidarischen und vereinten Kollektiv aus Millionen welches jeden einfach nur für seine bloße Existenz bezahlt überhaupt nichts sehen.
 
Smartin schrieb:
aber glaubt ihr das Gelaber eigentlich selbst noch?
Ich lebe in einem CDU-geführten Land ... was meinst du muss ich auf die Frage antworten.

Ich glaube, dass es funktionieren würde ... nur nicht mit unserer derzeitigen Polit-Prominenz, denn die ist einfach nicht zukunftsfähig.
Ergänzung ()

Smartin schrieb:
Und ich glaube Du hast Null plan, wie Börse funktioniert.
Das mag sein ... ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die großen Transfervolumina nicht allein durch Hochfrequenzhandel mit Minimalrenditen entstehen.
Rund 40 Prozent des Handelsvolumens an europäischen und 70 Prozent an US-amerikanischen Börsen ist auf Hochfrequenzhandel zurückführen. Über die Anzahl der Transaktionen in den wenig transparenten Dark Pools gibt es jedoch keine genauen Zahlen.
https://www.finance-magazin.de/fina...um-hochfrequenzhandel-in-deutschland-1342129/
In den USA ist HFT auf jeden Fall wichtiger, als in Europa.
Wenn du von Börse Ahnung hast, kannst du dann den Anteil von HFT am Gesamten transfervolumen (weltweit 16 Bio pro TAG) angeben?
Vielleicht klappts ja auch, wenn man HFT gezielt ausklammert ...

Unter anderem deswegen bin ich ja dagegen, die FTS auf den Finanzmarkt zu beschränken ... der Hochfrequenzhandel ist ja nur ein Beispiel.
Im Privatleben fällt dem Individuum jedoch nicht auf, wenn es für eine Überweisung 1% Steuern zahlt, und nicht ganz wenige schauen (offensichtlich) auch echt nicht auf die genauen Beträge ... man hat's ja.
Was sich beschwert, IST aber das Individuum (z.B. über 42% Einkommensteuer).
Was glaubst du wird überwiegen ... der Ärger über eine lächerliche Finanztransfersteuer bei Überweisungen die vielen nichtmal auffallen würde oder die Freude über "nur" 38% Einkommensteuer?

Mal als Einblick in die Massenpsyche ... Kriege sind schrecklich ... aber sobald WM ist können anderswo tausende vergast werden, in DE interessiert das nur wenige Spinner, die nicht wissen, was im Leben neben Geld das wichtigste ist.
Nebenbei werden Rentner beklaut (neuerliche Nullrunde), Diäten erhöht, halbseidene Polizeigesetze verabschiedet und noch so einiges mehr, wovon der deutsche Michel nix mitbekommt, weil ja grade Fussball ist.

@ascer:
Ich muss die ganze Zeit drüber nachdenken, ob wir nicht doch so etwas wie eine Robotersteuer brauchen.
Klar wäre die ein Entwicklungshindernis. Auf der anderen Seite ist aber auch die Besteuerung der Lohnarbeit eines der wichtigeren finanziellen Standbeine unseres Staates.
Wenn letztere (bis auf einen überschaubaren Teil) von Robotern erledigt wird, und daher "Arebiet" als Sstaatliche Einnahmequelle im Prinzip wegfällt, dann muss der Staat dafür eine Alternative finden ... eine naheliegende wäre eben dass zu besteuern, was den Steuerzahler ersetzt hat ... die Maschine, die nun seine Arbeit erledigt (und die von drei anderen gleich mit).
Eventuell ist ein Entwicklungshemmnis auch nicht so schlecht ... einfach damit die Umstellung etwas länger dauert, und die Gesellschaft so mehr Zeit für die Anpassungen hat.

Klappt aber sowieso wieder alles nur global ... auch die von @Kausu eingeworfenen Sicherungsmechanismen, die zu einem sanften Übergang beitragen würden, sind letztlich nur so lange sicher, wie sie nicht als Standortfaktor betrachtet werden.
Wenn es anderswo "unsanft" von statten geht (worauf man sich verlassen sollte), dann wird das den Druck schlagartig stark erhöhen und die ehemals als positiv betrachteten Sicherungsmechanismen werden dann in der politischen Debatte als Hindernis beim Bemühen um konkurenzfähigkeit am globalen Markt dargestellt werden.
Den Gesang kennt man doch aus dem neoliberalen Lager zur Genüge.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke man kann als Zwischenstand festhalten, dass verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten existieren und deren Volumina mehr als ausreichend sind, um ein BGE zu finanzieren.

Man liest hier stark zunehmend nämlich keine Kritik an den konkreten Volumina respektive ferner an den Möglichkeiten, sondern eher Systemkritik; "ich will nicht" sowie individuelle Gründe Finanzmittel dieser Höhe überhaupt zur Verfügung zu stellen oder eben zu verweigern.

Insofern sollte man von den konkreten Finanzierungen eventuell mittlerweile absehen, damit diese nicht immer wieder mit hineingemischt werden, und vorrücken zu den eigentlichen Themen, die im Zuge der Finanzierbarkeit angesprochen wurden.


Auch auf der Kritikerseite ist es müßig, schlicht "bei neuen Steuern wandern Unternehmen ab" o.Ä. einzuwerfen. Das ist kein Argument gegen ein BGE. Ein BGE ist ja nur ein Lösungsweg für eine technologisch disruptive, vierte industrielle Revolution.
Tritt die auf, dann werden Arbeitsplätze ohnehin automatisiert, die Lohnsteuer sinkt gewaltig und als Konsequenz gibt es einen Überschuss, der im Vergleich zu vorher unbesteuert ist, da beispielsweise Roboter 24/7 ohne Ansprüche arbeiten.
Ganz egal also, ob man ein BGE nun möchte oder nicht, für den heutigen (Sozial)Staat würde dann Geld fehlen.

Gleiches gilt übrigens für die Finanzmärkte. Wir sind mittlerweile ja bei Spekulationsvolumina von über 100:1 im Vergleich zum nationalen BIP angenkommen, d.h. der Finanzmarkt übersteigt die real geschaffenen Werte um mehr als 100-fache. Wir wissen alle was bei vorangegangenen Finanzkrisen passiert ist und wie viel das die Länder gekostet hat. Also auch dort kann kein "weiter wie bisher" auf Ewigkeit passieren. Deshalb hat die EU Kommission ja bereits 2011 Gesetzvorschläge für eine Finanztransfersteuer eingereicht. Ohne irgendeine Absicht für ein BGE wohlgemerkt, sondern einzig und allein um einen zusätzlichen Steuerungsmechanismus für den Finanzmarkt zu haben.
(und auch ein wenig, um die Gesellschaft für die Bankenrettungen zu entschädigen)


Ich möchte also auf zwei Dinge hinaus:
(i) Beispielsweise Roboter erzeugen 24/7 Arbeitskraft, auf die keine Lohnsteuer usw. anfällt
und
(ii) der Finzanzmarkt kann nicht gesund und ohne erneute Krisengefahr noch viel weiter über die 100:1 Quote im Vergleich zum nationalen BIP wachsen

Diese Problematiken treten, gerade bei einer starken, vierten industriellen Revolution, ohnehin auf. Egal, ob man die nun mit einer Steuer bekämpfen will (und was man mit den Einnahmen dann finanziert) oder nicht.


Insofern würde ich die theoretische Finanzierbarkeit als geklärt ansehen, besonders wenn man sich die letzten Posts anschaut.

Mit der Untätigkeitsdebatte, dem "ich will nicht für andere bezahlen" & Co. scheinen wir ohnehin eher zu einer Begründungsfrage des BGE bzw. seiner "Existenzberechtigung" zu kommen.

Hier scheint Kritikern vor allem das Leistungsprinzip wichtig zu sein. Die Erwartung einer Beschäftigung an das Individuum im Sozialstaat (welche beim BGE entfällt).
Da würde ich z.B. erstmal überhaupt das Leistungsprinzip zur Debatte stellen: heutzutage geht man ja viel eher nach dem Credo, jeder müsse eine Beschäftigung haben. Eine Leistungsgesellschaft sind wir schon lange nicht mehr und eine Beschäftigung schafft heutzutage auch vielfach gar keine Werte in größerer Höhe, als sie konsumiert.
 
Hallo

ascer schrieb:
Ich denke man kann als Zwischenstand festhalten, dass verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten existieren und deren Volumina mehr als ausreichend sind, um ein BGE zu finanzieren.
Wenn es dir damit besser geht dann darfst du dir das gerne wieder einmal einreden, das behauptest du schliesslich nicht zum ersten Mal, du magst halt Wiederholungen

ascer schrieb:
Man liest hier stark zunehmend nämlich keine Kritik an den konkreten Volumina respektive ferner an den Möglichkeiten, sondern eher Systemkritik; "ich will nicht" sowie individuelle Gründe Finanzmittel dieser Höhe überhaupt zur Verfügung zu stellen oder eben zu verweigern.
So toll ist die Argumentation auf der Befürworter Seite auch nicht und bei den Befürwortern ist das stärkste Argument auch die Systemkritik.
Der eine will ein BGE weil Ihm keiner Arbeit gibt und das obwohl er ganz angestrengt nur nebenbei eine Arbeit sucht.
Der andere will ein BGE weil er unter anderem ein Problem mit dem angeblich faschistoiden Hartz4 System hat.
Glückwunsch zu deinen wahnsinnig glaubwürdigen und toll argumentierenden Mitstreitern.
Es war noch nie anders und es wird sich auch nie ändern, die Erfolglosen wollen das System ändern und die Erfolgreichen wollen das System behalten.
Bei dir habe ich zumindest noch die Hoffnung das du aus dieser Phase heraus wächst, wenn du in der Arbeitswelt/Realität angekommen bist.

ascer schrieb:
Auch auf der Kritikerseite ist es müßig, schlicht "bei neuen Steuern wandern Unternehmen ab" o.Ä. einzuwerfen. Das ist kein Argument gegen ein BGE.
Das ist ein sehr gutes Argument gegen eine BGE, ein BGE nur in Deutschland würde den Standort Deutschland deutlich unattraktiver machen, wegen den Kosten für die Finanzierung.
Ein weltweites BGE werden wir nicht hinkriegen, alleine schon weil sich bestimmte Länder den Wettbewerbsvorteil nicht nehmen lassen würden.
Wer sollte ein weltweites BGE beschliessen/bestimmen ? Der Weltpräsident, die vereinigte Föderation oder irgend ein Gott ?

ascer schrieb:
Ein BGE ist ja nur ein Lösungsweg für eine technologisch disruptive, vierte industrielle Revolution.
Viele BGE Befürworter tun aber so als ob es der einzige Lösungsweg ist und genau denen unterstelle ich das sie nur das Geld wollen weil sie keine Lust haben zu arbeiten.

ascer schrieb:
Hier scheint Kritikern vor allem das Leistungsprinzip wichtig zu sein. Die Erwartung einer Beschäftigung an das Individuum im Sozialstaat (welche beim BGE entfällt).
Richtig, das ist das wichtigste, wir wollen niemanden durchfüttern der nicht arbeiten will.

ascer schrieb:
Da würde ich z.B. erstmal überhaupt das Leistungsprinzip zur Debatte stellen: heutzutage geht man ja viel eher nach dem Credo, jeder müsse eine Beschäftigung haben.
Da gibt es nichts zu debattieren, das Leistungsprinzip ist das erfolgreichste weltweit und das Prinzip das uns unser schönes Leben ermöglicht.

ascer schrieb:
Eine Leistungsgesellschaft sind wir schon lange nicht mehr und eine Beschäftigung schafft heutzutage auch vielfach gar keine Werte in größerer Höhe, als sie konsumiert.
Wie bitte, wir sind schon lange keine Leistungsgesellschafft mehr ? Lebst du eingeschlossen im Keller ?
Der Konsum der erwirtschaftet werden muss, (vor allem elektronisches Spielzeug) ist doch explodiert.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Glückwunsch zu deinen wahnsinnig glaubwürdigen und toll argumentierenden Mitstreitern.
Glückwunsch zur Unfähigkeit, die dargelegten Argumentationen auf einer inhaltlichen Ebene zu widerlegen.
Aber danke, für das Eingeständnis.
Tomislav2007 schrieb:
Das ist ein sehr gutes Argument gegen eine BGE
Das ist seit Jahrzehnten ein Argument gegen den gesamten Sozialstaat ... gegen Unternehmens- oder Reichenbesteuerung, gegen die LKW-Maut, gegen Lohnerhöhungen am "falschen" Ende der Lohnpyramide u.s.w.
Diese Standortdebatte werden wir nicht los, solange wir keine absolut freie Wirtschaft haben, die nicht besteuert, nicht reguliert und erst recht nicht überwacht wird.
Und dann wird sich etwas anderes finden, was Deutschland unatracktiv macht (z.b. die hohen Lebenshaltungskosten oder dieses seltsame Krakele nach Nachhaltigkeit und Konsumverzicht ... dieses Linksgrünversiffte Nachhaltigkeits-Blabla).
Tomislav2007 schrieb:
Viele BGE Befürworter tun aber so als ob es der einzige Lösungsweg
Ich sehe darin nicht den einzigen Weg, aber im Hinblick auf ein fernziel (die Geldlose Gesellschaft, oder wenigstens die ablösung des Geldprinzips als absolute Basis unserer Gesellschaft) für einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.
Aber DAS ist natürlich nur Spinnerei ... ich kann's echt nicht mehr hören ... exakt das gliche wurde von der Demokratie behauptet, von einer adelslosen Gesellschaft, der Säkularisierung oder vom Sozialstaat.
Der Großteil unseres gesellschaftlichen Fortschritts basiert auf "Spinnerei" ... wie viele autos gäbe es heute, wenn nie ein Spinner auf die blöde Idee gekommen wäre, die Pferde durch einen Motor zu ersetzen, viel Geld und Zeit in diese Spinnerei investiert hätte?
Genau ... kein Einziges.
Tomislav2007 schrieb:
Der Konsum der erwirtschaftet werden muss, (vor allem elektronisches Spielzeug) ist doch explodiert.
Der Technoloiemarkt ist Explodiert, der Finanzmarkt ist explodiert und vor allem ist es seit etwa 25 Jahren nicht mehr allein der hochtechnisierte Westen, der die Güter konsumiert, sondern eben auch die ehemaligen Kolonialgesellschaften in Asien, Afrika und Südamerika.
Glechzeitig ist in den lezten Jahrzehnten eine kontinuierliche verkürzung der Produktlebensspannen zu beobachten ... im Grunde ein Trend zu minderer Haltbarkeit bzw. Qualität.
All diese Faktoren haben den Markt exoplodieren lassen ... klar steigt der Konsum (die entsprechenden Kennzahlen), wenn die Kauffrequenz beim Individuum gesteigert wird.
Über den PONOR sind wir hier mMn schon hinaus ... unsere Wirtschaft braucht den Konsum für die Mülltonne, gerade ein "weiter wie bisher" ist ohne einfach nicht möglich.
Wir haben lediglich unsere "Wegwerfrate" gesteigert ... die Konsumsteigerung ist nicht Grund, sondern Folge dieser Entwicklung hin zur Wegwerfgesellschaft.
Nachhaltigkeit kann sich unsere Wirtschaft nur unter größten Anstrenguingen leisten.
 
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DerOlf schrieb:
Glückwunsch zur Unfähigkeit, die dargelegten Argumentationen auf einer inhaltlichen Ebene zu widerlegen.
Aber danke, für das Eingeständnis.
Also zumindest silent-jones kann man inhaltlich argumentativ nicht widerlegen. Wie auch? Wo kein Inhalt ist, kann ich nicht inhaltlich dagegen gehen. Bei dir ist eben gern die Tendenz da, das du von einem zu anderem kommst. Die kommst nicht zum Punkt, bringst permanent was neues ein ohne auf bisheriges noch einmal einzugehen. Dich inhaltlich zu widerlegen ist ein Kmpf gegen Windmühlen (oft genug) weil du inhaltlich gerne abschweisfst und ausweichst. Tomis Kritik in der Hinsicht ist nicht ganz falsch.

Die Standortdebatte wird es immer geben und muss auch immer geführt werden. Es ist nun mal ein Balance Akt. Weder braucht es eine völlig freie unbesteuerte Wirtschaft noch kann man jede Steuer Idee auf die Wirtschaft loslassen und davon ausgehen, dass das folgenlos bleibt. Hier gibt es kein richtig oder falsch sondern nur ein empfindliches Gleichgewicht völlig entgegenlaufender Interessen.

Warum sollte man eine geldlose Wirtschaft haben wollen? Oder eine ablösung des Geldprinzips? Was soll den bitte die Alternative sein? Solange es keine Maschinen a la Star Trek gibt, die beliebig Energie in Materie verwandeln können, wird man einen Tauschhandel benötigen. Und Geld ist nunmal ein alternatives Tauschmittel und es ist doch egal, ob das nun Muscheln Scheine oder Steinchen sidn
 
Wobei es selbst bei Star Trek noch mehr als genug Handel gibt. Replikatoren sichern die Grundbedürfnisse ab aber manche Leute kochen dort noch gern mit echten Zutaten, die dementsprechend teuer sind. Es kriegt auch nicht jeder Raumschiffe geschenkt - die muss man sich erarbeiten.

Im Thread wurde schon mehrfach darauf hingewiesen, dass in Zukunft vor allem hochqualifizierte bzw. die "Elite" gebraucht werden wird.
Die Frage ist nur, wie lockt man solche Leute á la Gates, Jobs, oder Leute wie diese hier
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_Personen_für_die_Informatik
an?

Ich glaube kaum, dass man diese mit noch mehr Abgaben anlockt. Ich habe es hier im Thread schon einmal erwähnt, wurde damals aber ignoriert. Warum wollen alle eine Greencard wenn das Sozialsystem dort so schlecht ist, aber nur wenige wollen eine Bluecard.
Menschen die ein bestimmtes Können erreicht haben oder auch der normale Masterstudent machen diese Weiterbildung nicht mit der Aussicht auf das tolle Sozialsystem - die wollen damit (ALG1 etc.) doch gar nicht in Kontakt kommen bzw. so plant man sein Leben doch nicht. Gerade solche Leute erhalten dort von Konzernen auch top Leistungen, die mit dem deutschen Sozialstaat vergleichbar sind + zusätzlich zum Gehalt.
Die sehen die höheren Einkommen in z.B. Nordamerika und gehen doch da hin - auch deutsche mit sehr hoher Bildung, Fachwissen oder Normalos wie mich, die nicht zu viel Staat wollen, zieht es weg.
Von der besseren Möglichkeit, siehe mal Datenschutz in EU vs USA, für neue Technologien mal abgesehen.
Ich glaube eher, dass man sich mit einem BGE für diese Gruppen noch unbeliebter macht - gerade wenn man über Finanzsteuern nachdenkt.
 
Mustis schrieb:
Was soll den bitte die Alternative sein?
Einfaches Solidaritätsprinzip ... dem steht Geld mMn im Weg ...
Wie im kleinen, so auch im großen. "Beim Geld hört die Freundschaft auf".

Replikatoren sind die letzte Stufe von Industrie 4.0 ... wenn wir sowas haben, dann ist das produzierende Gewerbe hinüber und genau deswegen wird unsere "gut gehende" Wirtschaft sowas auch nicht entwickeln ... wahrscheinlich wird es aus versehen entdeckt werden ... und man kann nur hoffen, dass der Spinner, der es tut, dann klug genug ist, die nötigen Patente zu sichern ... und stark genug, die Patente nicht einfach an Google (oder ein anderes Unternehmen der "klassischen" Wirtschaft) zu verkaufen, denn dass würde die Markteinführung um Jahrzehnte hinauszögern (einfach weil man den geplanten Lebenszyklus der momentan am Markt befindlichen Artikel nicht künstlich verküürzen will ... da kann man schließlich noch Gewinn abschöpfen).
 
Solidaritätsprinzip im Warenhandel/-tausch? Wie soll das den gehen? Oo Genau so Antworten meine ich. Was soll ich damit anfangen? Das mag im kleinen ja noch irgendwie gehen, wobei ich auch hier enorme Probleme sehe. Aber wie soll das bei höherwertiger Ware wie beispielsweise einem Auto gehen? Ganz ehrlich, diese so kurze Antwort lässt mich vermuten, dass du selber keine Idee hast, wie das auch nur im geringsten praktisch aussehen soll.

PS: Replikatoren waren ein Witz. Es ist nach heutigen Erkenntnissen physikalisch unmöglich, ähnlich dem beamen. Nur weil manches aus Star Trek heute Realität ist, heißt es nicht, dass das für alles gilt. Und falls doch, sicher nicht zu unseren Lebzeiten oder denen unserer Kinder, Enkel und Urenkel...
 
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