der wettbewerb am arbeitsmarkt beschränkt sich auf eine ganz kleine gruppe mit spezialausbildung. dort führt der wettbewerb dazu, dass tatsächlich "gute" arbeitsplätze angeboten werden. mit "gut" meine ich das "gesamtpaket", nicht nur den lohn. der rest muss nehmen was kommt. und da gibt es überhaupt keinen wettbewerb, wenn sich auf jede stelle x leute bewerben. (ich hab in der zeit glaub ich wars mal nen artikel gelesen, wo eine frau ihr kind abgetrieben hat, um einen job zu bekommen)
wie sieht das aus, mal an nem beispiel:
firma a und firma b sind direkte konkurrenten, verkaufen beide das gleiche.
firma a zahlt guten lohn und macht normale arbeitszeiten, firma b zahlt geringen lohn, und übt druck aus, das die leute überstunden machen. ergebins: firma a geht pleite.
jetzt das gleiche im ge: die angestellten der firma b fordern bessere arbeitsplätze, wenn sie die nicht bekommen, gehn sie zur firma a oder bleiben zu hause. ergebnis: firma b geht pleite.
jetzt die frage: kann firma a beliebig die preise anheben? nein, denn es gibt noch firma c, d, e und f (sowie das kartellamt, das im fall von mauschelei empfindliche strafen ausspricht)
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es gibt nur 2 "argumente" die gegen ein ge sprechen: wie soll mans bezahlen, und wer geht noch arbeiten. darauf möchte ich nochmal eingehn.
esrtmal: was bezahlt wird, bestimmt die gesellschaft. da wir in einer demokratie leben, gelten regierungsbeschlüsse aus ausdruck des mehrheitswillens. wenn "wir" also beschliessen, ab morgen ein kindergeld von 500.- zu zahlen, dann wird ab morgen ein kindergeld von 500.- gezahlt. wenn wir beschliessen, der comerzbank 500 mrd zu zahlen, dann wird das gezahlt.
woher kommt das geld? der staat bezieht natürlich seine einnahmen aus steuern. im ge-modell von werner gibt es nur 1 steuer, es ist auch vorstellbar, ein modell zu machen mit 3 oder 5 steuern. (wir sind uns vermutlich einig, das es möglichst wenig verschiedene steuern sein sollen. eines der dinge, auf die wir nicht stolz sein können, ist unsere weltmeisterschaft in der steuerrechtsliteratur)
des weiteren gibt es oft das missverständnis, das der staat grade so viel einnahmen haben muss, das er ein ge zahlen kann. der staat ist aber auch arbeitgeber und investor. also geht es um mehr.
soweit die finanzielle seite.
der zweite einwand ist, das dann niemand mehr arbeiten gehn würde. die lösung ist simpel: alles was wir brauchen sind arbeitsplätze, die so gut sind, das die leute freiwillig und trotz ge dort arbeiten (natürlich für lohn, der ja - im wernerschen modell - ohne abzüge gezahlt wird). meine frage an die gegner des ge: ist es wirklich so unvorstellbar, das man das hinbekommt? ich meine nein. das die welt dann allerdings anders aussieht als heute, das einige firmen das net packen werden, das - keine ahnung - lidl verschwindet, das sollte niemanden stören. vermtulich werden wir keine "rush-hour" mehr haben, und keine fertigen menschen morgens in der u-bahn. und das heisst nicht, das auch nur 1% weniger produziert wird als heute. es werden einfach nur die arbeitsabläufe an die menschliche natur angepasst.
wenn der wettbewerb in der technik uns die dollsten produkte beschert, wie soll ein wettbewerb auf dem arbeitsmarkt nicht ebensolche positiven ergebnisse bringen?