bevorstehende Weltwirtschaftskrise?

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@Mustis

Sagen wir einmal so...wir haben keine Krise, aber ein Problem.
Neu eingestellte Facharbeiter bekommen jetzt das Einstiegsgehalt wie ich vor 10 Jahren eingestiegen bin!
Die Reallöhne gehen seit geraumer Zeit GRUNDLOS drastisch nach unten.
Die Wirtschaft/Börse feierte ein Rekordjahr nach dem anderen und der Bevölkerung ging/geht dadurch das Geld aus um den Konsum am laufen zu halten.

Teuerung seither?
Kaufkraftverlust der jetzigen Generation?

Es braucht gar keine Wirtschaftskrise/Rezession im BWL sinne!
Das Lohndumping zugunsten des Management+Aktionäre erledigt das auch bei sattem Wirtschaftswachstum ganz von alleine, daß den Leuten das Geld ausgeht für die Erhaltung des gewohnten Lebensstandards.

Bzw. wird ein Arbeiterauto wieder ein alter Polo und kein neuerer Golf, um es bildhaft darzustellen.

Momentan schaue ich mich aus Langeweile nach einer neuen Arbeit um.
100erte freie Stellen in meinem Nahbereich, aber keiner will zahlen was ein Fachmann wert ist.

Nochwas:
Ich schmeiß jetzt meine ganzen Lebens/Kapital/wasweisich Fondgebundenen Sparer/Versicherungen weg, die Performance ist grottenschlecht, viel mieser als bei der dämlichsten Selbstanlage nach dem Zufallsprinzip.
Wie schafften es diese Fonds überhaupt bei welteitem Boom ein Minus einzufahren?

10% Kürzung bei Betriebspensionen stehen auch im Raum.

Also so super läuft das Ganze auch wieder nicht.
 
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Politiker hätte man werden sollen
*träum*

neulich nen hübschen Spruch gelesen: "Wer hat das Geld erfunden, und warum nur so wenig?"


also ich könnte mir vorstellen, das zuviel virtuelles Geld im Umlauf ist, wo die Banken usw nicht mehr wissen, wie sie damit arbeiten sollen, und dann auf immer windigere Geschäftsideen verfallen. Hier in Deutschland speziell ne riesige Zahl von Beamten, deren Löhne und Pensionen rein virtuell berechnet werden, ohne das damit eine Wertschöpfung verbunden war. Könnte mir schon vorstellen, das es beizeiten etwas ungemütlicher werden könnte *schluck*
 
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@Rasemann

Die Löhne gehen weder grundlos noch drastisch nach unten.
Grundlos deshalb nicht weil das halt Auswirkungen der Globalisierung sind
unweit von deinem Österreich gibt es ein Land da verdient ein Artzt 250 Euro bei etwa gleichen Lebensmittelpreisen das Land heißt Bulgarien und ist seit kurzen in der EU.
Und auch nicht drastisch bei uns in Deutschland etwa 6% seit 1990 die sind damit zu erklären das das Lohnniveau damals im Vergleich sehr hoch war und durch Globalisierung und Wiedervereinigung unter Druck geraten ist. Spätestens mit der demografische Entwicklung wird sich das Lohnniveau wieder verbessern und global gesehen ist der Wohlstand sowieso erheblich gewachsen.
 
Und zumindest in Deutschland hat diese von Rasemann völlig übertrieben als "Lohndumping" bezeichnete Lohnzurückhaltung dabei geholfen, die Arbeitslosigkeit deutlich stärker als in vergangenen Aufschwüngen abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen zu verbessern. Ist halt die Frage, ob man 30Mio Beschäftigte haben will, die sehr gut verdienen und nebenher 5Mio Arbeitslose, oder ob man 32Mio Beschäftigte haben will, von denen einige etwas weniger verdienen, und dabei "nur" 3Mio Arbeitslose. Angebot und Nachfrage: Auf dem Arbeitsmarkt sind die Arbeitskräfte das Angebot, und die Arbeitgeber erzeugen die Nachfrage. Wenn die Arbeitskräfte billiger werden, steigt die Nachfrage und die Arbeitslosigkeit sinkt. Genau das ist in Deutschland passiert. Und wenn diese Reformprozesse irgendwann abgeschlossen sind, sprich wenn die Staatsfinanzen dauerhaft in Ordnung gebracht sind und die Arbeitslosigkeit auf ein gesundes Maß gesunken ist, dann werden auch die Reallöhne wieder stärker steigen.
 
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Großbritannien droht Finanzminister Alistair Darling zufolge die schwerste Wirtschaftskrise seit 60 Jahren. Der Konjunkturabschwung sei wahrscheinlich kräftiger und anhaltender als erwartet, sagte der Schatzkanzler der Zeitung "Guardian" von heute.

Ist wohl auch ein kompletter Trottel wie ich...

Lohndumping = ein Arbeiter verdient heute nicht mehr als schon vor 10 Jahren.
Die Preise haben seither aber um mindestens 40% angezogen.
Ich rede von Reallöhnen nicht von KV/Tarif Löhnen.
Und das hat bei VOLLBESCHÄFTIGUNG(Österreich) gar nichts mit Globalisierung zu tun, die wurde nicht erst gestern erfunden, sondern rein mit einem Lohnsenkungsprogramm der Industrieellenvereinigung, die die Löhne auf Gewerbeniveau drücken will um die Gewinne weiter zu maximieren.

So sehe ich das.
 
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Da habe ich GAR NICHT gerechnet, sondern die Lohnpolitik der Firma herangezogen bei der ich beschäftigt bin.

Nichts ist so richtig wie die Realität.
 
Meine Herren!

Ich habe mich nicht auf die Lohnpolitik Deiner Firma bezogen, sondern auf die Preisentwicklung, die Du mit 40 Prozent für die letzten zehn Jahre angegeben hast. Das hat mit Deiner Firma nichts zu tun und trotzdem ist Dein Inflationswert meilenweit von der Realität entfernt.
 
Ich kenn auch leute deren Gehalt sich in den letzten jahren verdoppelt hat sag ich jetzt die gehälter in Deutschland haben sich jetz aller verdoppelt nein ich berufe mich auf Statistiken alles andere ist ziehmlich sinnlos.
 
Inflation = Zinseszins gerechnet für 10 Jahre = 30-40% von Punkt zu Punkt.
Pro Jahr 2-4% eben.

Statistischer Reallohnverlust von 1991 bis 2008 = 15% in Österreich.
Wenn die Wirtschaft jetzt auch nur ein bissl nachlässt wird sich die Situation wohl kaum verbessern.

Nicht ein und die selbe Person betrachten, sondern schauen was du vor 10 Jahren verdient hast und was ein 10 Jahre Jüngerer in deiner damaligen Position heute verdient.
Je nach Branche gibt es da ganz nette Überraschungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Inflation = Zinseszins gerechnet für 10 Jahre = 30-40% von Punkt zu Punkt.
Pro Jahr 2-4% eben.
Inflation (Preise) haben mit Zinsen herzlich wenig zu tun. Ich starte einen letzten Versuch mit dem Index der Verbraucherpreise.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Verbraucherpreisindex-D-1991-2006.png

Man achte auf die dicke, dunkle Linie. Im Jahr 1996 lag der Indexwert bei ca. 95, im Jahr 2006 bei 110. Das macht eine Veränderung von (110 * 100) / 95 = 15,8 Prozent. Es kommen also keinesfalls 40 Prozent heraus.
 
|MELVIN| schrieb:
Komplettzitat entfernt *klick*


Ob Rasemann tatsächlich übertrieben hat kann ich nicht so recht glauben. Mittlerweile sind es wohl deutlich mehr als 2 Millionen Menschen die mit einem 6 oder 7€ Stundenlohn leben müssen. Wie kann das sein, das man 40 Stunden die Woche arbeiten geht und zum Amt rennen muss, weil das Geld trotz Vollzeitbeschäftigung nicht reicht.
Ich bewundere die Leute, mit derart niedrigen Löhnen, die nur ein wenig mehr Geld vom Arbeitgeber gezahlt bekommen als vom Amt.
So stiehlt sich unsere ach so stolze Regierung aus der Verantwortung und steuert geradewegs auf ein wirtschaftliches Fiasko zu.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Komplettzitat entfernt. Bitte Regeln beachten.)
Ob Rasemann tatsächlich übertrieben hat kann ich nicht so recht glauben.
Und ich kann nicht glauben, dass hier Diskussionen geführt werden auf der Basis der Einwicklung in einer einzelnen Firma, die dann als allgemeingültig für ein ganzes Land hingestellt werden.
Dabei wäre es ein Leichtes, sich zunächst einmal die Zahlen zu besorgen, bevor man hier unseriöes Behauptungen aufstellt. Aber so wird hier ja gerne „argumentiert“. Wenn man sich ein bestimmtes Segment herausgreifen möchte – etwa die Geringverdiener –, dann muss man das auch klar sagen und entsprechend daran orientieren. Aber nein, da wirft man lieber alles schön durcheinander und schreibt sich hier um Kopf und Kragen, bis man von niemandem mehr ernst genommen werden kann.

Bezogen auf diesen Thread heißt das zum Beispiel: Reden wir von einer allgemeinen Wirtschaftskrise (in Deutschland oder in Österreich oder in der EU) oder von den Problemen einer Minderheit der Beschäftigten, die wenig verdient?

Und was hat die "ach so stolze Regierung" mit der Tariffreiheit zu tun? Wer verhandelt denn die Gehälter, etwa Angela Merkel?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man über Tariffreiheit redet, muss man natürlich wissen, an wen die tariflichen Zahlungen weitergegeben werden. Natürlich gibt es die Tariffreiheit, aber nur für die, die in Gewerkschaften organisiert sind. Kein Betrieb ist verpflichtet irgendwelche tariflichen Zahlungen an Nichtorganisierte weiter zu geben. Wer verhandelt für die Leute, deren Betriebe nicht mal im Arbeitgeberverband organisiert sind.
Es gibt nicht umsonst die Diskussion über Mindestlöhne. Und genau jetzt kommt Frau Merkel und ihre Regierung wieder ins Spiel.
Man kann "Geringverdiener" nur mit Gesetzesänderungen auffangen. Ansonsten werden sie ausgebeutet.
Keshkau, Tariffreiheit auf alle auszudehnen, ist unter den gegebenen Umständen mindestens genauso unseriös.
 
Genau genommen meinte ich die grundgesetzlich garantierte Tarifautonomie. Das hätte ich auch so schreiben sollen. Wenn man sich als Nicht-Gewerkschaftsmitglied benachteiligt fühlt, hindert einen niemand daran, in eine Gewerkschaft einzutreten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tarifautonomie

Wichtiger ist aber der Punkt, dass Arbeitsverträge oder Tarifabschlüsse ohne staatliche Einflüsse zustande kommen. Wenn also Arbeitnehmer oder Arbeitnehmervertreter ihre Arbeitsbedingungen aushandeln (und aushandeln sollen), dann sind sie auch selbst für das Ergebnis ihrer Verhandlungen verantwortlich.

Vor diesem Hintergrund nach dem Staat zu rufen, ist geradezu lächerlich.

Der Staat wiederum springt ein, wenn jemand seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann. Dann sind wir beim Thema Kombilohn.
 
keshkau schrieb:
Genau genommen meinte ich die grundgesetzlich garantierte Tarifautonomie. Das hätte ich auch so schreiben sollen. Wenn man sich als Nicht-Gewerkschaftsmitglied benachteiligt fühlt, hindert einen niemand daran, in eine Gewerkschaft einzutreten.



Das nenn ich mal eine ziehmlich lapidare Abhandlung der Realität.
 
Ich möchte ja nicht das Thema „Wirtschaftskrise“ aus den Augen verlieren. Aber es besteht nun einmal Vertragsfreiheit in Deutschland. Jeder kann seine Preisschilder selbst gestalten, sei es im Laden oder auf de Flohmarkt. Dieses Prinzip gilt ebenso für Arbeitsverträge.

Wer also soll über die Gehälter entscheiden, wenn nicht die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer, die einvernehmlich einen beidseitigen Arbeitsvertrag abschießen?

Wenn man etwas anderes möchte, z. B. ein „Recht auf Arbeit“, dann muss man überlegen, was das in der Praxis bedeutet, nämlich das Recht:

- von einem (bestimmten?) Arbeitgeber,
- ungeachtet der individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Qualifikationen,
- ungeachtet der individuellen Arbeitsleistung, die erbracht wird,
- ungeachtet persönlicher Merkmale (Kundenfreundlichkeit, Verkaufstalent, …),
- ungeachtet der Auftragslage,
- eingestellt und
- bezahlt zu werden.

Das funktioniert nur, wenn sämtliche Betriebe und Unternehmen in der Hand des Staates liegen und man somit gar keine Möglichkeit hat, selbst unternehmerisch tätig zu werden. Aber diese Einschränkung haben wir in Deutschland nicht.

Also kannst Du Dich auf die eine oder andere Seite schlagen. Und wenn Du lieber Arbeitnehmer sein möchtest, dann musst Du möglicherweise mit anderen Bewerbern konkurrieren und Dich mit Deinem potenziellen Arbeitgeber auf ein Gehalt einigen, mit (bzw. von dem) beide leben können.

Das ist nichts weiter als die Anwendung des Subsidiaritätsprinzips, wonach erst der Einzelne eine Lösung für sich selbst sucht, bevor „höhere Instanzen“ (z. B. der Staat) eingeschaltet werden.

Wenn man nun jemand ist, der sich (gerne) auf einem Segment des Arbeitsmarktes tummelt, wo es unzählige Bewerber für eine begrenzte Zahl von Stellen gibt oder wenn man dort arbeiten möchte, wo die Konkurrenz aus dem Ausland ihre Arbeitskraft günstiger anbietet, wer trägt dann die „Schuld“ dafür?

Es steht doch jedem frei, sich zu bilden, zu qualifizieren und sich seine (selbstständige oder unselbstständige) Arbeit dort zu suchen, wo es attraktiv ist.

Inwieweit der Staat sich einmsichen soll oder nicht, ist wiederum eine Frage der persönlichen Werthaltungen, z. b. ob man eher dem Konservativmus, dem Sozialismus oder dem Liberalismus anhängt.
 
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