Erfolge der Linken, "Linksrutsch" in Deutschland ?

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Zudem: Auch der Rechte will, dass es dem einfachen Menschen besser geht. Nur das Feindbild ist ein anderes, wobei auch da die Feindbilde wieder ähnlich sind: Kapitalismus, Ausbeute. Die Lösung der "Probleme" ist ein anderes und einige Teile der Feindbilder. Bei dem einen sinds die "Ausländer" die an allem Schuld sind, beim anderen die Reichen.

Hast du ich im Ansatz schon mal, mit "rechten" Idologien ausernandergesetzt? Nehmen mir zum Beispiel die NPD und deinen Satz: "Auch der Rechte will, dass es dem einfachen Menschen besser geht.", stimmt schon dadurch nicht das es der NPD nicht um den Menschen geht, sondern um die "Volksgemeinschaft", zu der dann "nicht erwünschte" Menschen schon mal nicht gehören. Auch das Kapital im ganzen ist nicht das Feindbild der NPD, hier wird dann relativ oft zwischen sogenannten "guten Kapital" und "schlechten Kapital" unterschieden. Das "gute Kapital" dient dem Volk und das "schlechte Kapital" sind in der Rege irgendwelche ausländischen Firmen, oder Firmen die zuviel AusländerInnen beschäftigen, oder evtl. zuviel Ausland produzieren etc.pp. Auch habe ich von der NPD noch nichts darüber gelesen, das sie die Eigetumsverhältnisse(außer es ist "ausländische", bzw. schlechtes Kapital"), groß in Frage stellen und daraus resultiert auch keine kritik des Mehrwert.

Achja allein irgendwelche Schlagwörter, in den Raum zu werfen ist noch kein Argument. ;)

Ich halte die Begriffe "radikalismus" und "extremismus", auch für falsch. Das hat mehrere Gründe. Ich halte zum einen das „eindimensionalen“ Achsenmodells für zu vereinfachend, weil hier, die unterschiedlichen Ausprägungen innerhalb des sogenannten Links/Rechtsextremismus in einen Topf geworfen werden. Gerade der sogenannte "Linksextremismus", ist politisch und idologisch inhomogen. Gerade die idologischen und politischen differenzen z.B. zwischen den verschiedenen strömungen des kollektiven/kommunistischen Anarchismus und den verschiedenen strömungen des Marxismus sind zum teil erheblich(vereinfachend).
Auch wird über den Radikalismus/Extremismus Begriff, ein sogenannte politische Mitte konstruiert. Alles was dann außerhalb der sogenannten Mitte liegt, wird dann als Radikal/Extremistisch stigmatisiert und darüber dann eine politische Ausernandersetzung abgelehnt, hat th3o auch schon eingebracht.

Wobei der Begriff der poltischen Mitte nicht festgelegt ist, ich will das mal einen Beispiel verdeutlichen. Wenn ende 40iger Jahre, anfang der 50iger Jahre des letzten Jahrhundert in der BRD, die verstaatlichung der Produktionsmittel gefordert hätte, wäre das durch aus politischer mainstram gewessen(Politische Mitte ;)), heute ist dagegen radikal evtl. dann noch extremistisch.

Auch wurde der Extremismus Begriff in der BRD hauptsächlich, über den Staat defeniert, bzw. es gibt keine eindeutge wissenschaftliche Defenition. Dadurch kann der Begriff, aus meiner Sicht zu sehr politisch missbraucht werden.

So weit ich das verstehe,sind Linksextremisten (ohne jetzt auf die Definitionen näher einzugehen) eher als Anarchisten zu verstehen.
Beschmieren von Wänden, Wandalismus und Angriffe aus Staatsorgane.
Meist in Kombi mit Alk und Drogen.

You made my day! :D

Denkst du ernsthaft, alle AnarchistInnen ergehen sich darin, unter drogen/alkohol einfluss gegenständen und Staatsorgane einzugreifen. Ich würde dir mal dringend(als Einstieg) den Wikipedia Artikel, zu Anarchismus ans Herz legen. ;)
 
Eine kritische Sichtweise (z. B. auf den Kapitalismus) ist ein guter Anfang für die persönliche Positionsbestimmung. Und wenn man sich sicher ist, dass der Kapitalismus abgeschafft gehört, hat man sogar schon ein konkretes Ziel vor Augen.

Aber wie das so ist, muss auch irgendwer den Weg dorthin beschreiten. Die „Extremisten“, so nenne ich sie jetzt einmal vereinfachend, schlagen dafür einen Bogen. Sie umgehen die üblichen Instanzen und predigen die Revolution, den Umsturz, die Gewalt.

Wer diesen Weg nicht beschreiten will, muss wohl oder übel den Gang durch die Institutionen einschlagen – und während dieser Zeit vielleicht darauf hoffen, dass sich genügend Gesinnungsgenossen finden, die den Fortschritt beschleunigen. Das wäre dann eine Arbeit in politischen, sozialen, kulturellen und anderen Vereinigungen, bis hin zu Parteien.

Niemand wird ernsthaft erwarten, dass sich z. B. eine Partei innerhalb kurzer Zeit auf einen neuen (antikapitalistischen) Kurs bringen lässt. Man ist dort auch nur in einer Organisation von vielen und muss seine Überzeugungsarbeit gegenüber seinen Tischnachbarn leisten. Es fängt immer erst mit kleinen Schritten an, wenn man nicht sofort den großen Wurf landen will

Hilfreich wäre es, wenn die „Systemkritiker“ eine Strategie entwickeln würden, wie sie ihre Ziele umzusetzen gedenken. Das wäre die Aufgabe, die logischerweise auf die Kritik folgen müsste. Auch ein Herr Obermann muss sich eine Vision von der Telekom der Zukunft erarbeiten. Ohne geht es nicht.

Gerade wenn man den Vergleich zwischen Links und Rechts bemüht, sieht man doch, dass die Rechten sehr wohl über ausgefeilte Strategien verfügen, die sie auch fleißig umsetzen, etwa durch die Arbeit im Umfeld von Schulen. Wer nicht nur ein Ziel, sondern auch eine Strategie für deren Umsetzung hat, ist eindeutig im Vorteil.

Die Entscheidung, ob die Arbeit in politischen Gremien für die Erreichung der eigenen Ziele sinnvoll sein kann oder nicht, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.
 
Was ich auch noch mal anmerkung möchte ist, dass der gewaltlose Weg wenn er erfolgreich bestritten wird ind aller Regel dann auch erfolgreich ist, da hierfür eine Mehrheit notwendig ist. Er sichert also auch das bestehen des Umbruchs. Auch verhindert er, dass Minderheiten übergangen werden, zumindest schmälert er das Risiko. Wenn sich etwas gewaltlos durchsetzt sichert dies oft nachhaltig das bestehen. GEwalt dagegen wird oft eingesetzt wenn eine nicht mehrheitsfähige Meinung durchgebracht werden soll. Denn wäre sie mehrheitsfähig, würde sie in unserem System nicht verhindert werden können bzw. wieder nur durch gewalt. In einer Diktatur sähe dies anders aus, aber in einem System wie dem unseren ließe sich eine Mehrheitsfähige Meinung völlig ohne Gewalt realisieren. Und ob eine nicht mehrheitsfähige Meinung einfach umgesetzt werden sollte, dies auch noch mit Gewalt, dass ist für mich doch sehr fragwürdig. und offenbar viel die Breite Masse keinen stark linken Staat, auch unter den Arbeitern und geringer Verdienenden ist dies offensichtlich nicht gewollt. Denn eines wollen wir doch auch nochmal festhalten: das die Linken in letzter Zeit so stark zugelegt haben liegt unter anderem auch an den Protestwählern, die damit eine Signalwirkung erreichen möchten. Wird diese von den Parteien wie SPD CDU/CSU, FDP und Grünen verstanden und entsprechend regiert, dann bin ich mir sicher, dass die Linken wieder stark an Wählerschaft verliert.
 
@Mustis
Kann ich eigentlich viel von dem was du sagst unterschreiben. Allerdings möchte ich doch darauf aufmerksam machen, dass im Laufe der Geschichte es auch zu genüge Kämpfe und historische Situationen gegeben hat, wo einige wenige, die in einer historisch-günstigen Lage sich befanden und/oder die Zeichen der Zeit eher erkannt haben, für Werte und Umbrüche gekämpft haben, von denen man heute froh ist, dass es sie gibt oder gegeben hat.

Deshalb wäre ich zumindest vorsichtig in der Behauptung, dass etwas grundsätzlich mehrheitlich gewollt werden muss damit es als "gut" gelten kann. "Gut" ist immer erst in einem zeitlichen (in diesem Falle geschichtlichen) Prozess erkennbar und nicht einzig an einem Punkt der Geschichte oder in einer ganz bestimmten Situation.
Deshalb sage ich, dass das was "gut" oder "wünschenswert" etc ist/war etwas Gewordenes ist. Und im Begriff des Gewordenen ist die Zeitkomponente und damit der Begriff des Prozesses.
 
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Ich nehme mal an, du meinst unter anderem die französische Revolution. Sicher, einer der wenigen Fälle, wo durch gewalt nachhaltig etwas gutes entstanden ist. ABER! erstens stand dort eine Mehrheit hinter diesen Plänen, zweitens ob nun absolutistische Monarchie oder Diktatur, diesen Einwand hatte ich bereits erwähnt, dass es hier ohne Gewalt in der Tat sehr schwer ist etwas zu bewirken, und drittens gab es auch dort extreme und vorallem unnötige Gewaltexseze, die vielen Unschuldigen das Leben gekostet hat. Und so sehr die Französische Revolution viel positives gebracht hat, dieser Abschnitt war unnötig und muss nicht wiederholt werden. Auch das gehört dazu, wenn man aus Geschichte lernen möchte. Auch damals wäre es ausreichend, möglich und im prinzip auch vom Grundgedanken der Revolution her besser gewesen, dem könig bzw. dem Adel einen ordentlichen Prozess zu machen, statt Lynchjustiz zu vollziehen. Allein die Angst, dass der König versuchen könnte wieder an die Macht zu gelangen ist für mich persönlich keine Rechtfertigung für dieses Vorgehen. Vorallem weil es viele Unschuldige getroffen hat, denn auch im Adel waren damals menschen, die die Revolution unterstützt haben und im Nachhinein als Adliger geköpft wurden. Von den ganzen bürgerlichen, angeblichen Königstreuen mal ganz zu schweigen.
 
@Mustis
und genau das ist die Gefahr dabei. Dem arbeitenden Menschen ist zur Zeit in der Mehrheit garnicht bewusst in wie weit die kapitalitischen Produktions und Ausbeutungsmechanismen für die derzeitigen Zustände verantwortlich sind. Ihm geht es ohne Zweifel viel besser als noch vor 100 Jahren und sieht daher nicht die notwendigkeit dieses System zu überwinden. Er wird so zu sagen von diesem System korrumpiert und es wird ihm sogar weiß gemacht das er vom unermesslichen Reichtum dieser Minderheit profitiert. In Wirklichkeit geht es besagter Minderheit einzig darum ihren Besitz, Profit und die Macht zu festigen und noch zu erweitern. Die Bedürfnisse der arbeitenden Menschen sind dabei völlig nebensächlich.
 
Dies ist deine Meinung und meines Erachtens nach undifferenziert und weltfremd. Dein Standpunkt ist reichlich paranoid und lässt vorallem außen vor, dass niemand daran gehindert wird, durch Arbeit in den Gehaltsklassen aufzusteigen. Das dies bei jedem Menschen unterschiedliche Grenzen hat, die durch bilogische Merkmale wie geistige Fähigkeiten usw. festgelegt sind, daran wird auch die linkeste Ideologie nichts ändern außer sie stellt alle gleich und macht damit Arbeit unrentabel, da egal wieviel ich leisten kann oder will immer gleich viel erhalte. In meinen Augen kein erstrebenswertes Ziel, da es Stillstand bedeutet. Sicher haben es Kinder aus bereits wohlhabenden Familien etwas leichter aber auch dieser Wohlstand ist erarbeitet worden. Die wenigen, in der Tat sehr reichen Familien, die aufgrund ihrer alten adeligen Abstammung nach wievor ganz oben stehen sind verschwindend gering. Dafür ein komplettes System umzubrechen ohne die gesamten konsequenzen daraus erfassen zu können, halte ich für völlig daneben. Zumal es immer so sein wird, dass sich gewisse Klassen/Kasten bilden, die versuchen werden, ihren Einfluss und wohlstand gegenüber anderen zu schützen. Das liegt in der Biologie des Menschen. Daher wird der Kommunismus oder Sozialismus nie funktionieren, was eigentlich alle Beispiele gezeigt haben. China, Sowjetunion, Lateinamerika, Jugoslawien usw. haben alle gezeigt, dass auch dort die herrschende Linke Partei bzw. Führerposition mit allen Mitteln versucht seine persönliche Macht zu festigen. Denn wäre der Mensch so, dass ein solches System funktioniert, hätten wir nie über eine wohlwollende Monarchie hinauskommen müssen. Den ob es nun ein König, ein Diktator oder eine Partei ist, die angeblich nur das beste für ihr Volk will und bereitwillig abtritt, wenn die Mehrheit der Meinung ist, dass dies notwendig wäre bzw. dies nicht der richtige Weg ist, ist völlig egal.
 
"...vorallem außen vor, dass niemand daran gehindert wird, durch Arbeit in den Gehaltsklassen aufzusteigen."

und ich denke, dass genau an diesem Punkt sich die Diskussion anfangen würde im Kreise zu drehen. Es gibt massig Nachweise und Theorien, die genau Gegenteiliges behaupten und in der Ansicht, dass das eben nicht so ist wie Du es behauptest, darin stimmen extasy und ich tatsächlich überein. Aber das wäre jetzt auch eine vollkommen andere Debatte, die ich zu führen nicht Willens bin. Das Gesagte kann gerne so stehenbleiben.
 
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Ich sehs halt so und das aus erster Hand. Mein Vater kommt aus wirklich einfachen Verhältnissen selbst für die DDR. Und heute ist er doch sehr wohlhabend. Und er hat nicht reich geheiratet ode irgendwas gewonnen. ;) Nein hart erarbeitet und ermöglicht durch seinen Intellekt. Sicherlich bin ich dadurch nicht völlig objektiv. Aber das dürfte in dem Bereich keiner sein, zumal es für beides massig beispiele gibt.
 
@keshkau

Es gibt druchaus unterschiedlichen Strategien, innerhalb der "Linken". Blos gibt es nicht die Strategie, weil es in der "Linken" viele unterschiedliche politische und Idologische ausrichtungen gibt und dadurch auch unterschiedliche Strategien. Aber um dir mal ein Beispiele außerhalb der leninistischen Revolution zu geben. Die bedeutende Strömung außerhalb der "real existierenden sozialistischen Staaten", war/ist wohl der Anarchosyndikalismus. Der Anarchosyndikalismus baut auf die überwindung des Staates und der kapitalistischen Gessellschaft, durch gewerkschaftliche selbstorganisation auf(sehr verkürzt dargestellt ;)). Die größte Rolle spielte der Anarchosyndikalismus in Spanien(CNT), während der 20iger und 30iger Jahre in den letzten Jahrhundert. Während des spanischen Bürgerkrieg, kamm es auch in einigen Gebieten zu erheblichen gessellschaftlichen veränderungen.

@Mustis

Ein Problem, aus meinen Augen ist auch wie man Mehrheit defeniert. Die Mehrheit innerhalb eines Staates, oder Mehrheit innerhalb einer bestimmten Gruppe von Menschen. Das Problem in meinen Augen ist, einerseits das die meisten Staaten ein "Machtanspruch" auf ihre gebiet pflegen(auch die BRD), also das sich nicht einfach eine Gruppe von Menschen von dem Staat ablösen kann, es ist wenn dann überhaupt möglich über die Mehrheit im Staat. Auch bin ich kein Freund von Mehrheiten, wenn 55% sich dagegen aussprechen, bleiben ja immer noch 45% die dafür sind. Diese sind je nach dem auch eine erhelbliche Masse an Menschen, müssen sich aber dann trotzdem der Diktatatur der Mehrheit beugen. ;)
 
Es geht doch nicht um irgendwelche "Gehaltsklassen". Meine Frau und ich haben zusammen ein Haushaltseinkommen von netto 4600 Euro. Grund genug uns selbstgefällig, wie viele, zurück zu lehnen und die Diskussion sozialer Probleme anderen zu überlassen.

Mir ist aber trotz des derzeit recht hohen Einkommens durchaus bewusst wie schnell es damit für einen Arbeditnehmer vorbei sein kann, wenn er aufgrund der kapitalistischen Produktionsweise für überflüssig und dann Arbeitslos erklährt wird, oder aber eine schwere Krankheit oder Behinderung daran hindert seinen Beruf weiter auszuüben. Denn selbst bei höheren Einkommen wird es ein Arbeitnehmer nur selten schaffen sich durch Vermögen unabhängig von seiner Arbeitskraft zu machen. Selbst mit 100 000 Euro auf dem Konto wird man kaum davon bis zum Lebensende leben können.

Es geht also garnicht in erster Linie darum mehr oder weniger zu verdienen, sondern viel grundsätzlicher die derzeitigen Macht und Besitzverhältnisse zu hinterfragen. Die oberen 10% konzentrieren den Löwenanteil des frei verfügbaren Weltvermögens auf sich alleine.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Marlino
Es geht mir weniger um eine einheitliche Strategie, etwa für das gesamte linke Spektrum, sondern darum, dass jeder Einzelne für sich einer Strategie folgen sollte. Wenn ich Gleichgesinnte auch noch zusammenschließen, haben sie natürlich ein größeres Gewicht, das ist klar. Das ist schließlich eine der Lebensgrundlagen für unsere Parteien.

Es mag fünfzig verschiedene Strömungen (innerhalb der Linken) geben. Aber keine dieser Strömungen wird weit kommen, wenn ihre Mitglieder keine Vorstellung davon haben, auf welchem Weg sie ihre Ziele erreichen wollen. Und natürlich hätten sie bessere Erfolgsaussichten, wenn sie sich vorab untereinander (d. h. mit andern Linken) einigen könnten, bevor sie sich mit dem politischen Gegner beschäftigen.

Zum Glück gelingt das nur in den seltensten Fällen, weshalb wir uns z. B. immer wieder über Flügelkämpfe (innerhalb von Parteien) amüsieren dürfen. Da will etwa DIE LINKE als geschlossene Partei auftreten. Doch dann trägt man die innerparteilichen Differenzen in der Öffentlichkeit aus und bietet so das Bild eines Flickenteppichs. Dieses Phänomen findet man überall, siehe nur Große Koalition.

Ich kann mir jedenfalls kaum einen "Linksrutsch in Deutschland" vorstellen - um mal wieder über das Thema zu reden -, solange die linken Strömungen derart uneinheitlich auftreten. Sie wirken damit nicht als homogene politische Kraft (die sie ja auch nicht sind), sondern als Sammelbecken verschiedener Überzeugungen, die untereinander Ähnlichkeiten aufweisen, aber mehr auch nicht.
 
Marlino, das is sicher wahr. Aber nicht umsonst leben wir in keiner "richtigen" Demokratie, wie es beispielsweise die Griechen taten. Sondern das demokratische Grundgerüst wird erweitert und ergänzt durch Erkenntnisse die wir im Laufe der Geschichte für erstrebenswert halten. Davon abgesehen, nach irgendwas muss eine Meinung abgestimmt werden oder? Es wird immer wieder jemanden geben, der anderer meinung ist und sich deswegen der Diktatur der Mehrheit beugen muss. Unser System ist weit davon entfernt ideal perfekt zu sein, doch meiner ansicht nach ist es von vielen übeln das kleinste bzw. von den vielen schlechten ist es immer noch eines der besten.

@ extasy deswegen denke ich bist du weltfremd. die von dir genannten beispielen führen bei uns ganz sicher nicht zu existenzvernichtungen. Da verhindern staatlichsoziale Netze und zudem kann man auch privat Vorsorgen. eine Unfallversicherung, eine Lebensversicherung oder eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung kann jeder abschließen und sie kosten (außer man übt einen riskanten Job aus) kein vermögen. Bzw. Arbeitsunfall ist sowieso immer durch gerkschaften oder die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Das schlimmste was man also aus finanzieller Sicht fürchten muss ist ein geringeres Einkommen. Schließlich kann es auch nicht sein, dass alle für das Pech eines einzelnen im vollem Umfang grade stehen müssen. ein angemessenes, geringeres Einkommen durch die Gemeinschaft, das ein überleben garantiert ist mehr als ausreichend. Zumal es auch im Sozialismus nicht garantiert werden kann, das in extremfällen existenzen vernichtet werden. Armut gab und gibt es auch in sehr links regierten Ländern. Und komischerweise auch sehr reiche Schichten, nur sind es andere als bei uns. ;)
 
@Mustis
ah ja das Argument der persönlichen und privaten Vorsorge. Das hat blos den Haken das private Versicherungen im Gegensatz zu einer Sozialversicherung ihre Kunden aussuchen können und in derem Sinne "schlechte Risiken" aussortieren.

Nein, die privatisierung sozialer Risiken ist nicht die Lösung der Probleme. Nur eine solidarische Gesellschaft schafft es allen eine soziale Absicherung zu bieten und nicht nur denjenigen die es sich leisten können und/oder "gesund" (im Versicherungssinne) sind. "Krank" ist man ja bei Privatversicherungen schon wenn man mal Rückenschmerzen oder schoneinmal eine Depression hatte, mit der Folge nicht versicherbar zu sein.

Dein Vertauen in unsere mehrfach "reformieren" Sozialversicherung in ehren. Es stimmt aber leider nicht das man dadurch nicht in Armut fallen könnte, oder willst du mir erzählen das 800 Euro Erwerbsunfähigkeitsrente genügen um ein Menschenwürdiges Leben hier zu führen ? Die Rente bekommt man aber auch erst bei 100% Erwerbsunfähigkeit, den Kopf also unter den Arm tragend. Wenn man theoretisch noch als Pförtner arbeiten könnte (egal ob man überhaupt einen Pförtnerjob bekommt) bleibt einem nur noch HartzIV und die Perspektive sich für jeden unterbezahlten Job billig verkaufen zu müssen.

Die Sozialversicherung ist der natürliche Feind der Neoliberalen und Marktradikalen. Für die ist sie völlig überflüssig weil sie die Gewinne der Besitzenden schmälert. Genau darum wurde sie auch in der vergagenheit immer mehr "reformiert" sprich demontiert. Klar, die oberen 10% sind auch nicht auf diese angewiesen und können leicht von der Eigenverantwortung schwafeln.
 
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Das sind schon wieder Anschuldigungen die völlig an der Realität vorbei sind. KV hat nichts mit der Unfallversicherung zu tun. eine gesetzliche gibt es bis auf selbstständige sowieso für jeden, von einer abschaffung ist nirgends die rede. Bei der Unfall kann jeder versichert werden und nach den neusten Regelungen können die Privaten nichtmal mehr in der KV jemanden ablehnen. und wegen Depressionen ist noch keiner abgelehnt worden. Du hast ein völlig verzehrtes Bild der Privaten Versicherungen, die, so ungern du das jetzt vermutlich hörst, einen riesigen sozialen Nutzen bringen, denn die meisten Existenzen wurden immer noch durch Private Versicherungen gerettet. Sei es bei einem Wohnungsbrand oder einem schweren Freizeitunfall. Deinen gesetzlichen Rundumschutz wird es hoffentlich nie geben, denn dadurch kann jeder den tollsten Blödsinn machen, den außer körperlichen schäden hat er ja nichts zu befürchten. Die Eigenverantwortung ist dann wirklich obsolet, die im gewissen Maße vorhanden sein sollte, das willst du doch nicht bestreiten oder? Oder bist du wirklich der Auffassung, dass jeder Mensch keinerlei eigene Verantwortung haben sollte?
 
@Mutis
ist wirklich drollig wie du allen erntes meinst die privaten Versicherungen verteidigen zu müssen. Vor allem das wegen Depressionen noch nie jemand abgelehnt wurde :D Und natürlich kann dich die private KV bei "Vorerkrankungen" ablehnen. Nur wenn du schoneinmal in der privaten KV wartst und wegen Beitragsrückstand ausgeschlossen wurdest gibt es seid neuesten einen Wiederaufnahmezwang. Informiere dich ersteinmal bevor du hier losbollerst. Ich weiß es besser, das kannst Du mir glauben :cool_alt:

Von einer 100% Absicherung habe ich auch nie geredet und die private Versicherung hat natürlich durchaus ihre Berechtigung (schließlich haben meine Frau und ich sehr viele private Versicherungen). Nur wenn jemand nach langer Einzahlung im Fallle einer Krankheit mit einem Almosen abgespeist wird und zum Sozialfall degradiert dann frage ich mich schon wohin unsere Sozialversicherung "reformiert" wurde. Die private Versicherung kann und darf die Sozialversicherung nicht ersetzten.
 
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Dass es den Arbeitern in diesem Luxusstaat materiell gut geht will ich garnicht bestreiten. Aber gerade diese Tragödie hat schon Lenin vorhergesagt:

In den hochindustriellen Ländern bilden sich "Arbeiteraristokratien", um Unruhen vorzubeugen (wobei gerade von hier aus wirklich Einfluss genommen werden könnte), wodurch die hiesigen Arbeiterparteien korrumpiert werden, während in den (ich möchte bewusst sagen) "Kolonialländern" das wirkliche Proletariat geknechtet wird. In Süd-Ost-Asien lässt Apple die Leute unter unwürdigen Bedingungen knechten, damit unsere Hip-Hop-Luxusbubbies ihre beschissene Mucke am iPod abspielen können. Und dass ekelige Manager sich einen günstigen Abstecher im Puff in Thailand gönnen, widert mich um so mehr an.

Desweiteren hatten wir da mal die Diskussion über die Entfremdung der Arbeit des Menschen, und dieses Phänomen ist mir nach Lektüre des Feuerbachschen "Das Wesen des Christenthums" umso bewusster geworden. Diese Entfremdung schafft tatsächlich den Konsumismus unter den Arbeitnehmern in den industrialisierten Staaten, und der Konsum wirkt wie Brot und Spiele im antiken Rom.
Währenddessen suchen in den 3.-Welt-Ländern die Menschen ihren Trost in der Religion, und Phrasen wie "Wir fristen unser Dasein wie Allah es bestimmt hat", "Wir danken Allah, dass er uns überhaupt Arbeit schenkt" umhüllen die materielle Wirklichkeit mit einer transzendenten Interpretationshülle, die den Menschen an der bewussten Praxis, an dem Verändern der Zustände hindert.
 
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Ach du weisst es besser? Na dann, ich hatte grad ein Seminar dazu und weiss, dass es einen Grundtarif gibt, in dem wir jeden aufnehmen müssen, auch Aidskranke. Grad neue von der BR beschlossen und der größte Unterschied zwischen PKV und GKV aufgehoben wurde. Tja... zu dumm.
 
@Mustis
ah ja, lach weg. Die private Versicherung nimmt jeden Aids und Krebskranken in einem "Grundtarif"auf :freak: Das trifft nur für ehemalige Mitglieder zu, da besteht ein Kontakarierungszwang. Für neue Mitglieder gibt es natürlich die üblichen Gesundheitsfragen.

Sei es wie es sei. Wir kommen vom eigentlichen Thema ab. Klar ist für mich nur das keine private Versicherung die Sozialversicherung ersetzten kann, höchstens ergänzen.

@Sentenza
danke für deinen Beitrag. Sollten sich so manche mal auf der Zunge zergehen lassen ;)
 
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Hab ich auch nie gesagt, das die PKV die GKV ersetzten soll. Es sollte aber in einem gewissen Umfang eine Wahlmöglichkeit geben.
 
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