Euro-Rettungsschirm

Ich finde es gut das die Griechen streiken und sich gegen diese unmenschliche Sparpakete zu wehr setzen, aber anscheinend ist es egal wer gewählt wird, wenns drauf ankommt, dann entscheiden die Volksvertreter immer gegen das Volk. Mit den Drachme wäre Griechenland besser bedient.
==>Sparmaßnahmen
==>Menschen werden massenweise Arbeitslos
==>Leute haben weniger Geld in den Taschen
==>Es kann und wird weniger konsumiert
==>Ruf ist ruiniert
==>weniger Investitionen

Was bringt also der Rettungsschirm?
 
inversematrix schrieb:
Was bringt also der Rettungsschirm?
Eine gute Frage! Wie du ja selbst aufgezeigt hast, bringt er Griechenland bzw. den Griechen selbst gar nichts außer einer Abwärtsspirale in Richtung großer Depression!

Man muß die Frage anders stellen, und zwar "Wem nützt der Rettungsschirm?" Und die Antwort ist einfach: Den Banken, Hedgefonds und allen anderen Investoren, die in Griechenland engagiert sind!
Der Rettungsschirm gibt ihnen genug Zeit, diese Einlagen und Anleihen wieder loszuwerden, zum Teil ohne Verlust an die EZB, welche dafür dann geradesteht. Zum Teil mit etwas Verlust, der aber noch zu verkraften ist. Jeder Tag länger bedeutet weniger Verlust für die Banken, weshalb das ganze auch von denen absichtlich in die Länge gezogen wird!

inversematrix schrieb:
Mit den Drachme wäre Griechenland besser bedient.
Dies ist ein Irrglaube: Ein Wechsel zur Drachme würde GRE durch die Abwertung gegenüber dem Euro zwar konkurrenzfähiger machen, leider bleiben aber die Schulden in Euro bestehen!

Durch die Abwertung Drachme / Euro würden diese Schulden sogar noch weiter steigen, ohne reale Chance auf Abzahlung. Ist also kein vernünftiger Weg für GRE!

Genau anderherum wäre es bei uns, wenn wir zur D-Mark zurückgingen. Die D-Mark würde nach Schätzungen innerhalb kürzester Zeit um 20-40 % gegenüber dem Euro aufwerten, weshalb sich deutsche Waren & Exporte schlagartig um diesen Wert verteuern würden! Die Folge wäre eine Wirtschaftskrise, wie wir sie noch niemals erlebt hätten!

Die Schweiz macht das gerade durch, wenn auch noch nicht in dramatischer Form. Der Franken hat gegenüber dem Euro und Dollar um 20 % aufgewertet, weshalb schweizer Waren um diesen Wert teurer geworden sind und der Absatz stark zurückgeht.

Man sollte endlich verstehen lernen, dass die Währungsunion eine Schicksalsgemeinschaft ohne eine "Zurück"-Option ist. Kein Euroland kann zurück zur alten Währung, ohne eine starke Krise auszulösen. Wie bei einer Ehe heißt es "In guten wie in schlechten Zeiten"! ;)

Allen, die auf GRE meckern, sollte auch bewußt sein, dass Deutschland 1953 unter anderem durch die Griechen vor dem Ruin gerettet worden ist --> Link

Also bitte ein bisschen mehr Solidarität zeigen und nicht einfach dumpfe BILD-Parolen nachplappern! ;)

PCB
 
PCB schrieb:
Eine gute Frage! Wie du ja selbst aufgezeigt hast, bringt er Griechenland bzw. den Griechen selbst gar nichts außer einer Abwärtsspirale in Richtung großer Depression!

Selbstverständlich geht die griechische Wirtschaft in den ersten Jahren auf Talfahrt. So ist das immer, wenn die Kapitalmärkte die Liquidität entziehen, dann ist die Party zu Ende.

Dazu gibt es aber keine Alternative, weil niemand mehr Griechenland Geld leiht. Griechenland muss durch diesen Anpassungsprozess gehen und sich gesund schrumpfen.

Das wird mit Sicherheit eine Weile brauchen, auch nach der Umschuldung. Der IWF rechnet das Griechenland erst 2020 wieder zurück an die Kapitalmärkte kehren wird können. Die EU wird im Laufe der Zeit versuchen Griechenland über Strukturgelder zu helfen.

Was viele derzeit nämlich vergessen. Griechenland hat in den vergangenen 15 Jahren dutzende Milliarden aus den EU-Strukturfonds erhalten - GESCHENKT!
 
PCB schrieb:
Allen, die auf GRE meckern, sollte auch bewußt sein, dass Deutschland 1953 unter anderem durch die Griechen vor dem Ruin gerettet worden ist --> Link

Da können wir auch Äpfel mit Zucchini vergleichen. Das hinkt ja wohl dermaßen.

Aber insgesamt kann ich dir überwiegend beipflichten.

Jetzt mal was neues zum sog. Hebel. Das Neueste was ich jetzt erfahren habe ist; auf den Hebel können noch andere Hebel aufgesetzt werden. Die doppelte bzw. mehrfache Hebelwirkung entsteht dadurch, das z.B. die Franzosen ihre Staatsschulden zum Teil an die EZB auslagern wollen. Dadurch können sie neue Kredite generieren, weil ihnen damit eine neue Verschuldungslinie aufgemacht wird. Das ist echt krass.
Das bisherige Ausfallrisiko des ESFS, bis jetzt 40-60 %, steigt dann auf 90-100 %. Also geht gegen Totalverlust. Diese unseriösen Schachertricks traut sich die Merkel nicht öffentlich zu bekunden, weil sie hat ja versprochen D nicht mehr als für 211 Mrd. € bürgen zu lassen. Nur das Problem ist wir können u.U. noch nachschußpflichtig werden, wenn z.B. nämlich andere Länder ihre zugesicherten Einlagen in den ESFS nicht leisten, oder sich rausstellt das der Schirm immer noch zu klein ist, trotz der Taschenspielertricks. Davon sollten wir mal ausgehen, weil Hebel auf Hebel auf Hebel......
Jetzt mit der mehrfachen Hebelwirkung und der Umgehung des Parlaments bei der Beschließung ist die Regierungs-Koalition im Kasino angekommen. Jetzt wird auch von Regierungsseite gezockt und unsere Karten sind eigentlich ein Bluff. Wen das mal gut geht. Und wenn nicht, dann können die Scherben von der nächsten Regierung zusammen gekehrt werden. Eins ist sicher, das wird sehr, sehr teuer und wir müssen zahlen.
 
Damit sollte jedem klar sein, das die Regierungen nicht helfen wollen. (im eingentlichen sinne)
Die Regierungen in der EU haben den ESFS nicht Grundlos ohne Zustimmung des Volkes beschlossen. Es war von Anfang an klar dass die ESFS Fließen werden egal ob alle EU Mildglieder zustimmen oder nicht, es wurden die eigenen Regeln gebrochen es wurde die Regierung in der Slowakei erpresst und letztendlich gestürzt.

Blickt man mehr auf die Details wie etwas beschlossen wird, wer zahlen soll, wohin das Geld geht, wird klar dass es hier nicht darum geht das etwas gerettet werden soll.

Griechenland sollte Insolvenz anmelden... Fertig.
 
Species 8472 schrieb:
Griechenland sollte Insolvenz anmelden... Fertig.

Langsam verdichtet sich bei mir auch mehr und mehr der Eindruck, das das ganze Problem von der falschen Seite angegangen wurde.
Wir können immer noch mehr Geld nach schießen, wenn der Sparwille politisch nicht umgesetzt wird, ist das ein Fass ohne Boden. Die Lösungsmanager der Politik versuchen jetzt schon mit Taschenspielertricks (Hebel auf Hebel auf Hebel) das Parlament und die Bürger zu blenden, um heile Welt vor zu gaukeln. Und wir sind erst am Anfang.
Das ist doch überspitzt so als wenn ich einen Bankrotteur immer wieder aus den Schulden helfe (ich aber selber Schulden dafür machen muß), er aber nichts an seiner Lage ändern will, weil er weiß das ich in Not beispringe.

Überall gibt es Insolvenzen, wieso nicht auch staatlicher seits.

Wir sollten Griechenland noch helfen in die Insolvenz zu kommen und unser Geld (50-60 %) abschreiben und dann allen anderen sagen; ihr müsst selber klar kommen uns steht selber das Wasser bis zum Hals.

Dann muß die EZB und die Banken eben wert berichtigen und die Gläubiger auf den Prozentsatz xx verzichten, na was solls sie wollten ja unbedingt ins Geschäft einsteigen. So etwas nennt man dann unternehmerische Risiko.

Von Schumpeter gibt es denn Begriff der "kreativen Zerstörung", da hätten wir auch gleich einen passenden wissenschaftlichen Erklärungsansatz.
 
Species 8472 schrieb:
Griechenland sollte Insolvenz anmelden... Fertig.

Griechenland ist doch schon lange insolvent! :rolleyes:

Die Banken haben bereits Abschreibungen in Höhe von 21 % vorgenommen. Die Troika ist auch schon längst der Ansicht das ein Schuldenschnitt unausweichlich ist und dieser auch folgen wird.

Mach dir mal nicht in die Hose, die Experten vom IWF wickeln mit Griechenland nicht den ersten Staat in der Geschichte der Menschheit ab.
 
Stefan_Sch schrieb:
Griechenland ist doch schon lange insolvent! :rolleyes:

.... die Experten vom IWF wickeln mit Griechenland nicht den ersten Staat in der Geschichte der Menschheit ab.

Sorry, aber da wird kein Staat abgewickelt sondern ein Staat wird umgeschuldet. Eine Abwicklung würde nämlich das Ende des Staates Greece bedeuten. Soweit sind wir doch noch nicht, oder ?
 
Stefan_Sch schrieb:
Jetzt bitte keine Haarspaltereien bei offensichtlichen Hyperbeln!

Vielleicht sind da ein paar Insel für D drin. Bezahlt haben wir ja schon.
 
@ Stefan_Sch

Meinst du ich sollte mir keine Gedanken machen, mich zurücklehnen und du achtest darauf dass alles Korrekt abläuft?
 
Mach dir mal nicht in die Hose, die Experten vom IWF wickeln mit Griechenland nicht den ersten Staat in der Geschichte der Menschheit ab.
Wenn der IWF so vorgeht wie die Weltbank na dann gute Nacht (ups das tut er sogar)...Europa das neue Afrika.
 
@ Stefan_Sch

Es ist Interessant… hier wird Diskutiert über Probleme die von “Experten“ verursacht wurden… und dein Ratschlag lautet… keine Sorge die “Experten“ regeln das. :rolleyes:
 
Es ist Interessant… hier wird Diskutiert über Probleme die von “Experten“ verursacht wurden… und dein Ratschlag lautet… keine Sorge die “Experten“ regeln das.

Lol. Das gleiche hab ich auch gedacht.
Ich fiel fast vom Hocker, wie ich das ("das erledigen die Mitarbeiter und Wirtschaftsprüfer von EU, EZB und IWF.") gelesen hab. Oder war das ironisch gemeint (@ Stefan Sch.)?

Ich versteh nicht, wie man dem Haufen da immernoch trauen kann. Alles wird vorbei am Volk entschieden. Und mit dem ESM sichert man sich noch vollständige Immunität. Das stinkt doch zum Himmel.
 
Species 8472 schrieb:
@ Stefan_Sch

Es ist Interessant… hier wird Diskutiert über Probleme die von “Experten“ verursacht wurden… und dein Ratschlag lautet… keine Sorge die “Experten“ regeln das.

Welche Probleme wurden denn von welchen Experten verursacht? Erzähle mal, ich will wieder lachen.

andiac schrieb:
Ich fiel fast vom Hocker, wie ich das ("das erledigen die Mitarbeiter und Wirtschaftsprüfer von EU, EZB und IWF.") gelesen hab. Oder war das ironisch gemeint (@ Stefan Sch.)?

Ich schätze wir sollten dich ranlassen. Mit deiner geballten Intelligenz dürften wir die Probleme weltweit sehr schnell in den Griff bekommen.
 
Ich schätze wir sollten dich ranlassen. Mit deiner geballten Intelligenz dürften wir die Probleme weltweit sehr schnell in den Griff bekommen.

Was soll das denn jetzt? Wenn die Argumente ausgehen, dann kommt sowas. Nicht wahr?
Es sollten jedenfalls (nicht nur meiner Ansicht nach) kompetente Leute ran, die auch vertrauenswürdig sind, und die demokratisch arbeiten. Davon gibt es genug.
Ich hab gerade eben in einem ähnlichen Thread einen Link gepostet zur Seite der sogenannten "Wissensmanufaktur". Ich poste ihn gerne hier nochmal. Denn er passt hier mindestens genauso gut hin.
http://www.wissensmanufaktur.net/wissen-kompakt

Dort erfährt man u.a. auch, dass diese Leute von der Wissensmanufaktur auch schon mehrmals von verschiedenen Politikern um Rat gefragt worden sind . Auf deren Lösungsvorschläge kamen von Politikerseite dann allerdings regelmäßig solche Antworten wie (Zitat) "das kriegen wir gegen die Lobbyisten niemals durch".
Wir müssen also irgendwie dafür sorgen, dass "die Macht" nicht nur auf diesem Gebiet in verantwortungsvolle Hände gelangt. Nur dann kann sich was zum Positiven ändern.
 
wenn man alle Akteure, die man hier für die schlechte Lage verantwortlich macht austauscht (Politiker, Bänker, Manager, Spekulanten), dann wird sich mittelfristig rein gar nix ändern.

Weil wir uns aber mit der Kritik an den Akteuren begnügen, wird sich nie etwas ändern.
 
Weil wir uns aber mit der Kritik an den Akteuren begnügen, wird sich nie etwas ändern.

Nein. Das hast du jetzt falsch verstanden. Es geht natürlich vor allem auch um Inhalte. Wenn du die Videos auf der von mir verlinkten Seite gesehen hättest (was in so kurzer Zeit natürlich nicht möglich ist), hättest du mich richtig verstanden.
Meiner Ansicht nach muss das System grundlegend geändert werden. Aber dafür braucht es andere Leute als die, die aktuell das Geschehen bestimmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir alle bestimmen das geschehen hier.

Desto mehr materielle Macht, desto mehr wird bestimmt.

Wir alle müssen Montag Morgen wieder ran, im Konkurrenzkampf, damit machen wir den Kapitalismus zu unserer Realität.
 
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