Finanzkrise, wo ist das "vernichtete" Geld ?

Ich brauche darüber nicht zu reflektieren, ich habe das studiert.
Und da ich es anscheinend in den letzten Seiten von Dir überlesen habe, erkläre mir doch bitte einmal anhand von Beispielen, wohin dieses Geld denn jetzt gewandert/transformiert ist!

Du schreibst Werte von Immobilien und Firmen wurden vernichtet, richtig. Diese Werte werden aber in unserer Welt in Geld ausgedrückt und in nichts anderem!! (ja zwei Stück, weil so wichtig)

Hier meine Beispiele mit der Bitte um Erklärung:
Fall1 Hausbesitzer hat sein Haus beliehen mit 300.000 $, Haus wird für 100.000 $ versteigert und Bank bucht 200.000 $ aus und Schuldner ist dauerhaft mittellos
Fall 2 Aktienbesitzer kaufte für 100 $ je Stück Aktien für 100.000 $ und verkauft diese für 10 $/St. = 10.000 $ gesamt, Aktienpreis steigt nicht bis zum Wiederverkauf durch Erwerber
Fall 3 Sparer legt 100.000 $ bei der Bank an, Bank geht pleite und er erhält noch 60.000 $ aus der Konkursmasse, Konkursverwalter erhält 0 $ Vergütung
Fall 4 Staatsbankrott und Verfall aller Anleihen des Staates
Fall 5 schuldenfreier Aktienbesitzer mit 100 Mio. $ Aktienwerten, die nach der Krise dauerhaft nur noch 50 Mio. wert sind (kein Verkauf der Aktien o.ä.)

Ich verstehe ja deine Sichtweise FuManchu, sie trifft aber nur auf nicht verbuchte Werte zu. Jeder verbuchte Wert, also z. Bsp. die Beleihung eines Geld- oder Sachwertes bedeutet eine entsprechende Gegenposition und um die Vernichtung dieser Gegenpositionen geht es bei der jetzigen Finanzkrise, denn hauptsächlich nur diese Geldwerte stehen in der Diskussion. Es geht bei einer Finanzkrise nicht darum, wenn z. Bsp. nicht belasteter Immobilienbesitz/Aktienbesitz/Geldbesitz (Fall 5) abgewertet werden muss, denn diese Bewertungen stehen in den Büchern ohne Gegenposition (=Sicherheitspolster, Ausnahme Absenkung Banken EK). Über den Geldwert zu diskutieren bringt uns leider nicht zum Ziel. Deiner Argumentation entnehmend deute ich, dass für Dich: Geldwert = Tauschmenge der jetzt vorhandenen Güter ist. Viele Ökonomen(Keynes, Neoklassiker)sehen aber im Geldwert mehr als nur die jetzige Bestandsgütertauschmenge.
wikipedia schrieb:
In der Neoklassik gibt es eine scharfe Trennung zwischen dem realen Sektor einer Wirtschaft, in dem die relativen Preise aller Güter und Produktionsfaktoren, die Produktionsmengen der verschiedenen Konsumgüter und die Verteilung (Allokation) der Produktionsfaktoren auf die Produktion verschiedener Güter bestimmt wird, und dem monetären Sektor, in dem letztlich nur die Geldpreise bestimmt werden, und von dem keine (längerfristigen) Wirkungen auf den realen Sektor ausgehen. Diese realwirtschaftliche „Neutralität des Geldes“ findet ihre theoretische Erklärung in der Quantitätstheorie des Geldes.
Ich glaube, dem Threadersteller ging es nicht um die Frage des Geldwertes, sondern lediglich darum, wohin das "vernichtete Geld" verschwunden ist. Es wurden nicht nur die Preise für Immobilien und Firmen nach unten gesenkt (=vernichtet), sondern auch die entsprechenden Gegenpositionen in den Bilanzen (Geldeinlagen). Diesen Aspekt blendest Du leider völlig aus.
Wenn ich schreibe "Geldwerte wurden vernichtet", meine ich auch diese Gegenpositionen, denn hauptsächlich nur die Vernichtung dieser Gegenpositionen sind Kernstück der Krise. Aber auch die Betrachtungsweise ohne Gegenpositionen bringt einen Geldwertverlust zu Tage, denn das geschmolzene Beleihungsvermögen bringt für den Betroffenen einen geldwerten Nachteil, da nicht alle Wirtschaftsteilnehmer gleichermaßen betroffen sind.
Die Geldmenge am Markt ist keinesfalls stabil, wie Du behauptest. Seit Jahrzehnten wächst die Bargeldmenge sowie die Buchgeldmenge stetig an. Da die Bargeldmenge nur rund 10 % des Gesamtgeldhaushaltes ausmacht und auch gerade die besonders betroffenen Vermögensgegenstände Aktien, Wertpapiere und Immobilien selten mit Bargeld gehandelt werden, ist eine Bezugnahme auf das Bargeldvermögen nicht sinnvoll.

In Erwartung einer konkreten Antwort auf Fall 1-4 verbleibt mit freundlichem Gruß Thomas
 
Man muss das mit Abstand betrachten, Menschen neigen dazu leider alles in Geld zu messen.

Es wurden sehr wohl Buchwerte abgeschrieben.
Problematisch wird es dann bei Geschichten wie Häusern

Kaufe ich ein Haus für 100€ ist es zwischen zeitlich auf 150€ gestiegen und dann wieder auf 80€ gefallen.
Ich muss verkaufen,weil ich Geld brauche dann habe ich einen Buchwertverlust von 20€ und nicht 70€.

Habe ich nun ein Kredit für 150€ aufgenommen in der Hochphase. (mit dem Haus als Sicherheit im Hinterkopf)

Die 150€ Kredit wurden verprasst (Schuld des Hausbesitzer!, hätte er das nicht gemacht hätte er sein Haus ja behalten können und hätte keinen Verlust, ein Haus ist immer noch ein Haus)

Es kommt wie es kommen muss.
Das Haus muss liquidiert werden.
und hier kommt die Achillesferse des ganzen Geschäfts.

Ein Haus ist eben nunmal kein Bargeld/Cash sondern ein Vermögensgegenstand der erst zu Cash gemacht werden muss.
(Er hat zwar zu jedem Zeitpunkt einen Geldwert, ist aber nun mal kein liquides Mittel)

Hat das Haus an Wert gewonnen -> mache ich Gewinn
Ist der Wert gleich geblieben -> +-0
Ist der Wert gesunken -> mache ich Verlust

An was erinnert das?
Termingeschäfte!
Ich habe quasi mein Haus für 150€ "verkauft" das Geld vorzeitig erhalten
und muss in der Zukunft dieses Geld zurückzahlen (aber nicht in Form des Hauses sondern in Form von Geld)
Mit allen Risiken die es mit sich bringt.

Das Haus ist versteigert für 80€ , bleiben noch 70€ Schulden die getilgt werden müssen und die einen Verlust bedeutet.
d.h. mein Wertverlust hat sich nun von 20€ auf 70€ erhöht.

Gehen wir noch einen Schritt weiter was sind die Grenzwerte dieses geschäfts:
Haus 0€ Wert ("zerstört") -> 0-150€= -150
Haus xxx>150€ Wert -> xxx-150€

Man könnte auch statt Haus, Gold oder Aktien schreiben, dann wirds viellecht klarer das es eben kein einfaches Kreditgeschäft ist sondern eine Wette
auf fallende oder steigende Kurse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ehrbarkeit, Anstand, persönliche Integrität, dass sie die Werte, die der Neoliberalismus innerhalb weniger Jahre pulverisiert hat. Eine beachtliche Leistung, gemeinsam umgesetzt von Politik und Medien.

Hier mal ein Interview mit einem Unternehmer der alten Schule:
http://www.ftd.de/koepfe/whoiswho/:Agenda-Das-Modell-J%FCrgen-Schneider/498483.html
Es sei Zeit für neue Gesetze, sagt er, "das System" müsse sich verändern. "Ich sage mit tiefster Überzeugung: So blöd ist keiner dieser Bankvorstände, dass er nicht genau gewusst hat, was für Dummheiten er macht. Diese Menschen müssen zur Verantwortung gezogen werden."
 
den Artikel hast du aber schon gelesen?

Es gibt sowas wie "die Bänker" nicht genauso wie es "die Deutschen" oder "die Ausländer" gibt.
undifferenzierte Heulnews.
"ich musste sitzen für meine Betrügereien, die sollen jetzt auch mal bluten"
 
Das du Jürgen Schneider als Unternehmer alter Schule titulierst kann nur satirisch gemeint sein. Wenn Jürgen Schneider von solchen Werten spricht hat das ungefähr soviel Wert wie wenn ein Kleptomane verspricht nie wieder zu klauen.

Wieder so ne typische Methode: um seine Meinung zu untermauern wird wirklich alles herangezogen was einigermaßen passt und mit neuer Verkleidung versehen.
 
ThomasK_7 schrieb:
...Du schreibst Werte von Immobilien und Firmen wurden vernichtet, richtig. Diese Werte werden aber in unserer Welt in Geld ausgedrückt und in nichts anderem!! (ja zwei Stück, weil so wichtig)

Diese Werte werden nicht in Geld ausgedrückt, sondern in Preisen. Und Preis und Geld ist nicht das gleiche.

ThomasK_7 schrieb:
...Ich glaube, dem Threadersteller ging es nicht um die Frage des Geldwertes, sondern lediglich darum, wohin das "vernichtete Geld" verschwunden ist. Es wurden nicht nur die Preise für Immobilien und Firmen nach unten gesenkt (=vernichtet), sondern auch die entsprechenden Gegenpositionen in den Bilanzen (Geldeinlagen). Diesen Aspekt blendest Du leider völlig aus.


Nur weil in der Bilanz gem. IFRS eine Wertberichtigung gemacht wurde, heißt das nicht, das die Firmen diesen Bilanzverlust auch regulär in der Kasse spüren. Erst in dem Augenblick, in dem sie ihre Positionen liquidieren machen sie einen reellen Verlust.
Diese Angabe von Wertverlusten des Bilanzvermögens in der GuV im IFRS halte ich sowieso für ausgemachten Blödsinn. Da sieht das HGB weit vorsichtigere Maßnahmen vor (nur dauerhafte Entwertungen können in der GuV verbucht werden, daher sind deutsche Unternehmen, die nach HGB bilanzieren, mit anderen Zahlen unterwegs als diese Milliardenverluste der IFRS-geführten Firmen).
Aber nur, weil mein Anlagevermögen (Grundstücke, Gebaude, langfristige Aktien) und Umlaufvermögen (Lager, kurzfristige Aktien) im Wert sinkt, heißt das nicht, das die Firma einen operativen Verlust macht. Von daher folge ich dieser Diskussion auch nicht, das ist Augenwischerei und Michmädchenrechung und keine saubere Betriebswirtschaft. Das ganze verfolgt kurzfristige Ziele und Strategien, da hier auch kurzfristige und mittelfristige Wertkorrekturen als Verlust vorgebracht werden, obwohl die Firma evtl operativ im Cash-Flow gut darsteht und einen Gewinn erzielt.

Bei der Betrachtung einer Firma spielt die Bilanz allein überhaupt keine Rolle. Erst in Verbindung mit der GuV und dem Cash-Flow (dem Werkzeug um zu prüfen, ob ein Unternehmen das tut, was es tun soll) über den Zeitvergleich mehrerer Perioden kann festgestellt werden, ob eine Unternehmung ordenlich arbeitet. Alles andere, die Buchhaltung von AV und UV oder den Wertverlusten sind kein Maßstab für eine Unternehmung.

Daher: vernichtet wurden nur die Preise (und somit die Werte) der Anteile der Unternehmen und der Immob, aber Geld wurde nicht vernichtet. Und das ganze wurde auch nur vorrübergehend so gemacht. Ich kann euch sagen was passiert, wenn die Immobilien und Aktien plötzlich wieder im Preis steigen: die neuen Werte der gehaltene AV und UV werden dem Gewinn zugeschrieben und plötzlich stehen die Unternehmen mit Milliarden$ Gewinn da, ohne wirklich was operativ dafür getan zu haben.
 
"Das Geld" ist zu jenen verschwunden, die jetzt die Kohle haben um die ganzen "Abschreibposten" aufzukaufen, sonst könnten sie ja nicht verkauft werden...jede auch noch so miese Aktie findet einen Käufer, anscheinend zumindest.

Und nach der erfundenen "Krise" werden viele noch VIEL, VIEL mehr Kohle haben als irgendwer jemals zuvor.
Einige (jetzt schon) Rekordgewinnnler am Bankensektor zeichnen dieses Bild schon vor...

Ich für meinen Teil habe DURCH die Krise 120% Gewinn machen können und bin sicher kein Börsenguru.
 
Marius schrieb:
"Das Geld" ist zu jenen verschwunden, die jetzt die Kohle haben um die ganzen "Abschreibposten" aufzukaufen, sonst könnten sie ja nicht verkauft werden...jede auch noch so miese Aktie findet einen Käufer, anscheinend zumindest.

Und das was sich nicht verkaufen lässt nimmt der Staat.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bund-streitet-ueber-konzept-fuer-bad-bank;2228690

nachdem sich noch kurz vorher gegen das "Bad Bank" Konzept gewettert wurde

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/steinbrueck-lehnt-bad-bank-ab;2221602

aber noch mal kurz vorher wird daran gedacht

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/steinbrueck-jeder-bank-in-not-eine-bad-bank;2136618

Und unsere Politiker fragen sich warum sie keiner versteht.

Ein schöner Artikel von Robert von Heusinger
http://www.fr-online.de/top_news/1716590_Kommentar-Lehrstueck-HRE.html

Sein Fazit:
"Drei Lehren gilt es zu ziehen: Erstens muss die Regierung, die gerade an einer Bad-Bank-Lösung arbeitet, die Interessen der Steuerzahler endlich an Platz eins stellen. Es darf keine Bad Bank in Deutschland geben, die den Banken schlechte Papiere ohne Kompensation abkauft.

Zweitens, muss die Einsicht reifen, dass es niemals rein private Großbanken geben kann. Sie sind ob ihres Risikos für die gesamte Volkswirtschaft immer quasi-öffentlich. Der Steuerzahler haftet am Ende immer. Anders geht es im Kapitalismus, der auf Kreditketten basiert, nicht.

Drittens müssen deshalb ganz strenge Regeln her. Die Innovationskraft kann gar nicht so groß sein wie die Schäden, die die Banken anrichten, wenn sie losgelassen werden. Blickt man auf die vergangenen 110 Jahre Bankenkrisen, fällt auf, dass es nur eine Phase gab, in der es international so gut wie keine Krise gab.

Das war die Epoche zwischen 1944 und 1972. Eine Epoche, in der es keine freien Wechselkurse gab, kaum freien Kapitalverkehr, Obergrenzen für Einlagenzinsen und weitere Regulierungsvorschriften, die heute so gar nicht mehr zum Zeitgeist passen mögen. Mit dieser Epoche sollte sich die Regierungen internsiver auseinadersetzten, damit der Steuerzahler nicht immer der Dumme bleibt."
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit der Epoche von 1944 bis 1972 ist wohl die Bindung des Dollars an Gold gemeint oder ?
 
Ich denke er meint diese Epoche. Ein netter Vergleich zwischen der Weltwirtschaftskrise und heute.

http://www.weissgarnix.de/?p=1990

Mustis schrieb:
@ Chriwi

Die 500 Mrd. sind Bürgschaften. Weisst du was das ist? Das Geld ist also in dem Sinne nur weg , wenn die Banken, die die Bürgschaft in Anspruch genommen haben

Im Spiegel steht, dass die 500Mrd. nicht ausreichen werden

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,618929,00.html

Der aktuelle Stand des Geldes das wirklich schon weg ist liegt im Bereich von 150MRd schätze ich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein interessanter Artikel aus der Südeutschen Zeitung in Bezug auf das Thema "Abschreibungen und reale Verluste".
Ich arbeite selber in der Immobilienwirtschaft und ich weis, das die Banken in Deutschland derzeit für den ganzen Osten gar kein Interesse an Zwangsversteigerungen haben, weil dadurch offensichtlich wird, dass die schon getätigten Abschreibungen auf die Forderungen gar nicht ausreichen.
Gleiches dürfte gelten für Island, Spanien, Großbritannien, Dubai, USA, usw., halt überall da, wo eine Blase entstanden war. Vermutlich trifft gleiches auch auf große Bereiche des Wertpapiergeschäfts zu.
FuManchu schrieb:
..Und Preis und Geld ist nicht das gleiche.
Wenn mit bilanzierten Gegenpositionen gearbeitet wurde schon, sonst hätten wir ja keine Krise. Gerade in den letzten Jahren in den Blasenmärkten waren hochfinanzierte Immobilienkäufe (bis 100%) die Regel, nicht die Ausnahme. Selbst bei sonst üblichen Finanzierungsausläufen von 70-80% ist das Polster EK schnell aufgebraucht. Kommt jetzt auch noch die Krise der übrigen Realwirtschaft (Industrie, Handel, Dienstleistung) hinzu, dann sehe ich wegen der deutlich schwindenen Konsumkraft keine Gründe, weshalb diese Wert- und Geldverluste nicht langfristig sein sollen.
Im übrigen sind auch fondsgebundene Kapitalanlagen ohne Fremdfinanzierung gleichermaßen betroffen, denn die Fondsanteilshaber mussten die Anteile i.d.R. mit Geld kaufen. Und weil das so ist, waren es nicht nur Preis-, sondern auch Geldvernichtungen!
Fall 6 Investor kaufte 2007 mit EK Wertpapiere die derzeit nur zum Wert von 30% verkaufbar sind. Investor hat einen realen Geldverlust von 70%, da der Preis gesunken ist und er sie auch nicht höher beleihen kann. Hätte er mit jetzt fälligem FK gekauft, so wäre der Verlust zwingend realisiert.

Der nachvollziehbare Kauf über die Wertangabe in Geldeinheiten, auch bei Tausch- und anderweitigen Transaktionsgeschäften, ist ein Wesensmerkmal international üblicher Wirtschaftsaktionen. Aus eben dieser nachvollziehbarer Datenbasis entstehen dann die Zahlenwerke der Wirtschaftsbetrachtung.

zum Wert des Geldes eine wichtige Weisheit:
"Um den Wert des Geldes einschätzen zu können, versuche Dir welches zu leihen!"
 
ThomasK_7 schrieb:
...Im übrigen sind auch fondsgebundene Kapitalanlagen ohne Fremdfinanzierung gleichermaßen betroffen, denn die Fondsanteilshaber mussten die Anteile i.d.R. mit Geld kaufen. Und weil das so ist, waren es nicht nur Preis-, sondern auch Geldvernichtungen!...

Nicht Geldvernichtung, sondern Geldverschiebung. das Geld ist woanders. Klar, bei dem Käufer sind die Werte gesunken und würde er seine Positionen verkaufen, hätte er letztendlich den Verlust auch realisiert, aber das Geld ist objektiv nicht weg, es ist nur beim Verkäufer. Subjektiv ist das Geld weg, aber das ist egal, denn eine subjektive Sichtweise wird die Volkswirtschaft nicht interessieren.
 
Fu Manchu schrieb:
das Geld ist woanders.

Da gebe ich dir Recht. Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder ich sage du kriegst das Geld später und es hat nie exisitiert (dann ist es nicht weg) oder die Schulden werden bezahlt, dann ist es nur für mich weg.
 
Ok, ich sehe Ihr habt überhaupt gar keine Ahnung von Volkswirtschaft und Ökonomie!

Mit Eurer Argumentation würde im Wirtschaftskreislauf nie Geld vernichtet werden, weil das Geld immer zum Verkäufer wandert. Der Verkäufer ist dann auch der Ort "woanders". Dann schreibt das doch bitte auch so, damit die Anderen sehen wer hier Milchmädchenrechnungen aufmacht.

Wie volkswirtschaftliche Preise sich ergeben, was Geld überhaupt ist und in welchem Zusammenhang sie zueinander stehen, ist Euch doch gar nicht bewusst. Aber ganz groß tönen von "Richtung vorgeben .. ", "drüber reflektieren" und so.
Die Begründung "Geld später bekommen", "Geldverschiebung" usw. ist völliger volkswirtschaftlicher Unsinn. Die Ökonomie und das Geld-/Preissystem hat die (volkswirtschaftliche) Aufgabe, ein zeitaktuelles quantifizierbares Abbild der Wirtschaft/des Wirtschaftssystem zu geben.

Der Ausspruch "Dein Geld ist nicht weg, das hat nur ein Anderer." ist ein scherzhafter Witz. (und das ist jetzt kein Witz) In jedem Wirtschaftsblatt/Fachbuch kann man das nachlesen!

Warum haben wir denn eine Finanzkrise?
Weil jetzt die Verkäufer das Geld haben? Schon immer erhalten Verkäufer das Geld bei einem Verkauf.
Und für den Fall das die Verkäufer das Geld jetzt nicht mehr haben, wer hat es denn dann?
Kommt mir jetzt bitte nicht wieder mit "ein Anderer" oder "ist woanders"!
 
ThomasK_7 schrieb:
Warum haben wir denn eine Finanzkrise?
Weil jetzt die Verkäufer das Geld haben? Schon immer erhalten Verkäufer das Geld bei einem Verkauf.
Und für den Fall das die Verkäufer das Geld jetzt nicht mehr haben, wer hat es denn dann?
Kommt mir jetzt bitte nicht wieder mit "ein Anderer" oder "ist woanders"!

Ich würde sagen, weil die Kreditgarantien einfach nicht mehr gedeckt sind durch zum Beispiel die sinkenden Immobillienpreise. Um die Deckung zu haben müssen Werte verkauft werden. Wenn das alle machen sinken die Preise. Diese Spirale hat sich jetzt in gang gesetzt. Ich denke es war 2007 da hat ein Fondmanager 1.xx Mrd. verdient weil sein Fond auf sinkende Kurse gewettet hatte. Da ist also das Geld hin. Warum sollte ihn das interessieren, dass es bei den Banken fehlt?
 
Genau. Was soll ihn das interessieren? Interessiert es dich, wenn er dich gleiche Menge verloren hätte? Es ist nicht seine Schuld das die Banken solche Wetten mitmachen und dann verlieren. Die Banken haben auf ihr Geld selber aufzupassen, nicht irgendwelche Dritten. Ist schon gemein, wenn MEnschen Chancen wahrnehmen, die sich ihnen bieten. Ist moralisch ja auch total verwerflich, Geld mit legalen Mitteln zu verdienen.

Was soll diese rhetorische Frage mit ironischem, vorwurfsvollen Unterton? Natürlich interessiert es keinen. Es hat keinen zu interessieren. Er bewegt sich im Rahmen der GEsetze, die ihm vorgegeben werden und macht nichts, was andere nicht auch machen.
 
Mustis schrieb:
Was soll diese rhetorische Frage mit ironischem, vorwurfsvollen Unterton? Natürlich interessiert es keinen. Es hat keinen zu interessieren. Er bewegt sich im Rahmen der GEsetze, die ihm vorgegeben werden und macht nichts, was andere nicht auch machen.

Es war ausnahmsweise kein ironischer oder vorwurfsvoller Unterton Mustis. Solch eine Wette hat doch die ganze Absurdität des aktuellen Finanzsystems aufgezeigt. Es heißt ja wirklich wetten nicht finanzieren oder investieren. Ich verstehe nicht, warum jetzt alle Glücksspieler eine Kater haben bloß weil sie sich nicht vorstellen konnten, dass es auf jeden Gewinn irgendwann einen Verlust geben muss.
 
Okay, dann sieht die Sache anders aus. Nun ja alle Glücksspieler haben mitnichten Kopfschmerzen. Es gibt viele, die profitieren von der momentanen Situation. Diese Wetten an sich sind ja auch okay, bzw. tun niemandem was, wenn sich eben nur Privatpersonen, Privatfonds und dergleichen daran beteiligen. Gefährlich wird es erst, wenn eben, wie jetzt, Banken und Kredithäuser mitspielen wollen. Das ist nicht ihr Geschäft. Es müsste eine striktere Trennung zwischen Banken und Investmentbanken geben. Banken dürfen solche Wetten nicht führen. Höchstens vermitteln. Investmentbanken können das gerne machen, dürfen sich dann (bereits Realität) auch nicht bei den Notenbanken refinanzieren. Wer dann mit einer Investmentbank zusammenarbeitet, muss von dem Risiko informiert werden. Girokonten und dergleichen sollten nicht Geschäftsfeld solcher Investmentbanken sein. Teils ist das Realität. Offenbar ist die Trennung aber wohl nocht nicht strikt genug, bzw. die gesetzlichen Auflagen für Banken noch nicht weitreichend genug. Wer aber hinter der aktuellen Krise eine Krise des Systems an sich vermutet, der geht meiner Meinung nach jedoch deutlich zu weit.
 
ThomasK_7 schrieb:
Ok, ich sehe Ihr habt überhaupt gar keine Ahnung von Volkswirtschaft und Ökonomie!

Das kann ich für mich bestätigen, allerdings bin ich da wohl nicht alleine. Vielmehr haben offensichtlich ne ganze Menge studierter Volkswirte auch keine Ahnung, oder warum ist es dann so weit gekommen?



ThomasK_7 schrieb:
Warum haben wir denn eine Finanzkrise?
Weil jetzt die Verkäufer das Geld haben? Schon immer erhalten Verkäufer das Geld bei einem Verkauf.
Und für den Fall das die Verkäufer das Geld jetzt nicht mehr haben, wer hat es denn dann?
Kommt mir jetzt bitte nicht wieder mit "ein Anderer" oder "ist woanders"!


Ich denke das Geld hat es nie gegeben, deshalb ist es auch nicht weg. Wer Geschäfte mit Luft macht muss eben damit rechnen auf s Maul zu fallen.

Nicht das man daraus schlauer würde, da werden lieber marode oder in Schieflage geratene Großunternehmen vor dem Untergang gerettet(oder diesen hinausgezögert) und damit dann noch richtig Geld vernichtet, nur der Kleine Unternehmer kann pleite gehen, wegen der paar Leute die dann auf der Strasse stehen.:freak:

Nehmts nicht persönlich, aber was hebt einen Mitarbeiter von Opel... über einen der in einem kleinen Handwerksbetrieb arbeitet?
 
Es wurden keine Geldwerte vernichtet
Im Aktienmarkt wurden Mrd. richtig vernichtet. Das investierte Geld wurde nicht umverteilt und hat auch keinen anderen Nutzen gebracht. Es wurde einfach nur vernichtet.:freak:

EDIT: Ich hätte wohl zuerst den Thread fertig lesen sollen. Sorry.:heilig:
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben