Mustis schrieb:
1 Euro Jobs sind KEIN Beweis dafür, dass es einen Mindestlohn geben muss, sondern lediglich dafür, dass die Idee des 1 Euro Jobs nicht zu ende gedacht wurde.
Da gebe ich dir Recht. Gibt es genug tarifgebundene Arbeitsplätze braucht man ihn nicht. Zerstört man die Tarifbindungen, wie in den letzten Jahren geschehen, kann es durchaus sinnvoll sein.
Arbeit die heute kaum zu schaffen ist, kann morgen wieder weg sein.
Dafür sind ja ursprünglich Leiharbeiter gedacht. Zeigt sich, dass die Mehrarbeit bestehen bleibt sollten diese dann fest eingestellt werden.
Mustis schrieb:
Das ein Mindestlohn eine höhere Kaufkraft garantiert ist volkswirtschaftlich gesehen Blödsinn. Bleibt die Warenmenge gleich, das im Umlauf befindliche Geld wird aber mehr, dann steigen die Preise und die "erhöhte Kaufkraft" verpufft völlig. Und selbst wenn dies der Fall sein sollte, dass sie marginal steigen, profitieren auch massiv die Importe, denn Luxus- und Konsumartikel (eben jene Artikel die bevorzugt erworben werden, wenn die Kaufkraft steigt) werden vornehmlich im Ausland produziert. Das also aufgrund einer möglichen Kaufkraftsteigerung bei einigen soviele Arbeitsplätze im Binnenland schafft, wie durch den Mindestlohn zerstört werden, ist absolut unmöglich. Wer sich das einredet, lebt an der Welt vorbei und hat immer noch nicht verstanden, dass in unserer Welt ein Land nicht mehr klarkommt, wenn es nur sein Binnenmarkt betrachtet.
Natürlich wird die Warenmenge gleich bleiben, wenn mehr gekauft wird. Ist auch völlig logisch. Wozu sollte man mehr verkaufen? Wenn man die Warenproduktion nicht mehr schnell genug steigern kann tritt der Effekt auf den du beschreibst. Sind alle unsere Industrien in den letzten Jahren am Limit gelaufen? Ich sehe das eher nicht so. Die umlaufende Geldmenge ist nur ein Faktor der zur Inflation beiträgt. Schau nach Japan in den 90er Jahren. Da wurde die Geldmenge massiv angehoben und es kam zur Deflation.
Es ist auch schon komisch, dass der deutsche Binnenmarkt kaum bis gar nichts wächst. Gleichzeitig stagnieren die Löhne. Die Gewinne aus den Exportgeschäften werden nur teilweise in Deutschland reinvestiert. Ein Großteil geht an die Kapitalmärkte und ist dort in den letzten Monaten verbrannt worden. Das heißt doch, dass ein wenig Import zum Abbau dieser Derfizite gar nicht so schlecht wäre. Denn eine Ursache für die Krse liegt im massiven Handelsungleichgewicht zwischen den Staaten. In der Eurozone sieht es noch dramatischer aus, da andere Staaten dem deutschen Beispiel des Lohndumping folgen (müssen).
Wer sich das einredet, lebt an der Welt vorbei und hat immer noch nicht verstanden, dass in unserer Welt ein Land nicht mehr klarkommt, wenn es nur sein Binnenmarkt betrachtet.
Nur auf den Binnemarkt zu schauen ist sicher falsch, man braucht Ressourcen aus dem Ausland und diese Technologien von uns. Aber wenn du die gesamte deutsche Wirtschaftsleistung ansiehst, liegt die Leistung aus dem Binnenbereich noch einiges über dem Exportbereich (ich denke um die 60%). Der Binnenmarkt ist im übrigen derjenige mit dem die Menschen hier im Land primär intaagieren. Wieso er nicht wichtig sein sollte verstehe ich nicht. Vor allem in Zeiten einer Wirtschaftskrise, in der der Welthandel einbricht ohne Ende.
Exportzahlen aus den USA, China, Japan und Südkorea
http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/05/potemkin-economy.html
http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/06/zwischen-hoffnung-und-irrationalitat.html
"Am Ausgang des Insolvenzverfahren soll dann die New GM stehen, eine um die Verbindlichkeiten bereinigte und mit insgesamt 50 Mrd. Dollar an US-Staatshilfen und 9,5 Mrd. Dollar an Staatshilfen aus Kanada aufgepeppte Autofirma. Das unglaubliche Volumen der US-Staatshilfen für GM muss man mal in eine Relation setzen, dass zweite Konjunkturpaket der deutschen Bundesregierung betrug 50 Mrd. Euro und diese Staathilfen sollten die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise für die gesamte deutsche Wirtschaft abfedern!"
Komisch, dass die USA das Land des Kapitalismus einen Wert auf Mindestlöhne, Konjunkturprogramme, etc. setzt um die Binnennachfrage oben zu halten und die Wirtschaft am laufen.
http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2009/06/us-autoabsatze-im-mai-mit-337.html