HappyMutant schrieb:
Weiterhin war die SPD einer der Gewinner der Hessen-Wahl 2008, in Anbetracht dessen, dass die CDU ihre absolute Mehrheit und auch die CDU/FDP keine Mehrheit mehr hatte.
Sag mal ist irgendwie die Mathematik über Nacht vollkommen über den Haufen geworfen worden?!
Wenn ich mich recht entsinne ist der Wahlsieger immer der, der die meisten Stimmen der Wähler bekommt. Oder ist mein demokratisches Denken da vollkommen falsch?!
Ich glaube auch zu wissen, dass die Zahl 1.009.775 (Stimmen für die CDU) größer ist als die Zahl 1.006.264 (Stimmen für die SPD)...
Es ist wohl seid Gerhard Schröder zur Mode geworden den Wählerwillen mehr und mehr zu ignorieren und sich einfach bei der Interpretion von Wahlergebnissen von eben jenem zu entfernen.
Demokratie?! Fehl am Platze!
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Worüber diskutieren wir hier eigentlich?!
Der Wähler in Hessen wollte
keine Regierungsbeteiligung der Linken. Dies zeigte sich in den repräsentativen Umfragen nach der Wahl und auch in der Wehemenz mit der vor der Wahl die SPD eine mögliche Koalition mit der Linken ausschließen musste um Wählerstimmen zu bekommen.
Der Umweg über die "Duldung" durch die Linke ist ein Winkelzug den der Wähler durchaus zu durchschauen in der Lage ist.
Der Wähler hat ein Ergebnis geschaffen in der es (wenn alle Parteien den Wahlversprechen treu bleiben würden) nur eine einzige Konstellation hätte geben können:
Die große Koalition von CDU und SPD.
Und der Wähler hat de Facto die CDU zur stärkeren der beiden Fraktionen gemacht. Und genau deswegen wäre es ein Betrug am Wähler wenn in einer solchen Konstellation die SPD die Führung übernommen und den Ministerpräsidenten gestellt hätte.
Aber anstatt dieses Votum zu akzeptieren hat Y. versucht ein wackeliges Bündnis zu schaffen welches von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Wer nun bei der SPD letztlich den Ausschlag dafür gegeben hat, dass 4 Abgeordnete Y. ihre Stimme verweigert haben ist vollkommen irrelevant.
Es steht
jedem Abgeordneten frei sich frei und unabhängig von der Partei zu entscheiden. Dies ist essentieller Bestandteil unserer Demokratie.
Wer hier Parteitreue vor das eigene Gewissen stellt, der hat Demokratie nicht verstanden.
Alles in allem ist der Umgang mit der Linken angemessen. Weder die Bürger noch das Parlament wollte mehrheitlich eine Zusammenarbeit (oder auch tolerierung) zwischen Regierung und der Linken.
Also gibt es diese Regierungskonstellation auch nicht ...
Wäre es besser gewesen wenn nun für 4 Jahre eine instabile Minderheitsregierung regiert hätte unter Duldung der Linken obwohl die Mehrheit der Hessen dies nicht gewollt hätte?
Einfache Frage eigentlich. Sonst macht ihr immer auf Vorzeigedemokraten, dann dürfte sie hier einfach zu beantworten sein.
HappyMutant schrieb:
Und wie gesagt: Da heucheln die "Abweichler" 8 Monate Loyalität, um dann einen Tag vor der Abstimmung Gewissensbisse zu bekommen?
Ist es zu viel verlangt von einem
Moderator dieses Forums, dass diese Person auf die Aussagen der Vorredner eingeht anstatt immer wieder die selben Unwahrheiten zu präsentieren?
Die 4 Abweichler mal kurz mit Namen:
1.)
Dagmar Metzger war von Anfang an gegen eine Tolerierung der SPD / Grüne Regierung durch die Linke.
2.) Über Carmen Everts drang vorher nicht viel nach außen. Doch schon ihre Dissertation "Politischer Extremismus: Theorie und Analyse am Beispiel der Parteien REP und PDS" aus dem Jahr 1999 sollte einen Hinweis darauf geben, dass ihr die Duldung durch die Linke (und damit eben auch der PDS welche zur Linken wurde) nicht unbedingt die liebste Alternative war. Ich kann hier zumindest ernsthaft glauben, dass sie Gewissensbisse hatte.
3.) Silke Tesch ist als Unternehmerin sicher auch nicht gerade angetan von den Reden eines Lafontaine
4.)
Jürgen Walter hat von Anfang an seine Probleme mit der Minderheitsregierung und den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen angesprochen. So lehnte er zum Beispiel einen ihm angebotenen Ministerposten in der sich bildenden SPD / Grüne Koalition ab.
Auch während der Koalitionsverhandlungen und bei der finalen Abstimmung über den Koalitionsvertrag sagte er immer, dass er diesem Vertrag nicht zustimmen kann.
Die Notbremse zog er dann, verständlicherweise, erst zu dem Zeitpunkt als aus seiner Sicht dies die letzte sich bietende Alternative war. Vollkommen korrekt und in meinen Augen zu 100% nachvollziehbar.
Er wollte die Umsetzung des Koalitionsvertrages mit allen legalen Mitteln verhindern. Das ist sein gutes Recht und wenn er andere davon überzeugt spricht es für und nicht gegen ihn.
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Natürlich hat vor allem Walter versucht die Leute davon zu überzeugen
nicht für Y. zu stimmen. Das ist auch vollkommen legitim.
Es ist aber schlichtweg
unwahr wenn man behauptet, dass die Abweichler und vollkommen aus heiterem Himmel so entschieden hätten.