Olympische Spiele 2008 in China boykottieren?

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Nein du verstehst den Punkt nicht, auf den ich hinaus will. Es geht nicht darum hier andere Vorfälle zu beurteilen, es geht darum, dass Tibet da in keinster Weise heraussticht. Dennoch wird hier und anderswo fast nur diesem Thema Aufmerksamkeit und Protest gewidmet. Und natürlich das Franzosen-gehen-auf-die-Straße Argument mal wieder eingebaut.

Und als Konsequenz daraus fordert man Dinge die sowohl untauglich in ihrer Wirkung sind, als auch in ihrer Gesamtheit völlig inkonsequent. Menschenrechtsverletzungen gibt es jederzeit und überall auf der Welt. Hätte jemand einen Fackellauf für Menschenrecht vorgeschlagen, ohne das Tibet ins Gespräch gebracht worden wäre, keiner hätte hier Applaus geklatscht. Einigen würde ich hier gar das Gegenteil locker zutrauen. Aber wenn es um Tibet geht, da sind auf einmal furchtbar gerecht.

Und wie gesagt, dass eigentliche Problem ist, dass Olympia eine Sportveranstaltung ist. Die zwar durchaus die größte politische Strahlkraft besitzt, aber von Sportverbänden (und von mir aus Sponsoren) bestimmt und gestaltet wird. Wenn sich diese unbedingt eine Rahmen wählen, der bekanntermaßen mit Problemen behaftet ist, ihr Problem. Das die Politik, die sich vorher auf das Hände schütteln des Dalai Lama beschränkte nun ausgerechnet dieses Event, was sie persönlich bisher nicht beeinflusst haben, als Steilvorlage nehmen, damit sie endlich mal ein Handeln vortäuschen können, dann ist das ein Witz.

Und nicht anderes wird dabei herauskommen und wenn sie den Fackelträger zusammenschlagen. Politisch wie wirtschaftlich ändert sich nichts. Und auch die Protestanten nutzen vermutlich tagtäglich Dinge die in China produziert worden, ohne das sie wirklich darüber nachdenken.

Aber lieber wird eben symbolisch gehandelt.
 
Das Thema "Brot und Spiele" wird seit mehr als 2000 Jahren von den jeweilig Regierenden in ihre politischen Strukturen eingebunden und wenn es sein muss missbraucht. Das hehre Ziel der Gewaltlosigkeit, in und um diese Zeit, ist immer ein Traum geblieben, wenn "Unfehlbare" und Allwissende" an den Hebeln der Macht saßen und sitzen. Wir werde da nichts ändern, es sei denn wir würden es boykottieren. Aber wer von uns schaltet denn nicht ein, wenn es los geht in China...:freak:
 
Ich persöhnlich werde Olympia boykottieren. Nicht das ich vorgehabt habe dorthin zu fliegen;),aber ich werde es mir halt nicht angucken. Gerade die Reaktionen der Chinesen auf die Tibetischen Proteste, aber auch andere menschenverachtende Dinge wie zum Beispiel Unterdrückung der Meinungsfreiheit oder generelles Demonstationsverbot in China zeigen, dass es so einfach nicht geht! Natürlich könnte man sagen, dass das alles nichts bringt, klar müssten die Politiker aktiver werden und mal die Eier auf den Tisch klatschen:D, aber das machen sie nicht und so bleibt für den einzelnen nur Boykott, Demonstrieren, etc, oder halt die Akzeptanz dafür übrig.

Ich habe mich übrigens sehr gefreut das das feuer Erloschen ist, soweit ich weiß heißt es in der Charta der Olympischen Spiele das der Fackellauf wieder von vorne beginnen muss, in dieser Charta steht aber auch, dass die Olympischen Spiele in keinem Land stattfinden dürfen, in dem die Menschenrechte derart mit Füßen getreten werden. Naja ma abwarten.

Grüße.
 
Mal was kurzes zwischendurch.
Eben kam in den Nachrichten, dass die Führung in China die Proteste in London scharf verurteilt und die Taten wohl auf Kosten tibetischer Seperatisten gingen.
Komisch nur, dass unter diesen tibetischen Seperatisten mind. ein Engländer war.

Ich bin der Meinung, dass durch die Anerkennung und Förderung der Spiele in Peking, die Menschrechtsverletztungen seitens China geduldet werden. Ich, für meinen Teil werde die Spiele nicht verfolgen.
 
Wie gesagt, man hat immer eine Reserveflamme, falls das Feuer durch irgendwas erlischt (oder die Fackel selbst Probleme macht z.b.).
 
So langsam wird der Staffellauf der Olympia-Flamme zu Farce. Wenn es nicht von Anfang an eine war.
Nein, es war eine immer eine Farce.


Es wird langsam krank, was passiert...
Und wenn man hier liesst: "Ich werde Olympia boykottieren..." :rolleyes:


Toll, macht es und schaltet euren Fernseher nicht ein.
Durch die Zeitverschiebung werden so oder so nicht so viele aus Deutschland die Veranstaltungen und Wettkämpfe vorm TV verfolgen.
Da fällt einer mehr oder weniger nicht auf. Und so viele werden es nicht werden, die boykottieren wollen.
Es bleibt einem eigenglich gar nichts anderes über, als die Spiele zu verfolgen.
Sie werden einem förmlich aufgedrängt...
Man wird quasi dazu gezwungen. ;)
 
Natan schrieb:
Klasse Aktion von den Franzosen! sind eben nicht solche Untertanen wie die Deutschen. und für alle "neinsager" zu Protesten: es bringt was, China wird Olympia zumindest nicht mehr mit Weißer Weste als Propaganda Veranstaltung nutzen können.
.....

Sie nehmen allerdings an den Spielen teil. Was hat die Aktion also gebracht? Nichts!
 
Nö, ich werde zu gar nichts gezwungen. Und schon gar nicht von diesen Medien. Ein Boykott hätte wenig Sinn. Da möchte ich keinen hier zitieren, aber anschauen?? Wie denn sonst habe ich als "Verbraucher" ne Möglichkeit mal NEIN zu sagen.:evillol:
 
So jetzt hab ich doch mal was zu sagen ...
Hier wird ja ziemlich ausgiebig über das Thema diskutiert. Ebenso gern werden Medienberichte als Beleg für etwaige Geschehnisse angeführt. Dazu habe ich einen ganz interessanten Artikel gefunden, der aufzeigt, wie schwer es eigentlich ist sich zu diesem Thema adäquat zu informieren und zu artikulieren ohne in Unhaltbarkeit abzudriften ...

http://www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/27/27598/1.html&words=Wange&T=Wange
 
Mir geht es gar nicht darum, jemandem eine Schuld zuzuweisen. Natürlich wären die chinesischen Kräfte nicht in Tibet auf den Plan getreten, wenn dort alles ruhig geblieben wäre. Das ist schon klar. Ich störe mich an dem Handling, an der Ausweisung von Ausländern und an den Behinderungen, denen sie bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,546241,00.html
 
[Ironie]
Hmmm. Man könnte jetzt alle pro-Tibet-Kommentare mit sysprofiles mal überprüfen. Die meisten haben mit Sicherheit mindestens ein Teil in ihrem PC stecken, das in China produziert wurde und deswegen so wunderbar billig war. Gerade Mainboards sind da ja beliebt.
Also, Jungs und Mädels. Boykottiert mal chinesische Computerteile! Danach reden wir (per Rauchzeichen) über Olympia. Aller andere ist inkonsequent.

Außerdem: Gerade der aktuelle Fackellauf trägt doch zur Völkerverständigung bei wie selten. In dem Moment, in dem ich das hier schreibe erlaubt die Bush-Regierung einem kommunistischen Regime den Einsatz von Soldaten auf US-Staatsgebiet! Die dürfen nämlich die Fackel in San Francisco beschützen. Und dabei durch die Stadt marschieren. Ein historisches Ereignis, auch wenn die Soldaten zivil tragen.

[/Ironie]

Gute Nacht, böse Welt.

(oder kommt das "Ironie-Off" erst jetzt? Ich bin wohl schon etwas zu müde...)

edit:
Ach so, falls es jemand wissen will: Das mit den Soldaten hat mir gerade das Auslandsjournal der ARD erzählt.
 
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keshkau schrieb:
Ich störe mich an dem Handling, an der Ausweisung von Ausländern und an den Behinderungen, denen sie bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,546241,00.html

Aber das ist doch nicht neu. Wir müssen uns nicht darüber unterhalten, dass China kein Vorreiter in Sachen Menschenrechte ist. Die Pressefreiheit wurde auch nicht erst jetzt abgeschafft. Es wird ja so getan, als ob die Restriktionen für die Presse erst mit der Eskalation der Gewalt in Tibet eingeführt wurden.

Wer aber glaubt, dass Menschenrechte in einem unabhängigen Tibet, welches der Dalei Lama im übrigen ablehnt, praktiziert werden, ist naiv. In Berlin hängen Tibetflaggen aus den Fenstern. Soviel Unwissenheit finde ich erschreckend. Abgesehen von der fragwürdigen Berichterstattung deutscher Medien die nicht in der Lage sind, Nepal von China zu unterscheiden, halte ich nichts von einem Boykott der olympischen Spiele.

Wer richtig boykottieren möchte kann ja alle Bauteile seines Computers, die in China gefertigt werden, ausbauen. Aber soweit geht die Solidarität dann meist doch nicht. ;)

MFG
 
Der Austausch der Fotos, der auch Thema in dem Spiegel-Artikel war, scheint nur die Praxis einiger weniger Journalisten gewesen zu sein. Vielleicht wäre sie nicht einmal an das Tageslicht gekommen, wenn die Chinesen es nicht akribisch darauf anlegen würden, die ausländische in Verruf zu bringen. Aber auch ZDF-Korrespondenten wurden bedroht, obwohl ihnen keine Fehler nachgewiesen werden konnten. Das ist eine völlig unnötige Einschüchterung der Presse, die nicht zu Olympia passt.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Wenn absichtlich Fotomaterial vertauscht wurde, dann sollen die Chinesen uns darauf aufmerksam machen. Dieses Recht haben sie. Das Problem ist aber, dass diese Verfehlungen innerhalb Chinas anders eingesetzt werden. Dort wird den Menschen der Eindruck vermittelt, dass die gesamte Weltpresse es darauf abgesehen habe, den Ruf Chinas zu schädigen. Erstens stimmt das so nicht und zweitens ist es der Versuch, von den Problemen mit und in Tibet abzulenken.

Es geht mir nicht darum, dass es in China schon immer Restriktionen für die Presse gab, so schade das auch ist. Vielmehr hat China im Zuge seiner Olympia-Bewerbung zugesichert, dass bestimmte Restriktionen während der Olympiade gelockert werden. Doch davon spüren wir nichts. Die langjährigen Ostasien-Korrespondenten bobachten ganz im Gegenteil eine Verschärfung des Klimas gegenüber den Medien. - Nun könnte man gegenhalten, dass die Spiele noch nicht angelaufen sind. Aber das ist kurzsichtig. Viele ausländische Delegationen halten sich während der Vorbereitungen immer wieder im Land auf. Auch die Presse sammelt bereits Filmmaterial, um ihre späteren Zwischenberichte zu untermalen.

Deshalb wäre gerade in diesem Jahr ein weniger restriktives Vorgehen der chinesischen Regierung notwendig gewesen, um die Zusagen einzuhalten. Die Ausweisung aller Ausländer aus Tibet passt nicht in dieses Bild. Und wie ich im ersten Beitrag schon schrieb, ist eigentlich China in der Bringschuld, um eine friedliche und Olympia-adäquate Gesinnung zu beweisen. Schließlich erinnert man sich noch an das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens aus dem Jahr 1989.

Ich rate niemandem dazu, chinesische Waren zu boykottieren. Doch ich denke, dass ein Boykkott ein klares Zeichen setzen würde. Und wenn man dennoch teilnimmt, dann sollte man seinen Protest vor Ort kundtun. Doch im fürchte, das wird nicht in der Form möglich sein, dass die chinesische Bevölkerung davon etwas mitbekommt.

Vor der Vergabe der Sommerspiele nach Peking hätten die chinesischen Vertreter versichert, die Ausrichtung Olympias in ihrem Land werde die soziale Frage und besonders die Menschenrechte voranbringen, sagte Rogge vor Journalisten in Peking. Er verlangte von China, seine "moralische Verpflichtung" zu respektieren.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,546550,00.html

Das IOC hat den Sportlern nun den Rücken gestärkt und zwischen (erlaubten) Meinungsäußerungen und (verbotenen) Demonstrationen unterschieden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,546560,00.html
 
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erinnerungen an den beginn der olympiaboykottbewegung der neuzeit gibt es hier: http://www.jungewelt.de/2008/04-12/012.php .

gedanke zum aktuellen stand der selben gibt es hier . http://www.freitag.de/2008/15/08150901.php & http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27712/1.html .

und ich "freue"mich auf die nächste olympiaboykottdiskussion, wenn in sotschi ( http://maps.google.de/maps?hl=de&tab=wl , http://www.sotschi.ru/ ) olympia 2014 stattfindet. was wollen wir dann boykottieren? und forden? lustich wird es werden.
 
Gelöscht durch den Autor aufgrund persönlicher Diffamierung und öffentlichen Anprangerung durch HappyMutant.
 
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Das fände ich eine tolle Aktion von ARD und ZDF!
Hoffentlich kommt dann kein geldgeiler Privat-Sender und zeigt trotzdem alles! War ja bei der Tour de France nicht anders...
 
Seit wann entscheidet ein oder mehrere Sender, denen ich jeden Monat Geld in den Rachen werfe, was ich sehen darf uns was nicht. Die Kohle für die Übertragungsrechte ist doch ohnehin schon überwiesen. Wenn der geldgeile Privatsender dann den Leuten bietet was sie sehen wollen, gut für ihn. Nur so funktioniert es.

Wer es nicht selber schafft den Fernseher morgens zur Olympia-Berichterstattung auszulassen, hat ohnehin ein Problem.

@hal9000: Da ja das so zukunftsweisende Gesellschaftssystem in Russland vor die Hunde gegangen ist und nun die "Ausbeuter" das sagen haben, brauch sich die "Junge Welt" nicht ins Hemd machen was 2014 angeht. Achja toller Artikel, kein Wort zur Lage in China, aber Klassenkampf der ganz alten Schule. Naja das Blatt hat sich in den letzenden Jahrzehnten wenigstens nicht geändert. Da wird auch noch aus dem kapitalistischsten und pressefeindlichsten China ein sozialistischer Bruderstaat. Aber Realitäten waren ja noch nie Inhalt dieses Organs.
 
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