Olympische Spiele 2008 in China boykottieren?

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Die Seite des Geldes was einem jeden von uns bekannt ist, doch gut das auch das mal verkündet wird.

Siehe: Link
 
ein boykott schadet wohl am meisten den teilnehmenden sportlern die sich vlt. schon ihr ganzes leben nur auf diesen einen moment vorbereiten und hart dafür gearbeitet haben.

chinas ruf ist ohnehin so schlecht, dass die "spiele" daran auch nichts ändern werden insofern stellt sich die frage ob man überhaupt was ändern kann.
 
Ich bin absolut für einen Boykott, auch wenn ich es für sehr unrealistisch halte, dass es passiert.
Olympia von heute ist nicht mehr das Olympia von anno Zwieback.
Wie hier schon erwähnt wurde, sind die eigentlichen Bosse die großen Sponsoren, die dicken Firmenbosse. Da ist selbst eine Merkel nur eine Marionette.
Und den großen Sponsoren interessiert es kein Stück, nachdem da Milliarden reingepulvert wurden, ob da ein paar Mönchen der Garaus gemacht wird. Geld regiert die Welt und ich denke da ist nichts mehr zu machen in der heutigen Zeit. Ideale und Dinge für die man einsteht gibt es doch nur noch da, wo keine Milliarden im Spiel sind, meiner Meinung nach.
Und das China die Zusage bekam, kann auch kein Zufall sein. Da rechnen sich ein paar Herren doch schon von vornherein etwas aus. Sauber ist heute gar nichts mehr.
 
Shader schrieb:
Hast du zufällig z.B. Harrer's Buch Sieben Jahre in Tibet gelesen?
Dann wüsstest du das du soeben die Tatsachen sehr verdreht hast.

Tibet mag zwar sehr feudalistisch gewesen sein, doch Harrer's Buch zeigt beeindruckend das Tibet so mehr als nur zufrieden war. Das äußerst einfache System funktionierte überraschend gut.

Ich habe das Buch nicht gelesen aber verdreht auch nichts. Ich kenne China und auch Tibet recht gut. Ich habe dort studiert, meine Diplomarbeit drueber geschrieben und einige Zeit auch gearbeitet, - bin also kein Landkartenanalytiker. ;) Soweit mir bekannt ist, handelt es sich bei dem Buch eher um einen Roman als um wissenschaftliche Literatur, kann aber nichts weiter drueber sagen, da ich es noch nicht las.

Nur weil eine Feudalgesellschaft gut funktioniert (Fuer wen eigentlich? Hat bei uns auch mal gut funktioniert!), ist diese Gesellschaftsform doch rueckstaendiger als die chinesische Diktatur. Nochmal: der Lebensstandard des Durchschnittstibeters ist gestiegen. Abstriche musste in erster Linie die, durch die einfache Bevoelkerung finanzierte, Regierungselite hinnehmen.

Natuerlich kontrolliert der chinesische Staat die Religion. Eine freie Ausuebung ist allerdings in gewissen Rahmen erlaubt. Das trifft aber auf alle 1,3 Mrd. Chinesen zu. Hier werden die Tibeter nicht gesondert behandelt.

Ich empfinde das Handeln Chinas in Bezug auf Tibet zwar nicht richtig aber dies in Verbindung mit Olympia zu bringen, ist einfach nur laecherlich.
China ist nicht erst in Tibet einmarschiert nachdem es die Olympiazusage erhalten hat.

Ueberraschung! :rolleyes:

MFG
 
wenn boykottiert wird trifft es nur ein paar arme Deppen die sich 4 Jahre darauf vorbereitet haben.
die die es beschliesen habe keinerlei finanzielle Einbussen davon . Das haben wieder nur die vorher zitierten Deppen.
Ist doch immer schön wenn andere die Rechnung bezahlen.
Wenn ich China währe würde ich mit Tibet warten bis nach der Olympiade und wenn die Proteste weitergehen mich für den Fackellauf mit einer Panzerparade durch die Demonstranten bedanken .
 
Tja, zum Glück bist du nicht China. ;-)
 
Ich hab übrigens, da ich Grieche bin, die griechischen Zeitungen durchsucht um etwas herauszufinden das China und Griechenland betrifft.

Ergebnis: kein Treffer!

Nicht alle Staaten sind für ein Boykott - auf jeden Fall gibt es nichts zu lesen dort in den aktuellen News.

GR und D sind beide in der EU, warum ist besonderes D so China feindlich?

Zuerst hatte ich mich für die Spiele entschieden; später dann dagegen (Studenten Ausweisung)

Jetzt möchte ich die Spiele unbedingt SEHEN und mir mein Urteil selber fällen.
 
"Sehen" wirst Du nichts Besonderes. Die Chinesen lassen doch nur zensierte Bilder über den Schirm flattern, die ihnen genehm sind. Alles andere fällt unter den Tisch. Ob die ausländische Presse unabhängig berichten darf, wird sich zeigen müssen. Die chinesische Bevölkerung wird solche Bilder nicht zu Gesicht bekommen.

http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,548512,00.html
 
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@olympiakos

vlt. sind ja nicht die deutschen chinafeindlich sondern die griechischen medien mehr beeinflusst?

oder die deutschen chinakritischer?
immerhin sind die griechen auch sehr unzufrieden (im eurobarometer) lt. einer studie weil sie sich (zu?)viel vom nächsten jahr erwarten und dann ständig enttäuscht zu werden.

also werden sie ja vlt. auch von china enttäuscht ?
 
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e-ding schrieb:
Ich habe das Buch nicht gelesen aber verdreht auch nichts. Ich kenne China und auch Tibet recht gut. Ich habe dort studiert, meine Diplomarbeit drueber geschrieben und einige Zeit auch gearbeitet, - bin also kein Landkartenanalytiker. ;) Soweit mir bekannt ist, handelt es sich bei dem Buch eher um einen Roman als um wissenschaftliche Literatur, kann aber nichts weiter drueber sagen, da ich es noch nicht las.

Es ist eine Zusammenfassung von Harrer's Tagebuch. Er schildert seine Erlebnisse die er von der Flucht aus dem Internierungslager bis nach Lhasa gemacht hat, die zahlreichen Feste und Prozessionen werden erläutert und auch was er selbst in Tibet tat.
Erläutert wird das es keinen wirklich schlecht ging, den Verbrechern die teils für unsere Maße heftige Strafen erhielten (Auspeitschungen etc.) lebten gut dann bei einem Bonpö oder von den Almosen, vielen den es schlecht ging bekamen von der Nachbarschaft oder anderen Tibetern Zuwendungen.
Man kann auf jedenfall feststellen das es durch der tiefen religiösen Lebensweise eine Ausgrenzung nicht gab. Im Gebet oder der Zuwendung zu ihrem Dalai Lama gab es keine Unterschiede zwischen den Normaden und den Adel.

e-ding schrieb:
Nur weil eine Feudalgesellschaft gut funktioniert (Fuer wen eigentlich? Hat bei uns auch mal gut funktioniert!), ist diese Gesellschaftsform doch rueckstaendiger als die chinesische Diktatur. Nochmal: der Lebensstandard des Durchschnittstibeters ist gestiegen. Abstriche musste in erster Linie die, durch die einfache Bevoelkerung finanzierte, Regierungselite hinnehmen.

Für unsere Verhältnisse war Tibet rückständig, aber nicht für ihre damaligen Verhältnisse. Es ging einen langsamen Gang, der jedoch die Vorzüge hatte das absolut nichts eilte - das es unter dem Volk kein Neid, keinen Streit und auch keine Verachtung gab.
Der tief verwurzelte Glaube in der feudalistischen Herrschaft und im Volke machte diese Dinge gar nicht erst möglich.

Durch die Besetzung wurde Tibet auf einem Schlage in eine Welt befördert wofür sie gar nicht bereit war! Mit dem gestiegenen Lebensstandard (z.B. in der Medizin) und den anderen damit verbundenen Dingen kamen genau die Werte nach Tibet die erst nicht herrschten, Neid, Verachtung, Eile!
Das es Bildung gibt mag auch theorethisch gut sein, ist es jedoch nicht denn die Tibeter werden einer radikalen Kur unterzogen. Um jeden Preis sollen die Tibeter dressiert werden.

e-ding schrieb:
Natuerlich kontrolliert der chinesische Staat die Religion. Eine freie Ausuebung ist allerdings in gewissen Rahmen erlaubt. Das trifft aber auf alle 1,3 Mrd. Chinesen zu. Hier werden die Tibeter nicht gesondert behandelt.

Was heißt in gewissen Rahmen?

e-ding schrieb:
Ich empfinde das Handeln Chinas in Bezug auf Tibet zwar nicht richtig aber dies in Verbindung mit Olympia zu bringen, ist einfach nur laecherlich.
China ist nicht erst in Tibet einmarschiert nachdem es die Olympiazusage erhalten hat.

Ueberraschung! :rolleyes:

MFG

Da muss ich dir zustimmen!
Chinas Handeln mit Tibet war falsch und ist es noch immer! Gespräche werden nicht geführt, die Chinesen blocken und die Unzufriedenheit der Tibeter wächst.

Doch in unserer Bildergeilen und Propaganda-Medien Welt ist es nötig Olympia für Tibet zu missbrauchen, nur so kann man wirksam (vielleicht auch zu nervend) auf das Aufmerksam machen was seit Jahrzehnten in diesem "Dach der Welt" geschieht - darum geht es bei alle dem!
Da das aber die olympische Kommision, die NATO, UNO und alle ziemlich kalt laesst, da man aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht auf China treten "kann" - wird es nach Olympia in Sand verlaufen wie in all den letzten Jahrzehnten.

@Deutschland und chinafeindlich
Das dürfte durchaus darauf beruhen da China sehr viel mit ihren Duplikaten auf die dt. Wirtschaft drückt. In gewisser Weise fürchten sich die alten mächtigen Länder davor das China wirtschaftlich eine Bedrohung werden könnte. Also zeigt man sich bewusst Vorsichtig und skeptisch, gleichfalls kann es sich Deutschland mit ihrer Wirtschaft nicht leisten auf China zu treten (trotz den Duplikaten!) - zu wichtig ist dieses noch immer boomende Land für unsere Ökonomie!
Da Politik nicht mehr viel in unserer globalen Wirtschaft zu sagen hat, läuft die ganze kritische Sichtweise in den Sand - die globele Wirtschaft regiert uns!
 
Shader, Du hast es genau auf dem Punkt getroffen.

Darauf wollte ich auch hinaus, mit dem China unfreundlich.

In Erinnerung hatte ich noch die CeBIT und die Kommentare hier.

Klar, dass es nicht richtig ist was die Firmen dort machen aus Unseren Sicht, trotz alledem hat es gar nichts mit den Olympischen Spielen zu tun.

Die Spiele sollen stattfinden um die Welt, ein bisschen, zusammen zu bringen.

Wem nützt ein Boykott? Keinen ! Außer, dass sich die Fronten noch mehr verhärten und noch mehr Hass entsteht.

Mag sein, dass in Tibet nicht alles sauber abläuft, aber Tibet ist auch nicht der Mittelpunkt der Erde.
 
olympiakos schrieb:
Mag sein, dass in Tibet nicht alles sauber abläuft, aber Tibet ist auch nicht der Mittelpunkt der Erde.

Und was wäre, wenn jemand Griechenland "unterjocht"? Und dort dasselbe passieren würde wie in Tibet? Kann man dann auch sagen "Griechenland ist nicht der Mittelpunkt der Erde", also Who cares? ;)
Zumindest dieser Satz ist sehr zweifelhaft und in meinen Augen eher fehl am Platz.
 
BlackSavage, da gebe ich Dir recht und möchte sogar noch weitergehen.

Der Satz ist einfach nur zynisch und gehört auf keinen Fall hierher, sollte Olympiakos das ernst meinen käme er unter Umständen besser seinen Nick zu ändern.
 
@shader

Du hast mich neugierig gemacht. Ich werd mir das Buch mal zu Gemuete fuehren. :)


@Religion
Die religioesen Einschraenkungen machen sich dann bemerkbar, wenn Einfluss auf politische Entscheidungen genommen werden soll. Religion ist in China reine Privatsache. So wird z.B. niemand daran gehindert, seinem Glauben aktiv nachzugehen. Es existieren Kirchen, Moscheen und Tempel.
Sobald der Glauben jedoch zu oeffentlich praktiziert wird, (Wir durften an der Uni kein Weihnachtsfest organisieren, da man eine christliche "Bekehrungsparty" vermutete. Dabei wollten wir Konfessionslosen den Chinesen nur Gluehwein und nicht die Bibel naeherbringen.) wird dies eingeschraenkt. Dies meinte ich mit eingeschraenkter Religionsfreiheit.

Die KP interessiert es aber nicht im geringsten, ob es sich dabei um Christen, Moslems oder Buddhisten oder um Tibet, Sichuan oder Shandong handelt.

@visa
Bis jetzt konnte ich noch keine Schwierigkeiten in Bezug auf die Visavergabe feststellen. Vielleicht aendert sich das ja noch. Wer aber mal versucht hat ein Geschaeftsvisum fuer Deutschland zu beantragen weiss, dass das der pure Wahnsinn ist.


MFG
 
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Der Thread ist zwar nicht mehr ganz neu, aber ich will keinen neuen dazu eröffnen. Ich hoffe, dass ich damit die richtige Entscheidung treffe ;).

Zur Zeit wird in Peking extrem hart durchgegriffen, es sind Soldaten auf den Straßen, die jeden kontrollieren, der ihnen nicht ganz gefällt. Das weiß ich, weil ich Chinese bin und Bekannte und Verwandte dort habe.
 
Trotzdem immer noch interessant und aktuell. Wir werden hier in Europa zwar nicht viel ändern können. Aber eine Diskussion dazu zwickt doch manchmal den Richtigen.
Das harte Durchgreifen ist nicht neu und wird je näher Olympia naht, sich auch verstärken. Vielleicht werden sie ja auch "klüger" und wir werden es immer seltener bemerken.
Livven, erkläre mir doch mal ganz kurz das, was es mit dem "Gesicht verlieren" auf sich hat. Das ist mir als Europäer eher noch schleierhaft.:)
 
Ah, wenn der Thread schon mal oben ist, kann ich auch noch mal dazu sagen: Ist euch aufgefallen wie die ganze Boykott-Geschichte im Sande verlaufen ist. Es brechen China-Wochen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk an, die Werbung geht auf Olympia-Kurs und kein Mensch verlangt mehr irgendwas. Schon gar keine Absage der Teilnahme. Und der Vorzeigeboykottierer Sarkozy? Nimm natürlich auch noch teil an der Eröffnungsfeier. Ohne das sich China politisch bewegt hätte (das was sich bewegt hat ist die Erde in einigen Provinzen, aber das ändert nichts an den Machthabern). Also vielleicht habe ich es nicht genauso vorhergesagt, aber es war abzusehen. Die Welt besteht nun mal aus Heuchlern und Verkäufern. Und wenn dann im August die sauberen Straßen und die schöne Atmosphäre gelobt wird, dann weiß ich alles. :rolleyes:

Und genau deswegen habe ich immer gesagt, sollte das sportliche im Vordergrund stehen, denn die Politik ist die viel größere Show nebenher.
 
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Hört sich blöd an (und ich wiederhole mich). Macht doch den Kasten aus. Geht raus, etwas Sport machen, in der Sonne sitzen und mit Leuten übers Wetter reden. Irgendwie soll es ja greifen und wenn die Einschaltquote sinkt, sinken vielleicht auch die Interessen (Umsatz/Geld). Ich denke nur an die Tour de France. Da waren sich alle einig, falls wieder irgendetwas vertuscht werden sollte, raus aus der Übertragung. Was soll daran so schwer sein. Wir sind die Idioten, die dieses Rad am laufen halten und da helfen auch keine Appelle.:evillol:
 
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