Olympische Spiele 2008 in China boykottieren?

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keshkau schrieb:
In diesem Punkt hat die chinesische Regierung ganz klar eine Bringschuld, die sie bisher nicht eingelöst hat.

Das mag aus unserer Sicht ricntig sein, aus der chinesischen ist es das nicht.
Die kommunistische Partei handelt nicht aufgrund kultureller Besonderheiten, sondern ganz prakmatisch, wie Du schon geschrieben hast.

Für China ist es wichtig, das eigene, sehr heterogene Volk zusammenzuhalten. Das Gesicht der eigenen Bevölkerung gegenüber ist dabei wichtiger als das Ansehen ausserhalb. Hier gilt es einen Spagat zu vollziehen der, ganz offenkundig, nicht so einfach ist.

China verändert sich so rasant. Das wirtschaftliche Wachstum ist dabei nur eine Facette.
Die demographische Entwicklung, wirklich ernste Umweltprbleme, eine problematische Entwicklung des Gesundheits- und Rentensystems, eine extreme Einkommensspreizung, ein noch unterentwickeltes Hochschulsystem usw. machen es schwer, das Land zu kontrollieren.
Nicht zu vergessen, China ist keine Ein-Mann-Diktatur. Das war sie unter Mao. Nun ist es eine Diktatur einer Ideologie mit der kommunistischen Partei an der Spitze. Personen sind hier schnell austauschbar.

Das Thema Tibet oder anders gesagt: "Überraschung,-China ist ein totalitärer Staat", wurde hier schon zur Genüge diskutiert.
Die KOntrolle ausländischer Korrespondenten ist Teil des Umgangs Chinas mit der Presse. Was sich nicht steuern lässt, wird kontrolliert. Dabei hat die Fehlberichterstattung der "freien" Presse ihnen erstklassig in die Hände gespielt.

Diesen Umgang gab es vor den olympischen Spielen. Es wird ihn auch während und nach den Spielen so geben. Alles andere zu Glauben wäre naiv.

MFG
 
@Rasemann
Mich interessiert nicht der Sack Reis, der in China umfällt, sondern die Art und Weise, wie eine Regierung mit der eigenen Bevölkerung umgeht. Die Versorgung mit sauberem Wasser und die Versorgung mit Lebensmitteln und mit Gütern des täglichen Bedarfs sind nur eine Seite der Medaille, quasi eine Notwendigkeit, die immer und überall gewährleistet werden muss und für die man sich nicht auf das Siegertreppchen stellen sollte, als sei das eine Großtat.

Die problematische Kehrseite ist z. B., dass Menschen für den Bau von Staudämmen zwangsumgesiedelt werden - was man gut mit dem Gemeinwohl begründen kann -, aber dass gleichzeitig die gezahlte Entschädigung nie bei den Leuten ankommt, sondern bei irgendwelchen Funktionären versickert. Ok, auch das kann vorkommen. Der entscheidende Unterschied ist nur der, dass einem als Betroffenen dann oft die Hände gebunden sind.

Als noch viel bedeutender sehe ich die täglichen Einschränkungen, die wir normalerweise als Grundrechte oder Menschenrechte betrachten, die aber im China kaum zum Zuge kommen. Das fängt mit der Zensur an, geht über die Sperrung von Internet-Inhalten und der Gefahr, in en Arbeitslager oder Umerziehungslager gesteckt zu werden, wenn man in Bezug auf politische Themen die falschen Töne anschlägt. Für eine Nation wie China ist das ein einziges Trauerspiel.

Es geht also nicht darum, wie Peking mit seinen Provinzen klarkommt. Das sind nun wirklich interne Angelegenheiten, in die ich mich gar nicht einmischen will. Aber "Diktatur" und Unterdrückung können nicht die zeitgemäßen Antworten sein, nur weil man mit Gewalt ein Reich zusammenhalten will.

Nun schließt man vorübergehend Fabriken, um die Luft zu säubern, pumpt im Umland Wasser ab, damit genug für Olympia vorhanden ist. Da scheint mir viel Willkür im Spiel zu sein.

Es wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung, wenn China die im Zusammenhang mit der Vergabe der Spiele gemachten Zusagen einhalten würde. Aber für mich sieht das im Moment nicht danach aus.

Dabei verstehe ich schon die Beweggründe, diese Spiele in das bevölkerungsreichste Land und nach Asien zu vergeben. Das ist an sich eine gute Idee. Aber man sollte dabei die Rahmenbedingungen nicht aus den Augen verlieren.

Spiele nur um der Spiele willen, ohne Rücksicht auf Verluste, das halte ich für falsch.
 
@keshkau

Die Rahmenbedingungen haben bei der Vergabe offensichtlich keine Rolle gespielt. Genau das ist die Farce. Ein paar Pseudozugeständnisse abzuverlangen verlief, ganz absehbar, im Sande.
China ist nicht in der Lage, die Zusagen zu halten. Das war aber auch bekannt. Und mal ehrlich, ohne Tibet wärs doch auch kaum jemandem aufgefallen. Nun schaut man natürlich genauer hin.

Der schwarze Peter geht für mich klar ans olympische Komitee.

MFG
 
Das mit dem Schwarzen Peter sehe ich auch so. Gestern habe ich in der ZDF-Mediathek gestöbert und ein Gespräch (Telefoninterview?) zwischen Maybritt Illner und Dieter Poschmann gefunden.

Er erklärte bei dieser Gelegenheit, wie es bei der Vergabe ablief. Es standen nämlich an dem Tag zwei Entscheidungen an: Einmal die Wahl des Austragungsortes und dann die Präsidentschaft des IOC, für die sich ein Koraner beworben hatte.

Da man zuerst über den Ort abstimmte, war es seiner Meinung nach so, dass eine Vergabe an Peking gleichzeitig den Koreaner aus dem Rennen warf. So ist es dann auch gemacht worden.

Das IOC hätte beinhart auf die Einhaltung bestimmter Punkte pochen müssen. Da hat man sich ganz klar abspeisen lassen (wollen).

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Bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2001 hatte China noch eine "völlig freie Berichterstattung" zugesagt. So ändern sich die Zeiten.
Das IOC hat eine Vereinbarung mit China zur Zensur von Internet-Seiten geschlossen - Olympiareporter dürfen in Peking nicht wie versprochen frei im Netz recherchieren.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,569025,00.html

Allein schon wegen solch "linker" Touren würde ich die Chinesen auf ihren Spielen sitzenlassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
eigentlich hatten mich diverse interviews umgestimmt und ich dachte mir vlt. ist mein boykottgedanke übertrieben geht es doch für die sportler um den einen moment auf den sie oft ihr ganzes leben hinarbeiten.

dennoch haben mich aktuelle ereignisse in meiner meinung bestärkt und ich werde mir mit sicherheit nichts ansehen, nichteinmal die eröffnung. diese rahmebedinungen sind es mir nicht wert.
 
fjmi, was hilft ein bewusster Boykott, wenn es niemanden schadet? Schau doch ruhig, merkt doch keiner ;)
 
@ keshkau

Meine Rede!

@ Odium

Wenn der Boykott richtig durchgezogen würde, dann würde er China in so fern schaden, dass sie ihre Ziele nicht erreichen würden.
Das würde aber bei den Sportverbänden der verschiedenen Länder anfangen, über die Medienvertreter und Industrie bis hin zum Zuschauer gehen. Und da zeigt ja fast keiner auch nur ansatzweise Motivation etwas zu machen.

@ fjmi

Das Argument, dass Sportler ihr ganzen Leben darauf hinarbeiten, ist "etwas" fehl am Platz. Fast jeder Sportler, der nicht auf den letzten Plätzen landet ist Profisportler und nimmt auch an anderen Wettkämpfen teil. Turner, Turmspringer und co denken sich zwar meist etwas besonderes für die Olympischen Spiele aus, was aber auf keinen Fall bedeutet, dass sie sonst nicht trainieren würden (vielleicht nur nicht so intensiv).



Das deckt sich genau mit dem, was ich schon zum Bau des Stadions vor ein 2 Jahren gesehen habe:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 schrieb:
Seit 2001 sind Wolkenkratzer mit kühner Architektur, neue Magistralen, Parkanlagen und ein neues Flughafen-Abfertigungsgebäude entstanden, das größte der Welt. Sogar vernünftige U-Bahnlinien haben die Pekinger nun. Doch dafür verschwanden ganze Wohn- und Fabrikviertel. Zehntausende Menschen mussten oft mit nur knapper Entschädigung an den Stadtrand umziehen.
Und mit knapp ist meist ein Betrag gemeint, der bei weitem nicht für eine neue Unterkunft reicht!
Diejenigen, die großzügig entschädigt wurden, wurden meist im chinesischen Fernsehen gezeigt.
Hatte vor 2 Jahren einen Bericht über den Bau des Stadions auf einem österreichischen Sender gesehen. Zum einen durften die Reporter nicht frei berichten und das Stadiongelände filmen (sie haben sich dann in ein Hotel mit Blick aufs Stadion einquartiert und dann illegaler weise von dort aus gefilmt) und zum anderen durften Interviews nur in Anwesenheit von 2 begleitenden Polizisten geführt werden. Als ein Interviewpartner meinte, dass sie und viele andere entweder noch überhaupt nichts oder nur einen Betrag erhalten haben, der für die nächsten Monate höchstens für das Essen reicht, schritten die Beamten ein und haben den Interviewpartner "entfernt". Zudem haben sie noch die Reporter bedrängt, ihnen das Video auszuhändigen!
Alleine so ein Verhalten ist ein Grund, die olympischen Spiele China wegzunehmen! Aber keiner des IOCs scheint auch nur annähernd Eier in der Hose zu haben.
Jetzt kann China genauso weitermachen und zusätzlich noch die Wirtschaft ankurbeln, für sich Werbung machen und Touristen anlocken. Aber dass das auch auf den Rücken eines großen Teils der Bevölkerung ausgetragen werden könnte, scheint ja fast niemanden zu interessieren.
 
Die sportbegeisterten Zuschauer werden bei Olympia miteifern und jegliche Hintergründe bewusst verdrängen und für diese Zeit vergessen.
Andere werden Olympia als großes Medienspektakel wahrnehmen und sensationsgeil zuschauen, weils gerade IN ist und jeder macht oder man sich langweilt. Wieder andere werden die Olympiazeit irgendwie versuchen olympiafrei zu überstehen.

Alle Gruppen werden aber nichts Richtung Boykott tun, als das es nur irgendwas bewirken würde. So ist die Realität.
Unsere Gesellschaft ist viel zu oberflächlich, konsumgeil und egoistisch geworden. Olympia in China wird das wieder aufs Neue beweisen.
Die Mehrheit ist in dieser Beziehung schlicht verlogen und sollte wenigstens aufrecht dazu stehen und es zugeben.

In dem aufschlußreichen Artikel von @Keshkau liest man anschaulich heraus: Veränderungen in China können nur durch das eigene, geschlossen agierende Volk von innen heraus stattfinden! Dieser Prozess wird leider noch länger dauern, als in anderen Nationen.
WIR Westler können nur sehr wenig beeinflussen und bestenfalls an der Oberfläche kratzen. Im schlimmsten Falle macht die KP in China wieder die Schotten dicht, wenns ihr zu bunt wird. Das ist sogut wie das einzige was wir versuchen können zu vermeiden.
 
Meiner Meinung nach sollte man das IOC in erster Linie dafür verantwortlich machen, dass China als Land den Zuschlag bekommen hat.

Weshalb rollen hier noch keine Köpfe? Weshalb gibt es hier keine Entschuldigungen für die Fehlentscheidung?

Natürlich nutzt China die olympischen Spiele auch politisch. Sie wären ja auch dumm, wenn sie diese Chance nicht ausnutzen würden.

Das Vorgehen CHinas war aber auch absehbar. Selbstverständlich wird es eine freie Berichterstattung geben,....allerdings nur auf die sportlichen Ereignisse bezogen. Nach chinesischer Logik ist ein Sportbericherstatter nunmal kein Reporter, der über Menschenrechtsverletzungen berichtet. Wieso interessieren ihn also Webseiten von Amnesty International oder Tibet?

Das ist für uns natürlich nicht nachvollziehbar und mit den gemachten Versprechen nicht vereinbar. Für die Chinesen ist es kein Widerspruch.

Die Entscheidung ist getroffen worden, in diesem Land die Olympiade abzuhalten. Ein Boykott wäre falsch. Allerdings sollte man sich wirklich mal überlegen, wem man in Zukunft die Entscheidung über den Austragungsort der olpympischen Speile übergibt.

MFG
 
Odium schrieb:
fjmi, was hilft ein bewusster Boykott, wenn es niemanden schadet? Schau doch ruhig, merkt doch keiner ;)

warum muss des wem schaden? ist nur für mich.


bzw wenn es 100000000000 machen würden, dann gäbs keine einschaltquoten, keine werbung keine kohle,....
natürlich wirds nicht passieren aber mir doch egal, so sehr interessiert mich der kram nicht um eigene prinzipien zu brechen.
 
auf keinen fall die spiele boykottieren!!!

trennt bitte politik und sport, das eine hat mit dem anderen fast nix zu tun ;)
 
Für einen Boykott ist es doch eh viel zu spät - und er wäre völlig unnütz.

Nach innen: China wird die Spiele als nationalen Triumpf im eigenen Land präsentieren - genauso wie es einen westlichen Boykott propagandistisch ausgeschlachtet hätte. Diktaturen haben es da leicht. ;)

Nach außen: Ein Boykott wäre viel weniger wirksam als das allgemeine Unwohlsein, dass sich inzwischen mit Blick auf die Spiele einstellt. Und er würde vorrangig die Sportler treffen, als diejenigen, die von den Spielen wirklich etwas haben.

Es ist zwar etwas her, aber der Olympia-Boykott der Spiel von Moskau 1980 hat eher zu Mitleid für die Sportler geführt, die dadurch ihrer Erfolge beraubt wurden. Politisch war er wirkungslos. Genauso war es beim Revanche-Foul des Ostblocks bei der Olympiade 1994 in Los Angeles.

Wenn sich aber China nicht als verlässlicher Partner bei getroffenen Vereinbarungen präsentiert, wie zuletzt bei der Pressefreiheit der Sportberichterstatter, dann wird das China langfristig weh tun. Genauso wie in Sachen Doping und Smog-Spiele. Nach innen wird das eh eine grandioses Selbstbeweihräucherungsfest. Nach außen wächst aber die Erkenntnis, dass es ein Fehler war, die Spiele nach Peking zu vergeben. China verliert den Ruf als pragmatischer und vertrauensvoller Partner; es präsentiert sich als Land der Betonköpfe, denen Ideologie immer noch über alles geht. Gut für´s Investitionsklima ... :evillol:

Wer China kritisiert, sollte vom Olypia-Boykott die Finger lassen! China blamiert sich so gut wie es kann, ein Boykott würde da nur den Anker werfen. Paradoxerweise sollte imho nur der den Boykott fordern, der das Regime vor weiterem Gesichtsverlust bewahren möchte. Am sinnvollsten wäre daher vielleicht ein Boykottaufruf durch die chinesische KP, aber das geht ja irgendwie auch nicht. Das wäre wohl das einzige, was die nicht als Jubelparty nach innen verkaufen könnten. Ein Fest für die Welt, zu dem der Rest der Welt ausgeladen würde ...

Viele Grüße, Tiguar
 
Zuletzt bearbeitet:
ich sehe das ähnlich wie Tiguar, bin mal gespannt was passieren wird wenn die chinesen kein gold oder keine medaille holen...?
ob die sich umbringen, verschwinden oder vom großen vorsitzenden mit verachtung bestraft werden?
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,569356,00.html


ein boykott wäre wohl eher hier angebracht!
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,569331,00.html

dafür trägt ganz klar das ioc die verantwortung, wieso vergibt man zuschläge an "unterentwickelte" und strukturschwache länder und regionen? das hat die fifa mit südafrika auch total verbockt...
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf den ersten Blick fällt es leicht, der Position von Tiguar zuzustimmen. Die bisherigen Boykotte verpufften wirkungslos, das spräche für eine Teilnahme in Peking. Was die Sportler angeht, so war ich im Fall einer Nichtteilnahme immer für eine alternative Veranstaltung, damit es eine Art Entschädigung gibt. Die macht aber nur Sinn, wenn so gut wie niemand nach China reist. Für eine Hand voll Staaten wäre das witzlos.

Zur Wirkung nach außen: Die Sache mit dem „allgemeinen Unwohlsein“ sehe ich anders. Ich gehe davon aus, dass das chinesische Fernsehen der eigenen Bevölkerung die Spiele zeigen wird, die es ihnen zeigen will. In diesem Sinne kann man ausländische Sportler als willige Erfüllungsgehilfen betrachten. Die Propaganda-Schlacht nach innen verpufft nämlich, wenn nur noch chinesische Sportler am Start sind und z. B. beim Schwimmen sechs Bahnen frei bleiben. Das muss erst einmal plausibel verkauft werden.

Das allgemeine Unwohlsein macht sich vermutlich eher bei den Ausländern breit, die sich in Peking einspannen lassen. Die Chinesen scheinen dagegen schmerzlos zu sein. Warum wohl werden chinesische Oppositionelle auf Schritt und Schritt überwacht? Man ist einfach nicht bereit, die internationalen Gepflogenheiten zu akzeptieren und verkriecht sich z. B. hinter der Begründung, die Website von amnesty international sei für Olympia nicht relevant. Und ausländische Zeitungen werden in Peking auch nicht so einfach herumliegen, wie man das eigentlich erwarten dürfte.

Mit einer Teilnahme lässt man sich auf diese Spielchen ein. Gegenüber China (und anderen) wird damit signalisiert, dass die Ausrichter im Grunde machen können, was sie wollen. Das IOC schaut allein auf den Sport und ist bereit, über alles andere hinwegzusehen. Die zuvor medienwirksam erstrittenen Freiheiten stehen auf dem Papier, das genügt dann aber auch.

Eindrucksvoller finde ich, sich diesem Machtkampf zu stellen und zu sagen, dass China seine Spiele ohne den Rest der Welt austragen kann, wenn allgemein gültige Regeln, die im Vorfeld sogar ausdrücklich zugesagt worden sind, plötzlich nichts mehr wert sein sollen.

Das würde auch spätere Olympia-Ausrichter wirksam abschrecken, etwa Russland (Winterolympiade 2014 in Sotschi). Die an Olympia teilnehmenden Nationen haben eine riesige Macht. Sie sind nur nicht bereit, sie einzusetzen, obwohl man damit solche Probleme wie jetzt in China vielleicht dauerhaft aus der Welt räumen könnte.

Denn dann hieße es für die Zukunft, dass der Ausrichter bestimmte Regeln erfüllen muss. Tut er das nicht, bleibt die Welt zu Hause. Das sollte sitzen.
 
im volkmund bezeichnetn man solche 'entscheidungstrger dann mit ' die haben keine eier' ;) (order freundlich: umfaller ohne rückgrat)
 
Was findet ihr an China so besonders aufregend, was nicht auch auf ALLE anderen Kontinente zutrifft?
Wer boykotiert die Türkei wegen Zypern und Kurden(27 Mio Leute!)
Wen juckt die Ausrottung ganzer Stämme in Brasilien?
England-Irland ist nichts anderes.
Baskenland, Ostpreußen, Südtirol, Ukraine, Weißrußland, Georgien, Kosovo, Makedonien,...es gibt kein Land ohne Leichen im Keller, wenn man nur tief genug gräbt.

Wer sagt außerdem, daß bei uns Meinungsfreiheit herrscht?
Wenn ALLE von den 100% gleichgeschalteten Presseagenturen auf der ganzen "westlichen" Welt die GENAU gleichen Nachrichten bringen...

Die Wirtschaftsleute interessiert überhaupt nicht ob da jetzt ein Reporter was schreiben darf oder nicht...

Was verlangt ihr von China?
Daß sie von heute auf morgen ein 100% EU-konformes Land werden?
Immerhin bombt China keine weit entfernten Länder aus Jux und Tollerei und vorallem ÖL in Grund und Boden und erhängt deren Staatsführung.

Wer bei uns etwas für jemand anderen negatives Veröffentlicht wird genauso wie in China in Grund und Boden geklagt und vieleicht bei Zahlungsunfähigkeit sogar eingesperrt.

Beispiel: Die Firma xy produziert nur Dreck..... das genügt zumindest für eine "Abmahnung" die auch ein paar Tausender kostet...

Oder: Die Staatsführung ist unfähig und gehört ausgetausch!
Das genügt für eine Anklage wegen Landfriedensbruch, wenns wer drauf anlegt.


Fakt ist:
Den Leuten in China geht es wesentlich besser als den Leuten in Indien oder Pakistan, sind auch 1,5 Milliarden = 3x EU!
Lieber keine Wahl und Essen, als wählen dürfen und verhungern oder einem wirklich willkürlichem Regime ausgesetzt zu sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wer sagt außerdem, daß bei uns Meinungsfreiheit herrscht?
Das Grundgesetz, Artikel 5. Die Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht in Deutschland.
http://www.bundestag.de/parlament/funktion/gesetze/grundgesetz/gg_01.html

Die Wirtschaftsleute interessiert überhaupt nicht ob da jetzt ein Reporter was schreiben darf oder nicht...
Die Wirtschaftsleute sind vielleicht gar nicht die Zielgruppe der Reporter, sondern die Bevölkerung. Und es muss den Reporter auch nicht interessieren, ob er von den Wirtschaftsleuten wahrgenommen wird. Es geht darum, dass er nicht daran gehindert wird, seine Meinung zu äußern.

Was verlangt ihr von China?
Dass man sich dort als ausländischer Gast frei bewegen darf. Dass Treffen mit Oppositionellen nicht von staatlicher Seite aus unmöglich gemacht werden. Dass Leute auf der Straße ungestört Interviews geben und sich bei Bedarf auch kritisch gegen die Olympiade aussprechen können, ohne am nächsten Tag dafür verhaftet zu werden. All solche Sachen.

Daß sie von heute auf morgen ein 100% EU-konformes Land werden?
Das hat niemand behauptet. Das geht wohl kaum als Argument von Dir durch, sondern nur als billiger Spruch.

Immerhin bombt China keine weit entfernten Länder aus Jux und Tollerei und vor allem ÖL in Grund und Boden und erhängt deren Staatsführung.
Tut mir leid, aber da stelle ich etwas höhere Anforderungen als Du.

Wer bei uns etwas für jemand anderen Negatives veröffentlicht wird genauso wie in China in Grund und Boden geklagt und vieleicht bei Zahlungsunfähigkeit sogar eingesperrt.
Das ist Unsinn, was Du da schreibst. Journalisten veröffentlichen dauernd Dinge, durch die andere belastet werden. Das können sie ohne Probleme machen, wenn sie ihre Behauptungen untermauern können. Wenn das der Fall ist, wird in der Regel auch nicht geklagt, wobei man solch einen Prozess als Kläger auch erst einmal gewinnen muss, um nicht auf den Kosten sitzenzubleiben.
Wenn die Fakten nachprüfbar sind, gibt es nämlich meist keine Klage, sondern nur bei haltlosen Unterstellungen, Verleumdungen und übler Nachrede. Denn die sind verboten.

Das genügt für eine Anklage wegen Landfriedensbruch, wenns wer drauf anlegt.
Wieder so ein Satz, der beweist, dass Du keine Ahnung von dem hast, was Du da schreibst. Siehe dazu § 125 Strafgesetzbuch. http://bundesrecht.juris.de/stgb/__125.html


Also Rasemann:
Da muss schon mehr von Dir kommen. Mehr Tatsachen und weniger falsche Behauptungen und Verleumdungen.
 
Ach so?
Also ich habe schon einmal 3000 Schilling Strafe gezahlt und den PC abgeben(Mindeststrafe+Einzug des "corpus delicti") müssen...wegen...Systemkritik, genannt Volksverhetzung/Landfriedensbruch/Aufforderung zu strafbaren Handlungen - im Forum einer Zeitung=öffentlicher Raum.
Und irgendwer hatte nichts besseres zu tun als mich anzuzeigen...
Übrigends ganz ohne Gerichtsverhandlung, wie eine Radarstrafe eine Verwaltungsstrafe.

So ist das mein lieber Keshkau.

Thema China und Internet:
http://futurezone.orf.at/it/stories/297246/
Die Bevölkerung Chinas dürfte das völlig anders sehen als wir.

Was hat Olympia mit der Staatspolitik zu tun?
Dann dürfte in der USA gar nichts mehr stattfinden, dem Agressor Nr.1 der jetzigen Welt.

Dem Kalifen von Köln und seinem "Kalifatsstaat" trauert auch keiner nach, oder der RAF.
In China gibt es durchaus radikale Gruppierungen die Anschläge machen und weiter machen werden.

Bei uns dürfen Sicherheitsvorkehrungen usw. genausowenig öffentlich gemacht/gefilmt werden.
Bei der Euro 2008 war negative Berichterstattung vom Veranstalter auch per Vertrag verboten.
Daran musste sich auch jeder Journalist halten.

Und daß China was anderes als Schweden ist, das wissen wir auch nicht erst seit gestern früh.
 
@ Rasemann

Da keiner von uns wissen kann, was du genau (wörtlich) geschrieben hast und du es auch nicht näher ausführst, ist es doch müßig über das Thema zu diskutieren. Und mir ist noch kein Fall bekannt, in dem eine solche Strafe nur auf der reinen Willkür basiert!

Und der von dir verlinkte Artikel ist doch einfach nur naiv!
Was jemand nicht weiß, macht ihn nicht heiß... Dann ist ja alles in Ordnung. Natürlich erfreuen sich viele Chinesen am Internet. Frag doch aber auch einmal bei denen nach, die wegen dem Aufrufen falscher Seiten im Gefängnis sitzen. Die haben bestimmt auch jede Menge Spass...
Und das Internet dient eben nicht nur der reinen Utnerhaltung (vielleicht in China, weil eine ernsthafte Beschaffung von Informationen auf bestimmten Gebieten ja nicht wirklich möglich ist).
Im Grunde finde ich den Artikel aber erschreckend, da er zeigt, dass freie Meinung und freies Denken über wichtige Dinge, anscheinend bei den meisten nicht ausgeprägt ist. Und jetzt frag dich mal warum...
Ein passender Kommentar:
_ich_ suche im internet information, wissen und meinungen. keine lust auf die lauwarmen vorgekauten weichspuelinhalte eines zensurierten und geregelten internet.

aus meiner sicht ist es bedenklich so etwas als lernenswert dazustellen.

wissen schuetzt.

Wenn es doch so strikt verboten war, etwas negatives zu schreiben, warum haben dann trotzdem alle über den dummen Beschluss der UEFA erfahren, die Fernsehübertragung über einen einzigen Knotenpunkt laufen zu lassen? Und die Berichte darüber waren alles andere als positiv...

Und was Olympia mit der Staatspolitik zu tun hat? Auf Grund der Staatspolitik und Olympia haben viele Leute ihr zu Hause verloren und wohnen jetzt, mangels Entschädigung, in Blechhütten.
Aber so lange die Leute noch etwas zu essen haben und nicht verhungern, ist ja alles beim Besten...
Und wenn du schon die Willkür in Österreich/Deutschland kritisierst, dann steht die nicht mal ansatzweise in einem Verhältnis, mit der Willkür des Staates in China!

Informier dich doch einfach einmal über die Arbeit von (ausländischen) Journalisten in China. Dann sollte selbst dir der Gewaltige Unterschied klar werden, der jeglichen Vergleich mit einem europäischem Land einfach nur noch ins lächerliche zieht!
 
@Rasemann
Na, den Paragrafen möchte ich sehen, in welchem „Systemkritik“ unter Strafe gestellt ist. Bei Volksverhetzung und Aufforderung zu strafbaren Handlungen sieht die Sache anders aus. Und da wunderst Du Dich über einen Strafbefehl? Ich kann bloß noch den Kopf schütteln.

Dem Strafbefehl hättest Du widersprechen können, dann hättest Du Deine Verhandlung gehabt, inklusive aller Kosten. Dass Du Deine Strafe ohne Gerichtsverhandlung bekommen hast, ist eine nette Geste des Staates, um Dir zusätzliche Kosten zu ersparen. Der Rechtsweg steht Dir aber frei.

Auch das ist ein Unterschied zu China. Da wirst Du einfach weggeschlossen, wenn Du Pech hast.
 
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