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Olympische Spiele 2008 in China boykottieren?
- Ersteller keshkau
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HappyMutant
Fleet Admiral
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Hmm, also warum sollte das Deutschland als einziges machen? Wenn sogar der Dalai Lama, den wir als Oberhaupt der Tibeter ja politisch anerkennen, den Boykott nicht befürwortet? Warum sollten die Sportler dafür bestraft werden? Und egal mit wie viel Abscheu man auf das dumme TV-Publikum herab schaut, Sport und Kultur sind Dinge die wichtig für die Menschen sind und einen Ausgleich zum Alltag darstellen. Ohne triftigen Grund sollten Spiele nicht boykottiert werden.
China ist seit Jahren unverändert in der Menschenrechtslage. Dies hätte man bei der Vergabe berücksichtigen müssen. Das hätte man auch noch vor zwei oder drei Jahren zum Anlass nehmen sollen, nicht nach Peking zu gehen. Aber nicht ein halbes Jahr vorher, wenn es quasi keine Alternativen mehr gibt.
Ich habe die Spiele in China nie begrüßt. Aber wenn man sich einmal dafür entschieden hat, dann sollte man es jetzt auch durchziehen und den absehbaren Fehler nicht noch schlimmer machen. Auch dann wenn China das macht, was sie all die Jahre gemacht haben, man wusste worauf man sich einlässt. Und wenn, dann müsste man korrekterweise endlich jede kriegführende Nation von dem Ereignis ausschließen. Was dann eine ziemliche kleine Veranstaltung wird.
China ist seit Jahren unverändert in der Menschenrechtslage. Dies hätte man bei der Vergabe berücksichtigen müssen. Das hätte man auch noch vor zwei oder drei Jahren zum Anlass nehmen sollen, nicht nach Peking zu gehen. Aber nicht ein halbes Jahr vorher, wenn es quasi keine Alternativen mehr gibt.
Ich habe die Spiele in China nie begrüßt. Aber wenn man sich einmal dafür entschieden hat, dann sollte man es jetzt auch durchziehen und den absehbaren Fehler nicht noch schlimmer machen. Auch dann wenn China das macht, was sie all die Jahre gemacht haben, man wusste worauf man sich einlässt. Und wenn, dann müsste man korrekterweise endlich jede kriegführende Nation von dem Ereignis ausschließen. Was dann eine ziemliche kleine Veranstaltung wird.
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Vielleicht hat die Vergabe der Spiele an China damit zu tun, dass derzeit so ziemlich genau jeder fünfte Mensch auf diesem Planeten in China lebt (1,33 von 6,7 Mrd.). Das sagt doch auch etwas aus. Ab einer gewissen Größe (bezogen auf die militärische Stärke oder auf die Bevölkerungszahl) scheint es leichter zu sein, sich über internationale "Gepflogenheiten" hinwegsetzen zu können. Man wird quasi "unangreifbar".
Wenn man 1,33 Milliarden Menschen vertritt (im Rücken hat), ist man eine Macht.
Wenn man 1,33 Milliarden Menschen vertritt (im Rücken hat), ist man eine Macht.
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Nicht-Natan
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HappyMutant
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Natan schrieb:Im Übrigen bestätigst du meine Aussage über Panem et Circenses.
Habe ich der widersprochen? Ich sehe es nur nicht als Makel der Menschheit, sondern eine Notwendigkeit. Brot und Spiele haben noch kein System auf Dauer gerettet. Trotzallem haben die Menschen immer das Bedürfnis danach. Und auch die vielgepriesene Kultur (ja gerade auch Musik...) ist auch nur ein Teil der "Spiele".
Das halte ich ehrlich gesagt für eine politisch-diplomatische Aussage, um weiteres Leid von der Bevölkerung Tibets abzuwenden und nicht um eine ehrlich gemachte Bezugnahme.
Und gibst du damit nicht auch zu, dass auch mit Boykott sich für Tibet nichts ändern wird? Im gegenteil, es möglicherweise noch schlimmer wird? Denn was China trifft, sind nur wirtschaftliche Sanktionen spürbar. Mit politischer Isolation haben sie noch nie ein Problem gehabt.
Und wie gesagt, dass alles wusste man vor der Vergabe. Wenn man korrekt gewesen wäre, hätte man da die Absage erteilen müssen. Und naja, man hat auch die Spiele nach Moskau vergeben. Man hat auch nicht Mexiko boykottiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Tlatelolco
Aufrichtig war der olympische Gedanke noch nie.
Und wie kommst du darauf, dass China da was abzieht? Die Proteste gingen von den Tibetern aus. Diese haben nunmal nicht nur friedlich demonstriert China hat so reagiert, wie es immer reagierte. Wer davon überrascht ist, ist naiv. Man wußte, dass China ein Staat ist, in dem Menschenrechte wenig gelten. Das Vorgehen ist absolut zu verurteilen, der Umgang mit der Presse genauso. Aber all dem hat China nie abgeschworen. Man wusste worauf man sich einließ. Tibet ist seit Jahrzehnten unterdrückt und einer der übelsten Gouverneure Tibets ist derzeit Staatschef.
Nein, man kann nicht jetzt erst den moralischen kriegen. Das hätte man bei der Vergabe machen müssen. Dann hätte man sich den ganzen Ärger auch erspart. Nun sollte das Übel auch in die Geschichtsbücher einfließen und nicht im Nachhinein durch einen Boykott relativiert werden.
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Nicht-Natan
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Odium
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Natan schrieb:WIrd Olympia in China ausgeführt, wird es Olympia beschädigen, denn das ganze verkommt doch zur scheinheiligen Farce.
Keine Angst, zwischen jedem Spiel liegen mindestens vier Jahre. Solange also während den olympischen Spielen kein Terroranschlag verübt wird, spielt es gar keine so große Rolle, in welchem Land das stattfindet.
PS: xxJVLxx65, schönes Beispiel für ein typisches Aqua-Posting ^^
Nicht-Natan
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RaiseHell
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HappyMutant, du sprichst natürlich einen Punkt an, der durchaus diskussionswürdig ist: Warum hat man für die Olympischen Spiele 2008 China auserkoren?
Ich denk mal, es gibt zwei Gründe dafür, den einen hat Natan weiter oben erwähnt:
Der zweite mögliche Grund ist, dass man sich bei China "einlullen" wollte.
Was auch immer zutrifft, womöglich bestand wirklich die Hoffnung, dass China im Vorfeld der Spiele einige Reformen und Verbesserungen vollzieht, die auch nach den Olympischen Spielen noch Fortbestand haben würden.
Jetzt kurzfristig einen Boykott auszurufen ist natürlich problematisch, aber hätte man wirklich voraussehen können, dass China selbst im Licht der bevorstehenden Spiele zu solchen Maßnahmen greifen würde? Wir können natürlich jetzt hin und her spekulieren, was genau unter dem Ausschluss der Weltöffentlichkeit in Tibet vorgeht, Tatsache ist jedoch, dass Ausländer und alle – bis auf den letzten – Journalisten ausgewiesen wurden, und das hinterlässt ganz einfach einen äußerst negativen und verdächtigen Eindruck.
Der Kern der Sache läuft ja auf folgende Frage hinaus: Was ist für die Menschen in Tibet dienlicher?
Soll man die Spiele, losgelöst von der menschenrechtlichen Problematik, wie geplant stattfinden lassen, wodurch China Unmengen an Einnahmen gewinnt, von denen die Tibeter die Allerletzten sein werden, die davon in irgendeiner Weise profitieren, oder aber soll man die Spiele boykottieren, damit ein Zeichen und China unter Druck setzen?
Oder anders formuliert: Die Austragung der Olympischen Spiele wird wohl für die Tibet-Problematik nichts ändern, das hat man ja jetzt deutlich gesehen, andererseits hätte ein Boykott durchaus das Potential, etwas zu verändern, denn was gibt es schon zu verlieren? (Natürlich, viele Geldinvestitionen gehen den Bach runter, aber Menschenrechte und -leben sind ohnehin nicht mit Geld aufzuwiegen.)
Ich denk mal, es gibt zwei Gründe dafür, den einen hat Natan weiter oben erwähnt:
Natan schrieb:Mir unverständlich, warum man den CHinesen Olympia gegeben hat. Wahrscheinlich hat man auf den "goodwill" gehofft und eine Verbesserung der Lage.
Der zweite mögliche Grund ist, dass man sich bei China "einlullen" wollte.
Was auch immer zutrifft, womöglich bestand wirklich die Hoffnung, dass China im Vorfeld der Spiele einige Reformen und Verbesserungen vollzieht, die auch nach den Olympischen Spielen noch Fortbestand haben würden.
Jetzt kurzfristig einen Boykott auszurufen ist natürlich problematisch, aber hätte man wirklich voraussehen können, dass China selbst im Licht der bevorstehenden Spiele zu solchen Maßnahmen greifen würde? Wir können natürlich jetzt hin und her spekulieren, was genau unter dem Ausschluss der Weltöffentlichkeit in Tibet vorgeht, Tatsache ist jedoch, dass Ausländer und alle – bis auf den letzten – Journalisten ausgewiesen wurden, und das hinterlässt ganz einfach einen äußerst negativen und verdächtigen Eindruck.
Der Kern der Sache läuft ja auf folgende Frage hinaus: Was ist für die Menschen in Tibet dienlicher?
Soll man die Spiele, losgelöst von der menschenrechtlichen Problematik, wie geplant stattfinden lassen, wodurch China Unmengen an Einnahmen gewinnt, von denen die Tibeter die Allerletzten sein werden, die davon in irgendeiner Weise profitieren, oder aber soll man die Spiele boykottieren, damit ein Zeichen und China unter Druck setzen?
Oder anders formuliert: Die Austragung der Olympischen Spiele wird wohl für die Tibet-Problematik nichts ändern, das hat man ja jetzt deutlich gesehen, andererseits hätte ein Boykott durchaus das Potential, etwas zu verändern, denn was gibt es schon zu verlieren? (Natürlich, viele Geldinvestitionen gehen den Bach runter, aber Menschenrechte und -leben sind ohnehin nicht mit Geld aufzuwiegen.)
F
frankpr
Gast
Ich staune, daß es erst Heute diesen Thread gibt.
Zugegebenermaßen hatte ich schon kein Verständnis, daß die Spiele überhaupt nach China gegeben wurden.
Aber wie immer im Leben, wird auch die Olympiade mittlerweile ausschließlich von der Wrtschaftspolitik bestimmt. Und die besagt nun einmal, daß jede Industrienation am wirtschaftlichen Boom in fernost mitverdienen will. Da kann man sehr schnell über Menschenrechtsverletzungen hinwegsehen. Über dreiste, staatlich gestützte Raubkopierer sowieso. Was kratzen da einen europäischen Wirtschaftskapitän, einen Regierungschef, ..., schon ein paar tote Tibeter, wenn der große Reibach winkt. Traurig, aber wahr. Die gesamte westliche Welt hat sich in den letzten Jahren von den in China winkenden Verdienstmöglichkeiten korrumpieren lassen.
Sicher ist es auch eine einzelne Entscheidung der Sportler in Sachen Menschlichkeit, aber die Hauptverantwortung liegt bei der Staatengemeinschaft, der chinesischen Regierung Grenzen aufzuzeigen, oder es wenigstens zu versuchen.
Den kleinen wehrlosen Irak hat man schließlich auch wegen der Massenvernichtungswaffen so zerbombt, daß diese nicht mehr zu finden waren.
Ergo: so leid es mir als Sportfan auch tut, in Anbetracht nicht nur der allerjüngsten Ereignisse hat die Olympiade in China nichts zu suchen.
Zugegebenermaßen hatte ich schon kein Verständnis, daß die Spiele überhaupt nach China gegeben wurden.
Aber wie immer im Leben, wird auch die Olympiade mittlerweile ausschließlich von der Wrtschaftspolitik bestimmt. Und die besagt nun einmal, daß jede Industrienation am wirtschaftlichen Boom in fernost mitverdienen will. Da kann man sehr schnell über Menschenrechtsverletzungen hinwegsehen. Über dreiste, staatlich gestützte Raubkopierer sowieso. Was kratzen da einen europäischen Wirtschaftskapitän, einen Regierungschef, ..., schon ein paar tote Tibeter, wenn der große Reibach winkt. Traurig, aber wahr. Die gesamte westliche Welt hat sich in den letzten Jahren von den in China winkenden Verdienstmöglichkeiten korrumpieren lassen.
Sicher ist es auch eine einzelne Entscheidung der Sportler in Sachen Menschlichkeit, aber die Hauptverantwortung liegt bei der Staatengemeinschaft, der chinesischen Regierung Grenzen aufzuzeigen, oder es wenigstens zu versuchen.
Den kleinen wehrlosen Irak hat man schließlich auch wegen der Massenvernichtungswaffen so zerbombt, daß diese nicht mehr zu finden waren.
Ergo: so leid es mir als Sportfan auch tut, in Anbetracht nicht nur der allerjüngsten Ereignisse hat die Olympiade in China nichts zu suchen.
Odium
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Nunja, das boykott würde ja nicht der Protest eines einzelnen sein (im Ggs zu mündlichen Protesten des Dalai Lamas), sondern der Ausdruck der Erzürnung und der Abscheu der restlichen Welt. AUch China kann das nicht einfach ignorieren und sie haben sogar Angst davor. (SIeht man daran, daß sie "Olympia-Geiselnahme" vorwerfen.)
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass für einen Demokraten Dinge wie Zensur, Unterdrückung und Ein-Parteiensystem sehr gewöhnungsbedürtig sind. Dennoch sollte man tolerant sein. Die Moralkeule rauszuholen, dem fremden System eins mit dem Boykott der Spiele auszuwischen, das ist nämlich schon zweimal geschehen. Zumindest weiß ich von zwei Fällen. Auch wenn ich in diesen Jahren noch nicht dabei war - es hat letztendlich nichts geändert. Wurde der Ruf der Spiele durch den Boykott der Russen oder Amerikaner beschädigt? Oder dadurch, dass die Tradition des Fackellaufs durch DEN Vorzeigenazi erschaffen wurde? Wenn ja, dann kann ein aktueller Boykott dem ganzen System Olympia bestimmt keinen Schaden mehr machen
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Sieh es als gegeben an, dass westliche Mächte Chinas System und Vorgehen zwar nicht gutheißen, aber zu viel Respekt vor seiner wirtschaftlichen und militärischen Macht haben. Find dich damit ab, Natan.
Nicht-Natan
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HappyMutant
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Olympia ist ein Geschäft, keine Frage. Es ist auch mit ein Grund für die moralisch so properen Rest der Welt, es nicht abzusagen. Für China ist es vor allem eine Problem der Außendarstellung. Es bleibt die Frage, ob ein Boykott diese Wirkung mehr schädigt, als ein stattfinden unter restriktiven Bedingungen. So viele westliche Journalisten wird man selten vor Ort haben.
Aber was schadet es China wirtschaftlich und politisch? Der Welthandel kann ohne China nicht mehr leben. Ohne Tibet allerdings schon. Die deutsche Bundesregierung hat Tibet auch nie als eigene Staat offiziell anerkannt, sondern immer als Teil Chinas betrachtet. Gerade Deutschland ist da ja recht zwiespältig in der Bewertung. Und schnell beim Vergessen ist die Welt allemal.
Ich will nur sagen, dass Moral in der Tibetfrage immer nur Lippenbekenntnisse waren. Seit 58 Jahren nun. Tibet ist gut als moralisches Feigenblatt, aber wenn es ernst wird, dann wird man immer China bevorzugen. Natürlich hatte man gehofft China wird sich schon alleine anpassen. Und vielleicht hat man das ein Stück weit sogar erreicht. Aber es wird nicht von heute auf morgen gehen.
Und warum Olympia, das sich nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich immer weiter angepasst hat, nun anders handeln sollte, als jedes andere Wirtschaftsunternehmen, weiß ich nicht. Solange die Politik erst mit China fröhlich Abkommen schließt und danach dem Dalai Lama noch schnell kamerageracht die Hand schüttelt, ist Moral auch nicht von den Sportlern oder den Zuschauern zu fordern. Das muss nun jeder für sich selber entscheiden. Nämlich ob er hingeht oder ob er zuschaut. Der Rest ist Wirtschaft.
Aber was schadet es China wirtschaftlich und politisch? Der Welthandel kann ohne China nicht mehr leben. Ohne Tibet allerdings schon. Die deutsche Bundesregierung hat Tibet auch nie als eigene Staat offiziell anerkannt, sondern immer als Teil Chinas betrachtet. Gerade Deutschland ist da ja recht zwiespältig in der Bewertung. Und schnell beim Vergessen ist die Welt allemal.
Ich will nur sagen, dass Moral in der Tibetfrage immer nur Lippenbekenntnisse waren. Seit 58 Jahren nun. Tibet ist gut als moralisches Feigenblatt, aber wenn es ernst wird, dann wird man immer China bevorzugen. Natürlich hatte man gehofft China wird sich schon alleine anpassen. Und vielleicht hat man das ein Stück weit sogar erreicht. Aber es wird nicht von heute auf morgen gehen.
Und warum Olympia, das sich nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich immer weiter angepasst hat, nun anders handeln sollte, als jedes andere Wirtschaftsunternehmen, weiß ich nicht. Solange die Politik erst mit China fröhlich Abkommen schließt und danach dem Dalai Lama noch schnell kamerageracht die Hand schüttelt, ist Moral auch nicht von den Sportlern oder den Zuschauern zu fordern. Das muss nun jeder für sich selber entscheiden. Nämlich ob er hingeht oder ob er zuschaut. Der Rest ist Wirtschaft.
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Odium
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Die Tibetfrage werden die Chinesen genauso klären wie die Israelis. Und so wurden schon ganz andere Konflikte geklärt: Durch bevölkerungspolitische Verdrängung. Heute schon sind ein Großteil der Menschen dort Han-Chinesen (siehe #57). Sobald also die Ursprungstibeter in ein paar Jahrzehnten überhaupt keine Bedeutung mehr haben, der heutige Dalai gestorben ist, dann wird die Sache ad acta gelegt. Und außenpolitisch ist es so, wie HappyMutant sagt: Handel geht vor Moral. Da Olympia in meinen Augen nichts anderes ist, wird kein vernünftiger Staat, der die 1,5 Milliarden arbeitenden Chinesen nicht ignorieren kann, jemals Position für Tibet beziehen. Daher ist ein Boykott der Spiele zwar eine nette Forderung, aber bloß leise Worte im Wind, die eigentlich niemanden von Bedeutung so wirklich interessieren.
Nicht-Natan
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RaiseHell
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Ich befürchte, dass ein relativ kleines Ereignis wie die Olympischen Spiele dem chinesischen Volk nicht von heute auf morgen die Augen öffnen kann, dazu hat das Regime in den vergangenen Jahrzehnten wahrscheinlich zu gute Überzeugungsarbeit geleistet. Die Veränderungen könnten mit der jungen Generation der westlich orientierten Chinesen Wirkung zeigen, aber bis das massentauglich wird, hat sich die Tibet-Problematik wahrscheinlich schon von alleine "gelöst" (siehe Kommentar #74 von Odium).
Odium
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Natan, wieso muss der Wille der Mehrheit jetzt der richtige sein? Du musst noch einiges über China lernen, das Einparteiensystem heißt nicht nur so, weil die keinen besseren Namen gefunden haben.
Und wie gesagt - ich bilde mir keine Meinung über diesen Konflikt, bis da einige Zeit vergangen ist und die Sache etwa noch soviel Bedeutung in den Medien hat wie die aktuelle Situation in Burma.
Und wie gesagt - ich bilde mir keine Meinung über diesen Konflikt, bis da einige Zeit vergangen ist und die Sache etwa noch soviel Bedeutung in den Medien hat wie die aktuelle Situation in Burma.
HappyMutant
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Natan, ich finde das nicht korrekt. Aber es wird faktisch nicht zu einem Boykott kommen. Nicht nur, weil da zu viele Interessen dran hängen, sondern weil auch der Ausgang nicht gewiss ist. Würde ein Boykott zu mehr Freiheit führen, wäre das sicherlich was anderes. Aber auch wenn es moralisch die richtige Entscheidung ist, ich kann es nicht ändern, du kannst es nicht. Die Politiker zögern zwar noch um die moralische Entrüstung wirken zu lassen, aber die Sportler wollen, die Funktionäre erst recht. Ein Sportler sieht es erst dann anders, wenn er nicht mehr aktiv teilnimmt. Wer sich aber jahrelang darauf vorbereitet, ja dessen Lebensinhalt es ist, der wird nicht ohne Zwang dort fernbleiben.
Und wie gesagt, aus moralischer Sicht müsste man China seit 50 Jahren oder in jüngerer Zeit seit den späten 80er meiden. Stattdessen wird daheim der Zeigefinger gehoben und in China dann wieder die Hand geschüttelt. Und das ist sogar unabhängig welche Regierung gerade in dem demokratischen Land regiert.
Wirklich wenn ich Chancen und den Willen sehen würde Tibet wirklich zu helfen, dann würde ich einen Boykott unterstützen. Solange auch ein Boykott nur ein Lippenbekenntnis ist, der im weiteren Lauf wieder vergessen wird, sehe ich den Sinn darin nicht. Und einem Volk wird doch nur dann "geholfen" wenn Profit dafür herausspringt. Entweder eigene Sicherheit oder wirtschaftliche Interessen.
Und wie gesagt, aus moralischer Sicht müsste man China seit 50 Jahren oder in jüngerer Zeit seit den späten 80er meiden. Stattdessen wird daheim der Zeigefinger gehoben und in China dann wieder die Hand geschüttelt. Und das ist sogar unabhängig welche Regierung gerade in dem demokratischen Land regiert.
Wirklich wenn ich Chancen und den Willen sehen würde Tibet wirklich zu helfen, dann würde ich einen Boykott unterstützen. Solange auch ein Boykott nur ein Lippenbekenntnis ist, der im weiteren Lauf wieder vergessen wird, sehe ich den Sinn darin nicht. Und einem Volk wird doch nur dann "geholfen" wenn Profit dafür herausspringt. Entweder eigene Sicherheit oder wirtschaftliche Interessen.
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Nicht-Natan
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