Olympische Spiele 2008 in China boykottieren?

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habs gelesen thx, allerdings wurden boykotte meist nur von politischen gegnern durchgefuehrt, china is doch nich wirklich ein politischer gegner deutschlands.

daher glaube ich nicht, dass wir da fern bleiben. eventuell sollten sich die chinesichen sportler mal gedanken machen zu boykottieren, aber die sind sicher zu gut "programmiert", der hammer wäre es aber allemal xD
 
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fi**en32 schrieb:
ma ne simple frage , sind die spiele jemals ausgefallen? wurden sie jemals wirklich bekottiert? ich mein so lange leb ich noch nicht, hab da keine ahnung, aber wenn selbst im nazideutschland die spiele stattfanden, dann wird es sie auch in china geben.

ich bin eigentlich fuer einen boykott, allerdings bin ich pesimistischer realist xD

1980 und 1984
Hauptsächlich aus dem Grund weil die UdSSR in Afgahnistan eingefallen ist.
Gebracht hat jedoch gaenzlich nichts, geschadet hat es naemlich nur den Sport und nicht die Handlungen der UdSSR.

Aus dieser Sicht vertrete ich bei all den Debatten um einen Boykott die Sicht das dies nichts bringen wird, außer das es der Sportwelt schaden wird.
Am Effektivsten waeren Sanktionen oder das sich die Sportler sich fuer die Belange Tibets einsetzen.

Den Konflikt gibt es doch nur weil es kein Dialog gibt, wobei der Schuldige ganz klar auf chinesischer Seite zu suchen ist. Der Dalai Lama versuchte immer wieder einen Dialog.
Heute geht es nicht mehr um den "Staat" Tibet sondern um die freie Autonomie Tibets - da ist ein großer Unterschied zwischen diesen beiden Dingen.
Zurecht kann man sagen handelt es sich bei Tibet um China's Palästina.
Die Jahre haben gezeigt das China's extreme Propganda, Bildung und Politik in Tibet nicht fruchtet - die Tibeter kann China so nicht zu Systemfreunden machen.
Man brachte millionen Chinesen nach Tibet um jene eine Minderheit zu machen - das funktioniert auch nicht, wie man momentan sieht.
Ich bin gespannt was noch daraus wird und ob Tibet eines Tages mal autonomie haben wird.

Ich sage jedoch vorraus das es chaotisch werden wird wenn der jetzige Dalai Lama tot sein wird, dann kann man jubeln, dass es zwei Dalai Lama's geben wird. Einen der Systemfreund China's ist und von diesen auserwaehlt wurde und einen der von den budhistischen Anhaengern gefunden wurde - juhu! :rolleyes:
 
Shader schrieb:
1980 und 1984
Hauptsächlich aus dem Grund weil die UdSSR in Afgahnistan eingefallen ist.
Gebracht hat jedoch gaenzlich nichts, geschadet hat es naemlich nur den Sport und nicht die Handlungen der UdSSR.

Stimmt meiner Meinung nach nicht. Kurz darauf gab es Gorbatschow und Perestroika. Olympia hatte mit Sicherheit seinen Anteil daran. (Abgesehen davon, daß sich die RUssen asu Afghanistan verzogen haben.)
Die heutige SItuation ist meiner Meinung nach "schlimmer", denn CHina verletzt andauern die Menschenrechte, macht aber Lippenbekenntnisse um keine wirtschaftlichen EInbußen zu fürchten.

Aus dieser Sicht vertrete ich bei all den Debatten um einen Boykott die Sicht das dies nichts bringen wird, außer das es der Sportwelt schaden wird.
Na klar, Hauptsache die Spiele finden statt, egal ob man über Leichen geht. Gebt dem Volk seinen Circenses.

Am Effektivsten waeren Sanktionen oder das sich die Sportler sich fuer die Belange Tibets einsetzen.

Jo, unsere Sportler machen Ringelpietz mit Anfassen für Tibet. Effektiv und glaubwürdig....
 
In meinen Augen hätte das Olympische Komitee so viel "Eier in der Hose" haben müssen und schon beim Bekanntwerden, dass die Spiele in China zu einer einzigen Propaganda-Veranstaltung werden, die Spiele aus China abziehen müssen. Die Parallelen im Punkt Propaganda zum dritten Reich sind nicht zu übersehen...
Der aktuelle Konflikt mit Tibet setzt in dem ganzen einfach nur noch die Krone auf.
Wie schon geschrieben wurde, ist eine Bedingung für die Ausrichtung der Spiele, das einhalten der Menschenrechte. Und die wird bekannterweise in diesem Land mit Füßen getreten.

In meinen Augen wäre eine praktikable Lösung, das Verlegen der Spiele auf andere Länder und Austragungsorte. Da organisatorisch in der kurzen Zeit es kaum mehr möglich ist, alles in einer Stadt auszurichten, könnte man einfach die verschiedenen Kategorieen auf verschiedene Orte/Länder verteilen, bei denen die Infrastruktur passt. Jedoch ist selbst das jetzt wahrscheinlich zu spät...
So kämen die Sportler zu ihrem Wettkampf und China bekommt einen Denkzettel, der das Land härter trifft als viele hier glauben. Die politische und wirschaftliche Bedeutung der Spiele ist für China ziemlich groß!
 
Naja warum den jez?
China hat vorher doch auch schon Tibet besetzt.
Und die Tibeter nutzen Olympia jetzt um aus sich aufmerksam zu machen.
Das ist meiner Meinung nach OK aber Krawalle werden nichts ändern.
China sind die Tibeter egal und mit jedem man der auf der Straße erschossen wird kommt ein neuer Chinese nach Tibet.
Und weil sich kein Land der Welt mit China anlegen will oder sich für Tibet interessiert.
Wird sich das wohl nie ändern.

Also man hätte meiner Meinung nach keine Spiele in einem Land wie China machen sollen.
Aber um es jetzt zu Stoppen wäre den Sportlern gegenüber jawohl mehr als ungerecht
 
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Aber um es jetzt zu Stoppen wäre den Sportlern gegenüber jawohl mehr als ungerecht
Genau. Aber irgendwie werden die armen Sportler ja nicht auf der Straße totgeschlagen, deren (Menschen)rechte werden auch nicht mit Füßen getreten und in einen chinesischen Knast fahren sie auch nicht ein. Aber hast recht: ungerecht isses...:freak:
 
tzzz
das ist ja auch neu das Demonstrierende in China bzw Tibet keine guten Karten haben.
Wie gesagt Olympia hätte man nie in China machen sollen !!!

Und was denkt ihr überhaupt bringt ein Boykott?
Klar China wird dann sagen oh man die haben es uns gegeben wir sollten Tibet Autonomie oder die Unabhängigkeit geben.

Die werden einfach drauf Scheißen!
 
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Natan schrieb:
Entschuldige bitte, aber wer sind hier Täter und wer sind hier Opfer?
Das ist schwierig zu beurteilen. Darauf habe ich schon in meinem ersten Beitrag hingewiesen. Wenn ich Bilder von abgefackelten Autos sehe, dann weiß ich nicht, wer sei angezündet hat. Ich kann nicht beurteilen, ob die Demonstrationen der Tibeter friedlich oder gewalttätig begannen. Ich kann auch nicht beurteilen, ob chinesische Sicherheitskräfte in Notwehr geschossen haben oder gegen Plünderer vorgegangen sind.

Allerdings ist sicher, dass es Tote gegeben hat. Ich habe daher Vergleiche zu Ausschreitungen in Deutschland gezogen, etwa im Rahmen von G8 in Rostock. Auch dort ging es „zur Sache“. Allerdings lagen später keine Toten auf der Straße.

Deshalb habe ich kritisch angemerkt, dass es der chinesischen Regierung nicht gut zu Gesicht steht, erst die Ausländer des Landes zu verweisen und anschließend „aufzuräumen“. Wenn man Krawallmacher dingfest machen will, kann man das auch vor den Augen der Weltpresse. Das ist meine Kritik.

Was den weiteren Verlauf der Diskussion angeht, so frage ich mich, wohin das führen soll. Frühere Boykotte interessieren mich herzlich wenig, weil es keinen Sachzusammenhang zur aktuellen Lage gibt. Auch ein angekündigter Deutschlandbesuch des Dalai Lamas spielt für die Beurteilung der Situation keine Rolle. Und die Frage nach dem Wert eines Menschenlebens stellt sich für einen aufgeklärten Zeitgenossen eigentlich auch nicht. Das sind nichts als sinnlose Nebenkriegsschauplätze. Auch die Perestroika hat herzlich wenig mit dem Boykott der Spiele in Moskau zu tun. Die Beweggründe für den Umbau der UdSSR waren andere, die hier auch nicht zur Debatte stehen.

Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen China und der übrigen Welt sind unbestritten. Ein Handelsboykott würde alle Beteiligten treffen und erscheint mir auch nicht sinnvoll.

Der olympische Gedanke beruht auf Völkerverständigung und darauf, dass sich die Jugend der Welt im sportlichen Wettkampf misst, statt auf dem Schlachtfeld. Das sollte man im Hinterkopf haben, bevor man das Flugticket nach Pekiing löst.
 
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Ich behaupte ja nicht, die Tibeter hätten keinen Grund zu protestieren. Aber wenn die Annektierung Tibets durch China heute als Argument herhalten soll, dann zieht das nicht. Wenn das der springende Punkt gewesen wäre, hätten die Spiele niemals an China vergeben werden dürfen. Das aber ist geschehen und damit hat die (sportliche) Weltgemeinschaft das Unrecht in Tibet geschluckt.

Aus diesem Grund betrachte ich nur die aktuellen Geschehnisse. Die Tibeter haben sicher das Recht auf Protest, aber nicht das Recht auf Gewalt. Von wem die Gewalt dieses Mal ausgegangen ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass China überreagiert hat und dass die Ausweisung der Ausländer nicht in Ordnung und sehr verdächtig war.

Über die Perestroika will ich hier eigentlich nicht diskutieren. Du siehst sie (unter anderem) als Folge des Boykotts. Ich sehe das nicht so. Gorbatschow hatte schon deshalb Handlungsbedarf, weil jeder fünfte erwirtschaftete Rubel in die Schattenwirtschaf des Landes floss, weil Apparatschiks das Land regierten, bei denen es mehr auf das Parteibuch als auf die fachliche Qualifikation ankam. Und es kommen noch einige Punkte hinzu. Wie dem auch sei: Eine Übertragung der Verhältnisse auf China 2008 ist und bleibt Spekulation.

In Bezug auf China lautete mein Vorschlag, in aller Ruhe über einen kompletten Boykott auf breiter Front nachzudenken. Dann sehen die Chinesen im ganzen Land, dass bei ihnen nicht gilt: "Die Welt zu Gast bei Freunden". Und dann sollen die Funktionäre zusehen, wie sie das ihrer Bevölkerung erklären. Die Menschen in ganz China werden sich schließlich ihren Reim darauf machen können, wenn sie an Tibet denken.

Für die vom Boykott betroffenen Sportler richtet man alternative Spiele aus, wo man die Medaillien unter sich aufteilt - ohne chinesische Beteiligung.
 
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Nun, das sehe ich anders keshkau. Ich hab sowas wie eine Verschwörungstheorie.

Nehmen wir einmal kurz an, eine Untergrundbewegung in Tibet hätte aufgrund der Spiele diesen Aufstand initiert. Obwohl der Augenblick nicht perfekt abgepasst ist, so haben die Separatisten im Augenblick einen starken Verbündeten gewonnen - und zwar die westlichen Medien und die China-Gegner, die sofort nach einem Boykott schreien. Darüberhinaus werden ja auch noch Meinungsfreiheit und freie Medien gefordert - und beides wäre für die Tibeter sehr vorteilhaft. Das weiß auch die chinesische Regierung, daher verfahren die nach dem bewährten Schema F und isolieren die Gegend vom Rest der Welt, was geographisch leichter ist als den Datenstrom im Netz zu kontrollieren.

Die Separatisten wussten das vorher, und die Nachrichtensperre ist in unseren Augen ein Beweis dafür, dass die Chinesen das ganze angefangen haben (idiotische Schlußfolgerung, weil China kein Interesse an einer Rufschädigung hat) oder zumindest einen friedlichen Aufstand mit unverhältnismäßiger Gewalt mit Tod und Vernichtung begegnen.

Nun sterben in Tibet wahrscheinlich täglich Menschen, für oder gegen eine Separationsbewegung und ohne das wir Bilder davon bekommen. Auch wenn ich selbst ein großer Freund von Meinungsfreiheit bin, kann ich doch nachvollziehen, warum es hier eine Nachrichtensperre gibt. Man muss sich nur mal vorstellen, dass die chinesische Armee dort patrouilliert und dazu auch Häuser durchsucht werden müssen. Möglicherweise kommen dann die ganzen alten Guerillataktiken aus Bagdad, Vietnam und Mogadischu zum Einsatz. Das heißt tibetische Kindersoldaten, womöglich sogar Selbstmordattentäter. Keiner weiß es so genau. Vorurteile über friedliche Buddhisten bieten da keine Hilfe, ebensowenig wie der Dalai Lama, der das letzte lächelnde Aushängeschild darstellt. Niemand kann in solchen Situationen erwarten, dass die Soldaten sich immer korrekt verhalten, ich weiß auch gar nicht ob die so gedrillt werden, die tibetische Minderheit zu hassen.

Horst Müller hat am 16.11.2004 einen interessanten Artikel darüber verfasst, dass wir Menschen Bilder zum weinen brauchen.
Prof. Horst Müller schrieb:
Erst als der amerikanische Fernsehsender CBS den Bericht mit Bildern über die für den Kamerablick inszenierten Misshandlungen von irakischen Gefangenen Ende April 2004 ausstrahlte, setzte in den amerikanischen und ausländischen Medien die Berichterstattung über die Folter ein. Der Sender hatte auf Druck der US-Regierung die Ausstrahlung verschoben.
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18818/1.html
Zusammenfassung: Wir Menschen benötigen wegen dem Informationsüberfluss heutzutage Bilder, um Emotionen zu bilden. Texte und Berichte reichen nicht mehr aus. So gäbe es einen wesentlichen Unterschied, ob ein Mensch die Worte Folter und Demütigung liest oder ob er dieses Bild sieht:

ax9wjf3d275nzf7vq.jpg


Ähnlich wäre es wenn, wenn die Chinesen ausländische Reporter ins Land lassen. Wenige davon interessieren sich für neutrale Berichtserstattung, die meisten brauchen Bilder, die polarisieren, beunruhigen und Emotionen wecken. Daher die Nachrichtensperre. Und dann gibt es da noch ein berühmtes Zitat
Rudyard Kipling schrieb:
Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges.
Doch nicht nur die Chinesen handhaben das so. In allen Golfkriegen wurden Berichterstatter bevorzugt, die pro-amerikanische Berichte verfasst haben und das ist dann schon sehr subtile Propaganda.
Und all diese Nachrichtensperren und eigene Propanganda - ich wiederhole - müssen kein Indiz dafür sein, dass dort ein Kulturmord (Dalai) betrieben wird. Ebenso kann es sein, dass die Soldaten Befehl haben, nur bei einem Angriff das Gegenfeuer zu eröffnen und einige sich nicht beherrschen können. Würde das aufgezeichnet und in der Tagesschau gesendet, steht China dumm da. Die anderen Bilder von fliegenden Molotovcocktails auf Truppentransporter oder der Vergewaltigung einer Han-Chinesin durch gewaltbereite Tibeter kommen dann leider nicht mehr in die Presse - fertig ist der Skandal.

Ich befürchte eben, dass es für den typischen Bild-Leser zu so einer Verallgemeinerung wie "China böse - Tibet gut" kommt und das will bestimmt keiner.
 
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Odium, du rechtfertigst also das chinesische Vorgehen damit, in dem du Spekulationen von tibetischen Kindersoldaten, Selbstmordattentätern und Vergewaltigungen hier nennst. In welcher Weise genau ist das nochmal objektiv? Und wieso hilft in dem Fall eine Nachrichtensperre den Chinesen? Vorschlag: Die hören einfach auf zu schießen und dann können die blutigen Taten ja nur von den Tibetern kommen. Wir möchten mal nicht anzweifeln, dass die gewalttätigen Proteste von den Tibetern ausging. Aber Knüppel und Molotovcocktails führten in Deutschland in den letzen Jahrzehnten in Deutschland nicht zu einhundert Toten.

Also bitte, weder ist die Welt so naiv, noch ist die Verallgemeinerung so aufzuhalten. Falls es noch nicht aufgefallen ist (und das gilt für Odium, wie Natan) der Konflikt findet seit über 50 Jahren statt und das schon immer mit klar verteilten Rollen. Dennoch ist Tibet (oder Taiwan) faktisch für viele Länder nicht mal ein anerkannter Staat. Und auch nie gewesen. Insofern muss man auch sehr genau unterscheiden, was die Tibeter wollen und was der Rest der Welt bisher bereit ist zu unterstützen.

PS @ Natan: Man hat auch die meisten Menschen nicht gefragt, wo sie die olympischen Spiele wollen. Oder die Fußball-WM... Man bei Thema Olympia bzw Sport eigentlich noch nie die Bevölkerung gefragt. Sind deswegen alle Funktionäre jetzt "Bonzen"? Sport sollte immer unpolitisch sein. Das haut zwar oft nicht hin. Aber anderseits hat er durchaus jedes Recht sich gegen eine Politisierung zu wehren.
 
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Womit wir aber wieder beim Anfang wären. Man hätte auf dieses China gleich verzichten müssen. Man hat dies nicht getan, nun soll man schonungslos das China ertragen und zeigen, an das man die Spiele vergeben hat und die Sache durchziehen. Und nicht im Nachhinein sich moralisch damit aus der Affäre ziehen, dass man einen Rückzieher macht. Denn damit würde die Welt genau das machen was sie seit 50 Jahren macht. Sich mit Gesten als etwas besseres fühlen, immer in der vermeintlich guten Absicht handeln und dabei möglichst doch Konsequenzen vermeiden. Wie moralisch überlegen man sich wieder fühlen würde, wenn man die Spiele nun boykottiert und seine eigenen "Spiele des Friedens" o.ä. Mumpitz abhält.

Um es ganz krass zu sagen: Nichts wäre aus meiner Sicht gegen eine heuchlerische Weltpolitik und IOC besser als ein Olympia bei dem genau diese Perversion ungeschminkt zum Vorschein kommt. Wir sind schon ziemlich kurz davor. Eine bessere Möglichkeit zur Einsicht, als eine Offenlegung der Doppelmoral gibt es für mich nicht. Denn wenn es nun diese Unruhen nicht gegeben hätte, hätte man sich dann vermutlich auch noch selbst gratuliert, wie schön glatt doch alles gegangen ist und was die Welt doch alles auch gerade für Tibet getan hat. Nö, für mich sind schmutzige Spiele genau das, was dieses selbstgefällige institutionelle Weltverbesserungstum braucht.

Nun, dass es weder bei einem Boykott noch bei einer kompletten Veranstaltung zu einer tieferen Einsicht langen wird, ist aber wohl leider zu befürchten. Denn letztendlich wird man immer für oder gegen etwas sein. Nur wirklich interessieren tut es dennoch die wenigsten. Mit einem Boykott sucht man sich den moralischen leichtesten Weg. Und wer will es uns verdenken. Denn im Sinne von Ethik und Moral wäre es sicherlich das richtige. Wenn dadurch nicht mal wieder der Status Quo des moralisch empörten, aber eben nie konsequent handelnden Westens verdeckt würde.

Denn sowohl Handel wie Politik werden, abgesehen von ein paar diplomatischen Verstimmungen, ungehindert so weiter laufen wie bisher. Egal wie unsere Entscheidung zum Thema Olympia ausfällt.
 
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Odium, du rechtfertigst also das chinesische Vorgehen damit, in dem du Spekulationen von tibetischen Kindersoldaten, Selbstmordattentätern und Vergewaltigungen hier nennst. In welcher Weise genau ist das nochmal objektiv? Und wieso hilft in dem Fall eine Nachrichtensperre den Chinesen?

Das ist doch wohl kaum subjektiv. Ich versuche bloß einen Vergleich zu ähnlichen Konflikten zu ziehen, in denen minderjährige Soldaten und Selbstmordattentäter eingesetzt wurden. Das gibt jetzt in Tibet vielleicht nicht, eher gewaltätige Mobs, die kleine Patrouillen überfallen. Alles Spekulation, ja. Aber wie soll es zu mehreren Toten kommen, wenn eine Partei vollbewaffnet ist und die andere gar nicht? Die Separatisten werden sich wohl kaum mit Steinen bewaffnet Außeinandersetzungen mit Armee oder Sicherheitskräften liefern und sich dabei abschlachten lassen. Das ganze ist wahrscheinlich wie immer sehr vielschichtig. Nachdem dort Strom und Wasser gekappt wurde, werden einige Tibeter aufgeben, andere dagegen fangen erst an, gewalttätig zu denken und zu handeln.

China betrachtet das ganze als internes Problem. Die Aufständischen sind in Tibet zum Teil schon in der Minderheit. Minderheiten die gegen Mehrheiten kämpfen wollen, werden definitiv Guerillataktiken verwenden, das gab's schon im 2. Weltkrieg mit der Résistance.

Warum die Nachrichtensperre? Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert die Massen. Das ist da einfach üblich, passt zum Regierungssystem und ist nicht erst seit gestern so.

Wo sind hier die Beschwerden zu den Vorfällen in Burma? Jeder hat diesen Konflikt vergessen, die Militärregierung hat eine Nachrichtensperre verhängt. Unsere Topmedien berichten nicht mehr darüber, ergo sinkt der Druck auf die dortige Regierung. Man braucht Bilder um zu weinen, und hier fehlen sie.

Und dabei ist es völlig irrelevant, ob die chinesischen oder tibetischen Soldaten richtig oder falsch vorgehen, oder ob die Separatisten im Recht oder Unrecht liegen. Für eine positive Beendigung des Konflikts aus chinesischer Seite sind die Nachrichten in einem Einparteiensystem ganz einfach nur Störfaktoren, die man schnellstmöglich eliminiert. Freie Nachrichten sind nicht nur eine Gefahr für die politische Stabilität der Volksrepublik, sondern auch vollkommen unnötig. Einzig und allein die westliche Bevölkerung interessiert das, die wenden sich wiederum an ihre Politiker, die sie wählen und daher kommt dann auch dieser Ruf nach einem Boykott der Spiele, den kein Entscheidungsträger ernst nimmt.
 
Als China 15 Diplomaten einlud, um sich in Tibet umzuschauen, gab es ein Treffen mit 30 Mönchen. Vorab hieß es von offizieller Seite, niemand müsse Strafen befürchten, wenn er seine Meinung äußere. Jetzt sieht es jedoch so aus, als ob der Ruf eines Mönchs "Freiheit für Tibet" als strafbarer Separatismus ausgelegt werden soll.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,544238,00.html
 
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