Olympische Spiele 2008 in China boykottieren?

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@HappyMutant
"Womit wir aber wieder beim Anfang wären. Man hätte auf dieses China gleich verzichten müssen. Man hat dies nicht getan, nun soll man schonungslos das China ertragen und zeigen, an das man die Spiele vergeben hat und die Sache durchziehen. Und nicht im Nachhinein sich moralisch damit aus der Affäre ziehen, dass man einen Rückzieher macht. Denn damit würde die Welt genau das machen was sie seit 50 Jahren macht. Sich mit Gesten als etwas besseres fühlen, immer in der vermeintlich guten Absicht handeln und dabei möglichst doch Konsequenzen vermeiden. Wie moralisch überlegen man sich wieder fühlen würde, wenn man die Spiele nun boykottiert und seine eigenen "Spiele des Friedens" o.ä. Mumpitz abhält."

Genau, ausserdem sollte man sich für die Lösung solcher und auch zukünftiger Probleme (Umwelt, etc.) eher auf China zubewegen als sich von ihnen wegzubewegen.
Als Gegner hat man gar keinen Einfluss, als Freund oder akzeptierter Partner schon.
 
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Durch eine Teilnahme an der Olympiade zeigt man den Tibetern, dass einem ihr Schicksal völlig gleichgültig ist und sie keine Unterstützung zu erwarten haben. Den Chinesen signalisiert man, dass sie selbst im Olympia-Jahr machen können, was sie wollen und dass sie keine Konsequenzen fürchten müssen.
 
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Es geht um die Beurteilung der Signalwirkung einer Teilnahme bzw. eines Boykotts. Die Tibeter hadern schon einige Jahrzehnte mit ihrem Schicksal. Es dürfte kein Zufall sein, dass sich ausgerechnet im Olympia-Jahr auf sich aufmerksam machen.

Ausgangslage:
Der chinesischen Bevölkerung ist die Tibet-Problematik bewusst, sie wird von offizieller Seite aber nur unzureichend bzw. falsch informiert.

Szenario 1:
Alle Staaten nehmen an den Spielen teil, potenzielle Störer und Demonstranten bekommen keinen Kontakt zu ausländischen Journalisten. Die Journalisten selbst werden schikaniert oder behindert und den chinesischen Zuschauern werden Friede-Freude-Eierkuchen-Spiele serviert. Die Folge: Die Tibeter fragen sich, warum ihre Demonstrationen keinerlei Wirkung im Ausland gezeigt haben. Die chinesische Regierung fragt sich, warum sie in Zukunft überhaupt noch auf das Ausland Rücksicht nehmen soll, wo doch alles nach Plan läuft.

Szenario 2:
Das Ausland bleibt den Spielen fern. Die chinesische Bevölkerung brennt aber schon lange auf die Olympiade. Doch die Regierung kann ihren Menschen keine Spiele liefern, weil die ausländischen Sportler ausbleiben. Der Zusammenhang zwischen den Vorgängen in Tibet ist offensichtlich. Die Tibeter erhalten Aufwind und die chinesische Bevölkerung kann den Konflikt nicht mehr so einfach unter den Teppich kehren. Außerdem wäre ein Boykott ein Signal an die chinesische Führung, dass das Ausland nicht bereit ist, in allen Fällen einfach wegzuschauen und „business as usual“ zu machen.
 
Signalwirkung ist aber so eine zweischneidige Sache. Gerade auf dem politischen Parkett müssen doch ständig Kompromisse gefunden werden - so zum Beispiel die Ablehnung unserer Regierung zur Olympia-Eröffnung zu gehen und dennoch einen China-Boykott abzulehnen.
Aus der wirtschaftlich sinnvollen Entscheidung, die Spiele regulär durchzuführen und keinen Boykott zu unternehmen, kann man doch nicht automatisch auf die Tibet-Geschichte schließen. Möglicherweise hat Frau Merkel ja ziemliche Bauchschmerzen bei jeder Entscheidung, aber wenn es hier nicht um China, sondern um Menschenrechtsverletzungen in Chile gehen würde, sähe die Sache doch ganz anders aus.

Ich denke, dass den meisten Menschen in Deutschland nicht egal ist, was in Tibet abläuft, doch wir sind eben machtlos - China ist zu wichtig.
 
Szenario 3:

Deutschlands und andere westliche Medien, sind sich nicht zu blöd, den Chinesen genug Futter zu liefern, um ihnen zu Recht eine Kampagne gegen Olympia in China unterstellen zu können. So wie z.b. die Bild-Zeitung, die sehr gerne nepalesische Polizisten als Chinesen ausgibt.

http://www.bildblog.de/2880/tibet-nepal-schwaeche-von-bildde-chronisch-2
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27598/1.html

Man beachte auch die weitern Links. Vielleicht sollte die Tibeter mal da bei unserem Boulevard nachfragen, warum ihre Proteste nicht wirken.
 
Gelöscht durch den Autor aufgrund persönlicher Diffamierung und öffentlichen Anprangerung durch HappyMutant.
 
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Die russen haben weiter gegen die Afghanen gekämpft und die Chinesen werden weiter Tibeter unter drücken und einen so wie der dalai lama sagt Kulturelen Genocide verursachen.
 
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Bin ja auch dafür, das der chinesischen Regierung klar gemacht wird das sie da nicht "wilde Sau" spielen können und befürworte einen Boykott.
Nur hab ich mir in meinen Hirn mal ausgemalt wie es wäre (für mich), wenn es nicht um Olympia, sondern um die Fußball WM gehen würde. Das wäre schon echt heavy
 
@keshkau
Der Westen ist noch zu weit weg von China, man hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht um sie gekümmert, jetzt gilt es erstmal die eigene Arroganz abzubauen und sich endlich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ohne China geht es halt in der Welt auch nicht mehr, sie werden Wirtschaftlich und Militärisch immer stärker. Bevor sich ein neuer "Ostblock" zwischen Ihnen, den Russen und wer weiss noch wen alles bildet, gilt es endlich mal vernünftig zu Verhandeln.
Natürlich dauert so ein Prozess Jahrzehnte.
Aber wieder nur "Aussperren" wird einfach nicht funktionieren.
Die Amis treiben es doch noch wilder. Was die alles allein in Lateinamerika, Afrika und Asien treiben ist auch nicht besser.
 
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Selbst wenn der Bürgerrechtler zu Lebenslang verurteilt wurde bringt ein Boykott der olympischen Spiele recht wenig. Hier sind Politiker und Industrie am Zug, nicht die Sportler.
 
@ Bullayer

Da aber die Olympischen Spiele von China für ihre Propaganda regelrecht missbraucht werden, ist ein Boykott mehr als angebracht (und schmerzt China mehr als manche glauben)! Der Sport ist da nur drittrangig (nach Propaganda und wirtschaftlichen Interessen).
Und selbst wenn es effektiv nichts bringt (für die im Gefängnis sitzenden Bürgerrechtler und co.) zeigt man zumindest, dass man so etwas nicht toleriert! Und das ist verdammt wichtig!
 
@Seppuku, würdest du den Boykott auch befürworten, wenn du Leistungssportler wärst und dich jahrelang auf die Spiele vorbereitet hast?
 
Wenn es nur um den Sport geht: Warum dann nicht die Wettkämpfe woanders machen (dann kämen die Sportler zu ihren Wettkämpfen)? Ohne dem ganzen drum herum und auf verschiedene Orte verteilt, sollte so etwas in einem halben Jahr organisatorisch machbar sein!

Deine Frage kann ich nicht direkt beantworten, da ich kein Leistungssportler bin (ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was ich machen würde). Die Frage, "mit wem ich mehr Mitleid habe?": Mit einem Leistungssportler, der sich eventuell umsonst vorbereitet hat oder mit einem Bürgerrechtler, der im Gefängnis sitzt, weil er seine Meinung frei äußert und dem vielleicht sogar die Todesstrafe droht, schon...
 
1. Ohne das "Drumherum" sinds keine olympischen Spiele.
2. Ich habe auch Mitleid mit nem eingesperrten Bürgerrechtler, allerdings nicht auf Kosten der Sportler.
 
Ich hab kein Mitleid mit den Sportlern, wenn andere Menschen dafuer ihr Leben lassen muessen. Und das ist schon genug passiert in den letzten Wochen. Also Boykott!

Auch eine Moeglichkeit, wie man die Unruhen stoppen kann. Man steckt einfach alle in den Knast: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,545175,00.html
 
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@FreddyMercury: Schön und gut, aber wie ich es bereits gesagt habe ist ein Boykott erstmal Sache der Politiker und der Industriebosse. Wenn diese Gruppen China meiden wird sich was ändern, aber sonst nicht.
 
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